Änderungstext
Gesetz zur Änderung des Bayerischen Strafvollzugsgesetzes und des Bayerischen Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetzes
- Bayern -
Vom 10. Juli 2026
(GVBl. Nr. 13 vom 15.07.2026 S. 330)
Der Landtag des Freistaates Bayern hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit bekannt gemacht wird:
§ 1
Änderung des Bayerischen Strafvollzugsgesetzes
(Gültig ab 15.09.2026 siehe =>)
Das Bayerische Strafvollzugsgesetz ( BayStVollzG) vom 10. Dezember 2007 (GVBl. S. 866, BayRS 312-2-1-J), das zuletzt durch § 1 des Gesetzes vom 23. Juni 2025 (GVBl. S. 178) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. Dem Art. 46 Abs. 2 wird folgender Satz 6 angefügt:
"Abweichend von Satz 5 ergibt sich im Fall des Leistungslohns die Vergütung aus dem Stundensatz, der geleisteten Arbeitszeit und einem Faktor, der sich aus den tatsächlich fertiggestellten Stückzahlen im Vergleich zu den Stückzahlen ergibt, die von Gefangenen mit durchschnittlicher Leistungsfähigkeit in der entsprechenden Arbeitszeit fertiggestellt werden."
2. In Art. 46b Abs. 6 Satz 1 wird die Angabe "zusätzlich 15 % des ihnen nach den Abs. 2 und 3" durch die Angabe "für jeden im betreffenden Zeitraum erarbeiteten Freistellungstag zusätzlich 15 % des ihnen nach Art. 46 Abs. 2" ersetzt.
3. In der Überschrift des Art. 94 wird die Angabe "Suchtmittelkonsum" durch die Angabe "Suchtmittelmissbrauch" ersetzt.
4. Art. 96 wird wie folgt geändert:
a) In Abs. 1 wird die Angabe "Fluchtgefahr oder" gestrichen.
b) Abs. 3 wird wie folgt gefasst:
| alt | neu |
| (3) Maßnahmen nach Abs. 2 Nr. 1, 3 bis 5 sind auch zulässig, wenn die Gefahr einer Befreiung oder eine erhebliche Störung der Anstaltsordnung anders nicht vermieden oder behoben werden kann. | "(3) Über die in Abs. 1 genannten Anordnungsgründe hinaus sind Maßnahmen wie folgt zulässig, wenn dies nicht anders vermieden oder behoben werden kann:
|
5. Art. 99 wird wie folgt geändert:
a) Abs. 2 Satz 1 wird wie folgt geändert:
aa) In Nr. 2 wird die Angabe "oder" am Ende durch die Angabe "," ersetzt.
bb) In Nr. 3 wird die Angabe " ." am Ende durch die Angabe "oder" ersetzt.
cc) Folgende Nr. 4 wird angefügt:
"4. ein Fall des Art. 96 Abs. 3 Nr. 4 vorliegt."
b) Abs. 3 wird wie folgt geändert:
aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst:
| alt | neu |
| Die Fixierung bedarf der vorherigen Anordnung des zuständigen Gerichts, es sei denn, es handelt sich um eine kurzfristige Maßnahme. | "Eine Fixierung, die die Dauer von einer halben Stunde überschreitet, bedarf der vorherigen Anordnung des zuständigen Gerichts." |
bb) Die folgenden Sätze 4 bis 6 werden angefügt:
"Ist eine richterliche Entscheidung beantragt und die Maßnahme vor der richterlichen Entscheidung beendet worden, so ist dies dem Gericht unverzüglich mitzuteilen. Die Sätze 1 und 4 gelten entsprechend für eine Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum, die die Dauer von 72 Stunden überschreitet. Im Fall des Satzes 5 ist eine Fortsetzung der Maßnahme ohne richterliche Anordnung zulässig, wenn eine richterliche Entscheidung vor Ablauf von 72 Stunden bereits beantragt, aber noch nicht ergangen ist."
c) Folgender Abs. 5 wird angefügt:
"(5) Im Falle der Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum sind auf Antrag der Gefangenen deren Verteidiger über die Anordnung unverzüglich zu unterrichten."
6. In Art. 201 wird nach Abs. 3 folgender Abs. 3a eingefügt:
"(3a) Wenn die in Abs. 1 Satz 1 genannten Personen gleichzeitig oder nacheinander denselben Gefangenen behandeln, unterliegen sie im Verhältnis zueinander nicht der Schweigepflicht und sind zur umfassenden gegenseitigen Information und Auskunft verpflichtet, soweit dies zum Zwecke einer zielgerichteten gemeinsamen Behandlung erforderlich ist und
§ 2
Änderung des Bayerischen Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetzes
(Gültig ab 15.09.2026 siehe =>)
Das Bayerische Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz ( BaySvVollzG) vom 22. Mai 2013 (GVBl. S. 275, BayRS 312-0-J), das zuletzt durch § 2 des Gesetzes vom 23. Juni 2025 (GVBl. S. 178) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
1. Art. 39 Abs. 3 Satz 2 wird wie folgt gefasst:
| alt | neu |
| Ein Tagessatz ist der zweihundertfünfzigste Teil der Eckvergütung; die Vergütung wird nach einem Stundensatz bemessen. | "Art. 46 Abs. 2 Satz 4 bis 6 BayStVollzG gilt entsprechend." |
2. In der Überschrift des Art. 72 wird die Angabe "Suchtmittelkonsum" durch die Angabe "Suchtmittelmissbrauch" ersetzt.
3. Art. 74 wird wie folgt geändert:
a) In Abs. 1 wird die Angabe "Fluchtgefahr oder" gestrichen.
b) Abs. 3 wird wie folgt gefasst:
| alt | neu |
| (3) Maßnahmen nach Abs. 2 Nrn. 1, 3 bis 5 sind auch zulässig, wenn die Gefahr einer Befreiung oder eine erhebliche Störung der Ordnung der Anstalt anders nicht abgewendet werden kann. | "(3) Über die in Abs. 1 genannten Anordnungsgründe hinaus sind Maßnahmen wie folgt zulässig, wenn dies nicht anders vermieden oder behoben werden kann:
|
4. Art. 75 wird wie folgt geändert:
a) Abs. 2 Satz 1 wird wie folgt geändert:
aa) In Nr. 2 wird die Angabe "oder" am Ende durch die Angabe "," ersetzt.
bb) In Nr. 3 wird die Angabe " ." am Ende durch die Angabe "oder" ersetzt.
cc) Folgende Nr. 4 wird angefügt:
"4. ein Fall des Art. 74 Abs. 3 Nr. 4 vorliegt."
a) Abs. 3 wird wie folgt geändert:
aa) Satz 1 wird wie folgt gefasst:
| alt | neu |
| Die Fixierung bedarf der vorherigen Anordnung des zuständigen Gerichts, es sei denn, es handelt sich um eine kurzfristige Maßnahme. | "Eine Fixierung, die die Dauer von einer halben Stunde überschreitet, bedarf der vorherigen Anordnung des zuständigen Gerichts." |
bb) Die folgenden Sätze 4 bis 6 werden angefügt:
"Ist eine richterliche Entscheidung beantragt und die Maßnahme vor der richterlichen Entscheidung beendet worden, so ist dies dem Gericht unverzüglich mitzuteilen. Die Sätze 1 und 4 gelten entsprechend für eine Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum, die die Dauer von 72 Stunden überschreitet. Im Fall des Satzes 5 ist eine Fortsetzung der Maßnahme ohne richterliche Anordnung zulässig, wenn eine richterliche Entscheidung vor Ablauf von 72 Stunden bereits beantragt, aber noch nicht ergangen ist."
c) Dem Abs. 5 wird folgender Satz 4 angefügt:
"Im Falle der Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum sind auf Antrag der Verwahrten deren Verteidiger über die Anordnung unverzüglich zu unterrichten."
§ 3
Inkrafttreten
Dieses Gesetz tritt am 15. September 2026 in Kraft.
ID 261825
| ENDE |