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MSC.1/Rundschreiben 1500/Rev.1 vom 17. Mai 2018
Anleitung zur Formulierung von Änderungen des SOLAS- Übereinkommens von 1974 und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke
Vom 27. Juni 2019
(VkBl. Nr. 13 vom 15.07.2019 S.486)
Az.: 11-3-0
Siehe Fn. *
1 Einleitung
1.1 Dieses Schriftstück gibt eine Anleitung für die Formulierung von Änderungen des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See von 1974 (des Übereinkommens) und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke (im Folgenden als die Anleitung bezeichnet). Außerdem enthält es verfahrenstechnische Gesichtspunkte bezüglich der Genehmigung und Annahme zugehöriger Änderungen.
1.2 Diese Anleitung gilt nicht in vollem Umfang für Änderungen eines Artikels des Übereinkommens oder im Kapitel I der Anlage zum Übereinkommen, für die ein ausdrückliches Änderungsverfahren gefordert ist.
1.3 Diese Anleitung muss stets im Zusammenhang mit den Bestimmungen des Artikels VIII zu Änderungen des Übereinkommens und in Verbindung mit den Rundschreiben Organization and method of work of the Maritime Safety Committee and the Marine Environment Protection Committee and their subsidiary bodies (MSC-MEPC.1/Circ.5/ Rev.1) und Anleitung zum Inkrafttreten von Änderungen des SOLAS-Übereinkommens von 1974 und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke (MSC.1/Rundschreiben 1481) gelesen werden.
1.4 Der in dieser Anleitung beschriebene Prozess fasst die häufigsten Schritte bei der Beratung über und Entwicklung von Änderungen des Übereinkommens und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke zusammen. Obwohl die Genehmigung von Änderungsentwürfen keine verbindliche Forderung des in Artikel VIII des Übereinkommens festgelegten Änderungsverfahrens ist, ist es übliche Praxis des Ausschusses geworden, Änderungsentwürfe vor ihrer Annahme zur Genehmigung einzureichen.
2 Ziele
2.1 Diese Anleitung soll sicherstellen, dass die Einreichung und Ausarbeitung neuer oder geänderter Regeln in einer hinsichtlich Umfang und Ausführlichkeit angemessenen Weise erfolgt, und dass insbesondere:
2.2 Zur Erreichung der oben genannten Ziele gründet sich diese Anleitung auf die beiden folgenden Hauptgrundsätze:
3 Verfahrenstechnische Gesichtspunkte bei der Formulierung von Änderungen
3.1 Zeitlicher Ablauf des Inkrafttretens von Änderungen
3.1.1 Der Ausschuss genehmigte auf seiner dreiundneunzigsten Tagung die Anleitung zum Inkrafttreten von Änderungen des SOLAS-Übereinkommens von 1974 und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke (MSC.1/Rundschreiben 1481), durch welches dem Vierjahreszyklus für das Inkrafttreten von Änderungen des Übereinkommens und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke wieder Geltung verschafft wurde. In diesem Zusammenhang muss bei der Entwicklung von Änderungen des Übereinkommens und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke dem für das Inkrafttreten von Änderungen vereinbarten Zeitplan gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden.
3.1.2 Unbeschadet des obenstehenden Absatzes 3.1.1 gilt die Anleitung nicht vollständig für den ESPCode 2011, den IMDG-Code und den IMSBC-Code, die laufend (d. h. jährlich beziehungsweise zweijährlich) auf den neusten Stand gebracht werden und unterliegen Kapitel 17 des IBC-Codes und Kapitel 19 des IGC-Codes nicht der Anleitung.
3.2 Steuerungsprozess für Änderungen
3.2.1 Prozess für die Änderung des Übereinkommens und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke (vom Vorschlag bis zur Annahme)
3.2.1.1 In einer Vorschlagsphase und zusätzlich zu den bei Vorschlägen für neue Arbeitsergebnisse verlangten Angaben (siehe Anlage 1 zu Organization and method of work of the Maritime Safety Committee and the Marine Environment Protection Committee and their subsidiary bodies (MSCMEPC.1/Circ.5/Rev.1)) müssen bei der Beratung über Vorschläge für ein neues Arbeitsergebnis, das die Ausarbeitung von Änderungen des Übereinkommens und/oder der zugehörigen verbindlichen Regelwerke erfordern kann, wo dies möglich ist, die folgenden Punkte behandelt werden:
3.2.1.2 Bei der Beratung über neue Arbeitsergebnisse und zusätzlich zu den auf Grundlage des Rundschreibens MSC-MEPC.1/Circ.5/Rev.1 zu ergreifenden Maßnahmen muss der Ausschuss die nachstehend aufgeführten Punkte behandeln und hierzu dem/den zuständigen nachgeordneten technischen Gremium/Gremien (d. h. den Unterausschüssen, einschließlich deren Arbeits-/ Redaktions-/zwischen den Tagungen tagenden Gruppen, wie auch denjenigen, die dem Ausschuss unmittelbar berichten) klare Anweisungen erteilen:
3.2.1.3 In einer nachfolgenden Bearbeitungsphase, aber vor Abschluss der Genehmigung zur Annahme, muss jeder befasste Unterausschuss sicherstellen, dass
3.2.1.4 In den Phasen der Genehmigung und der Annahme
3.2.2 Arbeit der Redaktionsgruppen
3.2.2.1 Redaktionsgruppen spielen eine maßgebliche Rolle im Steuerungsprozess für Änderungen. Zwar können Redaktionsgruppen nicht die Substanz der Änderungen verändern, sie müssen aber sicherstellen, dass die Formulierung von Änderungen in Übereinstimmung mit der hier vorliegenden Anleitung erfolgt. Deshalb muss diese Anleitung im Arbeitsauftrag solcher Gruppen stets mit angeführt werden, einhergehend mit dem Auftrag zum Ausfüllen des in der Anlage 2 niedergelegten Prüf-/Überwachungsbogens und des in der Anlage 3 niedergelegten Protokollformulars.
3.2.2.2 Die erste Phase der Aktivitäten im Steuerungsprozess der redaktionellen Arbeiten muss von einer Redaktionsgruppe oder einer Arbeitsgruppe des nachgeordneten Gremiums durchgeführt werden, oder von denjenigen, die dem Ausschuss 6 unmittelbar berichten. Dabei muss der in Anlage 2 niedergelegte Prüf-/Überwachungsbogen beachtet und ausgefüllt werden, bevor die Änderungsentwürfe zur Genehmigung eingereicht werden.
3.2.2.3 In der Phase der Genehmigung von Änderungen muss der Ausschuss die zur Genehmigung eingereichten Änderungsentwürfe zusammen mit dem zugehörigen Prüf-/Überwachungsbogen (siehe Absatz 3.2.1.4.1.1) sorgfältig überprüfen.
3.2.2.4 In Abhängigkeit von den Erkenntnissen aus dem Prüf-/Überwachungsbogen kann der Ausschuss in Betracht ziehen, die für die Überprüfung der zur Annahme eingereichten Änderungen (siehe Absatz 3.2.2.6 weiter unten) eingerichtete Redaktionsgruppe zu beauftragen, die zur Genehmigung eingereichten Änderungsentwürfe und den zugehörigen Prüf-/Überwachungsbogen, einschließlich der im zugehörigen Protokollformular enthaltenen Angaben, zu überprüfen.
3.2.2.5 Nach der Genehmigung von Änderungsentwürfen durch den Ausschuss muss das Sekretariat die genehmigten Änderungsentwürfe unter dem Gesichtspunkt der Abfassung und in redaktioneller Hinsicht überprüfen. Alle vom Sekretariat gefundenen Mängel müssen der Ausschusstagung, auf der über die Annahme der Änderungen entschieden wird, zugeleitet werden, und zwar als Teil des vorab vom Sekretariat auszuarbeitenden Arbeitspapiers, in dem die Änderungen, Kommentare und Vorschläge für Abänderungen eingearbeitet sind (siehe Absatz 3.2.1.4.2.4).
3.2.2.6 In der Phase der Annahme muss das oben erwähnte Arbeitspapier als das grundlegende Dokument für die Beratung der Änderungsentwürfe im erweiterten Ausschuss und in der Redaktionsgruppe, die die endgültige Überprüfung der Änderungsentwürfe vornimmt, verwendet werden neben allen in den zur Beratung auf dieser Tagung eingereichten Dokumenten vorgebrachten Kommentaren.
3.2.3 Verwendung von nachverfolgbaren Änderungen
3.2.3.1 Die Verwendung von nachverfolgbaren Änderungen während der Ausarbeitung, Genehmigung und Annahme von Änderungsentwürfen kann die Beratung vorgeschlagener Änderungen erleichtern. Auch kann sie die Arbeit von Übersetzern unterstützen und die Anzahl von Fehlinterpretationen verringern.
3.2.3.2 Nachverfolgbare Änderungen müssen hauptsächlich für Änderungsentwürfe des Wortlauts bestehender Regeln, Absätze oder Tabellen verwendet werden, so weitgehend wie dies praktisch möglich ist, damit die vorgeschlagenen Änderungen am ursprünglichen Wortlaut leicht erkennbar sind. Dabei darf nur der betreffende Teil/dürfen nur die betreffenden Teile des ursprünglichen Wortlauts wiedergegeben werden.
3.2.3.3 Beim Einfügen neuer oder beim Streichen bestehender Regeln, Absätze oder Tabellen kann die Verwendung nachverfolgbarer Änderungen unpraktisch sein.
3.2.3.4 Nachverfolgbare Änderungen müssen mittels "Durchstreichen" des gestrichenen Wortlautes und "Grauschattierung" zur Hervorhebung aller Änderungen und Neueinfügungen, einschließlich gestrichenen Wortlautes (d. h. nicht durch Verwendung der Funktion "Änderungen nachverfolgen" von Microsoft Word) gebildet werden, damit sichergestellt ist, dass solche Änderungen nicht im weiteren Verlauf der redaktionellen Arbeit verloren gehen (z.B. beim Ausschneiden und Einfügen).
3.2.3.5 Nachverfolgbare Änderungen müssen sich auf den bereits in Kraft befindlichen Wortlaut beziehen. Falls jedoch die Annahme von in Arbeit befindlichen Änderungsentwürfen erst nach dem Datum des Inkrafttretens anderer, damit zusammenhängender Änderungen erwartet wird, wie im Abschnitt 3.3.1 unten geregelt, müssen die angenommenen Änderungen unter Verwendung einer abweichenden Farbe und unter Einschluss einer auf die Entschließung, mit der sie angenommen wurden, hinweisenden Anmerkung einbezogen werden. Die Anmerkung darf nur als redaktionelles Hilfsmittel genutzt und nicht als Teil der betreffenden Änderungsentwürfe verstanden werden.
3.3 Punkte, die bei der Ausarbeitung einer Änderung zu beachten sind
3.3.1 Änderung einer noch nicht in Kraft getretenen Änderung
3.3.1.1 Eine weitere Änderung einer bereits angenommenen Änderung, die noch nicht in Kraft getreten ist, darf vom Ausschuss zwar genehmigt aber solange nicht angenommen werden, bis die zuvor angenommene Änderung in Kraft tritt.
3.3.1.2 Andere Teile derselben Regel, die nicht mit einer zuvor angenommenen, aber noch nicht in Kraft getretenen Änderung zusammenhängen, dürfen entsprechend, unter Wahrung der Verfahren für Änderungen des Übereinkommens, geändert werden.
3.3.2 Arbeit anderer Gremien der Organisation
3.3.2.1 Bei der Formulierung einer Änderung muss Angaben des Sekretariats oder sonstigen Hinweisen zu etwaigen damit zusammenhängenden Änderungen, die von anderen Gremien der Organisation ausgearbeitet werden, gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden.
4 Anleitung für die Formulierung von Änderungen
4.1 Grundsätze
4.1.1 Eine umfassende Überarbeitung eines Kapitels
4.1.1.1 Eine umfassende Überarbeitung ändert die Gliederung des Kapitels grundlegend und setzt dessen Anwendungsdatum neu fest.
4.1.1.2 Eine umfassende Überarbeitung darf nur dann vorgenommen werden, wenn die gesamte Philosophie oder Grundlage des Kapitels neu aufgebaut wird (z.B. auf funktionell begründeten Anforderungen statt auf schiffstypbezogenen Anforderungen oder auf Grundlage eines neuen Konzeptes).
4.1.1.3 Soweit möglich müssen umfassende Überarbeitungen vermieden werden, da sie die Verfolgung der historischen Entwicklung von Regeln erschweren.
4.1.1.4 Wenn ein Kapitel des Übereinkommens umfassend überarbeitet wird, müssen folgende Grundsätze angewendet werden:
4.1.2 Änderungen, die zwischen umfassenden Überarbeitungen angenommen werden
4.1.2.1 Für Änderungen, die zwischen umfassenden Überarbeitungen angenommen werden, müssen die folgenden Grundsätze beachtet werden:
4.1.3 Bei einer nachfolgenden umfassenden Überarbeitung angenommene Änderungen
4.1.3.1 Im Falle einer zweiten oder nachfolgenden umfassenden Überarbeitung eines Kapitels müssen auch folgende Grundsätze beachtet werden:
4.1.4 Verweise auf andere Regelwerke
4.1.4.1 Bei Verweisen auf andere verbindliche/nichtverbindliche Regelwerke in einem verbindlichen Regelwerk müssen die in der Anlage zur Entschließung A.911(22) Uniform wording for referencing IMO documents niedergelegten Guidelines on methods for making reference to IMO and other instruments in IMO conventions and other mandatory instruments befolgt werden.
4.1.4.2 Die oben genannten Richtlinien schaffen einen Standard-Wortlaut für Verweise zur Verwendung in neuen IMO-Übereinkommen und sonstigen verbindlichen Regelwerken zu Sicherheit und Umweltschutz in der Seeschifffahrt sowie in zukünftigen Änderungen vorhandener Übereinkommen oder sonstiger Regelwerke, um sicherzustellen, dass Verweise auf IMO-Übereinkommen und sonstige Regelwerke in einer einheitlichen Wortwahl erfolgen. Dies dient der klaren Anzeige des rechtlichen Status des betreffenden Regelwerkes, nachdem das zuständige IMO-Gremium über diesen Status entschieden hat. Deshalb dürfen Verweise auf Normen, die verbindlich sein sollen, nicht in eine Fußnote gesetzt werden. Stattdessen müssen sie ausdrücklich in den Wortlaut der betreffenden Regeln/Absätze oder Änderungen eingefügt werden.
4.1.5 Beziehungen zwischen dem Übereinkommen und zugehörigen verbindlichen Regelwerken
Allgemeine Grundsätze
4.1.5.1 Die Beziehung zwischen dem Übereinkommen und einem verbindlichen Regelwerk muss sowohl im Übereinkommen als auch im verbindlichen Regelwerk klar angegeben werden.
4.1.5.2 Regelwerke werden dadurch verbindlich gemacht, dass im Wortlaut der SOLAS-Regeln auf sie verwiesen wird. Somit kann der Anwendungsbereich des verbindlichen Regelwerkes nicht über denjenigen der betreffenden SOLAS-Regel hinausgehen.
4.1.5.3 Bei der Formulierung neuer Regelwerke oder von Änderungen muss mit Sorgfalt sichergestellt werden, dass keine Widersprüche zwischen dem Übereinkommen und dem zugehörigen verbindlichen Regelwerk entstehen.
4.1.5.4 Falls die Entscheidung zur Entwicklung einer neuen Fassung eines Regelwerkes getroffen wird, in der unterschiedliche Anforderungen nebeneinander bestehen (siehe Absatz 3.2.1.2.4), muss deren Anwendung im Übereinkommen klar festgelegt werden, insbesondere hinsichtlich des Umfangs und der Zeitpunkte ihrer Anwendung bzw. Umsetzung.
4.1.5.5 Falls unterschiedliche Teile eines Regelwerkes verbindlich bzw. empfehlend sind, müssen diese unterschiedlichen Beziehungen zum Übereinkommen in diesem angegeben werden.
Regelwerke, die alternative oder zusätzliche Anforderungen zu denen des Übereinkommens für besondere Schiffstypen oder ergänzende Anforderungen für bestimmte Umstände bieten
4.1.5.6 Bei Regelwerken, die für bestimmte Schiffstypen alternative Anforderungen zu denen des Übereinkommens stellen, wie z.B. die Internationalen Codes für den Bau und die Ausrüstung von Schiffen zur Beförderung verflüssigter Gase als Massengut ( IGC-Code), für den Bau und die Ausrüstung von Schiffen zur Beförderung gefährlicher Chemikalien als Massengut ( IBC-Code) und für die Sicherheit von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen (HSC-Code 94 und HSC-Code 2000), oder ergänzende Anforderungen für bestimmte Umstände bieten, muss Folgendes bedacht werden:
Regelwerke für betriebliche und Besichtigungs-/Auditangelegenheiten
4.1.5.7 Im Hinblick auf Regelwerke für betriebliche und Besichtigungs-/Auditangelegenheiten, wie z.B. der Internationale Code für ein erweitertes Programm von Untersuchungen während der Besichtigungen von Massengutschiffen und Öltankschiffen von 2011 ( ESP-Code 2011), der Internationale Code für Maßnahmen zur Organisation eines sicheren Schiffsbetriebes und der Verhütung der Meeresverschmutzung ( ISM-Code) oder der Code für anerkannte Organisationen ( RO-Code), muss im Übereinkommen eine klare Begriffsbestimmung und Festlegung ihres Status als verbindlich oder empfehlend angegeben werden, ebenso wie der Umfang ihrer Anwendung. Für jede nachfolgende Änderung des Regelwerkes gilt dieselbe Anwendungsregelung wie für die ursprüngliche Fassung, es sei denn, es wird etwas anderes bestimmt. Trotzdem muss Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden:
Andere Regelwerke
4.1.5.8 In anderen Regelwerken als den in den Absätzen 4.1.5.6 und 4.1.5.7 bezeichneten muss der Grundsatz für die Anwendung am Anfang des Regelwerkes klar angegeben werden. In diesen Fällen muss Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden:
4.1.6 Erleichterungen/Ausnahmen
4.1.6.1 Am Anfang des Kapitels müssen allgemeine Klauseln zu Erleichterungen/Ausnahmen angegeben werden.
4.1.6.2 Spezielle Klauseln zu Erleichterungen/Ausnahmen von bestimmten Anforderungen müssen in den technischen Regeln angegeben werden.
4.2 Bestimmte Einzelheiten
4.2.1 Ausgestaltung von Anwendungsdaten
4.2.1.1 Die Ausgestaltung von Anwendungsdaten muss je nach Zweckmäßigkeit unter Verwendung des auf "drei Zeitpunkten" 7 oder des "allein auf dem Kiellegungsdatum" gegründeten Kriteriums erfolgen.
4.2.1.2 Bei einer umfassenden Überarbeitung muss die Entscheidung dahingehend getroffen werden, ob das auf drei Zeitpunkten gegründete Kriterium verwendet wird oder das auf dem alleinigen Datum der Kiellegung gegründete. In Abhängigkeit von dieser Entscheidung muss eine der folgenden Begriffsbestimmungen für den Ausdruck "gebautes Schiff" zur Anwendung in dem Kapitel in die zum "Anwendungs"- oder "Begriffsbestimmungs"-Teil des Kapitels gehörende Regel eingefügt werden:
"Der Ausdruck ein am oder nach dem TTMMJJJJ gebautes Schiff bezeichnet ein Schiff:
Anmerkung: Als Richtschnur dient Datum 1 mit TTMMJJJJ, Datum 2 liegt sechs Monate nach Datum 1 und Datum 3 achtundvierzig Monate nach Datum 1.
"Der Ausdruck ein am oder nach dem TTMMJJJJ gebautes Schiff bezeichnet ein Schiff:
4.2.1.3 Nachfolgende Änderungen zwischen umfassenden Überarbeitungen müssen auch die im obigen Absatz 4.2.1.2 angegebenen Möglichkeiten behandeln.
4.2.2 Alle Schiffe
4.2.2.1 Wenn der Ausdruck "alle Schiffe" verwendet wird, muss eine klare, für das Kapitel geltende Begriffsbestimmung im "Anwendungs"- oder "Begriffsbestimmungs"-Teil des Kapitels angegeben werden.
4.2.3 Umbau
4.2.3.1 Es muss eine klare Begriffsbestimmung für "Umbau" und für "Änderung oder Veränderung größerer Art" für die Anwendungsbestimmungen des Kapitels oder einer bestimmten Regel vorgegeben werden.
4.2.4 Folgeänderungen des Übereinkommens und/ oder anderer Regelwerke
4.2.4.1 Eine Änderung des Übereinkommens führt gelegentlich zu einer Änderung der Nummerierung von Regeln oder Absätzen. Diese Praxis muss soweit wie möglich vermieden werden, weil es sein könnte, dass im Übereinkommen selbst oder in anderen Regelwerken auf die Nummer verwiesen wird. MSC 71 hat bei der Beratung der Situation bezüglich Querverweisen auf Regeln in und zwischen IMO-Regelwerken beschlossen (MSC 71/23, Absatz 16.10):
4.2.5 Sonstige bewährte Vorgehensweisen bei der Formulierung von Änderungen
4.2.5.1 Zusätzlich zu den in Abschnitt 4.1 beschriebenen Grundsätzen müssen bei der Ausarbeitung und Formulierung von Änderungen des Übereinkommens die folgenden bewährten Vorgehensweisen berücksichtigt werden:
Wenn der Inhalt bestehender Tabellen verändert oder ersetzt wird, muss eine Anmerkung unter der Tabelle oder gegebenenfalls ein hierfür bestimmter getrennter Absatz verwendet werden, um die Anwendung bestehender Anforderungen klarzustellen.
Eine Wiederholung von Regeln, Absätzen oder Tabellen muss soweit irgend möglich vermieden werden.
4.2.6 Die in verbindlichen Regelwerken vorzunehmende Ausgestaltung des Anwendungsdatums
4.2.6.1 In Regelwerken, die für bestimmte Schiffstypen alternative Anforderungen zu denen des Übereinkommens stellen oder ergänzende Anforderungen für bestimmte Umstände (siehe Absatz 4.1.5.6), muss die Ausgestaltung des Anwendungsdatums derjenigen im Abschnitt 4.2.1 folgen.
4.2.6.2 In Regelwerken für betriebliche und Besichtigungs-/ Auditangelegenheiten (siehe Absatz 4.1.5.7):
4.2.6.3 In anderen verbindlichen Regelwerken (siehe Absatz 4.1.5.8) dürfen Anwendungsdaten wie folgt ausgestaltet werden:
"Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, findet dieses Regelwerk Anwendung auf Einrichtungen (Ausrüstung, Geräte, Zubehörteile usw.), die am oder nach dem TTMMJJJJ an Bord von Schiffen eingebaut werden.
Der Ausdruck Einrichtungen (die Art der Einrichtung muss hier klar festgelegt sein), die am oder nach dem TTMMJJJJ an Bord von Schiffen eingebaut wird bedeutet:
(a) für Schiffe, deren Kiel am oder nach TTMMJJJ gelegt wird oder die sich zu diesem Zeitpunkt in einem entsprechenden Bauzustand befinden, alle Einrichtungen des festgelegten Typs an Bord solcher Schiffe; oder
(b) für andere als die unter (a) spezifizierten Schiffe, alle Einrichtungen des festgelegten Typs, für den eine Anlieferung beim Schiff am oder nach dem (TTMMJJJJ + x) vertraglich vereinbart ist, oder, wenn kein solches Datum vertraglich vereinbart ist, die tatsächliche Anlieferung beim Schiff am oder nach dem (TTMMJJJJ + y)."
Anmerkungen:
4.3 Beispiel für Regel 1
4.3.1 Ein Beispiel für Regel 1 gibt die Anlage 1.
5 Sonstiges - Vergegenwärtigung der Grundzüge des Übereinkommens
5.1 Anwendungsbestimmungen
5.1.1 Anwendungsbestimmungen im Übereinkommen werden auf drei Ebenen angegeben:
5.2 Anwendung auf neue/vorhandene Schiffe
5.2.1 Bei der Formulierung des Wortlautes einer Regel muss ein klares Verständnis für das Wesen von Veränderungen der technischen Regeln und für den Umfang der Anwendung neu eingeführter oder zusätzlicher technischer Maßnahmen bestehen, z.B. ob sie auf "neue Schiffe" oder "vorhandene Schiffe" (d. h. Schiffe, die keine neuen Schiffe sind) oder auf beide angewendet werden sollen; außerdem für den Zeitrahmen, in dem Änderungen, die technische Maßnahmen einführen, in Kraft treten sollen. Es ist unabdingbar, das Folgende richtig zu verstehen:
Im Absatz 4.26 wird eine Anleitung zur Anwendung auf neue/vorhandene Schiffe bereitgestellt.
5.3 Schiffstyp
5.3.1 Für Schiffstypen ist anzumerken, dass Regel I/2 gilt, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist. Falls eine Regel bzw. ein Absatz auf einen bestimmten Schiffstyp Anwendung findet, muss dies klar in der Regel bzw. dem Absatz festgelegt werden. Falls ein Schiffstyp eingeführt wird, der nicht in Regel I/2 genannt wird oder der im zu ändernden Kapitel spezifiziert werden kann, muss innerhalb dieses Kapitels eine entsprechende Begriffsbestimmung für diesen Schiffstyp angegeben werden.
5.4 Status von Fußnoten
5.4.1 Die mit der Entschließung A.911(22) angenommenen Guidelines on methods for making reference to IMO and other instruments in IMO conventions and other mandatory instruments bringen zum Ausdruck, dass Normen und Spezifikationen, auf die in Fußnoten verwiesen wird, wie auch Richtlinien und Empfehlungen nicht im amtlichen Wortlaut verbindlicher Regelwerke vorkommen dürfen, wohl aber in zum Verkauf bestimmten Veröffentlichungen, in denen sie eingefügt und nötigenfalls vom Sekretariat aktualisiert werden dürfen, wenn eine neue Ausgabe der betreffenden Veröffentlichung vorbereitet wird.
5.4.2 Bei zukünftigen Änderungen des Übereinkommens oder zugehöriger verbindlicher Regelwerke darf Wortlaut, der ein verbindlicher Teil des Regelwerkes sein soll, nicht in einer Fußnote stehen.
5.5 Menschlicher Faktor
5.5.1 Es wird auf Absatz 4.27 von Organization and method of work of the Maritime Safety Committee and the Marine Environment Protection Committee and their subsidiary bodies (MSC-MEPC.1/Circ.5/ Rev.1) verwiesen, der angibt, dass die nachgeordneten Gremien bei der Entwicklung neuer Anforderungen oder bei der Überarbeitung bestehender Anforderungen immer den menschlichen Faktor in Anerkennung seiner Bedeutung als integraler Bestandteil aller Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheit, der Gefahrenabwehr oder des Umweltschutzes in der Seeschifffahrt mitberücksichtigen müssen, wobei die Grundsätze für den menschlichen Faktor, die in der Anlage der Entschließung A.947(23) Human element vision, principles and goals for the Organization wiedergegeben sind, berücksichtigt werden.
| Beispiel für Regel 1 | Anlage 1 |
Regel 1 muss wie folgt abgefasst werden:
"Regel 1 - Anwendung
1 Anwendung (siehe Abschnitt 4.1.1.4.1 - Anwendungsdatum des Kapitels)
1.1 Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, findet dieses Kapitel auf Schiffe Anwendung, die am oder nach dem [TTMMJJJJ] gebaut werden (siehe Absatz 4.1.1.4.1)
2 Entschließungen, die auf Schiffe Anwendung finden, die vor dem [TTMMJJJJ] gebaut wurden (siehe Absatz 4.1.1.4.2)
Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist, muss die Verwaltung für Schiffe, die vor dem [TTMMJJJJ] gebaut wurden, sicherstellen, dass die gemäß Kapitel [...] des Internationalen Übereinkommens zum Schutz des menschlichen Lebens auf See von 1974 in seiner durch die Entschließungen MSC.1eftsquare...] ([...]) (die Entschließung zur vorherigen Überarbeitung) geänderten Fassung anzuwendenden Bestimmungen eingehalten werden. (Anmerkung: dies muss die vorherige umfassende Überarbeitung sein).
3 Zusätzliche oder überarbeitete Regeln, die auf vor dem [TTMMJJJJ] gebaute Schiffe Anwendung finden (siehe Absatz 4.1.2.1.3)
| Regel | Anwendungsdatum | Angenommen mit |
| II-2/1.2.4 | Erste Erneuerungsbesichtigung am oder nach dem 1. Januar 2011 | MSC. 269(85) |
| II-2/4.5.2.3 | Am oder nach dem 1. Juli 2008 | MSC.216(82) |
| II-2/5.3.4 | Erste Besichtigung am oder nach dem 1. Juli 2008 | MSC.216(82) |
4 In diesem Kapitel enthaltene Anforderungen, die auf vor dem [TTMMJJJJ] gebaute Schiffe Anwendung finden (siehe Absatz 4.1.1.4.3)
| Regel | Anwendungsdatum | Angenommen mit | Von der Anwendung betroffene Schiffstypen |
| II-2/1.2.2 | Siehe Absätze 2.2.1 bis 2.2.4 | MSC. 99(73) | Wie zutreffend |
| II-2/ 4.5.7.1 | 1. Januar 2012 | MSC. 291(87) | Bei allen Tankschiffen |
| II-2/15, Überschrift, erster Satz | 1. Juli 2010 | MSC.201(81) | Anwendbar auf Fahrgastschiffe und auf Frachtschiffe ab 500 BRZ mit einem Datum des Bauvertrages zwischen dem 1. Februar 1992 und dem 1. Juli 1998 |
| Prüf-/Überwachungsbogen für den Prozess zum ändern des Übereinkommens und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke (Vorschlag/Entwicklung) | Anlage 2 |
Teil I - Antragsteller des Vorschlags
(siehe Absatz 3.2.1.1)
| 1 Eingereicht von (Nummer des Dokuments und Antragsteller) |
| 2 Tagung |
| 3 Datum (Datum der Einreichung) |
Teil II - Details der vorgeschlagenen Änderung(en) oder des neuen verbindlichen Regelwerkes
(siehe Absätze 3.2.1.1 und 3.2.1.2) *
| 1 | Strategische Richtung |
| 2 | Titel des Arbeitsergebnisses |
| 3 | Empfohlene Art der Änderungen (MSC.1/Rundschreiben 1481) (Nichtzutreffendes streichen) |
| |
| 4 | Regelwerke, deren Änderung (SOLAS, LSA-Code usw.) oder Entwicklung (neuer Code, neue Fassung eines Codes usw.) beabsichtigt ist |
| 5 | Beabsichtigter Anwendungsbereich (Umfang, Größe, Typ, Vermessungs-/ Längenbeschränkungen, Fahrtbereich (Auslandfahrt/Nicht-Auslandfahrt), Einsatzart usw.) |
| 6 | Anwendung auf neue/vorhandene Schiffe |
| 7 | Für die Koordinierung vorgeschlagener Unterausschuss |
| 8 | Voraussichtlich zuarbeitende Unterausschüsse |
| 9 | Zeitrahmen für die Fertigstellung |
| 10 | Erwartete(s) Daten (Datum) des Inkrafttretens und der Umsetzung/Anwendung |
| 11 | Alle diesbezüglichen Entscheidungen oder Anweisungen des Ausschusses |
Teil III - Während der Arbeit im Unterausschuss auszufüllende und als Teil des endgültigen Genehmigungsprozesses durch den Ausschuss zu prüfende Prozessüberwachung
(siehe Absatz 3.2.1.3) **
| 1 | Der Unterausschuss hat am Beginn einer neuen Aufgabe bis zum Fälligkeitsdatum ausreichend Zeit für technische Forschung und Diskussion zur Verfügung gestellt, insbesondere wenn die Sachverhalte von mehr als einem Unterausschuss behandelt werden müssen, wobei die zeitliche Abfolge von Tagungen der zuständigen Unterausschüsse und der Austausch der Beratungsergebnisse sorgfältig untersucht werden müssen. | |
| 2 | Der in der Vorschlagsphase vereinbarte Anwendungsbereich wurde nicht ohne Genehmigung des Ausschusses geändert. | |
| 3 | Das technische Basisdokument/der Änderungsentwurf behandelt das bzw. die Anliegen des Vorschlags mittels des (der) vorgeschlagenen Regelwerke(s); wo dies nicht der Fall ist, bietet der Unterausschuss dem Ausschuss eine alternative Methode zur Behandlung des mit dem Vorschlag angesprochenen Problems. | |
| 4 | Den Interim guidelines for the systematic application of the grandfather clauses (MSC/Circ.765-MEPC/Circ.315) wurde gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. | |
| 5 | Die Überprüfung aller Verweise wurde anhand desjenigen Wortlautes durchgeführt, der gültig ist, falls die vorgeschlagene Änderung in Kraft tritt. | |
| 6 | Die Textstelle, an der Wortlaut eingefügt oder geändert wird, bezieht sich in richtiger Weise auf diejenige Textfassung, die beim Inkrafttreten der vorgeschlagenen Änderung gemäß dem Vierjahreszyklus des Inkrafttretens gültig sein wird, da weitere diesbezügliche Änderungen mit dem gleichen Datum in Kraft treten könnten. | |
| 7 | In Bezug auf den Anwendungsbereich bestehen keine Widersprüche zwischen der technischen Regel und der in Regel 1 oder 2 des betreffenden Kapitels enthaltenen Anwendungsbeschreibung und die Anwendung für neue und/oder vorhandene Schiffe wird in der notwendigen Weise gezielt behandelt. | |
| 8 | Sofern ein neuer Ausdruck in eine Regel eingeführt wird und für diesen eine klare Begriffsbestimmung erforderlich ist, wird eine solche im Artikel des Übereinkommens oder am Anfang des Kapitels angegeben. | |
| 9 | Sofern einer der englischen Ausdrücke "fitted", "provided", "installed" oder "installation" verwendet wird, wurde darauf geachtet, Klarheit darüber zu schaffen, welche Bedeutung des jeweiligen Ausdrucks gemeint ist. | |
| 10 | Alle erforderlichen damit zusammenhängenden und daraus resultierenden Änderungen in anderen bestehenden Regelwerken, einschließlich nichtverbindlicher Regelwerke, insbesondere der Muster von im geänderten Regelwerk geforderten Zeugnissen und Ausrüstungsverzeichnissen, wurden geprüft und sind Bestandteil der vorgeschlagenen Änderung(en). | |
| 11 | Gegebenenfalls sind die Muster von Zeugnissen und Ausrüstungsverzeichnissen zwischen dem Übereinkommen und seinen Protokollen aufeinander abgestimmt worden. | |
| 12 | Es wird bestätigt, dass die Änderung an einem derzeit gültigen Wortlaut vorgenommen wird und dass keine anderen Gremien zeitgleich Änderungen desselben Wortlautes vorschlagen. | |
| 13 | Alle Kriterien für das Inkrafttreten (Bauvertrag, Kiellegung und Ablieferung) sind bedacht und berücksichtigt worden. | |
| 14 | Sonstige Auswirkungen der Umsetzung der vorgeschlagenen/genehmigten Änderung wurden vollständig analysiert, einschließlich daraus resultierender Änderungen der "Anwendungs"- und "Begriffsbestimmungs"-Regeln des Kapitels. | |
| 15 | Die zur Annahme vorgelegten Änderungen lassen die gegenüber dem ursprünglichen Wortlaut vorgenommenen Änderungen klar erkennen, so dass ihre Beratung erleichtert wird. | |
| 16 | Bei der Änderung verbindlicher Regelwerke wurde die Beziehung zwischen dem Übereinkommen und dem betreffenden Regelwerk beachtet und in angemessener Weise berücksichtigt. | |
| 17 | Das zugehörige Protokollformular wurde ausgefüllt bzw. aktualisiert. |
Anleitung für das Ausfüllen des Prüf-/Überwachungsbogens
Teil I - Antragsteller des Vorschlags
Dieser Teil muss vom Antragsteller einer vorgeschlagenen neuen Änderung möglichst vollständig ausgefüllt werden.
Der ursprüngliche Änderungsvorschlag muss bzw. die ursprünglichen Änderungsvorschläge müssen von mindestens einer Vertragsregierung des Übereinkommens unterstützt werden. Die Vertragsregierung (oder im Falle mehrerer Vertragsregierungen eine als federführend benannte Vertragsregierung) muss den Teil I ausfüllen.
Teil II - Einzelheiten der vorgeschlagenen Änderung(en) oder des vorgeschlagenen neuen verbindlichen Regelwerkes
Dieser Teil muss vom Antragsteller einer vorgeschlagenen neuen Änderung möglichst vollständig ausgefüllt werden.
Einzelheiten des Vorschlags müssen vollständig und so ausführlich wie möglich sein. Falls sich der Vorschlag auf einen Unfall bezieht, muss ihm eine vollständige Erläuterung der mitwirkenden Faktoren oder die Sicherheitsanalyse beigefügt werden, insbesondere wenn der Antragsteller einen Fall als "außergewöhnlichen Umstand" gemäß MSC.1/Rundschreiben 1481 betrachtet. Betrachtungen zur Größe der betroffenen Flotte oder der Anzahl der betroffenen Seeleute oder zu beidem müssen einen Teil der Rechtfertigung des Vorschlags bilden.
Teil III - Während der Arbeit im Unterausschuss auszufüllende und als Teil des endgültigen Genehmigungsprozesses durch den Ausschuss zu prüfende Prozessüberwachung
Dieser Teil muss von der Redaktions-/Arbeitsgruppe ausgefüllt werden, die den Wortlaut des Entwurfs ausgearbeitet hat. Damit die Änderungsentwürfe innerhalb einer Plenartagung von den Unterausschüssen geprüft und in eine Endfassung gebracht werden, kann das Sekretariat nötigenfalls ersucht werden, Teil III des Prüf-/Überwachungsbogens nach der Tagung auszufüllen, anstatt eine spezielle Redaktions-/Arbeitsgruppe aufzustellen."Kleine Korrekturen" (C/ES. 27/D, Absatz 3.2 Ziffer vi) können für die Fertigstellung des Prüf-/Überwachungsbogens von der Anwendung der Bestimmungen ausgenommen werden.
Dieser Prüfbogen muss in jeder Phase des Regelentwicklungsprozesses möglichst vollständig ausgefüllt werden. Jedes Mal, wenn das Regelentwicklungsvorhaben einen Satz Arbeitsaufträge für eine Korrespondenzgruppe, Arbeitsgruppe oder Redaktionsgruppe erhält, muss der Vorsitzende oder das Sekretariat den Prüfbogen bei der Fertigstellung des Berichtes der Gruppe mit diesem überprüfen. Jeder Prozess bedeutet:
Das Konzept sieht vor, durch eine vollständige Aufzeichnung von Zusammenfassungen des Regelentwicklungsprozesses einen Nachverfolgungsmechanismus zu schaffen, damit Delegationen, die sich aufgrund von Personal- und/oder Zeitmangel nicht an der Arbeit von Arbeits-/Redaktionsgruppen beteiligen können, sicher sein können, dass die Einschränkungen der Prozessmethode im Einklang mit den Vorgaben des Ausschusses eingehalten werden.
*) Die Teile I und II müssen vom Antragsteller einer vorgeschlagenen neuen Änderung möglichst vollständig ausgefüllt werden.
**) Teil III muss von der Redaktions-/Arbeitsgruppe, die den Wortlaut des Entwurfs ausgearbeitet hat, unter Verwendung von "ja", "nein" oder "nicht zutreffend" ausgefüllt werden. Damit die Änderungsentwürfe innerhalb einer Plenartagung von den Unterausschüssen geprüft und in eine Endfassung gebracht werden, kann das Sekretariat nötigenfalls ersucht werden, Teil III des Prüf-/Überwachungsbogens nach der Tagung auszufüllen, anstatt eine spezielle Redaktions-/ Arbeitsgruppe aufzustellen."Kleine Korrekturen" (C/ES. 27/D, Absatz 3.2 Ziffer vi) können für die Fertigstellung des Prüf-/Überwachungsbogens von der Anwendung der Bestimmungen ausgenommen werden.
| Protokollformular | Anlage 3 |
Bei jeder Regelentwicklung müssen die folgenden Protokolleinträge erstellt und auf dem aktuellen Stand gehalten werden .*
Die Protokolleinträge können durch die Angabe von Verweisen auf Absätze zugehöriger Dokumente erfolgen, die relevante Angaben, Vorschläge, Diskussionen und Entscheidungen enthalten.
| 1 | Überschrift (Nummer und Überschrift der Regel(n)) |
| 2 | Ursprung der Anforderung (Dokument, mit dem der Vorschlag ursprünglich gemacht wurde) |
| 3 | Hauptgrund für die Entwicklung (Auszug aus dem Dokument, mit dem der Vorschlag gemacht wurde) |
| 4 | Diesbezügliche Arbeitsergebnisse |
| 5 | Verlauf der Diskussion (Genehmigung von Arbeitsprogrammen, Tagungen von Unterausschüssen, einschließlich der Arbeit von Korrespondenzgruppen/Redaktionsgruppen/Arbeitsgruppen) |
| 6 | Rückwirkungen auf andere Regelwerke (Codes, Leistungsnormen, Rundschreiben zur Anleitung, Zeugnis-/ Verzeichnismuster usw.) |
| 7 | Technischer Hintergrund |
| 7.1 | Umfang und Zielsetzung (abzugleichen mit den Punkten 4 und 5 in Teil II des Prüfbogens) |
| 7.2 | Technischer/betrieblicher Hintergrund und Begründung (z.B. Zusammenfassung einer gegebenenfalls vorliegenden FSA-Studie oder der technischen Herausforderung) |
| 7.3 | Quelle/Herleitung der Anforderung (nichtverbindliches Regelwerk, Industrienorm, nationale/regionale Anforderung) |
| 7.4 | Kurze Zusammenfassung der Anforderung (worin besteht die neue Anforderung - in knapper, für Laien verständlicher Sprache) |
| 7.5 | Diskussionspunkte (kontroverse Punkte und Schlussfolgerung) |
*) Damit die Entwurfsänderungen von den Unterausschüssen innerhalb einer Plenartagung geprüft und in eine Endfassung gebracht werden, kann das Sekretariat nötigenfalls ersucht werden, die Protokolle für die Regelentwicklung nach der Tagung fertigzustellen, anstatt eine spezielle Redaktions-/Arbeitsgruppe aufzustellen."Kleine Korrekturen" (C/ES. 27/D, Absatz 3.2 Ziffer vi) können von der Anwendung der Bestimmungen zur Fertigstellung der Protokolle für die Regelentwicklung ausgenommen werden.
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*) Durch die Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr wird hiermit das Rundschreiben des Schiffssicherheitsausschusses MSC der IMO MSC.1/Rundschreiben 1500/ Rev.1, "Anleitung zur Formulierung von Änderungen des SOLAS-Übereinkommens von 1974 und der zugehörigen verbindlichen Regelwerke", in deutscher Sprache amtlich bekannt gemacht.
1) Verwiesen wird auf die Interim guidelines for the systematic application of the grandfather clauses (MSC/Circ.765-MEPC/Circ.315).
2) Verwiesen wird auf die im Absatz 3.10 des Dokuments MSC 72/23 wiedergegebene Entscheidung des Ausschusses.
3) Verwiesen wird auf Unified interpretation of the date of completion of the survey and verification on which the certificates are based (MSC-MEPC.5/Circ.3).
4) Damit die Änderungsentwürfe von den Unterausschüssen innerhalb einer Plenartagung geprüft und in eine Endfassung gebracht werden, kann das Sekretariat nötigenfalls ersucht werden, Teil III des Prüf-/ Überwachungsbogens und die Protokolle für die Regelentwicklung nach der Tagung fertigzustellen, anstatt eine spezielle Redaktions-/ Arbeitsgruppe aufzustellen."Kleine Korrekturen" (C/ES. 27/D, Absatz 3.2 Ziffer vi) können von der Anwendung der Bestimmungen zur Fertigstellung des Prüf-/Überwachungsbogens und der Protokolle für die Regelentwicklung ausgenommen werden.
5) Der gesamte Anfertigungsvorgang der beglaubigten Abschriften darf nach dem Annahmedatum der Änderung in keinem Fall länger als 100 Tage bei nicht umfangreichen Dokumenten (jene, die sechs Seiten oder weniger umfassen) und länger als 160 Tage bei umfangreichen Dokumenten (jene, die mehr als sechs Seiten umfassen) dauern.
6) Damit die Änderungsentwürfe von den Unterausschüssen innerhalb einer Plenartagung geprüft und in eine Endfassung gebracht werden, kann das Sekretariat nötigenfalls ersucht werden, Teil III des Prüf-/ Überwachungsbogens und die Protokolle für die Regelentwicklung nach der Tagung fertigzustellen, anstatt eine spezielle Redaktions-/ Arbeitsgruppe aufzustellen."Kleine Korrekturen" (C/ES. 27/D, Absatz 3.2 Ziffer vi) können von der Anwendung der Bestimmungen zur Fertigstellung des Prüf-/Überwachungsbogens und der Protokolle für die Regelentwicklung ausgenommen werden.
7) Verwiesen wird auf das Rundschreiben MSC-MEPC.5/Circ.8 Einheitliche Auslegung der Anwendung von Regeln, für die in Bezug auf die Vorschriften der SOLAS- und MARPOL-Übereinkommen das Datum des Bauvertrags, der Kiellegung und der Ablieferung maßgebend ist.
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