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GWS-VwV - Verwaltungsvorschrift zur Erfassung, Bewertung und Sanierung von Grundwasserverunreinigungen
- Hessen -

Vom 18. Juli 2021
(StAnz. Nr. 32 vom 09.08.2021 S. 1046)



Archiv: 2011, 2016

III 8 - 89a 14.11

Die nachstehend abgedruckten "Anforderungen an die Erfassung, Bewertung und Sanierung von Grundwasserverunreinigungen" führe ich hiermit ein. Diese Verwaltungsvorschrift ersetzt die gleichnamige Verwaltungsvorschrift vom 28. September 2016 (StAnz. S. 1072).

Anforderungen an die Erfassung, Bewertung und Sanierung von Grundwasserverunreinigungen vom 18. Juli 2021

1. Anwendungsbereich

(1) Diese Anforderungen gelten für Grundwasserverunreinigungen nach § 90 des Wasserhaushaltsgesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert durch Gesetz vom 9. Juni 2021 (BGBl. I S. 1699), sowie Grundwasserverunreinigungen nach § 57 des Hessischen Wassergesetzes vom 14. Dezember 2010 (GVBl. I S. 548), zuletzt geändert durch Gesetz vom 4. September 2020 (GVBl. S. 573), die auf eine oder mehrere örtliche Ursachen zurückzuführen und ausschließlich nach Wasserrecht zu beurteilen sind. Sie sind gleichzeitig die vom Wasserrecht zu bestimmenden Anforderungen an die Sanierung von Grundwasserverunreinigungen nach § 4 Abs. 4 Satz 3 des Bundes-Bodenschutzgesetzes vom 17. März 1998 (BGBl. I S. 502), zuletzt geändert durch Gesetz vom 25. Februar 2021 (BGBl. I S. 306).

(2) Diese Anforderungen gelten nicht für Grundwasserverunreinigungen, die auf einem flächenhaften Stoffeintrag aus diffusen Quellen, zum Beispiel durch Niederschläge oder die Ausbringung von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln, beruhen. Sie gelten auch nicht für Belastungen des Grundwassers, die ausschließlich durch natürliche erdgeschichtliche Bedingungen oder von der Gesteinszusammensetzung verursacht worden sind (geogene Belastungen).

2. Geringfügigkeitsschwellenwerte

Bei Überschreitung der in Anlage 1 angegebenen Geringfügigkeitsschwellenwerte ist eine Prüfung im Einzelfall durchzuführen und festzustellen, ob eine schädliche Grundwasserverunreinigung vorliegt. Für die Überprüfung der in Anlage 1 genannten Geringfügigkeitsschwellenwerte werden die in Anlage 2 genannten Analysenverfahren angewandt. Bei den genannten Analysenverfahren handelt es sich um Normverfahren, die in der jeweils aktuellen Fassung anzuwenden sind. Die Verwendung gleichwertiger Verfahren ist zulässig, wenn diese für den Zweck der Überwachung der Einhaltung der Geringfügigkeitsschwellenwerte geeignet sind. Für in Anlage 1 nicht aufgeführte Schadstoffe können als Geringfügigkeitsschwellenwerte die Umweltqualitätsnormen gemäß Anlage 6 und Anlage 8 der Oberflächengewässerverordnung vom 20. Juni 2016 (BGBl. I S. 1373), zuletzt geändert durch Gesetz vom 9. Dezember 2020 (BGBl. I S. 2873) oder vergleichbare Werte verwendet werden. Die Prüfwerte für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser nach Anhang 2 Nr. 3 der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung vom 12. Juli 1999 (BGBl. I S. 1554), zuletzt geändert durch Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328), bleiben unberührt.

3. Orientierende Untersuchungen und Detailuntersuchungen

(1) Liegen der zuständigen Behörde Anhaltspunkte für eine Grundwasserverunreinigung vor, soll sie entsprechend der Bedeutung der Anhaltspunkte im Rahmen der Wasseraufsicht nach pflichtgemäßem Ermessen orientierende Untersuchungen zur Ermittlung des Sachverhalts durchführen, soweit nicht orientierende Untersuchungen nach § 3 Abs. 3 der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung erforderlich sind. Anhaltspunkte sind insbesondere erhöhte Schadstoffkonzentrationen in Brunnen und Grundwassermessstellen.

(2) Im Rahmen der orientierenden Untersuchungen ist vor allem zu ermitteln, ob die Geringfügigkeitsschwellenwerte überschritten werden, welche Ursachen dafür maßgeblich sind und inwieweit die Grundwasserverunreinigung einem oder mehreren Verantwortlichen zugeordnet werden kann.

(3) Bei Überschreitung der Geringfügigkeitsschwellenwerte haben die nach § 90 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes sowie die nach § 57 Abs. 1 des Hessischen Wassergesetzes Verantwortlichen Detailuntersuchungen durchzuführen, um zu ermitteln, ob eine Grundwasserverunreinigung vorliegt, die Maßnahmen nach § 90 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes sowie § 57 des Hessischen Wassergesetzes erforderlich macht (schädliche Grundwasserverunreinigung), falls nicht ohnehin Detailuntersuchungen nach § 3 Abs. 4 und 5 der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung erforderlich sind.

4. Schädliche Grundwasserverunreinigung

Für die Beurteilung, ob eine schädliche Grundwasserverunreinigung vorliegt, ist das Gefährdungspotenzial insbesondere

  1. nach Art, Gefährlichkeit, räumlicher Verteilung und Menge der Schadstoffe sowie
  2. nach den örtlichen Verhältnissen

abzuschätzen. Bei der Gefährlichkeit der Schadstoffe sind neben den Geringfügigkeitsschwellenwerten nach Nr. 2 weitere Stoffeigenschaften, wie die Abbaubarkeit sowie die Beweglichkeit der Stoffe im Grundwasser, zu berücksichtigen. Bei der räumlichen Verteilung und Menge der Schadstoffe sind insbesondere die im Grundwasser und Boden vorhandene Schadstoffmenge und die im Abstrom der Schadstoffquelle gegenüber dem Grundwasserzustrom zusätzliche Schadstofffracht zu bewerten. Die örtlichen Verhältnisse sind vor allem durch die hydrogeologischen Gegebenheiten, die Schutzbedürftigkeit, eingetretene oder zu erwartende Beeinträchtigungen sowie andere dort möglicherweise bereits vorhandene Belastungen bestimmt.

5. Sanierung

(1) Eine schädliche Grundwasserverunreinigung ist von den dafür Verantwortlichen zu sanieren. Die Sanierung umfasst in der Regel alle unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung der schädlichen Grundwasserverunreinigung, insbesondere durch Herausnehmen oder Umwandeln der Schadstoffe, und schließt die Beseitigung ihrer Ursachen ein. Sanierungsmaßnahmen müssen dem Stand der Technik unter Berücksichtigung von Anlage 1 des Wasserhaushaltsgesetzes entsprechen. Die zuständige Behörde kann auf Antrag des Verantwortlichen im Einzelfall neuartige Verfahren, die nicht dem Stand der Technik entsprechen, anerkennen, wenn aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse ein gleichwertiges Sanierungsergebnis zu erwarten ist wie bei Anwendung des Standes der Technik. Schädliche Verlagerungen von Schadstoffen innerhalb des Grundwassers sowie aus dem Grundwasser in oberirdische Gewässer und in andere Umweltbereiche sind zu vermeiden. Es muss hinreichend sichergestellt sein, dass die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen durch den Sanierungsverantwortlichen in organisatorischer und finanzieller Hinsicht gewährleistet ist.

(2) Ist aufgrund der örtlichen Verhältnisse eine Beseitigung der schädlichen Grundwasserverunreinigung nach Abs. 1 Satz 2 mit verhältnismäßigen Maßnahmen nicht zu erwarten, kann mit Zustimmung der zuständigen Behörde ein abweichendes Sanierungsziel bestimmt werden, wenn

  1. das Sanierungsziel im Zuge der Sanierungsmaßnahmen regelmäßig überprüft und angepasst wird, falls dies nach dem Stand der Technik möglich ist, und
  2. dann noch verbleibende Gefahren durch sonstige Maßnahmen beseitigt werden.

Soweit das Sanierungsziel in einem überschaubaren Zeitraum mit einem verhältnismäßigen Aufwand nicht erreichbar ist, kann die zuständige Behörde Sicherungsmaßnahmen zulassen, wenn damit dauerhaft

  1. eine Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser verhindert wird,
  2. Schadstoffe aus dem Grundwasser in oberirdischen Gewässern keine Gefahren verursachen und
  3. durch die im Grundwasser verbleibenden Schadstoffe keine Gefahren, erheblichen Nachteile oder erheblichen Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit entstehen.

6. Belastetes Grundwasser

(1) Grundwasser soll nach der Aufbereitung wieder dem Grundwasserleiter, im Regelfall im Oberstrom der Grundwasserverunreinigung, zugeführt werden, so dass großräumig Grundwasserstand und Grundwasserfließrichtung nicht beeinträchtigt werden; dabei können im Einzelfall die Einleitungsgrenzwerte schrittweise dem Sanierungsfortschritt angepasst werden, sofern eine Sanierung nicht in einem Aufbereitungsschritt erreichbar ist.

(2) Vor dem Einleiten in Abwasseranlagen oder oberirdische Gewässer ist belastetes Grundwasser nach dem Stand der Technik zu reinigen, falls nach Art der aufnehmenden Abwasseranlage oder des aufnehmenden Gewässers keine weitergehenden Anforderungen zu stellen sind. Die dem Stand der Technik entsprechenden Grenzwerte sind im Einzelfall festzulegen.

(3) Beim Einleiten in Abwasseranlagen mit anschließender Abwasserbehandlung kann die Leistungsfähigkeit der Abwasserbehandlungsanlage berücksichtigt werden, wenn eine gleichwertige Reinigungsleistung gewährleistet ist und eine Beeinträchtigung der Abwasseranlage und der dortigen Bediensteten sowie eine schädliche Verlagerung in andere Umweltbereiche ausgeschlossen sind. In diesem Fall sind anhand der Herkunft und der Zusammensetzung der Schadstoffe die Notwendigkeit einer Vorbehandlungsanlage zu prüfen und die Einleitungsgrenzwerte festzulegen. Die Zustimmung des Unternehmers der Abwasseranlagen ist einzuholen.

(4) Wenn im Einzelfall bei Sofortmaßnahmen, Pumpversuchen und Probenahmen angefallenes, belastetes Grundwasser in Abwasseranlagen eingeleitet werden soll, kann die Behörde geringere Anforderungen als nach Abs. 2 erforderlich zulassen, wenn

  1. die eingeleitete Wassermenge so gering wie möglich gehalten wird und
  2. Beeinträchtigungen von Abwasseranlagen und Gewässern, vor allem von oberirdischen Gewässern mit geringem Abfluss, vermieden werden.

Die satzungsrechtlichen Anforderungen bleiben unberührt.

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Geringfügigkeitsschwellenwerte für örtlich begrenzte Grundwasserverunreinigungen Anlage 1

Teil 1
Anorganische Parameter

Anorganische Parameter Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
Antimon (Sb) 5
Arsen (As) 3,2
Barium (Ba) 175
Blei (Pb) 1,2
Bor (B) 180
Cadmium (Cd) 0,3
Chrom (Cr) 3,4
Kobalt (Co) 2,0
Kupfer (Cu) 5,4
Molybdän (Mo) 35
Nickel (Ni) 7
Quecksilber (Hg) 0,1
Selen (Se) 3
Thallium (Tl) 0,2
Vanadium (V) 4
Zink (Zn) 60
Cyanid ([CN]¯) 1) 10
Fluorid (F¯) 900
1) Liegt kein freies Cyanid vor, gilt als Geringfügigkeitsschwellenwert der Wert der Trinkwasserverordnung von 50 µg/l.

Teil 2
Organische Parameter

Organische Parameter Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
PAK, gesamt 1) 0,2
Anthracen 0,1
Benzo[a]pyren, Dibenzo[a,h]anthracen jeweils 0,01
Summe Benzo[b]fluoranthen und Benzo[k]fluoranthen 0,03
Summe Benzo[ghi]perylen und Indeno[1,2,3-cd]pyren 0,002
Fluoranthen 0,1
Summe Naphthalin und Methylnaphthaline 2
LHKW, gesamt 2) 20
Summe Tri- und Tetrachlorethen 10
1,2-Dibromethan 0,02
1,2-Dichlorethan 3
Trichlormethan 2,5
Chlorethen (Vinylchlorid) 0,5
Polychlorierte Biphenyle (PCB), gesamt 3) 0,01
(0,0005 jeweils für PCB-28, -52, -101, -138, -153, -180)
Kohlenwasserstoffe 100
Benzol und alkylierte Benzole, gesamt 4) (BTEX) 20
Benzol 1
Etheroxygenate (insb. MTBE, ETBE und TAME), gesamt 5, davon max. 2,5 µg/l ETBE
Phenol 8
Nonylphenol 0,3
Chlorphenole, gesamt 1
Pentachlorphenol 0,1
Chlorbenzole, gesamt 1
Trichlorbenzol 0,4
Pentachlorbenzol 0,007
Hexachlorbenzol 0,01
Epichlorhydrin 0,1
1) PAK, gesamt: Summe der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe ohne Naphthalin und Methylnaphthaline; in der Regel Bestimmung über die Summe von 15 Einzelsubstanzen gemäß Liste der US Environmental Protection Agency (EPA) ohne Naphthalin; gegebenenfalls unter Berücksichtigung weiterer maßgebender PAK (zum Beispiel aromatische Heterozyklen wie Chinoline).
2) LHKW, gesamt: Leichtflüchtige Halogenkohlenwasserstoffe, das heißt Summe der halogenierten C1- und C2-Kohlenwasserstoffe; einschließlich Trihalogenmethane. Die Geringfügigkeitsschwellenwerte zu Tri- und Tetrachlorethen, Dichlorethan und Chlorethen sind zusätzlich einzuhalten.
3) PCB, gesamt: Summe der 6 Kongeneren multipliziert mit 5.
4) Einkernige Aromaten (BTEX), gesamt: Summe der Aromaten mit kurzer Seitenkette bis C3.

Teil 3
Pflanzenschutzmittel, Biozide Wirkstoffe

Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte (PSMBP) Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
PSMBP, gesamt 0,5
PSMBP Einzelstoff jeweils 0,1
Azinphosmethyl 0,01
Chlordan 0,003
Cyclodienpestizide, gesamt (Aldrin, Dieldrin, Endrin und Isodrin) 0,01
Dichlorvos 0,0006
Disulfoton 0,004
Diuron 0,1
Endosulfan 0,005
Etrimfos 0,004
Fenitrothion 0,009
Fenthion 0,004
Heptachlor, Heptachlorepoxid jeweils 0,03
Hexazinon 0,07
Malathion, Parathionmethyl jeweils 0,02
Mevinphos 0,0002
Parathionethyl 0,005
Pentachlorphenol 0,1
Phoxim 0,008
Triazophos, Trifluralin jeweils 0,03
Trichlorphon 0,002

Teil 4
Zinnorganische Verbindungen

Zinnorganische Verbindungen Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
Dibutylzinn-Kation 0,01
Tributylzinn-Kation 1) 0,0002
Triphenylzinn-Kation 1) 0,0005
1) Derzeit steht kein genormtes Verfahren zur Verfügung, dessen untere Anwendungsgrenze niedriger oder gleich dem Geringfügigkeitsschwellenwert ist. Es muss daher auf nicht genormte Verfahren zurückgegriffen werden, die nach den einschlägigen Regeln für Analysenverfahren zu validieren sind.

Teil 5
Sprengstofftypische Verbindungen

Sprengstofftypische Verbindungen Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
Nitropenta (PETN) 10
2-Nitrotoluol 1
3-Nitrotoluol 10
4-Nitrotoluol 3
2-Amino-4,6-Dinitrotoluol 0,2
4-Amino-2,6-Dinitrotoluol 0,2
2,4-Dinitrotoluol 0,05
2,6-Dinitrotoluol 0,05
2,4,6-Trinitrotoluol 0,2
Hexogen 1
2,4,6-Trinitrophenol (Pikrinsäure) 0,2
Nitrobenzol 0,1
1,3,5-Trinitrobenzol 8
1,3-Dinitrobenzol 0,3
Hexanitrodiphenylamin (Hexyl) 2
Tetryl 5
Octogen 175

Teil 6
NSO-Heterozyklen

NSO-Heterozyklen Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
Acridin 0,08
Benzo[b]thiopen 0,3
Benzofuran 1,8
Benzotriazol und Methylbenzoltriazole 40
Carbazol 0,2
Chinolin 0,01
Cumarin 4,7
Dibenzofuran 0,4
Furan 0,35
2-Hydroxybiphenyl 0,7
Pyridin 0,5
2,3-Dimethylbenzofuran 0,3

Teil 7
Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)

Per- und Polyfluorierte Chemikalien Geringfügigkeitsschwellenwert
(µg/l)
Perfluorbutansäure, PFBA 10
Perfluorhexansäure, PFHxA 6
Perfluoroktansäure, PFOA 0,1
Perfluornonansäure, PFNA 0,06
Perfluorbutansulfonsäure, PFBS 6
Perfluorhexansulfonsäure, PFHxS 0,1
Perfluoroktansulfonsäure, PFOS 0,1

.

Analysenverfahren Anlage 2

Die hier genannten DIN-, DIN EN-, DIN EN ISO-Normen und technischen Regeln der Wasserchemischen Gesellschaft werden vom Beuth Verlag GmbH, Berlin, und von der Wasserchemischen Gesellschaft in der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Wiley-VCH Verlag, Weinheim (Bergstraße), herausgegeben. Die genannten Verfahrensvorschriften sind beim Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.

Teil 1
Metallionen, Halbmetallionen und sonstige Kationen, Anionen

Parameter Analysenverfahren Verfahrenshinweise untere Anwendungsgrenze 1) (mg/l)
Antimon (Sb) DIN 38405-32-2 AAS-Hydridtechnik 0,001
DIN 38405-32-1 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,0002
Arsen (As) ISO 17378-2 AAS-Hydridtechnik 0,001
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,0002
Barium (Ba) DIN EN ISO 11885 ICP-OES 0,01
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,0002
Blei (Pb) DIN 38406-6-2 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,0002
Bor (B) DIN EN ISO 11885 ICP-OES 0,05
DIN 38405-17 Spektralphotometrie 0,05
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,01
Cadmium (Cd) DIN EN ISO 5961-HA3 Graphitrohr-AAS 0,0003
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,0005
Chrom, gesamt
(Cr, ges., Cr III)
DIN EN 1233-HA4 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Chromat
(Cr VI) 2) 3)
DIN 38405-24 Spektralphotometrie 0,05
DIN EN ISO 10304-3 Ionenchromatographie 0,05
Kobalt (Co) DIN 38406-24-2 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 15586 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Kupfer (Cu) DIN 38406-7-2 Graphitrohr-AAS 0,002
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001

Parameter

Analysenverfahren

Verfahrenshinweise

untere Anwendungsgrenze 1) (mg/l)

Molybdän (Mo) analog DIN EN ISO 5961 Graphitrohr-AAS 0,001
DIN EN ISO 11885 ICP-OES 0,01
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Nickel (Ni) DIN 38406-11-2 Graphitrohr-AAS 0,005
DIN EN ISO 11885 ICP-OES 0,01
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Quecksilber (Hg) DIN EN ISO 12846 Kaltdampf-AAS (mit und ohne Anreicherung) 0,0001
DIN EN ISO 17852 Atomfluoreszenzverfahren (AFS) 0,00001
Selen (Se) DIN 38405-23-2 AAS-Hydridtechnik 0,001
DIN 38405-23-1 Graphitrohr-AAS 0,005
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Thallium (Tl) DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Vanadium (V) DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Zink (Zn) DIN EN ISO 11885 ICP-OES 0,01
DIN EN ISO 17294-2 ICP-MS 0,001
Cyanid, gesamt
([CN]¯ ges.)
DIN 38405-7 Ionenchromatographie, potentiometr. Titration 0,02l
DIN 38405-13-1 Spektralphotometrie 0,02
DIN EN ISO 14403 Fließanalytik 0,02
Cyanid,
leicht freisetzbar
([CN]¯)
DIN 38405-7 Ionenchromatographie, potentiometr. Titration 0,02
DIN 38405-13-2 Spektralphotometrie 0,02
DIN EN ISO 14403 Fließanalytik 0,02
Fluorid (F¯) DIN EN ISO 10304-1/-2 Ionenchromatographie 0,1
DIN 38405-4-1 Fluorid-Ionenselekt. Elektrode 0,1
DIN 38405-4-2 Bestimmung nach Aufschluss und Destillation 0,2
1) Die unteren Anwendungsgrenzen sind sowohl stoff- als auch matrixabhängig.
2) Steht kein genormtes Verfahren zur Verfügung, mit dem die Geringfügigkeitsschwelle erreicht bzw. unterschritten werden kann, muss auf nicht genormte Verfahren zurückgegriffen werden, die nach den einschlägigen Regeln für Analysenverfahren zu validieren sind. Das Verfahren ist zu beschreiben.
3) Die Bestimmung von Chromat sollte nach chromatographischer Abtrennung von Chrom (III) mittels geeigneter Detektionsmethode erfolgen.

Teil 2
Organische Stoffgruppen und organische Einzelstoffe

Parameter Analysenverfahren Verfahrenshinweise untere Anwendungsgrenze 1) (µg/l)
PAK DIN EN ISO 17993 Hexan-Extraktion, HPLC-FLD 0,005-0,01
DIN 38407-39 Hexan-Extraktion, GC-MS 0,005-0,01
DIN ISO 28540 Hexan-Extraktion, GC-MS 0,005
LHKW DIN EN ISO 10301 Pentan-Extraktion, GC-ECD Headspace, GC-ECD 0,01-50
0,1-200
DIN EN ISO 15680 Purge- and Trap, GC-ECD oder GC-MS 0,01-1
DIN EN ISO 17943 Headspace Festphasenmikroextraktion, GC-MS 0,01-0,1
DIN 38407-43 Headspace, GC-MS 0,01-0,1
Chlorethen (Vinylchlorid) DIN 38407-43 Headspace, GC-MS 0,1
DIN EN ISO 15680 Purge- and Trap, GC-ECD oder GC-MS 0,02
PCB DIN EN ISO 6468 Flüssigextraktion, GC-ECD 0,001-0,01
DIN 38407-3-1 (Indikatorsubst.) Hexan-Extraktion, GC-ECD 0,001
DIN 38407-3-2 (Peakmuster) Hexan-Extraktion, GC-ECD -
DIN 38407-3-3 Hexan-Extraktion, GC-MS 0,01-0,1
DIN 38407-37 Flüssigextraktion, GC-MS 0,005
Kohlenwasserstoffe DIN EN ISO 9377-2: 2001-07 Flüssigextraktion, GC-FID 100
Alkylierte Benzole (BTEX) ISO 11423-1 Headspace, GC-FID 5
ISO 11423-2 Pentan-Extraktion, GC-FID 5
DIN EN ISO 15680 Purge- and Trap, GC-ECD oder GC-MS 0,02-0,05
DIN EN ISO 17943 Headspace Festphasenmikroextraktion, GC-MS 0,01
DIN 38407-43 Headspace, GC-MS 0,1
Etheroxygenate DIN EN ISO 17943 Headspace Festphasenmikroextraktion, GC-MS 0,01
DIN 38407-43 Headspace, GC-MS 0,1
Parameter Analysenverfahren Verfahrenshinweise untere Anwendungsgrenze 1) (µg/l)
Phenole 2) ISO 8165-1 Flüssigextraktion, GC-FID oder GC-ECD 0,1
monovalente Phenole 3) ISO 8165-2 Derivatisierung, GC-ECD 0,1
DIN 38407-27 Derivatisierung, Flüssigextraktion, GC-MS 0,1-1
Phenolindex 4) DIN 38409-16-2 Spektralphotometrie 10
DIN EN ISO 14402 Fließanalytik 10
Nonylphenole DIN EN ISO 18857-1 Flüssigextraktion, GC/MS 0,02
DIN EN ISO 18857-2 Festphasenextraktion, Derivatisierung, GC-MS 0,03
Chlorphenole DIN EN 12673 extraktive Derivatisierung mit Acetanhydrid/GC-ECD, GC-MS 0,1

Chlorbenzole

Cl1-Cl3-Chlorbenzole


DIN EN ISO 10301 Headspace, GC-ECD 0,2-0,5
DIN 38407-43 Headspace, GC-MS 0,1
Cl3-Cl6-Chlorbenzole DIN EN ISO 6468 Flüssigextraktion, GC-ECD 0,001-0,01
DIN 38407-37 Flüssigextraktion, GC-MS 0,005
Epichlorhydrin DIN EN 14207 Festphasenextraktion, GC/-MS 0,1

PSMBP

SHKW + Organochlorpestizide 5) DIN EN ISO 6468 Flüssigextraktion, GC-ECD (gegebenenfalls auch GC-MS) 0,001-0,01
DIN 38407-37 Flüssigextraktion, GC-MS 0,005
DIN EN ISO 10695 Flüssigextraktion, GC-PND 0,1-1
DIN EN ISO 27108 Festphasenmikroextraktion, GC-MS 0,05
Organ. N- und P-Verbindungen 6) DIN EN ISO 11369 Festphasenextraktion, GC-PND 0,05-0,1
DIN EN 12918 Flüssigextraktion, GC-MS, GC-PND 0,025-0,1
DIN EN ISO 27108 Festphasenmikroextraktion, GC-MS 0,05
Phenoxyalkancarbonsäureherbizide


DIN ISO 15913 Festphasenextraktion, GC-MS 0,02-0,1
DIN 38407-35 HPLC-MS/MS nach Anreicherung oder Direktinjektion 0,05
0,025
PSM (Auswahl) DIN 38407-36 HPLC-MS/MS nach Direktinjektion 0,025
Parameter Analysenverfahren Verfahrenshinweise untere Anwendungsgrenze 1) (µg/l)
Zinnorganische Verbindungen DIN EN ISO 17353 Derivatisierung, Hexan-Extraktion, GC-MS oder GC-FPD oder GC-AED 0,01
Nitropenta (PETN) DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
2-Nitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
3-Nitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
4-Nitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
2-Amino-4,6-Dinitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
4-Amino-2,6-Dinitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
2,4-Dinitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
2,6-Dinitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
2,4,6-Trinitrotoluol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
Hexogen DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
2,4,6- Trinitrophenol (Pikrinsäure) DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
Nitrobenzol DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
1,3,5-Trinitrobenzol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
1,3-Dinitrobenzol DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
DIN 38407-17 Toluol-Extraktion oder Festphasenextraktion, GC-MS 0,05
Hexanitrodiphenylamin (Hexyl) DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
Tetryl DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
Oktogen DIN EN ISO 22478 Festphasenextraktion, HPLC-UV-DAD 0,1-0,5
NSO-Heterozyklen 7) DIN 38407-44 Festphasenextraktion, GC-MS 0,1
Furan,
Pyridin
Kein genormtes Verfahren vorhanden
Benzotriazol und Methylbenzotriazole Empfehlung: DIN 38407-36 Kein genormtes Verfahren vorhanden
PFC DIN 38407-42 Festphasenextraktion, HPLC-MS/MS 0,01-0,025
1) Die unteren Anwendungsgrenzen sind sowohl stoff- als auch matrixabhängig.
2) Steht kein genormtes Verfahren zur Verfügung, mit dem der Geringfügigkeitsschwellenwert erreicht bzw. unterschritten werden kann, muss auf nicht genormte Verfahren zurückgegriffen werden, die nach den einschlägigen Regeln für Analysenverfahren zu validieren sind. Das Verfahren ist zu beschreiben.
3) Ausgewählte monovalente Phenole
4) Bei Überschreitung des Geringfügigkeitsschwellenwertes für den Phenolindex ist eine Bestimmung der Einzelstoffe durchzuführen.
5) Zum Beispiel Aldrin, DDT, HCH-Gemisch
6) Ausgewählte organische Stickstoff- und Phosphor-Verbindungen, unter anderem Triazinherbizide, Phenylharnstoffherbizide, Organophosphorsäurederivate
7) Für alle in Anlage 1 Teil 6 genannten Verbindungen mit Ausnahme von Furan, Pyridin, Benzotriazol und Methylbenzotriazolen


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