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BfR-Empfehlungen für Materialien im Lebensmittelkontakt
II. Weichmacherfreies Polyvinylchlorid, weichmacherfreie Mischpolymerisate des Vinylchlorids und
Mischungen dieser Polymerisate mit anderen Mischpolymerisaten und chlorierten Polyolefinen
mit überwiegendem Gehalt an Vinylchlorid in der Gesamtmischung
Gesundheitliche Beurteilung von Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt im Rahmen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches
- Stand vom 01.01.2012 -
(Bundesgesundheitsbl.
Nr. 2/2012 S. 291)
Die zur Herstellung von weichmacherfreiem Polyvinylchlorid, weichmacherfreien Mischpolymerisaten des Vinylchlorids mit überwiegendem Gehalt an Vinylchlorid, Mischungen dieser Polymerisate mit anderen Mischpolymerisaten und chlorierten Polyolefinen mit überwiegendem Gehalt an Vinylchlorid in der Gesamtmischung verwendeten Monomere und sonstigen Ausgangsstoffe sowie Additive unterliegen den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011. Darüber hinaus bestehen gegen die Verwendung dieser Kunststoffe bei der Herstellung von Bedarfsgegenständen im Sinne von § 2 Abs. 6 Nr. 1 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches keine Bedenken, sofern die Bedarfsgegenstände sich für den vorgesehenen Zweck eignen und die nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
Die im Folgenden gegebene Bewertung bezieht sich auf Polymere aus den folgenden monomeren Ausgangsstoffen:
Den Polymerisaten und/oder Mischpolymerisaten dürfen folgende Mischpolymerisate zugesetzt werden, sofern der Anteil an Polyvinylchlorid in der Gesamtmischung überwiegt: Chlorierte Polyolefine mit einem Chlorgehalt bis zu 56 % Butadien-Acrylnitril-Mischpolymerisate, soweit sie der jeweils geltenden Fassung der Empfehlung XXI 1 entsprechen.
| Azodiisobuttersäurenitril Azodicyclohexylcarbonsäuredinitril 2,2´-Azobis-(2,4-dimethylvaleronitril), höchstens 0,07 % Benzoylperoxid Diacyl(C8-C12)peroxide Acetylcyclohexansulfonylperoxid Kaliumpersulfat Diisopropylpercarbonat Bis-(2-ethylhexyl)peroxydicarbonat Bis-(4-tertbutylcyclohexyl)peroxydicarbonat Natriumhydrogensulfit tert-Butylperpivalat Dicyclohexylperoxydicarbonat Dicetylperoxydicarbonat tert-Butylperoxyneodekanoat Dimyristylperoxydicarbonat Bis-(2-methylbenzoyl)-peroxid 1,3-Di(isopropylperoxyneodecanoyl)benzol, höchstens 0,02 % 3-Hydroxy-1, 1 -dimethylbutylperoxyneodekanoat, höchstens 0,05 % tert-Butylhydrochinon, höchstens 0,002 % 2,4,4-Trimethylpentyl-2-peroxyneodekanoat, höchstens 0,06 % Diisobutyrylperoxid, höchstens 0, 15 % 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidinoxyl | insgesamt höchstens 0,2 % |
Zum Anreiben der genannten peroxidischen Katalysatoren dürfen verwendet werden
| Di-n-butylphthalat 3 Di-isobutylphthalat 4 Dicyclohexylphthalat | insgesamt höchstens 0,5 % |
Zur Stabilisierung wässriger Peroxidlösungen dürfen verwendet werden: Nonylphenoxypoly-(ethylenoxy)-ethanol (Ethoxylierungsgrad 4 - 14), höchstens 0,04 % Polysaccharid, bestehend aus Makromolekülen auf Basis der Monosaccharide Glucose und Mannose sowie Glukuronsäure, höchstens 0,004 %
1) Empfehlung XXI "Bedarfsgegenstände auf Basis von Natur- und Synthesekautschuk".
2) Zu diesen Fabrikationshilfsstoffen gehören auch gelegentlich verwendete Polymerisationsregler, z.B. Dodecylmercaptan, Trichlorethylen oder 2-Mercaptoethanol, höchstens 0,02 %, N,N-Diethylhydroxylamin, höchstens 0,012 %, sowie Vernetzungsmittel. Diese Stoffe werden bei der Polymerisation eingebaut.
3) Zugelassen gemäß Verordnung (EU) Nr. 10/2011. Für den Übergang dieses Stoffes in Lebensmittel gelten die
4) Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011.
5) Teilweise als Additive zugelassen gemäß Verordnung (EU) Nr. 10/2011.
6) Der Emulgator ist wie folgt zusammengesetzt: Monoethoxylat = ca. 24 %, Diethoxylat = ca. 13 %, höhere Ethoxylate = ca. 15 %, einwertige aliphat. gesättigte C16-C18-Fettalkohole = ca. 50 %.
7) Als Additiv zugelassen gemäß Verordnung (EU) Nr. 10/2011.
8) Der Emulgator besteht aus (den teilweise gemäß Verordnung (EU) Nr. 10/2011 geregelten Additiven) Polyoxyethylenoleylether, Stearinen, aliphatischen Alkoholen, Fettsäureestern, Wachsen und gereinigten gesättigten Kohlenwasserstoffen.
9) s. 58. Mitteilung zur Untersuchung von Kunststoffen, Bundesgesundheitsbl. 40 (1997) 412.
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