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TRGS 910-46: 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan

(BArbBl. 9/83 S. 35)


Krebserzeugender
Stoff

Gruppen

I
(sehr stark gefährdend)
II
(stark gefährdend)
III
(gefährdend)

Massengehalte im Gefahrstoff in v. H.

3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan > 0,1 < 0,1-0,01

Begründung:

3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan erwies sich an der Ratte nach Gabe maximal verträglicher bis toxischer Dosen (200 ppm im Futter bzw. 50 mg/kg/ Tag, 5 x /Woche, Schlundsonden-Applikation) als deutlich krebserzeugend, und zwar entwickelten 44-87 % der eingesetzten Ratten nach relativ kurzen Latenzzeiten (< 10 Monate) meist bösartige Lebertumoren; außerdem traten vermehrt Tumoren anderer Lokalisationen auf (Lunge, Mamma, Haut)1) 2)

Die orale Applikation bereits toxischer Dosen (ca. 5 mg/kg 5 x /Woche) führte nach 5-7 Jahren bei 3 von 3 Überlebenden Hunden zu bösartigen Lebertumoren; zusätzlich entwickelten 2 dieser Hunde bösartige Lungentumoren3).

3,3'-Dimethyl-4,4'-diamonodiphenylmethan erwies sich somit nach oraler Aufnahme bei Ratte und Hund als stark krebserzeugend. Da aber in den vorliegenden Versuchen nur toxische Dosen oder nahe diesen liegende Dosen gegeben wurden, ist die Stärke der krebserzeugenden Wirkung schwer zu beurteilen. 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenylmethan wurde deshalb in die Gruppe der stark gefährdenden krebserzeugenden Arbeitsstoffe eingestuft (Gruppe II), und zwar mit der Konzentration > 1 %.

1) Stula, E. F. et al., ToxicoI. Appl. Pharmacol. 31, S. 159-176, 1975,

2) Munn, A., in Bladder Cancer, Herausgeber K. F. Lampe, Aesculapius Publishing Co. Birmingham, Alabama, USA, S. 187-193, 1975.

3) Stula, E. F. et al., J. Environ, Pathol. Toxicol. 1, S. 339-356,1978.

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