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Leitsätze für Obsterzeugnisse
Vom 8. Januar .2008
(BAnz. Nr. 89a vom 18.06.2008 S. 8; 09.06.2022 B1 aufgehoben)
Zu den vorherigen Regelungen:
Leitsätze für tiefgefrorenes Obst und Gemüse
Leitsätze für verarbeitetes Obst
Leitsätze für verarbeitetes Gemüse
Siehe Fn. *
1. Allgemeine Beurteilungsmerkmale
1.1 Begriffsbestimmungen
1.1.1 Obsterzeugnisse im Sinne dieser Leitsätze sind Erzeugnisse aus ganzen Früchten, Teilen von Früchten oder Zubereitungen daraus, die durch ein geeignetes Verfahren haltbar gemacht worden sind. Dazu gehören insbesondere
1.1.2 Obsterzeugnisse sind Erzeugnisse aus Obst einschließlich Rhabarber. Auch Rübenkraut ist ein Erzeugnis im Sinne dieser Leitsätze.
1.1.3 Diese Leitsätze gelten nicht für Fruchtsäfte, Fruchtnektare, Fruchtmark, Konfitüren, Marmeladen, Gelees und andere Erzeugnisse, die der Fruchtsaftverordnung 1 bzw. der Konfitürenverordnung 2 unterliegen.
1.1.4 Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht.
1.2 Herstellung
1.2.1 Die verwendete Rohware ist gesundes und frisches Obst, von einer geeigneten Sorte und in einem geeigneten Reifestadium. Sie ist praktisch frei von Fäulnis, Schädlingen wie Maden, Würmern und Insekten oder ähnlichen Mängeln. Die Rohware wird je nach Obstart gewaschen, gereinigt, geputzt, von zum Verzehr nicht geeigneten Teilen wie Stielen, Steinen, Kernen und/oder Schalen so weit wie technisch möglich befreit und gegebenenfalls zerkleinert.
1.2.2 Die vorbereitete Rohware wird je nach dem gewählten Verfahren zum fertigen Erzeugnis weiterverarbeitet und vor oder nach dem Verpacken in geeigneten Behältnissen haltbar gemacht.
Zum Haltbarmachen sind insbesondere die folgenden Verfahren, auch in Kombination miteinander, üblich:
1.2.3 Zur Herstellung von Obsterzeugnissen werden außer Obst je nach Produktgruppe weitere Zutaten nach Maßgabe der Rechtsvorschriften verwendet. Zur Herstellung von tiefgefrorenen Obsterzeugnissen aus einer Obstart werden keine weiteren Zutaten verwendet.
1.3 Beschaffenheitsmerkmale
1.3.1 Obsterzeugnisse entsprechen in ihren sensorischen Eigenschaften der verwendeten Obstart oder den verwendeten Obstarten. Sie sind praktisch frei von nicht zum Verzehr geeigneten Bestandteilen wie mineralischen Bestandteilen, z.B. Erde, Steine oder Sand, und sonstigen Verunreinigungen, z.B. Blätter, Zweige, Stiele und Schädlinge.
1.3.2 Tiefgefrorene Obsterzeugnisse werden so hergestellt, dass sie nach dem Auftauen so wenig Flüssigkeit wie möglich abgeben und ihre ursprüngliche Form weitgehend behalten. Zur Überprüfung dieser Beschaffenheit wird der Dripverlust bestimmt. Hierzu werden mindestens 200 g tiefgefrorene Früchte auf einem Sieb mit einer Maschenweite von 2 mm abgedeckt bei Raumtemperatur (20 bis 25 °C) innerhalb von maximal 3 Stunden auf eine Produkttemperatur von 5 bis 10 °C aufgetaut. Die abgetropfte Flüssigkeit wird gewogen.
1.3.3 Sofern der Leitsatz für die einzelnen Erzeugnisse nicht etwas anderes angibt, gelten folgende Toleranzregeln:
1.4 Bezeichnung und Aufmachung
1.4.1 Für Obsterzeugnisse werden Verkehrsbezeichnungen und sonstige Angaben verwendet, die der Zusammensetzung und den sensorischen Eigenschaften des Erzeugnisses entsprechen. In den Leitsätzen sind die Verkehrsbezeichnungen kursiv gedruckt.
1.4.2 Bei Obsterzeugnissen enthält die Verkehrsbezeichnung in der Regel den Namen der verwendeten Obstart oder der verwendeten Obstarten. Außer der Obstart kann der Sortenname angegeben sein. Der Sortenname wird in Einzelfällen auch allein als Verkehrsbezeichnung verwendet (z.B. Schattenmorellen). Weitere Verkehrsbezeichnungen sind in den "Besonderen Beurteilungsmerkmalen" beschrieben.
1.4.3 Bildliche Darstellungen der Rohware entsprechen jeweils der verwendeten Obstart oder den verwendeten Obstarten. Bei Mischungen wird das anteilige Mischungsverhältnis annähernd berücksichtigt.
1.4.4 Bei Obstkonserven mit Aufguss wird die Verkehrsbezeichnung ergänzt durch Angaben über die Art der Verarbeitung und die Verarbeitungsform, wenn bei einzelnen Erzeugnissen nicht anders beschrieben auch über die Zuckerkonzentrationsstufe.
2. Besondere Beurteilungsmerkmale für tiefgefrorene Obsterzeugnisse
2.1 Herstellung und Beschaffenheitsmerkmale
2.1.1 Als tiefgefrorene Obsterzeugnisse werden insbesondere hergestellt:
2.1.2 Tiefgefrorene Obsterzeugnisse haben nach dem Auftauen auf 5 °C bis 10 °C eine annähernd einheitliche Farbe. In Farbe, Struktur, Geruch und Geschmack entsprechen sie je nach verwendeter Obstart nach dem Auftauen weitgehend dem frischen Obst.
2.1.3 Tiefgefrorene Obsterzeugnisse sind, so weit wie technisch möglich, frei von Fehlern. Für einzelne Erzeugnisse sind Fehlertoleranzen aufgeführt.
2.1.4 Je Fruchtart werden innerhalb einer Packung in der Regel nur Früchte derselben Sorte und annähernd gleicher Größe verwendet.
3. Verkehrsbezeichnungen und tolerierbare Anteile an Fehlern für einzelne Erzeugnisse
3.1 Tiefgefrorene Obsterzeugnisse aus einer Fruchtart
3.1.1 Brombeeren
3.1.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Brombeeren sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Kulturart Rubus fruticosus L.
Tiefgefrorene Kultur-Brombeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Brombeeren in Verkehr gebracht. Bei Verwendung von Wildformen wird in der Verkehrsbezeichnung darauf hingewiesen.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten und Blättern befreit und in einem geeigneten Verführen einzeln entnehmbar tiefgefroren.
3.1.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Brombeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte in der Regel von großfruchtigen Sorten mit einer sortentypischen schwarzen/schwarzroten Farbe verwendet.
Die sachgerecht aufgetauten Brombeeren sind von typischer schwarzer Farbe, haben eine feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen, nicht ledrig oder zäh; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig säuerlich, frisch und ohne Fremdnoten wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine leichte Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 2 |
| Vertrocknet oder unterentwickelt | je Stück | 2 |
| Kelche oder Blütenböden | je Stück | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 |
| Leichter Schimmelbefall | je Stück | 3 |
| Schwerer Schimmelbefall | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 5 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
Tiefgefrorene Brombeeren weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 10 % auf.
3.1.2 Erdbeeren
3.1.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Erdbeeren sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Art Fragaria ananassa.
Tiefgefrorene Erdbeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Erdbeeren in Verkehr gebracht. Der Zusatz von weiteren Zutaten, zum Beispiel Zuckerarten 5, ist unüblich.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, sorgfältig gewaschen, entkelcht, von fehlerhaften Früchten befreit und in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.
3.1.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Erdbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen roten Farbe verwendet, die in der Regel auch auf das Fruchtfleisch zutrifft.
Die sachgerecht aufgetauten Erdbeeren sind von frischer typischer Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig frisch und ohne Fremdnoten wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine merkliche Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Überreif | je Stück | 2 |
| Unreif | je Stück | 3 |
| Unterentwickelt | je Stück | 3 |
| Kelche | je Stück | 2 |
| Sichtbare Erd- oder Sandreste | je Stück | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 15 |
Tiefgefrorene Erdbeeren weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 15 % auf.
3.1.3 Heidelbeeren
3.1.3.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Heidelbeeren sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L.
Tiefgefrorene Heidelbeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Heidelbeeren, Waldheidelbeeren oder Blaubeeren in Verkehr gebracht. Bei Verwendung von Kulturheidelbeeren Vaccinium corymbosum L. lautet die Verkehrsbezeichnung Kultur-Heidelbeeren.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, von Stielchen und pflanzlichen Fremdteilen befreit in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren und dann verlesen.
3.1.3.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Heidelbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer produkttypischen schwarzblauen Farbe verwendet.
Die sachgerecht aufgetauten Heidelbeeren sind von schwarzblauer Farbe, haben eine pralle Form und sind nicht matschig oder zusammenfallend; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind typisch fruchtig frisch, ohne Fremdnoten wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine leichte Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere oder ein pflanzliches Fremdteil wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | |
| Heidelbeeren | Kultur-Heidelbeeren | ||
| Unreif | je 1 % (m/m) | 5 | 5 |
| Vertrocknet | je Stück | 1 | 2 |
| Stielchen | je 10 Stücke | 2 | 5 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 2 | 3 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 1 | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 30 | 20 |
Tiefgefrorene Heidelbeeren weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 15 % auf.
3.1.4 Himbeeren
3.1.4.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Himbeeren sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Art Rubus idaeus L.
Tiefgefrorene Himbeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Himbeeren in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, entkelcht, von fehlerhaften Früchten befreit und in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.
3.1.4.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Himbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen roten Farbe verwendet.
Die sachgerecht aufgetauten Himbeeren sind von frischer typischer Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig frisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine merkliche Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 5 |
| Vertrocknet oder unterentwickelt | je Stück | 3 |
| Kelche oder Blütenböden | je Stück | 2 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 2 |
| Leichter Schimmelbefall | je Stück | 3 |
| Schwerer Schimmelbefall | je Stück | 5 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 15 |
Tiefgefrorene Himbeeren weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 10 % auf.
Der Anteil an Bruchstücken (Gries) überschreitet 10 % (m/m) nicht.
3.1.5 Johannisbeeren
3.1.5.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene rote Johannisbeeren sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Art Ribes rubrum L.
Tiefgefrorene rote Johannisbeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Johannisbeeren in Verkehr gebracht. Bei Verwendung von schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigrum L.) lautet die Verkehrsbezeichnung schwarze Johannisbeeren, bei Verwendung von weißen Johannisbeeren (Ribes rubrum L.) lautet die Verkehrsbezeichnung weiße Johannisbeeren.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, von Rispen und pflanzlichen Fremdteilen befreit in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren und dann verlesen.
3.1.5.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Johannisbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen Farbe verwendet.
Die sachgerecht aufgetauten Johannisbeeren sind von gleichmäßiger Farbe, haben eine pralle Form und sind nicht matschig oder zusammenfallend; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind typisch fruchtig, frisch und ohne Fremdnoten wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine leichte Süße auf. Schwarze Johannisbeeren haben einen leicht bitteren Geschmack.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere oder ein pflanzliches Fremdteil wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 1 |
| Vertrocknet | je Stück | 2 |
| Rispen | je Stück | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Schimmelbefall | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 30 |
Tiefgefrorene Johannisbeeren weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 15 % auf.
3.1.6 Kirschen
3.1.6.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Kirschen sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Art Prunus cerasus L. (Sauerkirschen).
Tiefgefrorene Kirschen werden mit der Verkehrsbezeichnung Kirschen in Verkehr gebracht. Der Sortenname Schattenmorellen kann als Verkehrsbezeichnung verwendet werden.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, entsteint und in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.
3.1.6.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Kirschen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von Kirschsteinen und anderen nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen dunkelroten Farbe verwendet.
Die sachgerecht aufgetauten Kirschen sind von typischer Farbe, haben eine feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig säuerlich, frisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine leichte Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Frucht oder ein pflanzliches Fremdteil wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je 1 % (m/m) | 2 |
| Steine, Steinfragmente | je Stück | 10 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
Tiefgefrorene Kirschen weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 10 % auf.
3.1.7 Pflaumen
3.1.7.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Pflaumen sind Erzeugnisse aus den frischen, gesunden Früchten der Art Prunus domestica L.
Tiefgefrorene Pflaumen werden mit der Verkehrsbezeichnung Pflaumen (Zwetschen/Zwetschgen) in Verkehr gebracht. Die übliche Angebotsform ist halbiert, ohne Stein. Der Zusatz von Zuckerarten 5 ist unüblich.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, sorgfältig entsteint, zerteilt und in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.
3.1.7.2 Beschaffenheitsmerkmale
Tiefgefrorene Pflaumen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von Pflaumensteinen und anderen nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen blauen/blaurötlichen Farbe verwendet. Die Früchte sind annähernd frei von Maden. Maden und Madennester sind nicht auszuschließen, kommen aber nur vereinzelt vor. Schalenfehler wie z.B. Schorf dürfen das Erscheinungsbild des Gesamterzeugnisses nicht wesentlich beeinträchtigen.
Die sachgerecht aufgetauten Pflaumen sind von typischer Farbe, haben eine feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen; ein leichter Fruchtsaftaustritt ist typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig säuerlich, frisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig. Im Geschmack weisen sie eine merkliche Süße auf.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden, wenn nicht anders angegeben, im unaufgetauten Zustand der Probe ermittelt.
Eine Frucht oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je 1 % (m/m) | 2 |
| Steine, Steinfragmente | je Stück | 10 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 2 |
| Schädlingsbefall | je Stück | 10 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
Tiefgefrorene Pflaumen weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 10 % auf.
3.2 Tiefgefrorene Obsterzeugnisse aus mehreren Fruchtarten
3.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Tiefgefrorene Obstmischungen sind Erzeugnisse aus tiefgefrorenen Früchten, die sachgerecht verarbeitet wurden. Jede Komponente der Mischung entspricht den "Allgemeinen Beurteilungsmerkmalen" sowie gegebenenfalls den "Besonderen Beurteilungsmerkmalen" für die jeweilige Fruchtart.
Tiefgefrorene Obstmischungen werden mit den Verkehrsbezeichnungen Obst-, Frucht- oder Beeren-Mischung, Obst-, Frucht- oder Beeren-Salat, Obst-, Frucht- oder Beeren-Cocktail oder Beerenobstteller in Verkehr gebracht. In Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung können die enthaltenen Fruchtarten angegeben werden. Üblicherweise enthalten tiefgefrorene Obstmischungen mindestens vier Obstarten.
Produkte mit dem Hinweis "tropisch" enthalten überwiegend folgende tropische und andere Fruchtarten: Ananas, Kiwi, Mango, Melone, Papaya, Pfirsiche, Weinbeeren, Zitrusfrüchte.
Beerenmischungen oder Waldbeerenmischungen enthalten ausschließlich Beerenfrüchte, wie z.B. Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren.
Neben den oben genannten tiefgefrorenen Obstmischungen gibt es Mischungen aus tiefgefrorenen Obstarten mit weiteren Zutaten, wie Fruchtsäften 1, Fruchtsaftkonzentraten 1, Zuckerarten 5, Süßungsmitteln 4 oder Aromen 6. Diese werden unter Hinweis auf die genannten Zusätze mit beschreibenden Verkehrsbezeichnungen 7 in Verkehr gebracht.
3.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die verwendeten Früchte werden in einem geeigneten Reifezustand geerntet, sorgfältig verarbeitet und einzeln entnehmbar tiefgefroren. Sofern nicht für die einzelnen Fruchtarten besondere Beschaffenheitsmerkmale festgelegt sind, sind sie praktisch fehlerfrei.
Früchte großfruchtiger Obstarten werden zerteilt verwendet. Innerhalb einer Obstart haben Fruchtteile und unzerteilt verwendete Früchte eine annähernd gleichmäßige Größe.
Folgende Früchte werden für tiefgefrorene Obsterzeugnisse aus mehreren Fruchtarten in den aufgeführten Verarbeitungsformen verwendet:
| Fruchtart | Verarbeitungsform | Zerkleinerungsgrad |
| Ananas | geschält, ohne Kernholz | Chunks, Stücke, halbe Scheiben, Scheiben |
| Äpfel | geschält, ohne Kerne/Kerngehäuse | Spalten, Stücke, Würfel, Streifen |
| Aprikosen | geschält oder ungeschält, entsteint | halbe Frucht, Würfel |
| Bananen | geschält | Scheiben, Stücke, Würfel |
| Birnen | geschält, ohne Kerne/Kerngehäuse | Würfel, Stücke |
| Boysenbeeren | ganze Frucht | |
| Brombeeren | entkelcht | ganze Frucht |
| Erdbeeren | entkelcht | ganze Frucht |
| Feigen | ganze Frucht, halbiert, geviertelt | |
| Heidelbeeren | ganze Frucht | |
| Kulturheidelbeeren | ganze Frucht | |
| Himbeeren | entkelcht | ganze Frucht |
| Johannisbeeren rot, weiß, schwarz | ganze Frucht | |
| Kirschen | entsteint | ganze Frucht |
| Kiwi | geschält | Würfel, Scheiben |
| Lychees | geschält, entsteint | ganze Frucht |
| Mangos | geschält, entsteint | Würfel, Stücke |
| Melonen grün oder gelb | geschält, ohne Kerne/Kerngehäuse | Bällchen, Würfel |
| Papaya | geschält, ohne Kerne/Kerngehäuse | Würfel, Stücke, Bällchen |
| Pfirsiche | geschält, entsteint | Spalten, Würfel, Stücke |
| Pflaumen | entsteint | halbe Frucht |
| Walderdbeeren | ganze Frucht | |
| Weintrauben blau oder weiß | kernlos | ganze Frucht |
| Zitrusfrüchte (Orangen, Mandarinen, Grapefruit) | geschält, ohne Kerne, Segmente mit und ohne Haut | Segmente |
Die sachgerecht aufgetaute Obstmischung enthält in Form und Farbe sortentypische Früchte. Die Fruchte sind nicht matschig oder zusammenfallend. Bei Obstmischungen ohne weitere Zutaten ist ein leichter Fruchtsaftaustritt typisch. Geruch und Geschmack sind fruchtig frisch und typisch für die einzelnen Obstarten. Tiefgefrorene Obstmischungen haben keinen Fremdgeruch oder Fremdgeschmack wie z.B. muffig oder gärig.
Tiefgefrorene Obstmischungen ohne weitere Zutaten weisen nach dem Auftauen einen Dripverlust von maximal 15 % auf.
Bei tiefgefrorenen Obstmischungen mit weiteren Zutaten kann der Dripverlust bis zu 35 % betragen.
4. Besondere Beurteilungsmerkmale für Obstkonserven
4.1 Herstellung und Beschaffenheitsmerkmale
4.1.1 Als Obstkonserven, die ausschließlich durch Pasteurisation in luftdicht verschlossenen Behältnissen haltbar gemacht sind, werden insbesondere hergestellt:
4.1.2 Als Verarbeitungsformen sind insbesondere üblich:
| Ganze Frucht: | Mit Stein oder entsteint, mit oder ohne Kerngehäuse, mit oder ohne Stiel, ungeschält oder geschält |
| Halbe Frucht: | .In annähernd gleiche Hälften, möglichst in Richtung der Wachstumsachse geteilte Frucht |
| Viertel: | In vier annähernd gleichmäßige Stücke, möglichst in Richtung der Wachstumsachse geteilte Frucht |
| Schnitten: | In mehr als vier annähernd gleichmäßige Stücke, möglichst in Richtung der Wachstumsachse geteilte Frucht |
| Ganze Segmente: | Ganze und praktisch ganze Segmente von Zitrusfrüchten, die mindestens 2/3 der ursprünglichen Größe aufweisen, einschließlich eingerissener Segmente |
| Scheiben: | In Scheiben von annähernd gleicher Dicke geschnittene Frucht |
| Würfel: | In Würfel von annähernd gleicher Kantenlänge geschnittene Frucht |
| Bällchen: | Aus Fruchtfleisch gewonnene, annähernd kugelförmige Stücke |
| Stücke: | In unregelmäßige Stücke geschnittene Frucht |
| Chunks: | Große regelmäßige Stücke aus Ananasscheiben |
| Tidbits: | Kleine trapezförmige Stücke aus Ananasscheiben. |
4.1.3 Zuckerkonzentrationsstufen
Zur geschmacklichen Unterscheidung sind bei Obstkonserven mit Zuckerzusatz folgende Zuckerkonzentrationsstufen verkehrsüblich:
| Bezeichnung der Zuckerkonzentrationsstufe | Zuckerkonzentration |
| "sehr leicht gezuckert" | 9 % - 14 % |
| "leicht gezuckert" | 14 % - 17 % |
| "gezuckert" | 17 % - 20 % |
| "stark gezuckert" | über 20 % |
Die angegebenen Werte beziehen sich auf das Fertigerzeugnis. Die Bestimmung der Zuckerkonzentration erfolgt im homogenisierten Erzeugnis refraktometrisch, gemessen bei 20 °C, ohne Säurekorrektur in °Brix, entsprechend g Saccharose/100 g Lösung 8.
Die untere Grenze der jeweiligen Zuckerkonzentrationsstufe wird im Mittel nicht unterschritten; die obere Grenze wird im Mittel um nicht mehr als 1 % (absolut) überschritten.
Die Feststellung des Mittelwertes erfolgt entsprechend den Regeln zur Füllmengenkontrolle gemäß Fertigpackungsverordnung 8.
4.1.4 Ohne Zusatz von Zuckerarten 5 hergestellte Obstkonserven werden als "Dunst"-Obsterzeugnisse gekennzeichnet. Wird stattdessen ein Hinweis wie "ohne Zuckerzusatz" bzw. "ungezuckert" gegeben, sollte auf den natürlichen Zuckergehalt hingewiesen werden 9.
4.1.5 Obstkonserven, die als Aufgussflüssigkeit einen Fruchtsaft 1 enthalten, tragen die Verkehrsbezeichnung der Frucht bzw. der Früchte und des jeweiligen Fruchtsaftes, bei der gleichen Fruchtart auch mit der Angabe " ... im eigenen Saft".
4.2 Verkehrsbezeichnungen, Abtropfgewichte und tolerierbare Anteile an Fehlern für einzelne Erzeugnisse
4.2.1 Obstkonserven aus einer Fruchtart mit Aufguss
4.2.1.1 Ananas
4.2.1.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Ananaskonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Ananas comosus L. Merr.
Ananas wird mit der Verkehrsbezeichnung Ananas in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "Scheiben", "halbe Scheiben" und "Stücke".
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, sorgfältig von der Schale und vom Zentralzylinder befreit und zerkleinert. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Ananas in der jeweiligen Verarbeitungsform ist in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Ananaskonserven sind von typischer, gelber Farbe, sie haben eine feste, jedoch nicht harte Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Scheiben u. a | X | 58 | X | 58 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt mindestens 20 ganze oder halbe Scheiben beziehungsweise 50 Chunks beziehungsweise 500 g bei Stücken und Tidbits. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Scheibe, eine halbe Scheibe, ein Tidbit, ein Chunk oder ein Stück werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | ||
| Schreiben/halbe Scheiben | Chunks | Stücke, Tidbits | ||
| Unreif | je Stück | 1 | 1 | 1 |
| Holzige Teile | je Stück | 1 | 1 | 1 |
| Schnittfehler | je Stück | 1 | 1 | 1 |
| Schälfehler | je Stück | 2 | 3 | 3 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 3 | 5 | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 2 | 1 | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 5 | 15 | 25 |
4.2.1.2 Aprikosen
4.2.1.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Aprikosenkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus armeniaca L.
Aprikosen werden mit der Verkehrsbezeichnung Aprikosen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "halbe Frucht". Die übliche Angebotsform sind halbe Früchte, geschält und entsteint.
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, geschält, zerteilt und sorgfältig entsteint. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Aprikosen in der jeweiligen Verarbeitungsform sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von Aprikosensteinen und anderen nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen gelben bis gelbrötlichen Farbe verwendet.
Die Früchte in Aprikosenkonserven sind von typischer gelber Farbe und haben eine feste, nicht harte Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig säuerlich und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Halbe Früchte | IX | 56 | IX | 56 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine halbe Frucht wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 1 |
| Steine | je Stück | 10 |
| Schnittfehler | je Stück | 1 |
| Schalenreste | je Stück | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 4 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
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4.2.1.3 Birnen
4.2.1.3.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Birnenkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Pyrus communis L.
Birnen werden mit der Verkehrsbezeichnung Birnen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "halbe Frucht", "Viertel", "Würfel".
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, sorgfältig geschält, von Kerngehäuse und Stiel befreit und zerteilt. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert. Ganze Früchte mit Kerngehäuse werden geschält oder ungeschält, mit oder ohne Stiel in Verkehr gebracht.
4.2.1.3.2 Beschaffenheitsmerkmale
Birnen in der jeweiligen Verarbeitungsform sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Birnenkonserven sind von typischer weißer Farbe, haben eine feste, jedoch nicht harte Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/ 100 ml Randvollvolumen |
Gruppe | g Abtropfgewicht/ 100 ml Randvollvolumen |
|
| Ganz | IV | 46 | V | 50 |
| Halbe | IV | 46 | VII | 54 |
| Viertel | IV | 46 | IX | 56 |
| Stücke, Würfel | V | 50 | IX | 56 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine halbe oder viertel Frucht oder ein Würfel werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | ||
| halbe | Viertel | Würfel | ||
| Kerne | je Stück | 5 | 5 | 5 |
| Kerngehäuse | je Stück | 5 | 3 | 2 |
| Schnittfehler und Bruchstücke | je Stück | 4 | 2 | 1 |
| Schalenreste | je Stück | 5 | 3 | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 | 10 | 2 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 10 | 6 | 3 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 5 | 3 | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobengröße | 20 | 20 | 30 |
4.2.1.4 Brombeeren
4.2.1.4.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Brombeerkonserven sind Erzeugnisse aus den reifen und gesunden Früchten der Kulturart Kubus fruticosus L. Brombeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Brombeeren als ganze Frucht in Verkehr gebracht.
Zur Herstellung von Brombeeren mit Aufgussflüssigkeit werden üblicherweise tiefgefrorene Brombeeren verwendet. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.4.2 Beschaffenheitsmerkmale
Brombeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte in der Regel von großfruchtigen Sorten mit einer sortentypischen schwarzen/schwarzroten Farbe verwendet.
Die Früchte in Brombeerkonserven sind von typischer schwarzer Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | II | 37 | II | 37 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 2 |
| Früchte mit Kelchen oder Blütenböden | je Stück | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 3 |
| Fehler, gesamt | Standardprobengröße | 20 |
4.2.1.5 Erdbeeren
4.2.1.5.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Erdbeerkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Fragaria ananassa. Erdbeeren werden als ganze Frucht mit der Verkehrsbezeichnung Erdbeeren in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, sorgfältig gewaschen, entkelcht und von fehlerhaften Früchten befreit. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert. Zur Herstellung von Erdbeeren mit Aufgussflüssigkeit werden auch tiefgefrorene Erdbeeren verwendet.
4.2.1.5.2 Beschaffenheitsmerkmale
Erdbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen roten Farbe verwendet.
Die Früchte in Erdbeerkonserven sind von typischer roter Farbe, haben eine noch feste Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | I | 35 | 1 | 35 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 2 |
| Fehlerhafte Früchte | je Stück | 3 |
| Früchte mit Kelchen oder Kelchteilen | je Stück | 4 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 3 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
4.2.1.6 Feigen
4.2.1.6.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Feigenkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen und gesunden Früchten der Art Ficus carica L. Feigen werden als ganze Frucht mit der Verkehrsbezeichnung Feigen in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, sorgfältig gewaschen, von fehlerhaften Früchten befreit und mit einer Aufgussflüssigkeit durch Pasteurisation haltbar gemacht.
Zur Herstellung von Feigenkonserven in Aufgussflüssigkeit mit Zusatz von Zuckerarten 5 werden auch Dunstfeigenkonserven verwendet.
4.2.1.6.2 Beschaffenheitsmerkmale
Feigen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit sortentypischer blauroter Schale und rötlichem Fruchtfleisch verwendet.
Die Früchte in Feigenkonserven sind von gelbgrüner Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen. Das Fruchtfleisch enthält feine Kerne. Geruch und Geschmack sind fruchttypisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | V | 50 | V | 50 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Feige oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 3 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
4.2.1.7 Grapefruit
4.2.1.7.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Grapefruitkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Citrus paradisi Macf.
Grapefruits werden als ganze Segmente mit der Verkehrsbezeichnung Grapefruit in Verkehr gebracht.
Die frischen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, von fehlerhaften Früchten befreit, geschält, in Segmente geteilt, von Segmentmembran und Kernen befreit. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.7.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die Segmente in Grapefruit-Konserven sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen.
Die Früchte in Grapefruitkonserven sind von typischer hellgelber Farbe, haben eine feste Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig, leicht bitter und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Segmente | V | 50 | V | 50 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten ]Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Ein Grapefruitsegment oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Gebrochene Segmente | je 1 % (m/m) | 1 |
| Kerne | je Stück | 5 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 25 |
4.2.1.8 Heidelbeeren
4.2.1.8.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Heidelbeerkonserven sind Erzeugnisse aus den reifen und gesunden Früchten der Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L.
Heidelbeeren werden als ganze Frucht mit der Verkehrsbezeichnung Heidelbeeren, Waldheidelbeeren oder Blaubeeren in Verkehr gebracht. Bei Verwendung von Kulturheidelbeeren Vaccinium corymbosum L. lautet die Verkehrsbezeichnung Kultur-Heidelbeeren.
Die Früchte werden sorgfältig geerntet, sachgerecht transportiert, von fehlerhaften Früchten, von Stielen und anderen pflanzlichen Fremdteilen befreit. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert. Zur Herstellung von Heidelbeerkonserven werden auch tiefgefrorene Heidelbeeren verwendet.
4.2.1.8.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die Früchte in Heidelbeerkonserven sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen schwarzblauen Farbe verwendet.
Die Früchte in Heidelbeerkonserven sind von typischer schwarzblauer Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | II | 37 | II | 37 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je 1 % (m/m) | 5 |
| Anhaftende Stiele | je 10 Stücke | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 2 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 1 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 30 |
4.2.1.9 Himbeeren
4.2.1.9.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Himbeerkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Kulturpflanze Rubus idaeus L.
Himbeeren werden als ganze Frucht mit der Verkehrsbezeichnung Himbeeren in Verkehr gebracht.
Die Früchte werden sorgfältig geerntet, sachgerecht transportiert, von fehlerhaften Früchten, von Kelchen und Blütenböden und anderen pflanzlichen Fremdteilen befreit. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
Zur Herstellung von Himbeeren mit Aufgussflüssigkeit werden üblicherweise tiefgefrorene Himbeeren verwendet.
4.2.1.9.2 Beschaffenheitsmerkmale
Himbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte in der Regel von Sorten mit einer sortentypischen roten Farbe verwendet.
Die Früchte in Himbeerkonserven sind von typischer roter Farbe, haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | I | 35 | I | 35 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 300 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Beere oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Unreif | je Stück | 3 |
| Vertrocknet | je Stück | 3 |
| Kelche oder Blütenböden | je Stück | 3 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je 10 % (m/m) | 5 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
Der Anteil an Gries beträgt maximal 10 % (m/m).
4.2.1.10 Kirschen
4.2.1.10.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Kirschkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus cerasus L. (Sauerkirschen) oder Prunus avium L. (Süßkirschen) oder Prunus avium L. var. duracina (Kaiserkirschen).
Sauerkirschen werden mit der Verkehrsbezeichnung Sauerkirschen oder bei Verwendung der Sorte Prunus cerasus L. ssp. acida (Dumort.) als Schattenmorellen in Verkehr gebracht. Süßkirschen werden mit der Verkehrsbezeichnung Kirschen, Süßkirschen oder Kaiserkirschen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "mit Stein" oder "entsteint".
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen und in der Regel entsteint. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.10.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die Früchte in Kirschkonserven sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von Kirschsteinen und anderen nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen Farbe verwendet.
Die abgetropften Sauerkirschen sind von typisch violettroter Farbe. Süßkirschen haben eine hellrote, rote oder schwarzrote Färbung. Die Kirschen haben eine noch feste Textur, sind nicht matschig oder zusammengefallen. Geruch und Geschmack sind fruchttypisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 m1 | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Kaiserkirschen - mit Stein - entsteint |
IX VIII |
56 55 |
IX VIII |
56 55 |
| Sauerkirschen - mit Stein - entsteint |
VI V |
52 50 |
VI V |
52 50 |
| Süßkirschen - mit Stein - entsteint |
VIII VI |
55 52 |
VIII VI |
55 52 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Kirsche, ein Stein oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | |
| entsteint | mit Stein | ||
| Steine | je Stück | 5 | - |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 5 | 5 |
| Schäden durch Schädlinge oder Fäule | je Stück | 5 | 5 |
| Mechanisch beschädigt | je 1 % (m/m) | 2 | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 35 | 25 |
4.2.1.11 Mandarin-Orangen
4.2.1.11.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Mandarin-Orangen-Konserven sind Erzeugnisse aus frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Citrus reticulata Blanco.
Mandarin-Orangen werden geschält als ganze Segmente ohne Kerne und ohne Segmentmembran mit der Verkehrsbezeichnung Mandarin-Orangen in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, sachgerecht transportiert, von fehlerhaften Früchten befreit, geschält, in Segmente geteilt und von Segmentmembran und Kernen befreit. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.11.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die Segmente in Mandarin-Orangen-Konserven sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen.
Die Früchte in Mandarin-Orangen-Konserven sind von typischer oranger Farbe, haben eine feste Textur und sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig, frisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Segmente | IX | 56 | IX | 56 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Ein Kern oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Gebrochene Segmente | je 1 % (m/m) | 1 |
| Kerne | je Stück | 5 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 25 |
4.2.1.12 Mirabellen
4.2.1.12.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Mirabellenkonserven sind Erzeugnisse aus reifen und gesunden Früchten der Art Prunus domestica L. ssp. syriaca (Borkh.).
Mirabellen werden als ganze Frucht mit der Verkehrsbezeichnung Mirabellen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform "mit Stein" wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten und pflanzlichen Fremdteilen befreit und gewaschen. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.12.2 Beschaffenheitsmerkmale
Die Früchte in Mirabellenkonserven sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Mirabellenkonserven sind von typisch gelber Farbe. Sie können zum Teil rotbackig sein. Sie haben eine feste Textur, sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| < 25 Stück/850 ml | IV | 46 | V | 50 |
| > 25 Stück/850 ml | VI | 52 | VIII | 55 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Frucht, ein Stein oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | |
| entsteint | mit Stein | ||
| Fleckig, vernarbt | je Stück | 3 | 3 |
| Verfärbt | je Stück | 2 | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 3 | 3 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 2 | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 35 | 25 |
4.2.1.13 Pfirsiche
4.2.1.13.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Pfirsichkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus persica Sieb. et Zucc.
Pfirsiche werden mit der Verkehrsbezeichnung Pfirsiche in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung rnit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "halbe Frucht", "Schnitten" oder "Würfel".
Die reifen Früchte werden sorgfältig gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, geschält, sorgfältig entsteint und in der Regel zerkleinert.
Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.13.2 Beschaffenheitsmerkmale
Pfirsiche in der jeweiligen Verarbeitungsform sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Pfirsichkonserven haben weder eine zu feste noch eine zu weiche Textur, sie sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 m1 Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganz | V | 50 | VI | 52 |
| Halbe | V | 50 | VIII | 55 |
| Viertel, Scheiben | V | 50 | X | 58 |
| Würfel | VIII | 55 | X | 58 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 1 kg abgetropfte Früchte.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Ein Fruchtteil, ein Schalenrest, ein pflanzliches Fremdteil, ein Stein oder Steinfragment werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | ||
| halbe | Schnitte | Würfel | ||
| Verfärbt, vernarbt | je Stück | 5 | 3 | 1 |
| Schnittfehler | je Stück | 5 | 3 | |
| Abweichende Textur | je Stück | 5 | 3 | 1 |
| Schalenreste | je Stück | 5 | 6 | 2 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 | 20 | 20 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 5 | 3 | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobengröße | 30 | 40 | 60 |
| Stück pro Standartprobemenge | ||||
| Pfirsichsteine und Steinfragmente | Stück pro Standardprobenmenge | 2 | 4 | 6 |
4.2.1.14 Pflaumen
4.2.1.14.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Pflaumenkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus domestica L. ssp. domestica.
Pflaumen werden mit der Verkehrsbezeichnung Pflaumen oder Zwetschgen oder Zwetschen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "ganze Frucht mit Stein", "halbe Frucht".
Die Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, gegebenenfalls halbiert und entsteint. Die Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
Zur Herstellung von Pflaumenkonserven werden auch tiefgefrorene Früchte verwendet.
4.2.1.14.2 Beschaffenheitsmerkmale
Pflaumenkonserven enthalten Früchte in annähernd gleicher Größe und Farbe, die praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen sind. Konserven von entsteinten Pflaumen sind praktisch frei von Pflaumenkernen. Es werden nur ganze oder halbe, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die zur Verwendung kommenden Pflaumen sind annähernd frei von Maden. Maden und Madennester sind nicht auszuschließen, kommen aber allenfalls vereinzelt vor.
Die Früchte in Pflaumenkonserven haben eine nicht zu weiche Textur, sie sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/ 100 ml Randvollvolumen |
Gruppe | g Abtropfgewicht/ 100 ml Randvollvolumen |
|
| < 25 Stück/850 ml | IV | 46 | V | 50 |
| > 25 Stück/850 ml | VI | 52 | VIII | 55 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine ganze oder halbe Frucht, ein Stein oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte | |
| Ganze | Halbe | ||
| Verfärbt | je Stück | 1 | 1 |
| Steine | je Stück | 10 | 10 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 | 10 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 2 | 2 |
| Fehler, gesamt | Standardprobengröße | 20 | 40 |
4.2.1.15 Renekloden
4.2.1.15.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Reneklodenkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus domestica L. ssp. italica (Borkh.). Renekloden werden als ganze Frucht mit Stein mit der Verkehrsbezeichnung Renekloden oder Reineclauden in Verkehr gebracht.
Die Früchte werden reif geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit und gewaschen. Die frischen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.15.2 Beschaffenheitsmerkmale
Reneklodenkonserven enthalten Früchte in annähernd gleicher Größe und Farbe, die praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen sind. Es werden nur ganze, unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Reneklodenkonserven haben eine nicht zu weiche Textur, sie sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| < 25 Stück/850 ml | IV | 46 | V | 50 |
| > 25 Stück/850 ml | VI | 52 | VIII | 55 |
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g abgetropfte Früchte.
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine Frucht oder ein pflanzliches Fremdteil werden als ein Stuck gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Verfärbt, vernarbt | je Stück | 3 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 10 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 5 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 15 |
4.2.1.16 Stachelbeeren
4.2.1.16.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Stachelbeerkonserven sind Erzeugnisse aus den frischen, halbreifen, gesunden Früchten der Art Ribes grossularia L
Stachelbeeren werden als ganze Frucht ohne Stiel und Blüten mit der Verkehrsbezeichnung Stachelbeeren in Verkehr gebracht.
Die Früchte werden grün gepflückt, von fehlerhaften Früchten befreit, geputzt, gewaschen und gegebenenfalls in einem geeigneten Verfahren einzeln entnehmbar tiefgefroren.
Die frischen oder tiefgefrorenen Früchte werden in geeigneten Behältnissen mit ausreichend Aufgussflüssigkeit aufgefüllt und pasteurisiert.
4.2.1.16.2 Beschaffenheitsmerkmale
Stachelbeerkonserven enthalten Früchte in annähernd gleicher Größe und Farbe, die praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen sind. Es werden nur ganze, unbeschädigte, halbreife Früchte mit einer fruchttypischen Farbe verwendet.
Die Früchte in Stachelbeerkonserven haben eine nicht zu weiche Textur, sie sind nicht matschig oder zerfallen. Geruch und Geschmack sind fruchtig, säuerlich und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 ml | über 425 ml | |||
| Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | Gruppe | g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen | |
| Ganze Früchte | VI | 52 | VI | 52 |
Beschreibung der Fehler
Auf Basis der Standardprobenmenge werden die Fehler des Erzeugnisses erfasst und mit den in der Tabelle zugeordneten Fehlerpunkten bewertet. Die für jede Fehlerart berechneten Fehlerpunkte werden summiert. Diese Gesamtsumme überschreitet den in der Tabelle angegebenen Wert für den "Fehler, gesamt" nicht. Die Fehler werden im abgetropften Zustand der Probe ermittelt.
Eine ganze Frucht wird als ein Stück gezählt.
| Fehlerart | Maßgebliche Einheit | Fehlerpunkte |
| Verfärbt | je Stück | 5 |
| Stiel-, Blütenreste | je Stück | 1 |
| Pflanzliche Fremdteile | je Stück | 4 |
| Mechanisch beschädigt | je Stück | 8 |
| Fehler, gesamt | Standardprobenmenge | 20 |
4.2.2 Obstkonserven aus mehreren Fruchtarten mit Aufguss
4.2.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Obstkonserven aus mehreren Fruchtarten mit Aufguss sind Erzeugnisse aus frischen oder tiefgefrorenen Früchten, die sachgerecht verarbeitet wurden. Jede Komponente der Mischung entspricht den "Allgemeinen Beurteilungsmerkmalen" sowie gegebenenfalls den "Besonderen Beurteilungsmerkmalen" für die jeweilige Fruchtart. Obstkonserven aus mehreren Fruchtarten mit Aufguss können auch aus Obstkonserven einzelner Fruchtarten hergestellt werden.
Obstkonserven aus mehreren Fruchtarten mit Aufguss werden mit Verkehrsbezeichnungen wie Fruchtcocktail, 5-Fruchtcocktail, Tropischer Fruchtcocktail, Tropischer Fruchtmix, Exoten-Mix, Beerencocktail oder Cocktail aus Beerenfrüchten in Verkehr gebracht.
Fruchtcocktail oder 5-Fruchtcocktail enthält die folgenden fünf Fruchtarten:
| Verarbeitungsform | |
| Pfirsich | Würfel |
| Birne | Würfel |
| Ananas | Würfel oder Tidbits |
| Weinbeere | ganze Frucht (ohne Stiel und Blütenteile) |
| Süßkirsche | ganze oder halbe Frucht, entsteint |
Tropischer Fruchtcocktail, Tropischer Fruchtmix oder Exoten-Mix enthält mindestens die vier folgenden Fruchtarten:
| Verarbeitungsform | Gewichtsanteile vom Nennabtropfgewicht | |
| Ananas | Stücke, Würfel oder Tidbits | 45 - 65 % |
| Gelbe Papaya und rote Papaya | Stücke oder Scheiben | 25 - 50 % |
| Passionsfrucht/Maracuja | Saft | - |
Darüber hinaus können z.B. folgende Fruchtarten verwendet werden: Guave, Banane, Lychees, Rambutan, Melone, Mango, Orangen, Mandarinen und Grapefruit.
Beerencocktail oder Cocktail aus Beerenfrüchten enthält mindestens die folgenden vier Fruchtarten: Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren. Werden darüber hinaus auch Kirschen verwendet, so wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung darauf hingewiesen.
Abtropfgewichte *:
| Behältervolumen | ||||
| bis 425 m1 | über 425 ml | |||
| Gruppe | Füllgrad (g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen) |
Gruppe | Füllgrad
(g Abtropfgewicht/100 ml Randvollvolumen) |
|
| Obstmischungen, stückig | XI | 59 | XI | 59 |
4.2.3 Obstkonserven aus einer Fruchtart ohne Aufguss
4.2.3.1 Apfelmus
4.2.3.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Apfelmuskonserven sind Erzeugnisse aus frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Malus domestica Borkh. Apfelmus wird mit der Verkehrsbezeichnung Apfelmus in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, ggf. von der Schale befreit, zerkleinert, erhitzt, passiert, gesüßt, ggf. mit geschmacksgebenden Zutaten wie z.B. Vanille oder Zimt versetzt, in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert. In flexiblen Verpackungen angebotene Produkte werden nach der Pasteurisation aseptisch abgefüllt.
4.2.3.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Apfelmus weist eine cremige bis grobe Struktur auf. Die Viskosität ist dickbreiig. Die Farbe ist, je nach Sorte der verwendeten Äpfel, hellgelb bis dunkelgelb.
Die Zuckerkonzentration (Refraktometerwert) beträgt mindestens 16,5 % (m/m).
Geruch und Geschmack sind fruchttypisch mit einem ausgewogenen Süße-Säure-Verhältnis und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Dunkle Bestandteile wie Kerne oder Kernteile, dunkle Schalenteile, dunkle Teile vom Kerngehäuse und Ähnliches dürfen nach Menge und Art das äußere Erscheinungsbild des Erzeugnisses nicht wesentlich und die Genusstauglichkeit nicht beeinträchtigen.
Ausgeprägte Farbabweichungen (grau, grün, braun und rot) kommen nicht vor.
Apfelmus verläuft nach Umrühren beim Ausschütten aus dem Behältnis auf eine flache Unterlage innerhalb von 2 Minuten flach und weist nur eine geringe, keinesfalls eine übermäßige Absonderung von Flüssigkeit auf.
4.2.3.2 Apfelkompott
4.2.3.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Apfelkompottkonserven sind Erzeugnisse aus frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Malus domestica Borkh. Apfelkompott wird mit der Verkehrsbezeichnung Apfelkompott in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform "mit Stücken" und die Zuckerkonzentrationsstufe werden in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben.
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, von Schale, Stiel, Blüte und Kerngehäuse befreit, zerkleinert, gesüßt, gekocht, in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert.
4.2.3.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Apfelkompott ist dickbreiig, nicht passiert, mit einem deutlichen Anteil an Apfelstücken. Die Farbe ist, je nach Sorte der verwendeten Äpfel, hellgelb bis dunkelgelb.
Geruch und Geschmack sind fruchttypisch mit einem ausgewogenen Süße-Säure-Verhältnis und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Dunkle Bestandteile wie Kerne oder Kernteile, dunkle Schalenteile, dunkle Teile vom Kerngehäuse und Ähnliches dürfen nach Menge und Art das äußere Erscheinungsbild des Erzeugnisses nicht wesentlich und die Genusstauglichkeit nicht beeinträchtigen.
Ausgeprägte Farbabweichungen (grau, grün, braun und rot) kommen nicht vor.
4.2.3.3 Aprikosenkompott
4.2.3.3.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Aprikosenkompottkonserven sind Erzeugnisse aus frischen, reifen und gesunden Früchten der Art Prunus armeniaca L.
Aprikosenkompott wird mit der Verkehrsbezeichnung Aprikosenkompott in Verkehr gebracht, die Zuckerkonzentrationsstufe wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben.
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, gewaschen, entsteint, gesüßt, gekocht, in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert.
Gegebenenfalls erfolgt eine Zugabe von Pektin.
4.2.3.3.2 Beschaffenheitsmerkmale
Das Aprikosenkompott ist dickbreiig, ggf. mit einem Anteil an Aprikosenstücken. Die Farbe ist gelborange bis kräftig orange.
Geruch und Geschmack sind fruchttypisch mit einem ausgewogenen Süße-Säure-Verhältnis und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
4.2.3.4 Preiselbeeren
4.2.3.4.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Preiselbeerkonserven sind Erzeugnisse aus roten Früchten des immergrünen Zwergstrauches der Art Vaccinium vitis idea L.
Preiselbeerkonserven werden mit der Verkehrsbezeichnung Wildpreiselbeeren oder Preiselbeeren in Verkehr gebracht.
Die reifen Früchte werden geerntet, sachgerecht transportiert, tiefgefroren, von Blättern und anderen Fremdbestandteilen sowie fehlerhaften Früchten befreit, gesüßt, erhitzt, in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert.
Die Preiselbeerkonserven werden aus mindestens 40 g überwiegend ganzen Beeren je 100 g Erzeugnis hergestellt. In der Regel erfolgt eine Zugabe von Pektin.
4.2.3.4.2 Beschaffenheitsmerkmale
Preiselbeeren in Preiselbeerkonserven haben einen charakteristisch herbsauren Geschmack. Dieser ist bedingt durch den hohen Gehalt an fruchteigenen Säuren und Gerbstoffen. Darüber hinaus sind Preiselbeeren durch ihren natürlichen Gehalt an Benzoesäure charakterisiert.
Der Gesamtzuckergehalt (Refraktometerwert) beträgt zwischen 40 und 55 Prozent (ohne Toleranz).
Preiselbeerkonserven haben eine dunkelrote Farbe. Geschmack und Geruch sind fruchttypisch, herb, mit leichter Bitternote, süß und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
Preiselbeerkonserven sind dickbreiig, leicht geliert, mit möglichst gleichmäßig verteilten ganzen Früchten und praktisch frei von Stielen und pflanzlichen Fremdbestandteilen.
4.2.4 Obstkonserven aus mehreren Fruchtarten ohne Aufguss
4.2.4.1 Apfelmus-Mischerzeugnisse
4.2.4.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Apfelmus-Mischerzeugnisse werden aus Äpfeln oder Apfelmus und Erzeugnissen aus anderen Früchten wie z.B. Aprikose, Banane, Mango, Pfirsich oder Maracuja hergestellt.
Apfelmus-Mischerzeugnisse werden mit Verkehrsbezeichnungen, bei denen neben der Hauptkomponente Apfelmus die weiteren verwendeten Früchte und deren Verarbeitungsform genannt sind, in Verkehr gebracht, z.B. Apfelmus mit Bananenmus, Apfelmus mit Aprikosenmus.
Die jeweiligen Fruchterzeugnisse werden gemischt, gesüßt und in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert. In flexiblen Verpackungen angebotene Produkte werden nach der Pasteurisation aseptisch abgefüllt.
4.2.4.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Jede Komponente der Apfelmus-Mischerzeugnisse entspricht: den "Allgemeinen Beurteilungsmerkmalen" sowie ggf. den "Besonderen Beurteilungsmerkmalen" für die jeweilige Fruchtart.
Geruch und Geschmack sind für die verwendeten Früchte typisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
4.2.4.2 Fruchtgrützen
4.2.4.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Fruchtgrützen sind Fruchtzubereitungen aus mehreren Fruchtarten. Sie werden mit Verkehrsbezeichnungen entsprechend den verwendeten Früchten, z.B. als Waldfrucht-Grütze, oder entsprechend ihrer jeweiligen Farbe, z.B. als Rote Grütze, in Verkehr gebracht.
Zur Herstellung von Fruchtgrützen werden frische oder tiefgefrorene Früchte mit Wasser, Zuckerarten≫ und Verdickungsmitteln versetzt und erhitzt, in geeignete Behältnisse abgefüllt, verschlossen und pasteurisiert.
Für Rote Grütze werden überwiegend rote Früchte wie z.B. Sauerkirschen, rote und schwarze Johannisbeeren, Himbeeren und Erdbeeren verwendet.
4.2.4.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Fruchtgrützen schmecken süßsäuerlich, sie haben eine dickflüssige Konsistenz mit einem deutlichen Anteil an stückigen Früchten.
Der Fruchtanteil beträgt in der Regel 50 % oder mehr.
Geruch und Geschmack sind für die verwendeten Früchte typisch und ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig.
5. Besondere Beurteilungsmerkmale für Fruchtsirup und bestimmte streichfähige Zubereitungen
5.1 Fruchtsirup
5.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Fruchtsirup wird aus Fruchtsaft 1, aus Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat 1, aus konzentriertem Fruchtsaft 1, aus Früchten oder Fruchtauszügen unter Verwendung von Zuckerarten 5 mit oder ohne Aufkochen hergestellt. Er besteht in der Regel aus nur einer Fruchtart.
Fruchtsirup wird mit der Verkehrsbezeichnung...sirup, dem die verwendete Fruchtart, z.B. Himbeer-, als Wortbestandteil vorangestellt ist oder Fruchtsirup, mit Angabe der verwendeten Fruchtart, in Verkehr gebracht.
Die für die Herstellung von 1000 g Enderzeugnis verwendete Menge an Fruchtsaft oder Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat beträgt mindestens 350 g.
Bei Fruchtsirup aus Zitrusfrüchten ist die Verwendung geringer Mengen von Schalenaroma üblich. Zur Färbung roter Fruchtsirupe können auch andere farbgebende Fruchtsäfte bis höchstens 10 % (v/v) des insgesamt verwendeten Fruchtsaftes verwendet werden. Zum Beispiel wird zur Färbung von Himbeersirup Kirschsaft zugefügt. Die Verwendung von Fruchtsäuren ist üblich.
5.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Fruchtsirup enthält mindestens 65 % (m/m) lösliche Trockenmasse, refraktometrisch gemessen bei 20 °C nach vollständigem Konzentrationsausgleich, ohne Säurekorrektur in °Brix, entsprechend g Saccharose/100 g Lösung (Refraktometerwert).
Fruchtsirup hat die typische Farbe der namengebenden Frucht. Er ist mit Ausnahme der Sirupe aus Zitrusfrüchten klar, frei von Trübung und Kristallisation. Geruch und Geschmack sind fruchttypisch und süß, ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig, karamellartig oder Kochnote.
Fruchtsirup wird aus nicht gegorenen Rohwaren hergestellt; der Alkoholgehalt überschreitet 1 g/kg nicht.
5.2 Pflaumenmus
5.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Pflaumenmus wird aus reifen, frischen oder tiefgefrorenen entsteinten Pflaumen, Pflaumenpülpe oder Pflaumenmark, mit oder ohne Verwendung von Zuckerarten 5 und Gewürzen, hergestellt.
Pflaumenmus wird mit den Verkehrsbezeichnungen Pflaumenmus/Zwetschgenmus/Zwetschenmus in Verkehr gebracht.
Für 1000 g Pflaumenmus werden mindestens 1400 g Pflaumenpülpe oder Pflaumenmark (davon höchstens 350 g aus getrockneten Pflaumen) und höchstens 300 g Zuckerarten 5verwendet. Pflaumenmus wird in einem schonenden thermischen Prozess hergestellt, bis die erforderliche lösliche Trockenmasse erreicht ist.
5.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Pflaumenmus ist gleichmäßig dunkelbraun bis dunkelviolett, musig bis stückig und streichfähig. Geruch und Geschmack sind fruchtig und süß, ohne Fremdnoten, wie z.B. bitter, angebrannt oder stark säuerlich.
Pflaumenmus ist praktisch frei von Steinen und Steinfragmenten.
Pflaumenmus, Zwetschenmus, Zwetschgenmus enthält mindestens 50 % lösliche Trockenmasse (Refraktometerwert), ohne Toleranz.
5.3 Apfelkraut, Birnenkraut
5.3.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Apfelkraut und Birnenkraut werden aus im Pressverfahren gewonnenem, eingedicktem Saft aus gesunden, frischen und gedämpften oder gekochten Früchten hergestellt, dem auch Zuckerarten 5 zugesetzt werden können.
Apfel- und Birnenkraut werden mit den Verkehrsbezeichnungen Apfelkraut bzw. Birnenkraut in Verkehr gebracht.
Für 1.000 g Apfelkraut werden mindestens 2.700 g Äpfel und ggf. Birnen, davon mindestens 2.100 g Äpfel, und höchstens 400 g Zuckerarten 5verwendet.
Für 1.000 g Birnenkraut werden mindestens 4.200 g Birnen und ggf. Äpfel, davon mindestens 3.500 g Birnen, und höchstens 300 g Zuckerarten 5 verwendet.
5.3.2 Beschaffenheitsmerkmale
Apfel- und Birnenkraut sind gleichmäßig braun bis dunkelbraun und bei 18° C streichfähig. Geruch und Geschmack sind fruchtig und süß, ohne Fremdnoten, wie z.B. bitter oder angebrannt.
Apfelkraut bzw. Birnenkraut enthält mindestens 65 % lösliche Trockenmasse (Refraktometerwert).
5.4 Rübenkraut
5.4.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Rübenkraut wird ausschließlich aus im Pressverfahren gewonnenem, eingedicktem Saft aus gesunden, frischen und gedämpften oder gekochten Zuckerrüben hergestellt. Andere Zutaten werden nicht verwendet.
Rübenkraut wird mit den Verkehrsbezeichnungen Rübenkraut, Rübensaft, Rübensirup, Zuckerrübenkraut, Zuckerrübensaft oder Zuckerrübensirup in Verkehr gebracht.
5.4.2 Beschaffenheitsmerkmale
Rübenkraut ist gleichmäßig dunkelbraun, zähflüssig und bei 18° C streichfähig. Es enthält mindestens 78 % lösliche Trockenmasse (Refraktometerwert). Rübenkraut ist frei von festen Bestandteilen. Geruch und Geschmack sind süß, karamellartig bzw. karamellartigmalzig, ohne Fremdnoten, wie z.B. bitter, angebrannt oder stark säuerlich.
6. Besondere Beurteilungsmerkmale für Trockenfrüchte
Herstellung und Beschaffenheitsmerkmale
6.1 Getrocknetes Obst einer Fruchtart
6.1.1 Äpfel
6.1.1.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnungen
Getrocknete Äpfel sind Erzeugnisse aus getrockneten Früchten geeigneter Sorten der Art Malus domestica Borkh.
Getrocknete Äpfel werden mit der Verkehrsbezeichnung Äpfel, getrocknet in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. Stücke oder Ringe.
Die Verkehrsbezeichnung kann ergänzt werden durch hervorhebende Hinweise, wie z.B. "extra", sofern die Fehler die tolerierbaren Anteile hierfür nicht überschreiten.
Die reifen Früchte werden sorgfältig gewaschen, geschält, von Blüte, Stiel und Kerngehäuse sowie von fehlerhaften Stellen befreit und an der Luft oder durch ein anderes geeignetes Verfahren schonend getrocknet. Eine Schwefelung der Früchte 4 kann der Trocknung vorausgegangen sein.
6.1.1.2 Beschaffenheitsmerkmale
Getrocknete Äpfel werden aus sauberen, gesunden und reifen Äpfeln hergestellt.
Sie sind annähernd gleichmäßig geschnitten und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen.
Geschwefelte, getrocknete Äpfel sind von typischer weißlicher bis gelber Farbe. Ungeschwefelte, getrocknete Äpfel sind ocker bis braun.
Geruch und Geschmack sind fruchtig, intensiv nach reifen Äpfeln, ohne Fremdgeruch und -geschmack, weder muffig noch gärig. Sie haben eine feste, jedoch keine ledrig-zähe Textur.
Der Wassergehalt geschwefelter getrockneter Äpfel beträgt maximal 25 % (m/m), der ungeschwefelter getrockneter Äpfel maximal 22 % (m/m).
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 500 g. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Als tolerierbare Fehler auf Basis der Standardprobenmenge gelten die in der Tabelle aufgeführten Einzelwerte.
| Fehlerart | Fehlerhafte Stücke in Gewichtsprozent | |
| extra | ||
| Kerngehäuse, Schalenreste | 10 | 5 |
| Verschmutzt | 2 | 1 |
| Schäden durch Insekten | 4 | 2 |
| Schimmelbefall | 0,5 | 0 |
| Mechanisch beschädigt | 5 | 3 |
| Fehler , gesamt | 12 | 7 |
Die Standardprobengröße enthält nicht mehr als ein Stück pflanzliche Fremdteile.
6.1.2 Aprikosen
6.1.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnungen
Getrocknete Aprikosen sind Erzeugnisse aus sauberen, gesunden und reifen Früchten der Art Prunus armeniaca L.
Getrocknete Aprikosen werden mit der Verkehrsbezeichnung Aprikosen, getrocknet in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben, z.B. "ganz", "entsteint", "halbe".
Die frischen Früchte werden sorgfältig gewaschen, von fehlerhaften Früchten befreit, entsteint, gegebenenfalls halbiert und an der Luft oder durch ein anderes geeignetes Verfahren schonend getrocknet. Eine Schwefelung der Früchte 4 kann der Trocknung vorausgegangen sein.
6.1.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Getrocknete Aprikosen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen, insbesondere von Fruchtsteinen. Es werden ganze, unbeschädigte Früchte von sortentypischer Farbe verwendet.
Geschwefelte, getrocknete Aprikosen sind von typischer goldgelber, gelboranger bis roter Farbe. Ungeschwefelte, getrocknete Aprikosen sind ocker bis braun.
Geruch und Geschmack sind fruchtig, intensiv nach reifen Aprikosen, ohne Fremdgeruch und -geschmack, weder muffig noch gärig. Sie haben eine feste Textur.
Der Wassergehalt geschwefelter getrockneter Aprikosen beträgt maximal 25 % (m/m), der ungeschwefelter getrockneter Aprikosen maximal 22 % (m/m).
Beschreibung der Fehler:
Die Standardprobenmenge beträgt 1 kg. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Als tolerierbare Fehler auf Basis der Standardprobenmenge gelten die in der Tabelle aufgeführten Einzelwerte.
| Fehlerart | Fehlerhafte Stücke in Gewichtsprozent |
| Fleckig | |
| Verschmutzt | 5 |
| Schäden durch Insekten | 2 |
| Schimmelbefall | 1 |
| Mechanisch beschädigt | 10 |
| Fehler, gesamt | 15 |
Der Anteil unreifer Früchte übersteigt nicht 5 % (m/m).
Die Standardprobenmenge enthält nicht mehr als 1 Stein oder Steinfragment.
6.1.3 Datteln
6.1.3.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Getrocknete Datteln sind Erzeugnisse aus den gesunden Früchten des Dattelbaumes Phoenix dactylifera L.
Getrocknete Datteln werden mit der Verkehrsbezeichnung Datteln in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform "entsteint", "ohne Stein" wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben.
Die reifen Früchte werden sorgfältig geerntet, gewaschen, von fehlerhaften Früchten und Fremdmaterial befreit, an der Luft oder durch ein anderes geeignetes Verfahren schonend getrocknet und gegebenenfalls entsteint.
Datteln können zur Festigung der Oberfläche mit Zuckerarten 5 überzogen werden.
6.1.3.2 Beschaffenheitsmerkmale
Datteln sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Entsteinte Erzeugnisse sind praktisch frei von Fruchtsteinen.
Datteln sind von typischer brauner Farbe, je nach Sorte auch mit blauviolettem Schimmer. Der Geschmack ist fruchtig und deutlich süß. Sie sind ohne Fremdgeruch und -geschmack, weder muffig noch gärig, und haben eine weiche bis feste Textur.
Der Wassergehalt von Datteln beträgt je nach Sorte 10 bis 30 % (m/m). Datteln mit Stein wiegen mindestens 5 g pro Stück, Datteln ohne Stein mindestens 4 g pro Stück.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 100 Datteln. Bei Bedarf kann auch ein Mehrfaches der Standardprobenmenge verwendet werden. Für die Bestimmung des Wassergehalts beträgt die Standardprobenmenge 500 g.
Als tolerierbare Fehler auf Basis der Standardprobenmenge gelten die in der Tabelle aufgeführten Einzelwerte.
| Fehlerart | Fehlerhafte Stücke in Prozent |
| Verfärbt | 7 |
| Verschmutzt | 1 |
| Insektenschäden | 4 |
| Schimmelbefall | 0,5 |
| Mechanisch beschädigt, unreif | 6 |
| Fehler, gesamt | 12 |
Bei entsteinten Früchten kommen nicht mehr als 2 Steine oder 4 Steinfragmente in 100 Früchten vor.
6.1.4 Feigen
6.1.4.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Getrocknete Feigen sind Erzeugnisse aus gesunden Früchten der Art Ficus carica L.
Getrocknete Feigen werden mit der Verkehrsbezeichnung Feigen, getrocknet in Verkehr gebracht. Die üblichen Angebotsformen sind z.B. Tafeln, Rollen, Kränze oder lose.
Die reifen, bereits am Baum vorgetrockneten Früchte werden sorgfältig geerntet, an der Luft getrocknet, gewaschen, von fehlerhaften Früchten befreit, in einem geeigneten Verfahren schonend nachgetrocknet und schutzbehandelt. Die getrockneten Früchte werden mit einem geeigneten, dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren geprüft, um mit Schimmel befallene Früchte auszusortieren.
6.1.4.2 Beschaffenheitsmerkmale
Feigen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von nicht zum Verzehr bestimmten Bestandteilen. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte verwendet, die voll entwickelt, dünnschalig, hellbraun und saftig sind.
Die getrockneten Feigen sind von typischer Farbe und schmecken deutlich süß und honigartig. Der Geruch ist schwach ausgeprägt, frei von Fremdnoten und nicht hefeartig oder gärig. Die Textur ist weich, nicht ledrig oder gummiartig. Ein weißer Überzug von auskristallisiertem Zucker ist nicht qualitätsmindernd.
Der Wassergehalt getrockneter Feigen beträgt maximal 24 %.
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 1 kg. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Als tolerierbare Fehler auf Basis der Standardprobenmenge gelten die in der Tabelle aufgeführten Einzelwerte.
| Fehlerart | Fehlerhafte Früchte in Gewichtsprozent |
| Sonnenbrand | 4 |
| Ausgetrocknet | 4 |
| Verschmutzt | 0,5 |
| Insektenschäden | 12 |
| Mechanisch beschädigt | 2 |
| Fehler, gesamt | 15 |
Nicht mehr als 3 von 100 Feigen weisen sichtbaren Schimmelbefall auf.
6.1.5 Pflaumen
6.1.5.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Getrocknete Pflaumen sind Erzeugnisse aus reifen und gesunden Früchten der Art Prunus domestica L. ssp. domestica Borkh.
Getrocknete Pflaumen werden mit der Verkehrsbezeichnung Pflaumen, getrocknet oder Trockenpflaumen in Verkehr gebracht. Die Verarbeitungsform "entsteint" oder "mit Stein" wird in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung angegeben.
Die frischen Früchte werden sorgfältig geerntet, von fehlerhaften Früchten befreit, an der Luft oder durch ein anderes geeignetes Verfahren schonend getrocknet, gewaschen und in der Regel entsteint.
6.1.5.2 Beschaffenheitsmerkmale
Getrocknete Pflaumen sind in Größe und Farbe annähernd gleich und praktisch frei von fehlerhaften Früchten. Es werden nur unbeschädigte, ausgereifte Früchte mit einer sortentypischen blauen bis blaurötlichen Farbe verwendet.
Die getrockneten Pflaumen sind von typischer schwarzblauer Farbe. Der Geruch ist fruchtig, intensiv nach reifen Pflaumen, weder muffig noch gärig. Sie haben eine weiche, nicht ledrig-zähe Textur. Der Geschmack ist fruchtig säuerlich mit deutlich wahrnehmbarer Süße, ohne Fremdgeschmack.
Der Wassergehalt getrockneter Pflaumen beträgt maximal 24 % (m/m).
Beschreibung der Fehler
Die Standardprobenmenge beträgt 1 kg. Bei Bedarf kann mehr als die Standardprobenmenge geprüft werden.
Als tolerierbare Fehler auf Basis der Standardprobenmenge gelten die in der Tabelle aufgeführten Einzelwerte.
| Fehlerart | F ehlerhafte Früchte in Gewichtsprozent | |
| Pflaumen mit Stein | Pflaumen entsteint | |
| Vernarbt | 2 | 2 |
| Karamellisiert | 2 | 2 |
| Fremde Pflanzenteile | 1 | 1 |
| Schäden durch Insekten | 0,5 | 0,5 |
| Schädlingsbefall | 0,5 | 0,5 |
| Schimmelbefall | 0,5 | 0,5 |
| Mechanisch beschädigt | 1 | 4 |
| Fehler, gesamt | 6 | 8 |
Die Standardprobenmenge entsteinter Pflaumen enthält nicht mehr als 2 Steine oder 4 Steinfragmente.
6.1.6 Weinbeeren (Rosinen)
6.1.6.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnungen
Getrocknete Weinbeeren, auch als Rosinen bezeichnet, sind Erzeugnisse aus den gesunden Trauben verschiedener kernloser Sorten der Art Vitis vinifera L.
Getrocknete Weinbeeren werden mit der Verkehrsbezeichnung Weinbeeren, getrocknet, Rosinen, Sultaninen/Sultanas oder Korinthen in Verkehr gebracht.
| Verkehrsbezeichnung | Eigenschaften und Verarbeitung |
| Weinbeeren, getrocknet, Rosinen | schwarzblau bis blaubraun, großbeerig, vollfleischig, dünnschalig, süß, saftig, aromatisch, abgestreift |
| Sultaninen, Sultanas | rundlich, schwarzblau bis blaubraun oder goldgelb bis rötlichbraun, dünnschalig, fleischig, saftig, honigsüß, aromatisch, abgestreift |
| Korinthen | klein, rötlichblau oder schwarzviolett bis braunschwarz, matt, zarthäutig, süßsäuerlich, aromatisch, abgestreift |
Die reifen Trauben werden sorgfältig geerntet, gegebenenfalls zur Beschleunigung des Trocknungsvorgangs in Natron- oder Kalilauge getaucht, an der Luft getrocknet, von Rappen und Fremdmaterial befreit, gewaschen und gegebenenfalls geölt.
6.1.6.2 Beschaffenheitsmerkmale
Getrocknete Weinbeeren sind in Größe und Farbe annähernd gleich, praktisch frei von Rappen bzw. Rappenteilen und soweit wie technisch möglich frei von Stielen.
Getrocknete Weinbeeren sind in Abhängigkeit von Traubensorte und Art der Verarbeitung von typischer Farbe, die von honiggelb über braun bis schwarzblau reicht. Der Geruch ist fruchtig, ohne Fremdnoten, wie z.B. muffig oder gärig. Sie haben eine weiche, nicht ledrigzähe Textur. Der Geschmack ist fruchtig mit deutlich wahrnehmbarer Süße, ohne Fremdgeschmack.
Mindesteigenschaften, Mindest- und Höchstfeuchtigkeitsgehalt sowie Toleranzen von getrockneten Weintrauben sind in der Verordnung (EG) Nr. 1666/1999 der Kommission vom 28. Juli 1999 mit Durchführungsbestimmungen zur Festlegung der bei der Vermarktung von getrockneten Weintrauben bestimmter Sorten zu stellenden Mindestanforderungen gemäß der Verordnung (EG) Nr. 2201/96 des Rates (ABl. EG Nr. L 197 vom 29.07.1999) in der jeweils geltenden Fassung geregelt.
6.2 Trockenobstmischungen
6.2.1 Herstellung und Verkehrsbezeichnung
Mischungen von Trockenobst werden durch Mischen getrockneter Obstarten hergestellt. Es können dabei auch kandierte Früchte mit verwendet werden.
Sie werden mit der Verkehrsbezeichnung Mischobst, getrocknet oder Trockenfruchtmischung oder Trockenfrucht-Mix in Verkehr gebracht.
Der Hinweis "tropisch" bedingt die überwiegende Verwendung von tropischen Früchten wie z.B. Ananas, Bananen, Kiwis, Mangos und Guaven.
6.2.2 Beschaffenheitsmerkmale
Trockenobstmischungen enthalten üblicherweise mindestens vier verschiedene Obstarten. Die verwendeten Trockenfrüchte entsprechen den in diesen Leitsätzen aufgeführten allgemeinen und, soweit vorhanden, den speziellen Anforderungen.
| Fundstellenverzeichnis der beschriebenen Obstarten | Anlage 1 |
| Obstart | Botanische Bezeichnung | Fundstellen | |||
| TK-Obst | Obstkonserven | Fruchtsirup und streichfähige Zubereitungen | Trockenobst | ||
| Ananas | Ananas comosus L. Merr. | 3.2.1 3.2.2 |
4.1.2 4.2.1.1 4.2.2.1 |
6.2.1 | |
| Äpfel | Malus domestica Borkh. | 3.2.2 | 4.2.3.1 4.2.4.1 |
5.3 | 6.1.1 |
| Aprikosen | Prunus armeniaca L. | 3.2.2 | 4.2.1.2 4.2.3.3 4.2.4.1.1 |
6.1.2 | |
| Bananen | Musa spp. | 3.2.2 | 4.2.2.1 4.2.4.1.1 |
6.2.1 | |
| Birnen | Pyrus communis L. | 3.2.2 | 4.2.1.3 4.2.2.1 |
5.3 | |
| Boysenbeeren | Rubusloganobaccus L. H. Bailey | 3.2.2 | |||
| Brombeeren | Rubus fruticosus L. | 3.1.1 3.2.1 |
4.2.1.4 4.2.2.1 |
||
| Datteln | Phoenix dactylifera L. | 6.1.3 | |||
| Erdbeeren | Fragaria ananassa | 3.1.2 3.2 |
4.2.1.5 4.2.2.1 4.2.4.2.1 |
||
| Walderdbeeren | Fragaria vesca | 3.2.2 | |||
| Feigen | Ficus carica L. | 3.2.2 | 4.2.1.6 | 6.1.4 | |
| Guave | 4.2.2.1 | ||||
| Heidelbeeren | |||||
| Waldheidelbeeren, Blaubeeren |
Vaccinium myrtillius L. | 3.1.3 3.2.1 |
4.2.1.8 | ||
| Kultur-Heidelbeeren | Vaccinium corymbosum L. | 3.1.3 | 4.2.1.8 | ||
| Himbeeren | Rubus idaeus L. | 3.1.4 3.2.1 3.2.2 |
4.2.1.9 4.2.4.2.1 |
5.1.1 | |
| Johannisbeeren | |||||
| rote, weiße | Ribes rubrum L. | 3.1.5 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 4.2.4.2.1 |
||
| schwarze | Ribes nigram L. | 3.1.5 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 4.2.4.2.1 |
||
| Kirschen | |||||
| Sauerkirschen, Schattenmorellen |
Prunus cerasus L. | 3.1.6 3.2.2 |
4.2.1.10 4.2.2.1 4.2.4.2.1 |
||
| Süßkirschen | Prunus avium L. | 4.2.1.10 4.2.2.1 |
|||
| Kaiserkirschen | Prunus avium L. var. duracina | 4.2.1.10 | |||
| Kiwi | Actinidia deliciosa var. deliciosa | 3.2.1 3.2.2 |
6.2.1 | ||
| Lychees | Litchi chinensis Sonn. | 3.2.2 | 4.2.2.1 | ||
| Mangos | Mangifera indica L. | 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 | 6.2.1 | |
| Melonen grün, gelb |
Cucumis melo. L. | 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 | ||
| Mirabellen | Prunus domestica L. ssp. syriaca (Borkh.) | 4.2.1.12 | |||
| Papaya gelb, rot |
Carica papaya L. | 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 | ||
| Passionsfrucht (Maracuja) | 4.2.2.1 | ||||
| Pfirsiche | Prunus persica Sieb. et Zucc. | 3.2.1 3.2.2 |
4.2.1.13 4.2.2.1 4.2.4.1.1 |
||
| Pflaumen, (Zwetschgen, Zwetschen) | Prunus domestica L. ssp. domestica Borkh. | 3.1.7 3.2.2 |
4.2.1.14 | 5.2 | 6.1.5 |
| Preiselbeeren, Wildpreiselbeeren |
Vaccinium vitis idaea L. | 4.2.3.4 | |||
| Rambutan | 4.2.2.1 | ||||
| Renekloden (Reineclauden) | Prunus domestica L. ssp. italica (Borkh.) | 4.2.1.15 | |||
| Rhabarber | 1.1.3 | ||||
| Stachelbeeren | Ribes grossularia L. | 4.2.1.16 | |||
| Weinbeeren Rosinen, Sultaninen, Korinthen |
Vitis vinifera L. | 6.1.6 | |||
| Weintrauben blau, weiß | Vitis vinifera L. | 3.2.1 3.2.2 |
4.2.2.1 | ||
| Zitrusfrüchte | 3.2.1 3.2.2 |
4.1.2 | 5.1.1 5.1.2 |
||
| Grapefruit | Citrus paradisi Macf. | 3.2.2 | 4.2.1.7 4.2.2.1 |
||
| Mandarin-Orangen | Citrus reticulata Blanco | 3.2.2 | 4.2.1.11 4.2.2.1 |
||
| Orangen | 3.2.2 | 4.2.2.1 | |||
| Zuckerrüben | Beta vulgaris var. altissima Döll. | 1.1.3 | 5.4 | ||
| Abtropfgewichte | Anlage 2 |
Abtropfgewichte bei Obstkonserven - handelsübliche Behältergrößen
| Gruppe | Füllgrad g Abtropfgewicht/ 100 ml Rand- vollvolumen |
236 | 314 | 425 | 580 | 850 | 1700 | 2650 | 3100 | 212 | 314 | 370 | 580 | 720 |
| Dosen in ml | Gläser in ml (-20 ml) | |||||||||||||
| I | 35 | 80 | 105 | 145 | 200 | 295 | 595 | 925 | 1085 | 65 | 100 | 120 | 195 | 245 |
| II | 37 | 85 | 115 | 155 | 210 | 310 | 625 | 980 | 1145 | 70 | 105 | 125 | 205 | 255 |
| III | 42 | 95 | 130 | 175 | 240 | 355 | 710 | 1110 | 1300 | 80 | 120 | 145 | 235 | 290 |
| IV | 46 | 105 | 140 | 195 | 265 | 390 | 780 | 1215 | 1425 | 85 | 135 | 160 | 255 | 320 |
| V | 50 | 115 | 155 | 210 | 290 | 425 | 850 | 1325 | 1550 | 95 | 145 | 175 | 280 | 350 |
| VI | 52 | 120 | 160 | 220 | 300 | 440 | 880 | 1375 | 1610 | 95 | 150 | 180 | 290 | 360 |
| VII | 54 | 125 | 165 | 225 | 310 | 455 | 915 | 1430 | 1670 | 100 | 155 | 185 | 300 | 375 |
| VIII | 55 | 130 | 170 | 230 | 315 | 465 | 935 | 1455 | 1705 | 105 | 160 | 190 | 305 | 385 |
| IX | 56 | 130 | 175 | 235 | 320 | 475 | 950 | 1480 | 1735 | 105 | 160 | 195 | 310 | 390 |
| X | 58 | 135 | 175 | 245 | 335 | 490 | 985 | 1535 | 1795 | 110 | 170 | 200 | 320 | 405 |
| XI | 59 | 135 | 185 | 250 | 340 | 500 | 1000 | 1560 | 1825 | 110 | 170 | 205 | 330 | 410 |
| XII | 63 | - | - | 265 | 365 | 535 | 1070 | 1665 | 1950 | - | - | - | - | - |
Abtropfgewichte bei Obstkonserven - Anwendungsregeln
Bekanntmachung von Änderungen bzw. Neufassungen bestimmter Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches
Die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission hat in ihrer 23. Plenarsitzung am 8. Januar 2008 folgende Änderungen bzw. Neufassungen der Leitsätze beschlossen:
Die Leitsätze für tiefgefrorenes Obst und Gemüse, für verarbeitetes Obst, für verarbeitetes Gemüse und für pasteurisierte Gurkenkonserven aus frischer Rohware werden aufgehoben und durch die Leitsätze für Obsterzeugnisse und die Leitsätze für Gemüseerzeugnisse ersetzt.
Diese Änderungen bzw. Neufassungen der Leitsätze werden hiermit nach § 15 Abs. 3 Satz 1 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. April 2006 (BGBl. I S. 945) im Einvernehmen mit den Bundesministerien der Justiz und für Wirtschaft und Technologie veröffentlicht.
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ENDE |
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