umwelt-online: BGI 679 Lärmarme Technologien und Arbeitsverfahren - Metallerzeugung und -verarbeitung (2)
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Tabelle 2.2: Transportieren (Fördern); Vereinzeln, Greifen, Sammeln, Führen, Antreiben, Energie übertragen (unter teilweiser Verwendung von VDI 3759) (Fortsetzung)
| Arbeitsverfahren | Geräuschverursacher | Geräuschursache | Maßnahmen | alternative Verfahren | erreichbare Pegelminderung in dB(A) | Bemerkungen (V = Vorteile, N = Nachteile) | Quelle | ||
| 4 Führen | Stangenführung | Anschlagen, Reiben | - Führungsrohre mit doppelter Wandung und dämpfender Hohlraumfüllung | Geräuschminderung abhängig von Stangenlänge, Querschnittsform, Stangendurchmesser und -werkstoff,
V: im Einzelfall Verringerung der Taktzeiten | 17 | ||||
| - geschlossenes Rohr mit Ausfütterung durch Wellenfedern | 17 | ||||||||
| - aufklappbarer Kanal aus geräuschdämpfendem Kunststoff | 17 | ||||||||
| - Rollenvorschub - Werkstoffführung in elastischen Rollen | 17 | ||||||||
| - Führung in ölgefülltem Rohr | bis 17 | 17, 18 | |||||||
| 5 Antreiben | 5.1 Getriebe | Zahneingriff | - Getriebe gegen geräuschgeminderte Ausführung tauschen | bis 8 | 20 | ||||
| - Antrieb körperschallentkoppeln und teilkapseln | Nachrüstsätze teilweise vorhanden | 19, 20 | |||||||
| - Antrieb mit Spindelschaltgetriebe gegen stufenlos verstellbaren Gleichstromantrieb austauschen | 13 | 19 | |||||||
| 5.2 Zahnriemen | 5.2.1 Eingriffsverhältnisse: - Polygoneffekt - Saitenschwingungen in den Trums - Aufschlagen des Riemengrundes auf den Zahnkopf der Scheibe | Hinweise zur Auswahl geräuschärmerer Zahnriemen im praktischen Einsatzfall gibt [41]
Anmerkung: | 22, 41 | ||||||
| 5.2.2 - geometrische Unverträglichkeit am Ein- und Auslauf infolge elastischer Verformungen | Riemen mit zu kurzer Teilung | 22 | |||||||
| Ersatz durch Mehrfachkeilriemen | bis 5 | N: höhere Lagerkräfte | 22 | ||||||
| 6 Energie übertragen | Hydraulik-Aggregate | - Flüssigkeitsschall der Förderstrompulsation:
Strömungsgeräusche Schaltgeräusche mechanische Geräusche | - statt Außen-: Innenzahnradpumpe | 5 bis 7 | Drehzahlsenkung auf 67% ergäbe Pegelminderung von 3 bis 6 dB | 21, 22 | |||
| - schwingungstechnische Anordnung der Hydraulikaggregate (ggf. mehrere kleine Pumpen) | bis 20 | 21, 22 | |||||||
| - möglichst kurze Druckleitungen | 21 | ||||||||
Tabelle 2.3: Drehen, Sägen, Fräsen, Bohren
| Arbeitsverfahren | Geräuschverursacher | Geräuschursache | Maßnahmen | alternative Verfahren | erreichbare Pegelminderung in dB(A) | Bemerkungen (V = Vorteile, N = Nachteile) | Quelle |
| 1 Drehen | 1.1 Werkzeug | Schwingungsanregung durch zu geringe Steifigkeit und/oder punktförmige Halterung von Drehmeißel bzw. Bohrstange | - Versteifung des Werkzeugs, - flächige Halterung | 10-18 | besonders kritische Werkstoffe der Werkstücke: Grauguss, Messing | 16 | |
| - Meißel oder Bohrstange mit eingezwängter Dämpfungsschicht | 3-11 | 16 | |||||
| 1.2 Stangenführungsrohr | Anschlagen | - bedämpftes oder sand- oder ölgefülltes Stangenführungsrohr | 20 | 10, 20 | |||
| 1.3 Gestell, Karusselldrehmaschine | Gestellschwingungen | - Bett und unterer Ständerteil mit Sand gefüllt | 9 | 20 | |||
| 2 Überdrehen von Lüfterrädern | Lüfterrad | Schwingungsanregung von Werkstück und Werkzeug beim Bearbeitungsvorgang | - Einspannen der Lüfterräder im Außenbereich zwischen kunststoff-(schaumstoff-) beklebten Aluminiumplatten | 6-8 | |||
| 3 Sägen | 3.1 Werkzeug | Anregung des Werkstückes durch die Bearbeitung | - Innenbedämpfung: elastische Schicht an den Rohrinnenmantel anpressen | 14 | N: Vorrichtung muss jeweils in das Rohr geschoben werden | 23 | |
| - Außenbedämpfung durch bedämpfte Halbschale oder Winkelstücke (Belegung der Haltevorrichtung an den Innenflächen, d.h. zwischen Haltevorrichtung und Rohr) | bis 18 | bei langen Werkstücken Mehrfach- oder großflächige Einspannungen auf der freien Werkstücklänge empfehlenswert | 23 | ||||
| 3.2 Sägeblatt | Anregung des Sägeblattes | 3.2.1 beidseitige oder einseitige Bedämpfung des Stammblattes, Abdeckung der Dämpfungsschichten durch Metallfolien | Leerlauf: ca. 8 Lastlauf bis 14 | nur bei Nichteisenbearbeitung anwendbar | 4, 32 | ||
| 3.2.2 | - starre Platten werden seitlich sehr nahe am Sägeblatt angeordnet, Kühlschmiermittel wird in den Spalt mit sehr geringem Druck eingegeben | bis 10 | bisher nur labormäßig genutzt; schmale Luftspalte siehe [32] | 21 | |||
| 3.2.3 | - Stammblatt mit dünnen Stahlblechen beidseitig vernietet oder punktverschweißt | bis 10 | Stammblatt wird im Querschnitt geschwächt | 21 | |||
| 3.3 Sägeband | Anregung durch Schnittvorgang | - Wechsel der Zahnteilung alle 50 mm von grober Zahnteilung mit Rechts/Links-Schränkung auf feine Zahnteilung mit Wellenschränkung | 4 | 21 | |||
| 4 Sägen dünner Bleche | Anregung des Werkstückes überwiegt | - oszillierende Säge | 9 | längere Bearbeitungszeit | 37 | ||
| 5 Fräsen | Werkstück | Werkstückschwingungen | - Bedämpfungsbacken, die an die Kontur des Werkstückes angepresst werden, erforderliche Anpressdrücke ca. 5-10 N pro Quadratzentimeter | bis 23 | 20 | ||
| - an schwingungsfähigen Werkstücken: Ausführung der Dämpfungsbacken: Verbundblech (Stahl/Kunststoff/Stahl) | 20 |
Tabelle 2.4: Schleifen, Polieren, Räumen
| Arbeitsverfahren | Geräuschverursacher | Geräuschursache | Maßnahmen | alternative Verfahren | erreichbare Pegelminderung in dB(A) | Bemerkungen (V = Vorteile, N = Nachteile) | Quelle |
| 1 Schleifen mit Winkelschleifer | 1.1 Schleifscheibe, Werkstück, Schleifmaschine | Anregung von Schleifscheibe und Werkstück, Antriebsgeräusch | - geräuschgedämpfte Schleifscheibe | 4-10 | 24 | ||
| - Dämpfungsbelag bei klingenden Werkstücken (z.B. Magnetmatten) auf der der Schleifstelle gegenüberliegenden Seite | 10 | 24, 25 | |||||
| - Kombination beider Maßnahmen | 14 | 25 | |||||
| - Verwenden einer geräuscharmen Schleifmaschine | weitere Absenkung des absoluten Geräuschniveaus | 25 | |||||
| 1.2 Abluft des pneumatischen Schleifers | Strömen, ungedämpfte Druckluftentspannung | Gedämpfte Druckluftentspannung nach Arbeitsverrichtung beim Schleifen: - Abluftschlauch (bis 1 kW) | Volumen wirkt wie zusätzlicher Schalldämpfer, Maßnahme begrenzt bei großer Maschinenleistung die Handhabbarkeit | 27 | |||
| niedrige Maschinenleistung (< 1,5 kW) - Kombination Sintermetalldämpfer im Dämpferrohr | 4 | N: Drosselschalldämpfer senken thermodynamischen Wirkungsgrad; Maßnahme erfordert konstruktiven Aufwand | 27 | ||||
| höhere Maschinenleistung (> 1,5 kW) - Schalldämpfer nach dem Rohr-Ablenkscheiben-Prinzip | 10 | N: Maßnahme erfordert konstruktiven hohen Maschinenleistungen nicht genügend haltbar | 27 | ||||
| 2 Schleifen mit Tellerscheibe bei klingenden Werkstücken | Werkzeug, Werkstück | Anregung von Werkzeug und Werkstück | - Dämpfung der Tellerscheibe mit einem für Handschleifmaschinen üblichen elastischen Stützteller | 12 | 20, 21 | ||
| 3 Bandschleifen | 3.1 Backstandgehäuse (Verkleidung des Schleifbandes) | Schallreflexion aus Backstandgehäuse | - schallabsorbierende Auskleidung | 1-5 | 26 | ||
| 3.2 Schleifvorgang | - Maschineneinstellgrößen optimieren: hohe Normalkräfte, geringe Schnittgeschwindigkeit | 5 | weitere Maßnahmen bisher nur labormäßig erprobt | 26 | |||
| 6 Räumen mehrerer Werkstücke | Werkzeuge, gleichzeitig eingreifend | gleichphasige Bearbeitung | - Höhenversatz der Räumwerkzeuge, z.B. halbe Zahnteilung des Räumwerkzeugs | 2 | geringe Pegelminderung, aber auch geringer Aufwand | 21 |
Tabelle 2.5: Pressen, Schmieden, Schneiden
| Arbeitsverfahren | Geräuschverursacher | Geräuschursache | Maßnahmen | alternative Verfahren | erreichbare Pegelminderung in dB(A) | Bemerkungen (V = Vorteile, N = Nachteile) | Quelle |
| 1 Schmieden mit Schmiedepresse | 1.1 Schmiedeschlag, insbesondere Prellschlag | - verbesserte Teilkapselungen - stärker ausgelegte Schalldämpfer - geräuscharme Düsen beim Zunderblasen | bis 7 | Anstieg der abgestrahlten Schalleistung mit steigender Auslastung, bei kleinen Pressen deutlich stärker ausgeprägt als bei großen Bauarten | 28 | ||
| - Abschirmungen der Teilkapseln aus Blechen mit Entdröhnbelag, die körperschall-entkoppelt befestigt werden müssen | 28 | ||||||
| - Vermeiden extremer Auslastungen beim letzten Schlag | 28 | ||||||
| 1.2 Schaltvorgang | - Bedämpfen des Schaltvorgangs durch Zusatzwindkessel | 28 | |||||
| 1.3 Auswerfergeräusch | - mechanischen Auswerfer bedämpfen | 28 | |||||
| 1.4 Strömen | - besser ausgelegte Schalldämpfer | 28 | |||||
| 2 Umformen mit: Großpressenanlage | Schlaggeräusche | - absorbierende Vollkapselung | > 20 | 29 | |||
| 3 Pressenstraße | Schlaggeräusche | - Ersetzen der Schutzgitter durch schallabsorbierende Schallschirme | 5-6 | 29 | |||
| 4 Umformen: Pressenstraße | Schlaggeräusche | - Raum zwischen den Pressenkörpern eintunneln und Öffnungen der Pressengestelle kapseln | 29 | ||||
| 5 Schneiden mit mechanischen Schneidpressen | 5.1 Auffederndes Pressengestell | Entlastungsschlag | - Schneidspalt verkleinern von 12 % auf 6 % der Blechdicke | bis 5 | Möglichkeiten begrenzt | 30, 10 | |
| - Eintauchtiefe minimieren | bis 5 | 29,330, 10 | |||||
| - abgestufte Schneidstempel | bis 10 | Mehrkosten durch höhere Standzeit (teil-)kompensiert (Schärfezustand der Schneidwerkzeuge wirkt sich um bis zu 2 dB aus) | 30, 10 | ||||
| - Schräg-, Dach-, Wellen-, Hohl-, Kegelschliff | 5-11 | 29, 10 | |||||
| Schnittschlag | - Auffangen des Stößels durch Schnittschlagdämpfer | 10 bis 15 | 30,10 | ||||
| - stabiler Schneidvorgang (servo-hydraulisches Regelsystem) | bis 15 | derzeit nur relativ kleine Hubzahlen möglich | 30 | ||||
| - Konterschneiden | bis 6 | Primärmaßnahmen im allgemeinen nur wirkungsvoll bis 100 Hübe/Min. | 30, 29 | ||||
| - Vermeiden von mechanischen Anschlägen durch elastische Zwischenlagen | 5-15 | 29, 10 | |||||
| 5.2 Transport- einrichtung (vgl. Tabelle 2.1) | Transportgeräusch | Neben den in Tabelle 2.1 genannten: - Vibrierförderer ersetzen durch elastische Transportbänder, Magnetförderbänder, Schüttelrutschen aus entdröhntem Blech | 29, 4, 31 | ||||
| - mechanische, pneumatische Zangen mit harten Aufschlagflächen durch Saugnäpfe ersetzen | 29 | ||||||
| - Vorschübe ruckfrei, ohne harte Anschläge | 29, 8, 6, 31 | ||||||
| - Druckluftdüsen durch mechanische oder andere Vorrichtungen ersetzen | 29 | ||||||
| 5.3 | Plasmaschneiden mit Absaug- und Schwallwassersystem | für Blechdicken > 2,5 mm | 29 | ||||
| 5.4 | - Laserschneiden | für Konturschneiden schwierig bei Werkstoffen mit hohem Reflexionsvermögen und großer Wärmeleitfähigkeit | 29 | ||||
| 6 Schneiden, Stanzen | Werkstück | schlagendes Werkstück | - Rollenniederhalter oder Flächenmagnete taktgesteuert | s. auch Tab. 2.5, 5 | 8 | ||
| - körperschalldämpfende Führungen | s. auch Tab. 2.5, 5 | 8 |
Tabelle 2.6: Falzen, Bördeln, Eintreiben, Hämmern, Richten, Positionieren, Ankörnen, Zahlen einschlagen
| Arbeitsverfahren | Geräuschverursacher | Geräuschursache | Maßnahmen | alternative Verfahren | erreichbare Pegelminderung n dB(A) | Bemerkungen V = Vorteile, N = Nachteile) | Quelle |
| 1 Falzen, Bördeln mit Handhammer | Hammerschlag | impulsartige Anregung | 1.1 rückschlagfreier Kunststoffhammer | Geräuschemittenten nur Antriebsaggregate (bei hydraulischen Kraftformern wegen kurzer erforderlicher Schlauchlängen in Arbeitsplatznähe) und ggf. Entlastungsgeräusch, Mittelungspegel unter 80 dB(A) möglich | 33 | ||
| 1.2 | Kraftformer: - hydraulisch - pneumatisch | 4 | |||||
| 2 Eintreiben, Richten, Positionieren mit Handhammer | Hammerschlag | Anregung des Werkstückes | 2.1 Verwendung rückschlagfreier Kunststoffhämmer | bis 10 | N: geringere Schlagkraftimpulse Minderungswirkung abhängig vom Schwingverhalten des Werkstückes | 4, 25, 33 | |
| 2.2 Bedämpfen mit äußerem Bedämpfungsbelag | 8 | Dämpfungswirkung abhängig vom Schwingverhalten des Werkstückes N: Für nichtmagnetische Werkstoffe stehen klebbare Dämpfungsbeläge zur Verfügung, deren Einsatz mögl. Jedoch begrenzt ist. | 23, 25, 33 | ||||
| 2.3 Kombination Dämpfungsbelag und rückschlagfreier Kunststoffhammer | bis 15 | auch hier höchste Dämpfungswirkung bei Materialien mit höherer innerer Dämpfung | 33 | ||||
| 2.4 | - Spreizen über handbetätigte Vorrichtung unter Ausnutzung der Hebelwirkung | Einsatz bei geringen Verformungskräften (z.B. Rohkarossen: Ausrichten des Front- und Heckklappenausschnitts; besonders günstig, wenn Toleranzfeld so verschoben wird, dass beispielsweise lediglich ein Spreizvorgang erforderlich wird.) | 4 | ||||
| 2.5 | Kraftformer: - hydraulisch - pneumatisch | kein Lärm mehr | 4, 42 | ||||
| Anregung der Richtplatte | 2.6 Richtplatte bedämpfen | 8, 10 | |||||
| 3 Positionieren von Plattenstößen zum Verschweißen | Preßluftmeißel, Winkelschleifer | Entfernen der angeschweißten Montagehilfsmittel, z.B. Knacken, Keile | - Bolzenschweißen: mit Bolzenschweißpistole als Montagehilfe befestigte Bolzen mit Trennschleifer entfernen | 10 | Lärmbelastung deutlich kürzer | 43 |
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