Änderungstext

Gefahrstoffe

Bekanntmachung des BMWA

IIIb3-35125-5

Vom 31. März 2004
(BArbBl. Nr. 5/2004 S. 55)



Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) hat u.a.

beschlossen.

Im Anschluss an die Bekanntmachung des BMWA vom 22. Dezember 2003 (BArbBl. Heft 2/2004 S. 85 ) werden bekanntgegeben:

Änderungen und Ergänzungen

Die TRGS 900 "Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz - Luftgrenzwerte" Ausgabe Oktober 2000 (BArbBl. Heft 10/2000 S. 34-63, zuletzt geändert BArbBl. Heft 9/2003 S. 48) wird wie folgt geändert und ergänzt:

1. In Nummer 3 wird unter "Bemerkung" die Nummer (13) wie folgt neu gefasst:

alt neu
(13) Die Maßnahmenfolge gemäß § 19 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist zu beachten. Für krebserzeugende Faserstäube der Kategorie 3 (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) gelten die Umgangsvorschriften des fünften Abschnittes der GefStoffV. Dagegen gelten für krebserzeugende Faserstäube der Kategorien 1 oder 2 die zusätzlichen strengeren Umgangsvorschriften des sechsten Abschnittes der GefStoffV. Für künstliche Mineralfasern gilt darüber hinaus der Anhang V Nr. 7 der GefStoffV.
  • In Konkretisierung der GefStoffV wurden spezielle Schutzmaß nahmen in der TRGS 521 "Faserstäube" festgelegt. Neben den allgemeinen Umgangsvorschriften für alle Faserstäube (K 1, K 2, K 3) wurden zusätzliche Regelungen für krebserzeugende Faserstäube (K 1, K 2) getroffen. Für spezielle Fasern und ausgewählte Arbeitsbereiche sowie Tätigkeiten wird auf die BG/BIA-Empfehlungen (siehe BIA-Arbeitsmappe) verwiesen.
  • Der Luftgrenzwert gilt für krebserzeugende Fasern der Kategorien K1, K2 oder K3. Er gilt nicht für Asbest, Erionit und für solche Arbeitsverfahren, bei denen aufgrund der ausgeübten Tätigkeit auch nach derzeitigem Stand der Technik erfahrungsgemäß mit extrem hohen Faserkonzentrationen gerechnet werden muss. Letzteres betrifft beispielsweise Faserspritzverfahren zur Isolierung und das Entfernen von thermisch belasteten Isolierungen. Zum Schutz des Menschen vor möglichen Gesundheitsgefahren sind für diese Arbeitsverfahren wirksame und geeignete Schutzmaßnahmen - auch in Form von persönlichen Schutzmaßnahmen - zu treffen.
  • Auf Baustellen gilt der Luftgrenzwert von 250.000 F/m3 als eingehalten, wenn die Gesamtfaserzahl lichtmikroskopisch nachgewiesen unter 500.000 F/m3 beträgt. Zur Indexberechnung nach TRGS 402 und 403 ist in diesen Fällen das halbierte Messergebnis heranzuziehen.
  • Die analytische Bestimmung erfolgt nach der Methode BGI 505-31. In Zweifelsfällen kann zur Quantifizierung und Identifikation das rasterelektronenmikroskopische Verfahren nach BGI 505-46 eingesetzt werden, bzw. es sind ergänzend die Vorgaben in der BIA-Arbeitsmappe für organische Fasern und Produktfasern einzuhalten.
  • Bezüglich Asbest wird auf die TRGS 519 verwiesen.
 (13) Die Maßnahmenfolge gemäß § 19 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) ist zu beachten. Für krebserzeugende Faserstäube der Kategorie 3 (Verdacht auf krebserzeugende Wirkung) gelten die Umgangsvorschriften des fünften Abschnittes der GefStoffV. Dagegen gelten für krebserzeugende Faserstäube der Kategorien 1 oder 2 die zusätzlichen strengeren Umgangsvorschriften des sechsten Abschnittes der GefStoffV. Für künstliche Mineralfasern gilt darüber hinaus der Anhang V Nr. 7 der GefStoffV.
  •  In Konkretisierung der GefStoffV wurden spezielle Schutzmaßnahmen in der TRGS 521 "Faserstäube" festgelegt. Neben den allgemeinen Umgangsvorschriften für alle Faserstäube (K 1, K 2, K 3) wurden zusätzliche Regelungen für krebserzeugende Faserstäube (K 1, K 2) getroffen. Für spezielle Fasern und ausgewählte Arbeitsbereiche sowie Tätigkeiten wird auf die BG/BIA-Empfehlungen (siehe BIA-Arbeitsmappe) verwiesen.
  • Der Luftgrenzwert gilt für krebserzeugende Fasern der Kategorien K1, K2 oder K3. Er gilt nicht für Asbest, Erionit und für solche Arbeitsverfahren, bei denen aufgrund der ausgeübten Tätigkeit auch nach derzeitigem Stand der Technik erfahrungsgemäß mit extrem hohen Faserkonzentrationen gerechnet werden muss. Letzteres betrifft beispielsweise die Montage/ Installation, Reparatur und Sanierung von Industrieöfen (Arbeiten innerhalb der Öfen) sowie das Entfernen von thermisch belasteten Isolierungen. Zum Schutz des Menschen vor möglichen Gesundheitsgefahren sind für diese Arbeitsverfahren wirksame und geeignete Schutzmaßnahmen - auch in Form von persönlichen Schutzmaßnahmen - zu treffen.
  • Auf Baustellen gilt der Luftgrenzwert von 250.000 F/m3 als eingehalten, wenn die Gesamtfaserzahl lichtmikroskopisch nachgewiesen unter 500.000 F/m3 beträgt. Zur Indexberechnung nach TRGS 402 und 403 ist in diesen Fällen das halbierte Messergebnis heranzuziehen. Für Arbeiten mit geringer Exposition wird kein weiterer Grenzwert aufgestellt, aber es sind entsprechende Regelungen in der TRGS 521 "Faserstäube" zu treffen, die die Anwendung abgestufter Schutzmaßnahmen und die Aufstellung von Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien (VSK) erlauben. Arbeiten geringer Exposition liegen vor, wenn eine Faserstaubkonzentrationen in der Luft am Arbeitsplatz von 25.000 Fasern/m3unterschritten wird.
  • Die analytische Bestimmung erfolgt nach der Methode BGI 505-31. In Zweifelsfällen kann zur Quantifizierung und Identifikation das rasterelektronenmikroskopische Verfahren nach BGI 505-46 eingesetzt werden, bzw. es sind ergänzend die Vorgaben in der BIA-Arbeitsmappe für organische Fasern und Produktfasern einzuhalten.
  • Bezüglich Asbest wird auf die TRGS 519 verwiesen.

2. In Nummer 3 wird die Liste wie folgt geändert und ergänzt:

Stoffidentität Grenzwert Spitzenbegrenz.

Überschreitungsfaktor

 
Bezeichnung EG-Nr.
CAS-Nr.
ml/m3
(ppm)
mg/m3 Bemerkungen
Cyanamid 2069923
420-04-2
0,58 * 2 E 1 E 4 * DFG, * Y, * H
EU
Faserstäube, anorganische, krebserzeugend Kat. 1, 2 und 3 (außer Asbest)       4 13, 15, TRK
TRGS 901-41
  • Hochtemperatur-Glasfasern
    Überprüfung zum 30.04.2006 *
    500.000 F/m3    
  • Folgende Formen der Weiterverarbeitung von Keramikfasern und polykristallinen keramischen Fasern:
    Mischen/Formen und Endbearbeitung (Schneiden, Sägen, Stanzen, Schleifen, Bohren usw.) Überprüfung zum 30.04.2006 * 
    500.000 F/m3    
  • Modulfertigung ab 01.05.2006 *
    500.000 F/m3    
  • im Übrigen
    250.000 F/m3    
Kohlenstofftetrachlorid 2002628  10 64  4 H
  • Großtechnische Herstellung/ Verwendung *
56-23-5 2,5 * 16 *   TRGS 901-108 *
  • im Übrigen *
  0,5 * 3,2 *   DFG *
4-Methyl-pentan-2-ol 2035517
108-11-2
25 20 100 85 4 =1= H, DFG
Portlandzement (Staub) 2706599
68475-76-3
65997-15-1
  5 E   DFG
Trichlorethylen 2011674
79-01-6
50 30 270 165 4 Y
DFG

TRK
TRGS 901-106
Trichlormethan 2006638  10 50  4 DFG
TRK, H, Y
  • Großtechnische Herstellung/ Verwendung *
67-66-3 4 * 20 *   TRGS 901-107 *
  • im Übrigen *
  0,5 * 2,5 *   DFG *
Zinkhaltige Rauche (berechnet als Zinkoxid) Überprüfung zum 30.04.2007 *         35
TRGS 901-109 *
Verfahren mit einer Arbeitstemperatur > 850 °C *          
  • Gießverfahren, Flammlöten, Flammspritzen, Hartlöten Schweiß und Schneidverfahren *
    2 A * 2 *  
  • im Übrigen *
    1 A * 2 * DFG *

3. Nummer 4 "Verzeichnis der CAS-Nrn." wird entsprechend ergänzt

Die TRGS 901 "Begründungen und Erläuterungen zu Grenzwerten in der Luft am Arbeitsplatz" Ausgabe April 1997 (BArbBl. Heft 4/2001 S. 53-56, zuletzt geändert BArbBl. Heft 2/2004 S. 85) wird wie folgt geändert und ergänzt:

In Teil II werden

1. im Inhaltsverzeichnis folgende Einträge ergänzt:

Lfd-Nr. Stoff oder Stoffgruppen CAS-Nr. BArbBl. Heft
106 Trichlorethylen 79-01-6 5/2004 S. 56
107 Trichlormethan 76-66-3 5/2004 S. 58
108 Kohlenstofftetrachlorid 56-23-5 5/2004 S. 59
109 Zinkhaltige Rauche   5/2004 S. 60

2. Die lfd. Nrn. 106 bis 109 werden angefügt

Die TRGS 903 "Biologische Arbeitsplatztoleranzwerte - BAT-" Ausgabe April 2001, (BArbBl. Heft 4/2001 S. 53-56, zuletzt geändert BArbBI. Heft 10/2002 S. 77, berichtigt BArbBI. Heft 1/2003 S. 110) wird wie folgt geändert und ergänzt:

In Nummer 3 Liste der BAT-Werte werden folgende Einträge neu gefasst

Arbeitsstoff
[CAS-Nr.]
Parameter BAT-Wert Untersuchungs-
material
Probennahme-
zeitpunkt
Cyclohexan [110-82-7] * Gesamt-1,2- Cyclohexandiol 170 mg/g Kreatinin U c, b
1,2-Dichlorbenzol [95-50-1] * 1,2-Dichlorbenzol 140 µg/l B b
3,4 und 4,5 Dichlorkatechol 150 mg/g Kreatinin U b
Dimethylformamid [68-12-2] N-Methylformamid 15 35 mg/l U b
Mangan [7439-96-5]
und seine organischen Verbindungen *
Mangan 20 µg/l B c, b
Tetrahydrofuran [109-99-9] Tetrahydrofuran 8 2 mg/l U b

*) Neu