Frame öffnen

BGI/GUV-I 5067 / DGUV Information 203-041 - Anbohren von Fernwärmeleitungen
Berufsgenossenschaftliche Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGI/GUV-I)

- Dr. Werner Steinbrink - BGFW (Obmann), Heinz Hermann Berndgen - BGETF, Dr. Heiko von Brunn - AGFW, Wolfgang Fellmann - Vattenfall Berlin -

(Ausgabe 04/2009)


Redaktioneller Hinweis: Berufsgenossenschaften sind gemäß § 210 SGB VII Behörden; ihre amtlichen Veröffentlichungen nach § 15 SGB VII unterliegen gemäß § 5 Abs. 2 UrhG keinem Urheberrechtsschutz.


Vorbemerkung

Diese Information wurde vom Fachausschuss "Gas und Wasser", Sachgebiet "Fernwärmeversorgung", Arbeitskreis "Fernwärmeverteilungsanlagen" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erarbeitet.

Sie enthält konkretisierende Hinweise zum Anbohren von Fernwärmeleitungen, die dem Arbeitsblatt FW 432 "Betriebliche Mindestanforderungen an die Erstellung eines Rohrabzweiges an in Betrieb befindlichen Fernwärmeleitungen nach dem Anbohrverfahren" des AGFW, Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. entsprechen.

Diese Information soll dazu dienen, einer breiten Öffentlichkeit im Fernwärmebereich, insbesondere den Fernwärmeversorgungsunternehmen (Unternehmervertretern und Versicherten), eine qualitätsgesicherte Handlungsanleitung, die eine Mindestanforderung darstellt, zur Verfügung zu stellen, um ohne Gefährdungen einen ausreichenden Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Bemerkungen zum Arbeitsblatt FW 432 "Betriebliche Mindestanforderungen an die Erstellung eines Rohrabzweiges an in Betrieb befindlichen Fernwärmeleitungen nach dem Anbohrverfahren" des AGFW

Aus betrieblichen Gründen ist es häufig zweckmäßig, einen nicht vorausgeplanten Neuanschluss nach dem Anbohrverfahren mit vorherigem Aufschweißen des Abgangsstutzens an in Betrieb befindlichen Rohrleitungen der Fernwärmeverteilungsanlage herzustellen. Dieses Arbeitsblatt gibt Hinweise, wie solche Arbeiten ohne Gefährdung der Versicherten und mit ausreichender Betriebssicherheit in Fernwärmeverteilungsanlagen ausgeführt werden können.

Das Arbeitsblatt FW 432 "Betriebliche Mindestanforderungen an die Erstellung eines Rohrabzweiges an in Betrieb befindlichen Fernwärmeleitungen nach dem Anbohrverfahren" wurde in Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss Gas und Wasser, Sachgebiet Fernwärmeversorgung, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem staatlichen Amt für Arbeitsschutz Wuppertal und dem AGFW, Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. aufgestellt.

1 Anwendungsbereich

Diese Information ist anzuwenden auf Fernwärmeverteilungsanlagen bzw. Rohrleitungsanlagen mit allen erforderlichen Einrichtungen, die der Versorgung von Verbraucheranlagen mit Wärme dienen.

Siehe auch Abschnitt 2 Nr. 5 der Regel "Fernwärmeverteilungsanlagen" (BGR 119).

2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Information werden folgende Begriffe bestimmt:

  1. Anbohrverfahren sind technische Verfahren zur Herstellung von Anlagenerweiterungen. Das Anbohrverfahren besteht aus dem Anbringen der Absperreinrichtung (Armatur) mit oder ohne Stutzen oder der Anbohrsperre mittels Anschweißen auf dem Mediumrohr, der Montage des Anbohrgerätes sowie der kompletten Druckprüfung und dem Anbohrvorgang selbst.
    Anbohrverfahren werden an in Betrieb befindlichen Rohrleitungen in Fernwärmeverteilungsanlagen angewendet.
    Es lassen sich die Anbohrverfahren in zwei Anbohrmethoden unterteilen, Type A und Type B.

    Im Anhang 1 sind die entsprechenden Methoden und Funktionsweisen beispielhaft in Bildern dargestellt:

    Bild 1: Darstellung verschiedener Anbohrmethoden (Type A, Type B)

    Bild 2: Prinzipielle Funktionsweise bei der Anbohrmethode Type A

    Bild 3: Prinzipielle Funktionsweise bei der Anbohrmethode Type B

  2. Anbohrgeräte sind technische Einrichtungen, die durch spanabhebende Verfahren, wie Bohren oder Fräsen, definierte Öffnungen in unter Druck stehenden, heißes Medium führende Rohrleitungen herstellen.

3 Allgemeine Anforderungen

Das Anbohrverfahren muss von anerkannten Sachverständigen zugelassen sein.

Zu anerkannten Sachverständigen siehe Abschnitt 5.6.6 der Regel "Fernwärmeverteilungsanlagen" (BGR 119).

Der Stutzen, die Absperreinrichtung und das Anbohrgerät müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechend beschaffen und bauartgeprüft sein.

Sollen bei einem zugelassenen Anbohrverfahren andere bzw. veränderte Stutzen oder Absperreinrichtungen zum Einsatz kommen, so muss der anerkannte Sachverständige nur noch diese Veränderungen in einem Zusatzvermerk zum bestehenden Gutachten anerkennen.

Das eingesetzte Anbohrgerät muss bestimmungsgemäß und unter Beachtung der zugehörigen Betriebsanweisung verwendet werden.

Die Nachweise sind schriftlich zu dokumentieren.

4 Betrieb

4.1 Personaleinsatz

4.1.1 Ausführende der Anbohrung

Mit der Durchführung der Arbeiten dürfen nur Personen beauftragt werden, die nachweislich über die einschlägige Sachkunde und Fertigkeiten bei Arbeiten mit dem Anbohrgerät des jeweiligen Anbohrverfahrens verfügen.

4.1.2 Aufsicht

Beim Einsatz von Fremdfirmen für die Ausführung von Anbohrarbeiten hat der Auftraggeber eine Aufsichtsperson und, falls erforderlich, einen Koordinator im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1, § 6) zu stellen.

Als Aufsichtsperson ist nur geeignet, wer sich speziell mit den anerkannten Regeln der Technik auskennt sowie mit den zuständigen Arbeitsschutz-, Gesundheitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften vertraut ist.

Die Verantwortungsbereiche sind vor Arbeitsbeginn eindeutig in schriftlicher Form zuzuordnen (siehe Anhang 3, 4 und 5).

4.2 Betriebsanweisung

Der Anwender hat für den Anbohrvorgang eine Betriebsanweisung in schriftlicher Form zu erstellen. Grundlage für die Betriebsanweisung ist die Betriebsanleitung des Herstellers des Anbohrgerätes. Die Betriebsanweisung muss dem eingesetzten Personal in verständlicher Form und Sprache zur Verfügung stehen.

In der Betriebsanweisung ist der sichere Arbeitsablauf sowie die Organisation der Arbeiten zu beschreiben (siehe Anhang 3 und 4).

4.3 Unterweisung der Ausführenden

Vor Aufnahme der Arbeiten sind die ausführenden Personen über den Umgang mit dem Anbohrgerät, über die Ausführung des Anbohrverfahrens und über auftretende Gefahren sowie über Schutzmaßnahmen und das Verhalten im Gefahrenfall zu unterweisen.

Die durchgeführte Unterweisung ist zu dokumentieren.

4.4 Schweißen

Das Anschweißen des Stutzens bzw. der Absperreinrichtung an das Grundrohr muss von ausgebildeten, praxiserfahrenen und unterwiesenen Schweißern (Befähigungsnachweis gemäß DIN EN ISO 9606-1 "Prüfung von Schweißern; Schmelzschweißen; Teil 1: Stähle") ausgeführt werden. Der Nachweis einer Anwendungsprüfung des vorgesehenen Schweißverfahrens hat zu erfolgen.

4.5 Arbeitsprotokoll

Über die Vorbereitung und Ausführung der Arbeiten ist ein Protokoll zu führen (siehe Anhang 5). Aus diesem gehen neben dem Ort der Anbohrung, konstruktive Beschreibungen des Rohrabzweigs sowie Angaben zu dem verwendeten Anbohrgerät und dem Schweißverfahren hervor.

Die ordnungsgemäße Ausführung der vorbereitenden Maßnahmen sowie der Schweiß- und Anbohrarbeiten ist zu protokollieren und vom Arbeitsverantwortlichen (siehe Abschnitt 2 Nr. 2 der Regel "Fernwärmeverteilungsanlagen" [BGR 119]) abzuzeichnen.

Die Ausführenden der Schweißung sowie der Anbohrung sind namentlich zu benennen.

4.6 Durchführung der Arbeiten

4.6.1 Eingesetzte Anbohrgeräte

Das Betreiben der Anbohrgeräte muss ein gefahrbringendes Freisetzen von Heizmedium ausschließen.

Hierzu gehört auch beispielhaft der Einsatz eines temperaturbeständigen Spülschlauches, zum Beispiel ein Metallschlauch.

4.6.2 Dichtheitsprüfung

Die für das jeweilige Anbohrverfahren notwendigen Stutzen bzw. Absperreinrichtungen müssen nach dem Anschweißen und der erfolgten Montage des Anbohrgerätes einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden, die zu dokumentieren ist.

4.6.3 Persönliche Schutzausrüstungen

4.6.3.1 Schweißen

Beim Schweißen ist die persönliche Schutzausrüstung eines E-Schweißers nach Kapitel 2.26 der Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR/GUV-R 500) zu benutzen.

Hinsichtlich der Zurverfügungstellung und Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen siehe §§ 29 und 30 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1); siehe auch Regel "Benutzung von Schutzkleidung" (BGR/GUV-R 189).

4.6.3.2 Anbohren

Hinsichtlich des Einsatzes und Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen sind - soweit nicht aus dem verwendeten Anbohrverfahren selbst weitere besondere Schutzausrüstungen erforderlich werden - die in Anhang 6 dieser Information aufgeführten Vorschriften und Regeln zu beachten.

Im Anhang 2 sind zum Anbohren von Fernwärmeleitungen weitere Bilder aus der Praxis (Bilder 4 bis 15) dargestellt.

.

Bilder  Anhang 1 


Bild 1: Darstellung verschiedener Anbohrmethoden (Type A, Type B)

Druck- und Lokalversion

Bild 2: Prinzipielle Funktionsweise bei der Anbohrmethode Type A

Druck- und Lokalversion

Bild 3: Prinzipielle Funktionsweise bei der Anbohrmethode Type B

Druck- und Lokalversion

.

Bilder aus der Praxis  Anhang 2 


Bild 4 Aufschweißen eines Anbohrkugelhahns DN 100 auf eine abisolierte Fernwärmehauptleitung DN 150; Betriebsparameter: Vorlauf ca. 90 °C, 5 bar.

Druck- und Lokalversion

Bild 5 - Anbohrung einer abisolierten Fernwärmehauptleitung DN 150 mit dem Danfoss Anbohrsystem Typ Jip; das Anbohrsystem besteht im wesentlichen aus dem Anbohrkugelhahn DN 100, dem Anbohrgerät mit Spülanschluss, dem Bohrständer mit der Vorschubeinstellung von Hand, dem Winkelgetriebe und der elektrischen Bohrmaschine; Betriebsparameter: Vorlauf ca. 90 °C, 5 bar.

Druck- und Lokalversion

Bild 6 Direkt auf die abisolierte Fernwärmehauptleitung aufgeschweißter Anbohrkugelhahn (Größen DN 20 bis DN 100) mit aufgeschraubtem Anbohrgerät von Hütz+Baumgarten; der Spülhahnanschluss links am Adapter dient dazu, den zu erwartenden Leitungsdruck auf das Anbohrsystem zu geben, um somit die Dichtigkeit der Schweißnaht und des Anbohrsystems zu überprüfen.

Druck- und Lokalversion

Bild 7 Anbohrung einer teilweise abisolierten Fernwärmehauptleitung mit dem Anbohrsystem von der Firma Kähler; das Anbohrsystem besteht hauptsächlich aus dem aufgeschweißten, voll durchgängigen Naval-Anbohrkugelhahn DN 150, dem Anbohrgerät mit montierter Lochsäge und Zentrierbohrer mit Spreizfeder sowie dem Spühlanschluss, der Anbohrspindel, der Vorschubeinrichtung (bedient durch Drehen mit der Hand), dem Winkelgetriebe (Vorgelege) und der elektrischen Bohrmaschine.

Bild 8 Geschlossener Anbohrkugelhahn DN 150, voll durchgängig, aufgeschweißt an einem Anschweißstutzen mit verschweißtem Kragen bzw. Sattel; Anbohrgestänge mit Lochsäge und Zentrierbohrer mit Spreizfeder zur Aufnahme der ausgesägten bzw. ausgefrästen Lochscheibe der Fernwärmehauptleitung.

Bild 9 Anbohrarmatur der Firma Manibs als sogenanntes Aufschweiß-T-Stück mit Standrohr DN 50 in ausgeklinkter Ausführung und speziellem Kopfstück zur Befestigung des Schleusenanbohrgerätes sowie ein Innengewinde zur Aufnahme des Verschlussstopfens aufgeschweißt an die abisolierte Fernwärmehauptleitung; die Abzweigleitung ist bereits an das T-Stück angeschlossen bzw. angeschweißt.

Bild 10 Anbohrung einer abisolierten Fernwärmehauptleitung mit dem Schleusenanbohrgerät von Manibs; das Schleusenanbohrgerät ist durch Klemmschrauben an das Kopfstück des Aufschweiß-T-Stückes befestigt; das Schleusenanbohrgerät besteht in erster Linie aus der Schleuse (integrierter Kugelhahn), der Anbohrvorrichtung mit Vorschubkörper, der Bohrstange bestückt mit der Lochsäge, einem Magnet und dem Zentrierbohrer, der Stopfensetzstange, den Spülanschlüssen und einem Antriebsaggregat; der Antrieb kann zum Beispiel manuell über eine Handknarre oder maschinell durch einen Druckluft- oder Elektro-Winkelschrauber erfolgen.

Bild 11 Anbohrstange, Lochsäge mit integriertem Magnet und Zentrierbohrer des Schleusenanbohrgerätes von Manibs; ausgesägte bzw. ausgefräste Lochscheibe der Fernwärmehauptleitung nach der Anbohrung.

Bild 12 Vierkantige Anbohrsperre DN 200 von der Firma Tonisco mit verschweißtem Kragen auf eine abisolierte Fernwärmehauptleitung DN 300 geschweißt; die Tonisco Sperren bestehen aus zwei Hälften, die nach dem Installieren zweier O-Ring-Dichtungen so zusammengeschweißt werden, dass eine Seite entsprechend freigelassen wird, damit durch den entstandenen Schlitz die Sperrscheibe abdichtend gesetzt und gezogen werden kann; Betriebsparameter: Vorlauf max. 130 °C, 20 bar.

Bild 13 Anbohrung einer abisolierten Fernwärmehauptleitung DN 300 mit dem Toniscosystem (Anbohrsperre DN 200, Tonisco B40-Anbohrgerät für Anbohrbereiche DN 125 bis DN 400); der Vorschub des Anbohrgerätes erfolgt durch Drehen eines Handrades über ein Spindelsystem mit Feingewinde; die gezeigte Anbohrung wurde bei Betriebsparametern im Vorlauf von ca. 110 °C und 13 bar durchgeführt.

Bild 14 Aufgebautes Anbohrsystem der Firma Tonisco (Anbohrsperre DN 200, Tonisco B40-Anbohrgerät) vor der Anbohrung einer abisolierten Fernwärmehauptleitung DN 300; das Anbohrgerät ist nach der Druckprobe an die Sperre zu montieren und besteht im wesentlichen aus dem Befestigungsstück, der Bohrspindel, dem Zentrierbohrer mit Spreizfeder zur Aufnahme der Lochscheibe, der Lochsäge mit Magneten zur Spanbindung, dem Gestell mit Druckausgleichsanschluss zur Dichtheitskontrolle und der Einstellmöglichkeit zur richtigen Anbohrhöhe sowie der Vorschubvorrichtung von Hand; der Antrieb des Anbohrgerätes kann über ein Schneckengetriebe elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch erfolgen.

Bild 15 An eine abisolierte Fernwärmehauptleitung DN 300 mit verschweißtem Kragen aufgeschweißte, viereckige Anbohrsperre als Adapter für eine angeschweißte Armatur (Kugelhahn) von der Firma Tonisco; die Anbohrung erfolgte mit dem Tonisco B40-Anbohrgerät über die viereckige Anbohrsperre DN 200; nach der Demontage des Anbohrgerätes wurde der geschlossene Kugelhahn angeschweißt; anschließend ist die Sperrscheibe vorsichtig zu ziehen und der Sperrschlitz der Anbohrsperre dicht zu verschweißen.

.

Muster von Betriebsanweisungen  Anhang 3 


Musterfirma

Musterabteilung

Fernwärme

Anwendungsbereich 
Arbeiten mit Anbohrgerät Typ ... ... ... ...
Gefahren für Mensch und Umwelt 
Bei fehlerhafter Bedienung oder schadhaftem Gerät droht die Gefährdung der Beschäftigten durch austretendes Heizwasser oder Dampf.
Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln 
  • Die Betriebsanleitung des Anbohrgeräte-Herstellers ist zu beachten.
  • Die verantwortliche Person ist zu benennen.
  • Die Arbeiten sind grundsätzlich mit mindestens zwei Personen auszuführen.
  • Die verantwortliche Person hat ein Arbeitsprotokoll zu führen.
  • Austretendes Medium ist gefahrlos abzuführen.
  • Der Anbohrstutzen mit der Armatur, die Absperreinrichtung bzw. die Anbohrsperre ist vor dem Anbohren auf Dichtheit zu prüfen.
  • Die Absperreinrichtung ist gegen unbeabsichtigtes Öffnen zu sichern.
  • Vor dem Abbau des Anbohrgerätes ist die Arbeit von der verantwortlichen Person freizugeben.
  • Ein Absperrplan des Anlagenteils sollte an der Baustelle vorhanden sein.
  • Persönliche Schutzausrüstung ist zu tragen. Hierzu zählen: ... ... ... ... ...
Verhalten im Gefahrfall 
  • Bei Mediumaustritt ist der Schweiß- bzw. Anbohrvorgang abzubrechen.
  • Leitung gegebenenfalls drucklos machen.
  • Vorgesetzte benachrichtigen.
Erste Hilfe 
  • Notruf-Nr.: ... ... ... ... ... ... ...
  • Bei Verbrühungen/Verbrennungen möglichst lange mit kaltem Wasser spülen, bis zur ärztlichen Versorgung, eventuell Kühlkissen benutzen


Muster einer Betriebsanweisung mit farblicher Kennzeichnung nach BGI 578 "Sicherheit durch Betriebsanweisungen"

.

Muster einer Betriebsanweisung aus der Praxis  Anhang 4 


.

Muster eines Arbeitsprotokolls über die Herstellung eines Rohrabzweiges nach dem Anbohrverfahren  Anhang 5 


Seite 1:

Kunde: (Name/Anschrift) Koordinator:  
  Aufsichtführender vor Ort: 1. Auftraggeber
   
  2. Auftragnehmer
   
  Einsatznummer:  
Ort der Anbohrung:
DN der Vorlaufleitung:
Wanddicke: Werkstoff:
nachgewiesen durch: [ ] US-Messung [ ] Bauunterlagen
Vorlauf Anbohrstutzen DN: ... ... ... ... Wandstärke: ... ... ... ... Werkstoff: ... ... ... ...
Rücklauf Anbohrstutzen DN: ... ... ... ... Wandstärke: ... ... ... ... Werkstoff: ... ... ... ...
Die örtlichen Verhältnisse lassen die Schweißung und einwandfreie Montage sowie die Bedienung des Anbohrgerätes zu:
[ ] ja [ ] nein  
Einsatz des Anbohrgerätes Typ:
Schweißung der Anbohrstutzen/Absperreinrichtung auf die Mediumrohre:
Schweißer:
Schweißverfahren:
verwendete Elektroden/Schweißdraht:
Schweißaufsicht:


Seite 2:

Schweißung durchgeführt am:  
Dokumentiert mit Protokoll Nr.:  
Verantwortlich für die bestimmungsgemäße Verwendung des Anbohrgerätes: 
 
Dichtheitsprüfung von Stutzen/Absperreinrichtung inkl. Anbohrgerät:
 
 
durchgeführt am: ... ... ... ... ... von: ... ... ... ... ...
Medium: ... ... ... ... ... Prüfdruck: ... ... ... ... ...
Anforderungen erfüllt:
 
 
Ausführung der Anbohrung am:
Anbohrung ohne Beanstandung ausgeführt:
Freigabe der Arbeitsstelle für weitere Arbeiten durch:
Bemerkungen:
 
 
 
Aufsichtführende vor Ort:
  Name Datum Unterschrift
1. Auftraggeber      
2. Auftragnehmer      
3. Koordinator      


.

Vorschriften, Regeln, Informationen  Anhang 6 


Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften und Regeln zusammen gestellt:

1. Gesetze, Verordnungen

2.Vorschriften, Regeln und Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie Grundsätze

Unfallverhütungsvorschriften:

Regeln:

Informationen:

Grundsätze:

3. Normen
Beuth Verlag GmbH Burggrafenstraße 6 10787 Berlin www.beuth.de
bzw.
VDE-Verlag GmbH Bismarckstraße 33 10625 Berlin www.vde.com

DIN 4747-1 Fernwärmeanlagen; Teil 1: Sicherheitstechnische Ausrüstung von Unterstationen, Hausstationen und Hausanlagen zum Anschluss an Heizwasser; Fernwärmenetze,
DIN EN 13 306 Begriffe der Instandhaltung,
DIN 31051 Grundlagen der Instandhaltung,
DIN 32541 Betreiben von Maschinen und vergleichbaren technischen Arbeitsmitteln; Begriffe für Tätigkeiten,
DIN EN 27 243 Warmes Umgebungsklima; Ermittlung der Wärmebelastung des arbeitenden Menschen mit dem WBGT-Index (wet bulb globe temperature),
DIN EN 50 110-1/ VDE 0105 Teil 1 Betrieb von elektrischen Anlagen,
DIN VDE 0100 Teil 410 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V; Teil 4: Schutzmaßnahmen; Kapitel 41: Schutz gegen elektrischen Schlag (IEC 60 364-4-41:1992, modifiziert),
DIN VDE 0100 Teil 510 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1 000 V; Teil 5: Auswahl und Einrichtung elektrischer Betriebsmittel; Kapitel 51: Allgemeine Bestimmungen,
DIN VDE 0100 Teil 520 Errichten von Niederspannungsanlagen; Teil 5: Auswahl und Einrichtung elektrischer Betriebsmittel; Kapitel 52: Kabel- und Leitungsanlagen,
DIN EN ISO 9606-1 Prüfung von Schweißern; Schmelzschweißen; Teil 1: Stähle.


4. AGFW-Regelwerk
AGFW Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. Stresemannallee 28 60596 Frankfurt am Main

AGFW-Arbeitsblatt FW 430 Übernahme, Inbetriebnahme und Außerbetriebnahme von Fernwärmeverteilungsanlagen,
AGFW-Arbeitsblatt FW 432 Betriebliche Mindestanforderungen an die Erstellung eines Rohrabzweigs an in Betrieb befindlichen Fernwärmeleitungen nach dem Anbohrverfahren,
AGFW-Arbeitsblatt FW 433 Mindestanforderungen für die sicherheitstechnische Ausführung neu zu erstellender Fernwärmeschächte,
AGFW-Arbeitsblatt FW 434 Betriebliche Mindestanforderungen an die Erstellung eines lokalen Rohrverschlusses an in Betrieb befindlichen Fernwärmeleitungen nach dem Rohrfrostverfahren,
AGFW-Arbeitsblatt FW 446 Teil 2 Schweißnähte an Fernwärmerohrleitungen aus Stahl; Schweißen und Prüfen,
AGFW-Hinweis FW 428 Betriebliche Mindestanforderungen an Fernwärmearmaturen.

5. Weitere Informationen

DVGW-Arbeitsblatt G 110 "Ortsfeste Gaswarneinrichtungen"
Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Josef-Wirmer-Straße 3
53123 Bonn
www.wvgw.de

Merkblatt für die verkehrstechnische Sicherung von Arbeitsstellen auf Straßen
Bau Verlag
Niederlassung Berlin
Nikolsburger Straße 11
10717 Berlin

Unterweisungsbuch (Bestell-Nr. 01 447)
Vordruck Leitverlag GmbH
ZNL Freiberg
Postfach 1363
09583 Freiberg


Bildquellennachweis

Die in der BGI/GUV-I 5067 enthaltenen Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:

Bilder 4 und 5:
Firma Danfoss GmbH, Geschäftsbereich Jip Armaturen
Auweg 14, 25495 Kummerfeld

Bild 6:
Firma Hütz+Baumgarten GmbH & Co. KG, Werkzeugfabrik
Solinger Str. 23-25, 42857 Remscheid

Bilder 7 und 8:
Firma Kähler, Armaturen - Vertretung und Vertrieb
Industriestr. 77 b, 51399 Burscheid

Bilder 9, 10 und 11:
Firma Manibs Spezialarmaturen GmbH & Co. KG
Lempstr. 24, 42859 Remscheid

Bilder 12, 13, 14 und 15:
(Anbohrsperrsystem der Firma Tonisco)
Vattenfall Europe Berlin AG & Co. KG, Wärme Berlin
Syringenplatz 29, 10407 Berlin

Alle weiteren Bilder wurden vom Sachgebiet Fernwärmeversorgung der Berufsgenossenschaft der Gas-, Fernwärme- und Wasserwirtschaft (BGFW), Auf`m Hennekamp 74, 40225 Düsseldorf, zur Verfügung gestellt.


UWS Umweltmanagement GmbH   ENDE Frame öffnen