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Regelwerk

VSK - Augenoptikerhandwerk
- Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) -

Vom 18. November 2008aufgehoben
(BAUA)



zur aktuellen Fassung

Vom Ausschuss für Gefahrstoffe in der 42. Sitzung am 17./18. November 2008 verabschiedete Fassung

Diese Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien beruhen auf den Ergebnissen des Berichtes "Stoffbelastungen im Augenoptikerhandwerk" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ga 57, 2001

1 Anwendungsbereich

Diese Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien gelten für Augenoptikerwerkstätten. Erfasst sind Arbeitsplätze, an denen die folgenden Tätigkeiten nach dem Stand der Technik durchgeführt werden:

Reinigungs- und Wartungsarbeiten, soweit diese zum täglichen Arbeitsablauf gehören (z.B. Reinigung zum Schichtende oder bei Umstellung auf eine andere Charge), fallen ebenfalls in den Geltungsbereich dieser Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien. Bei Arbeiten im Rahmen von Betriebsstörungen sind ggf. zusätzliche Schutzmaßnahmen zu treffen.

Werden die in Abschnitt 4 dieser Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien beschriebenen Schutzmaßnahmen umgesetzt, ist sichergestellt, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte für Lösungsmittel und Stäube eingehalten werden. Eine weitere messtechnische Ermittlung dieser Gefahrstoffe im Betrieb ist dann nicht erforderlich.

Neben den Hinweisen in diesen Verfahrens- und stoffspezifischen Kriterien wird für einige Arbeitsbereiche oder Gefahrstoffe auf weitere einschlägige Schutzvorschriften verwiesen, insbesondere auf die gesetzlichen Vorschriften des Brand- und Explosionsschutzes.

2 Informationsermittlung

Mögliche Gefahrstoffbelastungen von Augenoptikern können durch die Arbeitsmaterialien wie Gläser und Fassungen verursacht oder von den Stoffen und Zubereitungen, die zur Bearbeitung dieser verwendet werden.

2.1 Tätigkeiten

Im Augenoptikerhandwerk werden in der Regel folgende gefahrstoffrelevante Tätigkeiten durchgeführt:

2.2 Arbeitsmaterialien

Brillenfassungen können aus Kunststoff oder Metall bestehen. Aktuell entwickelt sich der Trend wieder zu Metallfassungen, mit einem Marktanteil von über 75 % (2005) (http://www.zva.de/ZVA/download/BRANKEZA2005.pdf). Bei den Brillengläsern wird zwischen mineralischen und organischen (Kunststoff-)Gläsern unterschieden. Der Anteil der Brillengläser aus Kunststoff liegt bei fast 75 % (2005).

Brillenfassungen

Die Brillenfassungen bestehen entweder aus Metall oder aus Kunststoff. Die erforderlichen Gelenke, Schrauben, Nieten und Ohrbügeleinlagen sind aus Metall gefertigt.

Für Metallfassungen werden im Wesentlichen die nachfolgenden Metalle oder deren Legierungen verwendet: Kupfer, Nickel, Aluminium, Zink, Zinn, Titan, Chrom, Blei, Magnesium, Mangan und Beryllium.

Für Kunststofffassungen sind gegenwärtig die folgenden Werkstoffe in Gebrauch: Zelluloseacetat, Zelluloseacetatobutyrat, Zellulosepropionat, Epoxidharz, Polyamid und Polymethylmethacrylat (Plexiglas, Acrylglas).

Kunststoffgläser

Weitere Belastungen können durch die in Tabelle 1 aufgeführten Kunststoffe der Brillengläser entstehen.

Tabelle 1: Werkstoffe für Kunststoffgläser [5]

Werkstoff Bemerkungen
CR 39
(Diethylenglykolbisallylcarbonat)
20mal so bruchfest wie Glas
chemisch widerstandsfähig gegen Benzin, Aceton, viele Säuren und Laugen
Polycarbonat hohe Brechzahlen
extrem hoch schlagzäh
Hochbrechender Kunststoff (High-Plast) Modifizierung vorhandener Kunststoffe
gezielte Suche nach neuen organischen Materialien

Mineralische Brillengläser

Mineralgläser enthalten ein oder mehrere glasbildende Oxide. Neben Siliciumdioxid (SiO2) als wichtigstem Vertreter gehören dazu auch Bortrioxid (B2O3) und Phosphorpentoxid (P2O5). Die zur Schmelzpunkterniedrigung zugesetzten Flussmittel, z.B. Soda (Na2CO3) und Pottasche (K2CO3), führen in das Glas Natriumoxid (Na2O) und Kaliumoxid (K2O) ein. Als Stabilisatoren zur Erzielung der notwendigen Härte und chemischen Beständigkeit werden dem Glas z.B. Calciumoxid (CaO), Bariumoxid (BaO), Bleioxid (PbO), Titandioxid (TiO2) oder Lanthanoxid (La2O3) zugesetzt.

In Tabelle 2 sind die technologisch unterschiedenen mineralischen Brillengläser aufgeführt.

Tabelle 2: Mineralische Brillengläser [6]

Material Wichtige Bestandteile Bemerkungen
Kronglas Na2O, CaO, SiO2 Standardmaterial für farblose Brillengläser
Hochbrechendes Glas (Flintglas) Ursprünglich Alkali-Bleisilikatgläser;
Ersatz von Blei durch Barium, Lanthan, Titan
Flacher und dünner als Kronglas
Phototropes Glas Borosilikatglas (geringfügig variiertes Kronglas);
hohe Anteile an Bor- und Aluminiumoxid; enthält Silberchlorid und -bromid
Verfärbung unter UV Einfluss
Nahteilglas

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(Stand: 20.08.2018)

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