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Leitsätze für Honig *

Vom 30. Mai 2011
(BAnz. Nr. 111a vom 27.07.2011 S. 2641; 10.05.2022 B1 22; 13.02.2026 B4 26)




1 Allgemeine Beurteilungsmerkmale

1.1 Begriffsbestimmungen 26

Honig im Sinne dieser Leitsätze ist das in der Honigverordnung 1 beschriebene Erzeugnis mit Ausnahme von Backhonig.

1.2 Herstellung 22

Die Gewinnung und Bearbeitung von Honig erfolgt wie in der Honigverordnung 1 beschrieben. Honig wird aus gedeckelten, brutfreien Waben als reifer Honig durch Schleudern, Pressen oder Austropfen und mit Ausnahme des Presshonigs ohne Wärmezufuhr gewonnen. Dem Honig werden keine honigeigenen Stoffe entzogen, er wird gegebenenfalls

und in Lager- beziehungsweise Transportbehälter oder als Fertigpackung abgefüllt. Eine darüberhinausgehende Bearbeitung erfolgt nicht, insbesondere werden keine honigfremden Stoffe zugesetzt.

Lagerung, Transport und ggf. weitere Abfüllungen erfolgen nur so, dass die charakteristischen Eigenschaften des Honigs nicht verändert werden; insbesondere darf keine Wärmeschädigung eintreten.

Wabenhonig wird in ganzen oder geteilten Waben in Verkehr gebracht.

1.3 Beschaffenheitsmerkmale 22

Honig weist die charakteristischen Eigenschaften auf, die in der Honigverordnung 1 beschrieben sind.

1.4 Bezeichnung und Aufmachung 22

In den Leitsätzen sind die Verkehrsbezeichnungen kursiv gedruckt.

Für Honig werden die Bezeichnungen verwendet, die in der Honigverordnung 1 aufgeführt sind, z.B. Honig, Blütenhonig, Honigtauhonig, Wabenhonig. Darüber hinaus sind die in diesen Leitsätzen kursiv gedruckten Bezeichnungen üblich.

Hinweise auf eine besondere Auswahl in Bezug auf einzelne Merkmale (z.B. Geschmack, Konsistenz, Farbe, regionale Herkunft) sind üblich.

Werden Angaben zum Erntezeitpunkt wie z.B. Frühtracht, Sommertracht, Frühjahrsblüte, Sommerblüte gemacht, setzt dies voraus, dass die Bienen den Honig in der entsprechenden Jahreszeit erzeugt haben und der Honig auch zu diesem Zeitpunkt geerntet wurde. Frühtracht und Sommertracht enthalten je nach Trachtangebot Nektar und Honigtau in variablen Anteilen. Bei der Frühtracht überwiegt der Nektaranteil. Honige mit der Angabe Frühjahrsblüte oder Sommerblüte sind Blütenhonige.

Vom Menschen hergestellte Mischungen monofloraler Honige tragen die Bezeichnung Honig. Sofern die botanische Herkunft der verwendeten Honige angegeben werden soll, werden sie als Mischung von ... wie z.B. Mischung von Akazien- und Lindenhonig bezeichnet.

Für Honig, der unmittelbar vom Imker, der den Honig erzeugt hat, in Endverbrauchergebinde abgefüllt wird, bzw. Honig, der direkt vom erzeugenden Imker an den Verbraucher abgegeben wird, können Angaben wie "vom Imker abgefüllt" bzw. "aus eigener Imkerei" gemacht werden.

2 Besondere Beurteilungsmerkmale für Honig besonderer Qualität

Bei besonders sorgfältiger Auswahl, Gewinnung, Bearbeitung, Lagerung und Abfüllung des Honigs werden die nachfolgenden Angaben zur Bezeichnung einer besonderen Qualität verwendet. Diese Honige weisen in der Regel eine homogene Konsistenz auf.

Wird die Angabe "Auslese" verwendet, weisen die Erzeugnisse folgende Merkmale auf:

Werden Angaben wie "feine Auslese", "feinste Auslese", "extra feine Auslese" oder "Premium" verwendet, weisen die Erzeugnisse folgende Merkmale auf:

3 Besondere Beurteilungsmerkmale für bestimmte Honige 22

Sortenhonige müssen insbesondere die für die jeweilige spezifische botanische Herkunft charakteristischen organoleptischen Merkmale aufweisen.

Der jeweils angegebene Pollengehalt ist die relative Pollenhäufigkeit in Prozent (bestimmt gemäß Methode L 40.00-11 nach § 64 LFGB bzw. DIN 10760).

Die Beurteilung von Qualität und Authentizität einer Probe erfolgt durch Prüfung auf die für die einzelnen Honige angegebenen Parameter und deren sachkundige Bewertung. Letztere bleibt Experten überlassen, die anhand ihrer Erfahrung die Vielfalt der natürlich bedingten und ggf. technisch unvermeidbaren Schwankungsbreiten kennen und beurteilen können.

Generell wird die Beurteilung der Qualität und Authentizität nicht nur auf die Berücksichtigung eines einzelnen abweichenden Parameters beschränkt, sondern schließt eine kritische Betrachtung aller Merkmale (organoleptische, mikroskopische und physikalisch-chemische) gemäß Honigverordnung 1 ein.

3.1 Honige spezifischer botanischer Herkunft

Honige spezifischer botanischer Herkunft entstammen vollständig bis überwiegend - unter Berücksichtigung der natürlichen Schwankungsbreite - den angegebenen Blüten oder Pflanzen. Der Honig weist die für die angegebene Herkunft typischen organoleptischen, mikroskopischen und physikalisch-chemischen Merkmale auf.

3.1.1 Blütenhonige

3.1.1.1 Akazienblütenhonig (Robinienblütenhonig) 26

Akazienblütenhonig, Akazienhonig, Robinienblütenhonig, Robinienhonig ist der Honig aus Nektar von Scheinakazienblüten (Robinia pseudoacacia).

Organoleptische Merkmale:
Farbe klar, wasserhell bis hellgelb
Geruch mild, schwach aromatisch
Geschmack schwach blumig, mild, schwach aromatisch
Konsistenz/Struktur flüssig, ohne Kristallisation


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Robinienpollen in % mindestens 20
(Robinienpollen sind natürlicherweise unterrepräsentiert.)
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm höchstens 0,20
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,55
Farbe in mm Pfund-Graden höchstens 15
Sonstiges in der Regel mit einem geringen natürlichen Enzymgehalt

3.1.1.2 Heideblütenhonig 22 26

Heideblütenhonig, Heidehonig ist der Honig aus Nektar von Blüten der Heidekrautarten Calluna vulgaris und/oder Erica spp. Die Bezeichnung kann durch die weitergehende Angabe zur botanischen Herkunft ergänzt werden, z.B."...von Besenheide" oder "...von Erica".

In Deutschland wird Heideblütenhonig, Heidehonig nahezu ausschließlich von Besenheide (Calluna vulgaris) gewonnen.

3.1.1.2.1 Calluna (Besenheide)

Organoleptische Merkmale:
Farbe hellbraun, rötlichbraun
Geruch kräftigaromatisch, herb
Geschmack kräftigaromatisch, herb, manchmal mit Bitternote
Konsistenz/Struktur geleeartig, einzelne hagelkornartige Kristalle sind möglich


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Callunapollen in % bedingt durch die Gewinnungsart große Schwankungsbreite (2 bis 90)
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm mindestens 0,70
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,20
Farbe in mm Pfund-Graden bedingt durch geleeartige Konsistenz schwer messbar
Sonstiges thixotrop, Proteingehalt mindestens 1,15 %; hohe Diastaseaktivität

3.1.1.2.2 Erica

Organoleptische Merkmale:
Farbe hell- bis dunkelbraun
Geruch würzig, aromatisch
Geschmack würzig, aromatisch, herb
Konsistenz/Struktur kristallin oder flüssig


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Erica-Pollen in % mindestens 45
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm mindestens 0,50, kann je nach Ericaart schwanken
Verhältnis Fructose zu Glucose 1,00 bis 1,30, ist von der Ericaart abhängig
Farbe in mm Pfund-Graden mindestens 50
Sonstiges --

3.1.1.3 Kleeblütenhonig 26

Kleeblütenhonig, Kleehonig ist Honig aus Nektar von Kleeblüten der Gattungen Trifolium, Melilotus und/oder Lotus.

Organoleptische Merkmale:
Farbe weiß bis hellgelb
Geruch schwach aromatisch
Geschmack blumig, schwach aromatisch
Konsistenz/Struktur kristallin
Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Kleepollen in % mindestens 70, bei Lotushonig mindestens 80
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm höchstens 0,20, bei neuseeländischer Herkunft bis 0,30
Verhältnis Fructose zu Glucose höchstens 1,30, ist von der Kleeart abhängig
Farbe in mm Pfund-Graden höchstens 35
Sonstiges --

3.1.1.4 Orangenblütenhonig 26

Orangenblütenhonig, Orangenhonig ist Honig aus Nektar von Orangenblüten (Citrus sinensis).

Organoleptische Merkmale:
Farbe weiß bis dunkelorange
Geruch aromatisch, blumig, nach Orangenblüten
Geschmack intensiv, aromatisch, blumig
Konsistenz/Struktur flüssig oder kristallin
Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Citruspollen in % mindestens 20 (Pollen sind unterrepräsentiert)
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm 0,10 bis 0,30
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,10
Farbe in mm Pfund-Graden 10 bis 60
Sonstiges mindestens 2 mg/kg Methylanthranilat;
in der Regel mit einem geringen natürlichen Enzymgehalt

3.1.1.5 Rapsblütenhonig 26

Rapsblütenhonig, Rapshonig ist Honig aus Nektar von Rapsblüten (Brassica napus).

Organoleptische Merkmale:
Farbe weiß bis hellbeige
Geruch mild, schwach blumig bis kohlartig
Geschmack mild, schwach blumig, Mundgefühl: leicht kühlend
Konsistenz/Struktur fest oder in der Regel durch Bearbeitung feinkristallin, cremig


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Rapspollen in % mindestens 80
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm höchstens 0,22
Verhältnis Fructose zu Glucose höchstens 1,00
Farbe in mm Pfund-Graden höchstens 30
Sonstiges --

3.1.1.6 Sonnenblumenblütenhonig 26

Sonnenblumenblütenhonig, Sonnenblumenhonig ist Honig aus Nektar von Sonnenblumenblüten (Helianthus annuus).

Organoleptische Merkmale:
Farbe dottergelb
Geruch mild, fruchtig, aromatisch
Geschmack fruchtig, aromatisch
Konsistenz/Struktur kristallin, neigt zur Entmischung


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Sonnenblumenpollen in % mindestens 50
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm 0,20 bis 0,40
Verhältnis Fructose zu Glucose höchstens 1,10
Farbe in mm Pfund-Graden 40 bis 60
Sonstiges --

3.1.2 Honige aus Nektar und Honigtau

Die folgenden Honige enthalten Nektar und Honigtau derselben botanischen Herkunft in variablen Anteilen, abhängig von Nektar- und Honigtauverfügbarkeit. Im Einzelfall kann der Honig nahezu vollständig aus Nektar oder nahezu vollständig aus Honigtau bestehen.

3.1.2.1 Eukalyptushonig 26

Eukalyptushonig ist Honig aus Nektar und Honigtau von Eukalyptusarten (Eucalyptus spp.).

Organoleptische Merkmale:
Farbe hellbernsteinfarben bis dunkel
Geruch karamellartig, manchmal würzig
Geschmack malzig, karamellartig, manchmal würzig
Konsistenz/Struktur flüssig bis kristallin


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Eukalyptuspollen in % mindestens 85; bei überwiegend Honigtauhonig mindestens 70
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm von 0,30 bis deutlich über 1,00
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,05
Farbe in mm Pfund-Graden 20 bis 100
Sonstiges --

3.1.2.2 Kastanienhonig/Edelkastanienhonig 26

Kastanienhonig/Edelkastanienhonig ist Honig aus Nektar und Honigtau der Edelkastanie (Castanea sativa).

Organoleptische Merkmale:
Farbe hell- bis dunkelbraun
Geruch herb, kräftig, mit penetranter Note
Geschmack kräftig herb, deutlich bitter, adstringierend
Konsistenz/Struktur flüssig bis zähflüssig


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Edelkastanienpollen in % mindestens 90 (Pollen stark überrepräsentiert)
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm in Abhängigkeit vom Honigtauanteil große Schwankungsbreite (0,80 bis 2,00)
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,45
Farbe in mm Pfund-Graden mindestens 70
Sonstiges pH-Wert 4,5 bis 6,3; hohe Enzymaktivität

3.1.2.3 Lindenhonig 26

Lindenhonig ist Honig aus Nektar und Honigtau von Lindenarten (Tilia spp.).

Organoleptische Merkmale:
Farbe beige/gelblich mit Grünstich, je nach Honigtauanteil auch dunkler
Geruch intensiv, medizinischminzig, mentholartig
Geschmack intensiv, medizinischminzig, mentholartig, leicht bitter, lang anhaltend
Konsistenz/Struktur flüssig oder kristallin


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Lindenpollen in % mindestens 20 (Pollen unterrepräsentiert)
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm in Abhängigkeit vom Honigtauanteil große Schwankungsbreite (0,30 bis 0,90)
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,10
Farbe in mm Pfund-Graden in Abhängigkeit vom Honigtauanteil große Schwankungsbreite (11 bis 55)
Sonstiges --

3.1.3 Honigtauhonige

Honigtauhonige zeichnen sich gegenüber Blütenhonigen insbesondere durch folgende Charakteristika aus:

Zuckerspektrum mit deutlichen Anteilen an höhermolekularen Zuckern

mikroskopisch sichtbare charakteristische Honigtaubestandteile (insbesondere Pilzelemente, Algen, kristalline Masse, Wachswolle, Wachsröhren)

3.1.3.1 Fichtenhonigtauhonig 26

Fichtenhonigtauhonig, Fichtenhonig, Rottannenhonigtauhonig, Rottannenhonig ist Honigtauhonig von Fichtenarten (Picea spp.).

Organoleptische Merkmale:
Farbe rotbraun
Geruch malzigwürzig
Geschmack malzigwürzig mit säuerlicher Komponente
Konsistenz/Struktur zähflüssig bis kristallin


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Honigtauelemente deutlicher Anteil an Pilzelementen; Algen; mittlere bis große Menge kristalliner Masse; Wachsröhren; evtl. Wachswolle
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm mindestens 0,80
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,00
Farbe in mm Pfund-Graden mindestens 70
Sonstiges in der Regel u. a. Melezitose als weiterer Zucker; hohe Enzymaktivität

3.1.3.2 Pinienhonigtauhonig 26

Pinienhonigtauhonig, Pinienhonig ist Honigtauhonig von Kiefernarten (Pinus spp.).

Organoleptische Merkmale:
Farbe hell- bis dunkelbraun
Geruch würzig, harzig (terpenähnlich)
Geschmack intensiv malzigwürzig und harzig (terpenähnlich)
Konsistenz/Struktur zähflüssig


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Honigtauelemente sehr hohe Anteile an charakteristischen Pilzelementen, Wachswolle und kristalliner Masse; Algen
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm mindestens 1,00
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,20
Farbe in mm Pfund-Graden mindestens 60
Sonstiges --

3.1.3.3 Tannenhonigtauhonig 26

Tannenhonigtauhonig, Tannenhonig, Weißtannenhonigtauhonig, Weißtannenhonig ist Honigtauhonig der Weißtanne (Abies alba).

Organoleptische Merkmale:
Farbe grünlichbraun, rotbraun, tiefbraun
Geruch harzigmalzig
Geschmack intensiv harzigmalzig, erinnert an Trockenpflaumen
Konsistenz/Struktur zähflüssig


Mikroskopische und physikalisch-chemische Merkmale:
Honigtauelemente deutlicher Anteil an Pilzelementen; Algen; kristalline Masse; Wachsröhren
Elektrische Leitfähigkeit in mS/cm mindestens 1,10
Verhältnis Fructose zu Glucose mindestens 1,15
Farbe in mm Pfund-Graden mindestens 80
Sonstiges in der Regel u. a. Melezitose als weiterer Zucker; hohe Enzymaktivität

3.1.4 Honige mit der Angabe von mehr als einer botanischen Herkunft

Honige können mit mehr als einer botanischen Herkunftsangabe wie z.B. Raps-Klee-Honig oder Fichten- u. Tannenhonig in Verkehr gebracht werden, wenn der Honig von den Bienen in demselben Zeitraum und aus Trachtquellen desselben geografischen Ursprungs natürlich erzeugt wurde. Ein derartig bezeichneter Honig entstammt vollständig bis überwiegend - unter Berücksichtigung der natürlichen Schwankungsbreite - den angegebenen Blüten oder Pflanzen. Der Honig weist die für die angegebenen botanischen Herkünfte typischen organoleptischen, mikroskopischen und physikalisch-chemischen Merkmale auf.

3.2 Honige mit regionaler, territorialer oder topografischer Herkunftsangabe

3.2.1 Honige aus Gebirgs- oder Berglandschaften 22

Honige mit topografischen Herkunftsangaben wie Gebirgshonig, Berghonig entstammen dem Nektar und/oder Honigtau von Pflanzen aus Gebirgs- oder Berglandschaften.
Blütenhonige mit topografischen Herkunftsangaben wie Gebirgsblütenhonig, Bergblütenhonig entstammen dem Nektar von Pflanzen aus Gebirgs- oder Berglandschaften.
Je nach regionaler, territorialer oder topografischer Herkunft können Honige aus Gebirgs- oder Berglandschaften unterschiedliche organoleptische, chemischphysikalische oder mikroskopische Eigenschaften aufweisen. Eine Festlegung auf bestimmte Pflanzenarten oder Charakteristika ist aufgrund der möglichen Vielfalt nicht sinnvoll.

3.2.2 Waldhonig 26

Waldhonig ist Honigtauhonig, der vollständig von Pflanzen aus Wäldern stammt. Parkanlagen in städtischen Umgebungen gelten nicht als Wald.

3.3 Honige mit unspezifischer botanischer Herkunft

3.3.1 Wildblütenhonig 26

Wildblütenhonig ist der Blütenhonig, der vollständig vom Nektar nicht kultivierter Wildpflanzen stammt. Wildpflanzen sind dabei alle in dem Herkunftsgebiet vom Menschen nicht kultivierte Arten. Wildblütenhonig hat nicht den Charakter eines Sortenhonigs.

Aufgrund der möglichen Vielfalt in der Zusammensetzung sind spezifische Angaben zu organoleptischen und chemischphysikalischen Merkmalen nicht sinnvoll.

3.4 Sonstige Honige

3.4.1 Honige mit Angabe einer spezifischen und einer unspezifischen Herkunft

Honige können mit einer spezifischen und einer unspezifischen Herkunftsangabe (z.B. Akazienhonig mit Frühjahrsblüte, Lindenhonig mit Sommertracht) in Verkehr gebracht werden, sofern der Honig von den Bienen in demselben Zeitraum und aus Trachtquellen desselben geografischen Ursprungs natürlich erzeugt wurde. Derartige Honige weichen in der Regel geringfügig von den typischen organoleptischen, mikroskopischen und physikalisch-chemischen Merkmalen des Honigs mit der genannten spezifischen botanischen Herkunft ab.

3.4.2 Honige mit Angabe einer unspezifischen und einer spezifischen Herkunft

Honige können mit einer unspezifischen und einer spezifischen Herkunftsangabe (z.B. Frühjahrsblüte mit Akazienhonig, Sommertracht mit Lindenhonig, Sommertracht mit Heidehonig, Waldhonig mit Edelkastanienhonig) in Verkehr gebracht werden, sofern der Honig von den Bienen in demselben Zeitraum und aus Trachtquellen desselben geografischen Ursprungs natürlich erzeugt wurde. Bei derartigen Honigen sind die typischen organoleptischen, mikroskopischen und physikalisch-chemischen Merkmale des Anteils mit der genannten spezifischen botanischen Herkunft noch erkennbar.

____
1) 26 Honigverordnung vom 16. Januar 2004 (BGBl. I S. 92), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 25. November 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 289) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung.

Bekanntmachung von Neufassungen bzw. Änderungen bestimmter Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches

Vom 30. Mai 2011
(BAnz. Nr. 111 vom 27.07.2011 S. 2641)

Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat in ihrer 26. Plenarsitzung am 9. Februar 2011 folgende Neufassungen bzw. Änderungen von Leitsätzen beschlossen:

Diese Änderungen der Leitsätze werden hiermit nach § 15 Absatz 3 Satz 1 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Juli 2009 (BGBl. I S. 2205) im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veröffentlicht.

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