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Regelwerk, EU 2026, Lebensmittel - EU Bund

Empfehlung (EU) 2026/1210 der Kommission vom 9. Juni 2026 zur Überwachung des Vorhandenseins von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln

(ABl. L 2026/1210 vom 10.06.2026)



Die Europäische Kommission -

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 292,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1) Pyrrolizidinalkaloide sind Toxine, die in der Natur in einer Vielzahl von Pflanzenarten vorkommen. Pyrrolizidinalkaloide sind die wahrscheinlich am weitesten verbreiteten natürlichen Toxine und haben Auswirkungen auf Wildtiere, Nutztiere und Menschen. Schätzungen zufolge enthalten etwa 6.000 Pflanzenarten möglicherweise Pyrrolizidinalkaloide, obwohl direkte Vergiftungen bei Menschen und Tieren offenbar nur mit einigen wenigen Arten in Zusammenhang stehen.

(2) Nutztiere und Haustiere können Pyrrolizidinalkaloiden durch den Verzehr von Futter und Raufutter ausgesetzt sein, das mit Pflanzen (oder Teilen von Pflanzen) der Arten Senecioneae und Boraginaceae spp. kontaminiert ist. Insbesondere Luzernefutter ist gelegentlich mit erheblichen Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden kontaminiert. Daher können Pferde und Kaninchen aufgrund ihres hohen Verzehrs von Luzernen stärker exponiert sein als andere Nutztiere. Als Futtermittel verwendete Kräuter, Kräutermischungen und Pflanzenextrakte, die aus Pyrrolizidinalkaloide enthaltenden Pflanzen (oder deren Teilen) bestehen, daraus hergestellt werden oder damit verunreinigt sind, sind eine weitere mögliche Quelle der Exposition von Nutztieren gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden, obwohl diese Futtermittel im Allgemeinen nur einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen.

(3) Das Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (im Folgenden "Behörde") hat 2011 eine Risikobewertung von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futtermitteln 1 angenommen. Es kam zu dem Schluss, dass, obwohl alle Tierarten sowohl für akute als auch für chronische Pyrrolizidinalkaloid-Vergiftungen anfällig sind, in der Union im Allgemeinen ein geringes Risiko einer Pyrrolizidinalkaloid-Vergiftung bei Nutztieren und Heimtieren besteht, da die meisten in jüngster Zeit gemeldeten Pyrrolizidinalkaloid-Vergiftungen auf versehentliche Expositionen zurückzuführen sind.

(4) In der Datenbank der Behörde sind nur wenige Daten über das Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln verfügbar. Daher hat die Behörde empfohlen, dass mehr Daten über das Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln in relevanten Futtermittelerzeugnissen erhoben werden sollten.

(5) Die Behörde stellte ferner fest, dass eine Methode zur Analyse von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln erforderlich ist, die routinemäßig in gut ausgestatteten Laboratorien angewandt werden kann, um zuverlässige und vergleichbare Analyseergebnisse zu gewährleisten.

(6) In der Zwischenzeit hat das Referenzlaboratorium der Europäischen Union im Jahr 2020 eine Analysemethode für die Analyse von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln veröffentlicht. Darüber hinaus hat das Europäische Komitee für Normung (CEN) im Jahr 2023 eine Norm für die Analyse von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln entwickelt (EN 17683).

(7) Daher sollte empfohlen werden, das Vorhandensein von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln in der gesamten Union zu überwachen, bevor mögliche Risikomanagementmaßnahmen in Betracht gezogen werden, die erforderlich sind, um ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier zu gewährleisten

- hat folgende Empfehlung abgegeben:

  1. Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, unter aktiver Einbeziehung der Futtermittelunternehmer das Vorkommen von Pyrrolizidinalkaloiden in Futtermitteln zu überwachen.
  2. Es wird empfohlen, die folgenden Pyrrolizidinalkaloide zu analysieren:

    Es wird auch empfohlen, die folgenden zusätzlichen 14 Pyrrolizidinalkaloide, die bekanntermaßen mit einem oder mehreren der oben genannten 27 Pyrrolizidinalkaloide koeluieren, anhand bestimmter derzeit verwendeter Analysemethoden zu analysieren:

  3. Die empfohlene Analysemethode ist die Flüssigchromatografie/Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS). Es können andere Untersuchungsmethoden angewandt werden, sofern nachgewiesen ist, dass sie verlässliche Ergebnisse für die einzelnen Pyrrolizidinalkaloide liefern. Die zu erreichende Bestimmungsgrenze für die Bestimmung jedes Pyrrolizidinalkaloids sollte 10 μg/kg betragen.

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(Stand: 16.06.2026)

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