umwelt-online: Durchführungsbeschluss 2012/134/EU über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der RL 2010/75/EU über Industrieemissionen in Bezug auf die Glasherstellung (2)
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1.5. BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Wirtschaftsglas
Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Wirtschaftsglas.
1.5.1. Staubemissionen aus Schmelzwannen
38. Die BVT besteht in der Minderung der Staubemissionen aus den Abgasen aus der Schmelzwanne durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Verringerung der flüchtigen Bestandteile durch Änderungen der Rohstoffe
Die Gemengezusammensetzung kann stark flüchtige Bestandteile (z.B. Bor, Fluoride) enthalten, die erheblich zur Bildung von Staubemissionen aus der Schmelzwanne beitragen können. | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der produzierten Glasart und der Verfügbarkeit der Ersatz-Rohstoffe allgemein anwendbar. |
| ii. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iii. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| iv. Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| v. Nasswäscher | Die Anwendbarkeit ist auf Sonderfälle beschränkt, insbesondere auf Elektroschmelzwannen, bei denen die Abgasvolumenströme und Staubemissionen generell gering sind und mit dem Aufnahmeverhalten der Gemengerezeptur zusammenhängen. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.5 und 1.10.7 zu entnehmen. | |
Tabelle 28: BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Staub | < 10-20 2 | < 0,03-0,06 |
| < 1-10 3 | < 0,003-0,03 | |
| 1) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.
2) Es wurden Überlegungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Vertretbarkeit für das Erreichen der BVT-assoziierten Emissionswerte bei Wannen mit einer Kapazität von < 80 t/Tag, die Kalknatronglas produzieren, berichtet. 3) Dieser BVT-assoziierte Emissionswerte gilt für Gemengerezepturen, die erhebliche Mengen von Bestandteilen enthalten, welche die Einstufungskriterien für gefährliche Stoffe gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008/EG erfüllen. | ||
1.5.2. Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannn
39. Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Modifikationen des Verbrennungsprozesses | |
a. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses | Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.
Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
b. Verringerte Verbrennungslufttemperatur | Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z.B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen). |
c. Gestufte Verbrennung:f) Luftstufung | Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.
Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar. |
d. Abgasrückführung | Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung. |
e. NOX-arme Brenner | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und des geringeren Flexibilitätsgrads der Wannen bei Anwendung in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer. Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
f. Brennstoffauswahl | Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| ii. Spezialausführungen von Wannen | Die Anwendbarkeit ist auf Gemengerezepturen mit hohen Anteilen an Fremdscherben (> 70 %) beschränkt.
Die Anwendung erfordert eine vollständige Erneuerung der Schmelzwanne. Aufgrund der Wannenform (lang und schmal) können die Platzverhältnisse beschränkt sein. |
| iii. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iv. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 29: BVT-assozüerte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| NOx, ausgedrückt als NO2 | Modifikationen des Verbrennungsprozesses, Spezialausführungen von Wannen | < 500-1.000 | < 1,25-2,5 |
| Elektroschmelzen | < 100 | < 0,3 | |
| Brennstoff-Sauerstoff- Schmelze (Oxyfuel) 2 | Nicht anwendbar | < 0,5-1,5 | |
| 1) Für Modifikationen des Verbrennungsprozesses und für Spezialausführungen von Wannen wurde der Umrechnungsfaktor 2,5 x 10-3 angewandt, und für Elektroschmelzen wurde der Umrechnungsfaktor 3 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.
2) Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab. | |||
40. Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken.
Die BVT-assoziierten Emissionswerte sind Tabelle 29 zu entnehmen.
Die BVT-assoziierten Emissionswerte für den Fall, dass Nitrate in der Gemengerezeptur für eine begrenzte Anzahl kurzer Kampagnen oder für Schmelzwannen mit einer Kapazität < 100 t/Tag verwendet werden, die spezielle Arten von Natronkalkglas (mit Selen hergestelltes Klarglas/Ultra-Klarglas oder farbiges Glas) und andere spezielle Glasarten (z.B. Borosilikat, Glaskeramik, Opalglas, Kristall- und Bleikristallglas) produzieren, sind Tabelle 30 zu entnehmen.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
Primärtechniken:
Nitrate werden für qualitativ sehr hochwertige Produkte eingesetzt, wenn ein farbloses (klares) Glas erforderlich ist oder Spezialglasarten hergestellt werden. Wirksame Alternativmaterialien sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid. | Die Möglichkeiten einer Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur können durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien beschränkt sein. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 30: BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur für eine begrenzte Anzahl kurzer Kampagnen oder für Schmelzwannen mit einer Kapazität < 100 t/Tag verwendet werden, die spezielle Arten von Natronkalkglas (mit Selen hergestelltes Klarglas/Ultra-Klarglas oder farbiges Glas) und andere spezielle Glasarten (z.B. Borosilikat, Glaskeramik, Opalglas, Kristall- und Bleikristallglas) produzieren
| Parameter | Wannenart | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases | ||
| NOX, ausgedrückt als NO2 | Konventionelle Brennstoff-Luft-Wannen | < 500 - 1.500 | < 1,25 - 3,75 1 |
| Elektroschmelze | < 300 - 500 | < 8 - 10 | |
| 1) Der in Tabelle 2 für Natronkalkglas genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10-3) wurde angewandt. | |||
1.5.3. Schwefeloxide (SO X) aus Schmelzwannen
41. Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz | Die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar.
Die Durchführung der Schwefelbilanz-Optimierung erfordert einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen und der Entsorgung der festen Abfälle (Filterstaub). |
| ii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen. | |
Tabelle 31: BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche
| Parameter | Brennstoff/Schmelztechnik | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| SOx, ausgedrückt als SO2 | Erdgas | < 200-300 | < 0,5-0,75 |
| Heizöl 2 | < 1.000 | < 2,5 | |
| Elektroschmelzen | < 100 | < 0,25 | |
| 1) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.
2) Die Werte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen. | |||
1.5.4. Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen
42. Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur | Die Anwendbarkeit kann durch die Gemengerezeptur für die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein. |
| ii. Minimierung des Fluorgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor-Massenbilanz
Die Minimierung von Fluoremissionen aus dem Schmelzprozess kann durch die Minimierung/Verringerung der Menge der in der Gemengerezeptur verwendeten Fluorverbindungen (z.B. Fluorit) auf das für die Qualität des Enderzeugnisses erforderliche Minimum erreicht werden. Fluorverbindungen werden zur Gemengerezeptur hinzugegeben, um dem Glas einen undurchsichtigen und opalisierenden Effekt zu verleihen. | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| iv. Nasswäscher | Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z.B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.
Die Anwendbarkeit dieser Technik kann durch hohe Kosten und Aspekte der Abwasserbehandlung, u. a. Einschränkungen des Recyclings von Schlamm und festen Reststoffen aus der Wasserbehandlung, beschränkt sein. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.4 und 1.10.6 zu entnehmen. | |
Tabelle 32: BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl ,2 3 | < 10-20 | < 0,03-0,06 |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF 4 | < 1-5 | < 0,003-0,015 |
| 1) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.
2) Die niedrigeren Werte beziehen sich auf den Einsatz der Elektroschmelztechnik. 3) Wenn KCl oder NaCl als Läuterungsmittel verwendet werden, liegt der BVT-assoziierte Emissionswert bei < 30 mg/Nm3 oder < 0,09 kg/t geschmolzenen Glases. 4) Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik. Die höheren Werte gelten für die Produktion von Opalglas, das Recycling von Filterstaub oder die Verwendung eines hohen Fremdscherbenanteils in der Gemengerezeptur. | ||
1.5.5. Metalle aus Schmelzwannen
43. Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein. |
| ii. Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe, wenn eine Färbung oder Entfärbung des Glases erforderlich ist oder wenn dem Glas spezifische Eigenschaften verliehen werden | Bei der Herstellung von Kristall- oder Bleikristallglasarten sind die Möglichkeiten einer Minimierung der Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch die in der Richtlinie 69/493/EWG festgelegten Grenzwerte beschränkt; in dieser Richtlinie wird die chemische Zusammensetzung der Glas- Enderzeugnisse klassifiziert. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 33: BVT-assozüerte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, mit Ausnahme von mit Selen entfärbten Gläsern
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 0,2 - 1 | < 0,6 - 3 x 10-3 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 1 - 5 | < 3 - 15 x 10-3 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.
2) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. | ||
44. Wenn Selenverbindungen zum Entfärben des Glases verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Selenemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung der Verwendung von Selenverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe | Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein. |
| ii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 34: BVT-assozüerte Emissionswerte für Selenemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Selenverbindungen zum Entfärben des Glases verwendet werden
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |
| Selenverbindungen, ausgedrückt als Se | < 1 | < 3 x 10-3 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Selenmenge, die in den Abgasen in fester Form oder in Gasform vorliegt.
2) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. | ||
45. Wenn Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleikristallglas verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Bleiemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| ii. Gewebefilter | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| iii. Elektrofilter | |
| iv. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist den Abschnitten 1.10.1 und 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 35: BVT-assoziierte Emissionswerte für Bleiemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleikristallglas verwendet werden
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |
| Bleiverbindungen, ausgedrückt als Pb | < 0,5-1 | < 1-3 x 10-3 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Bleimenge.
2) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. | ||
1.5.6. Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen
46. Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Staub- und Metallemissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Durchführung staubender Prozesse (z.B. Schneiden, Schleifen, Polieren) unter fließendem Wasser | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Einsatz eines Gewebefiltersystems | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.8 zu entnehmen. | |
Tabelle 36: BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Wirtschaftsglas-Branche, bei denen Staubemissionen entstehen, bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Staub | < 1-10 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) 1 | < 1 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) 1 | < 1-5 |
| Bleiverbindungen, ausgedrückt als Pb 2 | < 1-1,5 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Metallmenge im Abgas.
2) Die Werte beziehen sich auf Weiterverarbeitungsprozesse bei der Herstellung von Bleikristallglas. | |
47. Für Säurepolierprozesse besteht die BVT in der Minderung der HF-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Anwendung einer Sekundärtechnik, z.B. Nasswäscher | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.6 zu entnehmen. | |
Tabelle 37: BVT-assoziierte Emissionswerte für HF-Emissionen aus Säurepolierprozessen in der Wirtschaftsglas-Branche, bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | < 5 |
1.6. BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Spezialgläsern
Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Spezialgläsern.
1.6.1. Staubemissionen aus Schmelzwannen
48. Die BVT besteht in der Minderung der Staubemissionen aus den aus Schmelzwannen freigesetzten Abgasen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Verringerung der flüchtigen Bestandteile durch Änderungen der Rohstoffe
Die Gemengezusammensetzung kann stark flüchtige Bestandteile (z.B. Bor oder Fluoride) enthalten, die die Hauptbestandteile der Emissionen aus der Schmelzwanne bilden. | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualität des produzierten Glases allgemein anwendbar. |
| ii. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iii. Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen. | |
Tabelle 38: BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Staub | < 10-20 | < 0,03-0,13 |
| < 1-10 2 | < 0,003-0,065 | |
| 1) Die Umrechnungsfaktoren 2,5 × 10-3 und 6,5 × 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte.
Je nach produziertem Glas muss der Umrechnungsfaktor jedoch im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).
2) Die BVT-assoziierten Emissionswerte gelten für Gemengerezepturen, die erhebliche Mengen von Bestandteilen enthalten, welche die Einstufungskriterien für gefährliche Stoffe gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008/EG erfüllen. | ||
1.6.2. Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen
49. Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
I. Primärtechniken; Beispiele:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Modifikationendes Verbrennungsprozesses | |
a. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses | Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.
Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
b. Verringerte Verbrennungslufttemperatur | Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z.B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen). |
c. Gestufte Verbrennung: | Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff- Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.
Luftstufungen sind aufgrund der technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar. |
d. Abgasrückführung | Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung. |
e. NOX-arme Brenner | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendungen in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer. Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
f. Brennstoffauswahl | Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| ii. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iii. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze(Oxyfuel) | Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
II. Sekundärtechniken; Beispiele:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Selektive katalytische Reduktion (SCR) | Die Anwendung kann eine Umrüstung des Staubabscheiders erfordern, um eine Staubkonzentration unter 10-15 mg/Nm3 zu gewährleisten; außerdem kann ein Entschwefelungssystem zur Entfernung der SOX-Emissionen erforderlich sein.
Aufgrund des optimalen Betriebstemperaturbereichs beschränkt sich die Anwendbarkeit auf Prozesse mit Elektrofiltern. Die Technik wird generell nicht mit einem Gewebefiltersystem eingesetzt, da die niedrige Betriebstemperatur (im Bereich 180-200 °C) eine Wiederaufheizung der Abgase erfordern würde. Diese Technik geht unter Umständen mit einem erheblichen Platzbedarf einher. |
| ii. Selektivenichtkatalytische Reduktion (SNCR) | Sehr beschränkte Anwendbarkeit bei konventionellen Regenerativwannen, bei denen der korrekte Temperaturbereich schwer zu erreichen ist oder eine gute Vermischung der Abgase mit dem Reagenzmittel nicht möglich ist.
Die Technik kann für neue, mit geteilten Regeneratoren ausgerüsteten Regenerativwannen anwendbar sein; aufgrund der Umkehrung der Feuerung zwischen den Kammern, die zu einer zyklischen Temperaturänderung führt, ist die Temperatur jedoch schwer im korrekten Bereich zu halten. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 39: BVT-assozüerte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| NOX, ausgedrückt als NO2 | Modifikationen des Verbrennungsprozesses | 600-800 | 1,5 - 3,2 |
| Elektroschmelze | < 100 | < 0,25 - 0,4 | |
| Brennstoff-Sauerstoff- Schmelze (Oxyfuel) 2, 3 | Nicht anwendbar | < 1 - 3 | |
| Sekundärtechniken | < 500 | < 1 - 3 | |
| 1) Die Umrechnungsfaktoren 2,5 x 10-3 und 4 x 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte.
Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor jedoch im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).
2) Die höheren Werte beziehen sich auf spezielle Produktion von Borosilikatglas-Glasröhren zur Verwendung in der Pharmaindustrie. 3) Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab. | |||
50. Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
Primärtechniken
Nitrate werden für qualitativ sehr hochwertige Produkte verwendet, bei denen das Glas spezielle Eigenschaften aufweisen muss. Wirksame Alternativmaterialien sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid. | Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien beschränkt sein. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 40: BVT-assozüerte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | ||
| NOX, ausgedrückt als NO2 | Minimierung der Nitratzugabe in der Gemengerezeptur kombiniert mit Primär- oder Sekundärtechniken | < 500-1 000 | < 1-6 |
| 1) Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik.
2) Die Umrechnungsfaktoren 2,5 x 10-3 und 6,5 x 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte angewandt; dabei sind einige Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2). | |||
1.6.3. Schwefeloxide (SO X) aus Schmelzwannen
51. Die BVT besteht in der Minderung der SO X-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar. |
| ii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen. | |
Tabelle 41: BVT-assoziierte Emissionswerte für SO X-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche
| Parameter | Brennstoff/Schmelztechnik | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | ||
| SOX, ausgedrückt als SO2 | Erdgas, Elektroschmelzen 3 | < 30-200 | < 0,08-0,5 |
| Heizöl 4 | 500-800 | 1,25-2 | |
| 1) Bei den Wertebereichen wurden die mit der Art des hergestellten Glases verbundenen unterschiedlichen Schwefelbilanzen berücksichtigt.
2) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. 3) Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik und für schwefelfreie Gemengerezepturen. 4) Die assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen. | |||
1.6.4. Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen
52. Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur | Die Anwendbarkeit kann durch die Gemengerezeptur für die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein. |
| ii. Minimierung von Fluor- und/oder Chorverbindungen in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor- und/oder Chlor-Massenbilanz
Fluorverbindungen werden verwendet, um mit den Spezialgläsern (z.B. opakes Beleuchtungsglas oder optischem Glas) spezifische Eigenschaften zu erreichen. Chlorverbindungen können als Läutermittel in der Borosilikatglas-Herstellung eingesetzt werden. | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen. | |
Tabelle 42: BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl 2 | < 10-20 | < 0,03-0,05 |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | < 1-5 | < 0,003-0,04 3 |
| 1) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte.
Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.
2) Die höheren Werte gelten für die Verwendung chlorhaltiger Materialien in der Gemengerezeptur. 3) Der höhere Wert des genannten Bereichs wurde von spezifischen gemeldeten Daten abgeleitet. | ||
1.6.5. Metalle aus Schmelzwannen
53. Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein. |
| ii. Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe, wenn eine Färbung oder Entfärbung des Glases erforderlich ist oder wenn dem Glas spezifische Eigenschaften verliehen werden | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 43: BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1, 2 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 3 | |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 0,1-1 | < 0,3-3 x 10-3 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 1-5 | < 3-15 x 10-3 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.
2) Die niedrigeren Werte sind die BVT-assoziierten Emissionswerte, wenn Metallverbindungen in der Gemengerezeptur nicht beabsichtigt verwendet werden. 3) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige in der Tabelle genannten Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. | ||
1.6.6. Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen
54. Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Staub- und Metallemissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Durchführung staubender Prozesse (z.B. Schneiden, Schleifen, Polieren) unter fließendem Wasser | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Einsatz eines Gewebefiltersystems | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.8 zu entnehmen. | |
Tabelle 44: BVT-assoziierte Emissionswerte für Staub- und Metallemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Spezialglas-Branche, bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Staub | 1-10 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) 1 | < 1 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) 1 | < 1-5 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Metallmenge im Abgas. | |
55. Für Säurepolierprozesse besteht die BVT in der Minderung der HF-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Beschreibung |
| i. Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Anwendungeiner sekundären Technik, z.B. Nasswäscher | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.6 zu entnehmen. | |
Tabelle 45: BVT-assoziierte Emissionswerte für HF-Emissionen aus Säurepolierprozessen in der Spezialglas-Branche, bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | < 5 |
1.7. BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Mineralwolle
Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Mineralwolle.
1.7.1. Staubemissionen aus Schmelzwannen
56. Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefilters.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Elektrofilter sind nicht für Kupolöfen zur Herstellung von Steinwolle anwendbar, weil ein Explosionsrisiko durch die Entzündung des im Ofen erzeugten Kohlenmonoxids besteht. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen. | |
Tabelle 46: BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Staub | < 10-20 | < 0,02-0,050 |
| 1) Die Umrechnungsfaktoren 2 x 10-3 und 2,5 x 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2), um die Herstellung sowohl von Glaswolle als auch von Steinwolle abzudecken. | ||
1.7.2. Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen
57. Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Modifikationen des Verbrennungsprozesses | |
a. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses | Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.
Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
b. Verringerte Verbrennungslufttemperatur | Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z.B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen). |
c. Gestufte Verbrennung: | Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.
Luftstufungen sind aufgrund der technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar. |
d. Abgasrückführung | Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung. |
e. NOX-arme Brenner | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendung in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer. Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
f. Brennstoffauswahl | Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| ii. Elektroschmelze | Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.
Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar. Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iii. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 47: BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche
| Parameter | Produkt | Schmelztechnik | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |||
| NO X, ausgedrückt als NO2 | Glaswolle | Brennstoff-Luft-Wannen und Elektrowannen | < 200-500 | < 0,4-1,0 |
| Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) 2 | Nicht anwendbar | < 0,5 | ||
| Steinwolle | Alle Wannenarten | < 400-500 | < 1,0-1,25 | |
| 1) Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 x 10-3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 x 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2).
2) Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab. | ||||
58. Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur für die Glaswolleherstellung verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur
Nitrate werden in Gemengerezepturen mit einem hohen Fremdscherbenanteil als Oxidationsmittel verwendet, um die im Scherbenanteil vorhandenen organischen Stoffe auszugleichen. | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar. |
| ii. Elektroschmelze | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Die Durchführung der Elektroschmelztechnik erfordert eine vollständige Wannenerneuerung. |
| iii. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 48: BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Herstellung von Glaswolle, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| NOX, ausgedrückt als NO2 | Minimierung der Nitratzugabe in der Gemengerezeptur kombiniert mit Primärtechniken | < 500-700 | < 1,0-1,4 2 |
| 1) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2).
2) Die niedrigeren Werte des genannten Bereichs gelten für den Einsatz der Brennstoff-Sauerstoff-Schmelztechnik (Oxyfuel). | |||
1.7.3. Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen
59. Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz | Die Technik ist in der Glaswolleherstellung vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt, insbesondere Fremdscherben, allgemein anwendbar.
Ein hoher Fremdscherbenanteil in der Gemengerezeptur ist jedoch mit einem schwankenden Schwefelgehalt verbunden; entsprechend beschränkt sind die Möglichkeiten einer Optimierung der Schwefelbilanz.
Bei der Steinwolleherstellung erfordert die Optimierung der Schwefelbilanz möglicherweise einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen aus den Abgasen und dem Umgang mit den festen Abfällen aus der Abgasbehandlung (Filterstaub) und/oder aus dem Zerfaserungsprozess - die entweder in der Gemengerezeptur rezykliert werden (als bindemittelgebundene Briketts) oder entsorgt werden müssen. |
| Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Die Anwendbarkeit kann vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht in Betracht (siehe BVT 56) |
| Nasswäscher | Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z.B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.3 und 1.10.6 zu entnehmen. | |
Tabelle 49: BVT-assozüerte Emissionswerte für SOx-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche
| Parameter | Produkt/Bedingungen | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| SOX, ausgedrückt als SO2 | Glaswolle | ||
| Gasbefeuerte Wannen und Elektrowannen 2 | < 50-150 | < 0,1-0,3 | |
| Steinwolle | |||
| Gasbefeuerte Wannen und Elektrowannen | < 350 | < 0,9 | |
| Kupolöfen, keine Brikett- oder Schlackerecycling 3 | < 400 | < 1,0 | |
| Kupolöfen, mit Recycling von bindemittelgebundenen Briketts oder von Schlacke 4 | < 1 400 | < 3,5 | |
| 1) Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 × 10-3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2).
2) Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik. Die höheren Werte beziehen sich auf hohe Scherbenrecyclingquoten. 3) Die Werte beziehen sich auf Bedingungen, bei denen der SOX-Minderung eine höhere Priorität eingeräumt wird als einem geringeren Abfallanfall einhergehend mit sulfatreichem Filterstaub. 4) Wenn die Minderung des Abfallvolumens eine höhere Priorität im Vergleich zu den SOX-Emissionen hat, sind höhere Emissionswerte zu erwarten. Die erreichbaren Werte sollten auf einer Schwefelbilanz beruhen. | |||
1.7.4. Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen
60. Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Beschreibung |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der jeweiligen Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. |
| ii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht in Betracht (siehe BVT 56). |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen. | |
Tabelle 50: BVT-assozüerte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche
| Parameter | Produkt | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | ||
| Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl | Glaswolle | < 5-10 | < 0,01-0,02 |
| Steinwolle | < 10-30 | < 0,025-0,075 | |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | Alle Produkte | < 1-5 | < 0,002-0,013 2 |
| 1) Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 × 10-3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2).
2) Die Umrechnungsfaktoren 2 × 10-3 und 2,5 × 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte verwendet (siehe Tabelle 2). | |||
1.7.5. Schwefelwasserstoff (H2S) aus Steinwolle - Schmelzöfen
61. Die BVT besteht in der Minderung der H2S-Emissionen aus Schmelzöfen durch Einsatz einer thermischen Nachverbrennung, in der der Schwefelwasserstoff zu SO2 oxidiert wird.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Thermische Nachverbrennung | Die Technik ist für Steinwolle-Kupolöfen allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.9 zu entnehmen. | |
Tabelle 51: BVT-assoziierte Emissionswerte für H2S-Emissionen aus Schmelzöfen in der Steinwolleherstellung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Schwefelwasserstoff, ausgedrückt als H2S | < 2 | < 0,005 |
| 1) Der Umrechnungsfaktor 2,5 x 10-3 für Steinwolle wurde angewandt (siehe Tabelle 2). | ||
1.7.6. Metalle aus Schmelzwannen
62. Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.
Wie viel Mangan bei der Glaswolleherstellung in der Gemengerezeptur als Oxidationsmittel verwendet wird, hängt von der Menge und Qualität der in der Gemengerezeptur verwendeten Fremdscherben ab; abhängig vom oberhalb Beschriebenen kann der Mangananteil minimiert werden. |
| ii. Einsatz eines Filtersystems | Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht zur Anwendung (siehe BVT 56). |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 52: BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 0,2-1 3 | < 0,4-2,5 x 10-3 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 1-2 3 | < 2-5 x 10-3 |
| 1) Die Wertebereiche beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester und gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.
2) Die Umrechnungsfaktoren 2 x 10-3 und 2,5 x 10-3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT- assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2). 3) Die höheren Werte beziehen sich auf den Einsatz von Kupolöfen zur Steinwolleherstellung. | ||
1.7.7. Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen
63. Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Wasserstrahl und Zyklon
Die Technik basiert auf der Abscheidung von Partikeln und Tropfen aus den Abgasen durch Schlag/Stoß sowie auf der Abscheidung gasförmiger Stoffe durch die teilweise Absorption im Wasser. Für die Wasserstrahlreiniger wird normalerweise Prozesswasser verwendet. Das Kreislaufwasser wird vor der erneuten Verwendung gefiltert. | Die Technik ist für die Mineralwolle-Branche allgemein anwendbar, insbesondere bei der Glaswolleherstellung für Prozesse zur Behandlung der Emissionen aus dem Formbereich (Beschichtung der Fasern).
Beschränkte Anwendbarkeit für Steinwolleprozesse, da andere genutzte Abgasbehandlungstechniken beeinträchtigt werden könnten. |
| ii. Nasswäscher | Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder von zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) allgemein anwendbar. |
| iii. Nass-Elektrofilter | Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder aus Härteöfen oder für die Behandlung von zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) allgemein anwendbar. |
| iv. Steinwollefilter
Diese Filter bestehen aus einer Stahl- oder Betonkonstruktion, in der Steinwolleplatten angebracht sind, die als Filtermedium fungieren. Dieses Filtermedium muss regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden. Diese Filterart ist geeignet für Abgase mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt und für partikelförmige Stoffe mit adhäsiven Eigenschaften. | Die Anwendbarkeit beschränktsich hauptsächlich auf Steinwolleprozesse für die Filtration von Abgasen aus dem Formbereich und/oder aus Härteöfen. |
| v. Thermische Nachverbrennung | Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus Härteöfen allgemein anwendbar, insbesondere bei Steinwolleprozessen.
Eine Anwendung bei zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) ist aufgrund des hohen Volumens, der geringen Konzentration und der niedrigen Temperatur der Abgase nicht wirtschaftlich. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.7 und 1.10.9 zu entnehmen. | |
Tabelle 53: BVT-assozüerte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Mineralwolle-Branche, bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t Enderzeugnis | |
| Formbereich - zusammengeführte Emissionen aus Form- und Härteprozessen - zusammengeführte Emissionen aus Form-, Härte- und Kühlprozessen | ||
| Gesamt-Staub | < 20-50 | - |
| Phenol | < 5-10 | - |
| Formaldehyd | < 2-5 | - |
| Ammoniak | 30-60 | - |
| Amine | < 3 | - |
| Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C | 10-30 | - |
| Emissionen aus Härteöfen 1, 2 | ||
| Gesamt-Staub | < 5-30 | < 0,2 |
| Phenol | < 2-5 | < 0,03 |
| Formaldehyd | < 2-5 | < 0,03 |
| Ammoniak | < 20-60 | < 0,4 |
| Amine | < 2 | < 0,01 |
| Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C | < 10 | < 0,065 |
| NOX, ausgedrückt als NO2 | < 100-200 | < 1 |
| 1) Emissionswerte, die als kg/t des Enderzeugnisses ausgedrückt sind, werden durch die Dicke der hergestellten Mineralwollmatte und durch eine extreme Konzentration oder Verdünnung der Abgase nicht beeinflusst.
Für die Umrechnung wurde der Faktor 6,5 x 10-3 angewandt.
2) Wenn Mineralwolle mit einer hohen Dichte oder einem hohen Bindemittelgehalt hergestellt wird, können die Emissionswerte, die mit den für diese Branche als BVT genannten Techniken assoziiert sind, deutlich höher liegen als die hier genannten BVT-assoziierten Emissionswerte. Wenn diese Produktarten den überwiegenden Teil der Produktion einer bestimmten Anlage ausmachen, sollten andere Techniken in Erwägung gezogen werden. | ||
1.8. BVT-Schlussfolgerungen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung (HTW)
Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung.
1.8.1. Staubemissionen aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen
64. Die BVT besteht in der Reduzierung der mit den Abgasen der Schmelzwanne freigesetzten Staubemissionen durch den Einsatz eines Filtersystems.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Das Filtersystem besteht gewöhnlich aus einem Gewebefilter. | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen. | |
Tabelle 54: BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | ||
| Staub | Abgasreinigung durch Filtersysteme | < 5-20 1 |
| 1) Bei diesen Werten wurde der Einsatz eines Gewebefiltersystems zugrunde gelegt. | ||
65. Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung der Produktverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung der Produktionslinie, wo technisch möglich
Potentielle Quellen der Staub- und Faser-Emissionen können sind:
Eine gute Konstruktion, Abdichtung und Instandhaltung der Anlagenteile ist wichtig für die Minimierung von Faserstaub durch Freisetzung in die Luft. | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Schneiden, Besäumen und Verpacken unter Vakuum durch Einsatz eines wirksamen Absaugsystems in Verbindung mit einem Gewebefilter
An der Produktionsanlage (z.B. am Schneidsystem oder am Verpackungskarton) wird ein Unterdruck angelegt, um Partikel und Fasern abzusaugen und in einem Gewebefilter abzuscheiden. | |
| iii. Einsatz eines Gewebefiltersystems 1
Abgase aus Weiterverarbeitungsprozessen (z.B. Herstellung, Mattenerzeugung, Schlichtemittelverbrennung) werden in ein Behandlungssystem mit einem Gewebefilter geleitet. | |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen. | |
Tabelle 55: BVT-assozüerte Emissionswerte bei Weiterverarbeitungsprozessen mit Staubentwicklung bei der Herstellung von Hochtemperaturisolierwolle (bei getrennter Behandlung)
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Staub 1 | 1-5 |
| 1) Der niedrigere Wert bezieht sich auf Emissionen aus Aluminiumsilikatwolle/Keramikfaser (ASW/RCF). | |
1.8.2. Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen
66. Die BVT besteht in der Reduzierung von NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung mit Verbrennungsregelung und/oder Änderung der Verbrennungsbedingungen
| Technik | Anwendbarkeit |
| Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen
Verfahren zur Reduzierung der Bildung von thermischen NOX-Emissionen beinhalten die Kontrolle der folgenden wesentlichen Verbrennungsparameter:
Durch eine gute Verbrennungsregelung werden solche Bedingungen hergestellt, die am wenigsten zur Entstehung von NOX beitragen. | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
Tabelle 56: BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | ||
| NOX ausgedrückt als NO2 | Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen | 100-200 |
1.8.3. Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen
67. Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus den Schmelzwannen und aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. |
| ii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Die Anwendbarkeit kann vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen. | |
Tabelle 57: BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzöfen und aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | ||
| SOX, ausgedrückt als SO2 | Primärtechniken | < 50 |
1.8.4. Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen
68. Die BVT besteht in der Minderung von HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen durch die Auswahl geeigneter Rohstoffe mit niedrigem Chlor- und Fluor-Gehalt für die Gemengerezeptur.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen. | |
Tabelle 58: BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl | < 10 |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | < 5 |
1.8.5. Metalle aus Schmelzöfen und Weiterverarbeitungsprozessen
69. Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzöfen und/oder Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Einsatz eines Filtersystems | |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 59: BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallmissionen aus Schmelzöfen und/oder aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 |
| mg/Nm3 | |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 1 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 5 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Summe der Metalle in den Abgasen sowohl in der festen Phase als auch in der Gasphase. | |
1.8.6. Flüchtigeorganische Verbindungen aus Weiterverarbeitungsprozessen
70. Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Kontrolle der Verbrennungsbedingungen einschließlich der Überwachung der entsprechenden CO-Emissionen
Die Technik besteht aus der Kontrolle der Verbrennungsparameter (z.B. des Sauerstoffgehalts in der Reaktionszone, Flammentemperatur), um eine vollständige Verbrennung der organischen Bestandteile (z.B. Polyethylenglykol) aus dem Abgasstrom zu gewährleisten. Die Überwachung der Kohlenmonoxid-Emissionen ermöglicht auch den Rückschluss auf nicht verbrannte organische Bestandteile. | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| ii. Thermische Nachverbrennung | Der Anwendbarkeit dieser Techniken steht unter Umständen die Wirtschaftlichkeit entgegen, wenn die betreffenden Abgasmengen und die VOC-Konzentrationen zu gering sind. |
| iii. Nasswäscher | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.6 und 1.10.9 zu entnehmen. | |
Tabelle 60: BVT-assoziierte Emissionswerte für VOC-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung(getrennte Behandlung)
| Parameter | BVT | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | ||
| Flüchtige (VOC) organische Bestandteile | Primär- und/oder Sekundärtechniken | 10-20 |
1.9. BVT-Schlussfolgerungen zur Frittenherstellung
Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Frittenanlagen.
1.9.1. Staubemissionen aus Schmelzwannen
71. Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefiltersystems.
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen: | |
Tabelle 61: BVT-assozüerte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Staub | < 10-20 | < 0,05-0,15 |
| 1) Bei der Ermittlung des Mindest- und des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10-3 und 7,5 × 10-3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden. | ||
1.9.2. Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen
72. Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur
Bei der Frittenherstellung werden in Verbindung mit zahlreichen Produkten in der Gemengerezeptur Nitrate verwendet, um die erforderlichen Eigenschaften zu erzielen. | Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien und/oder die Qualitätsanforderungen des Erzeugnisses beschränkt sein. |
| ii. Verringerung des Falschlufteintritts in die Wanne
Bei dieser Technik wird der Eintritt von Falschluft in den Brenner verhindert, indem die Brennerblöcke, die Gemengeeinlegevorrichtung und alle sonstigen Öffnungen der Schmelzwanne abgedichtet werden. | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| iii. Modifikationen des Verbrennungsprozesses | |
a. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses | Anwendbar für konventionelle mit einem Luft-Brennstoff- Gemisch betriebene Wannen;
Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt. |
b. Verringerte Temperatur der Verbrennungsluft | Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs |
c. Gestufte Verbrennung: | Eine Brennstoffstufung kommt bei den meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen in Betracht.
Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar. |
d. Abgasrückführung | Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf Spezialbrenner mit automatischer Abgasrückführung. |
e. NOX -arme Brenner | Die Technik ist allgemein anwendbar.
Beste Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne in Kombination mit einer optimalen Wannenbauart und -geometrie erreicht. |
f. Brennstoffauswahl | Die Anwendbarkeit ist aufgrund der Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| iv. Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung in Verbindung mit einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht. |
| 1) Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen. | |
Tabelle 62: BVT-assozüerte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche
| Parameter | BVT | Betriebsbedingungen | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |||
| NOX ausgedrückt als NO2 | Primär- techniken | Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxyfuel), ohne Nitrate 3 | Nicht anwendbar | < 2,5-5 |
| Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxyfuel), mit Nitraten | Nicht anwendbar | 5-10 | ||
| Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, ohne Nitrate | 500-1.000 | 2,5-7,5 | ||
| Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, mit Nitraten | < 1.600 | < 12 | ||
| 1) Bei den genannten Wertebereichen wird die Kombination der Abgase aus den Wannen bei Anwendung verschiedener Schmelzverfahren und mit verschiedenen Frittentypen und mit Gemengerezepturen mit und ohne Nitraten berücksichtigt, die in einen einzigen Abgasabzug geleitet werden können, wobei die Möglichkeit einer Charakterisierung des jeweiligen Schmelzverfahrens und der verschiedenen Produkte allerdings ausgeschlossen ist.
2) Bei der Ermittlung der Mindest- und der Höchstwerte wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10-3 und 7,5 × 10-3 angewandt. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2). 3) Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab. | ||||
1.9.3. Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzöfen
73. Die BVT besteht in der Kontrolle der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. |
| ii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| iii. Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen. | |
Tabelle 63: BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| SOX, ausgedrückt als SO2 | < 50-200 | < 0,25-1,5 |
| 1) Bei den die Werten wurden die Umrechnungsfaktoren 5 x 10-3 und 7,5 x 10-3 angewandt; die in der Tabelle genannten Werte sind jedoch unter Umständen Näherungswerte. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2). | ||
1.9.4. Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen
74. Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der jeweiligen Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar. |
| ii. Minimierung der Fluorverbindungen in der Gemengerezeptur, um die Qualität des Erzeugnisses sicherzustellen
Fluorverbindungen werden genutzt, um den Fritten bestimmte Eigenschaften zu verleihen (z.B. Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit). | Die Minimierung oder Ersetzung von Fluorverbindungen durch alternative Materialien ist durch die Anforderungen an die Produktqualität beschränkt. |
| Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Die Technik ist allgemein anwendbar. |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen. | |
Tabelle 64: BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 1 | |
| Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl | < 10 | < 0,05 |
| Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF | < 5 | < 0,03 |
| 1) Bei den die Werten wurden die Umrechnungsfaktoren 5 x 10-3 und 7,5 x 10-3 angewandt; die in der Tabelle genannten Werte sind jedoch unter Umständen Näherungswerte. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2). | ||
1.9.5. Metalle aus Schmelzwannen
75. Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der produzierten Frittenart und der Verfügbarkeit von Rohstoffen allgemein anwendbar. |
| ii. Möglichst geringe Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn eine Einfärbung erforderlich ist oder der Fritte sonstige besondere Eigenschaften verliehen werden sollen. | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| iii. Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen. | |
Tabelle 65: BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert 1 | |
| mg/Nm3 | kg/t geschmolzenen Glases 2 | |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 1 | < 7,5 x 10-3 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 5 | < 37 x 10-3 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Summe der Metalle in den Abgasen sowohl in der festen Phase als auch in der Gasphase.
2) Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 7,5 x 10-3 angewandt. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2). | ||
1.9.6. Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen
76. Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:
| Technik 1 | Anwendbarkeit |
| i. Einsatz von Nassmahlverfahren
Bei dieser Technik wird die Fritte auf die gewünschte Partikelgröße gemahlen; dabei wird hinreichend Flüssigkeit zugegeben, um einen Schlamm herzustellen. Der betreffende Prozess wird im Allgemeinen unter Zusatz von Wasser in Mahlanlagen mit Aluminiumoxid-Perlen durchgeführt. | Die Techniken sind allgemein anwendbar. |
| ii. Einsatz beim Trockenmahlen und bei Trockenproduktverpackungen unter Verwendung eines effizienten Extraktionssystems in Verbindung mit einem Gewebefilter.
In der Mahlanlage oder in der Verpackungsstation wird ein Unterdruck erzeugt, um Staubemissionen in einen Gewebefilter zu saugen. | |
| Einsatz eines Filtersystems | |
| 1) Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen. | |
Tabelle 66: BVT-assoziierte Emissionswerte bei gesonderter Abtrennung von Emissionen in die Luft in Weiterverarbeitungsprozessen bei getrennter Behandlung
| Parameter | BVT-assoziierter Emissionswert |
| mg/Nm3 | |
| Staub | 5-10 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) | < 1 1 |
| Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) | < 5 1 |
| 1) Die Werte beziehen sich auf die Summe der im Abgas enthaltenen Metalle. | |
1.10. Beschreibung der Techniken
1.10.1 Staubemissionen
| Technik | Beschreibung |
| Elektrofilter | Elektrofilter laden Partikel elektrisch auf und trennen die Partikel dann unter der Einwirkung eines elektrischen Feldes ab. Elektrofilter kommen unter weiten Anwendungsbedingungen (weitem Anwendungsbereich) zum Einsatz. |
| Gewebefilter | Gewebefilter bestehen aus gewebten oder gefilzten durchlässigen Materialien, durch die die enthaltenen Partikel abgeschieden werden.
Die Gewebeauswahl für Gewebefilter muss auf die Zusammensetzung der betreffenden Abgase und die maximalen Betriebstemperaturen abgestimmt werden. |
| Reduzierung flüchtiger Bestandteile durch Anpassung der Rohstoffe | Gemengerezepturen können hoch flüchtige Bestandteile (z.B. Borverbindungen) enthalten; diese flüchtigen Bestandteile können reduziert oder ersetzt werden, um die vorwiegend durch Verflüchtigungen bedingten Staubemissionen zu verringern. |
| Elektroschmelze | Bei der Elektroschmelze wird Energie zum Schmelzen des Glases in einer Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt.
Bei Cold-Top-Wannen (bei denen die Elektroden im Allgemeinen unten in der Wanne eingeführt werden) bedeckt die Gemengedecke die gesamte Schmelze; dadurch wird die Verflüchtigung von Gemenge-Bestandteilen (z.B. von Bleiverbindungen) erheblich reduziert. |
1.10.2 NOX- Emissionen
| Technik | Beschreibung |
| Modifikationen des Verbrennungsprozesses | |
| i. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses | Diese Technik ist im Wesentlichen durch die folgenden Eigenschaften gekennzeichnet:
|
| ii. Verringerte Verbrennungslufttemperatur | Im Vergleich zu Regenerativwannen ist bei Rekuperativwannen die Temperatur der vorgewärmten Luft niedriger und entsprechend ist die Flammentemperatur verringert. Bei dieser Technik wird allerdings der Wirkungsgrad der Wanne reduziert (geringere spezifische Glasschmelzleistung), die Brennstoffeffizienz ist geringer und der Brennstoffbedarf erhöht sich; dies kann zu höheren Emissionen (kg/t Glas) führen. |
| iii. Gestufte Verbrennung |
|
| iv. Abgasrückführung | Bei der Abgasrückführung wird das Abgas aus der Wanne in die Flamme zurückgeführt, um den Sauerstoffgehalt zu reduzieren und damit die Flammentemperatur zu senken.
Bei der Verwendung von Spezialbrennern erfolgt eine interne Rückführung von Verbrennungsgasen, mit denen die Temperatur des Flammenansatzes abgesenkt und der Sauerstoffgehalt im heißesten Bereich der Flammen reduziert wird. |
| v. NOX-arme Brenner | Diese Technik beruht auf einer Reduzierung der Spitzentemperaturen der Flammen, die gleichzeitig eine Verzögerung und den vollständigen Abschluss der Verbrennung bewirkt und die Wärmeübertragung erhöht (erhöhte Flammenstrahlung). Dies kann zu einer modifizierten Gestaltung der Brennkammer führen. |
| vi. Brennstoffauswahl | Wegen der besseren Wärmestrahlung und den niedrigeren Flammentemperaturen wird bei mit Öl betriebenen Wannen im Allgemeinen weniger NOX freigesetzt als bei gasbefeuerten Wannen. |
| Spezielles Wannen-Design | Rekuperativwannen, bei denen verschiedene Eigenschaften zusammenkommen, die niedrige Flammentemperaturen ermöglichen.
Die wichtigsten Merkmale sind:
|
| Elektroschmelze | Bei dieser Technik wird Energie zum Schmelzen des Glases in der Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt.
Die wichtigsten Merkmale sind:
|
| Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxyfuel) | Bei dieser Technik wird die Verbrennungsluft durch Sauerstoff (Reinheit > 90 %) ersetzt; dabei wird die Bildung von thermischem NOX infolge des in die Wanne eintretenden Stickstoffs konsequent verhindert bzw. verringert. Der Gehalt an Reststickstoff in der Wanne hängt von der Reinheit des zugeführten Sauerstoffs sowie von der Qualität des Brennstoffs (% N2 im eingesetzten Erdgas) und vom möglichen Ort des Lufteinlasses ab. |
| Chemische Reduktion durch Brennstoffzufuhr | Diese Technik beruht auf der Zufuhr fossiler Brennstoffe in das Abgas unter chemischer Reduktion von NOX zu N2 in einer Kette verschiedener Reaktionen. Im 3R-Prozess wird der Brennstoff (Erdgas oder Öl) in den Einlass des Regenerators eingespritzt. Diese Technologie wurde für Regenerativwannen entwickelt. |
| Selektive katalytische Reduktion (SCR) | Diese Technik beruht auf der in einem Katalysatorbett mit einer Ammoniak-Reaktion (im Allgemeinen in Wasser gelöst) bei einer optimalen Betriebstemperatur von etwa 300-450 °Celsius bewirkten Reduktion von NOX zu Stickstoff.
Eine oder zwei Katalysatorschichten können eingesetzt werden. Die NOX-Reduktion erhöht sich mit zunehmender Anzahl der Katalysatorschichten (zwei Schichten). |
| Selektive nichtkatalytische Reduktion (SNCR) | Diese Technik beruht auf der Reduktion von NOX zu Stickstoff in einer Reaktion mit Ammoniak oder Harnstoff bei hohen Temperaturen.
Für den Prozess muss eine Betriebstemperatur von 900- 1.050 °C aufrechterhalten werden. |
| Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur | Durch die Minimierung des Nitratgehalts werden die NOX-Emissionen, die aus der Zersetzung der entsprechenden Rohstoffe resultieren, reduziert, wenn diese bei der Herstellung sehr hochwertiger Produkte, bei denen ein besonders durchsichtiges (klares) Glas benötigt wird, oder der Herstellung sonstiger Gläser mit besonderen Eigenschaften Nitrate als Oxidationsmittel verwendet werden.
Folgende Möglichkeiten kommen in Betracht:
|
1.10.3 SOX- Emissionen
| Technik | Beschreibung |
| Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Ein alkalisches Reagenz wird in Form eines trockenen Pulvers oder einer Suspension/Lösung in den Abgasstrom eingesprüht und im Abgasstrom verteilt; das Material bildet mit den gasförmigen Schwefelverbindungen feste Partikel, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter). In Allgemeinen verbessert der Einsatz eines Reaktionsturms den Wirkungsgrad der Sorption. |
| Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz | Durch die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur sollen die SO X-Emissionen reduziert werden, die aufgrund der Zersetzung der als Läuterungsmittel eingesetzten schwefelhaltigen Rohstoffe (in der Regel Sulfate) entstehen.
Die wirksame Reduktion von SOX-Emissionen hängt von der Aufnahmefähigkeit der Schwefelverbindungen im Glas ab, die je nach Glastyp und Optimierung der Schwefelbilanz sehr unterschiedlich sein kann. |
| Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt | Durch die Verwendung von Erdgas oder von Heizölen mit niedrigem Schwefelgehalt wird der Anteil der SOX-Emissionen, die durch die Oxidation des Schwefels im Brennstoff hervorgerufen wird, reduziert. |
1.10.4 HCl - und HF - Emissionen
| Technik | Beschreibung |
| Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur | Die Technik beruht auf einer sorgfältigen Auswahl der potenziell mit Chloriden und mit Fluoriden verunreinigten Rohstoffe (z.B. synthetisches Soda, Dolomit, Fremdscherben, rezyklierter Filterstaub), um HCl- und HF-Emissionen infolge der Zersetzung dieser Erzeugnisse während des Schmelzvorgangs bereits an der Quelle zu reduzieren. |
| Minimierung der Fluor- und/oder Chlorverbindungen in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor- und/oder Chlor-Massenbilanz | Zur Minimierung der Fluor- und/oder Chloremissionen vom Schmelzprozess kann der Anteil der betreffenden Stoffe in der Gemengerezeptur so weit wie mit den Anforderungen an die Qualität des jeweiligen Erzeugnisses vereinbar auf ein Minimum reduziert werden. Fluorverbindungen (z.B. Flussspat, Kryolit, Fluorosilikat) werden eingesetzt, um speziellen Gläsern (z.B. Opalglas oder optischem Glas) besondere Eigenschaften zu verleihen. Chlorverbindungen können als Läuterungsmittel eingesetzt werden. |
| Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Ein alkalisches Reagenz wird Form eines trockenen Pulvers oder einer Suspension/Lösung in den Abgasstrom eingesprüht und im Abgasstrom verteilt; das Reagenz bildet mit den gasförmigen Chlor- und Fluorverbindungen feste Partikel, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter). |
1.10.5 Metallemissionen
| Technik | Beschreibung |
| Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur | Diese Technik beruht auf der sorgfältigen Auswahl von potenziell mit Metallen verunreinigten Gemengestoffen (z.B. Fremdscherben), um Metallemissionen infolge der Zersetzung dieser Materialien im Schmelzprozess bereits an der Quelle zu reduzieren. |
| Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn Gläser gefärbt oder entfärbt werden sollen, abhängig von den Anforderungen der Verbraucher an die Glasqualität | Metallemissionen aus dem Schmelzprozess werden wie folgt minimiert:
|
| Minimierung der Verwendung von Selenverbindungen in der Gemengerezeptur durch geeignete Auswahl der Rohstoffe | Selenemissionen vom Schmelzprozess können wie folgt minimiert werden:
|
| Einsatz eines Filtersystems | Staubfiltersysteme (Gewebefilter und Elektrofilter) können sowohl Stäube als auch Metallemissionen mindern, weil bei Schmelzprozessen in der Glasherstellung Metallemissionen in die Luft hauptsächlich in Form von Partikeln erfolgen. Bei einigen Metallen, die auch als besonders flüchtige Verbindungen (z.B. Selen) vorliegen können, kann der Abscheidegrad je nach Filtertemperatur sehr unterschiedlich sein. |
| Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem | Gasförmige Metalle können durch trockene oder Halbtrockene Sorption mit einem alkalischen Reagenz in erheblichem Umfang entfernt werden. Das alkalische Reagenz reagiert mit den gasförmigen Verbindungen und bildet einen Feststoff, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter). |
1.10.6 Kombiniertegasförmige Emissionen (z.B. SOX, HCl, HF, Borverbindungen)
| Nasswäscher | Beim Nasswäscher werden gasförmige Verbindungen in einer geeigneten Flüssigkeit (in Wasser oder in alkalischen Lösungen) gelöst. Im Anschluss an den Nasswäscher sind die Abgase mit Wasser gesättigt; vor der Freisetzung der Abgase müssen die Tröpfchen abgetrennt werden. Die abgetrennte Flüssigkeit muss einem Verfahren zur Abwasserbehandlung unterzogen werden -die nicht löslichen Bestandteile werden durch Sedimentation oder Filtration abgeschieden und gesammelt. |
1.10.7. Kombinierte Emissionen (feste und gasförmige)
| Technik | Beschreibung |
| Nasswäscher | Im Nasswäscher (unter Verwendung einer geeigneten Flüssigkeit, d. h. von Wasser oder einer alkalischen Lösung) können feste und gasförmige Verbindungen gleichzeitig abgetrennt werden.
Für die Abtrennung von Feststoffen und von gasförmigen Verbindungen sind die betreffenden Anlagen allerdings jeweils unterschiedlich auszulegen, daher stellt die Auslegung der Anlagen häufig einen Kompromiss zwischen beiden Möglichkeiten dar. Die entstehende Flüssigkeit muss einem Verfahren zur Abwasserbehandlung unterzogen werden und die nicht löslichen Bestandteile (emittierte Feststoffe und Produkte von den chemischen Reaktionen) werden durch Sedimentation oder Filtration abgeschieden. Bei der Herstellung von Mineralwolle und von Endlosglasfasern kommen meist die folgenden Techniken zum Einsatz:
|
| Nass-Elektrofilter | Die Technik beruht auf dem Einsatz eines Nass-Elektrofilter, in dem das gesammelte Material durch Spülen mit einer geeigneten Flüssigkeit (in der Regel Wasser) von den Kollektorplatten entfernt wird. Die entsprechenden Anlagen enthalten gewöhnlich gewisse Systeme zur Abtrennung von Wassertröpfchen vor der Freisetzung der Abgase (z.B. indem ein Tropfenabscheider eingesetzt oder das letzte Feld trocken betrieben wird). |
1.10.8 Emissionen vom Schneiden, Schleifen und Polieren
| Technik | Beschreibung |
| Durchführung staubender Verfahren (z.B. Schneiden, Schleifen oder Polieren) unter Wassereinsatz | Im Allgemeinen wird beim Schneiden, Schleifen und Polieren Wasser zum Kühlen und zum Verhindern von Staubemissionen eingesetzt. Unter Umständen ist ein Extraktionssystem mit einem Tröpfchenabscheider erforderlich. |
| Einsatz eines Gewebefilters | Der Einsatz eines Gewebefilters kommt zur Reduzierung von Stäuben und von Metallemissionen in Betracht, da Metalle aus Weiterverarbeitungsprozessen hauptsächlich in Form von festen Partikeln vorliegen. |
| Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems | Beim Säurepolieren werden die Glaserzeugnisse in ein Polierbad aus HF- und Schwefelsäure eingetaucht. Die Freisetzung von Dämpfen kann durch entsprechende Auslegung und Wartung des jeweiligen Systems reduziert und die Emissionen minimiert werden. |
| Anwendung einer Sekundärtechnik, z.B. Nasswäscher | Nasswäscher mit Wasser kommen bei der Behandlung von Abgasen zum Einsatz, wegen der sauren Eigenschaften der Emissionen und wegen der hohen Löslichkeit der zu entfernenden gasförmigen Emissionen. |
1.10.9 H2S, Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)
| Thermische Nachverbrennung | Bei dieser Technik wird eine thermische Nachverbrennung eingesetzt, in dem der Schwefelwasserstoff (der infolge der stark reduzierenden Bedingungen in der Schmelzwanne entsteht) in Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid in Kohlendioxid umgewandelt wird.
Die flüchtigen organischen Verbindungen werden verbrannt, wobei eine vollständige Oxidation zu Kohlendioxid, Wasser und sonstigen Verbrennungsprodukten (z.B. NOX oder SOX) erfolgt. |
| ENDE | |