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D.5 Expositionsabschätzung
D.5.1 Zweck dieses Abschnitts
Wenn ein erstes Expositionsszenario entwickelt wurde, muss überprüft werden, ob die gesammelten Informationen ausreichen, um nachzuweisen, dass die mit der Herstellung und allen identifizierten Verwendungen des Stoffes verbundenen Risiken beherrscht werden. Dies ist häufig ein iterativer Prozess, bei dem schrittweise verbesserte Expositionsabschätzungen in jeder Iteration mit den abgeleiteten Nicht-Effekt-Konzentrationen bzw. Konzentrationen mit minimalen Wirkungen (DNEL-, PNEC- oder DMEL-Werte) verglichen werden. Hierzu können Expositionsabschätzungen für alle im Expositionsszenario beschriebenen identifizierten Verwendungen vorgenommen werden.
Der Prozess der Abschätzung von Expositionen während der Ausarbeitung von Expositionsszenarien besteht aus 2 Schritten: der erste Schritt (Stufe 1) soll die "wahrscheinliche Worst-Case"-Exposition für die im ersten Expositionsszenario beschriebenen Bedingungen abschätzen. Diese Abschätzung kann mit Messungen oder Standardexpositionsmodellen und soweit möglich mit den für bestimmte Verfahren oder Produktkategorien festgelegten Verwendungsbedingungen erfolgen. Ein nachfolgender zweiter Schritt (Stufe 2) kann erforderlich sein, wenn die Risikobeherrschung für das erste Expositionsszenario während der Stufe 1 nicht nachgewiesen werden kann. Die Stufe 2 konzentriert sich auf typische, genau festgelegte Expositionen mit entsprechender Kenntnis der jeweiligen Vertrauensgrenzen auf der Basis der Unsicherheit und Variabilität der einschlägigen Parameter.
In diesem Abschnitt wird erläutert, wie verfügbare Daten und Abschätzungsmodelle auf der Ebene
der Stufe 1 verwendet werden, um eine (semi)quantitative Freisetzungs- und
Expositionsabschätzung für ein Expositionsszenario vorzunehmen.
Näheres zu den Überlegungen bei Beurteilungen der Stufe 2, einschließlich der betreffenden Algorithmen und Methoden der Expositionsabschätzung, finden Sie in den Kapiteln R.14 bis R.18.
D.5.2 Gemessene Expositionsdaten
Im Idealfall stützt sich die Expositionsabschätzung auf reale Messungen für die Verwendung des Stoffes in jedem Szenario. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Deshalb müssen häufig Messdaten und Modellschätzungen der Exposition kombiniert werden, oder die Beurteilung muss sich allein auf Modellschätzungen stützen. Mitunter kann die Exposition auch auf der Basis von Messdaten für einen anderen Stoff, der ähnliche physikalisch-chemische Merkmale oder ähnliche Eigenschaften in Bezug auf sein Umweltschicksal hat, abgeschätzt werden.
Sofern diese Daten von geeigneter Qualität und umfangreich genug sind, um als repräsentativ für ein Expositionsszenario betrachtet zu werden, bilden diese Daten die Realität der Verwendung und weniger eine Modelldarstellung ab. Bei der Einbeziehung der Expositionsmessungen in die Entwicklung von Expositionsszenarien müssen eine Reihe von Überlegungen (die an anderer Stelle näher beschrieben werden 19) berücksichtigt werden:
Für Messdaten von Umweltkonzentrationen müssen einige zusätzliche Überlegungen angestellt werden:
Wichtig ist auch, dass die verfügbaren Expositionsdaten nicht nur bei der Entwicklung eines Expositionsszenarios von Bedeutung sind, sondern auch bei der Beurteilung der Wirksamkeit der empfohlenen Risikomanagementmaßnahmen (RMM): Das Expositionsszenario beschreibt diejenigen RMM und betrieblichen Verwendungsbedingungen (VB), die ausreichen, um die Exposition am Arbeitsplatz unter den DNEL-Wert für den Stoff zu senken. Deshalb ist die Überwachung der Exposition am Arbeitsplatz ein wertvolles Werkzeug, das nachgeschalteten Anwendern helfen kann, die Integrität und Validität der von vorgeschalteten Akteuren der Lieferkette erhaltenen Empfehlungen zur Expositionsbegrenzung zu bestimmen. Dasselbe gilt für Messdaten zur Emission von Stoffen in die Umwelt über Abwässer oder Abluft sowie die Innenraumexposition von Verbrauchern.
D.5.3 Abschätzung der berufsbedingten Exposition
Am Arbeitsplatz erfolgt die Belastung mit chemischen Stoffen über drei Expositionswege: Inhalation, Hautkontakt oder orale Aufnahme. Zur Bestimmung der Exposition über diese Wege können entweder Messdaten und/oder prädiktive Abschätzungsmodelle verwendet werden. Wenn Messdaten zur Verfügung stehen, werden diese gegenüber Expositionsabschätzungen aus Modellen bevorzugt. Außerdem sind Messdaten für die Inhalationsexposition zwar häufig verfügbar, für die dermale oder orale Exposition jedoch sehr viel weniger häufig. Deshalb muss jede Abschätzung der Exposition für das Szenario durch eine Kombination aller verfügbaren Daten (reale Daten und Modellschätzungen) vorgenommen werden. Dabei können alle oder einige der in Tabelle D.2-1 beschriebenen Determinanten als Eingaben in die Modelle zur Expositionsabschätzung erforderlich sein.
D.5.3.1 Daten aus Messungen
Verfügbare Daten zur Exposition am Arbeitsplatz sollten von zentraler Bedeutung für die Expositionsabschätzung sein. Es wurden umfassende Leitlinien dazu erarbeitet, wie Strategien für die Expositionsüberwachung entwickelt und umgesetzt werden können, um die Wirksamkeit von empfohlenen Risikomanagementmaßnahmen zu beurteilen 20. Normalerweise dürfte es zur Entwicklung eines Expositionsszenarios nicht notwendig sein, eine Expositionsüberwachung einzuleiten, sondern es sollten vielmehr alle verfügbaren Expositionsdaten aus realen, analogen und modellierten Quellen angemessen berücksichtigt werden (siehe Kapitel R.14).
D.5.3.2 Modellierungsansätze
Es gibt im Prinzip ein breites Spektrum von Modellen zur Expositionsabschätzung, die verwendet werden können, um die Expositionen für den speziellen Zweck der Entwicklung eines Expositionsszenarios abzuschätzen. Diese Modelle unterscheiden sich in ihrer Komplexität und ihrem Verwendungszweck. Einige Modelle wurden speziell als anwenderfreundliche Modelle entwickelt, die naturgemäß vorsichtige Schätzungen liefern und deshalb am besten als erste Screening-Modelle (Stufe 1) verwendet werden sollten, d. h. sie ermöglichen die schnelle Beurteilung eines definierten Spektrums von Expositionsszenarien und Risikomanagementmaßnahmen, wie z.B. ECETOC TRA, das COSHH-BAuA-Tool und Stoffenmanager. Andere (meist anspruchsvollere) Modelle wurden für andere Zwecke entwickelt, wie etwa die Exposition gegenüber Agrochemikalien (z.B. EUROPOEM) oder Bioziden (z.B. einige Modellansätze im TNsG für die menschliche Exposition gegenüber Bioziden). Diese Modelle liefern häufig genauere Schätzungen der tatsächlichen Exposition, doch weil ihre Verwendung Fachwissen erfordert, werden sie im Allgemeinen nur eingesetzt, wenn ein Ansatz der Stufe 1 Anlass zur Sorge gibt. Ein Modellansatz wurde speziell zur Abschätzung der dermalen Exposition entwickelt (RISKOFDERM-Modell).
Im Mittelpunkt des vorliegenden Leitliniendokuments stehen Modelle der Stufe 1, die speziell zur Abschätzung der berufsbedingten Exposition entwickelt wurden. Diese und einige der anderen (höherstufigen) Modelle werden in Kapitel R.14 genauer beschrieben.
Inhalation
Zur Beurteilung der Inhalationsexposition bei Arbeitnehmern kann der Hersteller/Importeur oder nachgeschaltete Anwender die ECETOC TRA als bevorzugtes Modell der Expositionsabschätzung der Stufe 1 in Betracht ziehen. Als Alternative kann das Easyto-use Workplace Control Scheme für gefährliche Stoffe (COSHH-BAuA-Tool) verwendet werden. Auch der Stoffenmanager kann ein geeignetes Werkzeug sein.
Dermal
Zur Beurteilung der dermalen Exposition bei Arbeitnehmern kann der Hersteller/Importeur oder nachgeschaltete Anwender bevorzugt die ECETOC TRA oder das RISKOFDERM Dermal-Modell einsetzen. Das RISKOFDERM Dermal-Modell gilt als ein höherstufiges Werkzeug und wird in Kapitel R.14 beschrieben.
Oral
Die orale Exposition bei Arbeitnehmern wird im Allgemeinen nicht beurteilt, weil dafür zurzeit keine Methoden oder Werkzeuge zur Verfügung stehen. Es wird oft angenommen, dass eine elementare Körperpflege die orale Exposition vermindert, doch dies ist nicht immer der Fall. Wenn Daten des biologischen Monitorings zur Verfügung stehen, können alle potenziellen Expositionen, einschließlich der oralen, berücksichtigt werden.
D.5.3.3 ECETOC Targeted Risk Assessment für die berufsbedingte Exposition 21
Der Hersteller/Importeur kann das ECETOC TRA-Modell als bevorzugtes Werkzeug zur Abschätzung der Arbeitnehmerexposition durch Inhalation in Betracht ziehen. Für die dermale Exposition sollte dieses Werkzeug unter der Annahme verwendet werden, dass keine örtliche Entlüftung erfolgt, da sich herausgestellt hat, dass das Werkzeug die dermale Exposition unterschätzt, wenn vom Vorhandensein einer örtlichen Entlüftung ausgegangen wird. In diesem Fall kann eine Kontrolle der Massenbilanz der Gesamtexposition (Inhalation und dermal) hilfreich sein. Das ECETOC TRA-Modell wird zurzeit auf den neuesten Stand gebracht. Näheres dazu, wie das Werkzeug verwendet wird, und zum Status der Aktualisierungen siehe Kapitel R.14.
Die ECETOC TRA-Methode zur Abschätzung der Exposition durch Inhalation und Hautkontakt beruht auf dem EASE-Modell, das in ein Inhalationsmodell und ein Modell für die potenzielle dermale Exposition unterteilt ist. Die gezielte Risikobeurteilung (TRA) geht in ihrer aktuellen Version davon aus, dass keine persönliche Schutzausrüstung als Risikomanagementmaßnahme verwendet wird.
Das Modell für die Inhalationsexposition geht davon aus, dass die Konzentration eines Stoffes in der Arbeitsplatzluft analog zu anderen Situationen vorhergesagt werden kann, d. h. in diesem Fall analog zu Situationen, in denen die Expositionskonzentration gemessen wurde. Es werden drei Arten von Arbeitsplatzdeterminanten verwendet, um die Inhalationsexposition zu beschreiben:
Das EASE-Modell für die dermale Exposition, das als Grundlage für das ECETOC TRA-Modell verwendet wird, ist weitaus rudimentärer als das Inhalationsmodell. Es beruht viel weniger auf Messdaten, da zum Zeitpunkt der Entwicklung des Modells ein allgemeiner Mangel an zuverlässigen Messdaten bestand. Die Struktur für die dermale Exposition ist dem Inhalationsmodell insoweit ähnlich, als sie dieselben drei Parameter beinhaltet: Aggregatzustand, Verwendungsmuster und Begrenzungsmuster. Die letzten beiden Parameter werden aufgrund mangelnder zuverlässiger Daten für die dermale Exposition in vereinfachter Form dargestellt.
Eingabedaten
Als Eingabedaten sind nur wenige Determinanten erforderlich:
Dauer der Tätigkeit, Einsatz einer lokalen Entlüftung (ja/nein), ECETOCVerfahrenskategorie 22 (nähere Beschreibung siehe Anhang R.12-3 und Kapitel R.14), Dampfdruck des Stoffes (falls Flüssigkeit) oder Staubigkeit (falls Feststoff). In Tabelle D.5-1 werden diese Angaben in das ES-Standardformat eingegeben.
Tabelle D.5-1 Notwendige Eingabedaten zur Expositionsabschätzung der Stufe 1 für Arbeitnehmer
| Angaben | TRA | COSHH-BAuA | |
| Stoffeigenschaften | Dampfdruck | Dampfdruck, Siedepunkt | |
| 1 | Kurztitel des ES | Eines/mehrere von 20 vorgegebenen Szenarien | Schutzleitfäden (Control Guidance Sheets) für Verfahren und Tätigkeiten |
| 2 | Verfahren und Tätigkeiten | ||
| 3 | Dauer und Häufigkeit | Stunden pro Schicht | Dauer < oder > 15 min |
| 4.1 | Aggregatzustand | Staubigkeit (für Feststoffe) | Staubigkeit |
| 4.2 | Konzentration des Stoffes im Produkt | Ja (100 % angenommen) | Ja (100 % angenommen) |
| 4.3 | Menge | Größenordnung pro Aufgabe [g] [kg] [t] | |
| 5 | Sonstige relevante Bedingungen | Verfahrenstemperatur | |
| 6.1 | HH-Risiko- management | Örtliche Entlüftung vorhanden? (geeignete PPE verfügbar?) 23 | Eine/mehrere von 3 vorgegebenen Begrenzungsstrategien |
Ausgabedaten des Tools (zur Verwendung bei der Stoffsicherheitsbeurteilung):
Für die Inhalation wird die geschätzte Exposition in ppm oder mg/m3 angegeben, und für den Hautkontakt wird sie in µg/cm2 angegeben. Je nach Kontaktfläche kann die äußerliche, örtliche Exposition in eine systemische Exposition umgewandelt werden (in Stufe 1 ist eine 100%ige Aufnahme anzunehmen).
Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs
Die aktuelle Version des ECETOC TRA-Werkzeugs ist in gedruckter Form (Technical Report No. 93) und im Internet https://www.ecetoctra.org) verfügbar. Das TRA-Modell wird zurzeit überarbeitet, und eine aktualisierte Version wird 2008 zur Verfügung stehen.
Die Beurteilung der Risiken für die menschliche Gesundheit auf der Stufe 1 besteht aus fünf Schritten.
D.5.3.4 Beispiel für eine im Stoffsicherheitsbericht dokumentierte Übersichtstabelle zur Expositionsabschätzung der Stufe 1
Tabelle D.5-2 zeigt ein Beispiel, wie eine Expositionsabschätzung der Stufe 1 für ein Lösungsmittel mit relativ niedriger Flüchtigkeit (1,13 hPa) und einem berufsbedingten Expositionsgrenzwert von 50 ppm (Langzeitinhalation) für verschiedene Verwendungsbedingungen aussehen kann. Hinweis: Der potenzielle Registrant hat die Konzentration des Lösungsmittels in der Zubereitung auf 20 % begrenzt, um die geschätzte Exposition bei offenen manuellen Anwendungen ohne örtliche Entlüftung unter 50 ppm zu halten.
Tabelle D.5-2 Expositionsabschätzung für Arbeitnehmer auf der Basis der ECETOC TRA (2004)
| Verfahrenskategorien | Dauer der Tätigkeit | Örtliche Entlüftung (ja/nein) | Max. Konzentration in der Formulierung | Geschätzte Inhalationsexposition (ppm) | Geschätzte dermale Exposition (mg/cm2/Tag) | Geschätzte Inhalationsexposition (ppm) korrigiert um Max. 20 % | Geschätzte dermale Exposition (mg/cm2/Tag) korrigiert um Max. 20 % | ||
| I.1 | Industriell | In der Produktionsstätte des Registranten: Verwendung in geschlossenem, kontinuierlichem Verfahren mit gelegentlicher kontrollierter Exposition, z.B. während der Wartung, Probenahme und beim Einfahren von Anlagen | > 4 h | Ja | 100 | 0,5 | Keine | ||
| I.2 | Industriell | Verwendung in einem Chargenverfahren, einschließlich chemischer Reaktionen und/oder Formulierung durch Mischen oder Kalandrieren von Produkten auf der Basis flüssiger oder fester Stoffe | > 4 h | Ja | 100 | 1,8 | 1 | ||
| I.3 | Industriell | Zuführen/Entleeren des Stoffes (oder von Zubereitungen, die den Stoff enthalten) in Gefäße/aus Gefäßen | > 4 h | Ja | 100 | 3 | 0,6 | ||
| I.4 | Industriell | Füllen von Behältern mit dem Stoff oder seinen Zubereitungen (einschließlich Wägen) | > 4 h | Ja | 100 | 0,6 | Keine | ||
| I.5 | Industriell | Verwendung als Laborreagenz | > 4 h | Ja | 100 | 0,1 | Keine | ||
| P.1 | Gewerblich* | Sprühen des Stoffes oder von Zubereitungen, die den Stoff enthalten, in industriellen Anwendungen z.B. Beschichtungen | > 4 h | Ja
Nein | 100 (20) | 20
100 | 1
1 | 4
20 | 0,2
0,2 |
| P.2 | Gewerblich | Rollen oder Streichen von Klebstoffen und anderen Oberflächenbeschichtungen n | > 4 h | Neinn | 100 (20) | 100 | 1 | 20** | 0,2 2 |
| P.3 | Gewerblich | Verwendung zur Behandlung von Erzeugnissen usw. (inkl. Reinigung) durch Eintauchen oder Übergießen n | > 4 h | Neinn | 100 (20) | 10 | 1 | 2 | 0,2 2 |
| *) Die Sprühanwendung wurde sowohl mit als auch ohne örtliche Entlüftung beurteilt. **) Bei Verwendung des EASE-Tools, das eine genauere Beurteilung der Exposition gegenüber schwach flüchtigen Stoffen ermöglicht, beträgt die berechnete Exposition 14 ppm. Da dies den 20 ppm aus der ECETOC TRA sehr nahe kommt, wird dieser Wert in der Risikobeurteilung weiter verwendet. | |||||||||
D.5.3.5 Benutzerfreundliches Arbeitsplatzschutzprogramm für gefährliche Stoffe
Dieses Werkzeug, das auch als COSHH-BAuA-Tool bezeichnet wird, kann nur für Berechnungen der Inhalationsexposition verwendet werden. Es kann unter http://www.reachhelpdesk.de/en/Exposure/Exposure.html heruntergeladen werden.
Dieses Modell zur Expositionsvorhersage beruht auf der Annahme, dass die Arbeitsplatzexposition von zwei Hauptfaktoren bestimmt wird: vom Expositionspotenzial des gehandhabten Stoffes und von der angewandten Begrenzungsstrategie. Während das Expositionspotenzial einen positiven bzw. verstärkenden Effekt auf die Expositionshöhe entfaltet, hat die Begrenzungsstrategie einen negativen oder vermindernden Effekt.
Zwei allgemeine Kategorien bestimmen das Expositionspotenzial - die inhärenten physikalischen Eigenschaften des Materials und die Art und Weise, in der der Stoff gehandhabt wird, d. h. die Verwendungsbedingungen. Bei Feststoffen ist die Staubigkeit die wichtigste physikalische Eigenschaft, die im Hinblick auf das Expositionspotenzial zu berücksichtigen ist. Bei Flüssigkeiten ist die "Flüchtigkeit" die Schlüsseldeterminante, und der Anwender benötigt den Siedepunkt oder den Dampfdruck bei einer bestimmten Temperatur sowie die Verfahrenstemperatur. Der Maßstab der Verwendung (klein [g/ml], mittel [kg/l] oder groß [Tonnen/m3]) gilt als wichtigste zu berücksichtigende Bedingung, da sie beeinflusst, wie das Material verpackt, transportiert und verwendet wird.
Die Begrenzungsstrategie wird in erheblichem Grad mit einer Reihe von Faktoren bestimmt, die die Exposition verringern sollen. Diese allgemeinen Begrenzungslösungen werden durch eine Reihe von Schutzleitfäden (Control Guidance Sheets, CGS) unterstützt, die praktische Beispiele für jeden Ansatz zur Begrenzung der Exposition bei gebräuchlichen industriellen Grundverfahren wie Wägen und Abfüllen geben.
Dieses Werkzeug ist als ein Ansatz zum Herausfiltern der risikoarmen Arbeitsplatzsituationen und zum Auswählen geeigneter Begrenzungsmaßnahmen zu betrachten. Das Bereichskonzept basiert auf dem Ansatz der COSHH Essentials und ist eng mit Schutzleitfäden (Control Guidance Sheets) verbunden (siehe Kapitel R.16). Der Vorteil ist, dass es nur auf drei Eingabeparametern beruht: Flüchtigkeit oder Staubigkeit, verwendete Stoffmenge und Begrenzungsansatz (die Dauer der Exposition wird als solche nicht betrachtet, sondern wenn die Expositionszeit < 15 min/Tag beträgt, wirkt sich dies auf die Expositionshöhe aus). Näheres siehe Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs weiter unten.
Eingabedaten
Als Eingabedaten sind einige Determinanten erforderlich:
Ausgabedaten des Tools (zur Verwendung bei der Stoffsicherheitsbeurteilung)
Das Werkzeug berechnet einen unteren und oberen Wert für den Expositionsbereich (in mg/m3 für Feststoffe und ppm für Dämpfe). Der obere Wert des Expositionsbereichs sollte für die Risikobeschreibung, d. h. den Vergleich mit dem DNEL-Wert, verwendet werden.
Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs
Die Expositionshöhen für die Inhalation werden mit dem COSHH-BAuA-Tool in sieben Schritten abgeleitet:
D.5.4 Abschätzung der Verbraucherexposition
Bei der Abschätzung der Verbraucherexposition müssen 3 Expositionswege betrachtet werden. Jeder Expositionsweg muss separat berechnet werden. Ein Expositionsszenario kann mit einem mehrstufigen Ansatz der Expositionsabschätzung abgeleitet werden. Zunächst kann mit einer Expositionsabschätzung der 1. Stufe ein "Worst Case", der jedoch nicht unrealistisch ist, abgeleitet werden. Mit nachfolgenden höherstufigen Abschätzungen kann die Exposition genauer beschrieben werden.
Inhalation: Bei einer Beurteilung der Stufe 1 wird davon ausgegangen, dass der gesamte Stoff als Gas, Dampf oder Schwebstoff in einen Standardraum freigesetzt wird. Die Ursache kann eine direkte Freisetzung oder die Verdunstung aus einer flüssigen oder festen Matrix sein. Bei nachfolgenden Iterationen oder in höherstufigen Beurteilungen werden weitere Parameter berücksichtigt, wie z.B. die Stoffkonzentration in der Luft, die Anzahl der Räume, die Entlüftungsrate des Raums bzw. der Räume und die Geschwindigkeit, mit welcher der Stoff in den Raum bzw. die Räume freigesetzt wird.
Beispiele für allgemeine Modelle zur Berechnung der Verbraucherexposition in Stufe 1 finden Sie in den Kapiteln R.15 und R.17. Zu diesen Modellen zählen EUSES (EG, 2004) und ConsExpo 4.1 (Delmaar et al., 2005) 25.
Um die Beurteilung von Verbraucherzubereitungen oder -erzeugnissen zu vereinfachen, können verbraucherrelevante Produktkategorien aus dem System der Verwendungsdeskriptoren (Deskriptor 3 und 4) mit allgemeinen Produktkategorien mit Standardausgangswerten für Produktzusammensetzung, Einsatzmenge pro Tätigkeit, Kontaktoberfläche für den jeweiligen Expositionsweg und Häufigkeit der Verwendung verknüpft werden. Die Produktkategorien basieren auf dem Verbraucherteil der ECETOC-TRA (ECETOC, 2004) und den Kategorien in der ConsExpo-Datenbank. Die vorgegebenen Parameter für die Produktkategorien müssen in naher Zukunft noch genauer beschrieben werden.
Zur näheren Beschreibung der Exposition können höherstufige Beurteilungen erforderlich sein. Dies wird in Kapitel R.15 beschrieben. Beispiele für höherstufige Modelle finden Sie im Anhang R15-3.
Tabelle D.5-3 zeigt eine kleine Übersicht über die notwendigen Eingabedaten in die verschiedenen Modelle.
Tabelle D.5-3 Notwendige Eingabedaten von aktuellen Tools der Stufe 1 für eine Expositionsabschätzung der Stufe 1 für Verbraucher
| Angaben | ConsExpo | EUSES | TRA 26 | |
| Stoffeigenschaften | ||||
| 1 | Kurztitel des ES | Eine oder mehrere von 5 vorgegebenen Gleichungen für die Stufe 1, eingeteilt nach Produktkategorie und Expositionsweg ** | Eine oder mehrere von 5 vorgegebenen Gleichungen für die Stufe 1, eingeteilt nach Produktkategorie und Expositionsweg | Eine/mehrere von 20 vorgegebenen Produktkategorien (Zubereitungen und Erzeugnisse) |
| 2 | Verfahren und Tätigkeiten | |||
| 3 | Dauer und Häufigkeit | Stunden oder Verwendungen/Tag | Verwendungen/Tag | Verwendungen/Tag |
| 4.1 | Aggregatzustand | |||
| 4.2 | Konzentration des Stoffes im Produkt | Ja | Ja | Ja |
| 4.3 | Menge | Pro Anwendung | Pro Anwendung | Pro Anwendung |
| 5 | Sonstige relevante betriebliche Bedingungen | Verdünnung (Raumgrößer und Luftaustausch) Hautkontaktfläche Aufnahmemenge Migrationsanteil | Verdünnung (Raumgröße und Luftaustausch) Hautkontaktfläche Aufnahmemenge Migrationsanteil | Verdünnung (Raumgröße und Luftaustausch) Haut-/Mundkontaktfläche Migrationsanteil |
| 6.2 | Verbraucher- Risikomanagement | Produktintegrierte Maßnahmen (z.B. durch Anpassen der Konzentration im Produkt, verwendete Höchstmenge, Migrationsraten aus Erzeugnissen) | ||
| **) ConsExpo enthält eine Datenbank mit Standardwerten für eine Vielzahl von Verbraucherproduktkategorien. Diese beziehen sich jedoch auf höherstufige Gleichungen und nicht auf die Stufe 1. | ||||
D.5.4.1 ConsExpo 4.1
Das ConsExpo-Tool kann kostenlos unter www.consexpo.nl heruntergeladen werden.
ConsExpo 4.1 enthält eine Datenbank mit Standardwerten für eine Vielzahl von Produkten und Verwendungen. Wenn ein Produkt ausgewählt wird, liefert die Datenbank Standardszenarien und Parameterwerte für die Modelle. Produkte mit ähnlichen Expositionen sind in Gruppen zusammengefasst.
Der Hintergrund der Daten in der ConsExpo-Datenbank wird in sogenannten "Factsheets" erläutert. Sie enthalten expositionsrelevante Informationen für jeweils eine Hauptkategorie von Verbraucherprodukten wie z.B. Kosmetika, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Kinderspielzeug und Schädlingsbekämpfungsmittel (auch abrufbar unter www.consexpo.nl). Factsheets zu Heimwerkerprodukten und Farben sind im Druck. Das "General Fact Sheet" (Bremmer et al., 2006) bietet allgemeine Informationen zu den Factsheets und befasst sich mit Themen, die für mehrere Hauptkategorien von Bedeutung sind. Es enthält z.B. Informationen zu anthropometrischen Daten und nähere Angaben zu Wohnungen. Diese Daten werden in allen Produkt-Factsheets benötigt.
Eingabedaten
Die Eingabedaten in die Gleichungen der Stufe 1 finden Sie in Abschnitt R.15.4. Eine Gesamtübersicht der Eingabedaten, einschließlich Standardwerte, enthält das Referenzhandbuch für ConsExpo (Delmaar et al., 2005). Einen Überblick über die Eingabedaten gibt Tabelle D.5-3 oben.
Ausgabedaten der Stufe 1 des Tools (zur Verwendung bei der Stoffsicherheitsbeurteilung)
Die Ausgabe ist die erwartete äußerliche Dosis, die für die Inhalation in mg/m3, für den Hautkontakt als dermale Belastung (mg/cm2 Haut) oder äußerliche Dosis in mg/kg Körpergewicht/Tag und für die Aufnahme als äußerliche Dosis in mg/kg Körpergewicht angegeben wird.
Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs
D.5.4.2 EUSES
Das EUSES-Tool kann kostenlos unter http://ecb.jrc.it/euses/ heruntergeladen werden.
Eingabedaten
Die Eingabedaten in die Stufe-1-Gleichungen werden in Abschnitt R.15.4 dargelegt. Einen Überblick gibt Tabelle D.5-3 oben. Eine Gesamtübersicht der Eingabedaten (einschließlich Standardwerte) finden Sie im EUSES-Referenzhandbuch.
Ausgabedaten des Tools (zur Verwendung bei der Stoffsicherheitsbeurteilung):
Die Ausgabe ist die erwartete äußerliche Dosis, die für die Inhalation in mg/m3, für den Hautkontakt als dermale Belastung (mg/cm2 Haut) oder äußerliche Dosis in mg/kg Körpergewicht/Tag und für die Aufnahme als äußerliche Dosis in mg/kg Körpergewicht angegeben wird.
Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs
D.5.5 Beurteilung der Umweltexposition
Die Beurteilung der Umweltexposition umfasst alle folgenden Bereiche:
Entweder EUSES oder das TGD-Excel-Tabellenblatt mit den einschlägigen EUSES-Gleichungen kann zur Expositionsberechnung für alle oben genannten Bereiche verwendet werden. Beide basieren auf denselben Algorithmen. In sehr speziellen Verwendungssituationen ist zu überprüfen, ob andere Modellwerkzeuge besser geeignet sind, wie z.B.:
D.5.5.1 Umweltfreisetzungskategorien (ERC) auf der Basis von EUSES (Version 2.0.3)
In EUSES sind Modelle für eine vorsichtige Freisetzungsabschätzung integriert. Diese werden durch die Kombination aus dem Industriezweig, in dem der Stoff verwendet wird, der technischen Funktion des Stoffes, den physikalisch-chemischen Eigenschaften des Stoffes und einigen Standardannahmen zur Verteilung der Emissionsquellen bestimmt. Die Daten können mit Informationen überschrieben werden, die im Verlauf der Stoffsicherheitsbeurteilung gesammelt werden.
Es ist jedoch nicht einfach, als unerfahrener Benutzer mit der derzeitigen Benutzeroberfläche zu arbeiten, insbesondere wenn Mengen- und Verwendungsangaben eingegeben werden müssen. Die Auswirkungen von Dateneingaben auf die Gesamtergebnisse sind nicht immer transparent und leicht verständlich. Außerdem ist es nicht möglich, festzustellen, inwieweit Risikomanagementmaßnahmen bereits in den Standardemissionsfaktoren vorausgesetzt sind.
In Schritt 4/5 des allgemeinen Verfahrensablaufs (siehe Abschnitt D.3.2) kann der Hersteller/Importeur deshalb die neu entwickelten Umweltfreisetzungskategorien (ERC) für eine Beurteilung der Stufe 1 gemäß REACH verwenden (siehe Anhang D-3 und Anhang R.16-1). Die ERC beruhen auf den Expositionsdeterminanten, die auch in EUSES verwendet werden, wobei jedoch die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Stoffes, die Industriekategorien und die Funktion des Stoffes in der ersten Freisetzungsabschätzung nicht so sehr im Vordergrund stehen. Die Expositionsdeterminanten im ERC-Ansatz sind:
Zusätzlich zu den betrieblichen Bedingungen wird die Verfügbarkeit einer kommunalen Kläranlage in den ERC berücksichtigt.
Durch Kombinationen dieser Determinanten wurden 22 ERC definiert (siehe Anhang R.16-1). Sie beinhalten vorgegebene Werte für die Determinanten, die zu realistischen Worst-CaseEmissionsabschätzungen auf lokaler oder regionaler Ebene führen. Jede ERC beinhaltet einen Standardfreisetzungsfaktor, der auf der Annahme basiert, dass keine Risikomanagementmaßnahmen getroffen sind. 28 Bitte beachten Sie, dass die Standardfreisetzungsfaktoren, die zurzeit im ERC-System verwendet werden, weiterentwickelt werden sollten, um die zugrunde liegenden Annahmen zu dokumentieren, dass Emissionsfaktoren vorsichtige Werte sind und keine Emissionsbegrenzungsmaßnahmen berücksichtigen.
Eine Vorauswahl potenziell relevanter ERC für eine Verwendung kann direkt aus dem Deskriptorsystem abgeleitet werden (siehe Anhang D-3 ).
Auf der Grundlage der vorgegebenen Freisetzungen (vor dem Risikomanagement) können Iterationen im Hinblick auf die Freisetzungen aus Verfahren und Produkten (vor der Anwendung von RMM) und die Wirksamkeit der anzuwendenden RMM (je nach den bei nachgeschalteten Anwendern eingeholten Informationen) durchgeführt werden. Die Emissionsabschätzung wird in das EUSES-Expositionsberechnungsmodul eingegeben. Anhang D-2 enthält ein aufschlussreiches Beispiel dafür, wie mit der Entwicklung eines Expositionsszenarios auf der Basis von ERC 5 (industrielle Verwendung eines Stoffes mit Verarbeitung in einer Matrix) begonnen werden kann.
Die lokale Konzentration (PEClokal) nahe einer Punktemissionsquelle wird als Summe der Konzentration an der Punktquelle plus der Hintergrundkonzentration berechnet. Die Hintergrundkonzentration oder die regionale Konzentration (PECregional) wird berechnet, indem alle Freisetzungen innerhalb eines ausgedehnteren regionalen Gebietes sowie die Verteilung und das Schicksal des Stoffes nach der Freisetzung in die Umwelt berücksichtigt werden. Die Hintergrundkonzentration wird mit einer sogenannten regionalen Verteilungsberechnung ermittelt (siehe Abschnitte R16.5.3.2 und R.16.5.6.8). Bei der Ermittlung der regionalen Konzentration muss der Hersteller/Importeur alle Freisetzungen in die Umwelt innerhalb seiner Lieferkette berücksichtigen. Es kann jedoch von Nutzen sein, freiwillig auch die Exposition durch Emissionen desselben Stoffes, der von anderen Registranten hergestellt oder importiert wird, zu berücksichtigen (z.B. das geschätzte Gesamtmarktvolumen). Siehe hierzu auch Abschnitt A.2.1. Auch repräsentative Überwachungsdaten können zur Ableitung der regionalen und/oder lokalen Konzentrationen herangezogen werden.
Eingabedaten
Für die Freisetzungsabschätzung (die als Eingabe in Expositionsmodelle auf der Basis von EUSES verwendet wird) sind die folgenden Eingabedaten erforderlich:
Tabelle D.5-4 veranschaulicht, wo diese Angaben in das erste Expositionsszenario eingegeben werden.
Tabelle D.5-4 Notwendige Eingabedaten für die Stufe-1-Abschätzung der Umweltexposition
| Angaben | EUSES | |
| Stoffeigenschaften | Molekulargewicht, Schmelzpunkt, Verteilungskoeffizient log Pow, Dampfdruck, Wasserlöslichkeit, biologische Abbaubarkeit | |
| 1 | Kurztitel des ES | Eine/mehrere von 21 vorgegebenen breiten Umweltfreisetzungskategorien (ERC) |
| 2 | Verfahren und Tätigkeiten | |
| 3 | Dauer und Häufigkeit | Anzahl der Emissionstage pro Jahr |
| 4.1 | Aggregatzustand | |
| 4.2 | Konzentration des Stoffes im Produkt | |
| 4.3 | Menge | Kg/Tag [t/Jahr] an einem Standort oder in einer Produktgruppe verwendet oder vermarktet |
| 5 | Sonstige relevante Bedingungen | Emissionsfaktoren für Verfahren oder Produkte |
| 6.2 | Umweltrisikomanagement |
|
| 7 | Abfallmanagementmaßnahmen | |
Zusätzlich sind die folgenden Angaben zu den physikalisch-chemischen Eigenschaften und zum Abbauverhalten des Stoffes erforderlich. Dadurch sollen die für Emissionswege spezifischen vorgegebenen Emissionsfaktoren der ERC verfeinert oder die Wirksamkeit der biologischen Abwasserklärung vorhergesagt (und Expositionsmodellierungen in EUSES vorgenommen) werden:
Ausgabedaten des Tools (zur Verwendung bei der Stoffsicherheitsbeurteilung):
Einzelne Schritte beim Einsatz des Werkzeugs (EUSES+ERC)
Anhand der ERC kann auch das Abfallstadium in die Abschätzung der Umweltfreisetzung einbezogen werden. Die Methode wird in Kapitel R.18 erläutert.
D.5.5.2 TGD-Tabellenkalkulationsversion
Das TGD-Excel-Tabellenblatt kann eine Alternative zur Verwendung von EUSES sein, wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben wurde. Das Werkzeug kann nur zur Beurteilung der Umweltexposition verwendet werden.
Das TGD-Excel-Tabellenblatt basiert wie EUSES auf dem bestehenden TGD für die Durchführung der Risikobeurteilung von Altstoffen. Die Determinanten von Emissionen, wie z.B. die lokale Menge und die Emissionsfaktoren, können direkt in das Tabellenblatt eingegeben werden und liefern sofort ein Ergebnis. Es hat sich gezeigt, dass die beiden Tools in einigen Situationen nicht dieselben Ergebnisse liefern. Diese Diskrepanzen wurden jedoch mittlerweile ausgeräumt. Dennoch sollte EUSES als Referenzwerkzeug verwendet werden, und die Ergebnisse aus der Verwendung des TGD-Excel-Tabellenblattes sollten mit den Ergebnissen aus EUSES überprüft werden.
Das TGD-Tabellenblatt verwendet dieselben Eingabeparameter wie EUSES, abgesehen davon, dass Freisetzungsanteile manuell eingegeben werden müssen, und es liefert dieselben Ergebnisse. In einer Beurteilung der Stufe 1 sollte das TGD-Excel-Tabellenblatt zusammen mit den Emissionsdaten, die mit Hilfe der ERC gewonnen wurden, verwendet werden.
D.6 Verfeinern der Ermittlung schädlicher Wirkungen
Nach der Erstellung des ersten Expositionsszenarios und der zugehörigen Expositionsabschätzung kann der Hersteller/Importeur zu dem Schluss kommen, dass Verfeinerungen der Ermittlung schädlicher Wirkungen erforderlich sind, bevor die Risikobeschreibung vorgenommen und das endgültige Expositionsszenario abgeleitet werden kann (siehe Schritt 7 des Verfahrensablaufs). Dies kann aus folgenden Gründen der Fall sein:
D.7 Risikobeschreibung
Die Stoffsicherheitsbeurteilung kann beendet werden, wenn die Risikobeschreibung zeigt, dass die Risiken für alle relevanten Expositionen in allen Expositionsszenarien beherrscht werden. Zu Hinweisen, wie die Risikobeherrschung für verschiedene Arten von Endpunkten unter Berücksichtigung der Unsicherheit in den Daten zu schädlichen Wirkungen und Exposition nachgewiesen wird, siehe Teil A und Teil E. Der Sachverständige sollte sich davon überzeugen, dass die Expositionsabschätzung und die entsprechenden Dosis-Wirkungs-Daten (insbesondere abgeleitete und geschätzte Nicht-Effekt-Konzentrationen (DNEL-/PNEC-Werte) zeitlich (akute oder chronische Exposition), in Bezug auf den Expositionsweg, die Population (Arbeitnehmer, Verbraucher) und räumlich (z.B. homogene oder Nahfeldexposition, lokale oder regionale Exposition) übereinstimmen.
Wenn die Risiken nicht beherrscht werden, kann der Registrant:
Der Referenzleitfaden enthält weitere Informationen zur Verwendung der Unsicherheitsanalyse, um den Registranten zu helfen, die Risikobeschreibung zu interpretieren und die Iterationen bei der Stoffsicherheitsbeurteilung zu verfeinern (Kapitel R.19).
Weitere Empfehlungen zur Risikobeschreibung siehe Teil E des Leitfadens.
D.8 Ableiten des endgültigen Expositionsszenarios
D.8.1 Integration
Das endgültige Expositionsszenario wird aus dem ersten ES und der nachfolgenden Expositionsabschätzung und Risikobeschreibung entwickelt. Wenn mit dem ersten Expositionsszenario im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung nicht nachgewiesen werden kann, dass die Risiken beherrscht werden, sind weitere Arbeiten erforderlich. Die Stoffsicherheitsbeurteilung kann in einer Reihe von Iterationen verfeinert werden. In diesen Iterationen können Informationen an jedem Punkt des Beurteilungszyklus geändert werden. Das endgültige Expositionsszenario dokumentiert, dass die Risiken unter den angegebenen VB und RMM beherrscht werden. Dies kann einer Beaufsichtigung und Durchsetzung durch Behörden unterliegen. Die Empfehlungen zu den Verwendungsbedingungen müssen so realistisch sein, dass die Einführung von betrieblichen Bedingungen oder Risikomanagementmaßnahmen, die von einem nachgeschalteten Anwender nicht umgesetzt werden können, vermieden werden sollte.
Das endgültige Expositionsszenario gilt für den Stoff und die beurteilten Verfahren. Dieses ES kann auch auf andere Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften anwendbar sein, wenn sie genauso wie im endgültigen ES beschrieben verwendet werden und vorausgesetzt, dass die Stoffeigenschaften die Verfahrensbedingungen oder die Wirksamkeit von Risikomanagementmaßnahmen nicht wesentlich verändern.
Das Expositionsszenario sollte berufliche, Umwelt- und Verbrauchergesichtspunkte der
Handhabung eines Stoffes oder einer Zubereitung beim Hersteller oder nachgeschalteten Anwender integrieren.
Dabei müssen die folgenden Aspekte der Integration der verschiedenen Elemente der Expositionsbeurteilung berücksichtigt werden.
Das Expositionsszenario sollte eine strukturierte Übersicht über alle VB und RMM enthalten, die zur Beherrschung der Risiken für jede Zielgruppe/jeden Expositionsweg erforderlich sind
Die Sicherheitsbeurteilung für jede Zielgruppe/jeden Expositionsweg beinhaltet eine Auflistung der notwendigen VB und RMM, um die Risikobeherrschung zu gewährleisten. Die berufliche Sicherheitsbeurteilung in Bezug auf die Inhalation könnte zu VB/RMM wie etwa eine Höchsttemperatur, Höchstmenge, Mindestentlüftungsrate, maximale Dauer und Häufigkeit führen. Gleichzeitig könnte die Umweltsicherheitsbeurteilung auf der Basis der beurteilten Emissionsraten in Wasser und Luft unter Annahme einer Abwasserfilterung vor der Einleitung in die Kläranlage zu einer Höchstmenge führen, die pro Tag sicher verwendet werden kann.
Überprüfen, ob eine bestimmte RMM Auswirkungen auf eine andere Sicherheitsbeurteilung hat
In einigen Fällen kann die Einführung einer RMM für eine Zielgruppe/einen Expositionsweg Auswirkungen auf eine andere Zielgruppe bzw. andere Expositionswege haben. Ein Beispiel ist die RMM "Entlüftung" zur Begrenzung der berufsbedingten Inhalationsexposition. Der Einsatz der RMM "Entlüftung" erhöht die Emissionsrate in die Luft. Wenn diese zusätzliche Emission des Stoffes in die Luft in der Umweltsicherheitsbeurteilung nicht berücksichtigt wurde, sollte letztere wiederholt werden, um die durch die Einführung der RMM "Entlüftung" verursachte Emission in die Luft einzubeziehen. Ein weiteres Beispiel ist der Einschluss eines Produktionsverfahrens. Diese RMM verringert sowohl die Umweltexposition als auch die berufsbedingte Exposition. Andere Beispiele sind: Verwendung von Handschuhen (berufsbedingt) und Filterung (Umwelt), die beide die Emissionen in Abfälle erhöhen. Auch die Auswirkungen der Handhabung der Filtereinrichtung auf die berufsbedingte Exposition sollte berücksichtigt werden.
Die gegenseitige Abhängigkeit von VB/RMM in Betracht ziehen
Denken Sie daran, dass die VB/RMM wechselseitig voneinander abhängen können und dass die Auswirkungen ihrer Wechselbeziehungen auf die Sicherheitsbeurteilungen untersucht werden sollten. So steigert beispielsweise eine erhöhte Temperatur die Verdunstung und dadurch sowohl die berufsbedingte Inhalation als auch die Umweltexposition. Das Ergebnis ist, dass die sichere Produktmenge, die verwendet werden kann, möglicherweise geringer ist (wenn entweder die berufsbedingte Inhalation oder die Umweltexposition die sichere Menge bestimmt). Deshalb kann eine Änderung der Temperatur (z.B. in einem Produktionsverfahren oder in der Umgebung) zu einer erhöhten Exposition führen, die in einigen Szenarien durch eine entsprechende Änderung der empfohlen Risikomanagementmaßnahmen begrenzt werden muss.
Mindestanforderungen an gängige VB/RMM ableiten
Die Entwicklung des ersten Expositionsszenarios kann zu einer Situation führen, in der ein und dieselbe Determinante (z.B. Verwendungsdauer oder Menge pro Tätigkeit) unterschiedliche Werte für jede der drei Zielgruppen erhält. Dies kann auch für die verschiedenen Expositionswege der Fall sein. Für das endgültige Expositionsszenario sollten die vorsichtigsten VB/RMM, die die Risikobeherrschung für alle Zielgruppen/Expositionswege sicherstellen, gewählt werden. In einem Beispiel wurde die berufsbedingte Sicherheitsbeurteilung für die folgenden Verwendungsbedingungen (VB) bestätigt: eine Höchstmenge von 100 kg pro Tätigkeit (oder Verwendung), eine Häufigkeit von 1 Tätigkeit pro Tag und eine Höchstdauer von 2 Stunden pro Tätigkeit, während die Umweltsicherheitsbeurteilung zu einer Höchstmenge von 50 kg/Tag geführt hat. In diesem Fall sollten die VB wie folgt festgelegt werden: Höchstmenge 50 kg pro Tätigkeit, Häufigkeit 1 Tätigkeit pro Tag und Höchstdauer 4 Stunden.
Alle VB und RMM im Expositionsszenario integrieren
Nach Überprüfung der wechselseitigen Abhängigkeit der VB/RMM und der Mindestanforderungen an die gängigen VB/RMM, sollten die in den Sicherheitsbeurteilungen verbliebenen VB/RMM extrahiert werden, um alle Expositionswege und Zielgruppen abzudecken. Die Informationen über VB und RMM werden im Expositionsszenario aufgeführt, vorzugsweise in Standardsätzen. Die geforderte Mindesteffizienz der Risikomanagementmaßnahmen sollte im ES angegeben werden.
Das endgültige Expositionsszenario sollte realistische, eindeutige Sicherheitshinweise für die Herstellung oder die identifizierte(n) Verwendung(en) eines Stoffes, einer Gruppe von Stoffen oder einer Zubereitung geben. Es schreibt notwendige RMM vor, um eine sichere Herstellung oder Verwendung unter gegebenen betrieblichen Bedingungen zu gewährleisten. Für Arbeitsplatzsituationen sollte das endgültige Expositionsszenario den Zielen und der Maßnahmenhierarchie, die in der Richtlinie zu chemischen Arbeitsstoffen und Richtlinie 89/391/EWG vorgesehen sind, entsprechen.
D.8.2 Empfehlung an nachgeschalteten Anwender, zu überprüfen, ob er innerhalb der im ES festgelegten Grenzen arbeitet
Um dem nachgeschalteten Anwender die Beurteilung zu erleichtern, ob er innerhalb der Grenzen des Expositionsszenarios arbeitet, sollte Abschnitt 9 des Expositionsszenarios Verweise oder Links zu Werkzeugen und Methoden enthalten, die eingesetzt werden können, um das endgültige Expositionsszenario mit den Verwendungsbedingungen beim Kunden und in der nachgeschalteten Lieferkette zu vergleichen. Hierzu können auch die in Anhang G-1 beschriebenen Skalierungswerkzeuge gehören. Die Empfehlungen sollten es dem nachgeschalteten Anwender ermöglichen, zu dokumentieren, dass er innerhalb der Grenzen des Expositionsszenarios arbeitet. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Hersteller/Importeur die Risikobeherrschung auf der Grundlage eines repräsentativen Berechnungsbeispiels nachgewiesen hat, der Wert einiger oder aller Parameter dieser Berechnung jedoch von den tatsächlichen Bedingungen beim nachgeschalteten Anwender abweicht. Der nachgeschaltete Anwender muss unter Umständen die Gleichwertigkeit seiner Verwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen nachweisen, z.B. durch folgende Betrachtungen:
Um die Informationserfordernisse von nachgeschalteten Anwendern besser zu verstehen, kann der Hersteller/Importeur die Leitlinien für nachgeschaltete Anwender heranziehen.
D.9 Verwendung des endgültigen es in der Lieferkette
Das endgültige Expositionsszenario bzw. die endgültigen Expositionsszenarien für einen Stoff muss bzw. müssen in der Lieferkette weitergeleitet werden. Das Format und die Formulierung des Expositionsszenarios sollten die folgenden drei Anforderungen erfüllen:
Der Hersteller/Importeur entscheidet darüber, wie diese Anforderungen für unmittelbar nachgeschaltete Anwender und Anwender in der weiter nachgeschalteten Lieferkette erfüllt werden. Dies hängt weitgehend von den Bedingungen auf seinen Märkten und den Märkten seiner Kunden ab. Um eine flexible Kommunikation zu ermöglichen, empfiehlt es sich in den meisten Fällen, die identifizierten Verwendungen durch ein Paket von einzelnen Expositionsszenarien zu beschreiben, die bestimmte Lebenszyklusstadien und/oder bestimmte Verwendungen (Gruppen von Verwendungen) betreffen. Dies lässt auch die Möglichkeit offen, dass der unmittelbar nachgeschaltete Anwender einfach die betreffenden Expositionsszenarien an seine Kunden weiterleitet. In bestimmten Fällen kann es auch effizient sein, alle Lebenszyklusstadien in ein Expositionsszenario zu integrieren (z.B. im Falle einer kurzen Lieferkette oder von sehr spezifischen Verwendungen oder begrenzt notwendigem Risikomanagement).
| Stärken und Einschränkungen der verfügbaren Werkzeuge zur Expositionsabschätzung der Stufe 1 | Anhang D-1 |
ECETOC TRA Berufsbedingte Exposition
Stärken
Einschränkungen
Ausgleich für Einschränkungen
COSHH-BAuA-Tool
Stärken
Einschränkungen
Ausgleich für Einschränkungen
Da die Modellschätzungen bis zu einem gewissen Grad unsicher sind, funktioniert das Konzept unter den folgenden vorsichtigen Annahmen:
ConsExpo
Stärken
Einschränkungen
Ausgleich für Einschränkungen
Produktbezogene Risikomanagementmaßnahmen können in ConsExpo berücksichtigt werden, indem die Eingabeparameter in die Stufe-1-Gleichungen geändert werden (siehe Abschnitt D.4.5).
Wenn genauere Informationen für das Produkt verfügbar sind (z.B. durch Konzentration auf bestimmte Produkte anstelle von Produktkategorien), sollten diese Daten verwendet werden (das ConsExpo-Modell mit der zugehörigen Datenbank sowie die Factsheets können unter www.consexpo.nl heruntergeladen werden).
EUSES Verbraucher
Stärken
Einschränkungen
Ausgleich für Einschränkungen
EUSES/ERC
Stärken
Einschränkungen von EUSES
Ausgleich für Einschränkungen
EUSES-Tabellenkalkulationsblatt
Stärken
Einschränkungen
Ausgleich von Einschränkungen
Das Tabellenkalkulationsprogramm muss zur Stabilität des Algorithmus speziell geschützt werden, weil es für Eingabefehler anfällig ist. Die Blätter im TGD Excel-System sind mit Ausnahme der Zellen zum Eingeben der Variablen schreibgeschützt. Größte Vorsicht ist geboten, wenn dieser Schreibschutz deaktiviert wird.
| Beispiel für die Verwendung von Umweltfreisetzungskategorien | Anhang D-2 |
Das folgende Beispiel soll veranschaulichen, wie ERC eine Freisetzungs- und Expositionsabschätzung der Stufe 1 durch den Hersteller/Importeur erleichtern können. Die Berechnungen beruhen auf den Vorgabewerten in der ERC-Tabelle für Emissionen in Wasser (siehe Anhang R.16-1). Die Vorgabewerte stammen aus EUSES. Die Wirksamkeit einer kommunalen Kläranlage hängt von den Stoffeigenschaften ab (siehe Tabelle auf der Basis des SIMPLETREATModells in Anhang R.16-4). Die vorgegebene Verdünnung beträgt entweder 20.000 m3 Wasser pro Tag (lokale Quelle) oder 25 * 109 m3 pro Jahr (diffuse Freisetzung in die Region).
Die Kläranlage ist die einzige Risikomanagementmaßnahme, die in den ERC vorgesehen ist.
Das Beispiel 1a zeigt einen Fall für die Lebenszyklusstadium der Verarbeitung eines Stoffes, bei dem die Risikobeherrschung anhand einer Beurteilung der Stufe 1 nach 1 Iteration nachgewiesen werden kann. Das Beispiel 1b zeigt denselben Prozess, bei dem der zu registrierende Stoff jedoch einen niedrigeren PNEC-Wert (um den Faktor 50) hat. Ein betriebliches Risikomanagement ist erforderlich, um die Risikobeherrschung nachzuweisen. Es ist eine zweite Iteration notwendig.
Die rechte Spalte zeigt an, welche Daten aus den ERC-Vorgaben in Informationen des Expositionsszenarios umgewandelt werden und wie schrittweise weitere Informationen über Verwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen hinzugefügt werden.
Bitte beachten Sie: Die Verwendung einer ERC als Ausgangspunkt ist nur sinnvoll, wenn (noch) keine spezifischeren REACH-angepassten Emissionsabschätzungsmodule von den jeweiligen Industriezweigen entwickelt wurden.
Beispiel 1a: Hersteller/Importeur einer Textilfarbe beginnt mit der Ausarbeitung des Umweltteils des Expositionsszenarios für das Lebenszyklusstadium der Verarbeitung. Die Produktionsmenge des Herstellers/Importeurs beträgt 1000 t/Jahr.
Stoffeigenschaften: Xi, R43 (Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich), biologisch abbaubar, Wasserlöslichkeit > 100 g/l, PNEC 500 µg/l
| Maßnahme des Herstellers/Importeurs | Angaben für Abschnitt .... des Expositionsszenarios | Resultierende Expositionsabschätzung | |
| 1 | Das ES mit verfügbaren firmeneigenen Daten ausfüllen |
| |
| 2 | Eine ERC auswählen, die den Bedingungen bei der Verarbeitung am besten entspricht | ERC 5, da der Stoff ein Bestandteil der Erzeugnismatrix werden soll
| Standardemission in Kläranlage (50 %) = 25 t/Tag
Standardemission nach Kläranlage (60 %) = 15 t/Tag Lokale PEC (nach Verdünnung mit 20.000 m3): 750 mg/l |
| 3 | Iteration anhand der Daten, die dem Hersteller/Importeur zur Verfügung stehen, durchführen |
| Senkung der Emission in Kläranlage um Faktor 3333 (= 7,5 kg/Tag).
Resultierende lokale PEC: 225 µg/l |
| 4 | Entscheidende Determinanten identifizieren | Die Annahme einer 95%igen Wirksamkeit ist entscheidend für das Ergebnis. Nur durch Färbung in Ausziehverfahren erreichbar, nicht im Paddingprozess (Wirksamkeit in der Regel nicht > 85 %) => Abschnitt 5 und 9 | 85%ige Wirksamkeit des Färbeverfahrens würde nicht ausreichen, um eine PEC < 500 µg/l zu erzielen |
| 5 | Schlussfolgern: Risikobeherrschung für Wasser nachgewiesen | ||
Beispiel 1b: Hersteller/Importeur einer Textilfarbe beginnt mit der Ausarbeitung des Umweltteils des Expositionsszenarios für das Lebenszyklusstadium der Verarbeitung. Die Produktionsmenge des Herstellers/Importeurs beträgt 1000 t/Jahr.
Stoffeigenschaften: Xi, R43 (Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich), biologisch abbaubar, Wasserlöslichkeit > 100 g/l, PNEC 10 µg/l
| Maßnahme des Herstellers/Importeurs | Angaben für Abschnitt .... des Expositionsszenarios | Resultierende Expositionsabschätzung | |
| 1 | Das ES mit verfügbaren firmeneigenen Daten ausfüllen |
| |
| 2 | Eine ERC auswählen, die den Bedingungen bei der Verarbeitung am besten entspricht | ERC 5, da der Stoff ein Bestandteil der Erzeugnismatrix werden soll
| Standardemission in Kläranlage (50 %) = 25 t/Tag
Standardemission nach Kläranlage (60 %) = 15 t/Tag Lokale PEC (nach Verdünnung mit 20.000 m3): 750 mg/l |
| 3 | Iteration anhand der Daten, die dem Hersteller/Importeur zur Verfügung stehen, durchführen |
| Senkung der Emission in Kläranlage um Faktor 3333 (= 7,5 kg/Tag).
Resultierende lokale PEC: 225 µg/l |
| 4 | Zweite Iteration durchführen, um betriebliche RMM hinzuzufügen |
| Verringerung der Menge pro Tag um Faktor 1,25
Erhöhung der Wirksamkeit des Risikomanagements um Faktor 20 Resultierende lokale PEC: 9 µg/l |
| 5 | Entscheidende Determinanten identifizieren | Annahme einer 95%igen Fixierung und einer 95%igen Wirksamkeit der betrieblichen Vorklärung. Zusätzlich ist Nachweis erforderlich, dass die Mindestwirksamkeit der Kläranlage (50 %) für das vorgeklärte Abwasser gilt. |
|
| 6 | Schlussfolgern: Risikobeherrschung für Wasser nachgewiesen | ||
| Bezeichnungen und Beschreibungen von Umweltfreisetzungskategorien | Anhang D-3 |
| ERC- Nummer | Bezeichnung | Beschreibung |
| ERC 1 | Produktion von Chemikalien | Produktion von organischen und anorganischen Stoffen in der chemischen, petrochemischen Industrie, Primärmetall- und Mineralienindustrie, einschließlich Zwischenprodukten, Monomeren mit kontinuierlichen Verfahren oder Chargenverfahren unter Verwendung spezieller Anlagen oder von Mehrzweckanlagen, die technisch gesteuert oder manuell betrieben werden |
| ERC2 | Formulierung von Zubereitungen | Mischen und Vermengen von Stoffen in (chemischen) Zubereitungen in allen Arten von Industrien wie z.B. Farben und Heimwerkerprodukte, Pigmentpaste, Brennstoffe, Haushaltsprodukte (Reinigungsprodukte), Schmiermittel usw. |
| ERC3 | Formulierung in Materialien | Mischen oder Vermengen von Stoffen, die physikalisch oder chemisch in oder auf einer Matrix (Material) gebunden werden, wie z.B. Kunststoffzusätze in Grundmischungen oder Kunststoffprodukten. Zum Beispiel Weichmacher oder Stabilisatoren in PVC-Grundmischungen oder -Produkten, Kristallwachstumsregler in fotografischen Filmen usw. |
| ERC4 | Industrielle Verwendung von Verarbeitungshilfsstoffen | Industrielle Verwendung von Verarbeitungshilfsstoffen in kontinuierlichen Verfahren oder Chargenverfahren unter Einsatz spezieller Anlagen oder von Mehrzweckanlagen, technisch gesteuert oder manuell betrieben. Zum Beispiel in chemischen Reaktionen verwendete Lösungsmittel oder die "Verwendung" von Lösungsmitteln beim Auftragen von Farben, Schmiermittel in Metallbearbeitungsölen, Bestäubungsmittel beim Polymerformen/-gießen |
| ERC5 | Industrielle Verwendung mit Einschluss in oder auf einer Matrix | Industrielle Verwendung von Stoffen (keine Verarbeitungshilfsstoffe), die physikalisch oder chemisch in oder auf einer Matrix (Material) gebunden werden, wie z.B. Bindemittel in Farben und Beschichtungen oder Klebstoffen, Färben von Textilgeweben und Lederprodukten, Überziehen und Galvanisieren von Metallen |
| ERC6a | Industrielle Verwendung von Zwischenprodukten | Verwendung von Zwischenprodukten vor allem in der chemischen Industrie mit kontinuierlichen Verfahren oder Chargenverfahren unter Verwendung spezieller Anlagen oder von Mehrzweckanlagen, die technisch gesteuert oder manuell betrieben werden, zur Synthese (Herstellung) von anderen Stoffen. Zum Beispiel die Verwendung von chemischen Bausteinen (Einsatzstoffen) bei der Synthese von Agrochemikalien, Pharmazeutika, Monomeren usw. |
| ERC6b | Industrielle Verwendung von reaktiven Verarbeitungshilfsstoffen | Industrielle Verwendung von reaktiven Verarbeitungshilfsstoffen in kontinuierlichen Verfahren oder Chargenverfahren unter Verwendung spezieller Anlagen oder von Mehrzweckanlagen, die technisch gesteuert oder manuell betrieben werden. Zum Beispiel die Verwendung von Bleichmitteln in der Papierindustrie |
| ERC6c | Produktion von Kunststoffen | Industrielle Verwendung von Monomeren bei der Produktion von Kunststoffen (Thermoplasten) in Polymerisationsreaktionen. Zum Beispiel die Verwendung des Vinylchloridmonomers bei der Produktion von PVC |
| ERC6d | Produktion von Harzen/Gummi | Industrielle Verwendung von Chemikalien (Vernetzungs-, Härtungsmitteln) bei der Produktion von Thermoplasten und Gummi, Polymerisationsreaktionen. Zum Beispiel die Verwendung von Styrol bei der Polyesterproduktion oder von Vulkanisiermitteln bei der Gummiproduktion |
| ERC 7 | Industrielle Verwendung von Stoffen in geschlossenen Systemen | Industrielle Verwendung von Stoffen in geschlossenen Systemen. Verwendung in geschlossenen Anlagen, wie z.B. die Verwendung von Flüssigkeiten in Hydrauliksystemen, Kühlflüssigkeiten in Kühlschränken und Schmiermitteln in Motoren sowie dielektrischen Flüssigkeiten in elektrischen Transformatoren sowie Öl in Wärmetauschern |
| ERC8a | Breite dispersive Innenverwendung von Verarbeitungshilfsstoffen in offenen Systemen | Innenverwendung von Verarbeitungshilfsstoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung. Die Verwendung führt (in der Regel) zur unmittelbaren Freisetzung in die Umwelt, z.B. Reinigungsmittel beim Waschen von Geweben, Maschinenwaschmittel und Sanitärreiniger, Auto- und Zweiradpflegeprodukte (Polituren, Schmiermittel, Enteiser), Lösungsmittel in Farben und Klebstoffen oder Duftstoffe und Treibmittel in Luftverbesserern |
| ERC8b | Breite dispersive Innenverwendung von reaktiven Stoffen in offenen Systemen | Innenverwendung von reaktiven Stoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung. Die Verwendung führt (in der Regel) zur unmittelbaren Freisetzung in die Umwelt, z.B. Natriumhypochlorit in Sanitärreinigern, Bleichmittel in Waschmitteln, Wasserstoffperoxid in Zahnpflegeprodukten |
| ERC8c | Breite dispersive Innenverwendung mit Einschluss in oder auf einer Matrix | Innenanwendung von Stoffen (keine Verarbeitungshilfsstoffe) durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung, bei der die Stoffe physikalisch oder chemisch in oder auf einer Matrix (Material) gebunden werden, z.B. Bindemittel in Farben und Beschichtungen oder Klebstoffen, Färben von Textilgeweben |
| ERC8d | Breite dispersive Außenverwendung von Verarbeitungshilfsstoffen in offenen Systemen | Außenverwendung von Verarbeitungshilfsstoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung. Die Verwendung führt (in der Regel) zur unmittelbaren Freisetzung in die Umwelt, z.B. Auto- und Zweiradpflegeprodukte (Polituren, Schmiermittel, Enteiser, Reinigungsmittel), Lösungsmittel in Farben und Klebstoffen |
| ERC8e | Breite dispersive Außenverwendung von reaktiven Stoffen in offenen Systemen | Außenverwendung von reaktiven Stoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung. Die Verwendung führt (in der Regel) zur unmittelbaren Freisetzung in die Umwelt, z.B. die Verwendung von Natriumhypochlorit oder Wasserstoffperoxid zur Oberflächenreinigung (Baumaterialien) |
| ERC8f | Breite dispersive Außenverwendung mit Einschluss in oder auf einer Matrix | Außenverwendung von Stoffen (keine Verarbeitungshilfsstoffe) durch die Allgemeinheit oder gewerbliche Verwendung, bei der die Stoffe physikalisch oder chemisch in oder auf einer Matrix (Material) gebunden werden, z.B. Bindemittel in Farben und Beschichtungen oder Klebstoffen |
| ERC9a | Breite dispersive Innenverwendung von Stoffen in geschlossenen Systemen | Innenverwendung von Stoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche (Klein)Verwendung in geschlossenen Systemen. Verwendung in geschlossenen Anlagen, wie z.B. die Verwendung von Kühlflüssigkeiten in Kühlschränken, elektrischen Heizgeräten auf Ölbasis. |
| ERC9b | Breite dispersive Außenverwendung von Stoffen in geschlossenen Systemen | Außenverwendung von Stoffen durch die Allgemeinheit oder gewerbliche (Klein)Verwendung in geschlossenen Systemen. Verwendung in geschlossenen Anlagen, wie z.B. die Verwendung von Hydraulikflüssigkeiten in KFZ-Federungen, Schmiermitteln in Motorölen und Bremsflüssigkeiten in KFZ-Bremssystemen |
| ERC 10a | Breite dispersive Außenverwendung von langlebigen Erzeugnissen und Materialien mit geringer Freisetzung | Geringe (unbeabsichtigte) Freisetzung von Stoffen, die in oder auf Erzeugnisse und Materialien ein- oder aufgebracht sind, während ihrer Nutzungsdauer im Außenbereich. Zum Beispiel Metall-, Holz- und Plastikbaustoffe (Rinnsteine, Abflussrohre, Rahmen usw.) |
| ERC 10b | Breite dispersive Außenverwendung von langlebigen Erzeugnissen und
Materialien mit hoher oder beabsichtigter Freisetzung | In oder auf Erzeugnisse und Materialien ein- oder aufgebrachte Stoffe mit hoher oder beabsichtigter Freisetzung während ihrer Nutzungsdauer im Außenbereich. Zum Beispiel Reifen, behandelte Holzprodukte, behandelte Textilien und Gewebe wie etwa Markisen, Sonnenschirme und Möbel, Zinkanoden in Handelsschifffahrt und Ausflugsschiffen oder Bremsbeläge in Lkw oder Pkw |
| ERC11a | Breite dispersive Innenverwendung von langlebigen Erzeugnissen und
Materialien mit geringer Freisetzung | Geringe (unbeabsichtigte) Freisetzung von Stoffen, die in oder auf Erzeugnisse und Materialien ein- oder aufgebracht sind, während ihrer Nutzungsdauer im Innenbereich. Zum Beispiel Bodenbeläge, Möbel, Spielzeug, Baustoffe, Vorhänge, Schuhwerk, Lederprodukte, Papier- und Kartonprodukte (Zeitschriften, Bücher, Zeitungen und Packpapier), elektronische Geräte (Gehäuse) |
| ERC 11b | Breite dispersive Innenverwendung von langlebigen Erzeugnissen und Materialien mit hoher oder beabsichtigter Freisetzung | In oder auf Erzeugnisse und Materialien ein- oder aufgebrachte Stoffe mit hoher oder beabsichtigter Freisetzung während ihrer Nutzungsdauer im Innenbereich. Zum Beispiel: Freisetzung aus Geweben, Textilien (Kleidung, Bodenvorleger) beim Waschen |
| Verknüpfung von Verfahrenskategorien mit ERC | Anhang D-4 |
| Verfahrenskategorien basierend auf TRA-Kategorien für Arbeitnehmer 31 | ERC-Nr. | |
| PROC1 | Verwendung in geschlossenem Verfahren, keine Expositionswahrscheinlichkeit
Industriell | 1, 6a, 6c |
| PROC2 | Verwendung in geschlossenem, kontinuierlichem Verfahren mit gelegentlicher kontrollierter Exposition (z.B. Probenahme)
Industriell | 1, 6a, 6c, 7 |
| PROC3 | Verwendung in geschlossenem Chargenverfahren (Synthese oder Formulierung)
Industriell | 1, 2, 6a, 6d |
| PROC4 | Verwendung in Chargen- und anderen Verfahren (Synthese), bei denen die Möglichkeit einer Exposition besteht
Industriell | 1, 6a, 6c, 6d |
| PROC5 | Mischen oder Vermengen in Chargenverfahren zur Formulierung von Zubereitungen und Erzeugnissen (mehrfacher und/oder erheblicher Kontakt)
Industriell | 2, 3 |
| PROC6 | Kalandriervorgänge
Industriell | 5 |
| PROC7 | Sprühen in industriellen Bereichen und Anwendungen Industriell | 4, 5 |
| PROC8 | Transfer eines Stoffes oder einer Zubereitung (Beschickung/Entleerung) aus/in Gefäße(n)/große(n) Behälter(n) in nicht für nur ein Produkt vorgesehenen Anlagen
Industriell/gewerblich | In den industriellen ERC abgedeckt |
| PROC9 | Transfer eines Stoffes oder einer Zubereitung in kleine Behälter (spezielle Abfüllanlage, einschließlich Wägung)
Industriell | In den industriellen ERC abgedeckt |
| PROC10 | Auftragen von Klebstoffen und anderen Beschichtungen durch Rollen oder Streichen
Industriell/gewerblich | 4, 5, 8a, 8c, 8d, 8f |
| PROC 11 | Sprühen außerhalb industrieller Bereiche und/oder Anwendungen Gewerblich | 8a, 8c, 8d, 8f |
| PROC12 | Verwendung von Blähmitteln bei der Herstellung von Schaumstoff Industriell | 5 |
| PROC13 | Behandlung von Erzeugnissen durch Tauchen und Übergießen Industriell/gewerblich | 4, 5, 6b, 8a, 8b, 8c, 8d, 8f |
| PROC14 | Produktion von Zubereitungen oder Erzeugnissen durch Tablettieren, Pressen, Extrudieren, Pelettieren
Industriell | 1, 2, 3 |
| PROC15 | Verwendung als Laborreagenz Gewerblich | 8a, 8b |
| PROC16 | Verwendung von Material als Brennstoffquelle, begrenzte Exposition gegenüber unverbranntem Produkt ist zu erwarten Industriell/gewerblich | Nicht zutreffend |
| PROC17 | Schmierung unter Hochleistungsbedingungen und in teilweise offenem Verfahren
Industriell/gewerblich | 4, 8d |
| PROC18 | Fetten unter Hochleistungsbedingungen Industriell/gewerblich | 4, 8d |
| PROC19 | Handmischen mit innigem Kontakt und nur persönlicher Schutzausrüstung
Gewerblich | 8a bis 8f |
| PROC Xyz | Sonstiges Verfahren oder Tätigkeit | |
| Wärme- und Druckübertragungsflüssigkeiten in dispersiver Verwendung, jedoch in geschlossenen Systemen | 9a, 9b | |
| Energiearme Handhabung von Stoffen, die in Materialien oder Erzeugnissen gebunden sind | Noch nicht zutreffend | |
| Potenziell geschlossene Verarbeitungsvorgänge bei erhöhter Temperatur | Noch nicht zutreffend | |
| Offene Verarbeitungs- und Transfervorgänge bei erhöhter Temperatur | Noch nicht zutreffend | |
| (Mechanische) Hochleistungsbearbeitung von Stoffen, die in Materialien und/oder Erzeugnissen gebunden sind | Noch nicht zutreffend | |
| Warmbearbeitung | Noch nicht zutreffend |
| Verknüpfung von Erzeugniskategorien mit ERC | Anhang D-5 |
| Auswahlliste für Erzeugniskategorien [AC] | ERC-Nr. | |
| AC02 | Personenkraftwagen und Motorräder
Andere Fahrzeuge: Schienen-, Luftfahrzeuge, Schiffe, Boote, Lkw | 10a, 10b |
| 10a, 10b | ||
| AC03 | Maschinen und dazugehörige mechanische Vorrichtungen | 10a, 10b, 1 a, 11b |
| AC04 | Elektrische und elektronische Produkte, z.B. Computer, Büro-, Video- und Audio-, Kommunikationsgeräte | 11a |
| Elektrische Batterien und Akkumulatoren | 11a | |
| Elektrische und elektronische Produkte: Haushaltsgeräte (weiße Ware) | 11a | |
| AC05 | Glas- und Keramikartikel: Tafelgeschirr, Töpfe, Pfannen, Lebensmittelvorratsbehälter | 10a, 11a |
| AC06 | Gewebe, Textilien und Bekleidung:
Bettwäsche und Kleidung
Gewebe, Textilien und Bekleidung: Vorhänge, Polster, Teppiche/Fußbodenbeläge | 11b |
| 11a | ||
| AC08 | Lederprodukte: Bekleidung und Polster | 11a |
| AC 10 | Metallprodukte:
Besteck, Kochutensilien, Töpfe, Pfannen
Metallprodukte: Spielzeug Metallprodukte: Möbel | 11a |
| 10a, 11a | ||
| 10a, 1 1a | ||
| AC11 | Papierprodukte:
Papiertücher, Handtücher, Einweggeschirr, Windeln,
Frauenhygieneprodukte, Inkontinenzprodukte für Erwachsene, Schreibpapier Papierprodukte: Zeitungen, Verpackungsmaterial | 11a, 11b |
| 11a | ||
| AC13 | Fotografische und reprografische Produkte:
Kameras, Videokameras =>AC04 möglicherweise besser geeignet
Fotografische und reprografische Produkte: Filme, Fotos | 11a |
| 11a | ||
| AC 15 | Gummiprodukte:
Reifen
Gummiprodukte: Bodenbeläge Gummiprodukte: Schuhwerk Gummiprodukte: Spielzeug | 10b |
| 11a | ||
| 10a, 10b | ||
| 11a | ||
| Sonstige allgemeine Gummiprodukte | ||
| AC 17 | Holz und Holzmöbel: Bodenbeläge
Holz und Holzmöbel: Möbel Holz und Holzmöbel: Spielzeug | 11a, 11b |
| 10a, 11a | ||
| 10a, 11a | ||
| C18.1 | Bauerzeugnisse und Baustoffe für den Innenbereich: Wandbaustoffe, Keramik-, Metall-, Kunststoff- und Holzbaustoffe, Dämmstoffe | 11a |
| C18.2 | Bauerzeugnisse und Baustoffe für den Außenbereich: Wandbaustoffe, Straßenbeläge, Keramik-, Metall-, Kunststoff- und Holzbaustoffe, Dämmstoffe | 10a, 10b |
| C19 | Kunststoffprodukte für Gewerbe/Verbraucher wie Einweggeschirr, Lebensmittelvorratsbehälter, Lebensmittelverpackungen, Babyflaschen | 11a |
| Kunststoffprodukte: Bodenbeläge | 11a | |
| Kunststoffprodukte: Spielzeug | 10a, 11a |
| Duftende Erzeugnisse | ERC-Nr. | |
| AC31 | Kleidung | 11b |
| AC32 | Radiergummi | 11b |
| AC33 | Eintrag nach CA-Tagung im März 2008 gestrichen | |
| AC34 | Spielzeug | 11b |
| AC35 | Papiererzeugnisse | 11b |
| AC36 | CD | 11b |
| AC37 | Sonstige duftende Erzeugnisse; bitte näher angeben 32 | |
| Erzeugnisse, die Schmierfett und/oder Korrosionsinhibitoren freisetzen | ||
| AC38 | Verpackungsmaterial für Metallteile, das Schmierfett/Korrosionsinhibitoren freisetzt | 11b |
| AC39 | Sonstige Erzeugnisse, die Schmierfett oder Korrosionsinhibitoren freisetzen; bitte näher angeben 33 | |
| Sonstige Erzeugnisse mit beabsichtigter Freisetzung von Stoffen; bitte näher angeben | ||
| AC40 | Sonstige Erzeugnisse mit beabsichtigter Freisetzung von Stoffen; bitte näher angeben 34 | |
_________
*) Rechtlicher Hinweis
In den vorliegenden Leitlinien zu REACH wird erläutert, welche Verpflichtungen sich aus der REACH-Verordnung ergeben und wie sie zu erfüllen sind.
Rechtlich verbindlich ist ausschließlich der Wortlaut der REACH-Verordnung.
Bei den hier vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um Rechtsauskünfte.
Die Europäische Chemikalienagentur übernimmt keinerlei Haftung für den Inhalt dieser Leitlinien.
Haftungsausschluss
Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Arbeitsübersetzung aus der Quellsprache Englisch.
Diese Übersetzung wurde vom Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union angefertigt und auf Vollständigkeit geprüft. Der wissenschaftlichfachliche Wortlaut wird noch einer Überprüfung unterzogen.
Es sei darauf hingewiesen, dass ausschließlich die ebenfalls von dieser Website abrufbare englische Fassung als Originalfassung anzusehen ist.
1) Berichtigung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Chemikalienagentur, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission (ABl. L 396 vom 30.12.2006), geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1354/2007 des Rates vom 15. November 2007 zur Anpassung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffen (REACH) aufgrund des Beitritts Bulgariens und Rumäniens (ABl. L 304 vom 22.11.2007 S. 1).
2) Das Werkzeug der Stufe 1 kann anzeigen, ob eine oder mehrere Expositionswege "wesentlich" für eine Verwendung sind.
Es obliegt dem Hersteller/Importeur, diesen Hinweis in Schritt 6 und 7 anhand der von ihm gesammelten Daten zu überprüfen.
3) Alle Verwendungen des Stoffes/der Zubereitung, mit Ausnahme derjenigen, bei denen die Zubereitung mit anderen Stoffen und/oder Zubereitungen zu einer neuen Zubereitung vermischt wird.
Der Endverbrauch deckt hier die Verwendung durch Verbraucher und professionelle Anwender (industrielle und nichtindustrielle Bedingungen) ab.
4) Aus praktischen Gründen wird angenommen, dass "Verwendungen im ES" [Artikel 37 (Absatz 4, Unterabsatz 1)] und "mindestens die Bedingungen anwenden/empfehlen, die im ES des Lieferanten beschrieben sind" [Artikel 37 Absatz 4 Buchstabe d] dieselbe Bedeutung hat.
5) Siehe Abschnitt 9 des ES-Standardformats; ein Werkzeug (einschließlich der unterstützenden Daten) für diese Beurteilung ist nicht notwendigerweise Bestandteil des Expositionsszenarios, könnte jedoch ebenfalls auf der Website des Herstellers/Importeurs oder auf der Website des Branchenverbands des betreffenden nachgeschalteten Anwenders bereitgestellt werden.
6) Verwendung durch die Allgemeinheit.
Verwendungen durch Verbraucher sind keine nachgeschalteten Verwendungen im Sinne von REACH.
7) Die Verwendung von Stoffen in Erzeugnissen ist keine nachgeschaltete Verwendung gemäß REACH.
8) Die Handhabung oder Behandlung von Stoffen in Abfällen ist keine nachgeschaltete Verwendung gemäß REACH.
9) Bezieht sich auf Zubereitungen (= Gemische) und einige Arten von Stoffen (z.B. Zwischenprodukte, Lösungsmittel usw.).
10) http://ecb.jrc.it/tgd/.
11)http://195.215.251.229/DotNetNuke/default.aspx(Link zur SPIN-Datenbank).
12) https://www.ecetoctra.org/.
13) www.rivm.nl/bibliotheek/rapporten/612810011.html.
14) Beachten Sie bitte, dass die Standardemissionsfaktoren den Verfahrens- und Produkttechniken, die Ende des 20. Jahrhunderts angewandt wurden, entsprechen.
15) So können einschlägige Informationen aus der Risikobeurteilung am Arbeitsplatz gemäß der Richtlinie zu chemischen Arbeitsstoffen oder Anträgen und Genehmigungen gemäß der IVU-Richtlinie zur Verfügung stehen.
16) Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Gefährdungsbeurteilung (TRGS 420).
17) Die Bibliothek befindet sich zurzeit noch im Anfangsstadium ihres Aufbaus.
Sie ist auch noch nicht mit anderen Elementen der IT-Systeme verbunden, die die Erstellung von Expositionsszenarien auf der Basis von Stoffsicherheitsbeurteilungen und das Exportieren der Ergebnisse in SDB-Systeme unterstützen.
Einen Überblick über den weiteren Entwicklungsprozess finden Sie auf der CEFIC-Website:
18) Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Gefährdungsbeurteilung (TRGS 420).
19) Principles Of Data Quality In Chemical Exposure Assessment, IPCS, 2008.
20) Workplace atmospheres - Guidance for the assessment of exposure by inhalation to chemical agents for comparison with limit values and measurement strategy.
CEN 689. Europäisches Komitee für Normung (CEN), Brüssel, 1995.
21) https://www.ecetoctra.org.
22) Im Tool wird der Begriff Expositionsszenariwendet.
Um eine Verwechslung mit REACH-Expositionsszenarien zu vermeiden, wird in den Leitlinien der Begriff Verfahrenskategorie verwendet.
23) Noch nicht im Tool enthalten, für die Aktualisierung vorgesehen.
24) http://www.coshhessentials.org.uk/assets/live (INSERT SHEET No.).pdf.
25) Weitere validierte Modelle wie z. B in GExFRAME können in Kapitel 15 aufgenommen werden, sobald die Akzeptanz bei den beteiligten Experten breit genug ist. Entsprechende Diskussionen können in der Gruppe, die in der Fußnote zu Tabelle D.5-3 genannt wird, gefördert werden.
Das System GExFRAME der Gemeinsamen Forschungsstelle beinhaltet wissenschaftliche Daten und Modelle zur Abschätzung der Exposition gegenüber chemischen Stoffen durch Verbraucherprodukte und bietet eine Methode, um die Verbraucherexposition gegenüber chemischen Stoffen zu berechnen.
26) Bitte beachten Sie, dass die Ableitung der Standardwerte für die Produktkategorien und die entsprechenden Gleichungen der Stufe 1 in der ECETOC-TRA (2004) für Verbraucher ausführlicher dokumentiert werden müssen und möglicherweise Revisionen erfordern.
Die Begründung für eine Reihe von vorgegebenen Standardwerten und die Notwendigkeit der Verfeinerung wurden von April bis Juni 2008 in einer von der ECHA geförderten informellen Adhoc-Arbeitsgruppe von Sachverständigen (aus Mitgliedstaaten und Industrie) dargelegt.
Außerdem wurde vereinbart, wie die Produktkategorien (einschließlich Grenzwerten und der Quelle von Standardannahmen) systematischer und transparenter beschrieben werden können.
Bis Ende 2008 wird voraussichtlich eine überarbeitete REACH-kompatible Tabellenkalkulationsversion der ECETOC TRA zur Verfügung stehen.
Die entsprechenden Hinweise können später in eine Aktualisierung der Leitlinien Teil D und Kapitel R.15 aufgenommen werden.
27) Die Vorgaben für die Produktkategorien waren noch nicht fertiggestellt, als diese Leitlinien verfasst wurden.
Gegenwärtig kann zwischen zwei Kategorien ausgewählt werden, und zwar Erzeugnisse allgemein und Zubereitungen allgemein.
28) Beachten Sie bitte, dass die Standardemissionsfaktoren den Verfahrens- und Produkttechniken, die Ende des 20. Jahrhunderts angewandt wurden, entsprechen.
29) Die Annahme von 5% ist möglicherweise nicht vorsichtig genug und muss ggf. genauer angegeben werden.
30) SimpleTreat errechnet eine 40%ige Klärung bei biologisch abbaubarem Stoff mit logP <3.
31) Einige Tätigkeitsklassen (Operation Units) konnten noch keiner TRA-Kategorie zugeordnet werden.
32) Im freien Textfeld anzugeben, wenn i) das Erzeugnis von keiner der Kategorien abgedeckt wird oder ii) der Registrant die Verwendung des zu einem Erzeugnis verarbeiteten Stoffes genauer beschreiben will; in diesen Fällen ist die TARIC-Terminologie zu verwenden.
33) Siehe vorherige Fußnote.
34) Siehe vorherige Fußnote.
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