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12 Gewerbespezifisches Schulungskonzept am Beispiel "Arbeitsplatz Omnibus" - Aufbau eines Moderatorennetzwerkes
Hans-Jürgen Hoormann, Dr. Andreas Patorra
Die Tätigkeit der Fahrer von Reise- und Linienbussen ist mit einer Vielzahl an Belastungen verbunden. Neben der Unfallgefahr durch Verkehrs- und Arbeitsunfälle sind hier vor allem die Gefährdungen der Gesundheit durch die Fahrtätigkeit selbst, aber auch durch die sie begleitenden Randbedingungen zu nennen. Hier sind das lange Sitzen und Bewegungsarmut bei der Fahrtätigkeit, das zunehmende Verkehrsaufkommen und damit die Zunahme von belastenden Verkehrssituationen, die Abhängigkeit von Klima und Wetter oder Zeitdruck beispielhaft zu nennen. Hinzu kommt, dass die Fahrer oft auch nicht über Strategien verfügen, den Belastungen zu begegnen.
Dies führt dazu, dass viele Fahrer im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs vor Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Fahrdienstuntauglichkeit tritt im Mittel nach 20,9 Dienstjahren, im Alter von 49 Jahren ein. Unfälle und die durch die gesundheitlichen Probleme der Fahrer bedingten Fehlzeiten verursachen erhebliche Kosten.
Für Reisebusfahrer liegt kein exaktes Datenmaterial vor. Die Organisation der Tätigkeit weist zwar einige deutliche Unterschiede auf (zum Beispiel ein größerer Anteil an Langstreckenfahrten mit weniger, dafür längeren Pausen, zusätzliche Betätigung als "Animateur" und Reiseleiter), jedoch sind der eigentliche Arbeitsplatz und die Fahrtätigkeit durchaus vergleichbar, so dass die Erkenntnisse aus dem Linienbusbereich übertragbar sind.
Experten in gemeinsamer Runde
Im Frühjahr 1999 wurde bei der BG für Fahrzeughaltungen BGF eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, "Arbeits- und Gesundheitsschutz in Omnibusbetrieben" AGO, gegründet. Sie besteht aus Psychologen, Pädagogen, Ingenieuren, Medizinern und Betriebspraktikern (Fahrer, Disponent, Personalchef, Betriebsleiter), Sicherheitstrainern und Fahrlehrern. Von dieser Arbeitsgruppe wurde ein Moderatorenhandbuch mit dem Titel "Arbeitsplatz Omnibus - Gesund und sicher" erarbeitet. Ziel ist es u.a., die Betriebe bei der Erfüllung ihrer umfassenden Pflichten im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes mit praxisgerechten Angeboten des ganzheitlichen Ausbildungskonzeptes "Gesund und sicher" zu unterstützen.
Dazu werden mit diesem Seminarkonzept Moderatoren ausgebildet, die in betrieblichen Schulungen insbesondere in KMU die Fahrdienstmitarbeiter von Omnibusbetrieben für den Gesundheitsschutz im Fahrdienst sensibilisieren und zu aktivem Handeln im Sinne "Gesund
und sicher" motivieren.
Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen
Die Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien für die Multiplikatoren werden in einem "Moderatorenordner" zusammengefasst. Der Begriff "Moderation" steht für die Programmphilosophie und die damit verbundene Einstellung der Moderatoren zu ihren Seminarteilnehmern. Diese Teilnehmer sind als Busfahrer (oder als Fahrdienstleiter) Experten in ihrem Bereich. Reine Belehrung, Instruktion oder Wissensvermittlung wäre lerntheoretisch ungeeignet und würde wahrscheinlich auf den Widerstand der Zielgruppe treffen. Statt dessen sollte der Moderator den Teilnehmern die Kompetenz zugestehen, selbständig Probleme lösen zu können und dies im Seminar nutzen. Die Ganzheitlichkeit des Ansatzes bezieht sich sowohl auf die Inhalte wie auf die Herangehensweise: Die behandelten Themen erfassen die verschiedenen Facetten der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes und reichen von der klassischen Sicherheitstechnik bis hin zu Themen wie Ernährung und Stress. Die Herangehensweise zielt auf die Veränderung von Einstellungen und Verhalten und erschöpft sich nicht in der reinen Vermittlung von Wissen.
Der Moderatorenordner ist in 15 Bausteine unterteilt und bildet für die Moderatoren die inhaltliche, organisatorische und didaktisch-methodische Grundlage.
Folgende Themen werden dargestellt:
| A | A. Belastung und Beanspruchung | |
| A 1 | Belastung und Beanspruchung | |
| A 2 | Sitzen, Heben, Tragen | |
| A 3 | Licht und Schatten | |
| A 4 | Hitze und Klima | |
| A 5 | Lärm | |
| A 6 | Ernährung | |
| A 7 | Ermüdung | |
| A 8 | Arbeitszeit und soziales Umfeld | |
| A 9 | Der ältere Fahrer | |
| A 10 | Arbeitsmedizinische und psychologische Betreuung | |
| B | B. Sicherheit rund um den Bus | |
| B 1 | Entstehung von Unfällen | |
| B 2 | Sicher arbeiten | |
| C | C. Beförderung besonderer Personengruppen | |
| C 1 | Schülerverkehr | |
| C 2 | Ältere und mobilitätsbehinderte Personen | |
| D | D. Stress am Arbeitsplatz | |
| D1 | Stress und Stressbewältigung | |
Im Mittelpunkt der Bausteine stehen nicht nur Erkenntnisse und Untersuchungen der Arbeitswissenschaft oder Arbeitsmedizin, sondern die alltägliche Praxis der Fahrer selbst. Informationen und Übungen sind daher - wenn immer möglich - auf die Praxis zu beziehen. Dabei sind die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen im jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen.
Weitere Informationen im Internet unter www.bgf.de über die Links: Prävention - Schulungen - Lehrgangstermine.
13 Präventionskonzept für die evangelische und katholische Kirche
Bernhard Müller
Bei einem Vergleich der unterschiedlichen Mitgliedsunternehmen der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft zeigte sich Mitte der 90er Jahre, dass der Bereich "Kirchen" überdurchschnittlich mit Unfällen - insbesondere schweren Unfällen - belastet war. Eine daraufhin durchgeführte Erhebung der Unfallursachen bzw. der Situation in den Kirchen ergab, dass bauliche Mängel, schlechte Ausrüstung und vor allem Unwissenheit häufig anzutreffen und auch Unfallursache waren.
Organisation der Kirchen
Eine Besonderheit stellt die Struktur der Kirche dar. Die Basis sind die Kirchengemeinden. Davon gibt es bei den großen Amtskirchen ca. 31.000. Sie haben die Rechtsform einer "Körperschaft des öffentlichen Rechts". Geleitet und vertreten wird die Kirchengemeinde von einem gewählten Kirchenvorstand (Presbyterium). Der Kirchenvorstand besteht in der Regel aus 6 bis 8 Gemeindegliedern und dem Pfarrer.
Die oberste Verwaltungsebene ist das Generalvikariat bei den Bistümern bzw. das Landeskirchenamt bei den ev. Landeskirchen. In Deutschland gibt es 24 Landeskirchen und 28 Bistümer recht unterschiedlicher Größe. Jede dieser Kirchen hat eine eigene Kirchengesetzgebung durch die u.a. die Aufgaben und Kompetenzen der Gemeinden geregelt werden. Auch bestehen meist Aufsichtsrechte und -pflichten sowie Weisungsmöglichkeiten der oberen Kirchenbehörde gegenüber den Gemeinden. In den Kirchen gibt es keinen Betriebs- oder Personalrat. Vergleichbar mit diesen Einrichtungen ist die Mitarbeitervertretung MAV, deren Rechte und Pflichten in einem jeweiligen Kirchengesetz festgelegt sind. Die Bistümer sind u.a. im Verband der Diözesen Deutschlands VDD und die Landeskirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD zusammengeschlossen. Wenn es um Arbeitssicherheit geht, haben die Berufsgenossenschaften zunächst ihre Versicherten im Blickfeld. Dazu gehören bei den Kirchen neben den Beschäftigten (außer Kirchenbeamten und z.T. Ordensangehörigen) Ehrenamtsträger und Personen, die unentgeltlich "wie Arbeitnehmer" tätig werden. Die Abgrenzung zwischen Versicherten und nicht Versicherten stößt dabei manchmal auf Schwierigkeiten. So zählen z.B. Kirchenchormitglieder oder Gemeindebriefausträger zu den Versicherten während Personen, die im Rahmen ihrer Zugehörigkeit zu einem kirchlichen Verein für die Kirchengemeinde tätig werden nicht gesetzlich unfallversichert sind.
Der Kirchenvorstand ist der "Unternehmer" des rechtlich selbständigen Unternehmens Kirchengemeinde und trägt somit die Verantwortung für die (Arbeits-) Sicherheit für die bezahlten und unbezahlten Mitarbeiter sowie für den sicheren Zustand der Einrichtungen, Anlagen und Geräte. Er ist sich jedoch dieser Aufgabe oft nicht bewusst und die Erhebungen haben gezeigt, dass kaum Wissen und Verständnis bzgl. Arbeitssicherheit vorhanden war. Eine organisierte Unterweisung der Pfarrer und der gewählten Laien in ihre Unternehmeraufgaben fand ausgesprochen selten statt.
Das Präventionskonzept
Diese Defizite zu beseitigen sahen wir als vordringliche Aufgabe.
In diese Zeit fiel die Änderung der Unfallverhütungsvorschrift "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6), die u.a. jede Kirchengemeinde verpflichtete, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit entsprechend der Zahl der Arbeitnehmer zu bestellen (bzw. zu verpflichten). Um die Umsetzung der BGV A6 möglichst effektiv unter Nutzung der kirchlichen Gegebenheiten zu gestalten und die Gemeinden nachhaltig zur Arbeitssicherheit zu bringen, wurde mit den Kirchen auf EKD- bzw. Bistumsebene ein Präventionskonzept entwickelt und vereinbart. Dabei wurde gedanklich davon ausgegangen, dass die EKD bzw. die einzelnen Bistümer die Betriebe sind und die Gemeinden lediglich Betriebsteile. Dies weicht natürlich von der formal rechtlichen Situation ab, hat sich jedoch als praktisch erwiesen.
In den Vereinbarungen wurde festgeschrieben:
Für beide Kirchen gemeinsam wurde vereinbart:
Die Umsetzung in den Bistümern und Landeskirchen ist noch sehr unterschiedlich. Die EFAS hat schon mehrere größere Aktionen mit guter Resonanz durchgeführt.
Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft hat spezielle "Kirchenseminare" in das Seminarprogramm aufgenommen und Broschüren zu kirchenrelevanten Themen erstellt. Aktionen der Kirchen werden unterstützt.
Ergebnisse
Abgesehen von einigen Organisations- und Akzeptanzschwierigkeiten, war das Konzept bisher sehr erfolgreich. Die Unfallzahlen konnten erheblich (40%) gesenkt und die Beiträge der Kirchen an die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft halbiert werden. Nach einer z. Zt. laufenden Evaluation soll das Präventionskonzept entsprechend den Ergebnissen fortgeschrieben werden.
14 Multiplikatorenweiterbildung "Gesundheitsförderung durch Schlüsselqualifikationen"
Sabine Gregersen
Seit Einführung der zweiten Stufe der Pflegeversicherung sind die Anforderungen an Einrichtungen der Altenpflege deutlich gestiegen. Durch zunehmenden Kostendruck und Personalnotstand haben sich die Arbeitsabläufe verdichtet, und die ohnehin hohen Belastungen für die Beschäftigten haben zugenommen. Darunter leidet nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern auch die Gesundheit der Beschäftigten: Kennzeichnend für Pflegeberufe sind häufig körperliche und psychische Beschwerden, hoher Krankenstand sowie zahlreiche Berufswechsel. Im hektischen Arbeitsalltag werden die Beeinträchtigungen in Kauf genommen. Es kommt vermehrt zu Ausfällen.
In dieser schwierigen Situation sind dringend präventive Strategien erforderlich, um den Beschäftigten in der Altenpflege zu helfen, den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.
Angesichts dieser Sachlage hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) das Zentralinstitut für seelische Gesundheit beauftragt, ein neues Qualifizierungsprogramm zu entwickeln und wissenschaftlich zu evaluieren. Es zielt darauf ab, Kompetenzen bei den Beschäftigten in der Altenpflege aufzubauen, die für die Bewältigung der beruflichen Anforderungen notwendig sind. Die MitarbeiterInnen sollen in die Lage versetzt werden, eigene Handlungsmöglichkeiten besser einzuschätzen und zu nutzen. Durch den aktiven Umgang mit den eigenen Ressourcen wird Krankheiten vorgebeugt und gleichzeitig die Qualität der Pflege nachhaltig verbessert.
An einer Pilotstudie beteiligten sich elf Mannheimer Altenheime unterschiedlicher Größe und Trägerschaft.
Das Programm wurde intern in den Einrichtungen durchgeführt, die Teilnahme war freiwillig.
Im Mittelpunkt des Programms standen die organisatorischen, sozialen und personalen Fähigkeiten der MitarbeiterInnen (siehe folgende Abbildung).
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Wie die anschließende Auswertung zeigte, wurde durch diese Qualifizierungsmaßnahmen die berufliche Handlungskompetenz (besonders die personale Kompetenz) deutlich verbessert. Eine Befragung der MitarbeiterInnen hat gezeigt, dass sich die Arbeitsbelastungen reduziert und sich eine signifikante Verbesserung im Klima mit den Heimbewohnern ergeben hat. Die Ergebnisse der Pilotstudie hat die BGW mit Vertretern aus Wohlfahrtsund Berufsverbänden, Bildungsträgern und Heimleitungen diskutiert. Dabei wurde die praktische Relevanz für die Gesundheit der MitarbeiterInnen als sehr hoch bewertet.
Es wurde deutlich, dass der Einsatz von Multiplikatoren nötig ist, um möglichst viele Einrichtungen und somit die Pflegekräfte zu erreichen. Solche Multiplikatoren kommen z.B. aus den Verbänden und Bildungsträgern im Bereich der Wohlfahrtspflege. Ziel der BGW ist es, Altenpflegeeinrichtungen mit der Qualifizierungsmaßnahme "Gesundheitsförderung durch Schlüsselqualifikation" über die Weiterbildung von Multiplikatoren möglichst flächendeckend zu versorgen.
Durch die Weiterbildung werden die Multiplikatoren dazu befähigt,
Die Weiterbildung erfolgt in Gruppen mit zehn bis zwölf Teilnehmern. Interessierte an der Weiterbildung sollten über einschlägige pädagogische Erfahrungen und Feldkompetenz in der Altenpflege verfügen. Die Multiplikatoren werden in insgesamt fünf Weiterbildungsblöcken berufsbegleitend auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die einzelnen Blöcke variieren zwischen 2 und 4 ½ Tagen Dauer und erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 10 Monaten. Bestandteil der Weiterbildung ist die zeitlich parallele Durchführung der Qualifizierungsmaßnahme in mindestens einer Einrichtung orientiert am Bedarf der Einrichtung und MitarbeiterInnen. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat als Trainer für Gesundheitsförderung durch Schlüsselqualifikationen bescheinigt. Die Kosten für die Weiterbildung, Unterkunft und Verpflegung am Tagungsort trägt die BGW, anfallende Personal- und Fahrtkosten müssen vom jeweiligen Arbeitgeber z.B. Wohlfahrtsverband, Bildungseinrichtung übernommen werden. Die erforderliche Freistellung vom Dienst ist mit dem Arbeitgeber abzustimmen. Erste Erfahrungen mit der Multiplikatorenweiterbildung sprechen für den Erfolg dieses Ansatzes.
Das Spektrum der KMU-Aktionen im Überblick - Kurzbeschreibungen gegliedert nach Branchenbereichen
Steine und Erden
| 15 | Zielbranche, Zielgruppe:
Betriebe der Steine und Erden-Industrie |
| Art der Aktion:
Spezielle Medien | |
| Thema:
Internetpräsenz www.stbg.de | |
| Mitgliedsbetriebe der Steinbruchs-BG erhalten rund um die Uhr aktuelle Informationen rund um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
Für KMU besteht insbesondere der Vorteil, dass Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung, Formulare wie Unfallanzeigen und vieles andere mehr sofort heruntergeladen werden können. Erfahrungsgemäß ist der Bedarf hier groß, da es keine Stabsabteilung für Arbeitssicherheit gibt, die solche Ressourcen im Bestand hält. Sämtliche durch die StBG erlassenen Unfallverhütungsvorschriften stehen als PDF-Dateien zur Verfügung, Informationen zu Gefährdungen in den Betrieben der Steine- und Erdenindustrie wie Lärm und silikogener Staub sowie Informationen zum Seminarangebot runden das Angebot ab. Das Mitteilungsblatt steht im Volltext mit einem "Mehrwert" (weiterführende Links) zur Verfügung, der Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit der StBGwird beschrieben; eine Anmeldung ist online möglich. | |
| Steinbruchs-BG | |
| Weitere Informationen:
Ansgar Heiland, www.stbg.de | |
| 16 | Zielbranche, Zielgruppe:
Baustoff-Industrie (Steine und Erden) |
| Art der Aktion:
Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
"BAUZ" - Eine Kampagne gegen Stolper- und Sturzunfälle | |
| Ca. 90 % der Mitgliedsunternehmen bei der Steinbruchs-BG haben weniger als 50 Mitarbeiter.
In diesen Unternehmen ist jeder zweite schwere Arbeitsunfall ein Stolper- und Sturzunfall.
Da diese Unfälle in der überwiegenden Mehrzahl aus dem persönlichen Verhalten der Mitarbeiter resultieren, wurde die Kampagne "BAUZ" entwickelt und realisiert. Im Zentrum dieser Kampagne steht eine Versichertenzeitung, die sich hinsichtlich ihrer Aufmachung an einer bekannten Boulevard-Zeitung orientiert. Diese soll die Mitarbeiter direkt ansprechen und für die Thematik sensibilisieren. Zusätzlich wurde ein Moderationspaket für Sicherheitsfachkräfte und Unternehmer entwickelt, welches Medien für zielgerichtete Sicherheitsgespräche und Unterweisungen enthält. Auch wurden drei Präventionsplakate und eine Aufkleberserie konzipiert. Darüber hinaus wurden alle die "BAUZ"-Kampagne betreffenden Medien sowie weitere Informationen in das Internet gestellt. | |
| Steinbruchs-BG | |
| Weitere Informationen:
Wolfgang Pichl, www.bauz.net | |
| 17 | Zielbranche, Zielgruppe:
Baustoff-Industrie (Steine und Erden) |
| Art der Aktion:
Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit der Steinbruchs-BG | |
| Zielgerichtete, branchenspezifische Präventionsmaßnahmen haben zu sinkenden Unfallzahlen und zu Kosteneinsparung für die Unternehmen geführt. Neue Präventionsansätze zielen verstärkt auf eine Änderung des Verhaltens und auf Eigenverantwortung von Unternehmen und Beschäftigten.
Insbesondere in größeren Unternehmen wird hierzu das Instrument des betrieblichen Vorschlagswesens erfolgreich praktiziert.
Da hierfür in KMU häufig die innerbetrieblichen Strukturen fehlen, hat die Steinbruchs-BG 1997 zum ersten Mal den Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit ausgelobt. Die Ziele sind:
Die Preisträger werden mit mehr als 50.000 EUR Preisgeldern ausgezeichnet. Neue Ideen werden in einem Jahrbuch Arbeit - Sicherheit - Gesundheit veröffentlicht. Darüber hinaus findet ein Innovations-Workshop statt. | |
| Steinbruchs-BG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission (1997 - 2000) | |
| Weitere Informationen:
Wolfgang Pichl, www.stbg.de | |
| 18 | Zielbranche, Zielgruppe:
Betriebe der keramischen und Glas-Industrie |
| Art der Aktion:
Informationssystem | |
| Thema:
Sammlungen von branchenspezifischen Muster-Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe | |
Zur speziellen Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben wurden von der Beratungsstelle Gefahrstoffe Sammlungen mit arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogenen Muster-Betriebsanweisungen für verschiedene Gewerbszweige der Glas- und Keramikbranche erarbeitet:
Die enthaltenen Anweisungen repräsentieren typische Anwendungen in der keramischen und Glas-Industrie. Für Gefahrstoffe, die nicht oder in ähnlicher Weise in den Sammlungen enthalten sind, fertigt die Beratungsstelle für die Mitgliedsbetriebe spezielle Musterentwürfe an. | |
| BG der keramischen und Glas-Industrie | |
| Weitere Informationen:
Kersta Müller-Suckow | |
| 19 | Zielbranche, Zielgruppe:
Kalksandsteinwerke |
| Art der Aktion:
Beratung / Überwachung und Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Schwerpunktaktion der Präventionsarbeit in Kalksandstein- und Leichtkalksandsteinbetrieben | |
Es werden in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Kalksandsteinindustrie sowie zwei bundesweit tätigen Firmen auf Grund des überdurchschnittlichen Unfallgeschehens folgende Präventionsmaßnahmen durchgeführt:
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| BG der keramischen und Glas-Industrie in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Kalksandsteinindustrie | |
| Weitere Informationen:
Wilhelm Dieck | |
| 20 | Zielbranche, Zielgruppe:
Ziegelwerke |
| Art der Aktion:
Beratung / Überwachung und Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Schwerpunktaktion der Präventionsarbeit in Ziegelwerken | |
In der Branche der Ziegelindustrie war ein überdurchschnittliches Unfallgeschehen zu verzeichnen.
Nach festgelegten Kriterien erfolgte eine umfangreiche Analyse.
In der Auswertung wurden ca. 50 % der meldepflichtigen Arbeitsunfälle aus dem Jahr 2000 einbezogen.
Die ermittelten Unfallschwerpunkte, insbesondere
sollen in der Branche gezielt ausgewertet werden, um Präventionsmaßnahmen wirkungsvoller umzusetzen. Die Auswertung erfolgt unter Einbeziehung der Fachverbände. Es werden den Unternehmen Schulungsveranstaltungen angeboten, ferner Hilfestellung bei der Erstellung und Umsetzung qualitativ hochwertiger Gefährdungsbeurteilungen. Ergebnisse werden im Mitteilungsblatt "Keramik und Glas" dargestellt sowie Sonderdrucke erstellt. | |
| BG der keramischen und Glas-Industrie | |
| Weitere Informationen:
Udo Brix | |
| 21 | Zielbranche, Zielgruppe:
Betriebe der keramischen und Glas-Industrie |
| Art der Aktion:
Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Ausbildung von Kranführern in Klein- und Mittelbetrieben | |
| Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Qualifikation von Kranführern in KMU verbesserungswürdig ist. Deshalb bietet die BG der keramischen und Glas-Industrie speziell für kleine und mittlere Mitgliedsbetriebe Ausbildungslehrgänge an.
Die Kranführer-Ausbildung erstreckt sich über zwei Lehrtage, in denen sowohl theoretische als auch praktische Inhalte vermittelt werden. Die theoretische Ausbildung umfasst folgende Themen: Krantechnik, Kranbetrieb, Lastaufnahmeeinrichtungen und Anschlagen von Lasten, Kranprüfung. In der praktischen Ausbildung werden verschiedene Bedienungsfähigkeiten eingeübt. Dies sind unter anderem das Abfangen einer pendelnden Last, das Durchfahren eines vorgegebenen Parcours in unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten sowie das sichere Anheben und Absetzen einer Last. Im Anschluss an die Ausbildung erfolgt eine theoretische und praktische Prüfung. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten die Kursteilnehmer den in der Unfallverhütungsvorschrift "Krane" geforderten Befähigungsnachweis für das Bedienen von Brücken- und Portalkranen. | |
| BG der keramischen und Glas-Industrie | |
| Weitere Informationen:
Felix Odoj | |
| 22 | Zielbranche, Zielgruppe:
Betriebe der keramischen und Glas-Industrie |
| Art der Aktion:
Beratung / Überwachung und Spezielle Medien | |
| Thema:
Beratungsstelle für Gefahrstoffe | |
Die meisten Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie gehören zur Gruppe der Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Wie ein von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund durchgeführtes Forschungsprojekt von 1994 (E. Voullaire) treffend beschreibt, gibt es in KMU Defizite bei der praktischen Umsetzung der Gefahrstoffverordnung.
Die Beratungsstelle Gefahrstoffe nutzt ihre Branchenerfahrung zur Unterstützung der Mitgliedbetriebe insbesondere zu folgenden Themen:
Ziel ist es, durch Beratung vor Ort, auf Schulungen sowie telefonische Kontakte den Betrieben die komplexen Forderungen der Gefahrstoffverordnung zu vermitteln und die eigenständige Umsetzung zu ermöglichen. | |
| BG der keramischen und Glas-Industrie | |
| Weitere Informationen:
Dr. Ludwig Senf | |
| 23 | Zielbranche, Zielgruppe:
Unternehmer in der keramischen und Glas-Industrie |
| Art der Aktion:
Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Unternehmermodell nach der Unfallverhütungsvorschrift "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" | |
| Seit dem 01. April 1996 sind bei der Berufsgenossenschaft der keramischen und Glas-Industrie mit Übergangsfristen auch Klein- und Mittelbetriebe ab einem Arbeitnehmer sicherheitstechnisch betreuungspflichtig.
Alternativ zur Bestellung oder Verpflichtung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit kann der Unternehmer dieser Forderung auch durch Teilnahme an dem Unternehmermodell nachkommen.
Wählen kann das Unternehmermodell ein Unternehmer, der regelmäßig nicht mehr als 30 (Gefährdungsgruppe 1) oder 50 (Gefährdungsgruppe 2) Arbeitnehmer beschäftigt. Die Zuordnung zu den Gefährdungsgruppen erfolgt in Abhängigkeit des Gefährdungspotentials durch die Unfallverhütungsvorschrift "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6). Bestandteile des Unternehmermodells sind die Teilnahme an einer Informations- und Motivationsmaßnahme sowie die bedarfsbezogene Beratung auf der Basis einer Gefährdungsbeurteilung. Die Informations- und Motivationsmaßnahme erfolgt durch Teilnahme des Unternehmers an einer 1-tägigen Informationsveranstaltung sowie einem nachfolgenden Fernlehrgang mit Lernerfolgskontrolle. Bedarfsfälle für eine Beratung können beispielsweise die Errichtung und Änderung von Maschinen und Anlagen oder die Einführung neuer Arbeitsverfahren sein. Die BG bietet den Klein- und Mittelbetrieben das Unternehmermodell an und führt die Informations- und Motivationsphase durch. | |
| BG der keramischen und Glasindustrie in Zusammenarbeit mit Innungen (teilweise) | |
| Weitere Informationen:
Karlheinz Jung | |
| 24 | Zielbranche, Zielgruppe:
Glasbranche (Be- und Verarbeiten von Flachglas und Herstellen von Isolierglas) |
| Art der Aktion:
Aus-, Fortbildungs-, Motivationsmaßnahmen | |
| Thema:
Verhaltensprävention | |
| Analyse des Arbeitsunfallgeschehens mit nachfolgendem verhaltensorientierten Training zur Senkung der Unfälle in Klein- und Mittelbetrieben der Flachglasindustrie.
Bei einer Analyse des Unfallgeschehens bei der Isolierglas herstellenden und Flachglas verarbeitenden Industrie wurde ein erheblicher, auf Verhaltensfehlern basieren der Anteil der Unfälle festgestellt. Verhaltenstrainings zur Reduktion solcher Unfälle wurden in Klein- und Mittelbetrieben der genannten Gewerbezweige bisher noch nicht erprobt. In Zusammenarbeit der BG der keramischen und Glas-Industrie mit dem BIA, dem BGAG und dem betriebspädagogischen Institut Bruno Schmäling wird eine Studie durchgeführt, welche die Wirksamkeit von Verhaltenstrainings in Klein- und Mittelbetreiben prüfen wird. Die Studie wird ca. eineinhalb Jahre dauern. Ziel ist die Reduzierung der Unfallzahlen. | |
| BG der keramischen und Glas-Industrie in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und dem Institut für Betriebspädagogik Bruno Schmäling, Hohenthann | |
| Weitere Informationen:
Heiner Böcker | |
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