|
KTW-BWGL
Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser
Vom 11. März 2019
(BAnz. AT vom 21.03.2019 B5; 20.05.2020 B8 20; 19.03.2021 B10 21; 16.03.2022 B11 22; 12.09.2024 B4 24; 28.02.2025 B9 25; 13.11.2025 B4 25a)
Abkürzungsverzeichnis
| 4MSI | 4 Member State Initiative |
| ADI/TDI | Acceptable Daily Intake (akzeptierte tägliche Aufnahme)/Tolerable Daily Intake (tolerierbare tägliche Aufnahme) |
| ATP | Adenosintriphosphat |
| c0 | Gehalt der Substanz im Fertigerzeugnis / Produkt in mg/kg Polymer |
| cgemessen | analysierte Konzentration im Migrationswasser in µg/l |
| ctap | am Wasserhahn maximal zu erwartende Konzentration in µg/l (wird mit Hilfe des Konversionsfaktors FC und cgemessen berechnet) |
| D | Dichte des Polymers in kg/cm3 |
| ID | Innendurchmesser in mm |
| EFSA | Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority) |
| FC | Konversionsfaktor in d/dm (siehe Begriffsdefinitionen) |
| FNU | Formazine Nephelometric Units - Streulichtmessung (Winkel 90°) entsprechend DIN EN ISO 7027 |
| G | Parameter der Grundanforderung |
| KM | Körpermasse (Mensch) in kg |
| Lp | Dicke des Produktes in dm |
| LAWA | Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser |
| M | Molekülmasse in Dalton (Da) |
| M1/M2/M3 | Mikrobiologische Anforderungen nach 5.6.3 |
| MTCtap | maximal tolerierbare Konzentration am Wasserhahn in µg/l |
| MTCtapTOC | maximal tolerierbare Konzentration für den Parameter TOC am Wasserhahn in mg/l |
| N | Anforderung für nicht gelistete Ausgangsstoffe |
| NPOC | nicht ausblasbarer organischer Kohlenstoff (Non Purgeable Organic Carbon) in mg/l |
| O/V | Verhältnis benetzte Oberfläche zu Wasservolumen in dm-1 |
| Pt | Platin-Cobalt-Farbzahl (kurz Pt/Co), auch APHA-Hazen-Farbzahl |
| QM | Restgehalt eines Ausgangsstoffes im Polymer in mg/kg |
| QMA | Restgehalt eines Ausgangsstoffes im Polymer bezogen auf die benetzte Oberfläche des Produktes in mg/dm2 |
| R | rezepturspezifische Einzelstoffanforderung |
| SCF | Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (Scientific Committee on Food) |
| SML | spezifischer Migrationsgrenzwert in mg/kg (gilt für Lebensmittelkontaktmaterialien) |
| TOC | Gesamtorganischer Kohlenstoff (Total Organic Carbon) |
| TON | Geruchsschwellenwert (Threshold Odour Number) |
| TPE | Thermoplastisches Elastomer |
| TrinkwV | Trinkwasserverordnung |
| UBA | Umweltbundesamt |
| WHO | Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization) |
| Z | Parameter der Zusatzanforderung |
| z.B. | zum Beispiel |
| % (m/m) | prozentualer Masseanteil |
| Additiv | Additiv ist ein Zusatzstoff, der absichtlich dem organischen Material zugesetzt wird, um während der Herstellung oder im Endprodukt eine physikalische oder chemische Wirkung zu erzielen. Ein Additiv ist dazu bestimmt, im Endprodukt vorhanden zu sein. (Verordnung (EU) Nr. 10/2011) |
| Ausgangsstoff | Ausgangsstoff ist ein Stoff (Monomer, Additiv, Hilfsstoff), der zur Herstellung eines organischen Materials verwendet wird. (entspricht nicht der Definition in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011) |
| Basispolymer | Ein Basispolymer ergibt sich aus den verwendeten Monomeren, die zum überwiegenden Teil die Polymerkette bilden. |
| Bauteil | Ein Bauteil ist die kleinste nicht weiter zerlegbare Einheit, die einzeln als Produkt oder als Bestandteil eines zusammengesetzten Produktes in der Trinkwasserverteilung verwendet wird. |
| Extraktion | Extraktion ist das Herauslösen von Stoffen aus einem Polymer mit einem Lösemittel. Die Extraktion zielt auf einen möglichst vollständigen Stoffübergang und liefert deutlich höhere Ergebnisse als die Migration. |
| Funktionelle Barriere | Funktionelle Barriere ist eine Materialschicht, die die Diffusion der migrierenden Stoffe verzögert, aber nicht unterbindet. (entspricht nicht der Definition in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011) |
| Grundanforderungen | Grundanforderungen sind Parameter, die für Produkte aus allen organischen Materialien gelten. |
| Hilfsstoff (Polymer Production Aids, PPA) | Hilfsstoff ist ein Stoff, der als geeignetes Medium für die Herstellung von organischen Materialien verwendet wird. Er kann im Endprodukt vorhanden sein, ist jedoch dafür weder vorgesehen noch hat er im Endprodukt eine physikalische oder chemische Wirkung (Verordnung (EU) Nr. 10/2011). |
| Konversionsfaktor (FC)* | Der Konversionsfaktor dient zur Berechnung von ctap und basiert auf worst case-Annahmen zu Kontaktzeiten des Trinkwassers mit den jeweiligen Produkten oder Bauteilen und deren Oberfläche/Volumen-Verhältnissen in der Trinkwasserverteilung. |
| Mehrschichtig aufgebautes Produkt | Mehrschichtig aufgebautes Produkt ist ein Produkt, das aus mehreren fest miteinander verbundenen Schichten aufgebaut ist. |
| Migration | Migration ist der Stoffübergang der zu beurteilenden Stoffe aus dem Produkt in das Trinkwasser. |
| Monomer | Monomer ist
|
| 4MSI-Positivlisten | Im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit (https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/trinkwasser-verteilen/anerkennung-harmonisierung-4ms-initiative#veroffentlichung-von-gemeinsamen-ansatzen) erstellte Listen von Ausgangsstoffen und weiteren Hilfs- oder Zusatzstoffen zur Herstellung von organischen Produkten im Kontakt mit Trinkwasser. Die Veröffentlichung erfolgte im Teil B des Dokuments zur gemeinsamen Vorgehensweise (Common Approach) für organische Materialien. Darin erfolgt eine Unterteilung in 4MSI-weit akzeptierte, vollständig bewertete Stoffe (Core List) und nicht nach aktuellen Vorgaben bewertete Stoffe (Combined List), die teilweise nur in einigen 4MSI-Staaten akzeptiert sind. Stoffe mit veralteten (Teil) Bewertungen, die nicht mehr verwendet werden, sind rein informativ in der "Obsolete List" aufgeführt und dürfen in Deutschland nicht verwendet werden. |
| Polymer | Polymer ist ein makromolekularer Stoff, der durch
(Teildefinition aus Verordnung (EU) Nr. 10/2011) |
| Polymerisationshilfsmittel (Aid to Polymerisation, AtP) | Polymerisationshilfsmittel ist ein Stoff, der die Polymerisation initiiert und/oder die Bildung der makromolekularen Struktur kontrolliert. (Verordnung (EU) Nr. 10/2011) |
| (End-)Produkt | Ein Produkt ist ein eindeutig identifizierbares Teil in seiner endgültigen Form und Oberfläche, das von einem Hersteller oder Händler/Vertreiber auf den Markt gebracht wird und für den Kontakt mit Trinkwasser bestimmt ist. |
| Produktgruppe | Eine Produktgruppe fasst unterschiedliche Produkte oder Bauteile mit dem gleichen Konversionsfaktor zusammen, die bezüglich ihrer Einsatzhäufigkeit bei der Trinkwasserverteilung und ihres Oberfläche-/Volumenverhältnisses vergleichbar sind. |
| Prüfkörper | Prüfkörper ist ein Produkt oder ein speziell hergestelltes Muster, das stellvertretend für ein Produkt oder mehrere Produkte geprüft und bewertet wird. |
| Rezeptur-spezifische Einzelstoffanforderung | Rezepturspezifische Einzelstoffanforderung ist eine Anforderung, die nur zu überprüfen ist, wenn ein entsprechender Ausgangsstoff in der Rezeptur enthalten ist. |
| Rezeptur | Rezeptur ist die Auflistung und Beschreibung der mengenmäßigen Anteile der Ausgangsstoffe eines Materials, die zu dessen Herstellung verwendet werden. |
| Rezepturuntergrenze | Rezepturuntergrenze ist ein unterer Schwellenwert für einen Rezepturbestandteil, der bei der Rezepturbewertung nicht weiter zu berücksichtigen ist, und wird in Form eines prozentualen Massenanteils angegeben. |
| Risikogruppe | Die Risikogruppe eines Produktes oder Bauteiles aus organischen Materialien ergibt sich aufgrund des für das Produkt oder Bauteil gültigen Konversionsfaktors Fc und bestimmt den Prüf- und Bewertungsaufwand. |
| Totale Barriere | Totale Barriere ist eine Sperrschicht, die eine Diffusion jeglicher Stoffe in Richtung zur Trinkwasserkontaktseite verhindert. |
| Trinkwasserinstallation | Siehe Begriffsbestimmungen der TrinkwV |
| Vorprodukt | Ein Vorprodukt ist ein Polymer, welches weitere Zusatzstoffe oder Bestandteile wie Glasfasern enthalten kann und keine weiteren Reaktionen eingeht. Es dient zur Herstellung eines Produktes, das für den Kontakt mit Trinkwasser vorgesehen ist (z.B. Granulat). |
| Zusammengesetztes Produkt | Zusammengesetztes Produkt ist ein Produkt, das aus verschiedenen Bauteilen besteht und in diese Bauteile zerlegt werden kann. |
| Zusatzanforderung | Zusatzanforderung ist ein Parameter, der für ein bestimmtes Polymer (polymerspezifisch) grundsätzlich zu überprüfen ist. |
| Zwischenprodukt | Ein Zwischenprodukt ist ein Stoff oder Stoffgemisch, der oder das für die chemische Weiterverarbeitung hergestellt und hierbei verbraucht oder verwendet wird, um in einen anderen Stoff oder Polymer umgewandelt zu werden (in Anlehnung an REACH). |
| * Die Herleitung der Fc erfolgt durch Annahmen im Annex B des 4MSI Draft Common Approach on Organic Materials-Part C | |
Werkstoffe und Materialien, die für die Errichtung oder Instandhaltung von Anlagen für die Gewinnung, Aufbereitung oder Verteilung von Trinkwasser verwendet werden und Kontakt mit Trinkwasser haben, dürfen nach § 14 der Trinkwasserverordnung ( TrinkwV) nicht
Die vorliegende Bewertungsgrundlage nach § 15 Absatz 1 TrinkwV konkretisiert für die im Anwendungsbereich aufgeführten organischen Materialien die vorgenannten allgemeinen hygienischen Anforderungen.
Organische Materialien im Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage entsprechen dem § 14 TrinkwV, wenn sie die hier aufgeführten Anforderungen erfüllen. Die Bewertungsgrundlage gilt nach § 15 Absatz 2 TrinkwV zwei Jahre nach ihrer Bekanntmachung im Bundesanzeiger (also seit dem 12. März 2021) verbindlich. Seit diesem Datum haben Betreiber von Wasserversorgungsanlagen gemäß § 13 Absatz 2 TrinkwV sicherzustellen, dass für die Errichtung und Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen ausschließlich solche organischen Materialien verwendet werden, die den Anforderungen dieser Bewertungsgrundlage entsprechen.
Der Nachweis, dass ein Produkt den Anforderungen dieser Bewertungsgrundlage entspricht, kann zum Beispiel durch ein Zertifikat eines für den Trinkwasserbereich akkreditierten Zertifizierers erbracht werden.
Wird im Rahmen der Instandhaltung von bestehenden Altanlagen lediglich der Austausch einzelner Teile eines Produktes erforderlich und ist das benötigte Bauteil aus einem Material gefertigt, das die Anforderungen dieser Bewertungsgrundlage nicht einhält, gleichwohl aber nachweisbar keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität verursacht, so ist ein Austausch der gesamten Anlagenicht erforderlich. Der Austausch der gesamten Anlage würde eine unbillige Härte für den Betreiber der Altanlage darstellen und wäre unverhältnismäßig. Ein möglicher Nachweis, dass keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität verursacht wird, kann mit Hilfe der UBA-Empfehlung "Beurteilung materialbürtiger Kontaminanten des Trinkwassers" 3 erbracht werden.
Die EU Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Dänemark sowie das Vereinigte Königreich Großbritannien (4MSI) arbeiten zusammen, um eine Angleichung ihrer nationalen Anforderungen zu erreichen. Die vorliegende Bewertungsgrundlage setzt den gemeinsam erarbeiteten Regelungsvorschlag für die organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser um 4 . Das Umweltbundesamt arbeitet bei der Erstellung und Fortschreibung der Bewertungsgrundlagen auch mit den zuständigen Stellen der aufgeführten Mitgliedstaaten zusammen.
Nach der revidierten EU-Trinkwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2020/2184) werden zukünftig europäisch einheitliche Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser gestellt. Diese Regelungen werden die vorliegende Bewertungsgrundlage ersetzen.
2 Anwendungsbereich 22 24 25 25a
Derzeit fallen in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage folgende organische Materialien:
Die Anlagen D und E gelten ab dem 1. Juli 2026 rechtsverbindlich.
Alternativ gelten für Elastomere und Thermoplastische Elastomere die Anforderungen des Durchführungsbeschlusses (EU) 2024/368 schon ab dem 1. Juli 2026. Dabei ist zu beachten, dass die Anforderungen der KTW-Bewertungsgrundlage und die Anforderungen des Durchführungsbeschlusses (EU) 2024/368 jeweils als separat zu betrachten sind. Eine Vermischung oder Kombination der Regelungsdokumente und deren Festlegungen ist nicht möglich.
Folgende organische Materialien sollen zukünftig nach Ergänzung der entsprechenden Anlagen ebenfalls in den Anwendungsbereich gehören:
Für diese organischen Materialien gilt derzeit noch eine Übergangsregelung (Übergangsempfehlung für Silikone 5), die noch nicht den rechtlichen Status einer Bewertungsgrundlage nach § 15 Absatz 1 TrinkwV hat.
Zementgebundene Werkstoffe mit organischen Anteilen unter 25 % (m/m) (bezogen auf Zementanteil) fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage. Für diese Werkstoffe wird eine separate Bewertungsgrundlage erarbeitet. Die Erstellung dieser Bewertungsgrundlage wird unter Berücksichtigung der revidierten europäischen Trinkwasserrichtlinie (RL (EU) 2020/2184) erfolgen
Beschichtungen mit zementgebundenen Füllstoffen mit organischen Anteilen über 25 % (m/m) (bezogen auf Zementanteil) fallen in den Geltungsbereich der Anlage B des spezifischen Teils dieser Bewertungsgrundlage.
Ionenaustauscherharze fallen derzeit nicht in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage.
Zusammengesetzte Produkte, beispielweise eine Küchenarmatur, können aus verschiedenen Materialien und Werkstoffen bestehen. Die Bauteile sind jeweils materialspezifisch zu beurteilen. Bestehen Bauteile aus einem organischen Material, fallen diese in den Anwendungsbereich dieser Bewertungsgrundlage.
3 Prinzip der Bewertung von Produkten/Bauteilen aus organischen Materialien 24
Produkte oder Bauteile aus organischen Materialien müssen produkt- bzw. bauteilspezifisch bewertet werden, da der Produktionsprozess (insbesondere Extrusion, Spritzgießen und Vernetzung) einen großen Einfluss auf die trinkwasserhygienischen Eigenschaften des Endproduktes haben kann.
Produkte oder Bauteile aus organischen Materialien werden auf Grundlage der eingesetzten Ausgangsstoffe bewertet, die zu ihrer Herstellung verwendet werden. Das Umweltbundesamt (UBA) bewertet die Ausgangsstoffe nach den Prinzipien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority - EFSA), die für Lebensmittelkontaktmaterialien gelten. Die Bewertung umfasst den möglichen Stoffübergang und die toxikologischen Eigenschaften des zu bewertenden Ausgangsstoffes, dessen mögliche Verunreinigungen sowie der Reaktions- und Abbauprodukte. Die bewerteten Ausgangsstoffe sind in materialspezifischen Positivlisten in den Anlagen dieser Bewertungsgrundlage aufgeführt.
Produkte oder Bauteile aus organischen Materialien sind hinsichtlich des Stoffübergangs ins Trinkwasser zu bewerten. Hierzu ist in der Regel eine Migrationsprüfung notwendig, mit der Ausgangsstoffe mit Beschränkungen und Zusatzanforderungen (mögliche Reaktions- und Abbauprodukte) zu erfassen sind. Außerdem ist das Migrationswasser auf eine Beeinträchtigung des Geruchs und der Optik zu bewerten.
Zusätzlich sind die Produkte oder Bauteile hinsichtlich der Förderung des mikrobiellen Vermehrung zu beurteilen.
Der Prüf- und Beurteilungsaufwand zur Feststellung der trinkwasserhygienischen Eignung ist risikobasiert. Entscheidend für den Aufwand ist die Verwendung der Materialien für einzelne Produkte und Bauteile und das damit verbundene Risiko einer Beeinträchtigung der Trinkwasserbeschaffenheit.
4 Bewertung von Ausgangsstoffen
Das UBA bewertet die Ausgangsstoffe zur Herstellung von organischen Materialien auf Antrag eines Herstellers oder Verbandes (Antragsteller). Das Antragsverfahren ist in der Geschäftsordnung des Umweltbundesamtes zum Führen der Positivlisten der Ausgangsstoffe von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser 6 geregelt.
Die Bewertung erfolgt nach den Prinzipien der EFSA für die Bewertung von Lebensmittelkontaktmaterialien. Diese sind im "Note for Guidance for the Preparation of an Application for the Safety Assessment of a Substance to be used in Plastic Food Contact Materials" 7 beschrieben. Für die Bewertung von Substanzen mit Nanostruktur wird ergänzend auf den EFSA-Leitfaden "Guidance on risk assessment of the application of nanoscience and nanotechnologies in the food and feed chain: Part 1, human and animal health" 8 verwiesen.
Für die Bewertung der Ausgangsstoffe werden nicht nur die Reinsubstanzen sondern auch die Verunreinigungen sowie mögliche Reaktions- und Abbauprodukte betrachtet.
Ausgehend von der ermittelten Migration hat der Antragsteller für die Bewertung der Migrationsstoffe aus Trinkwasserkontaktmaterialien folgende toxikologische Untersuchungen vorzulegen:
Ausgehend von der ermittelten Migration hat der Antragsteller für die Bewertung der Migrationsstoffe von Trinkwasserkontaktmaterialien folgende toxikologischen Untersuchungen vorzulegen:
Die entsprechend erforderlichen Studien sind im "Note for Guidance for the Preparation of an Application for the Safety Assessment of a Substance to be used in Plastic Food Contact Materials" benannt.
Darüber hinaus hat der Antragsteller zusätzliche toxikologische Untersuchungen, die neben den geforderten Studien vorliegen, mit einer Quellenangabe zu benennen.
Sollte bereits eine EFSA-Bewertung für Ausgangsstoffe zur Herstellung von Materialien im Lebensmittelkontakt vorliegen, vereinfacht sich das Antragsverfahren entsprechend der Geschäftsordnung und eine Migrationsprüfung ist in der Regel nicht erforderlich.
Das UBA akzeptiert Stoffbewertungen anderer EU-Mitgliedstaaten, sofern diese nach den Vorgaben des Grundlagendokuments der 4MSI-Kooperation für organische Materialien erfolgt sind 9. Diese bewerteten Substanzen werden ebenfalls in die entsprechenden Positivlisten aufgenommen.
Aus der Bewertung des jeweiligen Ausgangsstoffs können sich verschiedene Beschränkungen ergeben:
Für Stoffe, die auch aus anderen Quellen ins Trinkwasser gelangen können, beispielsweise Aufbereitungsstoffe oder geogene Bestandteile des Rohwassers, wird ein zusätzlicher Allokationsfaktor von 10 % angewendet.
Für Stoffe, die in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 mit einem spezifischen Migrationsgrenzwert (SML) belegt sind, gilt
| 1 KG | ||
| MTCtap = |
| SML |
| 20 l |
Tabelle 1: Herleitung der MTCtap
| Stufe | Ort der Gültigkeit | Begrenzung |
| 0 | Mensch | TDI [mg/(kg KM d)] (KM = Körpermasse) |
| 1 | Trinkwasser | |
Bewertete Ausgangsstoffe werden in den materialspezifischen Positivlisten (siehe Anlagen) aufgeführt. Die Positivlisten werden regelmäßig entsprechend den Vorgaben des § 15 Absatz 5 und Absatz 6 TrinkwV aktualisiert.
In den Positivlisten wird in der Regel zwischen Monomeren, Additiven, Hilfsstoffen (Polymerisation Production Aids - PPA) und Polymerisationshilfsmitteln (Aids to Polymerisation - AtP) für die Herstellung der organischen Materialien unterschieden. In der Positivliste für organische Beschichtungen, die reaktive Komponenten enthalten, wird von der oben genannten Unterscheidung abgewichen, um die materialspezifischen Besonderheiten besser abbilden zu können. Dies ist im polymerspezifischen Teil der Anlage B beschrieben. Weiter enthalten die Positivlisten Beschränkungen, die sich aus der Bewertung ergeben haben.
Die Positivlisten liegen in Tabellenform vor.
In Spalte 1 ist die "EWG Verpackungsmaterial-Referenznummer (Ref.-Nr.)" der Verordnung (EU) Nr. 10/2011. Spalte 2 enthält die CAS-Nummer (Registriernummer des Chemical Abstracts Service).
In Spalte 1 ist die "EWG Verpackungsmaterial-Referenznummer (Ref.-Nr.)" der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 und/oder des zurückgezogenen Arbeitspapiers des SCF "Synoptic document" (Provisional list of monomers and additives notified to European Commission as substances which may be used in the manufacture of plastics or coatings intended to come in contact with foodstuffs) angegeben.
Die Substanz ist in Spalte 3 aufgeführt.
In der Spalte 4 sind bei vielen Stoffen MTCtap-Werte als Beschränkung angegeben, die als Prüfkriterien in der Migrationsprüfung anzuwenden sind (vgl. 5.5).
In Spalte 5 "Andere Beschränkungen" bedeutet die Begrenzung "QM" die Bestimmung des Restgehaltes im organischen Material, "QMA" beinhaltet eine Restgehaltsbestimmung des organischen Materials, die auf 6 dm2 Oberfläche bezogen wird (flächenbezogener Restgehalt)
5 Trinkwasserhygienische Anforderungen an organische Materialien
Diese Bewertungsgrundlage legt Anforderungen an die hygienische Eignung von Produkten oder Bauteilen aus organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser fest. Sie enthält keine Vorgaben zur technischen Eignung. Produkte oder Bauteile müssen für ihren Verwendungszweck geeignet sein. Entsprechende Anforderungen sind z.B. im Technischen Regelwerk aufgeführt.
Die trinkwasserhygienischen Anforderungen ( Tabelle 2) ergeben sich entsprechend dem risikobasierten Ansatz aus der Verwendung der Materialien in einzelnen Produkten oder Bauteilen. Als Grundlage für die Einteilung dienen die Konversionsfaktoren ( Tabelle 8) der zu beurteilenden Produkte oder Bauteile.
Für die Ermittlung der Risikogruppe müssen die wasserberührten Oberflächenanteile von Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer (z.B. PE, EPDM) in einem zusammengesetzten Produkt aufsummiert werden.
Spalt- oder Ringdichtungen aus Elastomeren werden unabhängig von anderen Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer (z.B. Membranen oder Formteile) betrachtet. In diesem Fall erfolgt nur eine Aufsummierung der Oberflächenanteile der Spalt- und Ringdichtungen. In wenigen zusammengesetzten Produkten kann die Aufsummierung der Oberflächenanteile der Spalt- und Ringdichtungen einen Oberflächenanteil von über 10 % ergeben. In diesen Fällen gelten für die Spalt- und Ringdichtungen trotzdem nur die Anforderungen für Bauteile mit einem Oberflächenanteil < 10 % und diese Dichtungen werden der Risikogruppe P2 zugeordnet.
Bei Produkten oder Bauteilen, für die angegeben ist, dass die Anforderungen für Prüfkörper der Rezeptur gelten, ist die Beurteilung dieser Prüfkörper ausreichend. Produkte oder Bauteile, die aus der gleichen Rezeptur an verschiedenen Standorten oder durch verschiedene Hersteller produziert werden und die zur gleichen Gruppe gemäß risikobasierter Anforderungen gehören, brauchen nicht zusätzlich geprüft und beurteilt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Vorgaben der Produktions- bzw. Verarbeitungsbedingungen eingehalten werden.
Tabelle 2: Risikobasierte Anforderungen 20 22
| Gruppe | Konversionsfaktor Fc in d/dm (Siehe Tabelle 7: Produktgruppen mit den dazugehörigen Konversionsfaktoren) | Beispiele für Produkte (Siehe Tabelle 8: Zuordnung der Produkte zu den Produktgruppen) | Anforderung an die Zusammensetzung | Grundanforderungen | Rezepturspezifische Einzelstoffanforderungen | Zusatzanforderungen | Mikrobiologische Anforderungen (Bei Rohren mit Fc < 10 d/dm gelten die mikrobiologischen Anforderungen für Prüfkörper aus Rezeptur) |
| P1 | > 0,5 | Rohre | Ja gilt für Rezeptur | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Produkt/Bauteil |
| Ausrüstungsgegenstände und Behälter | Ja gilt für Rezeptur | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur | Ja gilt für Produkt/Bauteil | ||
| P2 | 0,05 < Fc < 0,5 | Bauteile von Ausrüstungsgegenständen und Bauteile in Behältern | Ja gilt für Rezeptur | Ja gilt für Produkt/Bauteil | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur |
| P3 | 0,005 < Fc < 0,05 | kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen und kleinflächige Bauteile in Behältern | Nein | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur | Nein | Nein | Ja gilt für Prüfkörper der Rezeptur |
| P4 | < 0,005 | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
5.2 Anforderungen an die Zusammensetzung
5.2.1 Bewertete Ausgangsstoffe 21 22 24
Die zur Herstellung eines organischen Materials verwendeten Ausgangsstoffe müssen entsprechend ihrer technologischen Funktion in der gültigen materialspezifischen Positivliste der Ausgangsstoffe (siehe Anlagen) aufgeführt sein.
Zur Herstellung der Produkte, die in den Anwendungsbereich der Anlage A fallen, können außerdem die Stoffe der Unionsliste der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 verwendet werden.
Die Verwendung von perfluorierten Ausgangsstoffen ist auf die in den entsprechenden Positivlisten aufgeführten Substanzen beschränkt. Die in Nummer 5.2.2 Buchstabe a und b sowie Nummer 5.7 benannten Ausnahmen gelten nicht für perfluorierte Ausgangsstoffe (unabhängig von der technologischen Funktion).
Zusätzlich können die Positivlisten (Core List und Combined List) 11, die im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit erstellt wurden, zur Beurteilung der verwendeten Ausgangsstoffe unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen herangezogen werden.
Es gibt in den materialspezifischen Positivlisten und der 4MSI Core List Substanzen, für die auf Grund unterschiedlicher Quellen dieser Substanzen im Trinkwasser strengere Migrationsbeschränkungen festgelegt wurden, als sich nach Nummer 5.5.2 Absatz 2 ergeben würden. Zusätzlich können die im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit erstellten Positivlisten (Core List und Combined List) 12 für Produkte, die in den Anwendungsbereich der Anlagen A, B und C fallen, zur Beurteilung der verwendeten Ausgangsstoffe unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen herangezogen werden. Für die Produkte aus Elastomeren oder chemisch vernetzen TPE (Produkte der Anwendungsbereiche der Anlagen D und E) können zusätzlich zur Positivliste in Anlage D die in der Core List aufgeführten Ausgangsstoffe zur Herstellung von Elastomeren unter Beachtung der dort festgelegten Beschränkungen zur Beurteilung der verwendeten Ausgangsstoffe herangezogen werden.
Beispiel: Ethylendiamintetraessigsäure mit einer Migrationsbegrenzung von MTCtap = 60 µg/l"
Die Ausgangsstoffe müssen darüber hinaus über eine technische Qualität und Reinheit verfügen, die für die geplante und vorhersehbare Verwendung des Produktes geeignet sind.
5.2.2 Nicht gelistete Ausgangsstoffe 21 22 24 25a
In folgenden Fällen ist in Abweichung zu den Anforderungen in Nummer 5.2.1 die Verwendung von Ausgangsstoffen möglich, auch wenn diese nicht auf der materialspezifischen Positivliste der Ausgangsstoffe aufgeführt sind:
Stoffe, deren Zugabe unter 0,02 % (m/m) bezogen auf das Endprodukt aus einem Material bzw. auf das mehrschichtig aufgebaute Produkt ist, brauchen nicht bewertet und auf der anzuwendenden Positivliste aufgeführt zu sein. Dies gilt nur, wenn gleichzeitig die Summe der Gehalte der auf diese Art zugegebenen Stoffe unter 0,1 % (m/m) ist.
Monomere mit der maximalen Einsatzmenge kleiner 0,5 % (m/m) bezogen auf das Endprodukt aus einem Material, die zur Regulierung der Kettenlänge/Vernetzung benötigt und in die Polymerkette eingebaut werden, können verwendet werden, wenn die Migrationsbeschränkung MTCtap = 0,1 µg/l eingehalten wird.
Anmerkung: Bei zusammengesetzten Produkten ist die Zugabe auf jedes einzelne Bauteil zu beziehen.
Lösemittel, die unter Abschätzung der Flüchtigkeit und Berücksichtigung der Herstellungsbedingungen nicht im Endprodukt zu erwarten sind, werden für die Beurteilung und die Ermittlung des Gehalts der Bestandteile nicht berücksichtigt.
Ausgangsstoffe von organischen Materialien und Produkten im Kontakt mit Trinkwasser mit Ausnahme von Monomeren bedürfen keiner toxikologischen Bewertung und damit keiner Listung in einer Positivliste, wenn sie und deren Verunreinigungen einschließlich der Reaktions- und Abbauprodukte nicht aus dem Produkt in das Trinkwasser übergehen ("kein nachweisbarer Stoffübergang") und keine nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ( CLP-Verordnung) eingestuften kanzerogenen, mutagenen oder reproduktionstoxischen Stoffe der Kategorie 1A oder 1 B oder Stoffe mit Nanostruktur sind.
Dies gilt als erfüllt, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Migrationsbeschränkung von MTCtap = 0,1 µg/l für die jeweilige Produktgruppe eingehalten wird (vgl. Nummer 6.3). Sollten Produkte, die aus diesem Ausgangsstoff hergestellt werden, auch für die Warm- oder Heißwasseranwendung vorgesehen sein, ist dies auch für diese Anwendungen zu zeigen.
Folgende Möglichkeiten bestehen, um die Einhaltung der Migrationsbeschränkung MTCtap = 0,1 µg/l nachzuweisen. In allen Fällen sind die berechneten oder ermittelten Konzentrationen in die am Wasserhahn maximal zu erwartende Konzentration ctap (vgl. Nummer 6.3.3) umzurechnen:
Mischungen, die durch Mischung gelisteter Ausgangsstoffe ohne chemische Reaktionen gewonnen werden, können verwendet werden.
Stoffe mit einer Molekülmasse von mehr als 1000 Da werden normalerweise im menschlichen Körper nicht resorbiert. Aus diesem Grund ist das von ihnen ausgehende Gesundheitsrisiko als gering einzustufen. Eine zusätzliche Bewertung dieser Stoffe ist nicht notwendig, wenn die zur Herstellung benötigten Ausgangsstoffe bewertet sind und eine Abschätzung der niedermolekularen Anteile an Oligomeren mit einer Molekülmasse unter 1000 Da erfolgt ist. Dabei dürfen die niedermolekularen Anteile mit einer Molekülmasse unter 1.000 Da aller polymeren Additive einen Anteil von 1 % (m/m) bezogen auf das Endprodukt nicht überschreiten.
Sind in diesen Additiven nicht gelistete Ausgangsstoffe enthalten, können diese entsprechend den Buchstaben a bis d beurteilt werden.
Vorpolymerisate und natürliche oder synthetische makromolekulare Stoffe und deren Mischungen bedürfen keiner gesonderten Listung, wenn die zur Herstellung benötigten Ausgangsstoffe gelistet sind. Entstehen bei der Polymerisation jedoch Zwischenstrukturen, die nicht vollständig polymerisiert sind und in das Trinkwasser migrieren können, bedürfen diese einer Bewertung entsprechend dem in Nummer 4.1 beschriebenen Verfahren.
Beispiel: Für organische Beschichtungen sind die Vorpolymerisate in Tabelle B-2 der Positivliste für Beschichtungen "Zwischenprodukte" mit den möglichen monomeren Ausgangsstoffen aufgeführt.
Farbmittel (einschließlich Farbpigmente) werden in der Positivliste nicht aufgeführt, da davon ausgegangen wird, dass diese nicht in das Trinkwasser übergehen. Bei der Verwendung von Farbmitteln gelten jedoch Zusatzanforderungen (siehe Nummer 5.4.3).
Weitere Bestandteile von Farbmittelzubereitungen müssen bewertet werden, falls kein anderes Ausnahmekriterium erfüllt ist.
Keramische Füllstoffe brauchen nicht in den materialspezifischen Positivlisten aufgeführt sein, wenn diese der Bewertungsgrundlage für Emails und keramische Werkstoffe entsprechen. Der entsprechende Nachweis ist am Endprodukt zu erbringen (siehe Nummer 5.4.2).
Zementgebundene Füllstoffe für Beschichtungen sind in der Anlage B Buchstabe B Nummer 3.1.3 (siehe Anlagen) aufgeführt. Für diese Füllstoffe gelten die Anforderungen des DVGW Arbeitsblattes W 347 (Mai 2006): Hygienische Anforderungen an zementgebundene Werkstoffe im Trinkwasserbereich - Prüfung und Bewertung.
5.3 Grundanforderungen
5.3.1 Allgemeines
Die Migrationswässer sind auf die Parameter Geruch, Trübung, Färbung und Schaumbildung zu untersuchen. Die Migrationswässer sind dafür entsprechend den Vorgaben der DIN EN 1420: 2016-05 herzustellen, dabei sind insbesondere die Oberfläche/Volumen-Verhältnisse bei der Prüfung zu beachten (vgl. Tabelle 5).
Zu den Grundanforderungen gehört auch, dass die Migrationswässer auf den Parameter TOC zu untersuchen sind. Die Migrationswässer sind dafür entsprechend den Vorgaben der DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 herzustellen. Dabei sind insbesondere die Oberfläche/Volumen-Verhältnisse bei der Prüfung zu beachten (vgl. Tabelle 5).
Die zu untersuchenden Migrationswässer sind in der Tabelle 6 und der Tabelle 7 festgelegt.
5.3.2 Anforderungen an den Geruchsschwellenwert
Produkte in Wasserversorgungsanlagen außerhalb von Gebäuden (ausschließlich Kaltwassereinsatz, Produktgruppe Rohre und deren Bauteile in der Regel mit ID > 80 mm)
Für die Kaltwasserprüfung gilt der Geruchsschwellenwert:
| TON < 2 | für die 3. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 9. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn der TON von 4 in der 3. Migrationsperiode nicht überschritten wurde. |
Rohre der Trinkwasser-Installation in der Regel mit ID < 80 mm (bestimmungsgemäß Kalt- und Warmwasserkontakt oder in speziellen Anwendungen Heißwasserkontakt)
Für die Kalt-, Warm- und Heißwasserprüfung gilt der Geruchsschwellenwert:
| TON < 8 | für die 3. Migrationsperiode der Kaltwasserprüfung; bei Verlängerung der Prüfung für die 9. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn der TON von 16 in der 3. Migrationsperiode nicht überschritten wurde. |
| TON < 8 | für die 7. Migrationsperiode der Warm- oder Heißwasserprüfung; bei Verlängerung der Prüfung für die 22. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn der TON von 16 in der 7. Migrationsperiode nicht überschritten wurde. |
Bauteile oder Produkte der Trinkwasser-Installation in der Regel mit ID < 80 mm (bestimmungsgemäß Kalt- und Warmwasserkontakt oder in speziellen Anwendungen Heißwasserkontakt)
Für die Kaltwasserprüfung gilt der Geruchsschwellenwert:
| TON < 2 | für die 3. Migrationsperiode der Kaltwasserprüfung; bei Verlängerung der Prüfung für die 9. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn der TON von 4 in der 3. Migrationsperiode nicht überschritten wurde. |
Für die Warm- bzw. Heißwasserprüfung gilt der Geruchsschwellenwert:
| TON < 4 | für die 7. Migrationsperiode der Warm- oder Heißwasserprüfung; bei Verlängerung der Prüfung für die 22. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn der TON von 8 in der 7. Migrationsperiode nicht überschritten wurde. |
Zusätzlich dürfen die Geruchsschwellenwerte bei der Prüfung nach DIN EN 1420: 2016-05 keine steigende Tendenz 13 aufweisen.
5.3.3 Anforderungen an die Trübung und Färbung 22 25a
Die Bestimmung des Parameters Trübung erfolgt nach der DIN EN ISO 7027-1:2016-11 mittels Nephelometrie (Streustrahlung) und des Parameters Färbung nach DIN EN ISO 7887: 2012-04 mittels des Verfahrens C.
Für die Kaltwasserprüfung gelten die Trübungs- und Färbungswerte:
| Trübung < 0,5 FNU Färbung < 10 mg/l Pt | für die 3. Migrationsperiode, bei Verlängerung der Migrationsprüfung die 9. Migrationsperiode |
Für die Warm- und Heißwasserprüfung gilt:
| Trübung < 0,5 FNU Färbung < 10 mg/l Pt | für die 7. Migrationsperiode, bei Verlängerung der Migrationsprüfung die 22. Migrationsperiode |
5.3.4 Schaumbildung
Die Schaumbildung soll augenscheinlich an den Migrationswässern nach DIN EN 1420: 2016-05 beurteilt werden.
Anmerkung: Die Untersuchung auf den Parameter Schaumbildung kann Hinweise auf unerwünschte Stoffübergänge in das Trinkwasser geben.
5.3.5 Anforderungen an den TOC 22 24
Die Migrationswässer werden entsprechend den Vorgaben der DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 hergestellt. Der Parameter TOC wird dabei als nichtflüchtiger organischer Kohlenstoff (NPOC) nach DIN EN 1484: 2019-04 bestimmt.
Für die Abgabe von organischen Substanzen, gemessen als gesamtorganischer Kohlenstoff, gilt für die Kaltwasserprüfung:
| MTCtap TOC = 5 mg/l ctap < MTCtap TOC | für die 3. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 9. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn ctap 2 mg/l in der 3. Migrationsperiode nicht überschritten hat. |
Für die Warm- und Heißwasserprüfung gilt:
| MTCtap TOC = 5 mg/l ctap < MTCtap TOC | für die 7. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 22. Migrationsperiode. Eine Verlängerung der Prüfung ist nur möglich, wenn ctap 2 mg/l in der 7. Migrationsperiode nicht überschritten hat. |
Zusätzlich dürfen die gemessenen Konzentrationen in den Migrationswässern nach DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 keine steigende Tendenz aufweisen. Für die Beurteilung der steigenden Tendenz sind die gemessenen Konzentrationen der Migrationswässer der aufeinanderfolgenden Migrationsperioden heranzuziehen.
Anmerkung: Eine steigende Tendenz der gemessenen TOC-Werte liegt vor, wenn z.B. folgende Kriterien gleichzeitig erfüllt sind:
5.4 Zusatzanforderungen
5.4.1 Zusatzanforderungen an die Migration 21
Die Zusatzanforderungen sind materialspezifisch (siehe Anlagen) festgelegt.
Anmerkung: Bei der Herstellung von organischen Materialien können unbeabsichtigt Stoffe, wie Reaktions- und Abbauprodukte oder Verunreinigungen im Endprodukt enthalten sein. Bekannte Reaktions- und Abbauprodukte sowie Verunreinigungen werden in Form der Zusatzanforderung materialspezifisch geregelt.
Falls der zu überprüfende Parameter der Zusatzanforderung eine Migrationsbeschränkung in Form eines MTCtap-Wertes (vgl. Nummer 6.3.3) ist, muss die Migration nach Nummer 6.3.1 untersucht und hinsichtlich des angegebenen MTCtap-Wertes überprüft werden. Dabei werden die Migrationswässer entsprechend den Vorgaben der DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 hergestellt.
Liegt für einen Parameter keine ausreichend empfindliche Analysenmethode vor, kann die Prüfung mit einem größeren Oberfläche-/Volumen-Verhältnis durchgeführt werden, wenn die zu analysierende Substanz gut wasserlöslich ist (z.B. primäre aromatische Amine).
Anmerkung:
Ist die Wasserlöslichkeit zu gering, findet keine diffusionskontrollierte Migration statt. Die gemessenen Konzentrationen bei der Prüfung mit dem erhöhten Oberfläche-/Volumen-Verhältnis können dann nicht für die Beurteilung der Einhaltung des Prüfwertes herangezogen werden, da die Konzentration dann nur bis zur Löslichkeit der Substanz im Migrationswasser ansteigen kann (Sättigung).
Für die Kaltwasserprüfung gilt:
| ctap < MTCtap | für die 3. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 9. Migrationsperiode. Für die Warm- und Heißwasserprüfung gilt: |
| ctap < MTCtap | für die 7. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 22. Migrationsperiode. |
Zusätzlich dürfen die gemessenen Konzentrationen in den Migrationswässern keine steigende Tendenz aufweisen. Für die Beurteilung der steigenden Tendenz sind die gemessenen Konzentrationen der Migrationswässer der aufeinanderfolgenden Migrationsperioden heranzuziehen.
Anmerkung: Eine steigende Tendenz der gemessenen Konzentrationen für die Parameter der Zusatzanforderungen liegt vor, wenn z.B. folgende Kriterien gleichzeitig erfüllt sind:
5.4.2 Anforderungen an Füllstoffe 20 21 22 24 25a 25a 25a
Für die in den Positivlisten aufgeführten Füllstoffe sind folgende Reinheitsanforderungen einzuhalten:
Die in 0,07 N Salzsäure löslichen Anteile der Füllstoffe, ermittelt nach DIN 53770 14 Teile 1 und 13, dürfen für
| Blei | 0,01 % |
| Arsen | 0,01 % |
| Quecksilber | 0,0005% |
| Cadmium | 0,01 % |
| Antimon | 0,005% |
nicht überschreiten.
Reinheitsanforderungen für Bariumsulfat: Die in 0,07 N Salzsäure löslichen Anteile an Barium, ermittelt nach DIN nach DIN 5377014 Teile 1 und 16 14 dürfen 0,01 % nicht überschreiten. Die wasserlöslichen Bestandteile für Bariumsulfat, ermittelt nach DIN EN ISO 787-3:2001-09 15, dürfen 0,4 % nicht überschreiten.
Alternativ zu den Reinheitsanforderungen an Füllstoffe können die entsprechenden Metallverunreinigungen durch die Analyse der Migrationswässer der jeweiligen Migrationsprüfung des Endproduktes überprüft werden. Als MTCtap der verschiedenen Metallionen gilt 10 % des jeweiligen Grenzwertes der TrinkwV (siehe Anhang 1 der KTW-BWGL).
Neben den gelisteten Füllstoffen können auch Füllstoffe natürlichen Ursprungs mit weiteren Salzen als Verunreinigungen eingesetzt werden, wenn die entsprechenden Anionen als Parameter in der TrinkwV aufgeführt sind. Es gelten für die Anionen die Migrationsbeschränkung von 10 % des Grenzwertes der TrinkwV (vgl. auch Nummer 5.5.2 Buchstabe c).
Beispiel: Fluoride (10 % des Grenzwertes der TrinkwV als Fluorid) 150 µg/l
Keramische Füllstoffe, die nicht in den anzuwendenden materialspezifischen Positivlisten enthalten sind, sind entsprechend der Bewertungsgrundlage für Emails und keramische Werkstoffe 16 zu beurteilen. Die Migrationsanforderungen sind am Endprodukt zu überprüfen.
Zementgebundene Füllstoffe für Beschichtungen sind in der Anlage B Buchstabe B Nummer 3.1.3 (Anlagen) aufgeführt. Für diese Füllstoffe gelten die Anforderungen des DVGW Arbeitsblattes W 347 (Mai 2006): Hygienische Anforderungen an zementgebundene Werkstoffe im Trinkwasserbereich - Prüfung und Bewertung.
Glasfasern, die als verstärkende Füllstoffe eingesetzt werden, müssen der Positivliste der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 entsprechen. Kupplungsagentien, die in Glasfaserschlichten verwendet werden, müssen in einer der Positivlisten der Anlagen A und/oder B, der 4MSI Core List oder Combined List aufgeführt sein. Sind weitere Ausgangsstoffe zur Herstellung der Glasfaserschlichte nicht gelistet, ist sicherzustellen, dass die Anforderungen für die Ausgangsstoffe einschließlich deren Monomere, deren Oligomere und Reaktions- und Abbauprodukte entsprechend der Ausnahmeregelungen in Nummer 5.2.2 Buchstabe a bis f eingehalten werden.
Kohlenstofffasern sind entsprechend der Email/Keramik-Bewertungsgrundlage zu bewerten.
Metallene Fasern müssen den Anforderungen der Metall-Bewertungsgrundlage entsprechen, sofern diese nicht in der entsprechenden Positivliste der KTW-Bewertungsgrundlage ( Anlagen A bis D) einzeln aufgeführt sind.
Synthesefasern werden aus Polymeren versponnen. Die Ausgangsstoffe für die Herstellung der Polymere müssen in der Positivliste der Anlage A aufgeführt sein. Die eingesetzten Additive, Hilfsstoffe und Polymerisationshilfsmittel für die Herstellung und Verarbeitung der Fasern sind entsprechend Nummer 5.2 zu beurteilen.
Gewebe werden durch rechtwinklig gekreuzte Fäden (Kette und Schuss) aus Synthese-, Metall-, Kohle- oder Glasfasern hergestellt. Für die Fasern sind die oben genannten Anforderungen einzuhalten. Werden die einzelnen Fasern im Verbund im Sinne einer verstärkenden Schicht (z.B. Gewebe in gewebeverstärkten Produkten) eingesetzt, gelten darüber hinaus die Anforderungen an mehrschichtig aufgebaute Produkte nach Nummer 5.7.
5.4.3 Anforderungen für Farbmittel 20 21 22 24 25a 25a
Farbmittel sind in den materialspezifischen Positivlisten nicht aufgeführt, sofern diese keine Nanostruktur aufweisen (vgl. Nummer 4.2 Buchstabe f).
Anmerkung 1: Die Farbmittel unterteilen sich in Pigmente und Farbstoffe. Pigmente sind aus festen Teilchen bestehende, unlösliche Farbmittel (entsprechend der DIN EN ISO 18451-1:2019-09, 3.96). Dies können anorganische oder organische Verbindungen sein. Farbstoffe sind im Anwendungsmedium lösliche Farbmittel (entsprechend 3.30 der DIN EN ISO 18451-1: 2019-09).
In der Regel werden bei der Herstellung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser nur Pigmente eingesetzt.
Anmerkung 2: Es wird davon ausgegangen, dass mit den Parametern der Grundanforderung (Färbung und Trübung) ein möglicher Übergang der Farbmittel nachweisbar ist. Aus diesem Grund werden keine weiteren Anforderungen an den Stoffübergang der Farbmittel gestellt. Für Hilfsstoffe, Additive, Verunreinigungen und mögliche Abbauprodukte gilt diese Ausnahme nicht.
Die Farbmittelprodukte (Compounds entsprechend Nummer 3.23.1 sowie Nummer 3.23.2 und Pigmentpräparationen entsprechend Nummer 3.97 der DIN EN ISO 18451-1:2019-09) können weitere Additive und Hilfsstoffe enthalten. Diese müssen in der jeweiligen materialspezifischen Positivliste aufgeführt sein und es gelten die entsprechenden Anforderungen.
Für die Farbmittel gelten folgende Reinheitsanforderungen:
Die in 0,07 N Salzsäure löslichen Anteile dürfen (bezogen auf das Farbmittel) für
Blei 0,01 %
Arsen 0,01 %
Quecksilber 0,005 %
Selen 0,01 %
Barium 0,01 %
Chrom 0,1 %
Cadmium 0,01 %
Antimon 0,05 %
nicht überschreiten.
Die löslichen Anteile werden entsprechend den Vorgaben der DIN 53770: Prüfung von Pigmenten, Bestimmung der salzsäurelöslichen Anteile, Teile 1 oder 16 oder einer vergleichbaren Methode ermittelt.
Alternativ zu den Reinheitsanforderungen an Farbmittel können die entsprechenden Metallverunreinigungen durch die Analyse der Migrationswässer der jeweiligen Migrationsprüfung des Endproduktes überprüft werden. Als MTCtap der verschiedenen Metallionen gilt 10 % des jeweiligen Grenzwertes der TrinkwV (siehe Anhang 1 der KTW-BWGL).
Wenn aus den verwendeten Farbmitteln primäre aromatische Amine als Verunreinigung oder als Reaktions- und Abbauprodukt freigesetzt werden können, gilt ein MTCtap = 0,1 µg/l für die relevanten primären aromatischen Amine. Diese Migrationsbegrenzung ist am Produkt zu überprüfen, das in Kontakt mit Trinkwasser kommt.
Azofarbmittel, die in primäre aromatische Amine zerfallen können, die als mutagene, kanzerogene oder reproduktionstoxische Stoffe der Kategorien 1A und 1B nach Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ( CLP-Verordnung) eingestuft sind, dürfen nicht verwendet werden.
5.5 Rezepturspezifische Einzelstoffanforderungen
5.5.1 Unterschiedliche Anforderungen
Die rezepturspezifischen Einzelstoffanforderungen ergeben sich aus der Prüfung der Anforderungen an die Zusammensetzung nach Nummer 5.2. In Abhängigkeit von den Ausgangsstoffen sind die rezepturspezifischen Einzelstoffanforderungen in Form von
Für einige Substanzen ist sowohl eine Migrationsbeschränkung als auch eine Anforderung an den Restgehalt (QM oder QMA-Wert) angegeben. In diesen Fällen ist jeweils nur eine Beschränkung zu überprüfen. Die Überprüfung der MTCtap sollte bevorzugt werden.
5.5.2 Migrationsbasierte Anforderungen 20 21 24
Sind für bestimmte Ausgangsstoffe Migrationsbeschränkungen in Form von MTCtap-Werten festgelegt, sind diese zu überprüfen.
Für Kunststoffe entsprechend Anlage A gelten die Positivlisten der Verordnung (EU) Nr. 10/2011. Für Stoffe, die in dieser Verordnung mit einem spezifischen Migrationsgrenzwert (SML) belegt sind, gilt
| 1 kg | ||
| MTCtap = |
| SML |
| 20 l |
Für Substanzen mit einer spezifischen Migrationsbegrenzung (SML) in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011, deren SML-Wert multipliziert mit dem Molmassenverhältnis der Kohlenstoffmolmasse der Substanz (MC) zur Gesamtmolmasse (Mgesamt) größer oder gleich 10 mg/kg ist:
| MC | ||
| SML x |
| > 10 mg/kg |
| Mgesamt |
brauchen die migrationsbasierten Anforderungen nicht überprüft zu werden. Die Migrationsbegrenzung ist in diesen Fällen durch die Überprüfung des Parameters TOC der Grundanforderung abgedeckt.
Ist in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 ein SML-Wert mit "nicht nachweisbar" festgelegt, z.B. für Acrylnitril, gilt eine Migrationsbeschränkung MTCtap = 0,1 µg/l für Trinkwasserkontaktmaterialien.
Die Überprüfung der Migrationsbeschränkung kann mit Hilfe
Die ermittelte Konzentration wird nach Nummer 6.3.3 in die am Wasserhahn maximal zu erwartende Konzentration ctap umgerechnet.
Die Anforderungen sind:
Für die Kaltwasserprüfung gilt:
| ctap < MTCtap | für die 3. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 9. Migrationsperiode. Für die Warm- und Heißwasserprüfung gilt: |
| ctap < MTCtap | für die 7. Migrationsperiode; bei Verlängerung der Migrationsprüfung für die 22. Migrationsperiode. |
Zusätzlich dürfen die gemessenen Konzentrationen keine steigende Tendenz aufweisen. Für die Beurteilung der steigenden Tendenz sind die gemessenen Konzentrationen der Migrationswässer der aufeinanderfolgenden Migrationsperioden heranzuziehen.
Anmerkung: Eine steigende Tendenz der gemessenen Konzentrationen für die Parameter der rezepturspezifischen Anforderungen liegt vor, wenn z.B. folgende Kriterien gleichzeitig erfüllt sind:
Liegt für einen Parameter keine ausreichend empfindliche Analysenmethode vor, kann die Prüfung mit einem höheren Oberfläche-/Volumen-Verhältnis durchgeführt werden, wenn die zu analysierende Substanz über eine entsprechende Wasserlöslichkeit verfügt (vgl. 5.4.1)
5.5.3 Maximale Restgehalte
Bei Stoffen mit einer QM- bzw. QMA-Begrenzung ist eine Überprüfung des Restgehaltes des Stoffes im Produkt
erforderlich. Die QM- und QMA-Begrenzungen gelten unabhängig von der Produktgruppe des organischen Materials.
Wenn eine Substanz mit QMA-Begrenzung im Migrationswasser bestimmt werden kann, ist die Überprüfung der Anforderung auch mit Hilfe einer Migrationsprüfung möglich. Hierzu wird mit der Annahme, dass 1 kg Lebensmittel in einem Würfel mit 6 dm2 Oberfläche verpackt wird, ein SML-Wert aus dem QMA-Wert abgeleitet, aus dem wiederum entsprechend Tabelle 1 die MTCtap abgeleitet wird:
MTCtap = 1/20 x QMA x 6 dm2/1 kg
Für einige Ausgangsstoffe ist eine Beschränkung sowohl als MTCtap (abgeleitet entsprechend Nummer 5.5) als auch ein QM- oder QMA-Wert angegeben. In diesen Fällen ist jeweils nur eine Beschränkung zu überprüfen. Die Überprüfung des MTCtap-Wertes ist zu bevorzugen.
5.5.4 Sonstige Anforderungen
Neben den Anforderungen an die Migration oder des Restgehaltes können auch Anforderungen zu Spezifikationen oder Reinheiten des Ausgangsstoffs oder Anwendungsbeschränkungen für den Ausgangsstoff in einem Produkt gestellt werden (vgl. Nummer 4.2).
5.6 Anforderungen hinsichtlich der Förderung der mikrobiellen Vermehrung 22
5.6.1 Unterschiedliche Prüfverfahren 22
Die Prüfung der Produkte hinsichtlich der Förderung der mikrobiellen Vermehrung erfolgt nach DIN EN 16421: 2015-05. Dabei gelten folgende Einschränkungen zur Verwendung der drei in der Norm beschriebenen Verfahren.
Das Verfahren 3 (MDOD-Verfahren) weist im Vergleich zu den anderen Verfahren eine zu hohe Nachweisgrenze auf. Das Verfahren eignet sich nicht, um Produkte zu beurteilen, die mit desinfektionsmittelfreiem Trinkwasser verwendet werden sollen. In Deutschland werden viele Trinkwässer ohne Zugabe von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln verteilt. Aus diesem Grund ist für die Anwendung in Deutschland eine Prüfung nach einem der anderen beiden Verfahren (BPP-Verfahren oder volumetrisches Verfahren) notwendig.
Das BPP-Verfahren (Verfahren 1) eignet sich nicht für die Prüfung von Mehrschichtverbundprodukten (z.B. Rohre oder Schläuche), da damit auch Oberflächen, die normalerweise keinen Kontakt mit Trinkwasser haben, bei der Prüfung im Kontakt mit dem Migrationswasser kommen.
Mehrschichtverbundprodukte (z.B. Rohre oder Schläuche) sind mit dem Verfahren 2 im Prüfmodul für Rohre und Schläuche zu prüfen.
Für Schmierstoffe ist derzeit kein standardisiertes Prüfverfahren verfügbar.
5.6.2 Anforderungen bei Prüfung nach dem Biomasseproduktionspotential (BPP), gemessen als ATP 18 (Verfahren 1) 22
Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
5.6.3 Anforderungen bei der Prüfung nach dem volumetrischen Verfahren (Verfahren 2) 22 24 24 25a 25a 25a
Folgende Anforderungen sind einzuhalten:
Für die Beurteilung der Messwerte gelten die in der Tabelle 4 festgelegten Bedingungen.
Die Zuordnung der Anforderungen M1, M2 und M3 erfolgt abhängig vom Konversionsfaktor Fc der Produkte oder Bauteile und berücksichtigt die wasserberührten Oberflächenanteile entsprechend Tabelle 7. Für die Ermittlung der Produktgruppe und des dazugehörigen Prüfwertes M1, M2 und M3 gelten die Vorgaben im Kapitel 5.1.
Für Ausrüstungsgegenstände aus Elastomeren, die außerhalb der Trinkwasserinstallation eingesetzt werden, gilt der Prüfwert M2, auch wenn der Durchmesser der dazugehörigen Rohre kleiner 80 mm ist.
Tabelle 3: Anforderungen bei Prüfung nach dem Verfahren 2 nach DIN EN 16421 für die verschiedenen Produkte oder Bauteile
| Produktgruppe | FC in d/dm | Anforderungen bei Prüfung nach Verfahren 2 der DIN EN 16421 | ||
| Produkte/Bauteile entsprechend Anlagen A und B | Produkte/Bauteile entsprechend Anlage D | |||
| Rohre | mit ID < 80 mm (ID = Innendurchmesser) | 20 | M1 | M1 |
| mit 80 mm < ID < 300 mm | 10 | M1 | M1 | |
| mit ID > 300 mm | 5 | M1 | M1 | |
| Ausrüstungsgegenstände | für Rohre mit ID < 80 mm | 2 | M1 | M1 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 1 | M1 | M2 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,5 | M1 | M2 | |
| Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,2 | M1 | M2 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 0,1 | M1 | M3 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,05 | M1 | M3 | |
| Kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,02 | M1 | M3 |
| für Rohre mit 80 mm 5 < ID < 300 mm | 0,01 | M1 | M3 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,005 | M1 | M3 | |
| Behälter und Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil > 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l einschließlich Reparatursysteme | 4 | M1 | M1 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l einschließlich Reparatursysteme | 2 | M1 | M1 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 1 | M1 | M1 | |
| Bauteile von Behältern mit einem wasser- berührten Oberflächenanteil < 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,4 | M1 | M2 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l | 0,2 | M1 | M2 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation | 0,1 | M1 | M2 | |
| Kleinflächige Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Wasservolumen Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,04 | M1 | M3 |
| in der Trinkwasser-Installation > 10 l | 0,02 | M1 | M3 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 0,01 | M1 | M3 | |
Tabelle 4: Bewertung der Prüfergebnisse des Verfahrens 2 nach DIN EN 16421: 2015-05
| Anforderung | Angaben der Messergebnisse des Verfahrens 2 nach DIN EN 16421 | ||||||
| 1a | 1b | 1c | 1d optional | 2a | 2b optional | 3a | |
| M1 | Alle Werte 5 (0,05 ± 0,02) ml/800 cm2 | ||||||
| M2 | Wenn 1a > 1b, wird 1a nicht zur Bewertung herangezogen | Alle Werte < (0,12 ± 0,03) ml/800 cm2, dabei 1c < 1b und 3a < 2a | |||||
| optional | Wenn 1a < 1b und 1a < (0,12 + 0,03) ml/800 cm2 | Wenn 1b > 1c, wird 1b nicht zur Bewertung herangezogen | Alle Werte < (0,12 ± 0,03) ml/800 cm2, dabei 1d < 1c und 2b 5 2a und 3a < 2a | ||||
| M3 | Wenn 1a > 1b, wird 1a nicht zur Bewertung herangezogen | Alle Werte < (0,20 ± 0,03) ml/800 cm2, dabei 1c < 1b und 3a < 2a | |||||
| optional | Wenn 1a < 1b und 1a < (0,20 + 0,03) ml/800 cm2 | Wenn 1b > 1c, wird 1b nicht zur Bewertung herangezogen | Alle Werte < (0,20 ± 0,03) ml/800 cm2, dabei 1d < 1c und 2b < 2a und 3a < 2a | ||||
Anmerkung: Eine steigende Tendenz der zu betrachtenden Messwerte entsprechend der Tabelle 4 für die Anforderung M2 oder M3 liegt vor, wenn die Differenz der zu beurteilenden Messwerte > 0,06 ml/800 cm2 ist.
Legende zur Tabelle 4:
1a Ergebnis für den monatlich geernteten Biofilm nach 4 Wochen
1b Ergebnis für den monatlich geernteten Biofilm nach 8 Wochen
1c Ergebnis für den monatlich geernteten Biofilm nach 12 Wochen
1d (optional) Ergebnis für den monatlich geernteten Biofilm nach 16 Wochen
2a Ergebnis für den 2-monatlich geernteten Biofilm nach 8 Wochen
2b (optional) Ergebnis für den 2-monatlich geernteten Biofilm nach 16 Wochen
3a Ergebnis für den 3-monatlich geernteten Biofilm nach 12 Wochen
5.7 Anforderungen an mehrschichtig aufgebaute Produkte 20 21 22 24 25a
Mehrschichtig aufgebaute Produkte sind aus verschiedenen Schichten/Lagen aufgebaut, die fest miteinander verbunden sind.
Zusammengesetzte Produkte werden in ihre Komponenten/Bauteile getrennt und materialspezifisch auf ihre trinkwasserhygienische Eignung beurteilt. Dies ist bei mehrschichtig aufgebauten Produkten nicht möglich.
Die einzelnen Schichten eines mehrschichtig aufgebauten Produktes sind materialspezifisch entsprechend der Anlagen dieser Bewertungsgrundlage zu beurteilen. Es sind die Migrationsbeschränkungen aller Schichten zu beurteilen. Ausnahmen bilden mehrschichtig aufgebaute Produkte mit einer totalen Barriere. In diesem Fall sind nur die dem Trinkwasser zugewandten Schichten zu beurteilen. Die totale Barriere selbst ist als Material nicht zu beurteilen.
Es kann sein, dass die Schichten eines Produktes aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die Zusammensetzung der einzelnen Schichten muss der jeweiligen materialspezifischen Positivliste entsprechen.
Beispiel 1: Ein Schlauch, wie er typischerweise zur Versorgung mit Trinkwasser auf Volksfesten verwendet wird, hat folgenden Aufbau: Kunststoff-Inliner, Klebstoff, gewebeverstärktes Elastomer.Die mit dem Trinkwasser in Kontakt kommende Schicht ist ein Kunststoff-Inliner und entsprechend Anlage A zu beurteilen. Die Gummierung der äußeren Schicht des Schlauches ist entsprechend Anlage D Elastomere und die Gewebeverstärkung ist entsprechend 5.4.2 und der Anlage A zu beurteilen. Der Klebstoff, der beide Schichten verbindet, wird abhängig von der chemischen Struktur (beispielsweise entsprechend der Anlage B) beurteilt.
Beispiel 2: Kunststoffrohre mit einer organischen Sauerstoffsperrschicht können folgenden Aufbau haben: Kunststoff-Inliner aus PE-X oder PE-RT, Klebstoff auf Basis PE-LLD, Sauerstoffsperrschicht aus EVOH und eventuell weiteren Polyolefin-Außenschichten. In diesem Fall sind alle Schichten entsprechend Anlage A Kunststoffe zu beurteilen
Beispiel 3: Gummierte metallene Produkte benötigen einen Haftvermittler.
Der Haftvermittler muss entsprechend der Anlagen A oder B beurteilt werden.
Die Gummierung des Produktes muss den Anforderungen der Anlage D entsprechen.
Die Überprüfung der Migrationsbeschränkungen der direkt mit dem Trinkwasser in Kontakt kommenden Schicht erfolgt entsprechend 6.3.
Für die Überprüfung der Migrationsbeschränkungen der nicht direkt mit dem Trinkwasser in Kontakt kommenden Schicht gibt es folgende Möglichkeiten:
Anmerkungen: Es ist zu beachten, dass eine Lagerung von mindestens 30 Tagen bei Raumtemperatur des mehrschichtig aufgebauten Produktes notwendig ist, um eine Verteilung der zu betrachtenden Migranten im Produkt zu erhalten. Auch bei Produkten, die nur mit Kaltwasser eingesetzt werden, kann als eine Option die verlängerte Warmwasserprüfung durchgeführt werden, um nachzuweisen, dass die Migrationsbegrenzungen von Ausgangsstoffen aus den hinteren Schichten eingehalten werden.
Bei Anwendungen im Heißwasserbereich ist die verlängerte Heißwasserprüfung anstelle der Warmwasserprüfung durchzuführen.
Bei der Migrationsprüfung ist darauf zu achten, dass bei der Warmwasser-/Heißwasserprüfung keine Extraktion von Stoffen aus den Materialien stattfindet.
Für Rohre oder Fittings mit einer farbigen Kennzeichnung beispielsweise in Streifenform, die ausschließlich im Kaltwasser eingesetzt werden, ist die Kaltwasserprüfung mit den entsprechenden Parametern ausreichend, wenn für die äußere Schicht eine trinkwasserhygienische Eignung vorliegt. Diese kann an einem stellvertretenden Prüfkörper (z.B. Prüfplatte), der aus dem Vorprodukt (Granulat) hergestellt wurde, nachgewiesen werden. Außerdem können Substanzen mit Nanostruktur eingesetzt werden, da davon auszugehen ist, dass diese nicht durch die Polymerschichten diffundieren.
6 Prüfung
6.1 Rezepturbewertung 21 22 24 25a
Für die Rezepturbewertung sind folgende Informationen notwendig:
Mit der Rezepturbewertung ist festzustellen, ob die Anforderungen an die Zusammensetzung ( Nummer 5.2) erfüllt sind. Dabei ist auch zu überprüfen, ob die Verwendungsbeschränkungen, z.B. hinsichtlich der technologischen Funktion und Spezifikationen der gelisteten Stoffe, eingehalten sind. Für die Bewertung der Reinheit der Ausgangsstoffe müssen die folgenden Verunreinigungen bekannt sein:
Liegen für bestimmte Ausgangsstoffe keine Informationen zur Reinheit bzw. zu möglichen Verunreinigungen vor, beispielsweise eine Erklärung zur Reinheit durch den Hersteller, ist eine gesonderte Bestimmung der Reinheit des Stoffes mit den relevanten Verunreinigungen notwendig.
Werden polymere Ausgangsstoffe mit der Spezifikation "Molmasse > 1000 Da" in der entsprechenden Positivliste oder polymere Ausgangsstoffe entsprechend Nummer 5.2.2 Buchstabe e eingesetzt, so sind zusätzlich der anzugebenden Verunreinigungen auch Informationen zur Molekulargewichtsverteilung und den Anteilen der Oligomere mit Molekülmassen unter 1000 Da notwendig.
Für die Rezepturbewertung von mehrschichtig aufgebauten Produkten erfolgt die Rezepturbewertung für jede Schicht einzeln.
Für mehrschichtig aufgebaute Produkte mit einer Barriere gelten die Vorgaben in Nummer 5.7.
Mit der Rezepturbewertung wird auch festgelegt, welche Parameter in der Migrationsprüfung (vgl. Nummer 6.3) oder weiteren Prüfungen zu bestimmen sind. Dies sind:
6.2 Anforderungen an die Prüfkörper 22
Es ist das tatsächliche Produkt aus einem Material bzw. das mehrschichtig aufgebaute Produkt zu prüfen.
Bei Produkten und Bauteilen, von denen ein geringeres Risiko ausgeht, sind auch Prüfungen von speziellen Prüfkörpern möglich (siehe Tabelle 2). In diesen Fällen muss sichergestellt werden, dass die Prüfkörper in ihrer Zusammensetzung und Herstellung den tatsächlich gefertigten Produkten entsprechen. Dies ist im Prüfbericht nachvollziehbar zu hinterlegen. Die Dicke des Materials beeinflusst die Migration und ist bei der Auswahl der Geometrie des Prüfkörpers zu beachten. Aus diesem Grund sind Folien als Prüfkörper nicht geeignet. Die Übereinstimmung des Materials der Prüfkörper mit dem Material der tatsächlichen Bauteile sollte mit einer Identitätsprüfung überprüft werden.
Bei der Auswahl der zu prüfenden Prüfkörper sind die Vorgaben der Normen DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 und DIN EN 1420: 2016-05 sowie DIN EN 16421: 2015-05 zu beachten. Der Prüfkörper sollte eine im Vergleich zu den tatsächlichen Produkten hohe Stoffabgabe aufweisen (z.B. ist dies bei Rohren mit unterschiedlichen Durchmessern das Rohr mit dem kleinsten Durchmesser).
Bei Beschichtungen soll das Trägermaterial dem der Anwendung der Beschichtung in der Praxis entsprechen und in der Applikationsvorschrift vorgesehene Untergrundbehandlungen (z.B. Primer, unterliegende Schichten) sind auch bei den Prüfkörpern anzuwenden. Es gelten die Anforderungen für mehrschichtig aufgebaute Produkte (vgl. Nummer 5.7). Als Prüfkörper für Beschichtungen zur Rohrinnensanierung sind beschichtete Rohre zu verwenden.
Anmerkung: Bei der Konformitätsbestätigung hat die Zertifizierungsstelle besonders die Auswahl der Prüfkörper zu beachten. Diese müssen den auf den Markt gelangenden Produkten in ihren Eigenschaften entsprechen (siehe auch Empfehlung zur Konformitätsbestätigung).
6.3.1 Durchführung der Migrationsprüfung 20 21 24 25a
Die Migrationsprüfung erfolgt nach den Normen DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02. Die Migrationsprüfung zur Bestimmung des Geruchsschwellenwertes, der Färbung, der Trübung und der Neigung zur Schaumbildung erfolgt nach DIN EN 1420: 2016-05. Entsprechend dem Anwendungsbereich des Produktes ist die Migrationsprüfung als Kaltwasserprüfung bei 23 °C ± 2 °C (alle Produkte) und eventuell als Warmwasserprüfung 60 °C ± 2 °C (Produkte der Trinkwasser-Installation) oder Heißwasserprüfung 85 °C ± 2 °C (spezielle Heißwasseranwendungen) durchzuführen. Die Prüfung von Membranen erfolgt nach der DIN EN 12873-1: 2014-09. Bei der Prüfung wird nur die äußere wasserberührte Oberfläche der Membran als Kontaktfläche mit dem Trinkwasser berücksichtigt.
Die Prüfung von Filtermembranen erfolgt nach der DIN EN 12873-1: 2014-09. Bei der Prüfung wird nur die äußere Oberfläche der Filtermembran als Kontaktfläche mit dem Trinkwasser berücksichtigt.
Unabhängig vom Anwendungsbereich des Produktes ist grundsätzlich immer eine Kaltwasserprüfung durchzuführen. Den Produktgruppen werden die Prüfbedingungen in Tabelle 5 zugeordnet.
Die Heißwasserprüfung deckt die Anwendung der Produkte im Warmwasserkontakt ab, eine zusätzliche Warmwasserprüfung ist nicht notwendig.
Es gilt die folgende Präzisierung der genormten Prüfungen:
Für die Prüfung nach DIN EN 12873-1: 2014-09, DIN EN 12873-2: 2022-02 und DIN EN 1420: 2016-05 ist ungechlortes Prüfwasser zu verwenden.
Die entsprechend den Normen für die Prüfung einzustellenden Oberfläche-/Volumenverhältnisse sind in der Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5: O/V-Verhältnis für die Prüfungen 22 24
| Prüfansatz Einsatzbereich | Migration nach DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 bei 23 °C / 60 °C / 85 °C | Geruch, Färbung, Trübung, Neigung zur Schaumbildung nach DIN EN 1420: 2016-05 bei 23 °C / 60 °C / 85 °C |
| Rohre ID < 80 mm | O/V > 5 dm-1 (füllen) | O/V > 5 dm-1 (füllen) |
| Rohre 80 mm g ID < 300 mm | O/V > 5 dm-1 (füllen oder füllen mit Einstellzylinder oder von Rohrsegmenten) | O/V > 2,5 dm-1 (füllen oder füllen mit Einstellzylinder oder von Rohrsegmenten) |
| Rohre ID > 300 mm | O/V > 5 dm-1 (füllen mit Einstellzylinder oder von Rohrsegmenten oder eintauchen von speziellen Prüfkörpern) | O/V = 2,5 dm-1 (füllen mit Einstellzylinder oder von Rohrsegmenten oder eintauchen von speziellen Prüfkörpern) |
| Ausrüstungsgegenstände und deren Bauteile | O/V > 5 dm-1 (eintauchen der Produkte oder von speziellen Prüfkörpern) | O/V = 1,5 dm-1 (eintauchen der Produkte oder von speziellen Prüfkörpern) |
| Dichtungen, Schmierstoffe | O/V > 5 dm-1 (eintauchen der Produkte oder von speziellen Prüfkörpern) | O/V = 0,2 dm-1 (eintauchen der Produkte oder von speziellen Prüfkörpern) |
| Behälter, Reparatursysteme | O/V > 5 dm-1 (eintauchen von speziellen Prüfkörpern) | O/V > 2,5 dm-1 (eintauchen von speziellen Prüfkörpern) |
Es werden mindestens zwei gleiche Prüfkörper im Versuchsansatz verwendet und ein Blindversuch durchgeführt. Es werden Mischproben aus den Migrationswässern der parallelen Versuchsansätze untersucht.
Die zur Analyse vorgesehenen Migrationswässer sind auf die Parameter zu untersuchen, die sich aus den Grundanforderungen, Zusatzanforderungen und rezepturspezifischen Einzelstoffanforderungen sowie den nicht gelisteten Ausgangsstoffen für die vorgesehene Produktgruppe ergeben. In Tabelle 5 und Tabelle 6 sind die zu untersuchenden Migrationswässer spezifiziert.
Die Prüfung dauert zehn Tage (Kaltwasserprüfung: drei Migrationsperioden, Warm- bzw. Heißwasserprüfung: sieben Migrationsperioden).
Anmerkung: Im Unterschied zu DIN EN 12873-1:2014-09, DIN EN 12873-2:2005-04 und DIN EN 1420:2016-05 ist die Warm- und Heißwasserprüfung grundsätzlich auf sieben Migrationsperioden verlängert. Der Grund hierfür ist, dass die Untersuchung der ersten drei Migrationsperioden bei der Warm- und der Heißwasserprüfung in der Regel nicht ausreicht, um die Einstellung des Gleichgewichts zwischen der Materialoberfläche und dem Prüfwasser zu erreichen. Die beurteilungsrelevante Migrationsperiode ist daher nach zehn Tagen Kontaktzeit festgelegt. Damit entspricht die Dauer der Warm- bzw. Heißwasserprüfung der Dauer der Kaltwasserprüfung.
Die Prüfung kann entsprechend Tabelle 6 und Tabelle 7 für eine verlängerte Prüfdauer durchgeführt werden, wenn die Anforderungen (siehe die Nummern 5.3, 5.4, 5.5) nicht eingehalten werden.
Tabelle 6: Migrationszyklen der Kaltwasserprüfung
| Woche | Migrationszyklus | Gesamtkontaktzeit in Tagen | Ende der Migrationsperiode | Kontaktzeitraum in Tagen pro Migration | Analyse |
| 1 | Vorbehandlung | 1 | Dienstag | 1 | Nein |
| 1 | 1 | 4 | Freitag | 3 | G, Z, R, N |
| 2 | 2 | 7 | Montag | 3 | G, Z, R, N |
| 2 | 3 | 10 | Donnerstag | 3 | G, Z, R, N |
| 3 | 4 | 14 | Montag | 4 | Nein |
| 3 | 5 | 17 | Donnerstag | 3 | (G), (Z), (R), (N) |
| 4 | 6 | 21 | Montag | 4 | Nein |
| 4 | 7 | 24 | Donnerstag | 3 | (G), (Z), (R), (N) |
| 5 | 8 | 28 | Montag | 4 | Nein |
| 5 | 9 | 31 | Donnerstag | 3 | (G), (Z), (R), (N) |
Tabelle 7: Migrationszyklen der Warm- oder Heißwasserprüfung
| Woche | Migrationszyklus | Gesamtkontaktzeit in Tagen | Ende der Migrationsperiode | Kontaktzeitraum in Tagen pro Migration | Analyse |
| 1 | Vorbehandlung | 1 | Dienstag | 1 | Nein |
| 1 | 1 | 2 | Mittwoch | 1 | G, Z, R, N |
| 1 | 2 | 3 | Donnerstag | 1 | G, Z, R, N |
| 1 | 3 | 4 | Freitag | 1 | G, Z, R, N |
| 2 | 4 | 7 | Montag | 3 | Nein |
| 2 | 5 | 8 | Dienstag | 1 | Nein |
| 2 | 6 | 9 | Mittwoch | 1 | Nein |
| 2 | 7 | 10 | Donnerstag | 1 | G, Z, R, N |
| 2 | 8 | 11 | Freitag | 1 | Nein |
| 3 | 9 | 14 | Montag | 3 | Nein |
| 3 | 10 | 15 | Dienstag | 1 | Nein |
| 3 | 11 | 16 | Mittwoch | 1 | Nein |
| 3 | 12 | 17 | Donnerstag | 1 | (G), (Z), (R), (N) |
| 3 | 13 | 18 | Freitag | 1 | Nein |
| 4 | 14 | 21 | Montag | 3 | Nein |
| 4 | 15 | 22 | Dienstag | 1 | Nein |
| 4 | 16 | 23 | Mittwoch | 1 | Nein |
| 4 | 17 | 24 | Donnerstag | 1 | (G), (Z), (R), (N) |
| 4 | 18 | 25 | Freitag | 1 | Nein |
| 5 | 19 | 28 | Montag | 3 | Nein |
| 5 | 20 | 29 | Dienstag | 1 | Nein |
| 5 | 21 | 30 | Mittwoch | 1 | Nein |
| 5 | 22 | 31 | Donnerstag | 1 | (G), (Z), (R) ), (N) |
Für die Untersuchungen der Migrationswässer sind grundsätzlich validierte Analysenverfahren anzuwenden. Gibt es für einen bestimmten Stoff gegenwärtig noch keine solche Methode, kann eine Analysenmethode mit einer geeigneten Empfindlichkeit, die die Bestimmung der ausgewiesenen Konzentration ermöglicht, angewendet werden. Steht keine Analysenmethode für einzelne Stoffe zur Verfügung, ist eine Abschätzung der Migration für diesen Stoff durchzuführen, z.B. Berechnung des vollständigen Übergangs oder Modellierung (vgl. Nummer 6.3.2).
Wenn bei der Prüfung von Rohren größerer Dimensionen (als der mit dem kleinsten Durchmesser) die normierte Konzentration ctap die MTCtap überschreitet und gleichzeitig die gemessene Konzentration cgemessen die doppelte MTCtap nicht überschreitet, kann der Nachweis der Einhaltung der Anforderungen an einem Rohr mit größerem O/V-Verhältnis wiederholt werden.
6.3.2 Modellierung
Anstatt der experimentellen Untersuchung kann die Migration für die rezepturspezifischen Einzelstoffanforderungen auch mit Hilfe der Modellierungsleitlinie 19 abgeschätzt werden.
Die Voraussetzung hierfür ist, dass in der Modellierungsleitlinie die material- oder produktspezifischen Kennwerte zur Modellierung aufgeführt sind.
Zusätzlich ist die Bestimmung der Konzentration des betreffenden Stoffes in dem zu bewertenden Produkt (co) notwendig. Alternativ kann co aus der Einsatzmenge berechnet werden, sofern sich die Substanz bei der Herstellung und der Verarbeitung des Produktes nicht verändert.
Die Modellierung muss die jeweiligen Prüfbedingungen (Prüftemperatur und Prüfzyklus) (vgl. Nummer 6.3.1) berücksichtigen. Dabei wird für die Berechnung der Migration der folgenden Prüfperiode das Konzentrationsprofil der vorherigen Prüfperiode verwendet. Dies ist in der Modellierungsleitlinie ausführlich beschrieben.
Wenn für ein Produkt das Ergebnis der Modellierung den Anforderungen nicht entspricht, kann der Nachweis trotzdem noch durch experimentelle Prüfung erfolgen. Die Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen sind höher zu gewichten als die der Modellierung.
6.3.3 Berechnung der am Wasserhahn zu erwartenden Konzentration (ctap) 20 22 24
Die am Wasserhahn maximal zu erwartende Konzentration (ctap) unterscheidet sich für die verschiedenen Produktgruppen entsprechend den in Tabelle 8 angegebenen Konversionsfaktoren Fc:
Mit:
| Fc: | Konversionsfaktor nach Tabelle 7 |
| cgemessen: | In dem Migrationswasser nach DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 gemessene oder nach Nummer 6.3.2 abgeschätzte Konzentration |
| O/V: | Verhältnis benetzte Oberfläche zu Wasservolumen nach DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2:2005-04 entsprechend dem Prüfansatz |
| t: | Dauer der Migrationsperiode nach DIN EN 12873-1: 2014-09 oder DIN EN 12873-2: 2022-02 |
In der Tabelle 8 werden die Produktgruppen Rohre, Behälter und Ausrüstungsgegenstände unterschieden, wobei die Anforderungen in Abhängigkeit vom Einsatzort innerhalb des Wasserverteilungssystems weiter abgestuft werden. Die Produktgruppen der Ausrüstungsgegenstände und der Dichtungen werden den entsprechenden Rohrdimensionen zugeordnet.
Für die Ermittlung der Produktgruppe von Bauteilen müssen die wasserberührten Oberflächenanteile von Bauteilen aus dem gleichen Basispolymer aufsummiert werden (siehe Nummer 5.1).
Tabelle 8: Produktgruppen mit den dazugehörigen Konversionsfaktoren 20 21 22
| Produktgruppe | Konversionsfaktor FC in d/dm | |
| Rohre | mit ID < 80 mm (ID = Innendurchmesser) | 20 |
| mit 80 mm < ID < 300 mm | 10 | |
| mit ID > 300 mm | 5 | |
| Ausrüstungsgegenstände | für Rohre mit ID < 80 mm | 2 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 1 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,5 | |
| Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,2 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 0,1 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,05 | |
| Kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand | für Rohre mit ID < 80 mm | 0,02 |
| für Rohre mit 80 mm < ID < 300 mm | 0,01 | |
| für Rohre mit ID > 300 mm | 0,005 | |
| Behälter und Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil > 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l einschließlich Reparatursysteme | 4 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l einschließlich Reparatursysteme | 2 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 1 | |
| Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,4 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l | 0,2 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation | 0,1 | |
| Kleinflächige Bauteile von Behältern mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Behälter | in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen < 10 l | 0,04 |
| in der Trinkwasser-Installation Wasservolumen > 10 l | 0,02 | |
| außerhalb der Trinkwasser-Installation einschließlich Reparatursysteme | 0,01 | |
| Produkte mit einem vernachlässigbaren Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit | Spezielle Produkte für Behälter und die Verteilung außerhalb der Trinkwasser-Installation (siehe Tabelle 8) z.B. Montagehilfsmittel und Dichtpasten für Hanf | < 0,005 |
Durch die Eingruppierung der Produkte oder Bauteile in die entsprechende Produktgruppe ergibt sich nach Tabelle 7 der dazugehörige Konversionsfaktor Fc. Mit dem Konversionsfaktor wiederum wird entsprechend der Tabelle 2 die entsprechende Risikogruppe festgelegt.
6.3.4 Prüfbericht
Die Prüfberichte sind entsprechend den Vorgaben der DIN EN 12873-1: 2014-09, DIN EN 12873-2: 2022-02 und DIN EN 1420: 2016-05 anzufertigen. Aus den Angaben des Prüfberichtes muss insbesondere eindeutig hervorgehen, welche Produkte durch den Prüfbericht erfasst werden.
6.4 Prüfung der Förderung des mikrobiellen Wachstums 24
Die Prüfung der Förderung der mikrobiellen Vermehrung wird oft unabhängig von der Migrationsprüfung des Produktes durchgeführt. Der Prüfbericht muss Informationen enthalten, welche Produkte mit dieser Prüfung erfasst und beurteilt wurden.
Es ist ein Prüfbericht nach den Vorgaben der DIN EN 16421:2015-05 zu erstellen.
Für Schmierstoffe ist derzeit kein standardisiertes Prüfverfahren bekannt, um die Prüfung zur Förderung der mikrobiellen Vermehrung durchzuführen.
7 Inkrafttreten
Diese Bewertungsgrundlage tritt am Tag der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.
| Migrationsbeschränkungen für Metalle | Anhang 1 20 22 24 24 25a |
In der folgenden Tabelle werden die akzeptierten Metalle (in Ionenform) mit ihren Migrationsbeschränkungen aufgeführt. Wird für gelistete Substanzen die Ausnahmeregelung entsprechend Nummer 5.2.2 Buchstabe c angewandt, sind die entsprechenden Migrationsbeschränkungen der Tabelle 9 für die Metallionen und Ammonium einzuhalten.
Werden nicht gelistete Katalysatoren verwendet, die aus Metall-Liganden-Komplexen bestehen, sind die in der Tabelle 9 relevanten Migrationsbeschränkungen für die Ionen einzuhalten. Für die dazugehörigen Liganden gilt die Ausnahmeregelung Nummer 5.2.2 Buchstabe b.
Tabelle 9: Migrationsbeschränkungen für Metalle und Ammonium
| Elemente oder Ionen | Referenzen | MTCtap [µg/l] | Parameter entsprechend 5.2.2 l) Katalysatoren | Parameter entsprechend 5.4.2 und 5.4.3 | |
| Aluminium | Al | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 20 | X | |
| Ammonium | NH4+ | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 50 | X | |
| Antimon | Sb | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 0,5 | X | X |
| Arsen | As | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 1,0 | trifft nicht zu | X |
| Barium | Ba | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 50 | X | X |
| Bismut | Bi | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 0,1 | X | |
| Blei | Pb | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 1,0/0,5 3 | trifft nicht zu | X |
| Bor | B | 10 % des WHO-Leitwertes | 150 | X | |
| Cadmium | Cd | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 0,3 | trifft nicht zu | X |
| Calcium | Ca | Keine Anforderung notwendig | X | ||
| Cerium | Ce | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 4,0 | X | |
| Chrom | Cr | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 5,0 | X | X |
| Kobalt | Co | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Kupfer | Cu | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 200 | X | |
| Europium | Eu | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Gadolinium | Ga | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Hafnium | Hf | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 0,1 | X | |
| Eisen | Fe | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 20 | X | |
| Lanthan | La | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Lithium | Li | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 30 | X | |
| Magnesium | Mg | Keine Anforderung notwendig | X | ||
| Mangan | Mn | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 5,0 | X | |
| Molybdän | Mo | 10 % des WHO-Leitwertes | 7,0 | X | |
| Kalium | K | Keine Anforderung notwendig | X | ||
| Praseodym | Pr | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 0,1 | X | |
| Natrium | Na | Keine Anforderung notwendig | X | ||
| Nickel | Ni | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 2,0 | X | |
| Quecksilber | Hg | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 0,1 | trifft nicht zu | X |
| Selen | Se | 10 % des Grenzwertes der TrinkwV | 1,0 | trifft nicht zu | X 4 |
| Strontium | Sr | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 210 | X | |
| Terbium | Tb | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Zinn organisch | Sn | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 0,3 | X | |
| Titan | Ti | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 14,0 | X | |
| Wolfram | W | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 2,5 | X | |
| Vanadium | V | 2,5 | X | ||
| Yttrium | Y | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 3,5 | X | |
| Zink | Zn | 1/20 SML der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | 250 | X | |
| Zirkonium | Zr | UBA (https://www.umweltbundesamt.de/dokument/begruendung-pruefwerte-bewertungsgrundlage-fuer) | 1,0 | X | |
| 3) ab 12.01.2028 4) ausschließlich Farbmittel | |||||
| Beispielhafte Übersicht der verschiedenen Produkte in der Produktgruppe | Anhang 2 20 22 24 |
Tabelle 10 enthält typische Produkte oder Bauteile für die jeweiligen Produktgruppen (siehe Tabelle 8). Für die Zuordnung der Bauteile von zusammengesetzten Produkten in die Produktgruppen sind die tatsächlichen wasserberührten Oberflächenanteile der einzelnen Bauteile zu berücksichtigen. Dabei sind die Oberflächenanteile von Bauteilen aus den gleichen Basispolymeren aufzusummieren (vgl. Nummer 5.1).
Tabelle 10: Zuordnung der Produkte zu den Produktgruppen 20 21 22
| Produktgruppe | Produkte |
| Rohre (P1 20): | Rohre und Schläuche
Rohrauskleidungen, Rohrbeschichtungen Rohre aus Verbundwerkstoffen Klebstoffe für mehrschichtig aufgebaute Schläuche Klebstoffe für Inliner Schläuche in der Trinkwasser-Installation (außer Wasch- und Spülmaschinenanschlussschläuche) Schläuche für den zeitweilig befristeten Transport von Trinkwasser |
| Ausrüstungsgegenstände (P1): | Ventile
Hähne Zähler Fittings Filtergehäuse für Filter in der Trinkwasser-Installation Zuleitungskabel (z.B. für Unterwasser-Pumpen) Auskleidungen von Schiebergehäusen Membrane für Ausdehnungsgefäße (ID < 80 mm) Beschichtungen und Imprägnierharze für Ausrüstungsgegenstände Anschlussschläuche für Waschmaschinen und Spülmaschinen Membranen zur Aufbereitung von Trinkwasser in Wasserwerken und in der Trinkwasser-Installation Kompensatoren in Durchgangsform und im Seitenanschluss Gummierte Ausrüstungsgegenstände (Gehäuse, Keilschieber, Klappen usw.) |
| Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 10 % im Ausrüstungsgegenstand (P2): | Dichtungen für Rohre und Schläuche
Dichtungen für Ausrüstungsgegenstände Klebstoffe für Rohre und Schläuche zum Verbinden, Klebstoffe für Ausrüstungsgegenstände sonstige Bauteile Gleitlacke von Dichtungen Armierungsringe Membrane von Druckminderern Manschetten Profildichtungen (eingelegte oder umlaufende Dichtungen für Schieber und Keile) Schmierstoffe für Sanitärarmaturen |
| Kleinflächige Bauteile von Ausrüstungsgegenständen mit einem wasserberührten Oberflächenanteil < 1 % im Ausrüstungsgegenstand (P3): | Dichtungen sonstige Bauteile
Dichtungsbänder aus PTFE |
| Behälter (P1): | Behälter und Behälterauskleidungen/-beschichtungen im Trinkwasser-Versorgungssystem aus Kunststoffen
Behälter in der Trinkwasser-Installation und deren Beschichtungen Behälter in Wasserwerken und deren Beschichtungen Reparatursysteme für Behälter im Wasserwerk Elastomerbahnen |
| Reparatursysteme für Behälter mit 1/100 der Oberfläche des Behälters (P3): | Rissverpressungsmittel |
| Produkte mit einem vernachlässigbaren Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit (P4) | Bauteile mit einem wasserberührten Oberflächenanteil von < 0,1 % im Ausrüstungsgegenstand außerhalb der Trinkwasser-Installation oder im Behälter außerhalb der Trinkwasser-Installation
Befestigungssysteme von Ringankern in Trinkwasserbehältern, die keinen direkten Kontakt mit dem Trinkwasser haben. Montagehilfsmittel, Gewindepasten Dübelsysteme inklusive chemischer Dübel (Patrone oder Injektionsmasse) für Verbundanker in Trinkwasserbehältern, Montagehilfsmittel, Dichtpasten für Hanf |
| Kunststoffe | Anlage A 20 25a |
Als Kunststoffe werden (gemäß DIN EN ISO 472:2013-06 und DIN EN ISO 472/A1:2019-03) Materialien bezeichnet, deren wesentliche Bestandteile aus solchen makromolekularen organischen Verbindungen bestehen, die synthetisch oder durch Abwandeln von Naturprodukten hergestellt werden. Sie sind in vielen Fällen unter bestimmten Bedingungen (Wärme und Druck) schmelz- und formbar. Kunststoffe sind organische Materialien, die hauptsächlich aus Polymeren mit einem hohen Molekulargewicht bestehen. Diese Polymere sind makromolekulare Stoffe, die durch Polymerisationsverfahren, wie Polyaddition, Polykondensation oder ähnliche Verfahren, aus Monomeren sowie anderen Ausgangsstoffen hergestellt werden. Nicht unter diesen Anwendungsbereich fallen organische Beschichtungen, Elastomere, Schmierstoffe und Silikone. Klebstoffe, deren Basispolymer den Kunststoffen entspricht (vgl. Beispiel 2 in Nummer 5.7), und Membrane fallen in den Anwendungsbereich der Anlage A.
Neben den aus den Monomeren gebildeten Polymeren als Hauptstrukturbestandteil können auch Additive in Kunststoffen enthalten sein, die für bestimmte Eigenschaften während des Produktionsprozesses oder im Endprodukt sorgen.
Außerdem können Polymerisationshilfsmittel ("Aids to Polymerisation (AtP)") im Kunststoff enthalten sein. Sie initiieren die Polymerisation und/oder kontrollieren die Bildung der makromolekularen Struktur (z.B. Katalysatoren, Beschleuniger) und werden in sehr geringen Mengen eingesetzt. Sie können zwar im Endprodukt vorhanden sein, sind aber nicht dafür bestimmt.
Hilfsstoffe ("Polymer Production Aids (PPA)") werden bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. Sie haben nur eine Funktion im Herstellungsprozess und sind nicht dazu bestimmt, im Endprodukt eine Wirkung zu haben. Sie können dennoch im Endprodukt vorhanden sein.
Im Lebensmittelrecht werden die Anforderungen an die Herstellung von Materialien und Gegenständen aus Kunststoff in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, geregelt. Die dort gelisteten Ausgangsstoffe können auch für die Herstellung von Kunststoffprodukten, die für den Kontakt mit Trinkwasser vorgesehen sind, eingesetzt werden.
A 1.2 Vernetzte Kunststoffe
Vernetzte Kunststoffe haben Polymerketten, die mittels kovalenter Bindungen miteinander verknüpft sind. Für Produkte im Kontakt mit Trinkwasser hat vor allem vernetztes Polyethylen (PE-X) eine Bedeutung. Die Vernetzung kann durch verschiedene Verfahren erfolgen: Vernetztes Polyethylen kann mit Hilfe von Peroxiden (PE-Xa), mit Hilfe von Silanen (PE-Xb) oder durch energiereiche Strahlung (PE-Xc) hergestellt werden. Die zurzeit eingesetzten Vernetzungsmittel sind nur zum Teil in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 aufgeführt. Zusätzliche Vernetzungsmittel werden deshalb in der ergänzenden Positivliste dieser Bewertungsgrundlage aufgeführt.
A 1.3 Recycelte Kunststoffe
Die Verwendung von recycelten Kunststoffen beschränkt sich auf die Verwendung von Umlaufmaterial (Reste und Verschnitte), das bei dem Hersteller selbst anfällt, nicht kontaminiert und noch nicht in den Verkehr gebracht wurde. Hierbei muss gewährleistet sein, dass die Rezeptur des recycelten Materials bekannt ist sowie angegeben und überprüft werden kann.
A.1.4 Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK)
GFK sind Verbundwerkstoffe, bei denen Glasfasern in eine Kunststoffmatrix eingelagert sind.
Die zur Faserverstärkung verwendeten Glasmaterialien (siehe Glasfasern) liegen in den GFK als Fasern, Garne, Rovings (Glasseidenstränge), Vliese, Gewebe oder Matten vor.
Die polymeren Matrices können sowohl Duroplaste (z.B. ungesättigte Polyesterharze, Melaminharze, Epoxidlaminate, Phenol- und Furanharze) als auch Thermoplaste (z.B. Polyamide, Polycarbonate, Polyacetale, Polyethylenterephthalate, Polyphenylenoxide und -sulfide, Polypropylene und Styrol-Copolymere) sein.
A.2 Positivliste der Ausgangsstoffe zur Herstellung von Kunststoffen 22 24 25a
Zur Herstellung von Kunststoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die zugelassenen Stoffe der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 (Unionsliste), die für Kunststoffe akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten und die in der Tabelle A-1 aufgeführten Ausgangsstoffe verwendet werden.
Polymerisationshilfsmittel, Lösungsmittel und Farbmittel werden nicht in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 geregelt und können nach dem Lebensmittelrecht national geregelt werden. Sofern diese Ausgangsstoffe nicht in der Tabelle A-1 enthalten sind, gelten die Anforderungen für nicht gelistete Ausgangsstoffe einschließlich deren Verunreinigungen und Abbau- sowie Reaktionsprodukte (vgl. Nummer 5.2.2 allgemeiner Teil der Bewertungsgrundlage für organische Materialien). Für Füllstoffe und Farbmittel gelten die Anforderungen entsprechend den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien.
Zur Herstellung von GFK gelten für die verwendeten Glasfasern einschließlich Glasfaserschlichte die Anforderungen für Füllstoffe in Nummer 5.4.2. Die zur Herstellung der polymeren Matrices verwendeten Ausgangsstoffe müssen den Positivlisten für Kunststoffe entsprechen.
Für andere Verstärkungsfüllstoffe gelten ebenfalls die Anforderungen in Nummer 5.4.2.
Tabelle A-1: Ergänzende Positivliste für Kunststoffe im Kontakt mit Trinkwasser 20 21 22 24 25a 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Andere Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| Monomere | ||||
| 13480 | 80-05-7 | 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan | 2,5 | |
| 13607 | (Bisphenol A) | |||
| Additive und Hilfsstoffe | ||||
| - | 7637-07-2 | Bortrifluorid ** | 100 als Bor 150 als Fluorid | |
| 40430 | 109-63-7 | Bortrifluoridetherat ** | 100 als Bor 150 als Fluorid | |
| 4120 | 7789-75-5 | Calciumfluorid ** | 150 als Fluorid | |
| - | 21679-31-2 | Chrom (III) acetylacetonat ** | 5 als Chrom | |
| - | 25182-44-9 | Chrommethacrylat ** | 5 als Chrom 300 als Methacrylsäure | |
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ** | 60 | |
| 56320 | 1323-83-7 | Glyceryldistearat ** | ||
| - | 12136-45-7 | Kaliumoxid ** | ||
| 7681-65-4 | Kupferiodid ** | 50 für Iodid 200 für Kupfer | ||
| 7681-49-4 | Natriumfluorid ** | 150 für Fluorid | ||
| 1313-59-3 | Natriumoxid ** | |||
| 27619-97-2 | 1 H,1 H,2 H,2 H-Perfluoroctansulfonsäure (FTS) ** | 0,1 | ||
| - | 7782-99-2 | Schweflige Säure * | 500 bezogen auf SO2 | |
| 95870 | 93384-22-6 | Weizenprotein ** | ||
| 1503-48-6 | Chino[2,3-b]acridin-6,7,13,14 (5H,12H)-tetron mit einer Reinheit von mindestens 90 % * | 2,0 | spezifisches Nanomaterial jedoch nur in einer Partikeldimension der Plättchen 1-100 nm | |
| 25086-89-9 | Polyvinylpyrrolidon-Vinylacetat-Copolymer (PVP/VA) * | Spezifikation entsprechend des Anhangs II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008; zusätzlich Hydrazin im Copolymer < 0,5 mg/kg, oligomere Bestandteile im Copolymer unter 1.000 Da < 2 %, Aldehyde < 500 mg/kg als Acetaldehyd | ||
| Polymerisationshilfsmittel (Aids to polymerisation) | ||||
| - | 10025-73-7 | Chrom (III) chlorid ** | 5 als Chrom | |
| - | 11118-57-3 | Chromoxid ** | 5 als Chrom | |
| 47080 | 110-05-4 | Di-tert.-Butylperoxid * | 0,1 15 für Methyl-tert.-Butylether (MtBE) 500 für tert. Butanol | |
| 49160 | 127-19-5 | N,N-Dimethylacetamid (DMAC) * | 2,5 | |
| 59330 | 110-54-3 EC-Nr. 925-292-5 | n-Hexan * einschl. Strukturisomere bis 40 % (Cyclohexan < 3 %) | 250 | MTCtap für n-Hexan muss nicht überprüft werden, wenn die Prozesstemperatur über 100 °C liegt |
| - | 93685-81-5 (13475-82-6) | Isododecan (Hauptisomer: 2,2',4,6.6'-pentamethyl-heptan) ** | 2,5 | |
| 23680 81280 | 9002-89-5 | Polyvinylalkohol ** | Herstellung durch Sintern | |
| - | 7782-44-7 | Sauerstoff ** | ||
| 111-92-2 | Dibutylamin * | 1,0 | ||
| 3437-84-1 | 2-Methylpropanoyl-2-methylpropanperoxoat * | 0,1 µg/l für Isopropylisobutyrat 2,5 µg/l für 2,3-Dimethylbutan | Maximale Einsatzmenge 0,2 %, nur für PVC und PVC-C | |
| Lösemittel | ||||
| - | 78-93-3 | Butan-2-on * | 250 | |
| - | 1330-20-7 | Xylen Isomerengemisch * | 50 | |
| 108-88-3 | Toluen | 60 | Anmerkung: MTCtap liegt über dem Geruchsschwellenwert | |
| 100-41-4 | Ethylbenzen | 30 | ||
| 108-10-1 | Methylisobutylketon | 250 | ||
| 75-65-0 | tert. Butanol | 500 | ||
| 75-09-2 | Dichlormethan | 2,5 | ||
A.3 Zusatzanforderungen für Kunststoffe 24
Es gelten die in der Tabelle A-2 für Kunststoffe festgelegten Zusatzanforderungen. Der allgemeine Teil der Bewertungsgrundlage für organische Materialien ist zu beachten.
Tabelle A-2: Zusatzanforderungen für Kunststoffe
|
Stoffe/Stoffgruppen |
MTCtap in µg/l |
Analysenmethode |
| Summe der primären aromatischen Amine (PAA) 1 bei Kunststoffen, die PAA enthalten oder bei deren Herstellung PAA entstehen können (z.B. Polyamide, Polyurethane) | 0,1 | spezifischer Nachweis mit GC-ECD/GC-MS mit Derivatisierung 2 |
| Bei Verwendung von Stoffen folgender Stoffgruppen: | ||
| Nicht gelistete Katalysatoren | Anforderungen entsprechend Nummer 5.2.2 Buchstabe l allgemeiner Teil der Bewertungsgrundlage | DEV 3 |
| Füllstoffe | Anforderungen entsprechend Nummer 5.4.2 allgemeiner Teil der Bewertungsgrundlage | |
| Farbmittel | Anforderungen entsprechend Nummer 5.4.3 allgemeiner Teil der Bewertungsgrundlage | |
*) Stoffe, die national bewertet wurden
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI-Kooperation bewertet wurden und deren Bewertung von den anderen Staaten übernommen wurde (Aufführung in der 4MSI Core List)
| Organische Beschichtungen | Anlage B 20 25a |
B 1 Anwendungsbereich
Diese Anlage gilt für die im Folgenden beschriebenen Materialien:
Beschichtungen im Sinne dieser Bewertungsgrundlage sind Produkte, die aus Substanzen oder Mischungen überwiegend organischer Substanzen gebildet werden, deren Endzustand selbst keine tragende Schicht darstellt, sondern bei Anwendung auf einem Substrat (Metalle, zementgebundene Werkstoffe) eine feste Schicht mit einem technologischen Effekt bildet.
Beschichtungen werden aus Beschichtungsstoffen durch deren Applikation erzeugt (DIN 55945:2016-08). Verarbeitet werden die Beschichtungsstoffe üblicherweise durch Verfahren wie Streichen, Tauchen, Spachteln, Spritzen.
Beschichtungssysteme, die im Kontakt mit Trinkwasser verwendet werden, können einen mehrschichtigen Aufbau aufweisen (Grundierung, Zwischen- und Deckbeschichtung). Die Beurteilung kann als Komplettsystem erfolgen oder jede Schicht kann separat entsprechend Nummer 5.7 beurteilt werden.
Organische Beschichtungen enthalten Harze und Härter als Bindemittel. Dies können z.B. Epoxidharze, Polyurethane oder Polyester sein.
Zudem gilt diese Anlage für die folgenden weiteren reaktiven Systeme:
B 2 Informationen zu organischen Beschichtungen
B 2.1 Verschiedene Produkte 20 22 24
Harze sind feste bis flüssige organische Polymere und Oligomere, die im trockenen Zustand eine amorphe Struktur haben. Dazu gehören:
Einkomponentige Reaktionsklebstoffe:
Einkomponentige Reaktionsklebstoffe härten aufgrund von äußeren Einflüssen aus. Dies können feuchtigkeitsreagierende Systeme sein, die das Wasser in den Substraten oder der Umgebungsluft verwenden oder strahlenhärtende Klebstoffe, deren Polymerisation durch UV-Licht gestartet wird. Klebstoffe auf Basis von Acrylaten sind Beispiele für strahlenhärtende Klebstoffe. Diese Art der Polymerisation bietet den Vorteil, dass sich der Klebstoff nur bei Bedarf verfestigt, da die Reaktion erst dann beginnt, wenn ausreichend Licht einer bestimmten Wellenlänge verfügbar ist. Die benötigten Aushärtezeiten für diese Klebstoffe sind in der Regel kurz, typischerweise im Bereich von 0,5 bis 60 Sekunden.
Mehrkomponentige Reaktionsklebstoffe:
Die meisten mehrkomponentigen Reaktionsklebstoffe werden aus zwei Komponenten gemischt (Zweikomponentenklebstoffe). Der Grundstoff wird mit einem Härter oder Aktivator zusammengebracht. Reaktionsklebstoffe können durch unterschiedliche Mechanismen aushärten (abbinden). Reaktionsklebstoffe aus Epoxidharzen und Anhydriden bzw. Polyaminen (Epoxidharz-Klebstoffe) reagieren nach Polyadditions-Mechanismen, Cyanacrylate (Cyanacrylat-Klebstoffe) oder Methacrylate (Methacrylsäureester) nach Polymerisations-Mechanismen und Systeme auf Aminoplast- oder Phenoplast-Basis (vgl. Phenolharze) nach Polykondensations-Mechanismen.
Wässrige Kunststoffdispersionen enthalten in Wasser feinverteilte thermoplastische Kunststoffe und liegen als stabile kolloidale Systeme vor. Für Kunststoffdispersionen werden unter anderem Acrylharze als Bindemittelsysteme eingesetzt. Wässrige Kunststoffdispersionen können z.B. als Oberflächenschutzsysteme oder Dispersionsklebstoffe verwendet werden 4.
Anaerobe Klebstoffe sind reaktive Dichtmittel, die nur in Anwesenheit von Metallen und unter Sauerstoffausschluss aushärten. Sie werden zum Kleben von Gewindeverbindungen, beispielsweise dem Eckventil oder zum Kleben der Anschlussverbindungen im Wasserhahn verwendet.
Für die anaeroben Klebstoffe gelten ausschließlich die Regelungen in Nummer B 5.
Beschichtungen mit zementgebundenen Füllstoffen (Polymeranteil > 25 % (m/m) bezogen auf Zement)
Zementgebundene Werkstoffe können entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt W 347 5 trinkwasserhygienisch beurteilt werden. Herkömmliche zementgebundene Werkstoffe enthalten nur in geringen Mengen organische Zusätze, z.B. Betonzusatzmittel. Werden den zementgebundenen Werkstoffen Polymere in höheren Mengen zugesetzt (> 25 % (m/m) bezogen auf die Trockenmasse des Zementanteils) sind die Materialien in ihrem Migrationsverhalten vergleichbar mit den organischen Beschichtungen. Die zementgebundenen Füllstoffe sind in der Positivliste für organische Beschichtungen in der Tabelle B-1 aufgeführt.
B 2.2 Informationen zur Zusammensetzung 20 22 25a
Beschichtungsstoffe und andere Produkte im Sinne dieser Bewertungsgrundlage bestehen im Allgemeinen aus den folgenden Hauptkomponenten:
Unter Bindemittel eines Beschichtungsstoffes versteht man den nichtflüchtigen Anteil der Bindemittellösung oder -dispersion, der die Beschichtung bildet (DIN EN ISO 4618:2023-05).
Bindemittel sind Polymerkomponenten der Beschichtungen und bestimmen den Beschichtungstyp (vgl. Informationen zu Vernetzungsbedingungen)
Füllstoffe und Farbmittel dienen der mechanischen Stabilisierung und der Farbgebung. Füllstoffe erhöhen die Schutzfunktion. Durch den Aufbau einer strukturviskosen Konsistenz verbessern sie die Verarbeitungsfähigkeit.
Organische Modifizierungsmittel dienen unter anderem der Verbesserung der Verarbeitungs- und/oder Trocknungseigenschaften.
Lösemittel werden zur Erniedrigung der Viskosität eingesetzt, um die Verarbeitbarkeit zu ermöglichen. Sie sollen nach der Aushärtung nicht mehr vorhanden sein. In wässrigen oder wasserverdünnbaren Beschichtungen dient Wasser als Löse- oder als Verdünnungsmittel.
Additive und Hilfsstoffe werden eingesetzt zur Verbesserung:
Aufgrund der mehrfachen Funktionen von den gelisteten Ausgangsstoffen erfolgt keine Unterteilung zwischen Additiven und Hilfsstoffen (Polymerisation Production Aids-PPA).
Außerdem können Polymerisationshilfsmittel enthalten sein.
Bindemittelsysteme:
Bei Epoxidharzen werden Harze auf Basis von Bisphenol A-diglycidylether, Bisphenol F-diglycidylether und anderen Glycidylethern mit unterschiedlichen Molekulargewichten eingesetzt. Als Härter werden Amine, Amidoamine und Aminaddukte verwendet, deren Aminwasserstoffe mit den Epoxidgruppen reagieren. Ein weiterer Härter können Isocyanate sein. Darüber hinaus können auch andere Verbindungen, wie Säuren oder sonstige H-aktive Verbindungen, als Härter eingesetzt werden.
Bei Polyurethanen werden Isocyanate und hydroxylgruppenhaltige Verbindungen (Polyole) als Bindemittel verwendet. Die Kombination aus Isocyanaten mit aminofunktionellen Verbindungen führt zu Polyharnstoffbeschichtungen.
Polyester enthalten Polyesterverbindungen als Bindemittel, die aus der Veresterung von mehrwertigen Alkoholen und Polycarbonsäuren entstehen und z.B. mit Isocyanaten vernetzt werden können.
Acrylharze sind vernetzbare synthetische Harze, die durch Polymerisation von Acrylsäureestern und Methacrylsäureestern gewonnen werden. Sie enthalten funktionelle Gruppen (Hydroxy-, N-Hydroxymethyl-, Carboxy-, Epoxy-Gruppen), die zur Vernetzung genutzt werden können. Acrylharze können selbst oder (z.B. nach Zusatz von Polyisocyanaten, Epoxidharzen oder Polycarbonsäuren) fremdvernetzt sein.
B 2.3 Informationen zu Vernetzungsbedingungen
Kalthärtende Bindemittel müssen bei Umgebungstemperatur aushärten und werden nach ihrer Applikation in der Regel nicht erhitzt (möglich ist eventuell eine forcierte Trocknung mit erwärmter Luft). Heißhärtende Bindemittel werden zur Aushärtung erhitzt, beziehungsweise eingebrannt. Die Aushärtungszeit von kalthärtenden Systemen ist abhängig von deren Zusammensetzung und der Umgebungstemperatur bei der Aushärtung. Sie kann bis zur Gebrauchstauglichkeit in manchen Fällen mehr als zwei Wochen dauern. Heißhärtende Systeme sind nach der Einbrennzeit, die im Normalfall weniger als eine Stunde beträgt, gebrauchsfertig.
Unterschieden werden noch lösemittelhaltige und lösemittelfreie Bindemittelsysteme. Aus lösemittelfreien Bindemitteln lassen sich bei einmaliger Applikation Schichtdicken bis über 2.000 µm herstellen. Lösemittelhaltige Bindemittel können nur dünnschichtig appliziert werden, da die darin enthaltenen Lösemittel über die Oberfläche verdunsten müssen, bevor die physikalische Trocknung und/oder die fortschreitende Reaktion der reaktiven Komponenten dies verhindert.
B 3 Anforderungen an die Zusammensetzung
B 3.1 Positivliste der Ausgangsstoffe für die Herstellung von organischen Beschichtungen 20 22
Zur Herstellung von organischen Beschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle B-1 und die für Beschichtungen akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten verwendet werden.
Für die nicht gelisteten Ausgangsstoffe gelten die Anforderungen für nicht gelistete Ausgangsstoffe einschließlich deren Verunreinigungen und Abbau- und Reaktionsprodukte ( Nummer 5.2.2 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien). Für Füllstoffe und Farbmittel gelten die Anforderungen entsprechend den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien.
Tabelle B-1 Ausgangsstoffe für Beschichtungen, die vom UBA bewertet oder im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit anerkannt wurden 21 22 24 24 25a
B 3.1.1 Ausgangsstoffe für Harze und Härter
B 3.1.1.1 Phenolische Verbindungen 20 22
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 13480 13607 | 80-05-7 | 2,2-Bis(4-hydroxphenyl)propan (Bisphenol A) | 2,5 | |
| 14020 | 98-54-4 | ptert-Butylphenol | 2,5 | |
| 14710 | 108-39-4 | m-Kresol | ||
| 14740 | 95-48-7 | o-Kresol | ||
| 14770 | 106-44-5 | p-Kresol | ||
| 15880 24051 | 120-80-9 | 1,2-Dihydroxybenzen | 300 | |
| 15910 24072 | 108-46-3 | 1,3-Dihydroxybenzen | 120 | |
| 15940 18867 | 123-31-9 | 1,4-Dihydroxybenzen | 30 | |
| 16000 | 92-88-6 | 4,4'-Dihydroxybiphenyl | 300 | |
| 16360 | 576-26-1 | 2,6-Dimethylphenol | 2,5 | |
| 22960 | 108-95-2 | Phenol | 150 | |
| 25927 | 27955-94-8 | 1,1,1-Tris(4-hydroxyphenyl)-ethan | 0,25 | |
| - | 8007-24-7 | Cashew nut shell oil, distilled (> 90 % Cardanol) * | 2,5 | nicht als Reaktivverdünner |
B 3.1.1.2 Aldehyde
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10060 | 75-07-0 | Acetaldehyd | 300 | |
| 14110 | 123-72-8 | Butyraldehyd | ||
| 17260 | 50-00-0 | Formaldehyd | 750 | |
| 23860 | 123-38-6 | Propionaldehyd |
B 3.1.1.3 Oxiran-/Glycidylverbindungen
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 13160 | 28064-14-4 | Novolac Glycidylether (NOGE) * | 2,5 | nur für |
| 22552 | Pulverlacke | |||
| 13460 12976 | 57469-07-5 54208-63-8 39817-09-9 2095-03-6 9003-36-5 | Bisphenol-F-diglycidylether * | 2,5 | |
| 13510 13610 | 1675-54-3 | Bisphenol-A-diglycidylether * | 450 | |
| 13780 | 2425-79-8 | 1,4-Butandioldiglycidylether | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 16750 14570 | 106-89-8 | Epichlorhydrin | 0,1 | |
| 17020 | 75-21-8 | Ethylenoxid | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 21823 | 598-09-4 | 2-Methylepichlorhydrin * | 0,1 | |
| 24010 | 75-56-9 | Propylenoxid | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 25360 | 2,3-Epoxypropyltrialkyl(C5-C15) acetat | 0,1 | QM = 1 mg/kg | |
| 88640 | 8013-07-8 | epoxidiertes Sojabohnenöl | TOC |
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 12670 | 2855-13-2 | 1-Amino-3-aminomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexan | 300 | |
| 12761 | 693-57-2 | 12-Aminododecansäure | 2,5 | |
| 12763 35170 | 141-43-5 | 2-Aminoethanol | 2,5 | |
| 12788 | 2432-99-7 | 11 -Aminoundecansäure | 250 | |
| 12789 35320 | 7664-41-7 | Ammoniak | 50 als NH4+ | |
| 13000 | 1477-55-0 | 1,3-Benzendimethanamin | 2,5 | |
| 13075 15310 | 91-76-9 | 2,4-Diamino-6-phenyl-1,3,5-triazin | 250 | |
| 13210 | 1761-71-3 | Bis(4-aminocyclohexyl)methan | 2,5 | |
| 13250 | 101-77-9 | Bis(4-aminophenyl)methan ** | 0,1 | |
| 15250 | 110-60-1 | 1,4-Diaminobutan | ||
| 15695 | 461-58-5 | Dicyanodiamid | TOC | |
| 15790 | 111-40-0 | Diethylentriamin | 250 | |
| 16145 | 124-40-3 | Dimethylamin * | 3 | |
| 16150 | 108-01-0 | Dimethylaminoethanol | 900 | |
| 16960 15272 | 107-15-3 | Ethylendiamin | 600 | |
| 17005 | 151-56-4 | Ethylenimin | 0,1 | |
| 18460 | 124-09-4 | Hexamethylendiamin | 120 | |
| 15274 | ||||
| 18670 | 100-97-0 | Hexamethylentetramin | 750 als Formaldehyd | |
| 21754 | 15520-10-2 | 2-Methyl-1,5-diaminopentan * | 5 | |
| 21765 | 106246-33-7 | 4,4'-Methylenbis(3-chlor-2,6-diethylanilin) | 2,5 | |
| 22331 | 25513-64-8 | Mischung aus (35 - 40 %) 1,6-Diamino-2,2,4-trimethylhexan und (55 - 65 %) 1,6-Diamino-2,4,4-trimethylhexan | 2,5 | |
| 23050 | 108-45-2 | 1,3-Phenylendiamin | 0,1 | |
| 25180 | 102-60-3 | N,N,N',N'-Tetrakis(2-hydroxypropyl)ethylendiamin | ||
| 25420 19975 | 108-78-1 | 2,4,6-Triamino-1,3,5-triazin | 125 | |
| 25960 | 57-13-6 | Harnstoff | ||
| 45760 | 108-91-8 | Cyclohexylamin | ||
| 94560 | 122-20-3 | Triisopropanolamin | 250 | |
| - | 936-49-2 | 2-Phenylimidazolin * | 2,5 | |
| 9046-10-0 | Polyoxypropylen Diamin * | 2,5 | Spezifikation des Mindestgehaltes von 80 % Polyoxypropylendiamin und einem mittleren Molekulargewicht > 230 Da | |
| 618-36-0, 3886-69-9, 2627-86-3 | 1-Phenylethylamin * | 0,1 | ||
| 694-83-7 | Cyclohexan-1,2-diamin * | 2,5 | ||
| 80-08-0 | 4,4'-Diaminodiphenylsulfon | 250 |
B 3.1.1.5 Isocyanate
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 14877 | 2556-36-7 | 1,4-Cyclohexandiisocyanat ** | 0,1 | QM(T) = 1 mg/kg |
| 14950 | 3173-53-3 | Cyclohexylisocyanat | 0,1 | als NCO |
| 15700 | 5124-30-1 | Dicyclohexylmethan-4,4"-diisocyanat | 0,1 | |
| 16240 | 91-97-4 | 3,3"-Dimethyl-4,4"-diisocyanatobiphenyl | 0,1 | |
| 16570 | 4128-73-8 | Diphenylether-4,4"-diisocyanat | 0,1 | |
| 16600 | 5873-54-1 | Diphenylmethan-2,4"-diisocyanat | 0,1 | |
| 16630 | 101-68-8 | Diphenylmethan-4,4"-diisocyanat | 0,1 | |
| 16920 | 87057-87-2 | 2-Ethylbutan-1,4-diisocyanat ** | 0,1 | |
| 18640 | 822-06-0 | Hexamethylendiisocyanat | 0,1 | |
| 19110 19147 | 4098-71-9 | 1 -Isocyanato-3-isocyanatomethyl-3,5,5- trimethylcyclohexan | 0,1 | |
| 22065 | 34813-62-2 | 2-Methylpentan-1,5-diisocyanat ** | 0,1 | |
| 22420 | 3173-72-6 | 1,5-Naphthalendiisocyanat | 0,1 | |
| 22570 | 112-96-9 | Octadecylisocyanat | 0,1 | |
| 23060 | 104-49-4 | 1,4-Phenylendiisocyanat ** | 0,1 | |
| 23125 | 103-71-9 | Phenylisocyanat ** | 0,1 | |
| 25208 | 26471-62-5 | Toluendiisocyanat | 0,1 | |
| 25210 | 584-84-9 | 2,4-Toluendiisocyanat | 0,1 | |
| 25240 | 91-08-7 | 2,6-Toluendiisocyanat | 0,1 | |
| 25270 | 26747-90-0 | 2,4-Toluendiisocyanat-Dimer | 0,1 | |
| 25445 | 28807-72-9 | Tricyclodecandiisocyanat ** | 0,1 | |
| 25573 | 16938-22-0 | 2,2,4-Trimethylhexan-1,6-diisocyanat ** | 0,1 | |
| 25574 | 15646-96-5 | 2,4,4-Trimethylhexan-1,6-diisocyanat ** | 0,1 |
B 3.1.1.6 Diole/Polyole
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 13390 14880 | 105-08-8 | 1,4-Bis(hydroxymethyl)-cyclohexan | ||
| 13690 | 107-88-0 | 1,3-Butandiol | ||
| 13720 40580 | 110-63-4 | 1,4-Butandiol | 250 | |
| 14500 43280 | 9004-34-6 | Cellulose | ||
| 15760 13326 47680 | 111-46-6 | Diethylenglycol | TOC | |
| 16390 22437 | 126-30-7 | 2,2-Dimethyl-1,3-propandiol, Neopentylglycol | 2,5 | |
| 16480 | 126-58-9 | Dipentaerythritol | ||
| 16660 | 110-98-5 | Dipropylenglycol | ||
| 13550 | 25265-71-8 | |||
| 16925 53280 | 9004-57-3 | Ethylcellulose | ||
| 16990 53650 | 107-21-1 | Ethylenglycol, 1,2-Ethandiol | TOC | |
| 17530 | 50-99-7 | Glucose | ||
| 18100 | 56-81-5 | Glycerol | ||
| 18700 | 629-11-8 | 1,6-Hexandiol | 2,5 | |
| 19972 65520 | 87-78-5 | Mannitol | ||
| 22190 | 2163-42-0 | 2-Methyl-1,3-propandiol ** | 250 | |
| 22840 | 115-77-5 | Pentaerythritol | ||
| 23590 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 23651 | 25322-69-4 | Polypropylenglycol | ||
| 23740 81840 | 57-55-6 | 1,2-Propandiol | ||
| 23770 | 504-63-2 | 1,3-Propandiol | 2,5 | |
| 24490 | 50-70-4 | Sorbitol | ||
| 24880 | 57-50-1 | Saccharose | ||
| 25090 | 112-60-7 | Tetraethylenglycol | ||
| 25510 | 112-27-6 | Triethylenglycol | ||
| 25600 13380 | 77-99-6 | 1,1,1-Trimethylolpropan | 300 | |
| 25910 | 24800-44-0 | Tripropylenglycol |
B 3.1.1.7 Monoalkohole
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 12375 | - | Alkohole, aliphatische, einwertige, | ||
| 33120 | gesättigte, geradkettige, primäre (C4 - C22) | |||
| 13150 | 100-51-6 | Benzylalkohol | ||
| 13840 | 71-36-3 | 1-Butanol | ||
| 13845 | 75-65-0 | tert-Butanol * | 500 | |
| 15100 | 112-30-1 | 1-Decanol | ||
| 16701 | 112-53-8 | 1 -Dodecanol ** | ||
| 16780 | 64-17-5 | Ethanol | ||
| 17050 | 104-76-7 | 2-Ethyl-1 -hexanol | TOC | |
| 17160 | 97-53-0 | Eugenol | 0,1 | |
| 18150 | 111-70-6 | 1 -Heptanol ** | ||
| 18310 | 36653-82-4 | 1-Hexadecanol | ||
| 18780 | 111-27-3 | 1 -Hexanol ** | ||
| 21550 | 67-56-1 | Methanol | ||
| 22480 | 143-08-8 | 1 -Nonanol | ||
| 22555 | 112-92-5 | 1 -Octadecanol ** | ||
| 22600 | 111-87-5 | 1-Octanol | ||
| 22766 69760 | 143-28-2 | Oleylalkohol | ||
| 22870 | 71-41-0 | 1 -Pentanol | ||
| 23800 | 71-23-8 | 1-Propanol | ||
| 23830 | 67-63-0 | 2-Propanol | ||
| 25070 | 112-72-1 | 1 -Tetradecanol ** |
B 3.1.1.8 Öle und Säuren 20 20 22 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10030 | 514-10-3 | Abietinsäure | ||
| 10090 30000 | 64-19-7 | Essigsäure | ||
| 10150 | 108-24-7 | Essigsäureanhydrid | ||
| 10599/90A 10599/91 | 61788-89-4 | Dimere von ungesättigten Fettsäuren (C18), nicht hydriert, destilliert und nicht destilliert | 2,5 | |
| 10599/92A 10599/93 | 68783-41-5 | Dimere von ungesättigten Fettsäuren (C18), hydriert, destilliert und nicht destilliert | ||
| 10690 | 79-10-7 | Acrylsäure | 300 | |
| 12130 | 124-04-9 | Adipinsäure | ||
| 12280 | 2035-75-8 | Adipinsäureanhydrid | ||
| 12810 | 506-30-9 | Arachidinsäure ** | ||
| 12813 | 7771-44-0 | Arachidonsäure ** | ||
| 12820 | 123-99-9 | Azelainsäure | ||
| 12970 | 4196-95-6 | Azelainsäureanhydrid | ||
| 12980 | 8015-74-5 | Bucheckeröl ** | ||
| 12990 | 112-85-6 | Behensäure ** | ||
| 13090 | 65-85-0 | Benzoesäure | ||
| 13620 | 10043-35-3 | Borsäure | 100 für B | |
| 14140 | 107-92-6 | Buttersäure | ||
| 14320 | 124-07-2 | Caprylsäure | ||
| 14411 42880 | 8001-79-4 | Rizinusöl | ||
| 14440 42960 | 64147-40-6 | Rizinusöl, dehydriert | ||
| 14445 | 61789-44-4 | Rizinusölfettsäuren ** | ||
| 14450/1 | 61789-45-5 | Rizinusölfettsäuren, dehydriert ** | ||
| 14453 | 61790-39-4 | Rizinusölfettsäuren, hydriert ** | ||
| 14470 42960 | 8001-78-3 | Rizinusöl, hydriert ** | ||
| 14505 | 9004-35-7 | Celluloseacetat ** | ||
| 14512 | 9004-39-1 | Celluloseacetatpropionat ** | ||
| 14680 | 77-92-9 | Zitronensäure | ||
| 14685 | 8001-31-8 | Kokosnussöl ** | ||
| 14693 | 8001-30-7 | Maisöl ** | ||
| 14695/1 | 68308-50-9 | Maisölfettsäuren ** | ||
| 14698 | 8001-29-4 | Baumwollsamenöl ** | ||
| 14700/1 | 68308-51-0 | Baumwollsamenölfettsäuren ** | ||
| 15095 | 334-48-5 | n-Decansäure | ||
| 16697 | 693-23-2 | Dodecandisäure | ||
| 16775 52730 | 112-86-7 | Erucasäure | ||
| 17170 | 61788-47-4 | Kokosfettsäuren | ||
| 17175 | 68938-15-8 | Kokosfettsäuren, hydriert ** | ||
| 17200 | 68308-53-2 | Sojafettsäuren | ||
| 17215 | 84625-38-7 | Sonnenblumenölfettsäuren ** | ||
| 17230 | 61790-12-3 | Tallölfettsäuren | ||
| 17236 | 61790-37-2 | Talgölfettsäuren ** | ||
| 17245 | 8016-13-5 | Fischöl ** | ||
| 17247/1 | 91051-07-9 | Fischölfettsäuren ** | ||
| 17275 55040 | 64-18-6 | Ameisensäure | ||
| 17290 | 110-17-8 | Fumarsäure | ||
| 17510 55190 | 29204-02-2 | Gadoleinsäure | ||
| 18010 | 110-94-1 | Glutarsäure | ||
| 18070 | 108-55-4 | Glutarsäureanhydrid | ||
| 18124 | 8016-24-8 | Hanföl ** | ||
| 18126/1 | - | Hanfölfettsäuren | ||
| 18250 14527 | 115-28-6 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäure | 0,1 | |
| 18280 | 115-27-5 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid | ||
| 18770 59360 | 142-62-1 | n-Hexansäure | ||
| 18880 | 99-96-7 | 4-Hydroxybenzoesäure | ||
| 18900 61840 | 106-14-9 | 12-Hydroxystearinsäure | ||
| 19150 | 121-91-5 | Isophthalsäure | 250 | |
| 19270 | 97-65-4 | Itaconsäure | ||
| 19460 | 50-21-5 | Milchsäure | ||
| 19470 | 143-07-7 | Laurinsäure | ||
| 19515 | 557-59-5 | Lignocerinsäure **s | ||
| 19518 64015 | 60-33-3 | Linolsäure | ||
| 19526 64150 | 28290-79-1 | Linolensäure | ||
| 19532 64160 | 8001-26-1 | Leinsamenöl ** | ||
| 19534/1 | 68424-45-3 | Leinsamenölfettsäuren ** | ||
| 19540 64800 | 110-16-7 | Maleinsäure | TOC | |
| 19960 64900 | 108-31-6 | Maleinsäureanhydrid | TOC | |
| 19965 65020 | 6915-15-7 | Äpfelsäure | ||
| 19968 65040 | 141-82-2 | Malonsäure | ||
| 22350 67891 | 544-63-8 | Myristinsäure | ||
| 22763 69040 | 112-80-1 | Ölsäure | ||
| 22769/1 | 92044-96-7 | Olivenölfettsäuren ** | ||
| 22775 69920 | 144-62-7 | Oxalsäure | 300 | |
| 22780 70400 | 57-10-3 | Palmitinsäure | ||
| 22785
71020 | 373-49-9 | Palmitoleinsäure ** | ||
| 22790/1 | - | Palmkernölfettsäuren ** | ||
| 22795/1 | - | Palmölfettsäuren ** | ||
| 22867 | 109-52-4 | Pentansäure ** | ||
| 22945 | 68132-21-8 | n-Perillaöl ** | ||
| 22950/1 | - | Perillaölfettsäuren ** | ||
| 23170 72640 | 7664-38-2 | Phosphorsäure | ||
| 23173 | 1314-56-3 | Phosphorsäureanhydrid ** | ||
| 23200 74480 | 88-99-3 | o-Phthalsäure | ||
| 23380 76320 | 85-44-9 | Phthalsäureanhydrid | ||
| 23730 | 8002-11-7 | Mohnöl ** | ||
| 23733/1 | - | Mohnölfettsäuren ** | ||
| 23890 | 79-09-4 | Propionsäure | ||
| 23950 | 123-62-6 | Propionsäureanhydrid | ||
| 24045 | 8016-49-7 | Kürbiskernöl ** | ||
| 24047/1 | - | Kürbiskernölfettsäuren ** | ||
| 24055 13040 | 89-05-4 | Pyromellitsäure ** | 2,5 | |
| 24057 | 89-32-7 | Pyromellitsäuredianhydrid | ||
| 24065/1 | 93165-31-2 | Rapsölfettsäuren, arm an Erucasäure ** | ||
| 24070 83610 | 73138-82-6 | Harzsäuren und Kolophoniumsäuren | ||
| 24075 83700 | 141-22-0 | Rizinolsäure | TOC | |
| 24078 | - | Rizinolsäure, dehydriert ** | ||
| 24100 24130 24190 | 8050-09-7 | Kolophonium | ||
| 24160 | 8052-10-6 | Tallölharz | ||
| 24260 | 8001-23-8 | Distelöl ** | ||
| 24262/1 | - | Distelölfettsäuren ** | ||
| 24270 | 69-72-7 | Salicylsäure | ||
| 24280 | 111-20-6 | Sebacinsäure | ||
| 24430 | 2561-88-8 | Sebacinsäureanhydrid | ||
| 24435 | 8008-74-0 | Sesamöl ** | ||
| 24437/1 | - | Sesamölfettsäuren ** | ||
| 24440 | 9000-59-3 | Shellac ** | ||
| 24520 | 8001-22-7 | Sojabohnenöl | ||
| 24550 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 24820 | 110-15-6 | Bernsteinsäure | ||
| 24850 | 108-30-5 | Bernsteinsäureanhydrid | ||
| 24895 | 8001-21-6 | Sonnenblumenöl ** | ||
| 24900/1 | 84625-38-7 | Sonnenblumenölfettsäuren ** | ||
| 24905 | 8002-26-4 | Tallöl ** | ||
| 24910 | 100-21-0 | Terephthalsäure | 375 | |
| 24940 | 100-20-9 | Terephthalsäuredichlorid | ||
| 25540 | 528-44-9 | Trimellitsäure | 250 | |
| 13050 | ||||
| 25550 | 552-30-7 | Trimellitsäureanhydrid | ||
| 26340 | 8024-09-7 | Walnussöl ** | ||
| 26345/1 | - | Walnussölfettsäuren ** | ||
| 36000 | 50-81-7 | Ascorbinsäure | ||
| 52000 | 27176-87-0 | Dodecylbenzolsulfonsäure | TOC | |
| 80720 | 8017-16-1 | Polyphosphorsäure | ||
| 83440 | 2466-09-3 | Pyrophosphorsäuren | ||
| 92160 | 87-69-4 | Weinsäure |
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10120 | 108-05-4 | Vinylacetat | 600 | |
| 10690 | 79-10-7 | Acrylsäure | 300 als Acrylsäure | |
| 10780 | 141-32-2 | n-Butylacrylat | ||
| 11470 | 140-88-5 | Ethylacrylat | ||
| 11510 11830 | 818-61-1 | Ethylenglycolmonoacrylat | ||
| 11710 | 96-33-3 | Methylacrylat | ||
| 11530 | 999-61-1 | 2-Hydroxypropylacrylat | 2,5 | |
| 13870 | 106-98-9 | Buten | ||
| 10630 | 79-06-1 | Acrylamid | 0,1 | |
| 10660 | 15214-89-8 | 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure | 2,5 | |
| 11500 | 103-11-7 | 2-Ethylhexylacrylat | 2,5 | |
| 12100 | 107-13-1 | Acrylnitril | 0,1 | |
| 13395 | 4767-03-7 | 2,2-Bis(hydroxymethyl) propionsäure | 2,5 | nur als Monomer für polymeres Additiv |
| 13630 | 106-99-0 | 1,3-Butadien | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 14260 | 502-44-3 | Caprolacton | 2,5 als Summe von Caprolacton und 6-Hydroxyhexansäure | |
| 14380/23155 | 75-44-5 | Carbonylchlorid | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 16950 | 74-85-1 | Ethylen | ||
| 19490 | 947-04-6 | Lauryllactam | 250 | |
| 20020 | 79-41-4 | Methacrylsäure | 300 als Methacrylsäure | |
| 20080 | 2495-37-6 | Benzylmethacrylat | 300 als Methacrylsäure | |
| 20110 | 97-88-1 | Butylmethacrylat | ||
| 21130 | 80-62-6 | Methylmethacrylat | ||
| 21190 | 868-77-9 | Ethylenglycolmonomethacrylat | ||
| 20440 | 97-90-5 | Ethylenglycoldimethacrylat | 2,5 | |
| 20530 | 2867-47-2 | 2-(Dimethylamino)-ethylmethacrylat | 0,1 | |
| 20590 | 106-91-2 | 2,3-Epoxypropylmethacrylat | 1 | QMA = 0,02 mg/6 dm2 |
| 25120 | 116-14-3 | Tetrafluoroethylen | 2,5 | nur als Monomer für polymeres Additiv |
| 25150 | 109-99-9 | Tetrahydrofuran | 30 | |
| 26050 | 75-01-4 | Vinylchlorid | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 26110 | 75-35-4 | Vinylidenchlorid | 0,1 | |
| 22660 | 111-66-0 | 1 -Octen | TOC | |
| 23980 | 115-07-1 | Propylen | ||
| 24610 | 100-42-5 | Styren | ||
| 1071-93-8 | Adipinsäuredihydrazid | 2,5 0,1 für Hydrazin | ausschließlich für Pulverlacke | |
| 22208-25-9 | 2-Ethyl-2-(hydroxymethyl)-1,3- Propandioltriacetoacetat * | 2,5 µg/l für Summe von 2-Ethyl-2-(hydroxy-methyl)-1,3-Propandiol(mono-, di-, tri-)acetoacetat 300 µg/l für 1,1,1-Trimethylolpropan |
B 3.1.1.10 Blockierungsmittel
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 96-29-7 | 2-Butanonoxim * | nur für heißhärtende Beschichtungen | |
| 14200 41840 | 105-60-2 | Caprolactam | 750 | nur für heißhärtende Beschichtungen |
B 3.1.2 Füllstoffe/Farbmittel 20 21 22 24 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen | |
| Farbmittel | Anforderungen entsprechend den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage | ||||
| Füllstoffe und Pigmente | |||||
| 34480 | - | Aluminiumfasern, -flocken und -pulver | 20 für Al | ||
| 34560 | 21645-51-2 | Aluminiumhydroxid | |||
| 34690 | 11097-59-9 | Aluminium-Magnesiumhydroxycarbonat | |||
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | |||
| 92000 | 7727-43-7 | Bariumsulfat | 70 für Ba | ||
| 41520 | 1305-78-8 | Calciumoxid | |||
| 42080 | 1333-86-4 | Ruß | PAK und Benzo(a)pyren 10 % der Grenzwerte der TrinkwV | Reinheitsanforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) 10/2011 | |
| 42500 | Kohlensäure, Salze | ||||
| 55520 | Glasfasern (ohne Glasfaser Schlichte) | ||||
| 55600 | Mikroglaskugeln | ||||
| 62240 | 1332-37-2 | Eisenoxid | 20 für Fe | ||
| 62720 | 1332-58-7 | Kaolin | |||
| 62800 | 92704-41-1 | Kaolin, calciniert | |||
| 64720 | 1309-48-4 | Magnesiumoxid | |||
| 65360 | 11129-60-5 | Manganoxid | 5 für Mn | ||
| 67120 | 12001-26-2 | Glimmer | |||
| 83470 | 14808-60-7 | Quarz | |||
| 85601 | Silicate, natürliche (ausgenommen Asbest) | ||||
| 85680 | 1343-98-2 | Kieselsäure | |||
| 86000 | 1343-98-2 | Kieselsäure, silyliert | |||
| 86240 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | ||
| 86285 | Siliciumdioxid, silyliert | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |||
| 85950 | 37296-97-2 | Magnesium-Natrium-Fluoridsilikat | 150 für Fluorid | ||
| 86160 | 409-21-2 | Siliciumcarbid | |||
| 92080 | 14807-96-6 | Talk | |||
| 93440 | 13463-67-7 | Titandioxid | |||
| 96180 | 7440-06-0 | Zinkstaub * | 250 für Zn | ||
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | |||
| 96200 | 55799-16-1 | Zinkhydroxyphosphit ** | |||
B 3.1.3 Zementgebundene Füllstoffe
|
Substanz |
Beschränkungen |
| Zemente entsprechend der "list of accepted generic constituents" 7 im 4MSI common approach "Assessment of cementitious products in contact with drinking water" | Anforderungen entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt W 347 8 |
| Gesteinskörnungen entsprechend der "list of accepted generic constituents" im 4MSI common approach "Assessment of cementitious products in contact with drinking water" | Anforderungen entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt W 347 |
| Anorganische Zusatzstoffe entsprechend der "list of generic constituents" im 4MSI common approach "Assessment of cementitious products in contact with drinking water" | accepted Anforderungen entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt W 347 |
| Organische Zusatzstoffe entsprechend der Positivliste für organische Beschichtungen Tabelle B-1 | Anforderungen entsprechend B.4 und den Beschränkungen der Positivliste |
| Zugabewasser entsprechend der "list of accepted generic constituents" im 4MSI common approach "Assessment of cementitious products in contact with drinking water" | Anforderungen entsprechend dem DVGW-Arbeitsblatt W 347 |
B 3.1.4 Modifizierungsmittel, organisch 21
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen | |
| 13150 | 100-51-6 | Benzylalkohol | |||
| 47520 | - | Dicyclopentadien-Inden-Styren-alpha-Methylstyren-Vinyltoluen-Isobutylen-Copolymer, hydriert ** | 250 | ||
| 74560 | 85-68-7 | Benzylbutylphthalat | 1.500 | vgl. VO (EU) 2018/2005 | |
| 74640 | 117-81-7 | Bis(2-ethylhexyl)phthalat | 75 | ||
| 74880 | 84-74-2 | Dibutylphthalat | 15 | ||
| 75105 | 68515-49-1 26761-40-0 | Phthalsäure, Diester mit primären gesättigten (C9 - C11) Alkoholen, < 90 % C10 | 450 | ||
| 92200 | 6422-86-2 | Bis(2-ethylhexyl)terephthalat | TOC | ||
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 13840 | 71-36-3 | 1-Butanol | ||
| 25150 | 109-99-9 | Tetrahydrofuran | 30 | |
| 30045 | 123-86-4 | Butylacetat | ||
| 30140 | 141-78-6 | Ethylacetat | ||
| 30295 | 67-64-1 | Aceton | ||
| 40594 | 75-65-0 | tert-Butanol ** | 500 | |
| 48030 | 112-34-5 | Diethylenglycolmonobutylether ** | 150 | |
| 48050 | 111-90-0 | Diethylenglycolmonoethylether ** | ||
| 53765 | 111-76-2 | Ethylenglycolmonobutylether, ** Butylglycol | ||
| 53820 | 110-80-5 | Ethylenglycolmonoethylether ** | ||
| 16999 | 112-25-4 | Ethylenglycolmonohexylether ** | ||
| 53860 | 109-86-4 | Ethylenglycolmonomethylether ** | ||
| 49540 | 67-68-5 | Dimethylsulfoxid | ||
| 52800 | 64-17-5 | Ethanol | ||
| 53255 | 100-41-4 | Ethylbenzen ** | 30 | |
| 66620 | 75-09-2 | Dichlormethan ** | 2,5 | |
| 66655 | 78-93-3 | Methylethylketon ** | 250 | |
| 66725 | 108-10-1 | Methylisobutylketon ** | 250 | |
| 81200 | 71878-19-8 | Poly[6-[(1,1,3,3-tetramethyl-butyl)amino]-1,3,5-triazin-2,4-diyl][(2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidyl)iminohexamethylen[(2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidyl)imino] | 150 | |
| 81882 | 67-63-0 | 2-Propanol, Isopropanol | ||
| 93540 | 108-88-3 | Toluen ** | 60 | |
| 95855 | 7732-18-5 | Wasser | ||
| 26945 95945 | 1330-20-7 | Xylen Isomerengemisch * | 50 |
B 3.1.6 Treibmittel
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 115-10-6 | Dimethylether * | < 1 |
B.3.1.7 Additive und Hilfsstoffe 20, 20 21 22 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 91744-27-3 | Glyceride, Rizinusöl Mono-, Di- und Tri- * | ||
| 119-53-9 | Benzoin * | |||
| - | Polymere Additive aus Monomeren in Nummer 1.1.9 | 2,5 | ||
| 12786 | 919-30-2 | 3-Aminopropyltriethoxysilan | 2,5 | |
| 119345-04-9 | Benzen, 1,1"-oxybis-, tetrapropylen derivatisiert, sulfoniert, Natriumsalze | 450 | ||
| 21498 | 2530-85-0 | [3-(Methacryloxy)propyl]trimethoxysilan | 2,5 | |
| 26305 | 78-08-0 | Vinyltriethoxysilan | 2,5 | |
| 26320 | 2768-02-7 | Vinyltrimethoxysilan | 2,5 | |
| 43120 | 8001-78-3 | Rizinusöl, hydriert | ||
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ** | 60 | |
| 57520 | 31566-31-1 | Glycerolmonostearat ** | ||
| 19960 | 108-31-6 | Maleinsäureanhydrid | TOC | |
| 66930 | 68554-70-1 | Methylsilsesquioxan | < 1 mg Methyltrimethoxysilan/kg Methylsilsesquioxan | |
| 69760 | 143-28-2 | Oleylalkohol | ||
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 81840 | 57-55-6 | 1,2-Propandiol | ||
| 30280 | 108-24-7 | Acetanhydrid | ||
| 34230 | - | Alkyl(C8 - C22)sulfonsäure | 300 | |
| 33801 | - | n-Alkyl(C10 - C13)benzensulfonsäure | 1.500 | |
| 34240 | 91082-17-6 | n-Alkan(C10 - C21)sulfonsäurephenylester | 2,5 | |
| 35600 | 1336-21-6 | Ammoniumhydroxid | 50 als NH4+ | |
| 37280 | 1302-78-9 | Bentonit | ||
| 37520 | 2634-33-5 | 1,2-Benzothiazolin-3-on ** | 25 | nur zur Topfkonservierung |
| 38560 | 7128-64-5 | 2,5-Bis(5-tertbutyl-2-benzoxazolyl)thiophen | 30 | |
| 39090 | - | N,N-Bis(2-hydroxyethyl)alkyl (C8 - C18)amin | 60 als tert. Amin | |
| 42500 | - | Carbonate | ||
| 42720 | 8015-86-9 | Carnaubawachs | ||
| 43730 | 55965-84-9 | Mischung von 5-Chloro-2-methyl-2H-isothiazol-3-on und 2-Methyl-2H-isothiazol-3-on 3:1 ** | 7,5 | nur zur Topfkonservierung, QMA = 25 µg/dm2 |
| 43760 | 26172-55-4 | 5-Chlor-2-methyl-2H-isothiazol-3-on ** | 0,5 | nur zur Topfkonservierung |
| 45640 | 5232-99-5 | 2-Cyano-3,3-diphenylethyl acrylat 2,5 | ||
| 45705 | 166412-78-8 | 1,2-Cyclohexyldicarbonsäurediisononylester | TOC | |
| 46640 | 128-37-0 | 2,6-Ditertbutyl-pkresol | 150 | |
| 50640 | 3648-18-8 | Di-noctylzinndilaurat | 0,3 als Zinn | |
| 53520 | 110-30-5 | N,N'-Ethylenbisstearamid | ||
| 58960 | 57-09-0 | Hexadecyltrimethylammoniumbromid | 300 | |
| 59120 | 23128-74-7 | 1,6-Hexamethylenbis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionamid] | TOC | |
| 60480 | 3896-11-5 | 2-(2'-Hydroxy-3'-tertbutyl-5'-methylphenyl)-5-chlorbenzotriazol | TOC | |
| 60560 | 9004-62-0 | Hydroxyethylcellulose | ||
| 61600 | 1843-05-6 | 2-Hydroxy-4-noctyloxybenzophenon | 300 | |
| 62140 | 6303-21-5 | Hypophosphorige Säure | ||
| 63760 | 8002-43-5 | Lecithin | ||
| 64270 | 7447-41-8 | Lithiumchlorid ** | 30 für Li | |
| 66715 | 693-98-1 | 2-Methylimidazol * | 2,5 | |
| 66755 | 2682-20-4 | 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on | 25 | nur zur Topfkonservierung |
| 67850 | 8002-53-7 | Montanwachs | ||
| 68320 | 2082-79-3 | Octadecyl-3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionat | 300 | |
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid ** | ||
| 68960 | 301-02-0 | Oleamid * | ||
| 1313-59-3 | Natriumoxid ** | |||
| 71680 | 6683-19-8 | Pentaerythritoltetrakis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionat] | ||
| 74240 | 31570-04-4 | Tris(2,4-ditertbutylphenyl)-phosphit | ||
| 76721 | 63148-62-9 | Polydimethylsiloxan M > 6.800 Da | Spezifikation entsprechend Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 77360 | 9005-07-6 | Polyethylenglycoldioleat ** | TOC | |
| 77520 | 61791-12-6 | Ester von Polyethylenglycol mit Rizinusöl | TOC | |
| 77600 | 61788-85-0 | Ester von Polyethylenglycol mit hydriertem Rizinusöl | ||
| 77702 | - | Ester von Polyethylenglycol mit aliphatischen Monocarbonsäuren (C6 - C22) und ihre Ammonium- und Natriumsulfate | ||
| 77895 | 68439-49-6 | Polyethylenglycol (EO=2-6) monoalkyl(C16 - C18)ether | 2,5 | |
| 69011-36-5 | Isotridecanol, ethoxyliert | 90 | Spezifikation für das Polymer: Maximaler Restgehalt von 0,2 mg Ethylenoxid/kg | |
| - | Polymere Additive aus Monomeren unter B.3.1.1.9 | |||
| 78160 | 9004-96-0 | Poly(ethylenglycol)monooleat * | TOC | |
| 79550 | 9014-85-1 | 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decyn-4,7-diolether, ethoxyliert (Polyethylenglycol-2,4,7,9-tetramethyl-5-decyn-4,7-diolether) ** | Nur für gesinterte PTFE-Beschichtung | |
| 80000 | 9002-88-4 | Polyethylenwachs | ||
| 80077 | 68441-17-8 | Polyethylenwachs, oxidiert | TOC | |
| 80160 | 37349-34-1 | Polyglycerol-5-stearat ** | ||
| 80480 | 82451-48-7 | Poly(6-morpholino-1, 3, 5-triazin-2,4-diyl)-[(2, 2, 6, 6-tetramethyl-4-piperidyl)imino]hexamethylen[(2, 2, 6, 6-tetramethyl-4-piperidyl)-imino] | 250 | |
| 80640 | - | Silikonpolyether, Polyoxyalkyl (C2 - C4)dimethylpolysiloxan | ||
| 81870 | 35674-65-8 | N,N"-Propan-1,3-diylbis[N"-octadecylharnstoff] | 2,5 | |
| 85360 | 109-43-3 | Dibutylsebacat | TOC | |
| enthalten in 86000 | 67762-90-7 | Siliciumdioxid, Reaktionsprodukt mit Polydimethylsiloxan | ||
| 86240/85580 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 87680 | 1338-43-8 | Sorbitanmonooleat | ||
| 80720 | 8017-16-1 | Polyphosphorsäuren | ||
| 87760 | 26266-57-9 | Sorbitanmonopalmitat | ||
| 91530 | - | Sulfobernsteinsäure, Alkyl (C4 - C20) oder Cyclohexyldiester, Salze | 250 | |
| 95020 | 6846-50-0 | 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandioldiisobutyrat | 250 | |
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, gewonnen aus erdölbasierten oder synthetischen Kohlenwasserstoffen, hohe Viskosität | Spezifikation entsprechend Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 95883 | - | Weiße Mineralöle, paraffinisch, gewonnen aus erdölbasierten Kohlenwasserstoffen | Spezifikation entsprechend Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 95870 | 93384-22-6 | Weizenprotein ** | ||
| 95935 | 11138-66-2 | Xanthan-Gummi |
B 3.1.8 Photoinitiatoren für Klebstoffe
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 38240 | 119-61-9 | Benzophenon | 30 | |
| 48640 | 131-56-6 | 2,4-Dihydroxybenzophenon | 300 | |
| 48720 | 611-99-4 | 4,4'-Dihydroxybenzophenon | ||
| 92470 | 106990-43-6 | N,N",N",N"-Tetrakis(4,6-bis(butyl(N-methyl-2,2,6,6-tetramethylpi-peridin-4-yl)amino)triazin-2-yl)- 4,7-diazadecan-1,1 0-diamin | 2,5 | |
| 94000 | 102-71-6 | Triethanolamin | 2,5 | |
| 94560 | 122-20-3 | Triisopropanolamin | 250 |
Weiterhin alle Stoffe, die unter Lösemittel, Organische Modifizierungsmittel, Bindemittel und Füllstoffe/Farbmittel genannt sind
B 3.1.9 Polymerisationshilfsmittel (Aids to Polymerisation) 20 21 22 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 7775-27-1 | Natriumpersulfat * | ||
| - | 7727-54-0 | Ammoniumpersulfat * | 50 als NH4+ | |
| 34562-31-7 | 3,5-Diethyl-1,2-dihydro-1-phenyl-2-propylpiperidin | 0,1 0,1 für 2-Propyl-3-ethylquinolin | nur für Kaltwasser | |
| - | 7727-21-1 | Kaliumpersulfat * | ||
| 7775-27-1 | Natriumpersulfat | |||
| 9005-82-7 | Amylose ** | |||
| 7681-65-4 | Kupferiodid ** | 50 für Iodid, 200 für Kupfer | ||
| 63240 | 8006-54-0 | Lanoin ** | Spezifikation nach EAB 6 | |
| 219756-63-5 | Natrium-±-C11-Alkoholheptaglykolether-É-sulfat * | 250 | ||
| 27619-97-2 | 1H,1H,2H,2H-Perfluoroctansulfonsäure (FTS) ** | 0,1 | ||
| 94000 | 102-71-6 | Triethanolamin | 2,5 | |
| 603-35-0 | Triphenylphosphin | 0,1 0,1 für Triphenylphosphinoxid | ||
| 67680 | 27107-89-7 | Mono-noctylzinntris(2-ethylhexylthioglycolat) | 60 als Zinn | |
| 50320 | 15571-58-1 | Di-noctylzinnbis(2-ethylhexylthioglycolat) | 0,3 als Zinn | |
| 51040 | 15535-79-2 | Di-noctylzinnthioglycolat | ||
| 93420 | 7646-78-8 | Zinn(IV)chlorid ** |
Die Liste der Zwischenprodukte hat einen informativen Charakter. Sie verdeutlicht die Reaktionswege, die bei der Erstellung der Positivliste berücksichtigt worden sind. Aufgrund der Vielfalt möglicher Reaktionswege ist die Liste der möglichen Zwischenprodukte nicht vollständig. Die Ausgangsstoffe zur Herstellung der Zwischenprodukte müssen in der Tabelle B-1 aufgeführt sein.
Beispielhaft seien genannt:
Tabelle B-2 Zwischenprodukte
| Deutsche Bezeichnung | Englische Bezeichnung | Bausteine |
| Zwischenprodukte mit Epoxidgruppen | ||
| BPA-Harze | Bisphenol A resins | Epichlorhydrin, Bisphenol A |
| BPF-Harze | Bisphenol F resins | Epichlorhydrin, Bisphenol F |
| Phenol-Novolac-Harze (nur für Pulverlacke) | Phenol novolac resins | Bisphenol F diglycidyl ether |
| Epoxyesterharze | Epoxyester resins | Epoxidharze, Fettsäuren |
| Zwischenprodukte mit Aminen | ||
| Kondensationsprodukt von Aldehyd und Polyamin | Condensation product of aldehyd Aldehyde, Amine and polyamine | |
| Mannich Basen und Salze hiervon | Mannich base and salts thereof | Phenole, Formaldehyd, Amine |
| Michael-Additionsprodukte | Michael addition products | ungesättigte Verbindung wie z.B. ungesättigte Säure, Amine |
| Polyaminoamide | Polyaminoamides | Monomerfettsäuren, Dimerfettsäuren, Amine |
| Zwischenprodukte mit Isocyanaten | ||
| Urethanpolyamine | Urethane polyamines | Isocyanate, Amine |
| Poly-/Oligomere von Isocyanaten (Uretdion, Isocyanurat, Biuret) | Polymers or Oligomers of Isocyanates | Isocyanate |
| Blockierte Isocyanate (nur für heißhärtende Beschichtungen) | blocked Isocyanates | Isocyanate, Caprolactam, Butanonoxim |
| Vorpolymere | Prepolymers | Isocyanate, Alkohole, Amine |
| verschiedene Polymertypen | ||
| Polyacrylate | Polyacrylates | |
| Copolymer aus Ethylacrylat und Ethylhexylacrylat | Ethylacrylate-Ethylhexylacrylate copolymer | Ethylacrylat, Ethylhexylacrylat |
| Polybutylacrylate | Polybutylacrylates | Butylacrylat |
| Polymethacrylate | Polymethacrylates | |
| Poly(meth)acrylatpolyole | Poly(meth)acrylate polyols | Acrylsäure, Methacrylsäure, Alkohole |
| Polyethylenglycoldiacrylat | Polyethyleneglycoldiacrylate | Polyethylenglycol, Acrylsäure |
| Polyacrylnitrilpolyole | Polyacrylonitrile Polyols | Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylnitril, Alkohole |
| Polyetherpolyole | Polyether Polyols | Oxiranverbindungen, Alkohole, Tetrahydrofuran, Amine |
| Polyesterpolyole | Polyester Polyols | Carbonsäuren, Alkohole |
| Polyamid | Polyamide | Lactame |
| Phenol-Formaldehydharze | Phenol formaldehyde resins | Phenol, Formaldehyd |
| Harnstoff-Formaldehydharze | Urea formaldehyde resins | Formaldehyd, Harnstoff |
| Copolymer aus Vinylidenchlorid | Vinylidene chloride copolymer | Vinylidenchlorid, andere Monomere |
B 4 Zusatzanforderungen
Es gelten die in Tabelle B-3 festgelegten Zusatzanforderungen für die verschiedenen Bindemittelsysteme von organischen Beschichtungen. Der allgemeine Teil der Bewertungsgrundlage für organische Materialien ist zu beachten.
Werden Bindemitteltypen kombiniert, müssen die Zusatzanforderungen für alle enthaltenen Bindemitteltypen geprüft werden.
Tabelle B-3 Übersicht der Zusatzanforderungen für die verschiedenen Bindemittelsysteme 24
| Stoffe/Stoffgruppen | Beschränkung MTCtap in µg/l | Analysenmethode (Die Verwendung anderer gleichwertiger Analysenmethoden ist möglich.) |
| a) Epoxidharzhaltige Beschichtungen | ||
| Bisphenol A | 2,5 9 | DIN EN 13130-13: 2005-05 |
| Bisphenol F | 2,5 | DIN EN 13130-13:2005-05 |
| BADGE einschließlich ihrer Hydrolyseprodukte | 450 | Amtliche Methode 10 L 00.00-51 |
| BFDGE einschließlich ihrer Hydrolyseprodukte | 2,5 | Amtliche Methode L 00.00-51 |
| NOGE-Isomere mit M < 1000 Da einschließlich der Hydrolyseprodukte | 2,5 | DIN EN 15137: 2006-06 |
| Epichlorhydrin und 3-Monochlor-1,2-propandiol (Hydrolyseprodukt) | 0,1 6 | DIN EN 14207:2003-09 Amtliche Methode 11 B80.56-2 |
| Formaldehyd | 750 | 50. Mitteilung (Bundesgesundhbl. 30 (1987)368) |
| Primäre aromatische Amine | 0,1 | spezifischer Nachweis mit GC-ECD/GC-MS mit Derivatisierung 12 |
| b) Polyurethanhaltige Beschichtungen | ||
| Summe aller Isocyanate | QM= 1 mg/kg | DIN EN 13130-8:2004-08 |
| Alternativ können hydrolysierende Amine im Migrationswasser bestimmt werden. | ||
| Primäre aromatische Amine | 0,1 | spezifischer Nachweis mit GC-ECD/GC-MS mit Derivatisierung |
| c) Polyesterhaltige Beschichtungen | ||
| d) Polyacrylathaltige Beschichtungen | ||
| Acrylate | 300 als Acrylsäure | |
| e) Polyamide | ||
| Primäre aromatische Amine | 0,1 | spezifischer Nachweis mit GC-ECD/GC-MS mit Derivatisierung |
| f) Umsetzungsprodukte der Photoinitiatoren für Klebstoffe | ||
B 5 Regelung für die trinkwasserhygienische Beurteilung von anaeroben Klebstoffen im Kontakt mit Trinkwasser 20
In der Regel vernetzen anaerobe Klebstoffe mit Hilfe von Beschleunigern zu Polyacrylaten bzw. zu Polymethacrylaten. Folgende Ausgangsstoffe werden typischerweise eingesetzt:
Mono-/multifunktionale Acrylate und/oder mono-/multifunktionale Methacrylate (z.B. (Meth-)Acrylate terminierte Verbindungen der Form Acrylat-R-Acrylat und/oder Acrylat-R, mit R = organischer Rest z.B. H, Urethan, Epoxy, Acrylat, aliphatische und aromatische Reste, Polyol) mit einem Gehalt > 60 % bezogen auf das Endprodukt, die zu Polyacrylaten/Polymethacrylaten mit Hilfe von Beschleunigern (z.B. Peroxide und Amine) vernetzen.
Weitere Ausgangsstoffe sind Weichmacher, Füllstoffe, Verdickungsmittel, Polymerisationshilfsmittel, Additive wie Stabilisatoren und Farbmittel.
Die Positivliste dieser Bewertungsgrundlage Anlage B, Tabelle B-1, die auch an der Luft aushärtende Klebstoffe miterfasst, deckt die typischen Formulierungen für anaerobe Klebstoffe nicht ab Außerdem gibt es keine Möglichkeit, diese Produkte entsprechend der Migrationsprüfung gemäß DIN EN 12873-1 bzw. -2 zu prüfen.
Die Kontaktflächen des ausgehärteten anaeroben Klebstoffs mit dem Trinkwasser sind geringer als bei Dichtungen in der Trinkwasserverteilung. Deshalb sind mögliche Stoffübergänge der Ausgangsstoffe aus dem ausgehärteten Klebstoff als (sehr) gering einzuschätzen.
Bei der fabrikmäßigen Anwendung von anaeroben Klebstoffen kann davon ausgegangen werden, dass die Aushärtung unter den vorgegebenen (optimalen) Bedingungen vollständig erfolgt und es im Wasserverteilungssystem zu keinen analytisch messbaren Stoffübergängen kommt. Beim Einsatz auf der Baustelle könnte unsachgemäß eine zu große Menge des Klebstoffs auf das Gewinde aufgebracht werden. Falls diese Mengen nicht abreagieren, könnte eventuell eine Kontamination des Trinkwassers auftreten. Aus diesem Grund ist die sachgemäße Anwendung wichtig. Der Industrieverband Klebstoffe e.V. hat eine Handlungsempfehlung 13 erarbeitet, in der eine sachgemäße Anwendung beschrieben ist.
Bei bestimmungsgemäßer Anwendung der beschriebenen anaeroben Klebstoffe ist mit keiner nachteiligen Beeinträchtigung der Qualität des Trinkwassers zu rechnen.
Eine Konformitätsbestätigung für anaerobe Klebstoffe ist nicht erforderlich.
____
*) Stoffe, die im Rahmen dieser Bewertungsgrundlage national bewertet wurden.
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI Kooperation bewertet wurden und deren Bewertungen von den anderen Staaten übernommen wurden (Aufführung in der 4MSI Core List).
| Schmierstoffe | Anlage C 20 25a |
Diese Anlage gilt für Schmierstoffe.
Schmierstoffe dienen dazu, bei zwei sich in Relativbewegung zueinander befindenden und in Kontakt stehenden Gegenkörpern in einem Tribosystem Reibung und Verschleiß zu vermindern. Schmierstoffe im Sinne dieser Bewertungsgrundlage können im direkten Kontakt mit dem Trinkwasser stehen. Zu unterscheiden sind flüssige, plastischfeste und feste Schmierstoffe. Sie sind immer als Konstruktionselement/-bestandteil einer Trinkwasser- bzw. Sanitärarmatur zu sehen.
Lebensmitteltechnische Schmierstoffe, welche nachweislich der DIN EN ISO 21469 oder anderen internationalen Regelungen entsprechen, sind vor ihrem Einsatz im Trinkwasserbereich von einer hygienischen Beurteilung entsprechend dieser Bewertungsgrundlage nicht ausgenommen.
Gleit- oder Montagehilfsmittel, Metallbearbeitungsmittel und sonstige Hilfsmittel fallen nicht in den Anwendungsbereich.
C 2 Informationen zu Schmierstoffen
Schmierstoffe für den Armaturenbereich setzen sich in der Regel aus dem Grundöl, dem Verdicker und falls erforderlich, einem geringen Gehalt an Additiven bzw. Hilfsstoffen zusammen. Dabei sind die Grundöle Hauptbestandteil mit über 50 % des Schmierstoffes. Die Verdicker sind zu etwa 20 % in Schmierstoffen enthalten. Um gezielte Eigenschaften wie Korrosionsschutz zu erreichen, werden die in der Positivliste genannten Additive und Hilfsstoffe zu etwa 2 % zugesetzt.
Die aufgeführten Gehaltsangaben dienen lediglich zur Einordnung der technologischen Funktion, sie sind nicht relevant für die Übereinstimmung mit der Positivliste.
C 3 Anforderungen an die Zusammensetzung
C 3.1 Positivliste für Schmierstoffe 20 22 24
Zur Herstellung von Schmierstoffen im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabelle C-1 und die für Schmierstoffe akzeptierten Stoffe der 4MSI-Positivlisten verwendet werden.
Für die nicht gelisteten Ausgangsstoffe gelten die Anforderungen für nicht gelistete Ausgangsstoffe einschließlich deren Verunreinigungen und Abbau- und Reaktionsprodukten ( Nummer 5.2.2 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien). Für Farbmittel gelten die Anforderungen entsprechend der Nummer 5.4.3 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien.
Tabelle C-1 Positivliste für Schmierstoffe 22 25a
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | - | Cyclische Organopolysiloxane mit Methylgruppen allein oder n-Alkylgruppen (C2 - C32) * | Zusammensetzung entsprechend BfR-Empfehlung XV 14 | |
| - | 70131-67-8 | Polydimethylsiloxan, hydroxy terminiert * | Zusammensetzung entsprechend BfR-Empfehlung XV 14 | |
| 14411 42880 | 8001-79-4 | Rizinusöl | ||
| 14440 42960 | 64147-40-6 | Rizinusöl, dehydriert | ||
| - | 68083-14-7, 73138-88-2, 68440-81-3 | Silikonöle mit Methyl und Phenylgruppen, linear und verzweigt * | Zusammensetzung entsprechend BfR-Empfehlung XV 14 | |
| 17200 | 68308-53-2 | Sojafettsäuren | ||
| 17236 | 61790-37-2 | Talgölfettsäuren | ||
| 163149-29-9 | Poly-alpha-olefin aus 1-Dodecen und 1-Octen, hydriert | durchschnittliches Molekulargewicht mindestens 440 Da, Viskosität bei 100°C mindestens 3,8 cSt (3,8 × 10-6 m2/s), Massenanteile von Hilfsstoffen und Additiven im Polymer kleiner 0,02% | ||
| 66930 | 68554-70-1 | Methylsilsesquioxan | < 1 mg Methyltrimethoxysilane/ kg Methylsilsesquioxane | |
| 76520 | 9003-29-6 | Polybuten * | Zusammensetzung entsprechend Anlage A | |
| 76530 | 68937-10-0 | Polybuten, hydrogeniert * | Zusammensetzung entsprechend Anlage A | |
| 76685 | 68037-01-4 | Poly-1-decen, hydriert | Verunreinigung an Kohlenwasserstoffen mit einer Kohlenstoffzahl kleiner 30: nicht mehr als 1,5 %, frei von Naphthenen, Aromaten, PAKs | |
| 76721 | 63148-62-9 | Polydimethylsiloxan MG > 6800 Da | Spezifikation entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 76721 | 9016-00-6, 63148-62-9, 68037-74-1 | Methylsilikonöle: linear und verzweigt * | Zusammensetzung entsprechend BfR-Empfehlung XV 14 | |
| 76950 80000 | 9002-88-4 | Polyethylen * | Zusammensetzung entsprechend Anlage A | |
| 80360 | 9003-27-4 | Polyisobutylen * | Zusammensetzung entsprechend Anlage A | |
| 95858 | - | Wachse paraffinisch, raffiniert, oder synthetischen gewonnen aus erdölbasierten Kohlenwasserstoffen, geringe Viskosität | 2,5 | Spezifikation entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 95883 | - | Weiße Mineralöle, paraffinisch, aus erdölbasierten Kohlenwasserstoffen | Spezifikation entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| - | 68604-46-6 | Lithiumsalz der Rizinusölfettsäuren hydrogeniert * | 30 für Lithium |
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10090 30000 | 64-19-7 | Essigsäure | ||
| 10599/56 | - | Calciumsalze von geradkettigen aliphatischen gesättigten einwertigen Carbonsäuren C10 - C20 * | ||
| 13090 37600 | 65-85-0 | Benzoesäure | ||
| 18900 61840 | 106-14-9 | 12-Hydroxystearinsäure | ||
| 24550 89040 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | 20 für Al | |
| 41280 | 1305-62-0 | Calciumhydroxid | ||
| 54450 | - | Fette und Öle tierischen oder pflanzlichen Ursprungs | ||
| 54480 | - | hydrierte Fette und Öle, tierischen und pflanzlichen Ursprungs | ||
| 66240 | 9004-67-5 | Methylcellulose (Gelierungsmittel) | ||
| 69885 | 68988-56-7 | Siliciumdioxid, Reaktionsprodukt mit Trimethylchlorsilan und Isopropylalkohol, Natriumsalz * | Zusammensetzung entsprechend BfR-Empfehlung XV 14 | |
| 81160 | 9002-84-0 | Polytetrafluorethylen * | 2,5 für Tetrafluorethylen | |
| 83560 | 68953-58-2 | Dialkyldimethylammoniumaluminiumsilikat * | ||
| 85680 | 1343-98-2 | Kieselsäure | Reinheitsanforderungen entsprechend Füllstoffe in Nummer 5.4.2 | |
| 86240 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| enthalten in 86285 | 68611-44-9 | Siliciumdioxid, Reaktionsprodukt mit Dimethyldichlorsilan * | ||
| enthalten in 86285 | 68909-20-6 | Siliciumdioxid, Reaktionsprodukt mit Hexamethyldisilazan * | ||
| enthalten in 86285 | 67762-90-7 | Siliciumdioxid, Reaktionsprodukt mit Polydimethylsiloxan * | ||
| - | 54326-11-3 | Aluminiumstearoylbenzoylhydroxid * | ||
| - | 71011-24-0 | quart. Ammoniumverb., Benzyl(hydrierte Talgalkyl)dimethyl, Salze mit Bentonit * | ||
| - | - | Reaktionsprodukt von Sebacinsäure mit Stearylamid, neutralisiert mit Calciumhydroxid * | ||
| - | 7620-77-1 | Lithiumsalz der 12-Hydroxystearinsäure * | 30 für Lithium | |
| - | 25038-74-8 | Polylaurolactam (Polyamid-12) * | 250 für Laurolactam | Zusammensetzung entsprechend Anlage A, Oligomere mit MW < 1.000 Da max. 2 % |
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 637-12-7 | Aluminiumtristearat * | ||
| 40320 | 10043-35-3 | Borsäure | 100 für Bor | |
| 40400 | 10043-11-5 | Bornitrid | ||
| 40720 | 25013-16-5 | tert-Butyl-4-hydroxyanisol (BHA) | TOC | |
| 45940 15095 | 334-48-5 | n-Decansäure | ||
| 46640 | 128-37-0 | 2,6-Ditertbutyl-4-kresol (BHT) | 150 | |
| 52800
16780 | 64-17-5 | Ethanol | ||
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) | 60 | |
| 59200 | 35074-77-2 | 1,6-Hexamethylenbis[3-(3,5- ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)-propionat] | 300 | |
| 66655 21827 | 78-93-3 | Methylethylketon * | 250 | |
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid ** | ||
| 68320 | 2082-79-3 | Octadecyl -3-(3,5-ditertbutyl-4- hydroxyphenyl)propionat | 300 | |
| 71680 | 6683-19-8 | Pentaerythritoltetrakis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)- propionat] | ||
| 74240 | 31570-04-4 | Tris(2,4-ditertbutylphenyl)-phosphit | ||
| 85030 24280 | 111-20-6 | Sebacinsäure | ||
| 86160 | 409-21-2 | Siliciumcarbid | Reinheitsanforderungen entsprechend Füllstoffe in Nummer 5.4.2 | |
| 92880 | 41484-35-9 | Thiodiethylenbis[3-(3,5-ditert- | 120 | |
| 92900 | butyl-4-hydroxyphenyl)propionat] | |||
| 95858 | - | Wachse paraffinisch, raffiniert, gewonnen aus erdölbasierten oder synthetischen Kohlenwasserstoffen, geringe Viskosität | 2,5 | Spezifikation entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, gewonnen aus erdölbasierten oder synthetischen Kohlenwasserstoffen, hohe Viskosität | Spezifikation entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 95870 | 93384-22-6 | Weizenprotein ** | ||
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | 250 für Zink | Reinheitsanforderungen entsprechend Füllstoffe in Nummer 5.4.2 |
| Ref.-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | Beschränkung MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 108-32-7 | Propylencarbonat * | ||
| 16960 15272 | 107-15-3 | Ethylendiamin | 600 | |
| 42500 | - | Carbonate | Reinheitsanforderungen entsprechend Füllstoffe in Nummer 5.4.2 | |
| 52720 | 112-84-5 | Erucasäureamid | ||
| 53520 | 110-30-5 | N,N'-Ethylenbisstearamid | ||
| 72640 23170 | 7664-38-2 | Phosphorsäure | ||
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol * | ||
| 81840 23740 | 57-55-6 | 1,2-Propandiol, Propylenglycol | ||
| 83440 | 2466-09-3 | Pyrophosphorsäure | ||
| 83470 | 14808-60-7 | Quarz | Reinheitsanforderungen entsprechend Füllstoffe in Nummer 5.4.2 | |
| 92080 | 14807-96-6 | Talk | ||
| 93440 | 13463-67-7 | Titandioxid | ||
| 96320 | 1314-98-3 | Zinksulfid | 250 für Zink |
C 4 Spezifizierung der Prüfung für Schmierstoffe
C 4.1 Prüfkörper
Zur Prüfung von Schmierstoffen wird der zu prüfende Schmierstoff 1 mm dick auf eine Glasplatte 200 mm x 200 mm aufgetragen.
C 4.2 Oberfläche/Volumen-Verhältnis
Für die Prüfung entsprechend DIN EN 12731-1: 2014-09 ist ein Oberfläche/Volumenverhältnis von 5 dm-1 einzustellen. Für die Prüfung entsprechend DIN EN 1420: 2016-05 ist ein Oberfläche/Volumenverhältnis von 0,2 dm-1 einzustellen.
Es gelten die Konversionsfaktoren der Tabelle 8 im allgemeinen Teil. Für Schmierstoffe, die für Küchen- oder Sanitärarmaturen verwendet werden, gilt für die Berechnung des ctap ein Konversionsfaktor (Fc) von 0,2 d/dm.
_____
*) Stoffe, die im Rahmen dieser Bewertungsgrundlage national bewertet wurden.
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI-Kooperation bewertet wurden und deren Bewertungen von den anderen Staaten übernommen wurden (Aufführung in der 4MSI Core List).
| Elastomere (informativ) | Anlage D 20 22 25a |
D.1 Anwendungsbereich
Diese Anlage gilt für Elastomere.
Elastomere (Hart- und Weichgummi) sind hochpolymere, organische Netzwerke, die in der Lage sind, große Verformungen reversibel aufzunehmen.
Die Verknüpfungspunkte sind durch Vernetzung entstandene chemische Bindungen in Kautschuken (Naturkautschuk oder Synthesekautschuk) oder in thermoplastischen Elastomeren (z.B. TPE-V).
Silikonelastomere und thermoplastische Elastomere auf Silikonbasis gehören nicht in den Anwendungsbereich der Anlage D.
D.2 Informationen zur Zusammensetzung
Elastomere sind Mehrstoffsysteme und bestehen aus den im Folgenden erläuterten Hauptkomponenten:
Kautschuk ist die Bezeichnung für unvernetzte, aber vernetzbare (vulkanisierbare) Polymere mit kautschukelastischen Eigenschaften bei 20 °C. Kautschuke werden systematisch unterteilt in Natur- und Synthesekautschuke. Naturkautschuk besteht fast ausschließlich aus dem aus Pflanzensäften (Latex) gewonnenen Rohstoff. Synthesekautschuke sind künstlich hergestellte Polymere, die durch Polymerisation von Monomeren gewonnen werden. Entsprechend den vielen unterschiedlichen Einsatzgebieten und Anforderungen an thermische und chemische Beständigkeit existiert eine Vielzahl an Synthesekautschukarten. Durch Mischpolymerisation verschiedener Monomere können die Werkstoffeigenschaften in weiten Grenzen variiert werden.
Füllstoffe, z.B. Ruß oder feinteilige Kieselsäure, haben eine verstärkende Wirkung auf die Polymermatrix und dienen u. a. dazu, die Reißfestigkeit und die Abriebfestigkeit des Produktes zu erhöhen.
Weichmacher werden der Kautschukmischung zugesetzt, um beispielsweise die Härte der Vulkanisate anzupassen, oder die Flexibilität in der Kälte zu verbessern.
Alterungsschutzmittel schützen Elastomere gegen äußere Einwirkungen. Sie wirken z.B. den schädlichen Einflüssen der Oxidation, der Wärme-, Licht- oder auch Ozoneinwirkung auf das Elastomer entgegen.
Verarbeitungshilfsstoffe haben vielfältige Aufgaben in einer Kautschukmischung. Darunter fallen u. a. die Verbesserung der Formbeständigkeit von Kautschukrohlingen, leichtere Verarbeitbarkeit während des Mischprozesses und/oder während der Formgebung u. v. a. m.
Vernetzungsmittel, wie Schwefel, Schwefelspender oder Peroxide, ermöglichen erst die Vulkanisation der Kautschukmischung zum Elastomer. Für die Vulkanisation mit Schwefel werden auch Beschleuniger und Verzögerer verwendet.
D.3 Informationen zur Herstellung von Elastomeren
Die Zusammensetzung und der Herstellungsprozess bestimmen die endgültigen Eigenschaften der Elastomere. Der Mischungsaufbau und der Herstellungsprozess sind wichtige Vorgänge, die vielfältige Maschinen und einen großen Energieeinsatz erfordern. In den meisten Fällen erfolgt die Herstellung in drei Stufen. Dies ist in Abbildung D-1 dargestellt:
Abbildung D-1: Herstellung der Elastomere
Durch Zusammenfügen der in D.2 Informationen zur Zusammensetzung aufgeführten Einzelkomponenten wird auf einem Walzwerk oder in einem Innenmischer unter Zuführung von Energie die unvernetzte Kautschukmischung hergestellt.
Die Formgebung der Kautschukmischung zu Kautschukrohlingen kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Eines der einfachsten Verfahren ist das Extrudieren. Dabei wird die Kautschukmischung durch geformte Düsen gepresst, wobei in Abhängigkeit von der Düsenform flache Streifen, runde Schnüre, Profile oder Schläuche geformt werden. Zur Herstellung von Folien, Platten oder gummiertem Gewebe verwendet man Kalander. Kalander bestehen aus mehr als zwei temperierbaren Walzen.
Durch Vulkanisation wird die Kautschukmischung oder der Kautschukrohling unter Einwirkung von Vernetzungsmitteln und Hitze dreidimensional vernetzt. Dadurch entstehen in der Regel hochelastische Werkstoffe, auch Elastomere genannt.
Das am häufigsten verbreitete Vulkanisationsverfahren ist die Pressen-Heizung. Bei der traditionellen Art des Pressens wird ein vorbereiteter, grob vorgeformter Mischungsrohling in eine vorgeheizte Metallform gebracht, die dann geschlossen zwischen die Platten einer geheizten Presse gelegt wird. Dabei erweicht die Kautschukmischung, nimmt durch den Druck die Form des Hohlraums an und vulkanisiert anschließend aus.
Eine neuere Entwicklung, die sich speziell für die Massenproduktion von Formteilen eignet, ist das Spritzgussverfahren. Dabei wird die heiße Kautschukmischung automatisch in die Formhohlräume gepresst.
Bei anderen Artikeln, z.B. Produkten, die mit Elastomeren ausgekleidet werden, erfolgt die Vulkanisation in Autoklaven bzw. in Vulkanisierkesseln, die nach dem Prinzip eines Dampfkochtopfs arbeiten.
Für Elastomere, die in fortlaufenden Längen hergestellt werden, z.B. Profile, Schläuche, Fördergurte, Kabel usw., werden Spezialeinrichtungen verwendet, die eine kontinuierliche Vulkanisation gestatten. Diese kann beispielsweise in einem Flüssigkeitsbad, in einer Heißluft- oder Dampfstrecke erfolgen.
D.4 Anforderungen an die Zusammensetzung
Zur Herstellung von Elastomeren im Kontakt mit Trinkwasser dürfen nur die gelisteten Ausgangsstoffe der Tabellen D-1, D-2 und die in der Core List der 4MSI-Positivliste für Elastomere aufgeführten Ausgangsstoffe verwendet werden.
Für die nicht gelisteten Ausgangsstoffe gelten die Anforderungen für nicht gelistete Ausgangsstoffe einschließlich deren Verunreinigungen und Abbau- und Reaktionsprodukte (Kapitel 5.2.2 des allgemeinen Teils der Bewertungsgrundlage für organische Materialien). Für Füllstoffe und Farbmittel gelten die Anforderungen entsprechend den Nummern 5.4.2 und 5.4.3 des allgemeinen Teils dieser Bewertungsgrundlage für organische Materialien.
D.4.1 Bewertete Ausgangsstoffe
Tabelle D-1: Ausgangsstoffe für Elastomere, die vom UBA oder im Rahmen der 4MSI-Zusammenarbeit bewertet wurden 25a
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10120 | 108-05-4 | Vinylacetat | 600 | |
| 10690 | 79-10-7 | Acrylsäure | 300 | |
| 12100 | 107-13-1 | Acrylnitril | 0,1 | |
| 13630 | 106-99-0 | Butadien | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 13870 | 106-98-9 | 1-Buten | ||
| 13900 | 107-01-7 | 2-Buten | ||
| 14530 | 7782-50-5 | Chlor | ||
| 15030 | 931-88-4 | Cycloocten | 2,5 | |
| 16950 | 74-85-1 | Ethen | ||
| 17110 | 16219-75-3 | 5-Ethylidenbicyclo[2,2,1]hept-2-en (ENB) | 2,5 | QMA = 0,05 mg/6 dm2 |
| 18430 | 116-15-4 | Hexafluorpropen | 0,1 | |
| 19000 | 115-11-7 | Isobuten | ||
| 20020 | 79-41-4 | Methacrylsäure | 300 | |
| 20410 | 2082-81-7 | 1,4-Butandioldimethacrylat | 2,5 | |
| 21640 | 78-79-5 | 2-Methyl-1,3-butadien (Isopren) | 0,1 | QM = 1 mg/kg |
| 22660 | 111-66-0 | 1-Octen | TOC | |
| - | 1187-93-5 | Perfluormethylperfluorvinylether * | 0,1 | |
| 23980 | 115-07-1 | Propen | ||
| 24610 | 100-42-5 | Styren | ||
| 25120 | 116-14-3 | Tetrafluorethen | 2,5 | |
| 26140 | 75-38-7 | Vinylidenfluorid | 250 | |
| - | 3048-64-4 | 5-Vinylbicyclo[2,2,1]hept-2-en (VNB) * | 2,5 | |
| 24250 | 9006-04-6 | Naturkautschuk | Bei der Gewinnung und Koagulation des Naturkautschuks können Ammoniak, Ameisen- und Essigsäure sowie Natriumbisulfit verwendet werden. Weitere Zusätze des Naturkautschuks müssen in der Positivliste gelistet sein. |
D.4.1.2 Füllstoffe, Pigmente und Farbmittel 24 25a
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 34480 | - | Aluminiumfasern, -flocken, -pulver | 20 für Al | |
| 34560 | 21645-51-2 | Aluminiumhydroxid | ||
| 34690 | 11097-59-9 | Aluminium-Magnesiumhydroxycarbonat | ||
| 34720 | 1344-28-1 | Aluminiumoxid | ||
| 41600 | 12004-14-7 37293-22-4 | Calciumsulfoaluminat | ||
| 41280 | 1305-62-0 | Calciumhydroxid | ||
| 41520 | 1305-78-8 | Calciumoxid | ||
| 42080 | 1333-86-4 | Ruß | PAK und Benzo(a)pyren 10 % der Grenzwerte der TrinkwV | Reinheitsanforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) 10/2011 |
| 42240 | 308063-56-1 | Kohlenstoff-Fasern | entsprechend Email/ Keramik-Bewertungsgrundlage | |
| 42500 | - | Carbonate | ||
| 43280 | 9004-34-6 | Cellulose | ||
| 45280 | - | Baumwollfasern | ||
| 55520 | - | Glasfasern einschließlich Steinwolle mit einem Durchmesser größer als 1 µm (mittlerer Durchmesser: 5-30 µm) | ||
| 55600 | - | Microglaskugeln mit einem mittleren Durchmesser von 5-100 µm | ||
| 58320 | 7782-42-5 | Graphit | entsprechend Email/ Keramik-Bewertungsgrundlage | |
| 62800 | 92704-41-1 | Kaolin, calciniert | ||
| 64640 | 1309-42-8 | Magnesiumhydroxid | ||
| 64720 | 1309-48-4 | Magnesiumoxid | ||
| 83470 | 14808-60-7 | Quarz | ||
| 85601 | - | Silikate, natürliche (außer Asbest) | ||
| 85610 | - | Silikate, natürliche, silyliert (außer Asbest) | ||
| 85680 | 1343-98-2 | Kieselsäure | ||
| 85950 | 37296-97-2 | Magnesium-Natrium-Fluorid-Silikat | 150 für Fluorid | |
| 86000 | - | Kieselsäure, silyliert | ||
| 86240 | 7631-86-9 69012-64-2 | Siliciumdioxid | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 92000 | 7727-43-7 | Bariumsulfat | 70 für Barium | |
| 92080 | 14807-96-6 | Talk | ||
| 93440 | 13463-67-7 | Titandioxid | ||
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | Zusatzanforderung | |
| - | 7778-18-9 | Calciumsulfat (Anhydrit) | ||
| - | 10101-41-4 | Calciumsulfat (Dihydrat) |
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 31920 | 103-23-1 | Di(2-ethylhexyl)adipat | 900 | |
| 34240 | 91082-17-6 | Alkylsulfonsäureester des Phenols (C10 - C21) | 2,5 | |
| 45705 | 166412-78-8 | 1,2-Cyclohexandicarbonsäurediisononylester | TOC | |
| - | 9003-29-6 | Polybuten | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-17-2 | Polybutadien | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| 72081/10 | 88526-47-0 | Erdölkohlenwasserstoffharze, hydriert | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 74560 | 85-68-7 | Benzylbutylphthalat * | 1.500 | Vgl. VO (EU) Nr. 2018/2005 |
| 75105 | 68515-49-1 26761-40-0 | Phthalsäurediester mit primären, gesättigten Alkoholen (C9 - C11), (> 90 % C10) | 450 | |
| - | 9003-27-4 | Polyisobutylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-31-0 | Polyisopren | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, die aus Erdöl oder synthetischen Kohlenwasserstoffen gewonnen werden, hohe Viskosität | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 95883 | - | Weiße Mineralöle paraffinisch, die aus Kohlenwasserstoffen auf der Basis von Erdöl gewonnen werden | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| - | - | Silikone entsprechend der Silikon- Übergangsempfehlung * | Anforderungen entsprechend Silikon-Übergangsempfehlung |
D.4.1.4 Alterungsschutzmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 38800 | 32687-78-8 | N,N'-Bis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxy- phenyl)propionyl]hydrazid | 750 | |
| 40000 | 991-84-4 | 2,4-Bis-noctylmercapto-6- (4-hydroxy-3,5-ditertbutylanilino)-1,3,5-triazin | 1.500 | |
| 40020 | 110553-27-0 | 2,4-Bis(octylthiomethyl)-6-methyl- phenol | 250 | |
| 45450 | 68610-51-5 | p-Kresol-Dicyclopentadien-Isobutylen, Copolymer | 250 | |
| 46640 | 128-37-0 | 2,6-Ditertbutyl-pkresol (BHT) | 150 | |
| 66400 | 88-24-4 | 2,2'-Methylenbis(4-ethyl-6-tertbutylphenol) | 75 | |
| 66480 | 119-47-1 | 2,2'-Methylenbis(4-methyl-6-tertbutylphenol) | ||
| 66560 | 4066-02-8 | 2,2'-Methylenbis(4-methyl-6-cyclohexylphenol) | 150 | |
| 66580 | 77-62-3 | 2,2'-Methylenbis[4-methyl-6-(1-methylcyclohexyl)phenol] | ||
| 67850 | 8002-53-7 | Montanwachs | ||
| 68320 | 2082-79-3 | Octadecyl-3(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionat | 300 | |
| 71680 | 6683-19-8 | Pentaerythritoltetrakis[3-(3,5-ditertbutyl-4-hydroxyphenyl)-propionat] | ||
| 74240 | 31570-04-4 | Tris(2,4-ditertbutylphenyl)-phosphit | ||
| 74400 | - | Tris(nonyl- und/oder Dinonylphenyl)- phosphit | 1.500 | |
| 92800 | 96-69-5 | 4,4'-Thiobis(6-tertbutyl-3- methylphenol) | 24 | |
| 95200 | 1709-70-2 | 1,3,5-Trimethyl-2,4,6-tris(3,5-ditertbutyl-4-hydroxybenzyl)benzen | ||
| 95859 | - | Wachse, raffiniert, die aus Erdöl oder synthetischen Kohlenwasserstoffen gewonnen werden, hohe Viskosität | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| - | 7782-99-2 | Schweflige Säure * | 500 als SO2 |
D.4.1.5 Verarbeitungshilfsstoffe, Haftvermittler und Zusatzstoffe für Füllstoffe 24 25a
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 10599/90A | 61788-89-4 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), Dimere, destilliert | 2,5 | |
| 10599/91 | 61788-89-4 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), Dimere, nicht destilliert | ||
| 10599/92A | 68783-41-5 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), hydriert, Dimere, destilliert | ||
| 10599/93 | 68783-41-5 | Fettsäuren, ungesättigt (C18), hydriert, Dimere, nicht destilliert | ||
| 14450/1 | 61789-45-5 | Rizinusölfettsäuren, dehydriert | ||
| 15910 | 108-46-3 | 1,3-Dihydroxybenzen | 120 | |
| 16697 | 693-23-2 | Dodecandisäure | ||
| 17170 | 61788-47-4 | Fettsäuren aus Kokosöl | ||
| 18070 | 108-55-4 | Glutarsäureanhydrid | ||
| 18250 | 115-28-6 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäure | 0,1 | |
| 18280 | 115-27-5 | Hexachlorendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid | ||
| 18880 | 99-96-7 | p-Hydroxybenzoesäure | ||
| 19150 | 121-91-5 | Isophthalsäure | 250 | |
| 19270 | 97-65-4 | Itakonsäure | ||
| 24160 | 8052-10-6 | Tallölharz | ||
| 24280 | 111-20-6 | Sebacinsäure | ||
| 24430 | 2561-88-8 | Sebacinsäureanhydrid | ||
| 24520 | 8001-22-7 | Sojaöl | ||
| 25960 | 57-13-6 | Harnstoff | ||
| 26305 | 78-08-0 | Vinyltriethoxysilan | 2,5 | |
| 26320 | 2768-02-7 | Vinyltrimethoxysilan | 2,5 | |
| 30000 | 64-19-7 | Essigsäure * | ||
| 30610 | - | Monocarbonsäuren, (C2 - C24) aliphatisch, linear, aus natürlichen Ölen und Fetten und deren Mono-, Di-, Triglycerolester (verzweigte Fettsäuren natürlichen Ursprungs sind eingeschlossen) | ||
| 30612 | - | Monocarbonsäuren, (C2-C24) aliphatisch, geradkettig, synthetisch und deren Mono-, Di-, Triglycerolester | ||
| 31348 | 85116-93-4 | Fettsäuren (C16-C18), Ester mit Pentaerythrit * | nicht umgesetzte Fettsäuren < 5 % | |
| 34230 | - | Alkyl(C8 - C22)sulfonsäuren | 300 | |
| 34240 | 91082-17-6 | Alkyl(C10 - C21)sulfonsäureester mit Phenol | 2,5 | |
| 35320 | 7664-41-7 | Ammoniak * | 50 für NH4+ | |
| 37520 | 2634-33-5 | 1,2-Benzothiazolin-3-on ** | 25 | nur zur Topfkonservierung |
| 42720 | 8015-86-9 | Carnaubawachs | ||
| 44160 | 77-92-9 | Zitronensäure | ||
| 45940 | 334-48-5 | n-Decansäure | ||
| 46720 | 4130-42-1 | 2,6-Ditertbutyl-4-ethylphenol | 240 | |
| 47060 | 171090-93-0 | 3-(3,5-Ditertbutyl-4-hydroxyphenyl) propionsäureester mit geradkettigen oder verzweigten Alkoholen (C13-C15) | 2,5 | |
| 52720 | 112-84-5 | Erucasäureamid | ||
| 52730 | 112-86-7 | Erucasäure | ||
| 54450 | - | Fette und Öle (tierischen und pflanzlichen Ursprungs) | ||
| 55040 | 64-18-6 | Ameisensäure | ||
| 55120 | 110-17-8 | Fumarsäure | ||
| 55190 | 29204-02-2 | Gadoleinsäure | ||
| 55680 | 110-94-1 | Glutarsäure | ||
| 55920 | 56-81-5 | Glycerol | ||
| 56540 | - | Ester von Glycerol mit Ölsäure | ||
| 61840 | 106-14-9 | 12-Hydroxystearinsäure | ||
| 62960 | 50-21-5 | Hydroxypropionsäure (Milchsäure) | ||
| 63280 | 143-07-7 | Laurinsäure | ||
| 63760 | 8002-43-5 | Lecithin | ||
| 64560 | 7786-30-3 7791-18-6 | Magnesiumchlorid | ||
| 64800 | 110-16-7 | Maleinsäure | 1.500 | |
| 64900 | 108-31-6 | Maleinsäureanhydrid | ||
| 65020 | 6915-15-7 | Apfelsäure | ||
| 65040 | 141-82-2 | Malonsäure | ||
| 67840 | - | Montansäuren und/oder deren Ester mit Ethylenglycol und/oder 1,3-Butandiol und/oder Glycerol | ||
| 67891 | 544-63-8 | Myristinsäure | ||
| 68960 | 301-02-0 | Ölsäureamid | ||
| 69040 | 112-80-1 | Ölsäure | ||
| 69920 | 144-62-7 | Oxalsäure | 300 | |
| 70400 | 57-10-3 | Palmitinsäure | ||
| 76721 | 63148-62-9 | Polydimethylsiloxan (Molmasse > 6.800 Da) | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 | |
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 77520 | 61791-12-6 | Polyethylenglycolester mit Rizinusöl | TOC | |
| 77600 | 61788-85-0 | Polyethylenglycolester mit hydriertem Rizinusöl | ||
| 77702 | - | Ester von Polyethylenglycol mit aliphatischen Monocarbonsäuren (C6 - C22) und ihre Ammonium- und Natriumsulfate | ||
| 77708 | - | Polyethylenglycolether (EO = 1-50) von linearen und verzweigten primären Alkoholen (C8 - C22) | 90 | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 77895 | 68439-49-6 | Polyethylenglycol (EO = 2-6) mono-alkylether (C16 - C18) | 2,5 | |
| 79040 | 9005-64-5 | Polyethylenglycolsorbitanmonolaurat | ||
| 79120 | 9005-65-6 | Polyethylenglycolsorbitanmonooleat | ||
| 79280 | 9005-67-8 | Polyethylenglycolsorbitanmonostearat * | ||
| 79920 | 9003-11-6
106392-12-5 | Poly(ethylenpropylen)glycol | ||
| 80000 | 9002-88-4 | Polyethylenwachs | ||
| 83610 | 73138-82-6 | Harzsäuren | ||
| 83840 | 8050-09-7 | Kolophonium | ||
| 84000 | 8050-31-5 | Kolophonium, Ester mit Glycerol | ||
| 84640 | 69-72-7 | Salicylsäure | ||
| 88640 | 8013-07-8 | Sojabohnenöl, epoxidiert (Oxiran < 8 %, Iodzahl < 6 %) | TOC | |
| 88960 | 124-26-5 | Stearinsäureamid | ||
| 89040 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 90960 | 110-15-6 | Bernsteinsäure | ||
| 92160 | 87-69-4
133-37-9 | Weinsäure | ||
| 93520 | 59-02-9
10191-41-0 | ±-Tocopherol | ||
| 94320 | 112-27-6 | Triethylenglycol * | ||
| 95858 | - | Wachse, paraffinisch, raffiniert, gewonnen aus erdölbasierten oder synthetischen Kohlenwasserstoffen, niedrige Viskosität | 2,5 | Anforderungen in Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 |
| 95870 | 93384-22-6 | Weizenprotein ** | ||
| - | 1313-59-3 | Natriumoxid ** | ||
| - | 9002-88-4 | Polyethylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 9003-07-0 | Polypropylen | Zusammensetzung entsprechend Anlage A Kunststoffe, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | Silikonöl entsprechend der Silikon- Übergangsempfehlung * | Anforderungen entsprechend Silikon-Übergangsempfehlung | ||
| - | 2098907-70-9 | Siloxan und Silikon, dimethyl, hydroxy- terminiert (Molmasse > 7.400 Da) Ether mit C16 - C18-Fettsäureester mit Pentaerythritol * | Polymer enthält Siloxan und Silicon, dimethyl, hydroxyterminiert, C16-C18-Fettsäureester mit Pentaerytritol und Fettsäuren | |
| - | 9006-24-0 | Xylolformaldehyd-Harze * | Zusammensetzung entsprechend Anlage B Organische Beschichtungen, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | - | Zinksalze von Fettsäuren (tierischen und pflanzlichen Ursprungs) der Kettenlänge C14 - C20 | Zusatzanforderung | |
| - | 557-05-1 | Zinkstearat | Zusatzanforderung |
D.4.1.6 Vernetzungsmittel
D.4.1.6.1 Peroxide und Coagenzien für die peroxidische Vernetzung 24
Peroxide
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 47080 | 110-05-4 | Ditert-Butylperoxid ** | 0,1 15 für Methyltert-Butylether (MtBE) 500 für tert Butanol | |
| 38600 | 78-63-7 | 2,5-Bis(tertbutylperoxy)-2,5-dimethyl- hexan | 0,1 500 für tert-Butanol, 0,1 für tert-Amyl- alkohol 0,1 für 2,5-Dimethyl- 2,5-hexandiol 0,1 für 2,2,5,5-Tetra-methyl-tetra-hydrofuran | Bei über 0,4 % (m/m) in der Formulierung: 0,1 µg/l für 3,3,6,6-Tetramethyl-1,2-dioxan 0,1 µg/l für Di-tert-butylperoxid |
| - | 80-43-3 | Dicumylperoxid | 0,1 2,5 für Cumylalkohol 0,1 für Methylcumyl-ether 2,5 für ±-Methyl- styren 0,7 für Acetophenon |
Coagenzien für die peroxidische Vernetzung
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 25840 | 3290-92-4 | 1,1,1-Trimethylolpropantrimethacrylat | 2,5 | |
| 25390 | 101-37-1 | Triallylcyanurat * | 2,5 |
D.4.1.6.2 Mercaptobeschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
D.4.1.6.3 andere Beschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 37600 | 65-85-0 | Benzoesäure | ||
| 41280 | 1305-62-0 | Calciumhydroxid | ||
| 41520 | 1305-78-8 | Calciumoxid | ||
| 42500 | 3486-35-9 | Zinkcarbonat | Zusatzanforderung | |
| 45760 | 108-91-8 | Cyclohexylamin | ||
| 47680 | 111-46-6 | Diethylenglycol | 1.500 | |
| 59280 | 100-97-0 | Hexamethylentetramin | 750 als Formaldehyd | |
| 64720 | 1309-48-4 | Magnesiumoxid | ||
| 76320 | 85-44-9 | Phthalsäureanhydrid | ||
| 76960 | 25322-68-3 | Polyethylenglycol | ||
| 80800 | 25322-69-4 | Polypropylenglycol | ||
| 84640 | 69-72-7 | Salicylsäure | ||
| 89040 | 57-11-4 | Stearinsäure | ||
| 91840 | 7704-34-9 | Schwefel | ||
| 94560 | 122-20-3 | Triisopropanolamin | 250 | |
| 96240 | 1314-13-2 | Zinkoxid | Zusatzanforderung |
D.4.1.6.4 andere Vernetzungsmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 9003-35-4 | Phenolformaldehydharze | Zusammensetzung entsprechend Anlage B Organische Beschichtungen, Molmasse > 1.000 Da | |
| - | 25085-50-1 | 4-tert-Butylphenol-Formaldehyd-Harz * | 2,5 µg/l für 4-tert- Butylphenol,
750 µg/l für Formaldehyd, 50 µg/l für Xylol | mit der Spezifikation des Maximalgehalts an oligomeren Bestandteilen mit einer Molmasse unter 1.000 Da von 25 % und des Maximalgehalts der Methylolgruppe von 16 % |
D.4.1.7 Polymerisationshilfsstoffe 24
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 23680/81280 | 9002-89-5 | Polyvinylalkohol ** | Herstellung durch Sintern | |
| 59330 | 110-54-3 | n-Hexan * einschl. Strukturisomere bis 40 % (Cyclohexan < 3 %) EC-Nr.: 925-292-5 | 250 | MTCtap muss nicht bestimmt werden bei Prozesstemperaturen > 100 °C |
| 93540 | 108-88-3 | Toluen * | 60 | MTCtap liegt über dem Geruchsschwellenwert |
| 53600 | 60-00-4 | Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) * | 60 | |
| 66620 | 75-09-2 | Dichlormethan ** | 2,5 | |
| 91920 | 7664-93-9 | Schwefelsäure * | ||
| - | 7637-07-2 | Bortrifluorid ** | 100 als Bor 150 als Fluorid | |
| - | 7681-65-4 | Kupferiodid ** | 50 als Iodid 200 als Kupfer | |
| 18115/
57520 | 31566-31-1 | Glycerolmonostearat ** | ||
| - | 1333-74-0 | Wasserstoff ** |
D.4.2 Vorläufig bewertete Ausgangsstoffe
Folgende Substanzen werden vorläufig gelistet, da ihre Bewertung noch nicht abgeschlossen ist.
Tabelle D-2: Ausgangsstoffe für Elastomere, die vom UBA vorläufig bewertet wurden
D.4.2.1 Füllstoffe, Pigmente und Farbmittel
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 26125-61-1 | p-Aramidfaser | 0,1 für p-Phenylendiamin, 375 für Terephthalsäure | Molmasse > 1.000 Da |
D.4.2.2 Verarbeitungshilfsstoffe, Haftvermittler und Zusatzstoffe für Füllstoffe
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 68071-15-8 | Butandiololeat, ethoxyliert | 2,5 |
D.4.2.3 Vernetzungsmittel
D.4.2.3.2 Mercaptobeschleuniger 24
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| 65768 | 149-30-4 | 2-Mercaptobenzothiazol (2-MBT) | 100 | |
| - | 155-04-4 | Zink-2-mercaptobenzothiazol | 100 für 2-MBT | Zusatzanforderung |
| 95-33-0 | N-Cyclohexylbenzothiazol-2-sulfenamid * (CBS) | 0,1
100 µg/l für 2-Mercapto-benzothiazol (2-MBT) 2,5 µg/l für 2,2'Dithio-bis-benzothiazol (Di(benzothiazol-2-yl)disulfid, MBTS) 2,5 µg/l für Cyclohexylamin 0,1 µg/l für Benzothiazol und 0,1 µg/l für 2-Benzothiazolon (bis zum 31.12.2026 gilt MTCtap = 2,5 µg/l als Summe von Benzothiazol und Benzothiazolon) | Entsprechende Produkte dürfen nur außerhalb der Trinkwasserinstallation und nur mit Kaltwasser verwendet werden. |
D.4.2.3.3 andere Beschleuniger
| Ref-Nr. | CAS-Nr. | Substanz | MTCtap in µg/l | Andere Beschränkungen |
| - | 1318-02-1 | Zeolithe, natürliche und synthetische, Natriumform | 20 µg/l für Al | Anforderungen entsprechend Nummer 5.4.2 |
D.4.3 Kautschuke
In Tabelle D-3 sind typische Kautschuke aufgeführt, die bei der Erstellung der Positivliste berücksichtigt wurden. Aufgrund der Vielfalt möglicher Reaktionswege ist die Liste nicht vollständig. Die Ausgangsstoffe zur Herstellung der Kautschuke müssen in der Tabelle D-1 aufgeführt sein.
Tabelle D-3: Informative Liste von Kautschuken zur Herstellung von Elastomeren
| Name | Kurzzeichen nach DIN ISO 1629 |
| Acrylnitril-Buta-1,3-dien-Kautschuk | NBR |
| Chloriertes Polyethylen | CM |
| Chlor-Isobuten-Isopren-Kautschuk (Chlorbutyl-Kautschuk) | CIIR |
| Copolymere aus Ethen und Propen | EPM |
| Copolymere aus Hexafluorpropen und Vinylidenfluorid | FPM |
| Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate | EVM bzw. EVA, beide Bezeichnungen zulässig, EVM bei VA-Gehalten > 40 %, EVA bei VA-Gehalten < 40 % |
| Isobuten-Isopren-Kautschuk (Butylkautschuk) | IIR |
| Isopren-Kautschuke, synthetisch | IR |
| Naturkautschuk | NR |
| Polybutadien | BR |
| Polybutylen | |
| Polycycloocten | |
| Polyisobuten | IM bzw. PIB beide Bezeichnungen erlaubt |
| Quatropolymer aus Ethen, Propen, Vinylnorbornen und Ethyliden-Norbornen | EPDM |
| Styrol-Butadien-Kautschuk | SBR |
| Terpolymer aus Ethen, Propen und Ethyliden-Norbornen | EPDM |
| Terpolymer aus Ethen, Propen und Vinylnorbornen | EPDM |
| Terpolymere aus Hexafluorpropylen, Vinylidenfluorid und Tetrafluorethylen | FPM |
| Verschnitte aus Kautschukpolymeren und Polymeren entsprechend Anlage A Kunststoffe |
D.5 Zusatzanforderungen
Es gelten die in Tabelle D-4 festgelegten Zusatzanforderungen für Elastomere. Der allgemeine Teil der Bewertungsgrundlage für organische Materialien ist zu beachten.
Werden Elastomere und Polymere kombiniert, die in den Anwendungsbereich der Anlage A fallen, müssen die Zusatzanforderungen der Anlage A ebenfalls überprüft werden.
Tabelle D-4: Zusatzanforderungen für Elastomere 24
| Stoffe/Stoffgruppen | MTCtap in µg/l | Analysenmethode |
| Zink | 250 | DEV 16 |
*) Stoffe, die im Rahmen dieser Bewertungsgrundlage national bewertet wurden.
**) Stoffe, die von einem anderen EU-Mitgliedstaat im Rahmen der 4MSI-Kooperation bewertet wurden und deren Bewertungen von den anderen Staaten übernommen wurden (Aufführung in der 4MSI Core List).
| Thermoplastische Elastomere (TPE) (informativ) | Anlage E 20 22 |
E.1 Anwendungsbereich
TPE nehmen eine Sonderstellung zwischen Kunststoffen und Elastomeren ein. Sie weisen elastische Eigenschaften auf, die denen von vulkanisiertem Kautschuk ähnlich sind und lassen sich wie Thermoplaste verarbeiten.
TPE können aus verschiedenen Polymeren zusammengesetzt sein. Dabei liegen weiche und harte Segmente in getrennten Phasen vor. Kennzeichnend für TPE sind physikalische (thermolabile, reversibel spaltbare) oder chemische Vernetzungsstellen. In DIN EN ISO 18064: 2015-03 sind verschiedene TPE-Typen unterschieden und in ein Nomenklatursystem eingeordnet.
E.2 Informationen zu TPE
Physikalisch vernetzte TPE im Lebensmittelkontakt fallen entsprechend dem Standpunkt der Europäischen Kommission in den Regelungsbereich der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 "Union Guidelines on Regulation (EU) 10/2011 on plastic materials and articles intended to come into contact with food 17". In Analogie zu dieser Entscheidung sind physikalisch vernetzte TPE nach der Anlage A Kunststoffe zu bewerten.
Chemisch vernetzte TPE ähneln in ihrer Zusammensetzung eher Elastomeren. Daher sind diese TPE-Typen entsprechend der Anlage D Elastomere dieser Bewertungsgrundlage zu bewerten.
E.3 Anforderung an die Zusammensetzung
Entsprechend der Zusammensetzung der Polymere erfolgt die Rezepturbewertung entsprechend der Anlagen A und/oder D und/oder F.
| Silikone (informativ) | Anlage F 20 22 |
Silikone fallen derzeit nicht in den Geltungsbereich dieser Bewertungsgrundlage. Zum Nachweis der trinkwasserhygienischen Eignung kann die Übergangsempfehlung zur vorläufigen trinkwasserhygienischen Beurteilung von Silikonen im Kontakt mit Trinkwasser (Silikon-Übergangsempfehlung) 18 herangezogen werden.
______
1) "Notifiziert gemäß der Richtlinie (EU) 2015/1535 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. September 2015 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 241 vom 17.09.2015 S. 1)."
2) Notifiziert unter 2018/480/D
3) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/beurteilung-materialbuertiger-kontaminationen-des
4) https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/trinkwasser-verteilen/anerkennung-harmonisierung-4ms-initiative
5) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/uebergangsempfehlung-zur-vorlaeufigen
6) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/geschaeftsordnung-des-umweltbundesamtes-fuehren-der
7) https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/rn-21
8) https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/6768
9) https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/trinkwasser-verteilen/anerkennungharmonisierung-4ms-initiative
10) Link zu common approach on organic materials-part a
11) Link zu common approach on organic materials-part b
12) Modellierungsleitlinie: Leitlinie zur mathematischen Abschätzung der Migration von Einzelstoffen aus organischen Materialien in das Trinkwasser, Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2009:52(11):1105-1112, https://www.umweltbundesamt.de/dokument/leitlinie-zur-mathematischen-abschaetzung-migration
13) Bei der Beurteilung der Tendenz werden vor allem die letzten Messwerte und mögliche analytische Schwankungsbreiten berücksichtigt.
14) 25a DIN 53770: Pigmente und Füllstoffe - Bestimmung der salzsäurelöslichen Anteile -
Teil 1: 2014-12 Herstellen von Säureextrakten
Teil 16: 2007-09 Bestimmung von 12 Elementen durch induktiv gekoppelte Plasma-Atom-Emissionsspektrometrie
15) Allgemeine Prüfverfahren für Pigmente und Füllstoffe - Teil 3: Bestimmung der wasserlöslichen Anteile, Heißextraktionsverfahren
16) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/bewertungsgrundlage-fuer-emails-keramische
17) Leitlinie zur mathematischen Abschätzung der Migration von Einzelstoffen aus organischen Materialien in das Trinkwasser: https://www.umweltbundesamt.de/dokument/leitlinie-zur-mathematischen-abschaetzung-migration
18) ATP: Adenosintriphosphat
19) Leitlinie zur mathematischen Abschätzung der Migration von Einzelstoffen aus organischen Materialien in das Trinkwasser: https://www.umweltbundesamt.de/dokument/leitlinie-zur-mathematischen-abschaetzungmigration
20) Siehe Tabelle 2: Risikobasierte Anforderungen der KTW-BWGL
Fn. der Anlagen
1) Ausgenommen die in der Verordnung 10/2011 zugelassenen PAA
2) Analysenmethode: Pietsch et al (1996) Fresenius J. Anal. Chem. 355:164-173 oder Pietsch et. al. (1997), Vom Wasser 88: 119-135
3) Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung (DEV)
4) Roland Benedix, Bauchemie - Einführung in die Bauchemie für Ingenieure, 3. Auflage, Teubner, 2006, S. 457 ff.
5) Die Erstellung dieser Bewertungsgrundlage wird unter Berücksichtigung der revidierten europäischen Trinkwasserrichtlinie (RL (EU) 2020/2184) erfolgen.
6) (aufgehoben)
7) https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/cementitious_products_-_4ms_common_approach_jmc_final_draft_ sep_2018_2_0.pdf
8) DVGW Arbeitsblatt W347 (Mai2006):Hygienische Anforderungen an zementgebundene Werkstoffe im Trinkwasserbereich-Prüfung und Bewertung
9) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/neueregelungvonbisphenol-akonsequenzenfuer
10) Amtliche Methoden für die Untersuchung von Lebensmitteln: Amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB (vormals § 35 LMBG): https://www.methodensammlungbvl.de/de/dokumente
11) Amtliche Methoden für die Untersuchung von Lebensmitteln: Amtliche Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB (vormals § 35 LMBG): https://www.methodensammlungbvl.de/de/dokumente
12) Analysenmethode: Pietsch et al (1996) Fresenius J. Anal. Chem. 355:164-173 oder Pietsch et. al. (1997) Vom Wasser 88: 119-135
13) https://www.klebstoffe.com/dieweltdesklebens/informationen/publikationen/merkblaetter/verschiedenes.html
14) https://bfr.ble.de/ kse/faces/DBEmpfehlung.jsp
15) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/leitliniezurhygienischenbeurteilungvon-0
16) Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung (DEV)
17) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/empfehlungzurhygienischenbeurteilungvon
18) ) https://www.umweltbundesamt.de/dokument/uebergangsempfehlung-zur-vorlaeufigen
| ENDE | |