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Richtlinie über die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen
- Sachsen -
Fassung November 2000
(Amtsblatt Sonderdruck Nr. 2 vom 23.01.2002 S. 134; 17.05.2010 SDr. Nr. 1 S. 2aufgehoben)
1 Anwendungsbereich
Nach § 46 Abs. 3 Satz 2, § 48 Abs. 1 Satz 2 und § 48 Abs. 2 Satz 7 SächsBO sind in Wohnungen nur dann Küchen, Kochnischen, Bäder und Toilettenräume ohne Außenfenster (im Folgenden fensterlose Räume genannt) zulässig, wenn eine wirksame Lüftung dieser Räume gewährleistet ist. Diese Voraussetzung liegt vor, wenn die Lüftung den nachfolgenden Anforderungen entspricht.
2 Lüftungstechnische Mindestanforderungen
Jeder fensterlose Raum einer Wohnung muss eine Zuluftversorgung haben und an eine Lüftungsanlage unmittelbar angeschlossen sein. Die der Zuluftversorgung und Entlüftung dienenden Anlagen und Einrichtungen müssen eine ständige Grundlüftung der fensterlosen Räume, in Küchen zusätzlich eine Stoßlüftung mit Außenluft ermöglichen. Die Grundlüftung muss so angeordnet und eingerichtet sein, dass in der Wohnung keine Zugbelästigung entstehen und keine Gerüche in andere Räume übertragen werden. Alle fensterlosen Räume der Wohnung müssen gleichzeitig gelüftet werden können.
2.1 Zuluftversorgung
Den fensterlosen Räumen muss planmäßig ein Zuluft-Volumenstrom mit mindestens den in Tabelle 1 angegebenen Luftraten zugeführt werden können.
2.1.1 Zuluft aus der Wohnung
Die Zuluft darf- außer in den Fällen der Nr. 2.1.2 a, b und e - den Räumen der Wohnung entnommen werden. Für die Zuluftversorgung aus der Wohnung darf eine Luftrate von 0,5 m3/h je m3 Rauminhalt der Räume mit Außenfenstern oder Außentüren in der Wohnung angerechnet werden, soweit in diesen Räumen keine Feuerstätten stehen, die ihre Verbrennungsluft dem Abstellraum entnehmen (raumluftabhängige Feuerstätten), und zwischen diesen Räumen und den fensterlosen Räumen eine Verbindung durch Nachströmöffnungen oder -spalte oder undichte Innentüren besteht.
2.1.2 Zuluft über Lüftungsanlagen und -einrichtungen
Die Zuluft muss über eine Belüftungsanlage mit Ventilator oder über dichte Leitungen vom Freien oder über Außenluftöffnungen den fensterlosen Räumen unmittelbar zugeführt werden
Die Zuluft darf auch außerhalb der fensterlosen Räume an zentraler Stelle der Wohnung (zum Beispiel im Wohnungsflur) oder durch Öffnungen in den Außenwänden der Wohnung (zum Beispiel im oberen Fensterrahmen) zugeführt werden, wenn zu den fensterlosen Räumen eine Verbindung durch Nachströmöffnungen oder -spalte oder undichte Innentüren besteht. Dies gilt jedoch nicht für die Stoßlüftung von Küchen und bei mehreren fensterlosen Räumen in der Wohnung mit Abluftschächten ohne Ventilatoren (Nr. 2.2.2).
Außenluftöffnungen, Leitungen vom Freien und Belüftungsanlagen mit Ventilator sind so zu bemessen, dass sich für den planmäßigen Zuluft-Volumenstrom rechnerisch kein größerer Unterdruck in der Wohnung als 8 Pa gegenüber dem Freien ergibt. Befinden sich in der Wohnung raumluftabhängige Feuerstätten, sind die Öffnungen, Leitungen und Belüftungsanlagen so zu bemessen, dass sich für die Summe aus dem planmäßigen Volumenstrom und dem Verbrennungsluftvolumenstrom (=1,6 m3/h je kW Nennwärmeleistung) kein größerer Unterdruck in der Wohnung als 4 Pa gegenüber dem Freien errechnet. Belüftungsanlagen mit Ventilatoren müssen ferner so ausgelegt und mit der Entlüftungsanlage und den raumluftabhängigen Feuerstätten verblockt sein, dass in den fensterlosen Räumen kein Überdruck gegenüber benachbarten Räumen entsteht und die Feuerstätten nur bei ausreichender Verbrennungsluftversorgung betrieben werden können.
Außenluftöffnungen und Leitungen vom Freien, die auch der Verbrennungsluftversorgung von Feuerstätten dienen, dürfen nicht abzusperren sein oder ihre Verschlüsse müssen so mit den raumluftabhängigen Feuerstätten verblockt sein, dass die Feuerstätten nur bei ausreichender Verbrennungsluftversorgung betrieben werden können. Andere Außenluftöffnungen und Leitungen vom Freien sowie Belüftungsanlagen mit Ventilatoren, die nicht vorgewärmte Luft fördern, müssen in der Wohnung absperrbar sein.
2.2 Entlüftungsanlagen
Die Entlüftungsanlage muss die Abluft über dichte Leitungen ins Freie fördern und mindestens für einen Abluftvolumenstrom in Höhe der in Tabelle 1 angegebenen Luftraten bemessen sein.
| Fensterloser Raum | Luftrate in m3/h | |
| Betriebsdauer = 12 Std./Tag | beliebige Betriebsdauer | |
| 1 | 2 | 3 |
| Küche: | ||
| - Grundlüftung | 40 | 60 |
| - Stoßlüftung | 200 | 200 |
| Kochnische: | 40 | 60 |
| Bad (auch mit WC): | 40 | 60 |
| Toilettenraum: | 20 | 30 |
2.2.1 Entlüftungsanlagen mit Ventilatoren
Die Entlüftungsanlagen müssen Ventilatoren mit steiler Kennlinie haben. Entlüftungsanlagen die für eine Luftrate nach Spalte 2 der Tabelle 1 bemessen sind, müssen mit selbsttätigen Einrichtungen ausgestattet sein, die eine tägliche Betriebsdauer von mindestens zwölf Stunden sicherstellen. Bei Entlüftungsanlagen mit einer Luftrate nach Spalte 3 der Tabelle 1 dürfen die Ventilatoren - ausgenommen von Zentrallüftungsanlagen nach Nr. 2.3 - vom Nutzer abzuschalten sein (Bedarfslüftung).
2.2.2 Abluftschächte ohne Ventilatoren
Für fensterlose Bäder und Toilettenräume genügen als Entlüftungsanlagen Abluftschächte ohne Ventilatoren, wenn
2.2.3 Abluftöffnungen
Die Abluftöffnungen der Entlüftungsanlagen dürfen in jedem fensterlosen Raum von Hand absperrbar sein oder selbsttätige Rückschlagklappen haben.
2.2.4 Raumluftabhängige Feuerstätten und Entlüftungsanlagen mit Ventilatoren
Die Aufstellung von raumluftabhängigen Feuerstätten in Wohnungen mit Entlüftungsanlagen mit Ventilatoren darf nur bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 4 der Sächsischen Feuerungsverordnung (SächsFeuVO) vom 17. September 1998 (SächsGVBl. S. 516) erfolgen.
2.3 Lüftungsanlagen für mehrere Wohnungen
Die fensterlosen Räume mehrerer Wohnungen dürfen über gemeinsame Anlagen oder Lüftungsleitungen be- und entlüftet
werden. Die Entlüftungsanlage muss dazu
Sowohl bei Einzellüftungsgeräten als auch bei Zentralentlüftungsanlagen müssen die Zuluftöffnungen in den Wohnungen von Hand absperrbar oder mit selbsttätigen Absperrklappen versehen sein.
2.4 Lüftungsanlagen nach DIN 18017
Lüftungsanlagen nach DIN 18017 Teil 1, Ausgabe Februar 1987 und Teil 3, Ausgabe August 1990, für fensterlose Bäder und Toilettenräume in Wohnungen erfüllen die lüftungstechnischen Anforderungen nach den Abschnitten 2 bis 2.3, wenn die Wohnungen keine fensterlosen Küchen und Kochnischen aufweisen.
3 Schallschutzanforderungen
( § 38 Abs. 4 SächsBO)
Lüftungsanlagen und -leitungen für fensterlose Räume in Wohnungen müssen gegen die Weiterleitung von Schall in andere Wohnungen oder fremde Räume entsprechend DIN 4109 und Beiblatt 1 zu DIN 4109, Ausgabe November 1989, gedämmt sein.
4 Brandschutzanforderungen
( § 38 Abs. 2, 3 SächsBO)
Lüftungsanlagen und -leitungen für fensterlose Räume in Wohnungen müssen der mit der Liste der eingeführten Technischen Baubestimmungen (LTB) bauaufsichtlich eingeführten Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (Lüftungsanlagen-Richtlinie LüAR) genügen.
5 Bauzustandsbesichtigung
( § 79 SächsBO)
Zur Bauzustandsbesichtigung hat der Bauherr zum Nachweis, dass die Lüftung den lüftungstechnischen Mindestanforderungen dieser Richtlinie entspricht, eine Bescheinigung des Fachunternehmers beizubringen. Bei Lüftungsanlagen nach DIN 18017 ist darüber hinaus in der Bescheinigung der entsprechende Teil der Norm und die Art der Lüftungsanlage anzugeben.
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ENDE |
(Stand: 16.06.2018)
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