Regelwerk Technsiche Regeln, BioStoffV, TRBA

Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe
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TRBa 405 - Anwendung von Meßverfahren und technischen Kontrollwerten für luftgetragene Biologische Arbeitsstoffe

Ausgabe: Mai 2001
(BArbBl. 5/2001 S. 58; 3/2003 S. 59 03;::7/2006 193 06)



Die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) geben den Stand der sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen sowie arbeitswissenschaftlichen Anforderungen bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen wieder. Sie werden vom

Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS)

aufgestellt und von ihm der Entwicklung entsprechend angepasst. Die TRBa werden vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung im Bundesarbeitsblatt bekannt gegeben.

1. Anwendungsbereich

Die hier beschriebene Vorgehensweise gibt Empfehlungen für die Bestimmung der Konzentration von Bakterien und Pilzen in der Luft in Arbeitsbereichen und die Anwendung von technischen Kontrollwerten zur Überprüfung der Wirksamkeit von technischen Schutzmaßnahmen. Nicht berücksichtigt ist dabei die Ermittlung von Viren.

2. Begriffsbestimmungen, Erläuterungen

Die Begriffsbestimmungen unter 2.1 bis 2.3 beziehen sich auf Grund des Anwendungsbereichs dieser TRBa auf den Teilaspekt der luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffe. Davon abzugrenzen ist das Vorhandensein von biologischen Arbeitsstoffen in Materialien oder an Gegenständen.

2.1 Konzentration

Die Konzentration von Bakterien und Pilzen in der Luft ist die in der Einheit des Luftvolumens befindliche Anzahl von Bakterien und Pilzen. Sie wird bei kultivierungsabhängigen Verfahren angegeben als die Anzahl koloniebildender Einheiten (KBE) pro m3 Luft.

2.2 Technischer Kontrollwert (TKW)

Der technische Kontrollwert legt die Konzentration biologischer Arbeitsstoffe in der Luft für einen bestimmten Arbeitsbereich, ggf. auch für ein bestimmtes Verfahren oder einen bestimmten Anlagentyp fest, die grundsätzlich nach dem Stand der Technik erreicht werden kann. Dieser Wert dient der Beurteilung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen und wird vom ABAS festgelegt. Er kann als Summenwert oder bezogen auf Mikroorganismengruppen definiert werden. Der TKW ist an die jeweils festgelegte Messstrategie gebunden.

2.3 Exposition

Exposition wird verstanden als das Vorhandensein von Bakterien und Pilzen in der Luft im Atembereich des Beschäftigten. Sie wird beschrieben durch Angabe von Konzentration und zugehörigem zeitlichen Bezug.

2.4 Arbeitsbereich

Der Arbeitsbereich ist der zu beurteilende räumlich oder organisatorisch begrenzte Teil eines Betriebes. Dieser kann einen oder mehrere Arbeitsplätze umfassen. Er wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

2.5 Messverfahren

Das Messverfahren umfasst das oder die Bestimmungsverfahren, die Anzahl der zu nehmenden Proben und deren räumliche und zeitliche der Verteilung sowie die Rechenvorschrift, die zum Messwert oder Messergebnis führt.

Allgemeine Hinweise zur Messung von Bioaerosolen am Arbeitsplatz finden sich z.B. in [1].

2.6 Probenahme

Beim Einsatz eines Bestimmungsverfahrens sind unter Berücksichtigung der Messaufgabe und der im Arbeitsbereich herrschenden Bedingungen die Randbedingungen der Probenahme festzulegen. Sie umfassen

2.7 Bestimmungsverfahren

Um die Vergleichbarkeit von Messwerten zu sichern, ist es erforderlich, bei den Bestimmungsverfahren für Bakterien und Pilze in der Luft in Arbeitsbereichen alle den Messwert wesentlich beeinflussenden Verfahrensschritte durch Konvention festzulegen. Liegen für das Bestimmungsverfahren technische Regeln vor [2], sind diese bevorzugt anzuwenden. Eine Beschreibung der von den örtlichen Begebenheiten unabhängigen Bestimmungsverfahren ist den Veröffentlichungen qualifizierter Fachgremien zu entnehmen. Sie enthält Angaben zur Durchführung

3. Allgemeines 03

Die von einem Fachgremium erarbeiteten und in der BIA-Arbeitsmappe "Messung von Gefahrstoffen" 4 veröffentlichen Verfahrensvorschriften zur Ermittlung biologischer Arbeitsstoffe sind im Rahmen von Arbeitsplatzbeurteilungen als Standardverfahren nach dem Stand der Technik heranzuziehen. Hierbei handelt es sich um

Das Verwenden anderer Verfahren zur Beurteilung ist möglich, wenn deren Eignung und Validität vom Entwickler bzw. Verwenden nachgewiesen wird.

3.1 Grundlagen

Die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV) enthält kein Grenzwertkonzept und keine Messverpflichtung für den Arbeitgeber. Für die Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5 - 8 BioStoffV ist die Durchführung von Messungen in der Regel nicht erforderlich. Zur Gefährdungsbeurteilung bei nicht gezielten Tätigkeiten nach § 7

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