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Regelwerk, EU 2025, Wasser - EU Bund

Empfehlung (EU) 2025/1179 der Kommission vom 4. Juni 2025 zu den Leitprinzipien für den Grundsatz "Wassereffizienz an erster Stelle"

(ABl. L 2025/1179 vom 16.06.2025)



Die Europäische Kommission -

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 292,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1) Bedingt durch nicht nachhaltige Wasserbewirtschaftungsverfahren, Umweltverschmutzung und eine wachsende Nachfrage können sich Wasserqualität und -quantität sowie der Zustand der aquatischen Ökosysteme in der Union nicht in dem Tempo verbessern, wie dies erforderlich wäre. Der Klimawandel und der Verlust an biologischer Vielfalt verschärfen diesen Trend zusätzlich. Zudem machen sich zunehmend die Auswirkungen der Wasserknappheit auf Gesellschaft und Wirtschaft bemerkbar. In diesem Kontext ist eine höhere Wassereffizienz unverzichtbar.

(2) Im Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament 1 über die Fortschritte bei der Umsetzung der Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates 2 und der Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates 3 wird bestätigt, dass Wasserknappheit in den meisten Mitgliedstaaten als zunehmendes Problem wahrgenommen wird. Zu Wasserknappheit kommt es in etwa 34 % des Gebiets der Union, und sie betrifft etwa 40 % der Bevölkerung der Union in mindestens einer Jahreszeit im Jahr 4. Wasserknappheit entsteht durch eine Kombination aus Übernutzung und klimatischen Einflüssen 5. Das Europäische Parlament forderte, diesbezüglich tätig zu werden 6.

(3) Dürren betreffen jedes Jahr durchschnittlich 4 % des Gebiets der Union. In Süd- und Südwesteuropa könnte bei einem Temperaturanstieg von 3 °C die Abflussmenge der Flüsse im Sommer um bis zu 40 % zurückgehen. In den letzten Jahrzehnten haben Dürren in Europa an Zahl und Intensität zugenommen. Die schweren Dürre- und Hitzeereignisse im Jahr 2022 führten beispielsweise zu wirtschaftlichen Verlusten in Höhe von schätzungsweise 40 Mrd. EUR, wobei die größten Verluste in Italien, Spanien und Frankreich verzeichnet wurden 7.

(4) Der anhaltende Klimawandel dürfte das Problem verschlimmern, da die Auswirkungen und die Häufigkeit von Dürren zunehmen werden. Die kombinierten Auswirkungen des strukturellen übermäßigen Verbrauchs und des erhöhten Risikos anhaltender Dürren stellen eine Gefahr für die Wasserversorgungssicherheit, die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft, die Binnenschifffahrt, den Tourismus und die Stromversorgung dar 8. Die Wasserknappheit in allen Sektoren und die Verluste in der landwirtschaftlichen Erzeugung aufgrund von Hitze und Dürre gehören zu den größten Risiken des Klimawandels in Europa 9.

(5) Die Süßwasserentnahme pro Jahr ist zwischen 2000 und 2022 mit geografischen Unterschieden um 19 % zurückgegangen 10, jedoch wird davon ausgegangen, dass die Süßwasserentnahme pro Kopf wieder zunehmen wird. Dies hat folgende Gründe: i) die Fortschritte im Hinblick auf die Wassereffizienz in den verbrauchsintensivsten Sektoren wie Energie und Landwirtschaft, einschließlich Bioenergie, sind unzureichend; ii) der industrielle und digitale Wandel erfordert mehr Süßwasser; und iii) Misswirtschaft, Umweltverschmutzung und Klimawandel führen zu einem zunehmenden Druck auf die Verfügbarkeit von sauberem Süßwasser für sozioökonomische Zwecke. Dies schadet den ökologischen Strömen, die für den Schutz des Wasserökosystems unerlässlich sind, und der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft der Union, die sowohl sauberes Süßwasser als auch saubere Energie benötigt.

(6) Die Europäische Zentralbank schätzt, dass bis zu 60 % der ausstehenden Kreditrisiken im Euro-Währungsgebiet von Wasserknappheit und Hitzestress und 20 % von Überschwemmungen betroffen sein könnten 11. Zudem könnten die zunehmenden wasserbezogenen Klimarisiken zu einer Vergrößerung der Versicherungslücke führen 12, was die wirtschaftliche Erholung nach wasserbezogenen Ereignissen wie Dürren oder Überschwemmungen erschweren würde.

(7) Investitionen in die Wassereffizienz werden dazu beitragen, dass in wichtigen Wirtschaftssektoren, die für die strategische Autonomie der Union von entscheidender Bedeutung sind, ausreichend Wasser zur Verfügung gestellt wird, was - wie im Deal für eine saubere Industrie 13 festgestellt - das Potenzial hat, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Durch das Ausschöpfen des Potenzials zur Wassereinsparung werden gleichzeitig neue Geschäftsmöglichkeiten geschaffen und Kosteneinsparungen für die Verbraucher ermöglicht. Die Industrie der Union ist bei der Entwicklung von Wassertechnologien bereits weltweit führend.

(8) In der Mitteilung von 2025 über einen Kompass für eine wettbewerbsfähige EU 14

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