umwelt-online: BGI 504-24 - Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 24 "Hauterkrankungen", (mit Ausnahme von Hautkrebs)
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BGI 504-24 - Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 24 "Hauterkrankungen",
(mit Ausnahme von Hautkrebs)

Berufsgenossenschaftliche Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGI)
(bisher ZH 1/600.24)

(Ausgabe 1998)



Redaktioneller Hinweis: Berufsgenossenschaften sind gemäß § 210 SGB VII Behörden; ihre amtlichen Veröffentlichungen nach § 15 SGB VII unterliegen gemäß § 5 Abs. 2 UrhG keinem Urheberrechtsschutz.

nur zur Information
Umstrukturierung der Systematik (01.05.2014): nicht mehr im DGUV-Regelwerk enthalten

Diese Aussagen sind stets in Verbindung mit dem Allgemeinen Teil der Auswahlkriterien anzuwenden.

1 Anwendungsbereich

Versicherte, deren Haut (überwiegend Hände) durch hautschädigende Stoffe, Arbeitsverfahren oder sonstige Einflüsse im erhöhten Maße gefährdet ist, sollen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen unterzogen werden.

2 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Erstuntersuchungen sind vor Aufnahme der Tätigkeit zu veranlassen. Für die Durchführung von Nachuntersuchungen gelten die nachstehend genannten Fristen:

Nachuntersuchungsfristen (in Monaten)
Hauterkrankungen
(mit Ausnahme von Hautkrebs)
erste Nachuntersuchung weitere Nachuntersuchung
9 - 24 oder nach Ermessen des Arztes nach Ermessen des Arztes spätestens nach 60


Die Vorsorgeuntersuchungen sind von einem ermächtigten Arzt unter Beachtung des Berufsgenossenschaftlichen Grundsatzes für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 24 "Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)" durchzuführen.

3 Auswahlkriterien

Die Beurteilung der Hautgefährdung erfordert die Ermittlung der hautbelastenden Faktoren am Arbeitsplatz bzw. bei der durchgeführten Tätigkeit. Dabei sind zu berücksichtigen:

4 Arbeitsverfahren/-bereiche und Tätigkeiten mit erhöhter Hautgefährdung

Siehe Merkblatt zur BK-Nr. 5101 (Bundesarbeitsblatt Nr. 6/1996 Seite 22 ff.). Die dort abgelegte Liste (s. Anhang) gibt weitere Anhaltspunkte zur Gefährdungsermittlung.

5 Arbeitsverfahren/-bereiche und Tätigkeiten ohne erhöhte Hautgefährdung

entfällt

6 Bemerkungen

Zusätzliche Aussagen zur Feuchtarbeit sind in der TRGS 531 "Gefährdung der Haut durch Arbeiten im feuchten Milieu (Feuchtarbeit)" zu finden sowie in der Literaturangabe unter 6.8. zum Grundsatz G 24.

Berufskrankheit

§ 9 Abs. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SBG VII), Nr. 5101 der Anlage zur Berufskrankheitenverordnung (BKV) "Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können".


.

Berufe mit deutlich erhöhtem Erkrankungsrisiko für Kontaktekzeme Anhang


aus: Merkblatt zur BK Nr. 5101, Bundesarbeitsblatt Nr. 6/1996 Seite 22 ff.

Tätigkeiten Einwirkungen wichtige Allergene und chemisch irritative Substanzen
Friseure Dauerwellmittel
Haarfarben
Ester und Salze der Thioglykolsäure, Fixiermittel
p-Phenylendiamin, p-Toluylendiamin u.a. Färbemittel,
Resorcin, Parabene
Blondiermittel
Haarwaschmittel
Persulfate
Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Pflanzenextrakte
Cocamidopropylbetain u.a. Emulgatoren und waschaktive Substanzen
Gummihandschuhe Acceleratoren 1, Naturlatex
Bäcker,
Konditoren
Teige Weizen-, Roggen-, Sojamehl, Amylase
Aromen und Gewürze Vanille, Bittermandel, Anis, Orangenschalenextrakt, Zimt u.a.
Konservierungsmittel u. Antioxidantien
Reinigungsmittel
Benzoesäure, Sorbinsäure, Oktyl- Propyl- Dodecylgallat
Desinfektions- u. Konservierungsstoffe,
waschaktive Substanzen
Galvaniseure galvanische Bäder
Entfettungsmittel
Gummihandschuhe
Nickel-, Chrom-, 2 Kobaltverbindungen, Säuren, Alkalinen
Lösemittel 3,
Acceleratoren 1, Naturlatex
Gärtner, Floristen Zierpflanzen
Pflanzenschutzmittel
Primel, Chrysanthemen u.a. Asteraccae, Alstroemerien,
Tulpenzwiebeln u.a.
Carbamate, Thiurame, Pyrethrum u.a.
Bauarbeiter, Maurer, Fliesenleger, Estrichleger, Zement, Frischbeton, Kunststoffe Konservierungsstoffe (Formaldehydabspalter, Triazine, Isothiazolinone u.a.)
Metallarbeiter Kühlschmierstoffe (Bi)Chromate 2 der Alkalinen, Kobaltverbindungen unausgehärtete Epoxidharze und Härter, Isocyanate
(insbesondere wassergemischte)
Metalle
Metallkleber
Metallreinigungs- u. Entfettungsmittel
Emulgatoren, Korrosionsschutzmittel, Ethanolamine, Tallöl, Mineralöle
Nickel-, Kobaltverbindungen u.a.
Epoxidharze, Acrylate, Härter
Lösemittel 4
Kunststoffarbeiter unausgehärtete Kunstharze Epoxidharze u. Härter, Acrylate, Kobaltbeschleuniger, Peroxide, Melamin-, Harnstoff-, Phenol-Formaldehydharze, Isocyanate, Phthalate, Lösemittel 4
Köche, Küchenhilfen Lebensmittel Mehl, Enzyme, Fleisch, Fisch, Krustentiere, Gemüse, Gewürze, Konservierungsstoffe, Farbstoffe
Reinigungsmittel Desinfektions- u. Konservierungsstoffe (Isothiazolinone, Formaldehyd, Parabene u.a.), waschaktive Substanzen
Gummihandschuhe Acceleratoren 1, Naturlatex
Heil- und Pflegeberufe Desinfektionsmittel Formaldehyd, Glutaraldehyd, Quecksilberverbindungen, Chlorkresol, Phenole u.a.
Medikamente Antibiotika, Lokalanästhetika, Phenothiazine (Photoallergene) ätherische Öle
Gummihandschuhe Acceleratoren 1, Naturlatex
Zahntechniker Dentalchemikalien unausgehärtete Acrylate und Mischharze, Eugenol, Nickel, Kobalt, Palladium, Amalgam, Säuren
Textilhersteller und -verarbeiter Textilfarben, Beizen
Azofarben, Anthrachinonfarben, Chromverbindungen 2
Appreturen, Spezialausrüstungen Formaldehydharze, Acrylate, Polyurethane
Gummifäden
Kleidungszubehör
Acceleratoren 1, Naturlatex
Nickel, Kobalt
Leder-, Fellverarbeitung Gerbstoffe
Kleber
Chromverbindungen 2, Tannin, Säuren, Laugen, Kolophonium, p-tert-Buthylphenolformaldehydharz, Lösemittel 4
Imprägniermittel
Färbemittel
Kunstharze
Azofarben u.a.
Holzarbeiter
Tischler, Zimmerer
Hölzer Palisanderarten, Teak, Makore, Mahagoni, Nadelhölzer u.a.
Klebstoffe Formaldehydharze, Kolophonium, Expoxidharze, Acrylate, Chromverbindungen 2, Azofarbstoffe u.a.
Beizen
Holzschutzmittel
Chromverbindungen 2, Insektizide, Fungizide
Maler, Lackierer, Anstreicher Farben Kunstharze, Terpentin u. -ersatzstoffe, Farbpigmente (Chrom- 2, Kobaltverbindungen u.a.
Fußbodenleger Klebstoffe Formaldehydharze, Kolophonium, Expoxidharze, Acrylate, Isozyanate
Verdünner Lösemittel 4
Löter, Elektroniker Lötmittel Kolophonium, Metallchloride, Säuren, Alkohole, Salmiak
Metallkleber
Metalle
Expoxidharze, Acrylate, Härter, Lösemittel 4
Nickel, Kobalt, Zinn u.a.
Reinigungsdienste Reinigungsmittel Konservierungsmittel, waschaktive Substanzen (Tenside u. Detergenzien)
Desinfektionsmittel Formaldehyd, Glutaraldehyd, Phenole u.a.
Fußbodenpflegemittel Wachse, Terpentinöl oder Ersatzstoffe, Lösemittel 1
Gummihandschuhe Acceleratoren 1, Naturlatex
Fotolaboranten Farbentwickler p-substituierte aromatische Amine (CD 2, 3, 4)
Fotochemikalien Chromverbindungen 1, Formaldehyd
Gummihandschuhe Acceleratoren 1, Naturlatex
Gummihersteller und -verarbeiter Gummichemikalien Naturlatex, Thiurame, Thiocarbamate, Mercaptobenzothiazole, p-substituierte Amine, Kolophonium
Landwirtschaftliche Berufe Futtermittelstäube Getreide, Medikamente u.a. Futtermittelzusätze (Olaquindox, Phenothiazine, Antibiotika)
Tierhaare, -speichel, - -urin
Pflanzenbestandteile
tierische Proteine
Gummiartikel
Desinfektionsmittel
Melkfett
Pflanzenschutzmittel
Düngemittel
Acceleratoren 1
Formaldehyd, Chloramin u.a. Osmaron B, Lanolin
1 Thiurame, Thiocarbamate, Mercaptobenzothiazole, Alterungsschutzmittel u. a.
2 Alkalisalze der Chromsäure (Cr VI) sind wahrscheinlich im Gegensatz zu den Salzen des dreiwertigen Chroms (Cr III), wie keine Ekzematogene, penetrieren aber wesentlich leichter die Haut und werden dort zu dem stark ekzematogenen Cr III redu Testung sowohl bei Chrom-VI-Exponierten (z.B. Maurern) wie auch bei Chrom-III-Exponierten (z.B. Gerbern oder Galvaniseu Kalium(bi)chromat oder Chromsäureanhydrid (CrO3) durchgeführt.
3 Kohlenwasserstoffe, Halogenkohlenwasserstoffe, Alkohole, Ether, Ketone, Ester und Vertreter anderer Stoffklassen
4 Kohlenwasserstoffe, Halogenkohlenwasserstoffe, Alkohole, Ether, Ketone, Ester und Vertreter anderer Stoffklassen


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