Durchführungsverordnung (EU) 2026/294 der Kommission vom 9. Februar 2026 zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 hinsichtlich der Aufnahme des Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate) in die Liste der spezifizierten Schädlinge für das Einführen von zum Anpflanzen bestimmten unbewurzelten Stecklingen von Calibrachoa spp., Petunia spp. und ihren Hybriden aus Guatemala in das Gebiet der Union

(ABl. L 2026/294 vom 10.02.2026)



Ergänzende Informationen
Liste zur/über Erstellung/Ergänzung/Darstellung/Festlegung/Vorschriften... gem. der VO (EU) 2016/2031

Die Europäische Kommission -

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2016 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen, zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 228/2013, (EU) Nr. 652/2014 und (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinien 69/464/EWG, 74/647/EWG, 93/85/EWG, 98/57/EG, 2000/29/EG, 2006/91/EG und 2007/33/EG des Rates 1, insbesondere auf Artikel 42a Absatz 1,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1) Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 der Kommission 2 wurde eine Ausnahme von der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 der Kommission 3 hinsichtlich des Einführens von zum Anpflanzen bestimmten unbewurzelten Stecklingen von Calibrachoa spp., Petunia spp. und ihren Hybriden aus Guatemala in das Gebiet der Union festgelegt.

(2) Am 9. Oktober 2025 veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (im Folgenden "Behörde") einen Nachtrag zu ihrem wissenschaftlichen Gutachten zur Risikobewertung von unbewurzelten Pflanzen von Petunia spp. und Calibrachoa spp. aus Guatemala 4, da neue Erkenntnisse das Auftreten des Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate) in Guatemala bestätigten. Auf dieser Grundlage nahm sie dieses Virus unter die relevanten Pflanzenschädlinge für zum Anpflanzen bestimmte unbewurzelte Stecklinge von Petunia spp., Calibrachoa spp. und ihre Hybriden aus Guatemala auf.

(3) Daher sollten Nicht-EU-Isolate des Kartoffelvirus X in die Begriffsbestimmung der spezifizierten Schädlinge in Artikel 1 Nummer 1 der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 aufgenommen werden.

(4) Aus Gründen des Pflanzenschutzes im Gebiet der Union sollten die jeweiligen Bestimmungen der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 über Probenahmen, molekulare Tests und Inspektionen der spezifizierten Pflanzen entsprechend geändert werden, um auch dem mit diesem Virus verbundenen Risiko Rechnung zu tragen.

(5) Daher sollte die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 entsprechend geändert werden.

(6) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel

- hat folgende Verordnung erlassen:

Artikel 1 Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078

Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 wird wie folgt geändert:

1. Artikel 1 Nummer 1 erhält folgende Fassung:

"1. "spezifizierte Schädlinge"Bactericera cockerelli (Šulc.), Bemisia tabaci Genn., Chloridea virescens Fabricius, Eotetranychus lewisi (McGregor), Epitrix cucumeris (Harris), Epitrix subcrinita (Lec.), Helicoverpa zea (Boddie), Liriomyza huidobrensis (Blanchard), Liriomyza sativae Blanchard, Liriomyza trifolii (Burgess), Pepper golden mosaic virus, Pepper huasteco yellow vein virus, Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate) Ralstonia pseudosolanacearum Safni et al., Ralstonia solanacearum (Smith) Yabuuchi et al. Emend. Safni et al., Spodoptera ornithogalli Guenée, Squash leaf curl virus und Tomato severe leaf curl virus;";

2. Artikel 3 Absatz 4 Unterabsatz 1 erhält folgende Fassung:

"Pflanzen, die direkt aus den spezifizierten Pflanzen bewurzelt oder gezogen werden, werden von allen anderen Pflanzen, die für die spezifizierten Schädlinge anfällig sind, getrennt gehalten. Sie werden mindestens einmal vor ihrer erstmaligen Verbringung vom Betriebsgelände des betreffenden Unternehmers und zeitlich so kurz wie möglich vor ihrer Verbringung amtlichen Kontrollen unterzogen. Diese Kontrollen umfassen bei Verdacht auf eine Infektion Probenahmen und molekulare Tests auf Pepper golden mosaic virus, Pepper huasteco yellow vein virus, Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate), Squash leaf curl virus und Tomato severe leaf curl virus."

3. Anhang I wird wie folgt geändert:

a) Nummer 1 Buchstabe b Ziffer vi erhält folgende Fassung:

"vi) mindestens einmal, bevor die erste Partie unbewurzelter Stecklinge während dieses Produktionszyklus in die Union ausgeführt wird oder nachdem Bemisia tabaci Genn. auf der Produktionsfläche festgestellt wurde, molekularen Tests zum Nachweis von Pepper golden mosaic virus, Pepper huasteco yellow vein virus, Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate), Squash leaf curl virus und Tomato serious leaf curl virus unterzogen;";

b) Nummer 1 Buchstabe c Ziffer i erhält folgende Fassung:

"i) einer amtlichen Kontrolle auf das Auftreten der spezifizierten Schädlinge mittels eines Probenahmeverfahrens unterzogen, das mindestens den Nachweis eines Befalls von 1 % mit einer Zuverlässigkeit von 99 % gemäß dem Internationalen Standard für pflanzengesundheitliche Maßnahmen ISPM 31 ermöglicht, einschließlich molekularer Tests zum Nachweis von Pepper golden mosaic virus, Pepper huasteco yellow vein virus, Kartoffelvirus X (Nicht-EU-Isolate), Squash leaf curl virus und Tomato heavy leaf curl virus bei Verdacht auf Infektion;".

Artikel 2 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Brüssel, den 9. Februar 2026

1) ABl. L 317 vom 23.11.2016 S. 4, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2016/2031/oj.

2) Durchführungsverordnung (EU) 2025/1078 der Kommission vom 2. Juni 2025 zur Festlegung einer Ausnahme von der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 hinsichtlich des Einführens von zum Anpflanzen bestimmten unbewurzelten Stecklingen von Calibrachoa spp., Petunia spp. und ihren Hybriden aus Guatemala in das Gebiet der Union (ABl. L, 2025/1078, 3.6.2025, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2025/1078/oj).

3) Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 der Kommission vom 28. November 2019 zur Festlegung einheitlicher Bedingungen für die Durchführung der Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 690/2008 der Kommission sowie zur Änderung der Durchführungsverordnung (EU) 2018/2019 der Kommission (ABl. L 319 vom 10.12.2019 S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2019/2072/oj).

4) EFSA PLH-Gremium (EFSA-Gremium für Pflanzengesundheit), 2024, Commodity risk assessment of Petunia spp. and Calibrachoa spp. unrooted cuttings from Guatemala. EFSA Journal 2024;22:e8544, https://doi.org/10.2903/j.efsa.2024.8544.


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