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BGI 764 - Elektrostatisches Beschichten
Berufsgenossenschaftliche Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGI)
(bisher ZH 1/160)
- Roland Knopp; Fred Luderer -
(Ausgabe 2009)
| Redaktioneller Hinweis: Berufsgenossenschaften sind gemäß § 210 SGB VII Behörden; ihre amtlichen Veröffentlichungen nach § 15 SGB VII unterliegen gemäß § 5 Abs. 2 UrhG keinem Urheberrechtsschutz. |
implementiert mit Genehmigung der Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften
-alte Fassung: BGI 764 (Ausgabe 10/2000) -
1 Anwendungsbereich
Diese BG-Information erläutert die zur sicheren Anwendung elektrostatisch unterstützter Beschichtungsverfahren notwendigen Schutzmaßnahmen.
Die Besonderheit des elektrostatischen Beschichtungsverfahrens liegt in der Anwendung von Hochspannung, die im Allgemeinen mehrere zehntausend Volt beträgt, und gleichzeitigem Erzeugen von explosionsfähigen Lösemittel/Dampf- Luftgemischen oder Staub-Luftgemischen.
Dieses Zusammentreffen führt zu besonderen Anforderungen hinsichtlich der Gefährdungen durch
Diese BG-Information soll den Anwendern des elektrostatischen Beschichtens Hinweise geben, wie durch Beachtung der diversen EN-Normen durch den Hersteller und in Übereinstimmung mit der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR 500) sowie der Unfallverhütungsvorschrift"Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A3) sicher und gesund gearbeitet werden kann.
Insbesondere legt diese BG-Information Anforderungen für den Betrieb (einschließlich Wartung, Instandhaltung und Prüfung) elektrostatischer Sprühanlagen und -einrichtungen fest, die nach den folgenden Normen in Verkehr gebracht wurden:
Für Anlagen, die vor Erscheinen dieser Norm in Verkehr gebracht wurden, gilt die BGI 764:2000.
Der Unternehmer kann bei Beachtung der in dieser BG-Information enthaltenen Empfehlungen davon ausgehen, dass er die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung im Hinblick auf den sicheren Betrieb (einschließlich Wartung, Instandhaltung und Prüfung) elektrostatischer Sprühanlagen und -einrichtungen einhält.
Schließlich soll diese BG-Information eine Hilfestellung für die Erarbeitung von Betriebsanweisungen und für eine effiziente Unterweisung am Arbeitsplatz geben.
Dabei sind die folgenden Grundsätze für die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit von Mitarbeitern zu berücksichtigen:
Bild 1-1: Grundprinzip des elektrostatischen Lackierens (vereinfachte Darstellung)
Bild 1-2: Prinzip einer elektrostatischen Pulversprühanlage
2 Was ist elektrostatisches Beschichten?
2.1 Allgemein
Elektrostatisches Beschichten ist der Sammelbegriff für alle elektrostatischen Auftragsverfahren. Das sind Beschichtungsverfahren, bei denen der versprühte Beschichtungsstoff (hier: flüssige organische Beschichtungsstoffe, Pulverlack oder Flock) untergleichzeitiger elektrostatischer Aufladung (mittels Hochspannung oder bei triboelektrischen Pulversprühsystemen auch durch Reibungselektrizität) von dem geerdeten Werkstück angezogen und auf diesem aufgetragen wird.
Anmerkung:
Synonym zum"Elektrostatischen Beschichten" werden auch die Begriffe"Sprühverfahren", "Elektrostatisches Sprühverfahren" oder "Elektrostatisches Spritzverfahren" verwendet.
2.2 Elektrostatisches Beschichten mit Flüssiglack
Beim elektrostatischen Lackieren mit Flüssiglack wird der flüssige Beschichtungsstoff in einen Nebel von Lacktröpfchen umgewandelt und mithilfe der Kräfte des elektrischen Feldes auf dem Werkstück niedergeschlagen. Hierfür werden die Tröpfchen mittels Hochspannung der Größenordnung von einigen 10 Kilovolt aufgeladen, sodass sie von dem geerdeten Werkstück angezogen werden.
Der Beschichtungsstoff kann entweder durch Druckluft, Flüssigkeitsdruck oder durch eine Kombination der genannten Verfahren und andere Zentrifugalkräfte versprüht werden.
Nicht auf dem Werkstück niedergeschlagener Flüssiglack (Overspray) wird mithilfe der technischen Lüftung abgeführt. Anschließend wird die Beschichtung bei Raumtemperatur oder durch zusätzliche Erwärmung (im Lacktrockner) getrocknet oder gehärtet.
Die sicherheitstechnischen Anforderungen bei der Verarbeitung von Flüssiglack hängen wesentlich ab von der Entzündbarkeit des Beschichtungsstoffes in fein versprühtem Zustand.
Hierbei wird unterschieden zwischen "entzündbar", "schwer entzündbar" und "nicht entzündbar". Siehe auch 3.8 bis 3.10 und Anhang G.
2.3 Elektrostatisches Beschichten mit Pulverlack
(Stand: 24.07.2025)
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