BGH/BPatGERVV - Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr beim Bundesgerichtshof und Bundespatentgericht
Vom 24. August 2007
(BGBl. Nr. 43 vom 28.08.2007 S. 2130; 10.02.2013 S. 83; 10.10.2013 S. 3799 13; 18.07.2017 S. 2745 17)
Gl.-Nr.: 310-4-12
Siehe Fn. *
Es verordnen
§ 1 Zulassung der elektronischen Kommunikation
Bei den in der Anlage bezeichneten Gerichten können elektronische Dokumente in den dort jeweils für sie näher bezeichneten Verfahrensarten und ab dem dort für sie angegebenen Datum eingereicht werden.
(1) Zur Entgegennahme elektronischer Dokumente sind elektronische Poststellen der Gerichte bestimmt. Die elektronischen Poststellen sind über die auf den Internetseiten
(2) Die Einreichung erfolgt durch die Übertragung des elektronischen Dokuments in die elektronische Poststelle.
(2a) In den Verfahren nach den Nummern 6 bis 13 der Anlage sind elektronische Dokumente zu versehen
(3) Eine elektronische Signatur und das ihr zugrunde liegende Zertifikat müssen durch das adressierte Gericht oder eine andere von diesem mit der automatisierten Überprüfung beauftragte Stelle prüfbar sein. Die Eignungsvoraussetzungen für eine Prüfung werden gemäß § 3 Nr. 2 bekannt gegeben.
(4) Das elektronische Dokument muss eines der folgenden Formate in einer für das adressierte Gericht bearbeitbaren Version aufweisen:
Nähere Informationen zu den bearbeitbaren Versionen der zulässigen Dateiformate werden gemäß § 3 Nr. 3 bekannt gegeben.
(5) Elektronische Dokumente, die einem der in Absatz 4 genannten Dateiformate in der nach § 3 Nr. 3 bekannt gegebenen Version entsprechen, können auch in komprimierter Form als ZIP-Datei eingereicht werden. Die ZIP-Datei darf keine anderen ZIP-Dateien und keine Verzeichnisstrukturen enthalten. Beim Einsatz von Dokumentensignaturen muss sich die Signatur auf das Dokument und nicht auf die ZIP-Datei beziehen.
(6) Sofern strukturierte Daten übermittelt werden, sollen sie im Unicode-Zeichensatz UTF 8 (Unicode Transformation Format) codiert sein.
§ 3 Bekanntgabe der Betriebsvoraussetzungen
Die Gerichte geben auf den in § 2 Abs. 1 Satz 2 genannten Internetseiten bekannt:
§ 4 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. September 2007 in Kraft. Gleichzeitig treten die Elektronische Rechtsverkehrsverordnung vom 26. November 2001 (BGBl. I S. 3225), die Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr beim Bundespatentgericht und beim Bundesgerichtshof vom 5. August 2003 (BGBl. I S. 1558, 2004 I S. 331), geändert durch die Verordnung vom 26. September 2006 (BGBl. I S. 2161), und die Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr in Revisionsstrafsachen zwischen dem Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof und den Strafsenaten des Bundesgerichtshofs vom 18. November 2005 (BGBl. I S. 3191) außer Kraft.
| Anlage 13 (zu § 1) |
| Nr. | Gericht | Verfahrensart | Datum |
| 1. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach der Zivilprozessordnung | 1.9.2007 |
| 2. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit | 1.9.2007 |
| 3. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach der Grundbuchordnung | 1.9.2007 |
| 4. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach der Schiffsregisterordnung | 1.9.2007 |
| 5. | Bundesgerichtshof | Revisionsstrafsachen; dies gilt nur für die Einreichung elektronischer Dokumente durch den Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof | 1.9.2007 |
| 6. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Patentgesetz | 1.9.2007 |
| 7. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Gebrauchsmustergesetz | 1.9.2007 |
| 8. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Markengesetz | 1.9.2007 |
| 8a. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Halbleiterschutzgesetz | 1.3.2010 |
| 8b. | Bundesgerichtshof | Verfahren nach dem Designgesetz | 1.3.2010 |
| 9. | Bundespatentgericht | Verfahren nach dem Patentgesetz | 1.9.2007 |
| 10. | Bundespatentgericht | Verfahren nach dem Gebrauchsmustergesetz | 1.9.2007 |
| 11. | Bundespatentgericht | Verfahren nach dem Markengesetz | 1.9.2007 |
| 12. | Bundespatentgericht | Verfahren nach dem Halbleiterschutzgesetz | 1.3.2010 |
| 13. | Bundespatentgericht | Verfahren nach dem Designgesetz | 1.3.2010 |
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*) Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. EG Nr. L 204 S. 37), geändert durch die Richtlinie 98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nr. L 217 S. 18), sind beachtet worden.
| ENDE |