Änderungstext
Aufbringung von Nährstoffen auf landwirtschaftliche Flächen (Nährstoffbeurteilungsblatt)
RdErl d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz II-A-5-2220.20.03 / IV-5
Vom 4. Dezember.2012
(MBl. NRW Nr. 33 vom 28.12.2012 S. 745)
Der RdErl. d. Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz v. 12.11.2003 (MBl. NRW. S. 1524, SMBl. NRW. 770) wird wie folgt geändert:
1. Satz 3 wird durch die folgenden Sätze ersetzt:
| alt | neu |
| Die Anlagen geben für die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat vor, wie der maximal zulässige Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung zu ermitteln ist und ob und in welchem Umfang eine Nährstoffabgabe bzw. ein zusätzlicher Flächenbedarf erforderlich ist oder ob eine Nährstoffaufnahme aus betriebsfremdem Wirtschaftsdünger möglich ist. | "Mit dem von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen herausgegebenen Nährstoffbeurteilungsblatt in seiner jeweils aktuellen Fassung sind für die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat der maximal zulässige Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung zu ermitteln und ob und in welchem Umfang eine Nährstoffabgabe bzw. ein zusätzlicher Flächenbedarf erforderlich ist oder ob eine Nährstoffaufnahme aus betriebsfremdem Wirtschaftsdünger möglich ist. Das jeweils aktuelle Nährstoffbeurteilungsblatt ist beim Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragtem verfügbar und kann über das Internet unter http://www.1andwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/duengeverordnung /naehrstoffbeurteilungsblatt.htm heruntergeladen werden." |
2. Im bisher vierten Satz werden die Wörter "Diese Anforderungen" ersetzt durch die Wörter "Die Einhaltung der dargestellten Anforderungen".
3. Am Ende wird folgender Satz angefügt:
"Der Runderlass tritt am 31. Dezember 2017 außer Kraft."
zum RdErl. vom 02.11.2003 Anlage 1 Schema für die Beurteilung von Tierhaltungsbetrieben mit Gülleanfall
Erforderliche Güllelagerdauer
6 Monate
Dauergrünlandanteil > 667 Monate
Dauergrünlandanteil > 33 % bis < 66 % undAnteil Mais, Rüben, Kartoffeln, Gemüse an der LN < 50
8 Monate
Anteil Mais, Rüben, Kartoffeln; Gemüse an der LN < 7510 Monate
Anteil Mais, Rüben, Kartoffeln, Gemüse an der LN > 75
Anlage 2 Formblatt 1: Maximal zulässige Nährstoffzufuhr
Angebaute Kultur Standortklasse zulässige P-Zufuhr kg/ha P2O5 Anbaufläche in ha Summe zulässige P-Zufuhr kg P2O2*1 Sommergerste, Hafer, Futtererbsen I 50 II 60 III 70 Speisekartoffeln I 50 II 60 III 70 Sommerweizen, Wintergerste, Ackerbohnen I 60 II 70 III 80 Zuckerrüben I 60 II 70 III 80 Winterraps, Winterroggen, Triticale, Winterweizen I 75 II 85 III 95 CCM-Mais, Körnermais, Stärkekartoffeln I 75 II 85 III 95 Silomais I 85 II 95 III 105 Feldgras 2 Schnitte 80 3 Schnitte 110 4 Schnitte 130 Gemüse *2 Buschbohnen, Feldsalat, Rot-/Weißkohl früh, Bundzwiebeln 30 Blumen-, China-, Rosenkohl, Grünkohl, Bund-Waschmöhren, Wirsing, Rot-/Weißkohl (spät, Industrie), Zwiebeln, Porree 50 Kohlrüben, Industriemöhren, Bund- und Knollensellerie 70 Anbaufläche für Biomasseproduktion für betriebseigene Biogasanlagen Stilllegungsflächen und aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen Futterzwischenfrüchte und Gemüse im Zwischenfruchtanbau 35 Grünland I II III Summe zulässige Stickstoffzufuhr auf die Betriebsflächen (gemäß § 4 (3) Düngeverordnung in kg N)
ha Ackerland x 170 kg/ha N * 1) Rechenweg: zulässige P-Zufuhr x Anbaufläche
* 2) weitere Arten siehe ErgänzungsblattErgänzung zu Formblatt 1: Max. zulässige Nährstoffzufuhr
Gemüseart Zulässige P2O5-Zufuhr Blattsalate
Bohne, Busch
Bohne, Stangen-
Brokkoli
Chicoree
Endivien
Erbsen, Mark
Feldsalat
Fenchel, Knollen
Kopfsalat
Petersilie (3 Schnitte)
Radicchio
Radies
Rotkohl (früh)
Schnittlauch (3 Schnitte)
Spargel, Ertrag
Spinat, Frischmarkt
Weißkohl, früh
Zucchini
Zwiebeln, Bund-30 Blumenkohl
Chinakohl
Eissalat
Grünkohl, Handernte
Grünkohl, Mahd
Gurken, Einlege
Kohlrabi
Mais, Zucker
Mangold
Möhren, Bund
Möhren, Wasch
Porree
Rettich, Bund
Rettich, Japanisch
Romanasalat
Rosenkohl
Rote Beete
Rotkohl (spät)
Rotkohl (Industrie)
Sellerie, Stangen
Weißkohl, spät
Weißkohl, Industrie
Wirsing
Zwiebeln50 Kohlrübe
Möhren, Industrie-
Sellerie, Bund
Sellerie, Knollen-70
Anlage 3 Formblatt 2: Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung
Seite 1 Nährstoffausscheidung
(kg/Stallplatz)Anzahl Stallplätze Nährstoffanfall
im Betrieb
(kg/Jahr)brutto anzurechnen* N P2O5 N Gülle Festmist P2O5 Gülle Festmist Gülle Festmist Kälberaufzucht Alter bis 16 Wochen; 80 kg Zuwachs je Kalb;
3 Durchgänge pro Jahr15,3 13,0 10,7 6,0 Jungrinderaufzucht
(Erstkalbealter 27 Monate; 580 kg Zuwachs)Grünlandbetrieb, mit und ohne Flächen im "Naturschutz" konventionell 60 51,0 42,0 18 extensiv 54 45,9 37,8 17 Ackerfutterbaubetrieb mit Weide 49 41,7 34,3 16 Stallhaltung 42 35,7 29,4 15 Milcherzeugung
(Leistung bezogen auf 4,0 %) Fett und 3,4 % Eiweiß plus 0,9 Kalb)Grünlandbetrieb 6.000 kg ECM 119 101,2 83,3 39 8.000 kg ECM 132 112,2 92,4 41 10.000 kg ECM 149 126,7 104,3 46 Ackerfutterbaubetrieb 6.000 kg ECM 104 88,4 72,8 35 8.000 kg ECM 118 100,3 82,6 41 10.000 kg ECM 138 117,3 96,6 46 Ackerfutterbaubetrieb
(ohne Weidegang, mit Heu)6.000 kg ECM 100 85,0 70,0 35 8.000 kg ECM 115 97,8 80,5 39 10.000 kg ECM 135 114,8 94,5 45 Bullenmast bis 625 kg LM (18 Monate) ab Kalb 45 kg 35 29,8 24,5 15 bis 700 kg LM ab Kalb 45 kg 40 34,0 - 28,0 15 ab 80 kg LM 44 37,4 30,8 17 ab 200 kg LM 46 39,1 32,2 17 Mutterkuhhaltung
(Mutterkuh & Kalb)Mutterkuh 500 kg LM; 0,9 Kalb pro Kuh und Jahr mit 180 kg Absetzgewicht 87 74,0 60,9 28,0 Mutterkuh 700 kg LM; 0,9 Kalb pro Kuh und Jahr mit 220 kg Absetzgewicht 106 90,1 74,2 33,0 Rosa-Kalbfleisch -Erzeugung Mast von 50 bis 350 kg LM; 1,3 Umtriebe pro Jahr 32,7 27,8 22,9 11,7 Fresseraufzucht Fresserprodukt. von 80 bis 220 kg LM; 2,5 Umtriebe pro Jahr 18,4 15,6 12,9 6,2 Kälbermast Kälbermast von 50 bis 250 kg LM; 2,1 Umtriebe pro Jahr 13,0 11,1 9,1 6,5 Sauenhaltung
Ferkelaufzucht bis 8 kg LM20 aufgezogene Ferkel; Standardfutter 26,2 18,3 17,0 13,5 200 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 24,6 17,2 16,0 11,0 22 aufgezogene Ferkel; Standardfutter 26,3 18,4 17,1 13,5 216 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 24,7 17,3 16,1 11,0 Sauenhaltung
Ferkelaufzucht bis 28 kg LM20 aufgezogene Ferkel; Standardfutter 36,6 25,6 23,8 18,4 600 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 34,3 24,0 22,3 15,4 22 aufgezogene Ferkel; Standardfutter 37,3 26,1 24,2 18,6 656 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 34,9 24,4 22,7 15,6 Spezialisierte Ferkelaufzucht von 8 bis 28 kg LM; Standardfutter 3,42 2,39 2,22 1,6 130 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 3,29 2,30 2,14 1,4 Summe Seite 1 Jungsauenaufzucht von 28 bis 115 kg LM; Standardfutter 10,8 7,6 7,0 5,50 180 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 9,0 6,3 5,9 4,58 Jungsaueneingliederung von 95 bis 135 kg LM; Standardfutter 15,5 10,9 10,1 8,54 240 kg Zuwachs je Platz/Jahr N-/P-reduziert 13,3 9,3 8,6 7,51 Eberhaltung 60 kg Zuwachs je Platz/Jahr 22,1 15,5 14,4 9,6 Schweinemast 700 g tägl. Zunahme; von 28 bis 117 kg LM; 210 kg Zuwachs N-/P-reduziert 11,9 8,3 7,7 5,5 Standardfutter 9,8 6,9 6,4 4,4 800 g tägl. Zunahme; von 28 bis 117 kg LM; 240 kg Zuwachs N-/ P-reduziert 13,6 9,5 8,8 6,0 Standardfutter 11,2 7,8 7,3 4,8 Junghennenaufzucht 3,3 kg Zuwachs; 4/5-Phasen-Fütterung Standardfutter 4 Phasen 0,286 0,172 0,202 N-/P-reduziert 5 Phasen 0,244 0,146 0,131 Legehennenhaltung 17,6 kg Eimasse Standardfutter 0,786 0,472 0,477 N-/P-reduziert 0,754 0,452 0,340 Hähnchenmast Mast über 40 Tage;
2,2 kg Zuwachs/TierStandardfutter 0,469 0,281 0,245 N-/P-reduziert 0,403 0,242 0,184 Mast von 37 bis 40 Tagen;
2,0 kg Zuwachs/TierStandardfutter 0,392 0,235 0,213 N-/P-reduziert 0,333 0,200 0,158 Mast bis 37 Tage;
1,7 kg Zuwachs/TierStandardfutter 0,319 0,191 0,181 N-/P-reduziert 0,266 0,160 0,131 Putenmast je Platz 0,5 Hähne und 0,5 Hennen; 2,5 Durchgänge pro Jahr Standardfutter 1,921 1,153 1,234 N-/P-reduziert 1,804 1,082 0,683 (teilw.) P-reduziert 1,911 1,147 0,993 Pekingenten
(Ausmast)3,4 kg Zuwachs je Tier; 13 Durchgänge; Mastdauer bis zu 26 Tage 1,482 0,889 0,834 Flugenten 15,4 kg Zuwachs/Platz/Jahr; (2,7 kg weiblich, 5,0 kg männlich); 1:1 w/m; 4 Durchgänge 0,588 0,353 0,376 Gänsemast
(1 Durchgang/Jahr)Schnellmast 5,0 kg Zuwachs/Tier 0,183 0,110 0,115 Mittelmast 6,8 kg Zuwachs/Tier 0,554 0,332 0,310 Spätmast/Weidemast 7,5 kg Zuwachs/Tier 1,040 0,624 0,335 Reitpferde 500 - 600 kg LM; leichte Arbeit Stallhaltung 51,1 28,1 23,4 Stall-/Weidehaltung 53,6 29,5 23,4 Reitponys 300 kg LM; leichte Arbeit Stallhaltung 34,9 19,2 16,5 Stall-/Weidehaltung 33,4 18,4 15,3 Zuchtstuten Stall-/Weidehaltung; Großpferd; 600 kg LM; 0,5 Fohlen/Jahr 63,5 34,9 28,0 Stall-/Weidehaltung; Pony 350 kg LM; 0,5 Fohlen/Jahr 42,3 23,3 18,4 Aufzuchtpferde Stall-/Weidehaltung; Großpferd; 6.-36. Monat; 365 kg Zuwachs 44,5 24,5 18,9 Stall-/Weidehaltung; Pony; 6.-36. Monat; 150 kg Zuwachs 31,6 17,4 13,5 Summe Seite 2 Lammfleischerzeugung 1,3 Lämmer/Mutterschaf;
40 kg Zuwachskonventionell 18,6 10,2 6,0 extensiv 18,1 10,0 5,5 Ziegenmilcherzeugung 800 kg Milch/Ziege/Jahr; 1,5 Lämmer/Ziege mit 16 kg Zuwachs/Lamm 14,8 8,1 5,73 Kaninchenhaltung 52 aufgezogene Aufzucht bis 0,6 kg LM 2,64 1,5 1,5 Jungtiere/Häsin/Jahr Aufzucht bis 3 kg LM 9,66 5,3 5,4 Mast von 0,6 bis 3 kg LM; 14 kg Zuwachs/Platz 0,73 0,4 0,4 Gehegewild Dammfleischproduktion 45 kg Zuwachs/Produktionseinheit (1 Alttier mit 0,85 Kalb) 21,6 11,9 6,9 Summe Seite 3
+ Summe Seite 2
+ Summe Seite 1
./. Nährstoffabgabe aus bestehenden Abgabeverträgen= Summe Nährstoffanfall aus eigener Tierhaltung + Nährstoffe aus aufgenommenen Substraten zur Vergärung in einer Biogasanlage
· Wirtschaftsdünger
· sonstige Stoffe (z.B. Silomais)= Nährstoffanfall Maximal zulässige Nährstoffzufuhr (aus Formblatt 1 Differenz: Nährstoffanfall - maximal zulässige Nährstoffzufuhr ** *) anzurechnender N gemäß Anlage 2 der DüV nach Abzug der Stall- und Lagerungsverluste
**) bei negativen Werten ist der Nährstoffanfall aus der betriebseigenen Tierhaltung kleiner als maximal zulässig, bei positiven Werten fallen aus der eigenen Tierhaltung mehr Nährstoffe an als maximal zulässig
Anlage 4 Definition der Standortklassen
Standortklassen nach Beschaffenheit der Böden für Ackerland
I ungünstig: Sand bis anlehmiger Sand II mittel: schwach lehmiger Sand bis stark sandiger Lehm III günstig: sandiger Lehm, Lösslehm, Lehm, Ton, Schluff Standortklassen nach Wachstumsbedingungen/Ertragsvermögen des Standortes für Grünland
I ungünstig: Höhenlagen II mittel: Übergangslagen III günstig: Niederungsgebiete Reicht die Bodenbeschreibung bzw. die Zuordnung zu Wachstumsbedingungen/Ertragsvermögen nicht aus, sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen:
- Mächtigkeit der Deckschicht
- Beschaffenheit des Untergrundes
- Grundwasserflurabstand
werden aufgehoben.
Dieser Erlass tritt am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft.