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DGUV Information 205-034 - Einsatz von Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöschern in Räumen
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Information

(Ausgabe 10/2019)


Redaktioneller Hinweis: Berufsgenossenschaften sind gemäß § 210 SGB VII Behörden; ihre amtlichen Veröffentlichungen nach § 15 SGB VII unterliegen gemäß § 5 Abs. 2 UrhG keinem Urheberrechtsschutz.


Vorwort

Das Löschmittel Kohlendioxid (CO2) wird sowohl in stationären Löschanlagen wie auch in tragbaren und fahrbaren Feuerlöschern bereitgestellt. Bevorzugte Einsatzgebiete sind beispielsweise elektrische Betriebsräume, Serveranlagen und Laboratorien, da das Löschmittel CO2 rückstandsfrei löscht. CO2 ist farblos, geruchlos und schwerer als Luft.

Der Löscheinsatz mit CO2-Feuerlöschern kann in kleinen und engen Räumen lebensgefährlich sein. Beim Löschen kann durch das in Sekunden freigesetzte CO2-Volumen sehr schnell eine hohe Konzentration von CO2 in der Raumluft erreicht werden. Bereits ab 8 Volumen-% (Vol.-%). in der Atemluft droht Erstickungsgefahr. Verstärkter Atemantrieb oder Atemnot sind mögliche Warnzeichen.

Das Sachgebiet "Betrieblicher Brandschutz" hat in einem Projekt mit praktischen Löschversuchen neue Erkenntnisse für kleine und enge Räume, wie z.B. Schaltschrank-, Server-, Lager-, (Aufzug-) Triebwerksräume ermittelt. Die Ergebnisse sind in diese DGUV Information eingeflossen.

Abb. 1a Beispielhafte Abbildung eines 2 kg CO2-Feuerlöschers

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Abb. 1b Beispielhafte Abbildung eines 5 kg CO2-Feuerlöschers

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1 Begriffsbestimmungen

Freie Grundfläche: Die freie Grundfläche ist die sichtbare freie Bodenfläche, dazu zählen auch Flächen unter Stühlen und Tischen sowie offene Regale.

CO2-Löschmittelaustritt beim Löschvorgang:
Bei Betätigung des Feuerlöschers entspannt sich das austretende, flüssige CO2 sofort an der Düse und kühlt sich dabei sehr stark ab. Dadurch entsteht ein zwei-Phasen-Strom, der aus gasförmigem CO2 und kleinsten Partikeln von festem CO2 (Trockeneis) besteht. Der Löschmittelstrahl, der bei gasförmigem CO2 farblos erscheinen würde, ist durch die feinen Trockeneispartikel und die infolge der niedrigen Gastemperatur kristallisierte Luftfeuchtigkeit als weißer Löschmittelstrahl sichtbar.

Maximaler Grenzwert von 5 Vol.-% CO2:
Bei Kohlendioxid ist z.B. ab einer Konzentration von 5 Vol.-% CO2 mit Gesundheitsschäden zu rechnen und ab einer Konzentration von mehr als 8 Vol.-% CO2 besteht Lebensgefahr (vgl. DGUV Information 205-026 "Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen").

2 Eigenschaften von Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid (CO2) ist das Endprodukt bei der Oxidation von Kohlenstoff. Daher entsteht es bei vielen industriellen Prozessen, aber auch bei der Ausatmung von Menschen und Tieren oder bei Bränden. CO2 unterhält selbst nicht die Verbrennung und eignet sich daher als Löschmittel.

CO2 ist ein nicht brennbares farb- und geruchloses Gas. Es ist schwerer als Luft, sinkt nach unten, reichert sich am Boden an und kann in angrenzende Bereiche fließen.

In Gasflaschen ist CO2 unter Druck verflüssigt. In Feuerlöschern beträgt der Druck bei Raumtemperatur (20° C) ca. 58 bar. Beim Austritt aus dem Feuerlöscher verdampft es so rasch durch Entspannen, dass es sich stark abkühlt und einen CO2-Nebel (sog. Flüssigaerosole) bildet, der sich am Boden anreichert (siehe Abb. 2). Festes CO2 ist unter dem Namen "Trockeneis" bekannt. Trockeneis hat bei Normaldruck eine Temperatur von -79 °C. Es sublimiert, d. h. es geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Ein 5 kg-CO2-Feuerlöscher erzeugt bei vollständiger Entleerung ein Volumen von ungefähr 2700 Liter gasförmigen Kohlendioxids.

CO2 leitet den elektrischen Strom schlecht und es findet eine elektrostatische Aufladung statt (siehe Kapitel 10 und 11).

Weitere wichtige sicherheitstechnische Kenndaten von CO2 sind in der Tabelle 1 aufgeführt.

Abb. 2 CO2-Feuerlöscher mit Schneerohr / Ausströmen von "CO2-Nebel"

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Tabelle 1: Sicherheitstechnische Kenndaten von CO2

Kohlendioxid (CO2)
Umrechnungsfaktor bei 1013 mbar und 20 °C 1 ml/m3 = 1,83 mg/m3
Sublimationspunkt -78,5 °C
Relative Gasdichte bezogen auf trockene Luft 1,53
Dichte trockener Luft bei 20 °C und 1013 mbar 1,204 kg/m3
Gasdichte bei 1013 mbar und 15 °C 1,8474 kg/m3
Dampfdruck bei 20 °C 57,3 bar
Dampfdruck bei 30 °C 72,1 bar
Molmasse 44,01 g/mol

3 Detektion des Sauerstoffes (O2) in der Atemluft

Eine Vergiftung durch CO2 ist vollständig unabhängig von den Wirkungen eines Sauerstoffmangels (Erstickung), deshalb ist der Sauerstoffgehalt der Luft kein wirksames Anzeichen für die Vergiftungsgefahr durch CO2.

Die ausschließliche O2-Messdetektion bei einer möglichen Gefährdung durch CO2 wird zum Teil immer noch vereinzelt in den Betrieben praktiziert. Dies ist ein fataler Fehler.

Zum Beispiel kann beim Ausströmen von CO2 in die Atmosphäre die Sauerstoffkonzentration geringfügig auf 19 Vol.-% sinken, was an sich nicht gefährlich ist, aber die auf 9,5 Vol.-% erhöhte CO2-Konzentration stellt eine sehr gefährliche Situation dar. (Quelle: IFA, dargestellt in Abb.3)

Abb. 3 Darstellung der Luftzusammensetzung in Vol.-% vor (links) und nach (rechts) eines Löschversuchs mit CO2, gemessen in Atemhöhe (1,65 m). Es besteht Vergiftungsgefahr durch CO2, obwohl der Sauerstoffgehalt mit 19 Vol.-% noch völlig ausreichend erscheint.

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Abb. 4 Beispielhaftes Diagramm mit Messergebnissen der personengetragen Detektion im Vergleich Kohlendioxid (CO2) zu Sauerstoff (O2) in der Atemluft (Quelle: IFA)

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Beim Löschvorgang mittels CO2-Feuerlöschers zeigt das beispielhafte Diagramm ( Abb.4) aus den Löschversuchen, ausgehend von einem Sauerstoffanteil von ~21 Vol.-%, die Reduzierung auf 18 Vol.-% bei gleichzeitigem Anstieg des CO2-Anteils auf bis zu ~6 Vol.-%. Somit liegt die CO2-Konzentration über dem maximalen Grenzwert von 5 Vol.-%!

Bei CO2 ist z.B. ab einer Konzentration von 5 Vol.-% CO2 mit Gesundheitsschäden zu rechnen und ab einer Konzentration von mehr als 8 Vol.-% CO2 besteht Lebensgefahr (vgl. DGUV Information 205-026 "Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen").

Merke
Bei möglichen Gefährdungen durch Kohlendioxid (CO2) ausschließlich die Konzentration von CO2 messen!

4 Wirkung von Kohlendioxid (CO2) auf den Menschen

Die Atmung dient nicht nur der Sauerstoffaufnahme, sondern auch der Regulation des CO2-Gehalts im Blut. Da CO2 im Blut gelöst als Kohlensäure vorkommt, spielt die Atmung eine wichtige Rolle bei der Steuerung des Säure-Basen-Haushalts. Eine gestörte Abatmung von CO2, z.B. durch Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Einatemluft, kann für den Menschen bedrohlich werden, da ein konstanter pH-Wert um 7,4 für die Lebensprozesse von entscheidender Bedeutung sind. Bereits ab einem pH-Wert unter 7,35 spricht man von einer respiratorischen Azidose, d.h. von einer Übersäuerung des Blutes durch CO2 bzw. Kohlensäure.

Mit steigender Übersäuerung werden die biochemischen Lebensprozesse empfindlich gestört und bedroht. Dies erklärt die in der Tabelle 2 dargestellten Wirkungen auf verschiedene Organsysteme und die Vergiftungserscheinungen bei hohen CO2-Konzentrationen in der Einatemluft.

Die Stoffwechselvorgänge, die in jeder Körperzelle ablaufen und der Energiegewinnung dienen, kann man als zelluläre Verbrennungsprozesse von Nährstoffen (Glucose) beschreiben. Hierbei wird Sauerstoff benötigt, welches die Zelle aus arteriellem (sauerstoffreichem) Blut bezieht. Als Produkt dieser Verbrennung entsteht Wasser und CO2. Die zelluläre Sauerstoffaufnahme und CO2-Abgabe werden auch als innere Atmung bezeichnet. Das CO2 wird von der einzelnen Zelle über das venöse Blut und den Blutkreislauf zurück zur Lunge geführt.

In den Lungenbläschen der Lunge erfolgt dann die CO2-Abgabe und die erneute Sauerstoffaufnahme (äußere Atmung). Durch Ventilation wird das CO2 dann aus den Lungenbläschen über die kleinen und großen Bronchen sowie die Luftröhre (Trachea) an die Außenluft abgegeben.

Abb. 5 Die Atemwege des Menschen und die Lungenbläschen (Alveoli)

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Abb. 6 Sauerstoff(O2)- und Kohlendioxid(CO2)- austausch in den Lungenbläschen

Tabelle 2: Orientierungswerte für die Wirkung von Kohlendioxid (CO2) in Abhängigkeit von der Konzentration in der Einatemluft

CO2-Anteil in der Einatemluft Vergiftungssymptome durch CO2
ca. 0,5-1 Vol.-% bei nur kurzzeitiger Einatmung generell noch keine besonderen Beeinträchtigungen der Körperfunktionen
ca. 2-3 Vol.-% zunehmende Reizung des Atemzentrums mit Aktivierung der Atmung und Erhöhung der Pulsfrequenz
ca. 4-7 Vol.-% Verstärkung der vorgenannten Beschwerden; zusätzlich Durchblutungsprobleme im Gehirn, Aufkommen von Schwindelgefühl, Brechreiz und Ohrensausen
ca. 8-10 Vol.-% Verstärkung der vorgenannten Beschwerden bis zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit mit kurzfristig folgendem Tod
über 10 Vol.-% Tod tritt kurzfristig ein

Bereits ab 4 Vol.-% ist mit erheblichen Symptomen und ab 8 Vol.-% mit Todesgefahr zu rechnen. Diese Werte dienen der Orientierung, da die Dauer einer Exposition und die individuelle Empfindlichkeit (z.B. bei Vorerkrankungen) bei der Schwere der Vergiftungssymptome ebenfalls eine Rolle spielten.

5 Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöscher

Bauart und Funktionsweise

CO2-Feuerlöscher beinhalten das Löschgas Kohlendioxid (CO2) und stehen bauartbedingt unter Dauerdruck. CO2 ist das einzige in Feuerlöschern einsetzbare Löschmittel, das völlig rückstandslos löscht und sogar bei empfindlichen technischen Geräten oder Arbeitsbereichen eingesetzt werden kann.

Die Löschwirkung eines CO2-Feuerlöschers wird durch Sauerstoffverdrängung erzielt und mit dem Bild des Branddreiecks (siehe Abb. 7) veranschaulicht dargestellt.

CO2-Feuerlöscher eignen sich für Brände flüssiger oder flüssig werdender Stoffe (Brandklasse B nach EN 2).

Feuerlöscher nach DIN EN 3, die für die Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen geeignet sind, werden mit der maximalen Spannung und dem notwendigen Mindestabstand gekennzeichnet, z.B. bis 1000 V, Mindestabstand 1 m.

Gerade bei technischen / elektronischen Anlagen oder Geräten kommen die Vorteile des Löschmittels CO2 zum Tragen, da CO2 nicht elektrisch leitend ist. Auch in Laboratorien, Reinräumen oder Bereichen mit hohen hygienischen Anforderungen ist ein CO2-Feuerlöscher nahezu alternativlos.

Besonders effektiv löschen CO2-Feuerlöscher in geschlossenen Räumen. Im Freien oder in großen Räumen hingegen verflüchtigt sich CO2 sehr schnell. Tragbare CO2-Feuerlöscher gibt es mit 2 und mit 5 kg Löschmittel. Fahrbare CO2-Feuerlöscher gibt es mit 10, 20, 30 und 50 kg Löschmittel.

CO2-Feuerlöscher stehen unter hohem Druck, welcher bei 20 °C in etwa 60 bar beträgt und sich mit steigender Temperatur erhöht. Der Prüfdruck der CO2-Behälter beträgt bis zu 310 bar. Sie sind mit einer Sicherheitseinrichtung gegen zu hohe Innendrücke gesichert.

CO2-Feuerlöscher sind stets

Bei einer Wandbefestigung ist der Wandhalter auf festen Halt zu überprüfen!

Bei der Standortwahl sind CO2-Feuerlöscher keinen Temperaturen von unter -30 °C und über +60 °C oder direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen!

Für die Wandmontage ist eine Griffhöhe von 80 bis 120 cm zu empfehlen.

Abb. 7 Branddreieckdarstellungen unter Einflussnahme von Kohlendioxid (CO2) auf das Erlöschen der Flamme

Tabelle 3: Ausgewählte technische Daten tragbarer CO2-Feuerlöscher

CO2-Löschmittelmenge Betriebsdruck bei +60 °C ca. bar Funktionsdauer ca. Sekunden Effektive Einsatzreichweite ca. m Löschvermögen
2 kg 58 min. 7 1-1,5 34 B
5 kg 58 min. 13 1,5-2 89 B

Mögliche Anwendungsbereiche eines CO2-Feuerlöschers, die im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und festgelegt werden müssen:

Beachte bei Anwendung von CO2-Feuerlöschern:

Bedienung des CO2 Feuerlöschers:

Ansonsten besteht die Gefahr des Wiederaufflammens des Feuers durch Rückzündungen.

Sicherheitshinweis beim Einsatz eines CO2-Feuerlöschers in engen oder schlecht zu belüftenden Räumen:

Der CO2-Feuerlöscher-Standort vor engen oder in schlecht belüfteten Räumen ist vorsorglich mit einer gesonderten Betriebsanweisung zur richtigen Brandbekämpfung zu versehen. Die Beschäftigten und die Brandschutzhelfer sind entsprechend zu unterweisen.

Feuerlöscher müssen in regelmäßigen Abständen entsprechend den Vorgaben nach ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände" geprüft werden.

Nach dem Löscheinsatz müssen Feuerlöscher, auch bei nur teilweiser Entleerung, unverzüglich wieder befüllt werden, um die Betriebsbereitschaft wiederherzustellen.

Warnhinweise
Geeignet bis 1.000 Volt bei 1 m Mindestabstand, über 1.000 Volt DIN VDE 0132 beachten.

6 Einsatz von Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöschern in Räumen

Ergebnisse der Versuche

In zwei Räumen unterschiedlicher Abmessungen wurden praktische Löschversuche mit 2 kg und 5 kg CO2-Feuerlöschern durchgeführt. Die CO2-Konzentrationen wurden messtechnisch in drei Höhen (0,15 m über dem Boden, 1 m über dem Boden und 1,65 m über dem Boden) und auch personengetragen am Löschausführenden gemessen und aufgezeichnet.

Alle Löschversuche wurden fotografisch als auch mittels Video dokumentiert.

Bei allen Löschversuchen zeigte sich, dass sich das in 8 bis ca. 25 Sekunden ausströmende sehr kalte CO2 über die freie Grundfläche verteilt und danach von unten nach oben in den Raum einschichtet. Aus diesem Grund ist die CO2-Konzentration am Boden deutlich höher als im Atembereich einer stehenden Person. Daher muss unbedingt aufrecht stehend gelöscht werden. Bei den Versuchen mit geöffneter Tür ist die CO2-Schichthöhe deutlich niedriger, da das CO2 über die geöffnete Tür auch bodennah abströmen konnte. Aufgrund der Ergebnisse muss das bisherige volumenbezogene Abschätzungsverfahren zur Festlegung der benötigten CO2-Löschmenge auf ein flächenbezogenes Abschätzungsverfahren geändert werden. Bei der Flächenberechnung wird eine maximale Raumhöhe von 2 m verwendet. Die bisher verwendete tatsächliche Raumhöhe größer 2 m suggeriert eine nicht vorhandene Sicherheit wegen der dann berechneten zu niedrigen CO2-Konzentrationen.

Beispielhafte Berechnungen der CO2-Konzentrationen sind im Anhang 1 zu finden.

Um keiner Gefährdung durch das freigesetzte CO2 ausgesetzt zu sein, muss für eine Person, die sich im Raum aufhält um einen Brand zu löschen, pro Kilogramm CO2-Löschmittel mindestens eine freie Grundfläche von 5,5 m2 vorhanden sein. Die freie Grundfläche ist die sichtbare freie Bodenfläche, dazu zählen auch Flächen unter Stühlen und Tischen sowie offene Regale.

Es gilt
2 kg CO2-Feuerlöscher erfordern mindestens 11 m2 freie Grundfläche,
5 kg CO2-Feuerlöscher erfordern mindestens 27,5 m2 freie Grundfläche.

Daraus folgt:

In Anhang 2 sind Handlungsanleitungen für die Gefährdungsermittlung eingestellt.

7 Richtiges Verhalten beim Löscheinsatz

Löschen im Raum

Vor Einleitung der Löschmaßnahme muss sichergestellt sein, dass sich keine weiteren Personen im Brandraum aufhalten. Der CO2-Feuerlöscher ist möglichst nahe am Brandherd, jedoch ohne Eigengefährdung zu betätigen.

Empfehlung:
Um eine größtmögliche Löschwirkung zu erzielen, ist im Gegensatz zu anderen Löschmittelarten der komplette Inhalt des Feuerlöschers abzugeben.

Der Löschvorgang soll im Stehen mit aufgerichtetem Oberkörper erfolgen. Es darf nur die für den Raum geeignete CO2-Löschmittelmenge verwendet werden. Nach Beendigung des Löschvorgangs muss der Raum zügig verlassen und die Tür verschlossen werden.

Andere Personen sind am Betreten des Raumes zu hindern und zu warnen, bevor die Feuerwehr eintrifft.

Abb. 8 Löschen im Raum

Löschen durch den Türspalt

Vor Einleitung der Löschmaßnahme muss sichergestellt sein, dass sich keine weiteren Personen im Brandraum aufhalten.

Die Tür zum Brandraum ist so weit zu öffnen, dass die Löschdüse bzw. das Schneerohr des CO2-Feuerlöschers gerade noch in den Türspalt passt.

Empfehlung:
Um eine größtmögliche Löschwirkung zu erzielen, ist im Gegensatz zu anderen Löschmittelarten der komplette Inhalt des Feuerlöschers abzugeben.

Der Löschvorgang soll im Stehen mit aufgerichtetem Oberkörper erfolgen. Nach Beendigung des Löschvorgangs ist die Tür zum Brandraum sofort zu schließen.

Andere Personen sind am Betreten des Raumes zu hindern und zu warnen, bis die Feuerwehr eintrifft.

Löschen durch die geöffnete Tür

Vor Einleitung der Löschmaßnahme muss sichergestellt sein, dass sich keine weiteren Personen im Brandraum sowie im davorliegenden Raum / Flur aufhalten. Das CO2 verteilt sich sowohl im Brandraum wie auch im Vorraum bzw. Flur.

Die Löschdüse bzw. das Schneerohr des CO2-Feuerlöschers sind möglichst weit in den Brandraum zu halten.

Empfehlung:
Um eine größtmögliche Löschwirkung zu erzielen, ist im Gegensatz zu anderen Löschmittelarten der komplette Inhalt des Feuerlöschers abzugeben.

Es darf nur die für den Raum vorgesehene CO2-Löschmittelmenge verwendet werden.

Der Löschvorgang soll im Stehen mit aufgerichtetem Oberkörper erfolgen. Nach Beendigung des Löschvorgangs ist die Tür zum Brandraum sofort zu schließen. Der vorgelagerte Raum ist zügig zu verlassen.

Andere Personen sind am Betreten des Brandraumes sowie des vorgelagerten Raumes/Flures zu hindern und zu warnen, bis die Feuerwehr eintrifft.

Abb. 9 Löschen durch den Türspalt

Abb. 10 Löschen durch die geöffnete Tür

8 Vorschlag zur Kennzeichnung der Räume

An allen Zugängen zu den Lösch- und Gefährdungsbereichen sollte das Warnzeichen W041 "Warnung vor Erstickungsgefahr" und ein Zusatzzeichen mit der entsprechenden Aufschrift (siehe nachfolgende Beispiele in diesem Abschnitt) gut sichtbar und dauerhaft angebracht sein.

Die Zeichen müssen den Technischen Regeln für Arbeitsstätten "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" (ASR A1.3) sowie der DIN EN ISO 7010:2012 / A7:2017-08 "Graphische Symbole - Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen - Registrierte Sicherheitszeichen - Änderung 7" entsprechen.

a) Löschen mit dem CO2-Feuerlöscher im Raum

b) Löschen mit dem CO2-Feuerlöscher durch den Türspalt/geöffnete Tür

9 Unterweisung

Alle Beschäftigten müssen regelmäßig, mindestens einmal jährlich, über die in ihrem Arbeitsbereich vorhandenen Brandgefahren und Brandschutzeinrichtungen sowie das Verhalten im Gefahrenfall (z.B. Evakuierung, Fluchtwege, Sammelstelle) nach ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände" unterwiesen werden. Beim CO2-Feuerlöscher muss auf den Einsatzbereich und die Gefahren des Löschmittels in Räumen sowie auf das richtige Verhalten beim Löschen hingewiesen werden. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.

Des Weiteren müssen im Betrieb eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten als Brandschutzhelfer ausgebildet werden. Nähere Informationen sind in der DGUV Information 205-023 "Brandschutzhelfer - Ausbildung und Befähigung" beschrieben.

Neben dem theoretischen Teil muss auch die Anwendung von Feuerlöschern im Rahmen von Löschübungen geübt werden. Es empfiehlt sich, die Ausbildung in Abständen von 3 bis 5 Jahren sowie bei wesentlichen betrieblichen Änderungen zu wiederholen.

10 Eignung von Feuerlöschern zur Brandbekämpfung an spannungsführenden Anlagen

Die ASR A 2.2 "Maßnahmen gegen Brände" führt zur Brandbekämpfung an elektrischen Anlagen aus:

"Feuerlöscher nach DIN EN 3, die für die Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen geeignet sind, werden mit der maximalen Spannung und dem notwendigen Mindestabstand gekennzeichnet, z.B. bis 1000 V, Mindestabstand 1 m."

Damit wären formal alle CO2-Feuerlöscher zur Brandbekämpfung geeignet, die mit einem solchen Sicherheitshinweis gekennzeichnet sind. Die Frage der Eignung der Löschmittel wird dabei nicht betrachtet.

11 Elektrostatische Aufladung bei der Betätigung von tragbaren Feuerlöschern

Bei der Benutzung eines Feuerlöschers tritt eine elektrostatische Aufladung auf.

Der Grund für eine elektrostatische Aufladung bei der Benutzung von Feuerlöschern besteht darin, dass strömende Löschmittel eine Ladungstrennung verursachen. Das Maß elektrostatischer Aufladung ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.

Die elektrostatische Aufladung kann bei ausströmendem CO2 für die Person, die den Feuerlöscher benutzt, besonders intensiv sein. Kommt es dann zu einer Entladung, kann es in Abhängigkeit von der gespeicherten Energie und der körperlichen Konstitution zu unterschiedlichen Auswirkungen kommen. In der Regel wird die Entladung zu einer Schreckreaktion führen.

Verschiedene Faktoren wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Kontakt zu geerdeten Teilen, Schuhwerk und Bekleidung der benutzenden Person sowie Fußbodenbeschaffenheit beeinflussen den Grad der elektrostatischen Aufladung. Personen, die einen CO2-Feuerlöscher benutzen, müssen über die Risiken der elektrostatischen Aufladung unterwiesen werden. Die bei der Benutzung eines CO2-Feuerlöschers zu erwartende Ladungsenergie kann als unkritisch betrachtet werden (siehe TRGS 727 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" im Anhang D).

Hinweis:
Auch dann, wenn im Normalfall eine Personengefährdung nicht zu befürchten ist, kann insbesondere bei Personen mit einem labilen Gesundheitszustand oder mit einem Herzschrittmacher die Auswirkung der Entladung zu stärkeren Beeinträchtigungen führen als bei gesunden Personen.

Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Auswirkungen der elektrostatischen Aufladung zu bewerten, die Beschäftigten zu unterweisen und insbesondere für die Benutzung der Feuerlöscher in explosionsgefährdeten Bereichen die erforderlichen Maßnahmen festzulegen.

Nähere Informationen sind im Merkblatt des bvfa "Elektrostatische Aufladung bei der Betätigung von tragbaren Feuerlöschern" (Merkblatt bvfa-FL 2016-07 (03)) zu finden. Es steht auf der bvfa-Homepage unter www.bvfa.de (Presse/Medien - Publikationen - Merkblätter, Positionspapiere, Informationen) zum Download zur Verfügung.

12 Ausgewählte Literaturhinweise und Quellen

Literaturverzeichnis

1. Gesetze, Verordnungen

2. DGUV Regelwerk für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Vorschriften

Regeln

Informationen

3. Normen/VDE-Bestimmungen

4. Weitere Informationen


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Berechnungen der Kohlendioxid (CO2)-Konzentration Anhang 1


Anhand der hier durchgeführten Berechnungen soll die Vol.-% an CO2 in Räumen bei unterschiedlichen Löschmittelmengen berechnet werden.

Voraussetzungen für die hier durchgeführten Rechnungen sind folgende Annahmen:

Unter den o.g. Voraussetzungen ergibt sich ein Volumenanteil im Raum von 4,6 Vol.-% CO2. Bei einer Temperatur von 25 °C erhöht sich die Volumenkonzentration auf 5,1 Vol.-% CO2.

Tabelle 4: Beispielhafte Berechnungen der CO2-Konzentration in Abhängigkeit von Löschmittelmenge zur freien Grundfläche

CO2-Löschmittelmenge [kg] Freie Grundfläche [m2] Volumen bei anrechenbarer Raumhöhe von 2 m [m3] berechnete CO2-Volumenkonzentration bei 0 °C [ Vol.-%] berechnete CO2-Volumenkonzentration bei 25 °C [ Vol.-%]
1 5,5 11 4,6 5,1
2 5,5 11 9,3 10,1
2 11 22 4,6 5,1
5 5,5 11 23,1 25,3
5 11 22 11,6 12,6
5 27,5 55 4,6 5,1


.

Handlungsanleitungen Anhang 2


Schaubild 1 Ablaufschema zur Gefährdungsermittlung

Schaubild 2 Weiterführendendes Ablaufschema zur Gefährdungsermittlung


.

Alternative Möglichkeiten zum Einsatz von Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöschern Anhang 3


A. Einsatz alternativer Löschmittel, wie z.B. sogenannte Nasslöscher mit Eignung bis 1000 V (siehe Beschriftungsschild). Sie sind erhältlich für die Brandklasse A sowie die Brandklassen A und B.

Brände fester Stoffe

Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen

B. Beispielhafte Darstellung einer möglichen Öffnungseinrichtung für die Schneerohrzuführung des CO2-Feuerlöschers an einem Schaltschrank

Hinweis:
Zustimmung durch den Hersteller
Die Möglichkeiten zur Installation einer Öffnungseinrichtung (ab Werk oder im Nachhinein) müssen mit dem Hersteller, des Schaltschrankes, Serverschrankes o.dgl. abgestimmt werden. Desweiteren muss beachtet werden, dass der zu verdrängende Sauerstoff gegebenenfalls entweichen kann (Druckausgleich). Folglich kann auch CO2 in gewissen Anteilen entweichen; Personenschutz prüfen!

C. Beispielhafte Darstellung einer Objektschutz-Löschanlage

D. Beispielhafte Darstellung einer ortsfesten Löschanlage (Raumflutung)

Informatives zur Projektdurchführung

Ergebnis aus allen Versuchsreihen

Die Anzahl der "Löscheinsätze" unter Verwendung von CO2-Feuerlöschern gliedern sich wie folgt auf:

Während der Projektdurchführung wurden über 7.000 Messdaten erfasst und einer umfangreichen Auswertung zugeführt.

Danksagung

Bei der Projektdurchführung und Erarbeitung dieser Schrift waren beteiligt:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Bundesverband Betrieblicher Brandschutz/Werkfeuerwehrverband Deutschland e. V. (WFVD)

Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. (bvfa)

Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e. V. (bvbf)


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