Änderungstext

Landesverordnung zur Änderung der Kampfmittelverordnung
- Schleswig-Holstein -

Vom 22. Juli 2015
(GVOBl. Sch.-H. Nr. 12 vom 27.08.2015 S. 313)



Siehe Fn. *

Aufgrund des § 165 Absatz 2 Satz 2 und des § 175 Absatz 1 des Landesverwaltungsgesetzes verordnet das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten:

Artikel 1

Die Kampfmittelverordnung vom 7. Mai 2012 (GVOBl. Schl.-H. S. 539) wird wie folgt geändert:

1. § 1 Absatz 3 erhält folgende Fassung:

alt neu
(3) Kampfmittel im Sinne dieser Verordnung sind auch unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) sowie selbsthergestellte Sprengstoffe (Selbstlaborate) und deren Grundstoffe. Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen sind insbesondere Objekte, die explosivgefährliche Stoffe oder Brandstoffe enthalten oder bei denen dies angenommen werden muss. "(3) Kampfmittel im Sinne dieser Verordnung sind auch unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV), selbsthergestellte Sprengstoffe (Selbstlaborate), deren Grundstoffe sowie Gegenstände mit Explosivstoff, von denen eine Gefahr im Sinne der Beurteilung gemäß § 2 Absatz 1 ausgeht und keine andere Stelle mit deren Beseitigung beauftragt ist. Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen sind insbesondere Objekte, die explosivgefährliche Stoffe oder Brandstoffe enthalten oder bei denen dies angenommen werden muss."

2. § 2 wird wie folgt geändert:

a) Absatz 3 erhält folgende Fassung:

alt neu
(3) Vor der Erstellung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung für das Land Schleswig-Holstein vom 22, Januar 2009 (GVOBl. Schl.-H. S. 6), zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 17. Januar 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 3), und vor Beginn von Tiefbauarbeiten auf Grundstücken in Gemeinden, deren Gebiete mit Kampfmitteln belastet sind oder sein können, ist die Eigentümerin oder der Eigentümer oder die oder der Nutzungsberechtigte verpflichtet, bei der Landesordnungsbehörde eine kostenpflichtige Auskunft über mögliche Kampfmittelbelastungen einzuholen. Die Gemeinden nach Satz 1 sind in der Anlage aufgeführt; die Anlage ist Bestandteil dieser Verordnung. Für Grundstücke in Privateigentum, welche nicht gewerblich genutzt werden oder werden soffen, erfolgt die Auskunft kostenfrei. "(3) Die Eigentümerin oder der Eigentümer oder die oder der Nutzungsberechtigte ist verpflichtet vor der Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung für das Land Schleswig-Holstein vom 22. Januar 2009 (GVOBl. Schl.-H. S. 6) zuletzt geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 17. Januar 2011 (GVOBl. Schl.-H. S. 3), und vor Beginn von Teilbauarbeiten auf Grundstücken in Gemeinden, deren Gebiete mit Kampfmitteln belastet sind oder sein können, bei der Landesordnungsbehörde eine kostenpflichtige Auskunft über mögliche Kampfmittelbelastungen einzuholen. Die Gemeinden nach Satz 1 sind in der Anlage aufgeführt; die Anlage ist Bestandteil dieser Verordnung."

b) Folgender Absatz 4 wird eingefügt:

"(4) Über die Gestattung einzelner Maßnahmen im Tiefbau mit geringer Flächen- oder Tiefenausdehnung entscheidet die Landesordnungsbehörde auf Antrag."

c) Der bisherige Absatz 4 wird Absatz 5.

3. § 6 Absatz 2 erhält folgende Fassung:

alt neu
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 bis 3 und 6 mit einer Geldbuße bis zu 1.000 Euro, im Fall des Absatzes 1 Nr. 4 mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro und in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 5 und 7 mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. "(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 1, 3, 4 und 6 mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro und in den Fällen des Absatzes 1 Nummer 2, 5 und 7 mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden."

Anlage
Auflistung der Gemeinden mit bekannten Bombenabwürfen

Gemeindeschlüssel Gemeinde
1058005 Altenholz
1061004 Altenmoor
1060002 Alveslohe
1056001 Appen
1062004 Bad Oldesloe (Stadt)
1057008 Bönebüttel
1057009 Bösdorf
1058033 Brügge
1051011 Brunsbüttel (Stadt)
1053017 Brunstorf
1053020 Büchen
1051013 Büsum
1059107 Eggebek
1056015 Elmshorn (Stadt)
1051028 Epenwöhrden
1053028 Escheburg
1058050 Felde
1058051 Felm
1001000 Flensburg
1053032 Geesthacht
1062018 Glinde (Stadt)
1060027 Grossenaspe
1055017 Grossenbrode
1056018 Halstenbek
1003000 Hansestadt Lübeck
1051044 Heide (Stadt)
1057025 Heikendorf
1056024 Heist
1056025 Helgoland
1051048 Hemmingstedt
1056027 Hetlingen
1058077 Hohenwestedt
1054046 Hörnum/Sylt
1054052 Horstedt
1054056 Husum
1061046 Itzehoe (Stadt)
1060044 Kaltenkirchen (Stadt)
1054061 Kampen/Sylt
1059045 Kappeln (Stadt)
1053061 Kastorf
1002000 Kiel
1058092 Kronshagen
1059053 Kropp
1062089 Lasbek
1054076 Leck
1051067 Lieth
1058096 Lindau
1054078 List/Sylt
1051074 Meldorf (Stadt)
1057051 Moenkeberg
1054085 Nebel
1060059 Negernbötel
1004000 Neumünster
1054089 Norddorf auf Amrum
1051137 Nordermeldorf
1051082 Nordhastedt
1060064 Nützen
1058126 Ottendorf
1058128 Padenstedt
1056040 Prisdorf
1058130 Quarnbek
1058133 Reesdorf
1062060 Reinbek (Stadt)
1058135 Rendsburg (Stadt)
1057069 Ruhwinkel
1051098 Sarzbüttel
1061097 Schenefeld
1057071 Schillsdorf
1058142 Schinkel
1059075 Schleswig (Stadt)
1057074 Schönkirchen
1057076 Schwartbuck
1053116 Schwarzenbek
1057091 Schwentinental (Stadt)
1054118 Schwesing
1053118 Siebenbäumen
1053119 Siebeneichen
1054168 Sylt (Amt)
1057083 Tasdorf
1062092 Travenbrueck
1058165 Tüttendorf
1056049 Uetersen (Stadt)
1054143 Utersum
1057085 Wankendorf
1056050 Wedel (Stadt)
1054149 Wenningstedt-Braderup
1054150 Westerhever
1061113 Wilster (Stadt)
1051113 Wöhrden
1061116 Wrist

Artikel 2

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft.

*) Ändert LVO vom 7. Mai 2012, GS Schl.-H. II, Gl.Nr. 2011-0-21

ID 15/1160

ENDE