Änderungstext
Dritte Änderung der Bekanntmachung Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-BWGL)
Vom 7. März 2022
(BAnz. AT vom 16.03.2022 B11)
I. Änderungen
Die Bekanntmachung - Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-BWGL) vom 11. März 2019 (BAnz AT 21.03.2019 B5), die zuletzt durch die Zweite Änderung der Bekanntmachung - Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-BWGL) vom 9. März 2021 (BAnz AT 19.03.2021 B10) geändert worden ist, wird geändert.
1. In den Begriffsdefinitionen werden folgende Definitionen ergänzt:
| Begriffsdefinitionen | |
| Basispolymer | Ein Basispolymer ergibt sich aus den verwendeten Monomeren, die zum überwiegenden Teil die Polymerkette bilden. |
| 4MSI-Positivlisten | Im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit (https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/ trinkwasser/trinkwasserverteilen/anerkennungharmonisierung-4msinitiative#veroffentlichungvongemeinsamenansatzen) erstellte Listen von Ausgangsstoffen und weiteren Hilfs- oder Zusatzstoffen zur Herstellung von organischen Produkten im Kontakt mit Trinkwasser. Die Veröffentlichung erfolgte im Teil B des Dokuments zur gemeinsamen Vorgehensweise (Common Approach) für organische Materialien. Darin erfolgt eine Unterteilung in 4MSI-weit akzeptierte, vollständig bewertete Stoffe (Core List) und nicht nach aktuellen Vorgaben bewertete Stoffe (Combined List), die teilweise nur in einigen 4MSI-Staaten akzeptiert sind. Stoffe mit veralteten (Teil-)Bewertungen, die nicht mehr verwendet werden, sind rein informativ in der "Obsolete List" aufgeführt und dürfen in Deutschland nicht verwendet werden. |
| Vorprodukt | Ein Vorprodukt ist ein Polymer, welches weitere Zusatzstoffe oder Bestandteile wie Glasfasern enthalten kann und keine weiteren Reaktionen eingeht. Es dient zur Herstellung eines Produktes, das für den Kontakt mit Trinkwasser vorgesehen ist (z.B. Granulat). |
| Zwischenprodukt | Ein Zwischenprodukt ist ein Stoff oder Stoffgemisch, der oder das für die chemische Weiterverarbeitung hergestellt und hierbei verbraucht oder verwendet wird, um in einen anderen Stoff oder Polymer umgewandelt zu werden (in Anlehnung an REACH). |
| Risikogruppe | Die Risikogruppe eines Produktes oder Bauteiles aus organischen Materialien ergibt sich aufgrund des für das Produkt oder Bauteil gültigen Konversionsfaktors Fc und bestimmt den Prüf- und Bewertungsaufwand. |
2. In den Begriffsdefinitionen werden folgende Definitionen geändert:
| Begriffsdefinitionen | |
| Bauteil | Ein Bauteil ist die kleinste nicht weiter zerlegbare Einheit, die einzeln als Produkt oder als Bestandteil eines zusammengesetzten Produktes in der Trinkwasserverteilung verwendet wird. |
| Konversionsfaktor (Fc)* | Der Konversionsfaktor dient zur Berechnung von ctap und basiert auf worst case-Annahmen zu Kontaktzeiten des Trinkwassers mit den jeweiligen Produkten oder Bauteilen und deren Oberfläche/Volumen-Verhältnissen in der Trinkwasserverteilung. |
| Produkt | Ein Produkt ist ein eindeutig identifizierbares Teil in seiner endgültigen Form und Oberfläche, das von einem Hersteller oder Händler/Vertreiber auf den Markt gebracht wird und für den Kontakt mit Trinkwasser bestimmt ist. |
| Rezeptur | Rezeptur ist die Auflistung und Beschreibung der mengenmäßigen Anteile der Ausgangsstoffe eines Materials, die zu dessen Herstellung verwendet werden. |
| *) Die Herleitung der Fc erfolgt durch Annahmen im Annex B des 4MSI Draft Common Approach on Organic Materials-Part C (https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5620/dokumente/draft_common_approach_on_organic_materials_-_part_c_ procedure_and_methods_for_testing_and_accepting_products_0.pdf) | |
3. In Nummer 2 - Anwendungsbereich werden die Absätze 1 und 2 geändert in:
| alt | neu |
Derzeit fallen in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage folgende organische Materialien: - Kunststoffe (siehe Anwendungsbereich der Anlage A)
Folgende organische Materialien sollen zukünftig nach Ergänzung der entsprechenden Anlagen ebenfalls in den Anwendungsbereich gehören:
Für diese organischen Materialien gelten derzeit noch Übergangsregelungen (Elastomerleitlinie 5, TPE-Übergangsempfehlung 6, Übergangsempfehlung für Silikone 7), die noch nicht den rechtlichen Status einer Bewertungsgrundlage nach § 17 Absatz 3 TrinkwV haben. | Derzeit fallen in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage folgende organische Materialien:
Die Anlagen D und E gelten ab dem 1. März 2025 verbindlich. Folgende organische Materialien sollen zukünftig nach Ergänzung der entsprechenden Anlagen ebenfalls in den Anwendungsbereich gehören:
Für diese organischen Materialien gilt derzeit noch eine Übergangsregelung (Übergangsempfehlung für Silikone
5), die noch nicht den rechtlichen Status einer Bewertungsgrundlage nach § 17 Absatz 3 TrinkwV hat. |
Absatz 4 wird um folgenden Satz ergänzt:
"Die Erstellung dieser Bewertungsgrundlage wird unter Berücksichtigung der revidierten europäischen Trinkwasserrichtlinie (RL (EU) 2020/2184) erfolgen."
4. In Nummer 5.1 - Allgemeines werden nach Absatz 2 folgende Absätze 3 und 4 eingefügt:
"Für die Ermittlung der Risikogruppe müssen die wasserberührten Oberflächenanteile von Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer (z.B. PE, EPDM) in einem zusammengesetzten Produkt aufsummiert werden.
Spalt- oder Ringdichtungen aus Elastomeren werden unabhängig von anderen Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer (z.B. Membranen oder Formteile) betrachtet. In diesem Fall erfolgt nur eine Aufsummierung der Oberflächenanteile der Spalt- und Ringdichtungen. In wenigen zusammengesetzten Produkten kann die Aufsummierung der Oberflächenanteile der Spalt- und Ringdichtungen einen Oberflächenanteil von über 10 % ergeben. In diesen Fällen gelten für die Spalt- und Ringdichtungen trotzdem nur die Anforderungen für Bauteile mit einem Oberflächenanteil < 10 % und diese Dichtungen werden der Risikogruppe P2 zugeordnet."
5. In der Tabelle 2: Risikobasierte Anforderungen wird die Spalte 1 "Gruppe" in "Risikogruppe" geändert.
6. In der Tabelle 2 in der Zeile "P1" wird der Eintrag "Ausrüstungsgegenstände" auf "Ausrüstungsgegenstände und Behälter" erweitert.
7. In der Tabelle 2 in der Zeile "P2" wird der Eintrag "Bauteile von Ausrüstungsgegenständen" auf "Bauteile von Ausrüstungsgegenständen und Bauteile in Behältern" erweitert.
8. In der Tabelle 2 in der Zeile "P3" wird der Eintrag "kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen" auf "kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen und kleinflächige Bauteile in Behältern" erweitert.
9. In Nummer 5.2.1 - Bewertete Ausgangsstoffe wird der 3. Satz wie folgt geändert und ein weiterer Satz eingefügt:
"Zusätzlich können die im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit erstellten Positivlisten (Core List und Combined List) 12 für Produkte, die in den Anwendungsbereich der Anlagen A, B und C fallen, zur Beurteilung der verwendeten Ausgangsstoffe unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen herangezogen werden.
Für die Produkte aus Elastomeren oder chemisch vernetzen TPE (Produkte der Anwendungsbereiche der Anlagen D und E) können zusätzlich zur Positivliste in Anlage D die in der Core List aufgeführten Ausgangsstoffe zur Herstellung von Elastomeren unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen zur Beurteilung der verwendeten Ausgangsstoffe herangezogen werden."
_____
12) https://www.umweltbundesamt.de/en/document/positive-lists-for-organic-materials-in-contact
10. In Nummer 5.2.2 Buchstabe b und an allen folgenden Stellen in der KTW-Bewertungsgrundlage wird die DIN EN 12873-2: 2005-04 ersetzt durch DIN EN 12873-2: 2020-07
11. In Nummer 5.2.2 Buchstabe j Gasförmige Hilfsstoffe wird die Anmerkung geändert in:
| alt | neu |
| Anmerkung: "Endcapping"-Reagenzien sind monofunktionell und reagieren mit reaktiven Endgruppen des Polymers. Dadurch entstehen Endgruppen, die im Polymerisationsprozess nicht mehr weiterreagieren können, und somit einen Abbruch der Polymerisation herbeiführen. Diese Substanzen können daher nicht als Monomere eingesetzt werden. | Anmerkung: "Endcapping"-Reagenzien sind monofunktionell und reagieren mit reaktiven Gruppen der Polymermatrix. Dadurch entstehen Endgruppen, die im Polymerisationsprozess nicht mehr weiterreagieren können, und somit einen Abbruch der Polymerisation herbeiführen. Diese Substanzen können daher nicht als Monomere eingesetzt werden. |
12. In Nummer 5.2.2 Buchstabe l Glasfaserschlichte wird Satz 2 präzisiert:
| alt | neu |
| Dabei müssen die Kupplungsagentien in der entsprechenden Positivliste aufgeführt sein. | "Dabei müssen die Kupplungsagentien in der Positivliste für organische Beschichtungen in Anlage B, der 4MSI Core List oder Combined List aufgeführt sein." |
13. In Nummer 5.3.3 wird in Satz 1 die Angabe "DIN EN 7072: 2000-04" durch die Angabe "DIN EN ISO 7027: 2016-11" ersetzt.
14. In Nummer 5.3.5 wird in Satz 1 die Angabe "DIN EN 1484: 1997-08" durch die Angabe "DIN EN 1484: 2019-04" ersetzt.
15. In Nummer 5.4.2 wird das Beispiel präzisiert in:
| alt | neu |
| Beispiel: Fluoride 150 µg/l | Beispiel: Fluoride (10 % des Parameterwertes der TrinkwV als Fluorid) 150 µg/l |
16. In Nummer 5.4.3 - Anforderungen an Farbmittel wird Absatz 4 geändert in:
| alt | neu |
| Die löslichen Anteile werden entsprechend den Vorgaben der DIN 53.770: Prüfung von Pigmenten, Bestimmung der salzsäurelöslichen Anteile, Teile 1 bis 7 sowie 13, 14 und 16 ermittelt. | "Die löslichen Anteile werden entsprechend den Vorgaben der DIN 53.770: Prüfung von Pigmenten, Bestimmung der salzsäurelöslichen Anteile, Teile 1 bis 7 sowie 13, 14 oder 16 ermittelt." |
17. Nummer 5.6 wird wie folgt geändert:
| alt | neu | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 5.6 Anforderungen hinsichtlich Förderung des mikrobiellen Wachstums
5.6.1 Unterschiedliche Prüfverfahren Die Prüfung der Produkte hinsichtlich der Förderung des mikrobiellen Wachstums erfolgt nach DIN EN 16421: 2015- 05. Dabei gelten folgende Einschränkungen zur Verwendung der drei in der Norm beschriebenen Verfahren. Das Verfahren 3 (MDOD-Verfahren) weist im Vergleich zu den anderen Verfahren eine zu hohe Nachweisgrenze auf. Das Verfahren eignet sich nicht, um Produkte zu beurteilen, die mit desinfektionsmittelfreiem Trinkwasser verwendet werden sollen. In Deutschland werden viele Trinkwässer ohne Zugabe von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln verteilt. Aus diesem Grund ist für die Anwendung in Deutschland eine Prüfung nach einem der anderen beiden Verfahren (BPP-Verfahren oder volumetrisches Verfahren) notwendig. Das BPP-Verfahren (Verfahren 1) eignet sich nicht für die Prüfung von Mehrschichtverbundprodukten (z.B. Rohre oder Schläuche), da damit auch Oberflächen, die normalerweise keinen Kontakt mit Trinkwasser haben, bei der Prüfung in Kontakt mit dem Migrationswasser kommen. Mehrschichtverbundprodukte (z.B. Rohre oder Schläuche) sind mit dem Verfahren 2 im Prüfmodul für Rohre und Schläuche zu prüfen. Für Schmierstoffe ist derzeit kein standardisiertes Prüfverfahren verfügbar. 5.6.2 Anforderungen bei Prüfung nach dem Biomasseproduktionspotenzial (BPP), gemessen als ATP 19 (Verfahren 1) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
5.6.3 Anforderungen bei der Prüfung nach dem volumetrischen Verfahren (Verfahren 2) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
Tabelle 3: Bewertung der Prüfergebnisse des Verfahrens 2 nach DIN EN 16421: 2015-05
| "5.6 Anforderungen hinsichtlich der Förderung der mikrobiellen Vermehrung
5.6.1 Unterschiedliche Prüfverfahren Die Prüfung der Produkte hinsichtlich der Förderung der mikrobiellen Vermehrung erfolgt nach DIN EN 16421: 2015-05. Dabei gelten folgende Einschränkungen zur Verwendung der drei in der Norm beschriebenen Verfahren. Das Verfahren 3 (MDOD-Verfahren) weist im Vergleich zu den anderen Verfahren eine zu hohe Nachweisgrenze auf. Das Verfahren eignet sich nicht, um Produkte zu beurteilen, die mit desinfektionsmittelfreiem Trinkwasser verwendet werden sollen. In Deutschland werden viele Trinkwässer ohne Zugabe von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln verteilt. Aus diesem Grund ist für die Anwendung in Deutschland eine Prüfung nach einem der anderen beiden Verfahren (BPP-Verfahren oder volumetrisches Verfahren) notwendig. Das BPP-Verfahren (Verfahren 1) eignet sich nicht für die Prüfung von Mehrschichtverbundprodukten (z.B. Rohre oder Schläuche), da damit auch Oberflächen, die normalerweise keinen Kontakt mit Trinkwasser haben, bei der Prüfung im Kontakt mit dem Migrationswasser kommen. Mehrschichtverbundprodukte (z.B. Rohre oder Schläuche) sind mit dem Verfahren 2 im Prüfmodul für Rohre und Schläuche zu prüfen. Für Schmierstoffe ist derzeit kein standardisiertes Prüfverfahren verfügbar. 5.6.2 Anforderungen bei Prüfung nach dem Biomasseproduktionspotential (BPP), gemessen als ATP 19 (Verfahren 1) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
____ 5.6.3 Anforderungen bei der Prüfung nach dem volumetrischen Verfahren (Verfahren 2) Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
Für die Beurteilung der Messwerte gelten die in der Tabelle 3b festgelegten Bedingungen. Die Zuordnung der Anforderungen M1, M2 und M3 erfolgt abhängig vom Konversionsfaktor Fc der Produkte oder Bauteile und berücksichtigt die wasserberührten Oberflächenanteile entsprechend Tabelle 7. Für die Ermittlung der Produktgruppe und des dazugehörigen Prüfwertes M1, M2 und M3 gelten die Vorgaben im Kapitel 5.1. Tabelle 3a: Anforderungen bei Prüfung nach dem Verfahren 2 nach DIN EN 16421 für die verschiedenen Produkte oder Bauteile
Tabelle 3b: Bewertung der Prüfergebnisse des Verfahrens 2 nach DIN EN 16421: 2015-05
Legende zur Tabelle 3b: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
18. In Nummer 5.7 wird Beispiel 3 ergänzt:
"Beispiel 3: Gummierte metallene Produkte benötigen einen Haftvermittler.
Der Haftvermittler muss entsprechend der Anlagen A oder B beurteilt werden.
Die Gummierung des Produktes muss den Anforderungen der Anlage D entsprechen."
19. In Nummer 6.1 Rezepturbewertung wird in Absatz 1 der 3. Spiegelstrich ergänzt um:
"(Alternativ zu den Sicherheitsdatenblättern können auch Spezifikationen der Ausgangsstoffe mit den entsprechenden Reinheitsangaben verwendet werden.)"
20. In Nummer 6.1 Rezepturbewertung wird Absatz 3 ersetzt durch:
"Liegen für bestimmte Ausgangsstoffe keine Informationen zur Reinheit bzw. möglichen Verunreinigungen vor, beispielsweise durch aussagekräftige Sicherheitsdatenblätter oder Spezifikationen (wie Datenblätter), ist eine gesonderte Bestimmung der Reinheit des Stoffes mit den relevanten Verunreinigungen (vgl. Nummer 5.2.2 Buchstabe a) notwendig."
21. In Nummer 6.2 Anforderungen an die Prüfkörper wird Absatz 2 ergänzt:
"Die Übereinstimmung des Materials der Prüfkörper mit dem Material der tatsächlichen Bauteile sollte mit einer Identitätsprüfung überprüft werden."
In Nummer 6.2 wird in Absatz 4 das Wort "Unterschichten" durch die Wörter "unterliegende Schichten" ersetzt.
22. In der Tabelle 4 in Nummer 6.3.1 wird der Eintrag
"Ausrüstungsgegenstände (Fittinge), Bauteile in Behältern" in "Ausrüstungsgegenstände, Bauteile in Behältern" geändert.
23. In Nummer 6.3.3 Berechnung der am Wasserhahn zur erwartenden Konzentration (ctap) wird vor der Tabelle 7 folgender Satz eingefügt:
"Für die Ermittlung der Produktgruppe von Bauteilen müssen die wasserberührten Oberflächenanteile von Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer aufsummiert werden (siehe Nummer 5.1)."
24. Die Tabelle 7 wird geändert:
Alt:
Tabelle 7: Produktgruppen mit den dazugehörigen Konversionsfaktoren
Produktgruppe Konversionsfaktor FC in d/dm Rohre (P1)
siehe Tabelle 2: Risikobasierte Anforderungenmit ID < 80 mm
(ID = Innendurchmesser)20 mit 80 mm < ID < 300 mm 10 mit ID > 300 mm 5 Ausrüstungsgegenstände (P1) für Rohre mit ID < 80 mm 2 für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm 1 für Rohre mit ID > 300 mm 0,5 Bauteile von Ausrüstungsgegenständen (P2) mit einem wasserberührten Ober- flächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand für Rohre mit ID < 80 mm 0,2 für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm 0,1 für Rohre mit ID > 300 mm 0,05 Kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen (P3) mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand für Rohre mit ID < 80 mm 0,02 für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm 0,01 für Rohre mit ID > 300 mm 0,005 Behälter (P1) in der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursystemen 4 außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursystemen 1 Ausrüstungsgegenstände für Behälter (> 10 % der wasserberührten Gesamtoberfläche) 4
Bauteile von Behältern (P2)
mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im AusrüstungsgegenstandAusrüstungsgegenstände für Behälter (< 10 % der wasserberührten Gesamtoberfläche) 0,4
Reparatursysteme (P3) für Behälter in der Trinkwasser-Installation, bei denen ins- gesamt maximal 1 % der benetzten Oberfläche von der Reparatur betroffen ist 0,04 für Behälter außerhalb der Trinkwasser-Installation, bei denen insgesamt maximal 1 % der benetzten Oberfläche von der Reparatur betroffen ist 0,01 Kleinflächige Bauteile von Behältern (P3) mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand Ausrüstungsgegenstände für Behälter (< 1 % der wasserberührten Gesamtoberfläche) 0,04
Produkte mit einem vernachlässigbaren Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit (P4) Spezielle Produkte für Speicher und die Verteilung außerhalb der Trinkwasser-Installation (siehe Tabelle 8) Montagehilfsmittel und Dichtpasten für Hanf
< 0,005
In der Tabelle 8 erfolgt für die typischen Produkte eine Zuordnung zu den in Tabelle 7 angegebenen Produktgruppen.
Neu:
Tabelle 7: Produktgruppen mit den dazugehörigen Konversionsfaktoren
| Produktgruppe | Konversionsfaktor FC in d/dm | |
| Rohre | mit ID < 80 mm (ID = Innendurchmesser) | 20 |
| mit 80 mm < ID < 300 mm | 10 | |
| mit ID > 300 mm | 5 | |
| Ausrüstungsgegenstände | für Rohre mit ID < 80 mm | 2 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 1 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,5 | |
| Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,2 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 0,1 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,05 | |
| Kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,02 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 0,01 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,005 | |
| Behälter und Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil > 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l einschließlich Reparatursysteme | 4 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l einschließlich Reparatursysteme | 2 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 1 | |
| Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,4 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l | 0,2 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation | 0,1 | |
| Kleinflächige Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,04 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l | 0,02 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 0,01 | |
| Produkte mit einem vernachlässigbaren Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit | Spezielle Produkte für Behälter und die Verteilung außerhalb der Trinkwasser-Installation (siehe Tabelle 8) z.B. Montagehilfsmittel und Dichtpasten für Hanf | < 0,005 |
25. In Nummer 6.3.3 Berechnung der am Wasserhahn zur erwartenden Konzentration (ctap) wird nach der Tabelle 7 folgender Absatz ergänzt:
"Durch die Eingruppierung der Produkte oder Bauteile in die entsprechende Produktgruppe ergibt sich nach Tabelle 7 der dazugehörige Konversionsfaktor Fc. Mit dem Konversionsfaktor wiederum wird entsprechend der Tabelle 2 die entsprechende Risikogruppe festgelegt."
26. Anpassung Anhang 1
Folgender Satz wird im Anhang 1 ergänzt:
"Tabelle 8 enthält typische Produkte oder Bauteile für die jeweiligen Produktgruppen (siehe Tabelle 7). Für die Zuordnung der Bauteile von zusammengesetzten Produkten in die Produktgruppen sind die tatsächlichen wasserberührten Oberflächenanteile der einzelnen Bauteile zu berücksichtigen. Dabei sind die Oberflächenanteile von Bauteilen aus den gleichen Basispolymeren aufzusummieren (vgl. Nummer 5.1)."
27. In der Tabelle 8 im Anhang 1 werden folgende Einträge bei der Produktgruppe Rohre (P1) ersetzt:
"Rohre und Schläuche aus Kunststoffen" durch "Rohre und Schläuche", "Rohrauskleidungen aus Kunststoffen" durch "Rohrauskleidungen".
In der Tabelle 8 im Anhang 1 wird der Eintrag der Produktgruppe "Reparatursysteme von Behältern mit 1/100 der Oberfläche des Behälters (P3)" durch "Kleinflächige Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % (P3)" ersetzt.
28. Die Tabelle 8 im Anhang 1 wird um folgende Produkte ergänzt:
| Produktgruppe | Produkte |
| Rohre (P1) 21: | Inliner von Panzerschläuchen |
| Ausrüstungsgegenstände (P1): | Kompensatoren in Durchgangsform und im Seitenanschluss
Gummierte Ausrüstungsgegenstände (Gehäuse, Keilschieber, Klappen usw.) |
| Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand (P2): | Gleitlacke von Dichtungen
Armierungsringe Membrane von Druckminderern Manschetten Profildichtungen (eingelegte oder umlaufende Dichtungen für Schieber und Keile) |
| Behälter (P1): | Elastomerbahnen |
| Produkte mit einem vernachlässigbaren Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit (P4) | Bauteile mit einem wasserberührten Oberflächenanteil von < 0,1 % im Ausrüstungsgegenstand außerhalb der Trinkwasser-Installation oder im Behälter außerhalb der Trinkwasser-Installation |
_____
21) Siehe Tabelle 2: Risikobasierte Anforderungen der KTW-BWGL
Anlagen der Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser (KTW-BWGL)
Polymerspezifischer Teil
Anlage A Kunststoffe
29. In Nummer A.2 Positivliste der Ausgangsstoffe zur Herstellung von Kunststoffen wird Satz 1 ersetzt durch:
| alt | neu |
| Zur Herstellung von Kunststoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die zugelassenen Stoffe der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 (Unionsliste) sowie die in Tabelle A-1 aufgeführten Stoffe verwendet werden. | "Zur Herstellung von Kunststoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die zugelassenen Stoffe der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 (Unionsliste), die für Kunststoffe akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten und die in der Tabelle A-1 aufgeführten Ausgangsstoffe verwendet werden." |
30. Die Tabelle A-1 wird um folgende Substanzen ergänzt:
Tabelle A-1: Ergänzende Positivliste für Kunststoffe im Kontakt mit Trinkwasser
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| Additive und Hilfsstoffe | ||||
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)** | 60 | |
31. Außerdem wird in der Tabelle A-1 folgender Eintrag geändert:
Tabelle A-1: Ergänzende Positivliste für Kunststoffe im Kontakt mit Trinkwasser
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen | |
| Polymerisationshilfsstoffe (Aids to polymerisation) | |||||
| 59330 | 110-54-3
EC-Nr. 925-292-5 | n-Hexan* einschl. Strukturisomere bis 40 % (Cyclohexan < 3 %) | 250 | MTCtap für n-Hexan muss nicht überprüft werden, wenn die Prozesstemperatur über 100 °C liegt | |
Anlage B Organische Beschichtungen
32. In Nummer B.2.1 wird die Fußnote 5 geändert in:
| alt | neu |
| Sobald die Bewertungsgrundlage für Zementgebundene Werkstoffe veröffentlicht wurde, soll diese zur trinkwasserhygienischen Beurteilung von zementgebundenen Werkstoffen mit einem organischen Anteil < 25 % (m/m) verwendet werden. | "Die Erstellung dieser Bewertungsgrundlage wird unter Berücksichtigung der revidierten europäischen Trinkwasserrichtlinie (RL (EU) 2020/2184) erfolgen." |
33. In Nummer B.2.2 wird in Absatz 2 die Angabe "DIN EN 941-1: 1996" ersetzt durch die Angabe "DIN EN ISO 4618: 2015-1".
In Nummer B.2.2 Informationen zur Zusammensetzung wird der letzte Absatz
Beschichtungssysteme, die im Kontakt mit Trinkwasser verwendet werden, können einen mehrschichtigen Aufbau aufweisen (Grundierung, Zwischen- und Deckbeschichtung). Die Beurteilung kann als Komplettsystem erfolgen oder jede Schicht kann separat entsprechend Nummer 5.7 beurteilt werden.
gestrichen.
34. In Nummer B.3.1 Positivliste der Ausgangsstoffe für die Herstellung von organischen Beschichtungen wird Satz 1 geändert in:
| alt | neu |
| Zur Herstellung von organischen Beschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle B-1 verwendet werden. | "Zur Herstellung von organischen Beschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle B-1 und die für Beschichtungen akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten verwendet werden." |
35. Die Fußnote 6 für "2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan (Bisphenol A)" in Nummer B.3.1.1.1 Phenolische Verbindungen
6) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/neueregelungvonbisphenol-akonsequenzenfuer
wird gestrichen.
36. Folgende Einträge werden in der Tabelle B-1 ergänzt:
B.3.1.7 Additive und Hilfsstoffe
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)** | 60 | |
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid** | ||
| 95870 | - | Weizenprotein** |
B.3.1.9 Polymerisationshilfsmittel (Aids to Polymerisation)
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 7775-27-1 | Natriumpersulfat* |
37. Außerdem werden folgende Einträge in der Tabelle B-1 geändert:
B.3.1.1.1 Phenolische Verbindungen
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 22960 | 108-95-2 | Phenol | 150 |
B.3.1.1.4 Amine
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 15695 | 461-58-5 | Dicyanodiamid | TOC | |
| 25420
19975 | 108-78-1 | 2,4,6-Triamino-1,3,5-triazin | 125 |
B.3.1.1.8 Öle und Säuren
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 26345/1 | - | Walnussölfettsäuren ** | ||
| 24910 | 100-21-0 | Terephthalsäure | 375 | |
| 24940 | 100-20-9 | Terephthalsäuredichlorid |
B.3.1.2 Füllstoffe/Farbmittel
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 34480 | - | Aluminiumfasern, -flocken und -pulver | 20 für Al | |
| 34560 | 21645-51-2 | Aluminiumhydroxid | ||
| 34690 | 11097-59-9 | Aluminium-Magnesiumhydroxycarbonat | ||
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | ||
| 86240 | 7631-86-9
69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 86285 | 60676-86-0 | Siliciumdioxid, silyliert | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 85950 | 37296-97-2 | Magnesium-Natrium-Fluoridsilikat | 150 für Fluorid |
B.3.1.7 Additive und Hilfsstoffe
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 86240/85580 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
38. Die Einträge "Farbmittel" und "Füllstoffe und Pigmente" werden gestrichen.
B.3.1.5 Lösemittel
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 66620 | 75-09-2 | Dichlormethan** | 2,5 |
B.3.1.9 Polymerisationshilfsmittel (Aids to polymerisation)
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 63240 | 8006-54-0 | Lanolin** | Spezifikation nach EAB 6 |
_____
6) Lanolin ist als Wollwachs im Europäischen Arzneimittelbuch (BfArM - Homepage - Gesamtregister des Europäischen Arzneibuchs, 10. Ausgabe, 2. Nachtrag, Amtliche deutsche Ausgabe) aufgeführt.
39. In Nummer B.3.2 Zwischenprodukte wird im letzten Satz der Verweis auf die Tabelle B-2 in Tabelle B-1 geändert.
Anlage C Schmierstoffe
40. In Nummer C.3.1 Positivliste für Schmierstoffe wird Satz 1 geändert in:
| alt | neu |
| Zur Herstellung von Schmierstoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle C-1 verwendet werden. | "Zur Herstellung von Schmierstoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle C-1 und der für Schmierstoffe akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten verwendet werden." |
41. Folgende Einträge werden in der Tabelle C-1 ergänzt:
C.3.1.2 Verdicker
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 25038-74-8 | Polylaurolactam (Polyamid-12)* | 250 für Laurolactam | Zusammensetzung entsprechend Anlage A, Oligomere mit
MW < 1.000 Da max. 2 % |
C.3.1.3 Additive
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid** | ||
| 95870 | - | Weizenprotein** |
C.3.1.4 Hilfsstoffe
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol* |
42. Folgende Einträge werden in der Tabelle C-1 geändert:
C.3.1.2 Verdicker
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | 20 für Al | |
| 86240 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
*) Stoffe, die im Rahmen dieser Bewertungsgrundlage national bewertet wurden.
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI-Kooperation bewertet wurden und deren Bewertungen von den anderen Staaten übernommen wurden (Aufführung in der 4MSI Core List).
43. Die Anlage D Elastomere wird ergänzt:
Alt:
.
| Elastomere (informativ) | Anlage D |
Elastomere fallen derzeit nicht in den Geltungsbereich dieser Bewertungsgrundlage. Zum Nachweis der trinkwasserhygienischen Eignung kann die Elastomerleitlinie 15 mit der Übergangsregelung 16 und die aktualisierte Positivliste (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/aktualisiertepositivlisteanlage-1-teil-1-zur) herangezogen werden.
Neu:
.
| Elastomere | Anlage D |
D.1 Anwendungsbereich
Diese Anlage gilt für Elastomere.
Elastomere (Hart- und Weichgummi) sind hochpolymere, organische Netzwerke, die in der Lage sind, große Verformungen reversibel aufzunehmen.
Die Verknüpfungspunkte sind durch Vernetzung entstandene chemische Bindungen in Kautschuken (Naturkautschuk oder Synthesekautschuk) oder in thermoplastischen Elastomeren (z.B. TPE-V).
Silikonelastomere und thermoplastische Elastomere auf Silikonbasis gehören nicht in den Anwendungsbereich der Anlage D.
D.2 Informationen zur Zusammensetzung
Elastomere sind Mehrstoffsysteme und bestehen aus den im Folgenden erläuterten Hauptkomponenten:
Kautschuk ist die Bezeichnung für unvernetzte, aber vernetzbare (vulkanisierbare) Polymere mit kautschukelastischen Eigenschaften bei 20 °C. Kautschuke werden systematisch unterteilt in Natur- und Synthesekautschuke. Naturkautschuk besteht fast ausschließlich aus dem aus Pflanzensäften (Latex) gewonnenen Rohstoff. Synthesekautschuke sind künstlich hergestellte Polymere, die durch Polymerisation von Monomeren gewonnen werden. Entsprechend den vielen unterschiedlichen Einsatzgebieten und Anforderungen an thermische und chemische Beständigkeit existiert eine Vielzahl an Synthesekautschukarten. Durch Mischpolymerisation verschiedener Monomere können die Werkstoffeigenschaften in weiten Grenzen variiert werden.
Füllstoffe, z.B. Ruß oder feinteilige Kieselsäure, haben eine verstärkende Wirkung auf die Polymermatrix und dienen u. a. dazu, die Reißfestigkeit und die Abriebfestigkeit des Produktes zu erhöhen.
Weichmacher werden der Kautschukmischung zugesetzt, um beispielsweise die Härte der Vulkanisate anzupassen, oder die Flexibilität in der Kälte zu verbessern.
Alterungsschutzmittel schützen Elastomere gegen äußere Einwirkungen. Sie wirken z.B. den schädlichen Einflüssen der Oxidation, der Wärme-, Licht- oder auch Ozoneinwirkung auf das Elastomer entgegen.
Verarbeitungshilfsstoffe haben vielfältige Aufgaben in einer Kautschukmischung. Darunter fallen u. a. die Verbesserung der Formbeständigkeit von Kautschukrohlingen, leichtere Verarbeitbarkeit während des Mischprozesses und/oder während der Formgebung u. v. a. m.
Vernetzungsmittel, wie Schwefel, Schwefelspender oder Peroxide, ermöglichen erst die Vulkanisation der Kautschukmischung zum Elastomer. Für die Vulkanisation mit Schwefel werden auch Beschleuniger und Verzögerer verwendet.
D.3 Informationen zur Herstellung von Elastomeren
Die Zusammensetzung und der Herstellungsprozess bestimmen die endgültigen Eigenschaften der Elastomere. Der Mischungsaufbau und der Herstellungsprozess sind wichtige Vorgänge, die vielfältige Maschinen und einen großen Energieeinsatz erfordern. In den meisten Fällen erfolgt die Herstellung in drei Stufen. Dies ist in Abbildung D-1 dargestellt:
Abbildung D-1: Herstellung der Elastomere
Durch Zusammenfügen der in D.2 Informationen zur Zusammensetzung aufgeführten Einzelkomponenten wird auf einem Walzwerk oder in einem Innenmischer unter Zuführung von Energie die unvernetzte Kautschukmischung hergestellt.
Die Formgebung der Kautschukmischung zu Kautschukrohlingen kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Eines der einfachsten Verfahren ist das Extrudieren. Dabei wird die Kautschukmischung durch geformte Düsen gepresst, wobei in Abhängigkeit von der Düsenform flache Streifen, runde Schnüre, Profile oder Schläuche geformt werden. Zur Herstellung von Folien, Platten oder gummiertem Gewebe verwendet man Kalander. Kalander bestehen aus mehr als zwei temperierbaren Walzen.
Durch Vulkanisation wird die Kautschukmischung oder der Kautschukrohling unter Einwirkung von Vernetzungsmitteln und Hitze dreidimensional vernetzt. Dadurch entstehen in der Regel hochelastische Werkstoffe, auch Elastomere genannt.
Das am häufigsten verbreitete Vulkanisationsverfahren ist die Pressen-Heizung. Bei der traditionellen Art des Pressens wird ein vorbereiteter, grob vorgeformter Mischungsrohling in eine vorgeheizte Metallform gebracht, die dann geschlossen zwischen die Platten einer geheizten Presse gelegt wird. Dabei erweicht die Kautschukmischung, nimmt durch den Druck die Form des Hohlraums an und vulkanisiert anschließend aus.
Eine neuere Entwicklung, die sich speziell für die Massenproduktion von Formteilen eignet, ist das Spritzgussverfahren. Dabei wird die heiße Kautschukmischung automatisch in die Formhohlräume gepresst.
Bei anderen Artikeln, z.B. Produkten, die mit Elastomeren ausgekleidet werden, erfolgt die Vulkanisation in Autoklaven bzw. in Vulkanisierkesseln, die nach dem Prinzip eines Dampfkochtopfs arbeiten.
Für Elastomere, die in fortlaufenden Längen hergestellt werden, z.B. Profile, Schläuche, Fördergurte, Kabel usw., werden Spezialeinrichtungen verwendet, die eine kontinuierliche Vulkanisation gestatten. Diese kann beispielsweise in einem Flüssigkeitsbad, in einer Heißluft- oder Dampfstrecke erfolgen.
D.4 Anforderungen an die Zusammensetzung
Zur Herstellung von Elastomeren im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabellen D-1, D-2 und die in der Core List der 4MSI-Positivliste für Elastomere aufgeführten Ausgangsstoffe verwendet werden.
Für die nicht gelisteten Ausgangsstoffe gelten die Anforderungen für nicht gelistete Ausgangsstoffe einschließlich deren Verunreinigungen und Abbau- und Reaktionsprodukte (Kapitel 5.2.2 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien). Für Füllstoffe und Farbmittel gelten die Anforderungen entsprechend den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 des allgemeinen Teils dieser Bewertungsgrundlage für organische Materialien.
D.4.1 Bewertete Ausgangsstoffe
Tabelle D-1: Ausgangsstoffe für Elastomere, die vom UBA oder im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit bewertet wurden
D.4.1.1 Monomere
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10120 | 108-05-4 | Vinylacetat | 600 | |
| 10690 | 79-10-7 | Acrylsäure | 300 | |
| 12100 | 107-13-1 | Acrylnitril | 0,1 | |
| 13630 | 106-99-0 | Butadien | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 13870 | 106-98-9 | 1-Buten | ||
| 13900 | 107-01-7 | 2-Buten | ||
| 14530 | 7782-50-5 | Chlor | ||
| 15030 | 931-88-4 | Cycloocten | 2,5 | |
| 16950 | 74-85-1 | Ethen | ||
| 17110 | 16219-75-3 | 5-Ethylidenbicyclo[2,2,1]hept-2-en (ENB) | 2,5 | QMA = 0,05 mg/6 dm2 |
| 18430 | 116-15-4 | Hexafluorpropen | 0,1 | |
| 19000 | 115-11-7 | Isobuten | ||
| 20020 | 79-41-4 | Methacrylsäure | 300 | |
| 20410 | 2082-81-7 | 1,4-Butandioldimethacrylat | 2,5 | |
| 21640 | 78-79-5 | 2-Methyl-1,3-butadien (Isopren) | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 22660 | 111-66-0 | 1-Octen | 750 | |
| - | 1187-93-5 | Perfluormethylperfluorvinylether* | 0,1 | |
| 23980 | 115-07-1 | Propen | ||
| 24610 | 100-42-5 | Styren | ||
| 25120 | 116-14-3 | Tetrafluorethen | 2,5 | |
| 26140 | 75-38-7 | Vinylidenfluorid | 250 | |
| - | 3048-64-4 | 5-Vinylbicyclo[2,2,1]hept-2-en (VNB)* | 2,5 | |
| 24250 | 9006-04-6 | Naturkautschuk | Bei der Gewinnung und Koagulation des Naturkautschuks können Ammoniak, Ameisen- und Essigsäure sowie Natriumbisulfit verwendet werden. Weitere Zusätze des Naturkautschuks müssen in der Positivliste gelistet sein. |
D.4.1.2 Füllstoffe, Pigmente und Farbmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 34480 | - | Aluminiumfasern, -flocken, -pulver | 20 für Al | |
| 34560 | 21645-51-2 | Aluminiumhydroxid | ||
| 34690 | 11097-59-9 | Aluminium-Magnesiumhydroxycarbonat | ||
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | ||
| 41600 | 12004-14-7
37293-22-4 | Calciumsulfoaluminat | ||
| 41280 | 1305-62-0 | Calciumhydroxid | ||
| 41520 | 1305-78-8 | Calciumoxid | ||
| 42080 | 1333-86-4 | Ruß | PAK nach TrinkwV, (10 % des Grenzwertes der TrinkwV) | Reinheitsanforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 42240 | - | Kohlenstoff-Fasern | entsprechend Email/ Keramik-Bewertungsgrundlage | |
| 42500 | - | Carbonate | ||
| 43280 | 9004-34-6 | Cellulose | ||
| 45280 | - | Baumwollfasern | ||
| 55520 | - | Glasfasern einschließlich Steinwolle mit einem Durchmesser größer als 1 µm (mittlerer Durchmesser: 5-30 µm) | ||
| 55600 | - | Microglaskugeln mit einem mittleren Durchmesser von 5-100 µm | ||
| 58320 | 7782-42-5 | Graphit | entsprechend Email/ Keramik-Bewertungsgrundlage | |
| 62800 | 92704-41-1 | Kaolin, calciniert | ||
| 64640 | 1309-42-8 | Magnesiumhydroxid | ||
| 64720 | 1309-48-4 | Magnesiumoxid | ||
| 83470 | 14808-60-7 | Quarz | ||
| 85601 | - | Silikate, natürliche (außer Asbest) | ||
| 85610 | - | Silikate, natürliche, silyliert (außer Asbest) | ||
| 85680 | 1343-98-2 | Kieselsäure | ||
| 85950 | 37296-97-2 | Magnesium-Natrium-Fluorid-Silikat | 150 für Fluorid | |
| 86000 | - | Kieselsäure, silyliert | ||
| 86240 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 92000 | 7727-43-7 | Bariumsulfat | 70 für Barium | Reinheitsanforderung entsprechend Nummer 5.4.2 |
| 92080 | 14807-96-6 | Talk | ||
| 93440 | 13463-67-7 | Titandioxid | ||
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | Zusatzanforderung | |
| - | 7778-18-9 | Calciumsulfat (Anhydrit) | ||
| - | 10101-41-9 | Calciumsulfat (Dihydrat) |
D.4.1.3 Weichmacher
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 31920 | 103-23-1 | Di(2-ethylhexyl)adipat | 900 | |
| 34240 | 91082-17-6 | Alkylsulfonsäureester des Phenols (C10-C21) | 2,5 | |
| 45705 | 166412-78-8 | 1,2-Cyclohexandicarbonsäurediisononylester | ||
| - | 9003-29-6 | Polybuten | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-17-2 | Polybutadien | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| 72081/10 | - | Erdölkohlenwasserstoffharze, hydriert | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 74560 | 85-68-7 | Benzylbutylphthalat* | 1.500 | Vgl. VO (EU) Nr. 2018/2005 |
| 75105 | 68515-49-1 26761-40-0 | Phthalsäurediester mit primären, gesättigten Alkoholen (C9 - C11), (> 90 % C10) | 450 | |
| - | 9003-27-4 | Polyisobutylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-31-0 | Polyisopren | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, die aus Erdöl oder synthetischen Kohlenwasserstoffen gewonnen werden, hohe Viskosität | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 95883 | - | Weiße Mineralöle paraffinisch, die aus Kohlenwasserstoffen auf der Basis von Erdöl gewonnen werden | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| - | - | Silikone entsprechend der Silikon- Übergangsempfehlung* | Anforderungen entsprechend Silikon-Übergangsempfehlung |
D.4.1.4 Alterungsschutzmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 38800 | 32687-78-8 | N,N'-Bis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxy- phenyl)propionyl]hydrazid | 750 | |
| 40000 | 991-84-4 | 2,4-Bis-noctylmercapto-6- (4-hydroxy-3,5-ditertbutylanilino)-1,3,5-triazin | 1.500 | |
| 40020 | 110553-27-0 | 2,4-Bis(octylthiomethyl)-6-methyl- phenol | 250 | |
| 45450 | 68610-51-5 | p-Kresol-Dicyclopentadien-Isobutylen, Copolymer | 250 | |
| 46640 | 128-37-0 | 2,6-Ditertbutyl-pkresol (BHT) | 150 | |
| 66400 | 88-24-4 | 2,2'-Methylenbis(4-ethyl-6-tertbutylphenol) | 75 | |
| 66480 | 119-47-1 | 2,2'-Methylenbis(4-methyl-6-tertbutylphenol) | ||
| 66560 | 4066-02-8 | 2,2'-Methylenbis(4-methyl-6-cyclohexylphenol) | 150 | |
| 66580 | 77-62-3 | 2,2'-Methylenbis[4-methyl-6-(1-methylcyclohexyl)phenol] | ||
| 67850 | 8002-53-7 | Montanwachs | ||
| 68320 | 2082-79-3 | Octadecyl-3(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionat | 300 | |
| 71680 | 6683-19-8 | Pentaerythritoltetrakis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)-propionat] | ||
| 74240 | 31570-04-4 | Tris(2,4-ditertbutylphenyl)-phosphit | ||
| 74400 | - | Tris(nonyl- und/oder Dinonylphenyl)- phosphit | 1.500 | |
| 92800 | 96-69-5 | 4,4'-Thiobis(6-tertbutyl-3- methylphenol) | 24 | |
| 95200 | 1709-70-2 | 1,3,5-Trimethyl-2,4,6-tris(3,5-ditertbutyl-4-hydroxybenzyl)benzen | ||
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, die aus Erdöl oder synthetischen Kohlenwasserstoffen gewonnen werden, hohe Viskosität | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| - | 7782-99-2 | Schweflige Säure* | 500 als SO2 |
D.4.1.5 Verarbeitungshilfsstoffe, Haftvermittler und Zusatzstoffe für Füllstoffe
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10599/90A | 61788-89-4 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), Dimere, destilliert | 2,5 | |
| 10599/91 | 61788-89-4 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), Dimere, nicht destilliert | ||
| 10599/92A | 68783-41-5 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), hydriert, Dimere, destilliert | ||
| 10599/93 | 68783-41-5 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), hydriert, Dimere, nicht destilliert | ||
| 14450/1 | - | Rizinusölfettsäuren, dehydriert | ||
| 15910 | 108-46-3 | 1,3-Dihydroxybenzen | 120 | |
| 16697 | 693-23-2 | Dodecandisäure | ||
| 17170 | 61788-47-4 | Fettsäuren aus Kokosöl | ||
| 18070 | 108-55-4 | Glutarsäureanhydrid | ||
| 18250 | 115-28-6 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäure | 0,1 | |
| 18280 | 115-27-5 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid | ||
| 18880 | 99-96-7 | p-Hydroxybenzoesäure | ||
| 19150 | 121-91-5 | Isophthalsäure | 250 | |
| 19270 | 97-65-4 | Itakonsäure | ||
| 24160 | 8052-10-6 | Tallölharz | ||
| 24280 | 111-20-6 | Sebacinsäure | ||
| 24430 | 2561-88-8 | Sebacinsäureanhydrid | ||
| 24520 | 8001-22-7 | Sojaöl | ||
| 25960 | 57-13-6 | Harnstoff | ||
| 26305 | 78-08-0 | Vinyltriethoxysilan | 2,5 | |
| 26320 | 2768-02-7 | Vinyltrimethoxysilan | 2,5 | |
| 30000 | 64-19-7 | Essigsäure* | ||
| 30610 | - | Monocarbonsäuren, (C2 - C24) aliphatisch, linear, aus natürlichen Ölen und Fetten und deren Mono-, Di-, Triglycerolester (verzweigte Fettsäuren natürlichen Ursprungs sind eingeschlossen) | ||
| 30612 | - | Monocarbonsäuren, (C2-C24) aliphatisch, geradkettig, synthetisch und deren Mono-, Di-, Triglycerolester | ||
| 31348 | 85116-93-4 | Fettsäuren (C16-C18), Ester mit Pentaerythrit * | nicht umgesetzte Fettsäuren < 5 % | |
| 34230 | - | Alkyl(C8 - C22)sulfonsäuren | 300 | |
| 34240 | 91082-17-6 | Alkyl(C10 - C21)sulfonsäureester mit Phenol | 2,5 | |
| 35320 | 7664-41-7 | Ammoniak* | 50 für NH4+ | |
| 37520 | 2634-33-5 | 1,2-Benzothiazolin-3-on** | 25 | nur zur Topfkonservierung |
| 42720 | 8015-86-9 | Carnaubawachs | ||
| 44160 | 77-92-9 | Zitronensäure | ||
| 45940 | 334-48-5 | n-Decansäure | ||
| 46720 | 4130-42-1 | 2,6-Ditertbutyl-4-ethylphenol | 240 | |
| 47060 | 171090-93-0 | 3-(3,5-Ditertbutyl-4-hydroxyphenyl) propionsäureester mit geradkettigen oder verzweigten Alkoholen (C13-C15) | 2,5 | |
| 52720 | 112-84-5 | Erucasäureamid | ||
| 52730 | 112-86-7 | Erucasäure | ||
| 54450 | - | Fette und Öle (tierischen und pflanzlichen Ursprungs) | ||
| 55040 | 64-18-6 | Ameisensäure | ||
| 55120 | 110-17-8 | Fumarsäure | ||
| 55190 | 29204-02-2 | Gadoleinsäure | ||
| 55680 | 110-94-1 | Glutarsäure | ||
| 55920 | 56-81-5 | Glycerol | ||
| 56540 | - | Ester von Glycerol mit Ölsäure | ||
| 61840 | 106-14-9 | 12-Hydroxystearinsäure | ||
| 62960 | 50-21-5 | Hydroxypropionsäure (Milchsäure) | ||
| 63280 | 143-07-7 | Laurinsäure | ||
| 63760 | 8002-43-5 | Lecithin | ||
| 64560 | 7786-30-3
7791-18-6 | Magnesiumchlorid | ||
| 64800 | 110-16-7 | Maleinsäure | 1.500 | |
| 64900 | 108-31-6 | Maleinsäureanhydrid | ||
| 65020 | 6915-15-7 | Apfelsäure | ||
| 65040 | 141-82-2 | Malonsäure | ||
| 67840 | - | Montansäuren und/oder deren Ester mit Ethylenglycol und/oder 1,3-Butandiol und/oder Glycerol | ||
| 67891 | 544-63-8 | Myristinsäure | ||
| 68960 | 301-02-0 | Ölsäureamid | ||
| 69040 | 112-80-1 | Ölsäure | ||
| 69920 | 144-62-7 | Oxalsäure | 300 | |
| 70400 | 57-10-3 | Palmitinsäure | ||
| 76721 | 63148-62-9 | Polydimethylsiloxan (Molmasse > 6.800 Da) | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 77520 | 61791-12-6 | Polyethylenglycolester mit Rizinusöl | TOC | |
| 77600 | 61788-85-0 | Polyethylenglycolester mit hydriertem Rizinusöl | ||
| 77702 | - | Ester von Polyethylenglycol mit aliphatischen Monocarbonsäuren (C6 - C22) und ihre Ammonium- und Natriumsulfate | ||
| 77708 | - | Polyethylenglycolether (EO = 1-50) von linearen und verzweigten primären Alkoholen (C8 - C22) | 90 | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 77895 | 68439-49-6 | Polyethylenglycol (EO = 2-6) mono- alkylether (C16 - C18) | 2,5 | |
| 79040 | 9005-64-5 | Polyethylenglycolsorbitanmonolaurat | ||
| 79120 | 9005-65-6 | Polyethylenglycolsorbitanmonooleat | ||
| 79280 | 9005-67-8 | Polyethylenglycolsorbitanmonostearat* | ||
| 79920 | 9003-11-6
106392-12-5 | Poly(ethylenpropylen)glycol | ||
| 80000 | 9002-88-4 | Polyethylenwachs | ||
| 83610 | 73318-82-6 | Harzsäuren | ||
| 83840 | 8050-09-7 | Kolophonium | ||
| 84000 | 8050-31-5 | Kolophonium, Ester mit Glycerol | ||
| 84640 | 69-72-7 | Salicylsäure | ||
| 88640 | 8013-07-8 | Sojabohnenöl, epoxidiert (Oxiran < 8 %, Iodzahl < 6 %) | TOC | |
| 88960 | 124-26-5 | Stearinsäureamid | ||
| 89040 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 90960 | 110-15-6 | Bernsteinsäure | ||
| 92160 | 87-69-4
133-37-9 | Weinsäure | ||
| 93520 | 59-02-9
10191-41-0 | ±-Tocopherol | ||
| 94320 | 112-27-6 | Triethylenglycol* | ||
| 95858 | - | Wachse, paraffinisch, raffiniert, gewonnen aus erdölbasierten oder synthetischen Kohlenwasserstoffen, niedrige Viskosität | 2,5 | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 95870 | - | Weizenprotein** | ||
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid** | ||
| - | 9002-88-4 | Polyethylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-07-0 | Polypropylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe,
Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 63148-62-9 | Silikonöl entsprechend der Silikon- Übergangsempfehlung* | Anforderungen entsprechend Silikon-Übergangsempfehlung | |
| - | 2098907-70-9 | Siloxan und Silikon, dimethyl, hydroxy- terminiert (Molmasse > 7.400 Da) Ether mit C16 - C18-Fettsäureester mit Pentaerythritol* | Polymer enthält Siloxan und Silicon, dimethyl, hydroxyterminiert, C16-C18-Fettsäureester mit Pentaerytritol und Fettsäuren | |
| - | 9006-24-0 | Xylolformaldehyd-Harze* | Zusammensetzung entsprechend Anlage B Organische Beschichtungen, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | - | Zinksalze von Fettsäuren (tierischen und pflanzlichen Ursprungs) der Kettenlänge C14 - C20 | Zusatzanforderung | |
| - | 557-05-1 | Zinkstearat | Zusatzanforderung |
D.4.1.6 Vernetzungsmittel
D.4.1.6.1 Peroxide und Coagenzien für die peroxidische Vernetzung
Peroxide
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 47080 | 110-05-4 | Ditert-Butylperoxid** | 0,1 15 für Methyltert-Butylether (MtBE) 500 für tert Butanol |
Coagenzien für die peroxidische Vernetzung
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 25840 | 3290-92-4 | 1,1,1-Trimethylolpropantrimethacrylat | 2,5 | |
| 25390 | 101-37-1 | Triallylcyanurat* | 2,5 |
D.4.1.6.2 Mercaptobeschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
D.4.1.6.3 andere Beschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 37600 | 65-85-0 | Benzoesäure | ||
| 41280 | 1305-62-0 | Calciumhydroxid | ||
| 41520 | 1305-78-8 | Calciumoxid | ||
| 42500 | 3486-35-9 | Zinkcarbonat | Zusatzanforderung | |
| 45760 | 108-91-8 | Cyclohexylamin | ||
| 47680 | 111-46-6 | Diethylenglycol | 1.500 | |
| 59280 | 100-97-0 | Hexamethylentetramin | 750 als Formaldehyd | |
| 64720 | 1309-48-4 | Magnesiumoxid | ||
| 76320 | 85-44-9 | Phthalsäureanhydrid | ||
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 80800 | 25322-69-4 | Polypropylenglycol | ||
| 84640 | 69-72-7 | Salicylsäure | ||
| 89040 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 91840 | 7704-34-9 | Schwefel | ||
| 94560 | 122-20-3 | Triisopropanolamin | 250 | |
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | Zusatzanforderung |
D.4.1.6.4 andere Vernetzungsmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 9003-35-4 | Phenolformaldehydharze | Zusammensetzung entsprechend Anlage B Organische Beschichtungen, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 25085-50-1 | 4-tert-Butylphenol-Formaldehyd-Harz* | 2,5 µg/l für 4-tert- Butylphenol,
750 µg/l für Formaldehyd, 50 µg/l für Xylol | mit der Spezifikation des Maximalgehalts an oligomeren Bestandteilen mit einer Molmasse unter 1.000 Da von 25 % und des Maximalgehalts der Methylolgruppe von 16 % |
D.4.1.7 Polymerisationshilfsstoffe
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 23680/81280 | 9002-89-5 | Polyvinylalkohol** | Herstellung durch Sintern | |
| 59330 | 110-54-3 | n-Hexan* einschl.
Strukturisomere bis 40 % (Cyclohexan < 3 %) EC-Nr.: 925-29-5 | 250 | MTCtap muss nicht bestimmt werden bei Prozesstemperaturen > 100 °C |
| 93540 | 108-88-3 | Toluen* | 60 | MTCtap liegt über dem Geruchsschwellenwert |
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA)* | 60 | |
| 66620 | 75-09-2 | Dichlormethan** | 2,5 | |
| 91920 | 7664-93-9 | Schwefelsäure* | ||
| - | 7637-07-2 | Bortrifluorid** | 100 als Bor 150 als Fluorid | |
| - | 7681-65-4 | Kupferiodid** | 50 als Iodid 200 als Kupfer | |
| 18115/
57520 | 31566-31-1 | Glycerolmonostearat** | ||
| - | 1333-74-0 | Wasserstoff** |
*) Stoffe, die im Rahmen dieser Bewertungsgrundlage national bewertet wurden.
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI-Kooperation bewertet wurden und deren Bewertungen von den anderen Staaten übernommen wurden (Aufführung in der 4MSI Core List).
D.4.2 Vorläufig bewertete Ausgangsstoffe
Folgende Substanzen werden vorläufig gelistet, da ihre Bewertung noch nicht abgeschlossen ist.
Tabelle D-2: Ausgangsstoffe für Elastomere, die vom UBA vorläufig bewertet wurden
D.4.2.1 Füllstoffe, Pigmente und Farbmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 26125-61-1 | p-Aramidfaser | 0,1 für p-Phenylendiamin, 375 für Terephthalsäure | Molmasse > 1.000 Da |
D.4.2.2 Verarbeitungshilfsstoffe, Haftvermittler und Zusatzstoffe für Füllstoffe
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 68071-15-8 | Butandiololeat, ethoxyliert | 2,5 |
D.4.2.3 Vernetzungsmittel
D.4.2.3.1 Peroxide
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 38600 | 78-63-7 | 2,5-Bis(tertbutylperoxy)-2,5-dimethyl- hexan | 0,1
500 für tert-Butanol, 0,1 für tert-Amyl- alkohol 0,1 für 2,5-Dimethyl- 2,5-hexandiol 0,1 für 2,2,5,5-Tetramethyltetrahydrofuran | Bei über 0,4 % (m/m) in der Formulierung: 0,1 µg/l für 3,3,6,6-Tetramethyl-1,2-dioxan 0,1 µg/l für Ditertbutylperoxid |
| - | 80-43-3 | Dicumylperoxid | 0,1
2,5 für Cumylalkohol 0,1 für Methylcumyl- ether 2,5 für ±-Methyl- styren 0,7 für Acetophenon |
D.4.2.3.2 Mercaptobeschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 65768 | 149-30-4 | 2-Mercaptobenzothiazol (2-MBT) | 100 | |
| - | 155-04-4 | Zink-2-mercaptobenzothiazol | 100 für 2-MBT | Zusatzanforderung |
D.4.2.3.3 andere Beschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 1318-02-1 | Zeolithe, natürliche und synthetische, Natriumform | 20 µg/l für Al | Anforderungen entsprechend Nummer 5.4.2 |
D.4.3 Kautschuke
In Tabelle D-3 sind typische Kautschuke aufgeführt, die bei der Erstellung der Positivliste berücksichtigt wurden. Aufgrund der Vielfalt möglicher Reaktionswege ist die Liste nicht vollständig. Die Ausgangsstoffe zur Herstellung der Kautschuke müssen in der Tabelle D-1 aufgeführt sein.
Tabelle D-3: Informative Liste von Kautschuken zur Herstellung von Elastomeren
| Name | Kurzzeichen nach DIN ISO 1629 |
| Acrylnitril-Buta-1,3-dien-Kautschuk | NBR |
| Chloriertes Polyethylen | CM |
| Chlor-Isobuten-Isopren-Kautschuk (Chlorbutyl-Kautschuk) | CIIR |
| Copolymere aus Ethen und Propen | EPM |
| Copolymere aus Hexafluorpropen und Vinylidenfluorid | FPM |
| Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate | EVM bzw. EVA, beide Bezeichnungen zulässig, EVM bei VA-Gehalten > 40 %, EVA bei VA-Gehalten < 40 % |
| Isobuten-Isopren-Kautschuk (Butylkautschuk) | IIR |
| Isopren-Kautschuke, synthetisch | IR |
| Naturkautschuk | NR |
| Polybutadien | BR |
| Polybutylen | |
| Polycycloocten | |
| Polyisobuten | IM bzw. PIB beide Bezeichnungen erlaubt |
| Quatropolymer aus Ethen, Propen, Vinylnorbornen und Ethyliden-Norbornen | EPDM |
| Styrol-Butadien-Kautschuk | SBR |
| Terpolymer aus Ethen, Propen und Ethyliden-Norbornen | EPDM |
| Terpolymer aus Ethen, Propen und Vinylnorbornen | EPDM |
| Terpolymere aus Hexafluorpropylen, Vinylidenfluorid und Tetrafluorethylen | FPM |
| Verschnitte aus Kautschukpolymeren und Polymeren entsprechend Anlage A Kunststoffe |
D.5 Zusatzanforderungen
Es gelten die in Tabelle D-4 festgelegten Zusatzanforderungen für Elastomere. Der allgemeine Teil der Bewertungsgrundlage für organische Materialien ist zu beachten.
Werden Elastomere und Polymere kombiniert, die in den Anwendungsbereich der Anlage A fallen, müssen die Zusatzanforderungen der Anlage A ebenfalls überprüft werden.
Tabelle D-4: Zusatzanforderungen für Elastomere
| Stoffe/Stoffgruppen | MTCtap in µg/l | Analysenmethode |
| Zink** | 250 | DEV 6 |
____
16) Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung (DEV)
44. Die Anlage E Thermoplastische Elastomere wird ergänzt:
Alt:
.
| Thermoplastische Elastomere (TPE) | Anlage E |
Thermoplastische Elastomere fallen derzeit nicht in den Geltungsbereich dieser Bewertungsgrundlage. Zum Nachweis der trinkwasserhygienischen Eignung kann die Übergangsempfehlung 17 herangezogen werden.
Neu:
.
| Thermoplastische Elastomere (TPE) | Anlage E |
E.1 Anwendungsbereich
TPE nehmen eine Sonderstellung zwischen Kunststoffen und Elastomeren ein. Sie weisen elastische Eigenschaften auf, die denen von vulkanisiertem Kautschuk ähnlich sind und lassen sich wie Thermoplaste verarbeiten.
TPE können aus verschiedenen Polymeren zusammengesetzt sein. Dabei liegen weiche und harte Segmente in getrennten Phasen vor. Kennzeichnend für TPE sind physikalische (thermolabile, reversibel spaltbare) oder chemische Vernetzungsstellen. In DIN EN ISO 18064: 2015-03 sind verschiedene TPE-Typen unterschieden und in ein Nomenklatursystem eingeordnet.
E.2 Informationen zu TPE
Physikalisch vernetzte TPE im Lebensmittelkontakt fallen entsprechend dem Standpunkt der Europäischen Kommission in den Regelungsbereich der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 "Union Guidelines on Regulation (EU) 10/2011 on plastic materials and articles intended to come into contact with food17". In Analogie zu dieser Entscheidung sind physikalisch vernetzte TPE nach der Anlage A Kunststoffe zu bewerten.
____
17) https://ec.europa.eu/food/system/files/2016-10/cs_fcm_plastic-guidance_201110_en.pdf
Chemisch vernetzte TPE ähneln in ihrer Zusammensetzung eher Elastomeren. Daher sind diese TPE-Typen entsprechend der Anlage D Elastomere dieser Bewertungsgrundlage zu bewerten.
E.3 Anforderung an die Zusammensetzung
Entsprechend der Zusammensetzung der Polymere erfolgt die Rezepturbewertung entsprechend der Anlagen A und/oder D und/oder F.
Alt:
.
| Silikone (informativ) | Anlage F |
Zum Nachweis der trinkwasserhygienischen Eignung kann die Übergangsempfehlung zur vorläufigen trinkwasserhygienischen Beurteilung von Silikonen im Kontakt mit Trinkwasser (Silikon-Übergangsempfehlung) 18 herangezogen werden
Neu:
| Silikone (informativ) | Anlage F |
Silikone fallen derzeit nicht in den Geltungsbereich dieser Bewertungsgrundlage.
Zum Nachweis der trinkwasserhygienischen Eignung kann die Übergangsempfehlung zur vorläufigen trinkwasserhygienischen Beurteilung von Silikonen im Kontakt mit Trinkwasser (Silikon-Übergangsempfehlung) 18 herangezogen werden.
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18) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/uebergangsempfehlung-zur-vorlaeufigen
II. Inkrafttreten
Diese Änderung tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.
_____
1) Notifiziert gemäß der Richtlinie (EU) 2015/1535 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 241 vom 17.09.2015 S. 1).
2) Notifiziert unter 2021/596/D
| ENDE |