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LASI-Veröffentlichung (LV) 16 - Kenngrößen zur Beurteilung raumklimatischer Grundparameter
Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)
(Ausgabe 08/09/2011/1. überarbeitete Auflage)
Vorwort
Der Mensch hält in Folge eines ständig ablaufenden Regelprozesses seine Körpertemperatur konstant auf einem Durchschnittswert von 37 °C. Er ist nur in dem relativ engen Bereich von ca. 35 °C bis 40 °C lebensfähig, seine Leistungsfähigkeit sinkt jedoch schon innerhalb wesentlich engerer Grenzen ab. Die Körperaußentemperatur steht mit dem Umgebungsklima, dem sich der Mensch nie völlig entziehen kann, in unmittelbarem Zusammenhang. Daher gehört das Klima zu den arbeitsschutzrelevanten Messgrößen.
Die Arbeitsstättenverordnung verlangt sowohl ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft als auch eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur. Die Arbeitsstättenregel A3.5 "Raumtemperaturen" von Juni 2010 und demnächst die Arbeitsstättenregel A3.6 "Lüftung" (bis zu deren Bekanntmachung die Arbeitsstättenrichtlinie 5 "Lüftung" vom Oktober 1979, zuletzt geändert im September 2002) sind für den Regelfall ausreichend. Problemfälle verlangen jedoch eine genauere Betrachtung der raumklimatischen Grundparameter, um die Ursache für die nicht erreichte "Behaglichkeit" festzustellen und gezielte Maßnahmen einleiten zu können.
In diesem LASI-Leitfaden werden die zur Zeit gültigen Richtwerte für die Klimagrundparameter aus Normen und anderen Quellen zusammengestellt. Mit ihr soll eine Lücke in der verfügbaren Literatur geschlossen werden. Jeder, der den Arbeitsschutz betreffende Messungen bewerten muss, weiß, wie viel Zeit die Suche nach einem Richtwert kosten kann.
Es erfolgt die getrennte Wertung der einzelnen Klimakomponenten.
Der Leitfaden wendet sich sowohl an den informierten Betriebspraktiker als auch an den Fachmann, der Messgeräte und Formeln zur Umrechnung von Klimagrößen bereits kennt. Es erscheint jedoch notwendig, den Richtwerten jeweils eine Erläuterung der zu messenden Größe hinzuzufügen.
Die Verfasser hoffen, dass der vorliegende Leitfaden allen, die Klimagrößen messen und bewerten, eine Hilfe sein wird.
Abkürzungsverzeichnis
| ArbStättV | Verordnung über Arbeitsstätten |
| ASR | Arbeitsstättenregeln (neu), Arbeitsstättenrichtlinien (alt) |
| AU | Arbeitsenergieumsatz, siehe DIN 33403 Teil 3 [ 12] (Gesamtenergieumsatz abzüglich Grundumsatz) |
| CET oder CNET | Korrigierte Effektivtemperatur (Klimasummenmaß) |
| CEN | Europäisches Komitee für Normung |
| DIN | Deutsches Institut für Normung e. V. |
| DR | Draught Rating (Zugluftrisiko), DIN EN ISO 7730 [ 15] Prozentsatz Unzufriedener bedingt durch Zugluft |
| DVGW | Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. |
| GU | Grundumsatz |
| ISO | International Organization for Standardization |
| NET | Normal-Effektiv-Temperatur (Klimasummenmaß), siehe DIN 33403 Teil 3 [ 12] |
| PMV | Predicted Mean Vote (vorausgesagtes mittleres Votum, Klimasummenmaß) |
| PPD | Predicted Percentage of Dissatisfied, siehe DIN EN ISO 7730 [ 15] (vorausgesagter Prozentsatz Unzufriedener, Klimasummenmaß) |
| RLT | Raumlufttechnik (DIN EN 12792 [ 10]) |
| Tu | Turbulenzgrad in %, Verhältnis der Standardabweichung der lokalen Luftgeschwindigkeit zur lokalen mittleren Luftgeschwindigkeit, DIN EN 13779 [ 11] und DIN EN ISO 7730 [ 15] |
| VDI | Verein Deutscher Ingenieure |
| WBGT | Wet Bulb Globe Temperature "Feuchtkugeltemperatur" siehe DIN 33403 Teil 3 [ 12] Klimasummenmaß zur Beurteilung von Hitzearbeit, aus Globetemperatur, natürlicher Feuchttemperatur und Lufttemperatur. |
1 Raumklimatische Parameter
Das Raumklima wird durch die vier Grundparameter
beschrieben und beurteilbar. Als personenbezogene Größen sind weiterhin
zu berücksichtigen. Für die weitergehende Beurteilung von speziellen raumklimatischen Problemen stehen sogenannte "Klimasummenmaße" zur Verfügung. Diese setzen sich aus mehreren Klimagrundparametern zusammen und ermöglichen es dadurch, z.B. Hitzearbeitsbereiche oder Behaglichkeitsbereiche unmittelbar zu charakterisieren. Zu diesen Klimasummenmaßen gibt es in den Regelwerken entsprechende Richtwertaussagen.
Für das Wohlbefinden und die dauerhafte Gesundheit ist es unerlässlich, dass die menschliche Körperkerntemperatur durch den inneren Regelmechanismus in einem sehr engen Bereich um 37 °C gehalten werden kann. Die vier Klimagrundparameter tragen mit unterschiedlicher Intensität zu der auf den Menschen wirkenden Klimasituation bei.
Andererseits kann der Mensch mit Hilfe von technischen/organisatorischen Maßnahmen in thermischen Extrembereichen von unter -40 bis über +40 °C, zumindest zeitlich begrenzt, tätig sein.
Man unterscheidet drei wesentliche klimatische Empfindungsbereiche:
Im Behaglichkeitsbereich 1 ist es erforderlich, dass Raumtemperatur, Bekleidungsisolationswert, körperlicher Aktivitätsgrad, Akklimatisation, körperliche Konstitution und bedingt auch die das Temperaturempfinden beeinträchtigende Luftfeuchte und die Luftgeschwindigkeit in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen. Dadurch wird sichergestellt, dass es zu keinen wesentlichen Klimabelastungen für den Menschen kommt. Demzufolge kann dieses thermische Gleichgewicht z.B. in einem leicht kühlen Bereich auch durch entsprechend höhere Bekleidungsisolationswerte und/oder durch eine höhere Arbeitsaktivität erreicht werden.
Im Erträglichkeitsbereich (DIN 33403 Teil 3 [ 12]) muss der Mensch das nicht mehr vorhandene thermische Gleichgewicht durch eine interne Wärmeproduktion mit gesteigertem Kreislauf, z.B. zur Anpassung der Körperkerntemperatur an eine kühle oder kalte Umgebung oder durch vermehrte Schweißproduktion zur Kühlung mittels Verdunstungskälte in Hitzebereichen, ausgleichen. Diese körperinternen Anpassungsmaßnahmen sind mit erhöhter Kreislaufbelastung und erhöhtem Energieverbrauch verbunden. Diesbezügliche erhöhte Belastungen sind allerdings nur im begrenzten Rahmen ohne Schädigung zu ertragen. Im Erträglichkeitsbereich kann es daher erforderlich werden, Erholungs- bzw. Entwärmungs- oder Aufheizzeiten in die Arbeitsintervalle zu integrieren, um eine Unerträglichkeit zu vermeiden bzw. durch aufwendigere personen- oder arbeitsplatzbezogene Schutzmaßnahmen für Entlastung zu sorgen.
Im Unerträglichkeitsbereich ist der Rahmen der Erträglichkeit überschritten und es kann zu Körperschäden (z.B. Erfrierungen) und akuten Gesundheitsproblemen (z.B. Herz-Kreislauf-Kollaps) kommen, im Extremfall kann der Tod eintreten.
Die Wirkung der einzelnen bzw. auch der kombinierten Klimagrundparameter auf das Empfinden des Menschen wird im Zusammenhang mit den Meßgrössen erläutert.
1.1 Lufttemperatur
Die Lufttemperatur ist die Temperatur der den Menschen umgebenden Luft ohne Einwirkung von Wärmestrahlung, d. h. die messtechnische Ermittlung erfolgt mit wärmestrahlungsgeschützten Sensoren.
Messgrößen
Die Lufttemperatur ist für den Menschen gefühlsmäßig leicht wahrzunehmen und zu beurteilen. So wird z.B. Kälteempfinden durch Kälterezeptoren der Haut bereits ausgelöst, wenn die Temperatur am Hautbereich schneller als 0,004 °C/s (14,4 °C/h) absinkt. Entsprechende Wärmesensoren reagieren schon auf Anstiege der Temperatur von 0,001 °C/s (3,6 °C/h) mit Wärmeempfinden [ 5].
Lufttemperaturen unterhalb der Hauttemperatur werden bei Erhöhung der Luftgeschwindigkeit kühler empfunden. Bei erhöhter relativer Luftfeuchte wird die Lufttemperatur auf der Haut intensiver wahrgenommen als die gleiche Temperatur bei geringerer relativer Feuchte.
Zusätzlich zur Einhaltung einer aktivitätsabhängigen Lufttemperatur ist es weiterhin auch wünschenswert, dass eine möglichst geringe Temperaturschichtung im Raum vorhanden ist (< 2 K/m). So werden z.B. Temperaturdifferenzen zwischen Kopf oder Nacken und Fußbereich recht empfindlich als unbehaglich wahrgenommen.
Die Raumtemperatur ist eine zusammenfassende Temperaturgröße aus der örtlichen Lufttemperatur und Strahlungstemperaturen der einzelnen Umgebungsoberflächen.
Der Mensch kann nicht unterscheiden, ob sein thermisches Empfinden ausschließlich durch eine temperierte Luft verursacht wird, oder ob auch Wärmestrahlungsanteile zu der klimatischen Wahrnehmung führen. Strahlungswärme bei geringer Lufttemperatur kann zu vergleichbarem Empfinden führen wie entsprechend höhere Lufttemperaturen ohne zusätzliche Wärmestrahlung. Diese Tatsache wird bei dem Einsatz von Wärmestrahlungsheizungen z.B. bei der Beheizung von Hallen genutzt, wobei es dabei allerdings wichtig ist, Strahlungstemperaturasymmetrien zu vermeiden (siehe auch " 2.5 Wärmestrahlung" dieses Leitfadens), da diese zu starkem Unbehagen führen. Raum- bzw. tätigkeitsbezogene Anforderungen an Raumtemperaturen werden in der ArbStättV und der ASR A3.5 [ 1] benannt.
Als operative Raumtemperatur bzw. empfundene Raumtemperatur bezeichnet man eine Temperatur, die sich aus der Lufttemperatur und der mittleren Strahlungstemperatur ergibt und deren Wertigkeit nach DIN EN 13779 [ 11] mit einem Globethermometer bestimmt werden kann. Diese empfundene Raumtemperatur kann auch zur Beurteilung wärmestrahlungsbeheizter Arbeitsbereiche herangezogen werden, da sie in diesem Zusammenhang mit der in den ASR A3.5 [ 1] genannten Mindestwerten der Lufttemperatur in Arbeitsräumen vergleichbar ist (siehe auch " 2.5 Wärmestrahlung" dieses Leitfadens).
Unter den Voraussetzungen
gilt nach DIN EN 13779 [ 11] für RLT-Anlagen die örtliche operative Raumtemperatur:
| to ~ 0,5 (ta + |
to = örtliche operative Raumtemperatur [°C]
ta= örtliche Lufttemperatur [°C]
= örtliche mittlere Strahlungstemperatur [°C]
Hinweis:
Die örtliche operative Raumtemperatur ist nicht identisch mit der in der ASR A3.5 genannten Lufttemperatur, die mit einem wärmestrahlungsgeschützten Thermometer in Raummitte in einer Höhe von 0,6 m (sitzende Tätigkeit) oder 1,1 m (beim Stehen) über dem Fußboden ermittelt wird.
Die to ist bezogen auf multidirektionale Ganzkörperbestrahlung.
In der DIN EN ISO 7730 [ 15] wird für den Behaglichkeitsbereich (Büroklima) eine weitere operative Temperatur (to) beschrieben.
Diese Temperatur kann bei niedrigen Luftgeschwindigkeiten (va < 0,2 m/s) und dort, wo die Differenz zwischen der mittleren Strahlungstemperatur und der Lufttemperatur gering ist (< 4 °C ), mit hinreichender Genauigkeit aus dem Mittelwert der mittleren Strahlungstemperaturen (
) der sechs räumlichen Richtungen und der Lufttemperatur (ta) berechnet werden und entspricht der vorgenannten operativen Raumtemperatur.
Im Gegensatz dazu sollte für Luftgeschwindigkeiten > 0,2 m/s to verwendet werden:
| to = (A * ta) + (1-A) |
Der Wert für die Rechengröße "A" ist als Funktion der relativen Luftgeschwindigkeit (var) der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:
| var | < 0,2 m/s | 0,2 bis 0,6 m/s | 0,6 bis 1,0 m/s |
| A | 0,5 | 0,6 | 0,7 |
| var = va+ 0,0052(M-58) [m/s] |
| var = | relative Luftgeschwindigkeit (relativ zum menschlichen Körper) nach ISO 7933 [ 19] |
| va = | Luftgeschwindigkeit [m/s] |
| M = | Gesamtenergieumsatz bezogen auf die Oberfläche des menschlichen Körpers [W/m2] 4 |
Beispiele für Energieumsätze (M) bei körperlicher Tätigkeit
| körperliche Tätigkeit | Energieumsatz [W/m2] | Energieumsatz [met] |
| entspannt sitzend | 58 | 1,0 |
| Tätigkeit im Sitzen (Büro, Labor) | 70 | 1,2 |
| leichte Tätigkeit, stehend | 93 | 1,6 |
| mittelschwere Tätigkeit, stehend | 116 | 2,0 |
Weitere Klassifizierungen von Aktivitäten (in internationalen Normwerken "metabolic rate" genannt) sowie Zuordnungen unterschiedlichster praktischer Tätigkeiten enthalten:
Wärmedurchlasswiderstand der Bekleidung
| Bekleidung | Wärmedurchlasswiderstand R | |
| m2 K/ W | clo 1) | |
| Ohne Kleidung | 0 | 0 |
| Leichte Sommerkleidung | 0,08 | 0,5 |
| Mittlere Kleidung | 0,16 | 1,0 |
| Warme Kleidung | 0,24 | 1,5 |
| 1) Eine andere Einheit des Wärmedurchlasswiderstandes der Bekleidung ist 1 clo = 0,155 m2 K/ W | ||
Weitere Informationen zu Bekleidungsisolationswerten sind enthalten in:
1.2 Luftfeuchte
Der Mensch kann die relative Luftfeuchte nicht konkret einschätzen, nimmt allerdings bei erhöhter relativer Luftfeuchte die Lufttemperatur intensiver wahr. So werden bei erhöhter relativer Luftfeuchte hohe Temperaturen als wärmer und niedrige als kälter empfunden. Als Beispiel ist die Sauna zu nennen. Dort werden verhältnismäßig hohe Lufttemperaturen bei geringer relativer Feuchte als angenehm empfunden und nach einem Aufguss mit der damit verbundenen angehobenen relativen Luftfeuchte erscheinen dieselben Lufttemperaturen unerträglich.
Als Behaglichkeitsbereich wird ein Bereich zwischen 30 und 70 % relativer Luftfeuchte angenommen. Das Behaglichkeitsempfinden wird durch die relative Luftfeuchte erst beeinträchtigt, wenn die Wärmeabgabe des Körpers durch Schweißverdunstung auf der Haut behindert wird. Die Verdunstungsintensität ist abhängig von der Differenz des Dampfdruckes auf der Hautoberfläche zu dem der Umschließungsluft.
Oberhalb der oberen Grenzen des Behaglichkeitsbereiches spricht man von "Schwüleempfinden". Bei diesen Konzentrationen kann der Prozess der Wärmeabgabe des Körpers eingeschränkt sein. Dies wiederum kann zu einer Erhöhung der Körpertemperatur (Hitzestau) mit der damit verbundenen Kreislaufbelastung führen.
Außer dem o. g. "Schwüleempfinden" kann eine hohe relative Luftfeuchte verbunden mit niedrigen Wandtemperaturen durch Taupunktunterschreitung zu einer Wasserdampfkondensation führen und hiermit unter Umständen Bauschäden verursachen. Weiterhin wird die Bildung von Schimmel und Modergerüchen begünstigt.
Niedrige Luftfeuchten können zur Austrocknung der Schleimhäute führen und beeinträchtigen dadurch die Funktion der Atmungsorgane. Geringe Luftfeuchten begünstigen auch die Entstehung von elektrostatischen Aufladungen, die dann bei Berührung zu überraschenden Entladungen mit entsprechenden unkontrollierten Schreckreaktionen (Verletzungsrisiko!) führen können. Relative Luftfeuchten > 50 % wirken elektrostatischen Aufladungen entgegen.
Messgrößen
| Klimagröße | Formelzeichen | Einheit |
| Temperaturen | ||
| Trockentemperatur | ta | °C |
| Feuchttemperatur (Belüftete Feuchtthermometertemperatur) | tw | °C |
| Taupunkttemperatur | td | [°C] |
| Absolute Luftfeuchte beschrieben als | ||
| Feuchtegehalt 5 in der Technik auch als Wasserdampfgehalt der Luft bezeichnet | Wa/x | g Wasserdampf je kg trockener Luft [g/kg] |
| Partialdruck des Wasserdampfes 6 | pa | kPa |
| Relative Luftfeuchte | rH | [%] |
- Trockentemperatur
Mit dem Aspirationspsychrometer am Thermometer ohne Baumwollstrumpf gemessene Lufttemperatur. Sie wird auch als örtliche Lufttemperatur bezeichnet.nachfgendFormelberechnen:
- Feuchttemperatur
Die Bestimmung der Luftfeuchte wird häufig mit Hilfe des psychrometrischen Prinzips durchgeführt. Ein Psychrometer nach ..Assmann.... (DIN 50012, zurückgezogen) besteht aus zwei parallel und strahlungsgeschützt gehalterten Thermometern, die durch einen definierten Luftstrom belüftet werden (Luftgeschwindigkeit > 2,4 m/s). Eine der beiden Thermometermesskuppen ist mit einem Baumwollstrumpf überzogen, der zur Messung mit destilliertem Wasser befeuchtet wird. Je nach Sättigungsgrad der Umschließungsluft wird Wasser des Feuchtthermometers verdunstet und es kühlt ab - nach Erreichen des Beharrungszustandes kann dann an diesem Thermometer die sogenannte Feuchttemperatur abgelesen werden. Auf der Basis der Temperaturdifferenz zwischen dem trockenen und dem feuchten Thermometer, auch als psychrometrische Differenz bezeichnet, kann nach der Sprungschen Formel der Partialdruck des Wasserdampfes errechnet werden. In einem Nomogramm "Aspirations-Psychrometer-Tafeln" kann dies über Wasser bzw. Eis abgelesen werden. Gleichzeitig ist auch die rrelative Luftfeuchte zu ermitteln.
- Taupunkttemperatur
Wird gesättigte Luft abgekühlt, so kommt es zur Kondensation von Wasser. Dies geschieht u.a. auch an Flächen, z.B. Fenstern oder Metallteilen, deren Oberflächentemperatur unter der Temperatur der Raumluft liegt, wodurch die angrenzenden Luftschichten durch Abkühlung übersättigt werden und Wasser abgeben. Als Taupunkttemperatur der Luft bezeichnet man die Temperatur, bis zu der die umschließende Luft abgekühlt werden muss, um mit Wasserdampf gesättigt zu sein. Dies kann wie vorher beschrieben durch Abkühlung aber auch durch Zufuhr zusätzlicher Feuchte bei Konstanthaltung der Lufttemperatur geschehen. Da der Taupunkt ein sehr genauer Umschlagpunkt ist, kann auch nach der Taupunktmethode die Luftfeuchte gemessen werden. Dies geschieht in der Form, dass man eine polierte Metallfläche z.B. mit einem Peltier-Element abkühlt und den Punkt der Reflexionsveränderung, bedingt durch den Tauniederschlag, auf optischem Weg als Taupunkttemperatur erfasst (Taupunktspiegel). Über die Taupunkttemperatur lassen sich mit dem Feuchterechenstab oder mit einem Rechner-Programm zur Auswertung psychrometrischer Messungen andere Feuchteparameter ermitteln.
- absolute Luftfeuchte
Die von der in der Luft vorhandenen Wasserdampfmenge abhängigen Größen dienen zur Beschreibung der absoluten Luftfeuchte des Umgebungsklimas. Dabei gibt es zwei Größen zur Beschreibung der absoluten Luftfeuchte: den Feuchtegehalt und den Partialdruck des Wasserdampfes.
- Feuchtegehalt, in der Technik auch als Wasserdampfgehalt der Luft bezeichnet
Diese Größe gibt die Wasserdampfmenge in Gramm an, die in einem m3 trockener Luft enthalten ist.
Das Vermögen der Luft, Feuchtigkeit (Wasserdampf) bis zur Sättigung aufzunehmen, steigt mit der Lufttemperatur exponentiell an. Überschüssige Feuchte über die Sättigung hinaus wird in Form von Nebeltröpfchen, Kondensat- und Taubildung (Taupunkttemperatur) ausgeschieden.
Soweit die Trocken- und die Feuchttemperatur bekannt sind, besteht z.B. durch Nutzung des h, x - Diagramms die Möglichkeit, den Wasserdampfgehalt der Luft zu bestimmen.
Wenn der Luftdruck (p) und die Feuchtthermometertemperatur (tw) und dadurch auch der Sättigungsdampfdruck (p") aus der Wasserdampftafel [ 2] bekannt sind, läßt sich der Wasserdampfgehalt der Luft mit der nachfolgend dargestellten Formel berechnen:
| x = 613 (p" / (p-p")) [g/kg] |
Beispiel:
| tw = | 20 °C zugehöriger Sättigungsdampfdruck p" = 23,37 hPa |
| p = | 1010 hPa (barometrischer Luftdruck) |
| x = | ? g/kg Wasserdampfgehalt der Luft x = 613 (23,37 / (1010-23,37)) = 14,5 g / kg |
Wasserdampfgehalt bei verschiedenen Lufttemperaturen und relativen Luftfeuchten
| Luft- temp. | Wasserdampfgehalt in g/kg trockener Luft bei einer relativen Feuchte von | |||||||||
| [°C] | 10 % | 20 % | 30 % | 40 % | 50 % | 60 % | 70 % | 80 % | 90 % | 100 % |
| ± 0 | 0,4 | 0,8 | 1,1 | 1,5 | 1,9 | 2,3 | 2,7 | 3,0 | 3,4 | 3,8 |
| + 5 | 0,6 | 1,0 | 1,6 | 2,1 | 2,7 | 3,3 | 3,8 | 4,4 | 4,9 | 5,5 |
| + 10 | 0,7 | 1,5 | 2,3 | 3,0 | 3,8 | 4,6 | 5,3 | 6,1 | 6,8 | 7,6 |
| + 15 | 1,1 | 2,1 | 3,2 | 4,2 | 5,3 | 6,4 | 7,4 | 8,5 | 9,5 | 10,6 |
| + 20 | 1,4 | 2,9 | 4,3 | 5,8 | 7,2 | 8,6 | 10,1 | 11,5 | 13,0 | 14,4 |
| + 25 | 2,0 | 3,9 | 5,9 | 7,9 | 9,9 | 12,0 | 14,0 | 16,0 | 17,8 | 20,0 |
- Wasserdampfdruck
Als ein Gas-Dampf-Gemisch enthält Luft üblicherweise auch Wasserdampf. Innerhalb des gesamten barometrischen Gasdruckes ist der Wasserdampfdruck ein Teildruck, deshalb auch Partialdruck des Wasserdampfes. Der Wasserdampfdruck kann bei einer fixierten Lufttemperatur nur bis zur Sättigungsgrenze ansteigen, diesen Druck nennt man Sättigungsdruck. Danach tritt eine Kondensation ein (siehe auch Taupunkttemperatur).
Dem h, x - Diagramm ist bei bekanntem Wasserdampfdruck der Wasserdampfgehalt direkt zugeordnet, weiterhin ist bei Kenntnis der Trockentemperatur die relative Feuchte ablesbar. Korrekte Sättigungsdampfdrücke sind mit Temperaturzuordnung den Wasserdampftafeln [ 2] zu entnehmen und werden dort unter dem Formelzeichen p in hPa genannt.
Beispiele:
| Lufttemperatur [°C] | Sättigungsdampfdruck [hPa] |
| 15 | 17,04 |
| 20 | 23,37 |
| 25 | 31,66 |
- relative Luftfeuchte
Die relative Feuchte - als die verbreitetste Feuchtegröße - ist das Verhältnis des aktuellen Wasserdampfdruckes zum maximal möglichen sogenannten Sättigungsdampfdruck bei einer bestimmten Lufttemperatur (Trockentemperatur).
Die relative Feuchte allein ergibt keine Aussage über den absoluten Wassergehalt.
Hierzu muß weiterhin die zugehörige Lufttemperatur bekannt sein, um dann durch Umrechnungen bzw. durch Nutzung des h, x - Diagramms 7 weitere Feuchtegrössen bestimmen zu können.
Grundsätzlich gilt außerdem, dass bei der Erwärmung von Luft mit gleichbleibendem absoluten Wasserdampfgehalt die relative Feuchte sinkt bzw. bei Abkühlung steigt.
| rH = (100 pa / p") [%] |
p" = Sättigungsdruck des Wasserdampfes [kPa]
h, x-Diagramm für feuchte Luft
Gesamtdruck 1013 hPa, Temperaturbereich von -18 °C bis + 40 °C
1.3 Luftgeschwindigkeit
Das subjektive Empfinden von Luftbewegungen ist sehr verschiedenartig. Eine unerwünschte Form der Luftgeschwindigkeit ist die sogenannte Zugluft, die als Zugerscheinung wahrgenommen wird. Diese Empfindung kann sowohl durch raumlufttechnische Anlagen als auch durch natürliche Lüftungsmaßnahmen verursacht werden. Dabei gelten der menschliche Schulter-Nacken-Bereich und der Fußgelenk-Bereich sowie die rückwärtige Körperseite als empfindsame "Sensoren". Dies findet wiederum bei Messungen durch Messwerterfassung auf entsprechenden Messhöhen (siehe Pkt. 2.1 in diesem Leitfaden) Berücksichtigung. Zugluft ist eine zu hohe Luftbewegung, die zu einer örtlichen Abkühlung des menschlichen Körpers führen kann. Ähnlich wie die Zugluft wird auch die Strahlungstemperatur von kalten Oberflächen von den menschlichen Rezeptoren wahrgenommen.
Die Luftgeschwindigkeit wird je nach Lufttemperatur, Aktivitätsgrad, Bekleidungszustand, Luftfeuchte und Änderungsfrequenz der Luftgeschwindigkeit unterschiedlich empfunden. Grundsätzlich empfinden Personen bei körperlicher Arbeit (Aktivitätsgrad) eine erhöhte Luftgeschwindigkeit als weniger störend. Sie kann sogar zum Ausgleich der Wärmebilanz erforderlich sein. Höhere Luftgeschwindigkeiten fördern die Verdunstung auf der Haut und dadurch die Wärmeabgabe.
Luftgeschwindigkeitsschwankungen werden sehr sensibel auf der Haut als Temperaturschwankungen bzw. zentral als Warnsignal wahrgenommen.
Dies erklärt auch den hohen Anteil Unzufriedener bei unruhigen (turbulenten) Luftströmen. Diese Art der Luftströmung mit wechselnder Intensität wird durch die Forderung nach der Bestimmung der Standardabweichung (DIN EN ISO 7726 [ 14]) bei der Luftgeschwindigkeitsmessung und der damit möglichen Berechnung des Turbulenzgrades (siehe auch "Lokaler Turbulenzgrad" unter 1.3 dieses Leitfadens) bzw. Zugluftrisikos (DIN EN ISO 7730 [ 15]) beurteilbar.
Minimale Luftbewegungen sind für den Wärmetransport erforderlich.
Untersuchungen bei einer Lufttemperatur von 23 °C ergaben, daß laminare Luftströmungen bei gleicher Luftgeschwindigkeit weniger störend empfunden werden als turbulente.
Empfindungsmäßiger Vergleich von turbulenter und laminarer Luftgeschwindigkeit
| Aktuelle turbulente Luftgeschwindigkeit (3 min. Mittelwert) [m/s] | Äquivalente laminare Luftgeschwindigkeit [m/s] |
| 0,10 | 0,24 |
| 0,15 | 0,30 |
| 0,22 | 0,36 |
| 0,29 | 0,45 |
| 0,40 | 0,60 |
Quelle: Technical Review 1/1985, Fa. Brüel & Kjaer DK-2850 Naerum [ 6]
Messgrößen
| Luftgeschwindigkeitsparameter | Formelzeichen | Einheit |
| Luftgeschwindigkeit | va | m/s |
| Relative Luftgeschwindigkeit | var | M/s |
| Lokaler Turbulenzgrad | Tu | % |
| Zugluftrisiko (Draught Rating) | DR | % |
- Luftgeschwindigkeit
Das Empfinden der Luftgeschwindigkeit va ist im Wesentlichen abhängig von der
Man unterscheidet gerichtete und ungerichtete Luftströmungen. Die Anströmrichtung ist ein wesentliches Kriterium zur Beurteilung der Arbeitsplatzsituation bzw. zur Optimierung der klimatischen Situation (z.B. durch Veränderung der Anordnung von Arbeitsplätzen).
Die Luftgeschwindigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der klimatischen Behaglichkeit und geht bei der Bestimmung der Klimasummenmaße (PMV und PPD) und der Normaleffektivtemperatur (NET) direkt mit ein.
Mit Hilfe der Luftgeschwindigkeitsmessung unter Berücksichtigung der Forderungen der DIN EN 12599 [ 16] kann der Luftvolumenstrom in den zugehörigen Luftkanälen ermittelt werden.
- Relative Luftgeschwindigkeit (DIN EN ISO 7730 [ 15] und DIN EN ISO 7933 [ 19])
Die relative Luftgeschwindigkeit var ergibt sich aus der Luftgeschwindigkeit über Grund im Zusammenwirken mit der Geschwindigkeit des Körpers bzw. Teilen des Körpers.
Bei körperlicher Aktivität und stationärer Tätigkeit ergibt sich in erster Annäherung folgender Zusammenhang:
| var = va + 0,0052(M-58) [m/s] |
var = relative Luftgeschwindigkeit [m/s]
(relativ zum menschlichen Körper)
nach DIN EN ISO 7933 [ 19]
va = Luftgeschwindigkeit [m/s]
M = der Energieumsatz bezogen auf die Oberfläche des menschlichen Körpers [W/m2]
| M = [(AU + GU) / 1,7 m2] 16,67 [W / m2] |
AU = Arbeitsenergieumsatz
GU = Grundumsatz
| Arbeitsenergieumsatz AU | ||
| aus Tabellen 8 in kJ/min | (1 W = 3,6 kJ/h) | |
| Grundumsatz GU | ||
| für die Frau | = 4,0 kJ/min | |
| für den Mann | = 4,8 kJ/min | |
| 1,7 m2 = gemittelte Körperoberfläche Mann/Frau | ||
| Energieumsatz (M) - Beispiele: | ||
| sitzende Tätigkeit | 70 W/m2 | |
| stehende, leichte Tätigkeit | 93 W/m2 | |
| stehende, mittelschwere Tätigkeit | 116 W/m2 | |
| Halle fegen (Zementfußboden) | 160 W/m2 | |
| Handhobelarbeit an Hartholz; gebeugt stehend | 350 W/m2 | |
| Hausarbeit allgemein | 120 W/m2 | |
- Lokaler Turbulenzgrad
Zur Bestimmung des Zugluftrisikos ist es erforderlich, eine Größe der Gleich- oder Ungleichförmigkeit der Luftströmung mit einzubringen.
Diese Größe ist der Turbulenzgrad Tu. Zur Berechnung des Turbulenzgrades muss die Standardabweichung (sv) des ermittelten Luftgeschwindigkeitswertes bekannt sein DIN EN ISO 7726, Tabelle 2 [ 14]). Der Turbulenzgrad in konventionell belüfteten Räumen liegt etwa zwischen 30 % und 60 %. Bei Beurteilungen, bei denen keine konkreten Werte des Turbulenzgrades vorliegen, wird ein Turbulenzgrad von 40 % angenommen.
| Tu = (sv / |
sv = Standardabweichung der Momentanwerte der Luftgeschwindigkeit
= mittlere Luftgeschwindigkeit
Die zulässigen, mittleren Luftgeschwindigkeiten sind als Funktion der Lufttemperatur und des Turbulenzgrades unter "2.4 Luftgeschwindigkeit" dieses Leitfadens und im Anhang A3, Bild A.2 der DIN EN ISO 7730 dargestellt [ 15].
- Zugluftrisiko (DIN EN ISO 7730 [ 15])
Die Beeinträchtigung des menschlichen Körpers durch Zugluft, verursacht durch unerwünschte Abkühlung, kann als Voraussage des Prozentsatzes Unzufriedener bestimmt werden und nennt sich dann Zugluftrisiko DR (Draught Rating).
| DR = (34 - ta) (v - 0,05)0,62 (0,37 * v * Tu + 3,14) [%] |
ta = lokale Lufttemperatur [°C]
v = lokale mittlere Luftgeschwindigkeit [m/s]
Tu = lokaler Turbulenzgrad [%] (berechnete Größe)
Bemerkung: Vorgenannter Berechnungsweg basiert auf Untersuchungen mit 150 Probanden bei Lufttemperaturen von 20 bis 26 °C, mittleren Luftgeschwindigkeiten 0,05 bis 0,4 m/s und Turbulenzgraden < 70 % bei leichter, hauptsächlich sitzender Tätigkeit. Die DR-Werte sind in der Regel < 25 %. Eine weitere Unterteilung in drei Kategorien ist dem CEN-Report 1752 [ 7] zu entnehmen.
1.4 Wärmestrahlung
Wärmestrahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, die in einem Wellenlängenbereich zwischen 0,8 und 800 µm liegt. Voraussetzung für das Vorhandensein von Wärmestrahlung ist, dass eine Oberfläche mit einer höheren Temperatur als 0 K (- 273 °C) vorhanden ist. Abhängig von den Oberflächenbeschaffenheiten (Abstrahl- und Aufheizvermögen), der Oberflächentemperatur, den Flächengrößen sowie deren gegenseitiger Anordnung ergeben sich dann die unterschiedlichen Strahlungsleistungen.
Der Mensch kann nur sehr begrenzt zwischen der Wahrnehmung von warmer Umgebungsluft und der Wirkung der mittleren Strahlungstemperatur unterscheiden. Diese Tatsache findet Nutzung bei der Zusammensetzung bestimmter Raumtemperaturen bzw. der operativen Lufttemperatur, die sich pauschaliert aus der halbierten Summe der mittleren Lufttemperatur und der mittleren Strahlungstemperatur ergibt. Maßgebend für die Wirkung von Wärme auf den Menschen am Arbeitsplatz ist der durch unterschiedliche Wärmestrahlung bedingte summierte Wärmestrom. Dieser kann durch die Messgrößen mittlere Strahlungstemperatur, Globetemperatur und effektive Bestrahlungsstärke beurteilt werden.
Messgrößen
| Klimagröße | Formelzeichen | Einheit |
| Halbraumstrahlungstemperatur oder ebene Strahlungstemperatur | tpr | °C |
| Strahlungstemperaturasymmetrie | Δtpr | °C |
| Mittlere Strahlungstemperatur | tr | °C |
| Globetemperatur | tg | °C |
| Bestrahlungsstärke | E | W/m2 |
| Effektive Bestrahlungsstärke | Eeff | W/m2 |
| Absolute Bestrahlungsstärke | Eabs | W/m2 |
| Strahlungsintensität | Is | W/m2 |
- Halbraum - Strahlungstemperatur
Als Definition der Halbraum-Strahlungstemperatur gilt die einheitliche Oberflächentemperatur eines angenommenen Raumes, in dem die Einstrahlung auf einer Seite eines flächenförmigen Messelementes die gleiche ist wie in der nicht ausgeglichenen aktuellen Umgebung. Vereinfacht bedeutet dies, dass es sich um einen Mittelwert aus unterschiedlich temperierten Oberflächen handelt, der in einer Richtung gemessen wird und nicht als raumerfassend anzusehen ist (siehe mittlere Strahlungstemperatur).
- Strahlungstemperatur - Asymmetrie
Die Strahlungstemperatur - Asymmetrie Αtpr ist definiert als Differenz zweier Halbraum-Strahlungstemperaturen in entgegengesetzter Richtung. Dieser Asymmetriewert dient der Beurteilung asymmetrischer Strahlungsverhältnisse in Arbeitsstätten bei thermischem Unbehagen, z.B. hervorgerufen durch erhöhte Deckenstrahlungstemperaturen (Beleuchtungsanlagen, Deckenheizungen usw.) oder kalte Flächen (Kühldecken, Wände, Fenster usw.). Die Größe wird mit dem oben genannten flächenförmigen Messelement gemessen, sie dient als Bezugswert für eine sich dort aufhaltende Person.
- Mittlere Strahlungstemperatur
Die mittlere Strahlungstemperatur tr findet vorrangig Verwendung bei der Kennzeichnung der Wärmestrahlung im Behaglichkeitsbereich. Sie fasst die von den Umschließungsflächen ausgehende Strahlung zusammen und ergibt sich aus der Verknüpfung der in den sechs räumlichen Richtungen (oben, unten, rechts, links, vorn, hinten) gemessenen Halbraum-Strahlungstemperaturen. Dies kann mit einem gleichzeitig in alle sechs Richtungen messenden Gerät geschehen oder durch Messung in einzelnen Richtungen mit anschließender separater Mittelung.
Soweit die Globetemperatur tg, die Lufttemperatur ta und die Luftgeschwindigkeit va bekannt sind, lässt sich die mittlere Strahlungstemperatur nach folgender Formel näherungsweise berechnen:
| |
- Globetemperatur
Die Globetemperatur tg ist die Lufttemperatur im Inneren einer dünnwandigen und mattschwarzen (Emissionskoeffizient e = 0,95) Hohlkugel, die aus gut wärmeleitendem Material (Kupfer) besteht. Der Kugeldurchmesser beträgt 150 mm (die präzise Spezifikation des Sensors ist in der DIN EN 27243 [ 13] ersichtlich). Die Globetemperatur stellt sich sensorbedingt verhältnismäßig träge ein. Es muß von Einstellzeiten zwischen 20 und 30 min. ausgegangen werden. Dies bedeutet, dass dieser Sensor zur Erfassung kurzzeitig wechselnder Temperaturverhältnisse wenig geeignet ist.
Abhängig ist die Globetemperatur von der Lufttemperatur, der Wärmestrahlung und der Luftgeschwindigkeit. Der Wert der Globetemperatur fließt in die Ermittlung der sogenannten Feuchtkugeltemperatur bzw. des WBGT - Indices (Wet Bulb Globe Temperature nach DIN EN 27243 [ 13]) mit ein. In Verbindung mit der psychrometrischen Feuchttemperatur und der Luftgeschwindigkeit läßt sich aus dem Nomogramm nach Yaglou (DIN 33403 Teil 3 [ 12]) die korrigierte Effektivtemperatur CNET als Klimasummenmaß bestimmen. Zur näherungsweisen rechnerischen Bestimmung der o.g. mittleren Strahlungstemperatur findet sie ebenfalls Verwendung.
- Bestrahlungsstärke
Die "Gesamtstrahlung" bzw. "absolute Bestrahlungsstärke" Eabs, wie die Bestrahlungsstärke auch bezeichnet wird, ist der Quotient aus der Strahlungsflussänderung dΦder einfallenden Strahlung aller Spektralbereiche ohne Differenzierung nach der Herkunft und dem bestrahlten Flächenelement dA bezogen auf 0 K (-273 °C).
| Eabs = (dΦ / dA) [W/m2] |
In der DIN 33403 Teil 3 [ 12] vom Juni 1988 sind Schmerzgrenzen unbekleideter Haut in Abhängigkeit von der Bestrahlungsstärke und der Expositionsdauer dokumentiert.
- Effektive Bestrahlungsstärke
Der Mensch nimmt aus seinem Umfeld Wärme auf (Absorption), gibt jedoch auch zur gleichen Zeit Wärme ab (Emission). Die effektive Bestrahlungsstärke ist die Differenz zwischen der durch Strahlung zugeführten und der durch Strahlung abgegebenen Wärmestromdichte, bezogen auf eine Hautoberflächentemperatur des Menschen von 32 °C, bei einem mittleren Emissionskoeffizienten der menschlichen, unbekleideten Haut von ε = 0,95.
Darüber hinaus ermöglicht die verfügbare Messtechnik sowohl eine richtungsbezogene, als auch eine den gesamten Raum erfassende Messung der effektiven Bestrahlungsstärke. Dieser Parameter wird in Deutschland vorrangig zur Beurteilung von Wärmestrahlung verwendet. Dies findet auch durch Nennung von Richtwerten in der DIN 33403 Teil 3 [ 12] und im Forschungsbericht Nr. 374 [ 3] der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Berücksichtigung.
- Strahlungsintensität
Die Strahlungsintensität Is beschreibt den zusätzlich zur Temperatur der Umgebung zu berücksichtigenden Strahlungsanteil. Dabei wird die Bezugstemperatur mit der aktuellen Lufttemperatur gleichgesetzt.
2 Erfassung, Grenz- und Richtwerte
2.1 Messhöhen, Messzeiten, Messorte
Die DIN EN 7726 [ 14] Umgebungsklima - Instrumente und Verfahren zur Messung physikalischer Größen - empfiehlt folgende Messhöhen:
Anordnung der Messwertaufnehmer und Gewichtungsfaktoren bei der Messung von Klimagrößen
| Anordnung der Messwertaufnehmer | Gewichtungsfaktoren zur Berechnung der Mittelwerte | Empfohlene Höhe | ||||
| Homogenes Umgebungsklima | Heterogenes Umgebungsklima | Sitzend | Stehend | |||
| Klasse C | Klasse S | Klasse C | Klasse S | |||
| Kopfhöhe | 1 | 1 | 1,1 m | 1,7 m | ||
| Unterleibhöhe | 1 | 1 | 1 | 2 | 0,6 m | 1,1 m |
| Fußknöchelhöhe | 1 | 1 | 0,1 m | 0,1 m | ||
"Klasse C" steht für Comfort ("Behaglichkeitsbedingungen").
Von "Behaglichkeitsbedingungen" geht man aus, wenn das Klima und die Arbeitsschwere thermisch neutral empfunden werden."Klasse S" steht für Streß ("Thermische Belastung").
Diese Klasse, auch "Erträglichkeitsbereich" genannt, ist durch eine erhöhte Beanspruchung durch Klima und Arbeitsschwere gekennzeichnet.
Prinzipiell sind bei der Ermittlung der verschiedenen Klimaparameter gewisse Messzeiten bzw. Messzeiträume erforderlich, um je nach Messaufgabe eine entsprechende Beurteilung durchführen zu können.
Für stichprobenartige Messungen reicht es aus, zu verschiedenen Tageszeiten Einzelmessungen durchzuführen. Zur Beurteilung von thermischen Tagesverläufen sind möglichst Dauermessungen bzw., abhängig von den vorhandenen thermischen Schwankungen im Raum, Langzeitmessungen durchzuführen, die allerdings auch Aufheizzeiten und Auskühlzeiten mit einschließen sollten. Dadurch werden auch energietechnische Aussagen über Ausdehnung oder Verkürzung von Vorheizzeiten 9 möglich.
Die Beurteilung von Klimaanlagen macht es weiterhin erforderlich, dass Sommer- und Wintermessungen durchgeführt werden (Kühl- und Heizperiode).
Selbstverständlich sind vor Bestimmung der Messwerte die sensorbedingten Einstellzeiten und messwertspezifischen Mittelungszeiträume zu beachten. Als wesentlich sind da zu nennen das Globethermometer mit je nach Kugelgröße 20 - 30 min Einstellzeit und die Mittelungsdauer von drei Minuten für die Luftgeschwindigkeit mit zugehöriger Standardabweichung (DIN EN ISO 7726 [ 14]). Vergleichende Messwertermittlungen an mehreren Messpunkten, in einem Raum oder im Verhältnis zu einem anderen Raum, sind zeitgleich durchzuführen. Von dieser Verfahrensweise sollte nur abgewichen werden, wenn eine große Gleichmäßigkeit des thermischen Raumverhaltens vorliegt.
Je nach Homogenität der thermischen Bedingungen und der Größe des Arbeitsraumes bzw. Anzahl der Arbeitsplätze ist die Anzahl der Messpunkte im Raum festzulegen. Zuglufterscheinungen und Wärmestrahlung sind unmittelbar am Arbeitsplatz zu bestimmen.
2.2 Lufttemperatur
Einheit: Grad Celsius [°C], Formelzeichen: t oder internationalisiert ta
Lufttemperaturen lassen sich im Vergleich zu anderen Klimagrundparametern verhältnismäßig einfach erfassen. So ist es für Beschäftigte problemlos möglich, die an ihrem Arbeitsbereich herrschende Lufttemperatur zu messen und gegebenenfalls zu beanstanden. Die ASR A3.5 [ 1] schreibt für diese Lufttemperaturmessungen strahlungsgeschützte Sensoren vor.
Die Lufttemperatur kann mit sehr unterschiedlichen Messverfahren ermittelt werden, wobei der Messbereich und/ oder der Anwendungsbereich oft das Verfahren vorbestimmt. Als verbreitetste Messsysteme haben sich Flüssigkeitsglasthermometer, Halbleiterthermometer, Thermoelemente und Bimetallthermometer erwiesen.
Die gebräuchlichste Methode ist die Messung mit einem Flüssigkeitsglasthermometer. Dieses kann auch kalibrierfähig 10 sein und muß mit einem ausreichenden Wärmestrahlungsschutz versehen sein.
Die "operative Raumtemperatur" (DIN EN 13779 [ 11]) wird als thermische Kombinationsgröße aus Lufttemperatur und Strahlungstemperatur gemäß der Empfehlung aus der vorgenannten Norm mit einem Globethermometer (entsprechend DIN EN 27243 [ 13]) ermittelt. Weiter Angaben zur operativen Temperatur sind in EN ISO 7726 [ 14] und EN ISO 7730 [ 15] enthalten.
Kombinierte Messgeräte bieten außer der Messung der Lufttemperatur und der Luftfeuchte mittels integriertem Rechner die Ermittlung aller wichtigen Luftfeuchtewerte an.
Bei Verwendung eines Aspirationspsychrometers zur Messung der Lufttemperatur entspricht die Temperatur des Trockenthermometers der Lufttemperatur; die Feuchttemperatur wird zur Bestimmung der Luftfeuchte benötigt.
Alle eingesetzten Messgeräte sollten den Anforderungen der DIN EN ISO 7726 [ 14] entsprechen, um die Akzeptanz und die Reproduzierbarkeit von Messdaten zu sichern.
Detaillierte Aussagen zur Temperaturmessung sind der VDE/VDI 3511 [ 18]. "Technische Temperaturmessung" zu entnehmen.
Bestimmung und Beurteilung der Lufttemperatur
| Messkriterien → Messanforderung ↓ | Messhöhe [m] | Messort | Messgerät * | Grenz- und Richtwerte |
| Orientierende Messung | sitzende Person: 0,6 stehende Person: | Unmittelbar am Problemarbeitsplatz | Flüssigkeits-Glasthermometer (wärmestrahlungsgeschützt)
elektronische Thermometer | 1) Arbeitsstättenrichtlinie A3.5
leichte, sitzende Tätigkeit: mittelschwere, sitzende Tätigkeit: leichte, nichtsitzende Tätigkeit: mittelschwere, nichtsitz.
Tätigkeit: schwere körperl.
Arbeit: Diese Mindesttemperaturen sind während der gesamten Arbeitszeit zu gewährleisten. 2) operative Temperaturen (außenlufttemperaturbezogen) für RLT-Anlagen DIN EN 15251 [ 22] beachten 3) DIN EN ISO 7730 [ 15] (Behaglichkeitsbereich 11) operative Temperaturen*** während der Heizperiode (Winter): während der Kühlperiode (Sommer): bei leichter bis mittlerer sitzender Aktivität |
| Messung höheren Anspruchs | sitzende Person: 0,1 0,6 1,1 stehende Person: (Wichtung nach DIN EN ISO 7726 [ 14]) | Unmittelbar am Arbeitsplatz | zusätzlich zu o.g. Messgeräten: Globethermometer zur Bestimmung der operativen Raumtemperatur in RLT-Anlagen
weiterhin empfehlenswert: Kombinationsmessgerät für mehrere Parameter mit Messwertspeicher und Auswertesystem |
* Anforderungen an das Messgerät entsprechend DIN EN ISO 7726 [14]
** Gültig nur bei Vorhandensein entsprechender RLT-Anlagen
*** operative Temperatur = 0,5 (Lufttemperatur + mittlere Strahlungstemperatur), Voraussetzung ta zu tr 4 ≤ °C
Weitergehende Begrenzungen:
Lufttemperaturschichtung bei RLT-Anlagen: Der vertikale Gradient der Lufttemperatur sollte höchstens 2 K je m Raumhöhe betragen. Dabei soll die Lufttemperatur in 0,1 m Höhe über dem Fußboden 21 °C nicht unterschreiten.
Für den Behaglichkeitsbereich DIN EN ISO 7730 [ 15] gilt für die Winter- und Sommerbedingungen:
maximale Lufttemperaturdifferenz zwischen 1,1 und 0,1 m < 3 °C (bei Einhaltung der operativen Temperaturen)
2.3 Luftfeuchte
Je nach Anwendungsbereich und Ansprüchen an die Qualität der Messung stehen verschiedene Messprinzipien zur Verfügung. Haarhygrometer sind regelmäßig zu reaktivieren, zu prüfen und haben eine verhältnismäßig lange Einstellzeit. Psychrometer gelten als sehr zuverlässige und genaue Messgeräte. Mit Hilfe der psychrometrisch ermittelten Trocken- und Feuchttemperatur läßt sich aus dem h, x - Diagramm für feuchte Luft bzw. durch Umsetzung der Temperaturen in Wasserdampfdrücke aus entsprechenden Wasserdampftafeln [ 2] mit anschließender Berechnung ("Sprungsche Psychrometerformel") die relative Luftfeuchte bestimmen.
Kapazitive Feuchtemessgeräte erfordern regelmäßige 0-Punkt- und Prüfpunktkontrollen. Sehr genau und zuverlässig ist die Messung mit einem Taupunktmessgerät.
Angaben zum Messort:
In einem Raum ohne künstliche Befeuchtungsquellen kann man davon ausgehen, dass ein gleichmäßiger Wasserdampfdruck herrscht, daher ist es oftmals ausreichend, an einer kleinen Anzahl von Messorten die Luftfeuchte zu messen. Unterschiedliche Messergebnisse der relativen Feuchte sind, wie oben bei der "Erläuterung der Feuchtegrundparameter" beschrieben, abhängig von der ggf. differierenden Lufttemperatur.
In Anlehnung an die Messhöhenaussagen der DIN EN ISO 7726 [ 14] sollte die Luftfeuchte bei einer sitzenden Person in einer Höhe von 0,6 m und bei einer stehenden Person analog zur obigen Aussage in einer Höhe von 1,1 m gemessen werden. Sollten bei den vorgenannten Bedingungen erhebliche Inhomogenitäten der Klimaverhältnisse festgestellt werden, so ist die Messung in den in der Tabelle im Punkt 2.1 aufgeführten Messhöhen und mit entsprechender Wichtung durchzuführen.
Bestimmung und Beurteilung der Luftfeuchte
| Messkriterien → Messanforderung ↓ | Messhöhe [m] | Messort | Messgerät* | Grenz- und Richtwerte |
| Orientierende Messung | sitzende Person: 0,6 m stehende Person: | nahe dem Arbeitsplatz | Haarhygrometer (Einstellzeit > 5 min)
kapazitive Hygrometer Aspirations-Psychrometer mit Flüssigkeitsglasthermometern oder Pt 100 Sensoren | 1) Arbeitsstättenregel A3.6
max. relative Luftfeuchtewerte (temperaturbezogen): (80 % bei 20 °C) 2) DIN EN 13779 [ 11] Feuchtegehalt der Luft 3) DIN EN ISO 7730 [ 15] |
| Messungen höheren Anspruchs | Zusätzlich zu o.g. Meßgeräten:
Taupunkt- und Wasserdampfgehaltbestimmung [g/kg] bzw. deren Berechnung aus ermittelten Messdaten dafür empfehlenswert: |
* Anforderungen an das Messgerät entsprechend DIN EN ISO 7726 [ 14]
2.4 Luftgeschwindigkeit
Luftbewegungen lassen sich mit Rauch, leichten Flocken oder Wollfäden sichtbar sowie mit entsprechenden Messgeräten beurteilbar machen.
Die Messung der Raumluftgeschwindigkeit sollte grundsätzlich nur mit thermischen Anemometern durchgeführt werden.
Für Messungen an Zu- oder Abluftöffnungen eignen sich, je nach Höhe der Luftgeschwindigkeit, weiterhin auch Flügelradanemometer (> 1 m/s). Dabei ist zu beachten, dass bei stark wechselnden Luftgeschwindigkeiten mit Flügelradanemometern zu hohe Mittelwerte gemessen werden. Hitzedraht- und Flügelradanemometer sind empfindlich gegen staubhaltige Messumgebungen.
Für höhere Luftgeschwindigkeiten (> 2 m/s), hier besonders in Kanalquerschnitten, wird üblicherweise das Prandtl'sche Staurohr in Verbindung mit einem Mikromanometer (Schrägrohr) oder vergleichbaren elektronischen Differenzdruckmesseinrichtungen eingesetzt. Dieses Messsystem bietet bei einer verhältnismäßig hohen Messgenauigkeit (Messunsicherheit des gemessenen Staudruckes ± 1 %) eine unproblematische Handhabung (bis ca. ± 10° Messrichtungsabweichung aus der Strömungsrichtung) und eine Unempfindlichkeit gegen leichte Verschmutzungen.
Höherwertige Messsysteme bieten durch Ausgabe des >100 s - Mittelwertes bzw. des 3-min-Mittelwertes mit Angabe der Standardabweichung (DIN EN ISO 7726 [ 14]) die Möglichkeit den Turbulenzgrad zu berechnen und und damit das Zugluftrisiko zu bewerten. Für die Geschwindigkeitsmessung ist ein richtungsunabhängiges Messgerät zu verwenden.
Mit Hilfe der gemessenen Luftgeschwindigkeiten lassen sich auch Luftvolumenströme berechnen.
| V = v * A * 3.600[m3/h] |
| V = | Luftvolumenstrom | [m3 /h] |
| v = | Luftgeschwindigkeit | [m/s] |
| A = | Strömungsquerschnitt | [m2] |
ACHTUNG!
Die Durchführung von Messungen zur Bestimmung von Luftvolumenströmen, die Aufteilung des Messquerschnittes in die erforderlichen Messachsen und Messpunkte, sowie die Anforderungen an die Messstrecke, sollten den Vorgaben der DIN EN 12599 [ 16] entsprechen.
Die in der nachfolgenden Abbildung aufgeführten Darstellungen der Luftgeschwindigkeitsgrenzwerte gelten für eine Aktivitätsstufe I (1,2 met bzw. 70 W/m2 - entspricht einer sitzenden Tätigkeit z.B. im Büro) und einem Wärmedurchlasswiderstand der Kleidung von etwa 0,12 m2 K/W (0,75 clo, leichte bis mittlere Kleidung). Es wird dabei von 15 % "Unzufriedener" aufgrund von Zugluft ausgegangen.
Die Kurve für 40 % gilt auch für Turbulenzgrade > 40 %. Ohne erfolgte spezielle Bestimmung des Turbulenzgrades wird von 40 % ausgegangen.
Werte von mittleren Luftgeschwindigkeiten als Funktion von Temperatur und Turbulenzgrad der Luft im Behaglichkeitsbereich (Gültigkeit für RLT-Anlagen)
(nach P. O. Fanger, A. K. Melnikov, H. Hanzawa, J. Ring: Air turbulence and sensation of draught. [ 9])
"Wird der Wärmedurchlasswiderstand der Kleidung um 0,032 m2 K/W (ca. 0,2 clo) oder die Aktivität um 10 W (0,1 met) erhöht, darf die zulässige Luftgeschwindigkeit auf die um etwa 1 K erhöhte zugeordnete Lufttemperatur angehoben werden." Quelle: DIN 1946 Teil 2 vom Januar 1994 (zurückgezogen); Raumlufttechnik, Gesundheitstechnische Anforderungen (VDI-Lüftungsregeln)
Weitere "zulässige Luftgeschwindigkeiten" in Abhängigkeit von Temperatur, Turbulenzgrad, Arbeitsaktivität und Bekleidungsisolation für den Bereich Reinraumtechnik sind in der VDI-Richtlinie 2083 Blatt 5.1 [ 20] dargestellt.
Bestimmung und Beurteilung der Luftgeschwindigkeit
| Messkriterien → Messanforderung ↓ | Messhöhe [m] | Messort | Messgerät * | Richtwerte |
| orientierende Messung | sitzende Person: 0,6 m stehende Person: | unmittelbar am Arbeitsplatz; gegebenenfalls weitere Messorte zur Lokalisierung der "Luftstromquelle" und der Strömungsrichtung | Hitzedrahtanemometer und Thermosonden; zur Richtungsbestimmung der Luftströmung: Strömungsprüfröhrchen | 1) für z.B. Turbulenzgrad 40% lufttemperaturbezogen ergeben sich folgende maximale Luftgeschwindigkeiten (siehe Diagramm Seite 22):
20-22 °C ≤ 0,13 m/s 2) DIN EN ISO 7730 [ 15] (Behaglichkeitsbereich) errechnetes Zugluftrisiko DR <15% |
| Messung höheren Anspruchs | sitzende Person: 0,1 0,6 1,1 stehende Person: (Wichtung nach DIN EN ISO 7726 [ 14]) | Ergänzend zu o. g. Gerät soll das Gerät die Möglichkeit bieten, gem. DIN EN ISO 7726 [ 14] den 3-min-Mittelwert und die Standardabweichung zu ermitteln, über diese Angaben lassen sich dann der Turbulenzgrad und das Zugluftrisiko (DIN EN ISO 7730 [ 15]) berechnen. | ||
| * Anforderungen an das Messgerät entsprechend DIN EN ISO 7726 [ 14] | ||||
2.5 Wärmestrahlung
Zur Messung der effektiven Bestrahlungsstärke stehen Messgeräte mit der Möglichkeit der direkten Messwertablesung zur Verfügung sowie Geräte, bei denen durch Umrechnung der Messwerte der sechs räumlichen Richtungen die Bestrahlungsstärke ermittelt wird.
Messgeräte, die Strahlungsverhältnisse in einzelnen Richtungen messen, können auch zur Bestimmung der Strahlungstemperatur- bzw. der Wärmestrahlungsasymmetrie verwendet werden.
Die isolierte Bestimmung der Globetemperatur bietet einige Möglichkeiten zur Beurteilung von Wärmestrahlungsverhältnissen. Sie wird im Wesentlichen als Berechnungsgrundlage für den WBGT-Wert, für die korrigierte Effektivtemperatur und zur näherungsweisen Bestimmung der mittleren Strahlungstemperatur eingesetzt.
Weiterhin kann mit der Globetemperatur die Einhaltung der gemäß ASR A3.5 Ziff. 4.2 [ 1] geforderten Mindestlufttemperaturen, speziell bei der Arbeitsbereichs-/Arbeitsplatzbeheizung mit Strahlungsheizgeräten, nachgewiesen werden. Auch die operative Temperatur (DIN EN 13779 [ 11]) kann mit dem Globethermometer bestimmt werden.
Grundsätzlich wird Wärmestrahlung mit steigender Luftfeuchte intensiver empfunden und bei steigender Luftgeschwindigkeit durch erhöhte Schweißverdunstung bzw. konvektiver Wärmeabgabe weniger belastend wahrgenommen.
Steigende Arbeitsenergieumsätze senken die Wärmestrahlungsbelastbarkeit durch eine gesteigerte körpereigene Wärmeproduktion und lassen je nach Arbeitsplatzbedingungen unter Umständen keine Dauerarbeit mehr zu. Dies kann dann bedeuten, dass keine kontinuierliche Arbeit unter diesen Bedingungen stattfinden kann bzw. Pausen mit Entwärmungsmöglichkeiten eingelegt werden müssen.
Empfehlungen zur Beurteilung von wärmestrahlungsbeheizten 12 Arbeitsbereichen
Vorbemerkung zum Einsatz von Heizstrahlern
In Arbeitsräumen können Strahlungsheizungen zur Erzielung eines erträglichen Raumklimas aus betrieblichen Gründen sinnvoll sein.
Wärmestrahlungsheizungen müssen entsprechend der nachfolgenden Anforderungen errichtet und betrieben werden:
Die in der ASR A3.5 [ 1] unter Nr. 4.2 genannten Lufttemperaturwerte sind beim Einsatz von Heizstrahlern wegen des vorhandenen Strahlungseinflusses mit dem Globethermometer (tg in °C) (siehe auch DIN EN ISO 7726 [ 14]), zu ermitteln.
Beim Aufenthalt in Arbeitsräumen im Kältebereich I 13 (kühler Bereich von +15 bis +10 °C Lufttemperatur) und im Kältebereich II (leicht kalter Bereich von +10 bis -5 °C Lufttemperatur) sollen beim Einsatz von Heizstrahlern zur Schaffung erträglicher Klimabedingungen höchstens folgende Strahlungsasymmetrien auftreten (Forschungsbericht 726 [ 8]):
Zulässige Strahlungsasymmetrie in Abhängigkeit von der Lufttemperatur
(Lufttemperatur gemessen mit strahlungsgeschütztem Thermometer)
| Lufttemperatur [ °C ] | Maximale Strahlungsasymmetrie [W/ m2] |
| < 15 | 300 |
| < 10 | 400 |
| < 5 | 500 |
Bestimmung und Beurteilung der Wärmestrahlung
| Messkriterien → Messanforderungen ↓ | Messhöhe [m] | Messort | Messgerät* | Richtwerte |
| Effektive Bestrahlungsstärke (Eeff) DIN 33403 Teil 3 [ 12] | ||||
| orientierende Messung und Messungen höheren Anspruchs | Kopfhöhe sitzende Person: 1,2 Kopfhöhe stehende Für Messungen höheren 0,1 - 0,6 - 1,1 0,1 - 1,1 - 1,7 | unmittelbar am Problemarbeitsplatz | Sechs räumliche Richtungen erfassendes Wärmestrahlungsmessgerät (bzw. math. Bestimmung über die mittl. Strahlungstemperatur) | Für den Erträglichkeitsbereich (DIN 33403 Teil 3 [ 12]**):
≤ 35 W/m2 > 35 bis < 300 W/m2 > 300 W/m2 |
| Wärmestrahlungsasymmetrie (Forschungsbericht 726 [8] der BAuA) | ||||
| orientierende Messung und Messungen höheren Anspruchs | 1,7 | unmittelbar am Problemarbeitsplatz | Zwei entgegengesetzte räumliche Richtungen erfassendes Wärmestrahlungsmessgerät | Bei einer Lufttemperatur von:
<15 °C ≤ 300 W/m2 |
| * Anforderungen an das Messgerät entsprechend DIN EN ISO 7726 [ 14] ** bei Lufttemperaturen von 15 - 25 °C | ||||
3 Ermittlung der Raumklimasituation
3.1 Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung zum Raumklima
| Datenerhebung durch:...................................................................................... Datum: ................................. |
| Betrieb: ........................................................................................................ Tel.: .............................................
Arbeitsbereich/ Arbeitsplatz: ............................................................................................................................... Vorgesetzter/ Verantwortlicher: ........................................................................................................................... Sicherheitsbeauftragter/ Sicherheitsfachkraft: ........................................................................................................ Betriebs-/ Personalrat: ......................................................................................................................................... |
Art der Tätigkeiten im Einwirkungsbereich des zu beurteilenden Raumklimas:
.................................................................................................................................................................................... ....................................................................................................................................................................................
Himmelsrichtung und Baustoff der Außenwände des zu untersuchenden Arbeitsbereiches: ....................................................................................................................................................................................
Erläuterung zum Gebrauch des Fragenkataloges
Fragen, die durch das Ankreuzen des "Warndreiecks" beantwortet werden müssen, erfordern ggf. eine weitergehende Bearbeitung. Nichtankreuzen von Antwortfeldern bedeutet "entfällt".
| ja | nein | ja | nein | ||
| 1) Gibt es störende technologisch oder betriebsbedingte Raumklimabedingungen? | Δ | O | 13) Wenn ja, ist es in einem befristeten Zeitraum vorgesehen, die Veränderung vorzunehmen? | O | Δ |
| 2) Treten die Beeinträchtigungen regelmäßig auf? | Δ | O | 14) Wurde bereits durch Dichtungsmaßnahmen an Fenstern/ Türen/ Toren bzw. durch Anbringung von flexiblen Vorhängen in Zugängen oder Zufahrten versucht, den Zugerscheinungen entgegenzuwirken? | O | Δ |
| Wann (z.B. jahreszeitlich/ betriebsbedingt)?
....................................................................... | |||||
| 3) Wie wird der Arbeitsbereich beheizt?
........................................................................ ........................................................................ | 15) Wurde die Luftgeschwindigkeit an Arbeitsplätzen messtechnisch erfasst? | O | Δ | ||
| 16) Wenn Messergebnisse vorliegen, wie hoch waren die Luftgeschwindigkeiten [m/s] an welchem Ort?
.......................................................... .......................................................... | |||||
| 4) Ist die Heizeinrichtung regelbar? | O | Δ | |||
| 5) Werden die Raumtemperaturen unter Berücksichtigung der körperlichen Beanspruchung und der Arbeitsverfahren auch zu Arbeits-/ Schichtbeginn als gesundheitlich zuträglich empfunden? | O | Δ | 17) Gibt es Beschwerden über zu trockene oder zu feuchte Raumluft? | Δ | O |
| 6) Heizt sich der Arbeitsbereich im Sommer stark auf? | Δ | O | 18) Kann die Luftfeuchte ausschließlich durch Öffnung von Fenstern oder Oberlichtern und somit über die Außenluftfeuchte beeinflusst werden? | Δ | O |
| 7) Ist die Heizung im Winter ausreichend? | O | Δ | |||
| 8) Sind im Arbeitsbereich schon notwendige Verbesserungsmaßnahmen vorgesehen, um im Sommer wie im Winter thermisch zuträgliche Arbeitsbedingungen sicherzustellen? | O | Δ | 19) Wurde bereits durch Einsatz von hygienisch unbedenklichen Luftbefeuchtern versucht, die auffällig trockene Luft zu verbessern? | O | Δ |
| 9) Wurden die Lufttemperaturen im Arbeits- bereich messtechnisch kontrolliert? | O | Δ | 20) Wurde bereits versucht, die Beeinträchtigungen durch zu hohe Luftfeuchtigkeiten zu unterbinden? | O | Δ |
| 10) Wenn Messergebnisse vorliegen, welche Lufttemperatur [°C] wurde an welchem Ort ermittelt?
...................................................................... ...................................................................... | 21) Wurden Luftfeuchtigkeiten im Arbeitsbereich messtechnisch erfasst? | O | Δ | ||
| 22) Wenn Messergebnisse vorliegen, wie hoch waren die Luftfeuchten (relative Feuchte [%]) an welchem Ort?
.................................................................. .................................................................. | |||||
| 11) Wird die Luftbewegung im Raum als "Zugluft" empfunden? | Δ | O | |||
| 12) Sind die Zuglufterscheinungen durch Änderung der Arbeitsplatzanordnung zu unterbinden? | O | Δ | 23) Gibt es im Arbeitsbereich Klagen über Beeinträchtigungen durch Wärmestrahlung? | Δ | O |
| ja | nein | ja | nein | ||
| 24) Sind die Wärmestrahlungsbelastungen fertigungs- bzw. produktionsbedingt? | Δ | O | 36) Gibt es negative Beeinträchtigungen durch die RLT-Anlage, z.B. durch geruchlich belastete Zuluft? | Δ | O |
| 25) Wenn ja, ist in einem befristeten Zeitraum mit der Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen zu rechnen? | O | Δ | 37) Gibt es zusätzliche Arbeitsschutzprobleme z.B. durch:
- Hitzeeinwirkung - Kälteeinwirkung - unzulängliche Klimaanlage - Farbgestaltung des Raumes - Beleuchtungsmängel - statische Aufladungen - Lärm - Erschütterungen - Schadstoffbelastungen - mangelhafte Ergonomie oder Hygiene? - .............................................................. - .............................................................. | ||
| 26) Gibt es unbehagliche/ unerträgliche Wärmestrahlung im Arbeitsbereich? | Δ | O | |||
| 27) Ist die produktionsbedingte Wärmestrahlung durch technische Hitzeschutzmaßnahmen zu reduzieren? | Δ | O | |||
| 28) Ist die Wirkung der produktions- bedingten Wärmestrahlung durch organisatorische Maßnahmen reduzierbar? | Δ | O | |||
| 29) Ist die Sonnenwärmeeinstrahlung durch Sonnenschutz (Beschattungseinrichtungen - möglichst außenliegend) vermeidbar? | Δ | O | Δ | O | |
| 30) Besteht für Maschinen oder Geräte mit großen Energieumsätzen die Möglichkeit der separaten Wärmeabfuhr? | O | Δ | 38) Sind Messungen erforderlich? | Δ | O |
| 39) Welche ?
................................................................. ................................................................. | |||||
| 31) Gibt es eine störende "Strahlung kalter Flächen", z.B. verursacht durch einfachverglaste Fenster, unzureichend isolierte Fußböden und Wände sowie Metallflächen? | Δ | O | |||
| 32) Wurden im Arbeitsbereich Wärmestrahlungsmessungen [W/ m2] durchgeführt? | O | Δ | |||
| 33) Welche Wärmestrahlungsmesswerte wurden an welchem Ort ermittelt?
........................................................................ ....................................................................... ........................................................................ | O | O | 40) Bemerkungen
............................................................. ............................................................. ............................................................. ............................................................. ............................................................. ............................................................. | ||
| 34) Gibt es bei "natürlicher Lüftung" Klagen über verbrauchte oder geruchlich störende Raumluft? | Δ | O | |||
| 35) Wird im Arbeitsbereich eine raumlufttechnische Anlage (RLT) eingesetzt? | O | O |
3.2 Checklisten für orientierende Klimamessungen
| Prüfer/ Messwerterfasser : ............................................................................... Datum: .............................. |
| Betrieb: .......................................................................................... Tel.: ...................................................
Arbeitsbereich/Arbeitsplatz: ........................................................................................................................ Vorgesetzter/ Verantwortlicher: .................................................................................................................. Sicherheitsbeauftragter/ Sicherheitsfachkraft: ............................................................................................... Betriebs-/ Personalrat: ................................................................................................................................ |
| Raumbezogene Aussagen; Raumgröße, Fenster, Türen, Durchbrüche, Lage im Gebäudekomplex mit Himmelsrichtung (möglichst Skizze oder Plankopie) |
| Materialien der Umschließungsflächen: |
| Raumklimabezogene Aussagen Sonnenschutzeinrichtungen: Interne Wärmequellen: Heizungsregelung: |
| RLT-Anlagen (Hersteller, Typ, Art, Funktionsbeschreibung) |
| Personenbezogene Aussagen Art der Arbeit/ Arbeitsschwere: Bekleidungssituation: Klimaschutzmaßnahmen: Arbeitszeiten: .............................................besonders schutzbedürftige Personengruppe: ...................................... |
| Innenraum - Klimamessdaten | ||||
| Messort/ Raum/ Arbeitsplatz | ||||
| Datum/ Zeit | ||||
| Messhöhe [m] | ||||
| Trockentemperatur [°C] | ||||
| Feuchttemperatur [°C] | ||||
| Relative Feuchte [%] | ||||
| Wasserdampfgehalt [g/kg] | ||||
| Luftgeschwindigkeit [m/s] | ||||
| Strömungsrichtung | ||||
| Globetemperatur [°C] | ||||
| Eff. Bestrahlungsstärke [W/m2] | ||||
| Verwendetes Messgerät: | ||||
| Bemerkungen: | ||||
| Außenklima - Messdaten | ||||
| Messort: | ||||
| Datum/ Zeit: | ||||
| Wind: windstill |
leichter Wind |
mittlerer Wind |
Sturm | |
| Windrichtung: | ||||
| Wetter/ Himmel: sonnig |
bedeckt |
Nebel |
Regen |
Schnee |
| Trockentemperatur [°C] | ||||
| Feuchttemperatur [°C] | ||||
| Rel. Luftfeuchte [%] | ||||
| Wasserdampfgehalt [g/kg] | ||||
| Bestrahlungsstärke [W/m2] | ||||
| Luftdruck [hPa] | ||||
| Verwendete Messgeräte: | ||||
| Bemerkungen: | ||||
4 Literaturverzeichnis
[ 1] Arbeitsstätten - Arbeitsstättenverordnung ( ArbStättV ) und Technische Regeln für Arbeitsstätten. - Bremerhaven:
Wirtschaftsverlag NW, 2010
(Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) ISBN 978-3-86918-034-2
[ 2] Zustandsgrößen von Wasser und Wasserdampf in SI - Einheiten (Wasserdampftafeln). - 4. erw. Aufl. - Berlin: Springer-Verlag, 1989 ISBN 3-540-09601-9
[ 3] Klima - Belastungs - Kataster / Bearb. Th. Hettinger u.a. - Bremerhaven: Wirtschaftsverlag, 1984 (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz; Forschungsbericht Nr. 374) ISBN 3-88314-331-6
[ 4] H. Spitzer, T. Hettinger, G. Kaminsky,
Tafeln für den Energieumsatz bei körperlicher Arbeit. - 6. vollst. überarb.Aufl. - Berlin:
Beuth-Verlag, 1982
[ 5] B. W. Olesen:
Thermische Behaglichkeit. In: Technical Review Brüel & Kjaer, Naerum, Nr. 2/1982
[ 6] B. W. Olesen:
Örtliche thermische Unbehaglichkeit. In: Technical Review Brüel & Kjaer, Naerum, Nr. 1/1985
[ 7] CR 1752: Lüftung von Gebäuden - Auslegungskriterien für Innenräume (1998)
(CEN CR 1752: Ventilation for Buildings:
Design Criteria for the Indoor Environment, Final Draft)
[ 8] Physiologische Bewertung von Strahlungsheizungen / Bearb.: Hj. Gebhardt, B. H. Müller, Th. Hettinger, B. Pause. - Bremerhaven: Wirtschaftsverlag, 1995 (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz; Forschungsbericht Nr. 726) ISBN 3-89429-953-3
[ 9.] P. O. Fanger, A. K. Melnikov, H. Hanzawa, J. Ring: Air turbulence and sensation of draught. In: Energy and Buildings Nr. 12/1988, S. 21 - 39
[ 10.] DIN EN 12792 (Januar 2004, Berichtigung1: Mai 2004 )
Lüftung von Gebäuden - Symbole, Terminologie und graphische Symbole.
Bezugsquelle: Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin Telefon 030/ 2601 - 2260
[ 11.] DIN EN 13779 (September 2007)
Lüftung von Nichtwohngebäuden - Allgemeine Grundlagen und Anforderungen für Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme Bezugsquelle wie [ 10]
[ 12.] DIN 33403 Teil 3 (Juli 2011)
Klima am Arbeitsplatz und in der Arbeitsumgebung
Teil 3: Beurteilung des Klimas im Warm- und Hitzebereich auf der Grundlage ausgewählter Klimasummenmaße Bezugsquelle wie [ 10]
[ 13.] DIN EN 27243 (Dezember 1993)
Warmes Umgebungsklima. Ermittlung der Wärmebelastung des arbeitenden Menschen mit dem WBGT-Index (ISO 7243; 1989). Bezugsquelle wie [ 10]
[ 14.] DIN EN ISO 7726 (April 2002)
Umgebungsklima - Instrumente zur Messung physikalischer Größen Bezugsquelle wie [ 10]
[ 15.] DIN EN ISO 7730 (Mai 2006, Berichtigung 1: Juni 2007)
Ergonomie der thermischen Umgebung - Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Berechnung des PMV und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit.
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 16.] DIN EN 12599 (August 2000)
Lüftung von Gebäuden - Prüf- und Messverfahren für die Übergabe eingebauter raumlufttechnischer Anlagen
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 17.] DIN EN ISO 8996 (Januar 2005)
Ergonomie der thermischen Umgebung - Bestimmung des körpereigenen Energieumsatzes
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 18.] VDI/VDE 3511
Technische Regel - Technische Temperaturmessungen
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 19.] DIN EN ISO 7933 (Dezember 2004)
Ergonomie der thermischen Umgebung - Analytische Bestimmung und Interpretation der Wärmebelastung durch Berechnung der vorhergesagten Wärmebeanspruchung
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 20.] VDI-Richtlinie 2083 Blatt 5.1 (September 2007)
Technische Regel - Reinraumtechnik - Betrieb von Reinräumen
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 21.] DIN 33403 Teil 5 (Januar 1997)
Klima am Arbeitsplatz und in der Arbeitsumgebung - Ergonomische Gestaltung von Kältearbeitsplätzen
Bezugsquelle wie [ 10]
[ 22.] DIN EN 15251 (August 2007)
Eingangsparameter für das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden - Raumluftqualität, Temperatur, Licht und Akustik; Deutsche Fassung EN 15251:2007
Bezugsquelle wie [ 10]
Weitere Literaturquellen
Arbeitsstätten: Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsstätten - Richtlinien mit ausführlicher Kommentierung, sonstige für Arbeitsstätten wichtige Vorschriften, Regeln, Normen und umfassendes Stichwortverzeichnis Hrsg.: R. Opfermann; W. Streit. - Hüthig, Jehle, Rehm Loseblatt-Sammlung (laufende Aktualisierung) Internet-Version verfügbar (kostenpflichtiges Abo erforderlich)
LV 20 Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Kassenarbeitsplätzen
LASI-Veröffentlichung 1999; ISBN 3-936415-18-8
2) 1 met = 58 W/m2 Körperoberfläche, wobei bei einer "Durchschnittsperson" 1,7 m2 Körperoberfläche zugrunde gelegt werden
3) 1 clo = 0,155 m2 K/W
4) Oberfläche "Durchschnittsperson" 1,7 m2, Körperoberfläche männliche Person 1,8 m2, Körperoberfläche weibliche Person 1,6 m2 (DIN EN ISO 8996 [ 17])
5) Benennung gemäß DIN EN ISO 7726 [ 14]
6) Benennung gemäß DIN EN ISO 7726 [ 14]
7) h = spez. Enthalpie [J/kg]; x = Wasserdampfgehalt [g/kg]
8) z.B. Tafeln für den Energieumsatz bei körperlicher Arbeit; Spitzer/ Hettinger/ Kaminsky; Beuth-Verlag GmbH [4]
9) Laut ASR A3.5 [ 1] muss die Mindesttemperatur während der gesamten Arbeitszeit gewährleistet sein.
10) Werden Klimamessgeräte über "orientierende Messungen" hinaus verwendet, müssen sie durch ein von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiertes Labor kalibriert sein.
11) Thermisch neutraler Bereich - es herrscht für den Menschen Ausgeglichenheit zwischen Wärmezufuhr und Wärmeabgabe
12) In Hallenbereichen vorwiegend gasbeheizt, nur bei unmittelbarer Personennähe elektrobeheizt (z.B.Fußbodenheizplatten und Strahler geringer Heizleistung)
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