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BfR-Empfehlungen für Materialien im Lebensmittelkontakt
XIV. Kunststoff-Dispersionen

Gesundheitliche Beurteilung von Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt im Rahmen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches
- Stand vom 01.01.2012 -

(Bundesgesundheitsbl. Nr. 2/2012 S. 291; 2/2012 S. 291; 7/2013 S. 1017; 9/2014 S. 1128; 11/2014 S. 1350; 10/2015 S. 1195; 10/2016 S. 1365; 2/2018 S. 236; 12/2019 S. 1546;aufgehoben)



Zur aktuellen Fassung =>

Gegen die Verwendung von weichmacherfreien Beschichtungen auf der Grundlage von Polymer-Dispersionen bei Bedarfsgegenständen im Sinne von § 2 Abs. 6 Nr. 1 des Lebensmittelund Futtermittelgesetzbuches (siehe Teil a dieser Empfehlung) sowie als Käseüberzüge, die nicht zum Verzehr bestimmt sind (siehe Teil B dieser Empfehlung), bestehen keine Bedenken, sofern sich die beschichteten Bedarfsgegenstände bzw. die Käseüberzüge für den vorgesehenen Zweck eignen und folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Teil A
Beschichtungen auf der Grundlage von Polymer-Dispersionen für Bedarfsgegenstände für den Lebensmittelkontakt (z.B. Klebstoffe oder Papierbeschichtungen)

Die vorgenannten Beschränkungen dieser Empfehlung gelten nicht für Dosendichtungsmassen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommen (Doppelfalzdichtungen).

Ein Teil der gemäß dieser Empfehlung herstellbaren Dispersionen kann durch Vulkanisation vernetzt werden. In diesen Fällen gilt die Empfehlung XXI 1.

Den Polymer-Dispersionen dürfen lineare Polyurethane, sofern diese der jeweils geltenden Fassung der Empfehlung XLI 2 entsprechen, beigemischt werden, wobei der Gehalt an Polymer-Dispersionen in der Gesamtmischung überwiegen muss.

Bei Verwendung von Stoffen zum Schutz der Dispersion gegen Fäulnis, für die Höchstgehalte an Pestizidrückständen in Lebensmitteln über die Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgelegt sind, gelten diese grundsätzlich auch für einen Übergang aus Polymer-Dispersionen.

Die Empfehlung schließt nur Beschichtungen ein, die dazu bestimmt sind, bei Temperaturen bis zu 90 °C eingesetzt zu werden.

  1. Es dürfen die in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 aufgeführten Monomere und andere Ausgangsstoffe unter Einhaltung der dort festgelegten spezifischen Grenzwerte verwendet werden. Darüber hinaus dürfen folgende Monomere eingesetzt werden:
    Soweit dort aufgeführt gelten für die Verwendung der nachfolgend genannten Monomere die in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegten spezifischen Grenzwerte:
    1. Acrylsäure- und Methacrylsäureester von Alkoholen der Kettenlänge C1-C18, die einwertig, gesättigt und linear sind (H-(CH2)1-18-OH), und Etheralkoholen der Kettenlänge C1-C18, die einwertig, gesättigt und linear sind (H-(CH2)1-18-O-(CH2)1-18-OH)
    2. Vinylester von aliphatischen gesättigten Carbonsäuren der Kettenlänge C1-C18
    3. Maleinsäure- und Fumarsäureester von einwertigen aliphatischen gesättigten Alkoholen der Kettenlänge C1-C18 oder von einwertigen aliphatischen ungesättigten Alkoholen der Kettenlänge C3-C18
      Ester aliphatischer Carbonsäuren der Kettenlänge C3-C12 mit ungesättigten Alkoholen der Kettenlänge C3-C18
      Ester von ungesättigten aliphatischen Dicarbonsäuren mit Polyethylenglykolen und/oder Polypropylenglykolen
    4. Ester aliphatischer Carbonsäuren der Kettenlänge C3-C12mit ungesättigten Alkoholen der Kettenlänge C3-C18
    5. Ester von ungesättigten aliphatischen Dicarbonsäuren mit Polyethylenglykolen und/oder Polypropylenglykolen
    6. Vinylether von einwertigen aliphatischen gesättigten Alkoholen der Kettenlänge C1-C18
    7. Vinylsulfonsäure. Bei der Untersuchung von Bedarfsgegenständen gemäß dieser Empfehlung ist für diese Substanz folgender Migrationsrichtwert einzuhalten: 0,05 mg/kg Lebensmittel oder Lebensmittelsimulanz.
    8. Halbester der Malein- bzw. Fumarsäure und der Itaconsäure mit einwertigen aliphatischen gesättigten Alkoholen der Kettenlänge C1-C18, höchstens 8 %. Sofern eine Vernetzung durch nachträgliche Behandlung sichergestellt ist, darf der Anteil höchstens 25 % betragen.
    9. Acrylsäure- und Methacrylsäureester von zweiwertigen aliphatischen Alkoholen der Kettenlänge C2-C18
    10. Divinyl- und Diallylester von gesättigten und ungesättigten aliphatischen Dicarbonsäuren der Kettenlänge C3-C18
    11. Acrylsäurevinylester
    12. Acrylsäureallylester
    13. Crotonsäurevinylester
    14. Crotonsäureallylester
    15. Triallylcyanurat
    16. 2-Sulfoethylmethacrylat, höchstens 1,5 %. Beschichtungen, die unter Verwendung dieses Monomers hergestellt sind, dürfen nicht für die Verpackung von flüssigen Lebensmitteln verwendet werden. Die in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegte Begrenzung ist zu beachten.
    17. 2-Dimethylaminoethylacrylat, Restgehalt in der fertigen Beschichtung höchstens 0,01 mg/dm2
    18. N-[3-(Dimethylamino)propyl]-methacrylamid
    19. (2-(Methacryloyloxy)ethyl)trimethylammoniumchlorid
    20. N,N,N",N"-tetrakis(2-hydroxypropyl)adipamid, höchstens 6 %, der Übergang auf Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanzien darf 5 mg/kg (Summe der Substanz und der Verunreinigungen 6-[bis(2-hydroxypropyl)amino]-6-oxo-hexansäure und Diisopropanolamin) nicht überschreiten. Die Verunreinigungen/Reaktionsprodukte 1-[(2-hydroxypropyl)amino]-2-propanyl 6- [bis(2-hydroxypropyl)amino]-6-oxohexanoat und bis{1-[(2-hydroxypropyl)amino]-2 -propanyl}adipat dürfen in Summe zu höchstens 0,1 mg/kg auf Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanzien übergehen.

    Schließen die oben aufgeführten generischen Begriffe Einzelsubstanzen ein, welche in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 geregelt sind, so sind die dort angegebenen Begrenzungen einzuhalten.

  2. Als Fabrikationshilfsstoffe dürfen verwendet werden:
    Neben den gemäß der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 bereits zugelassenen Additiven unter den dort genannten Beschränkungen dürfen nur folgende Stoffe und nur in den im folgenden angegebenen Mengen verwendet werden:
    1. Katalysatoren:
      Wasserstoffperoxid
      Benzoylperoxid
      Cyclohexanonperoxid
      Isopropylcumylhydroperoxid
      Persulfate des Kaliums, Natriums und Ammoniums
      Peroxide von geradzahligen gesättigten einwertigen aliphatischen Carbonsäuren der Kettenlänge C8-C12
      tert-Butylhydroperoxid
      Ditertbutylperoxid
      Diisopropyl-percarbonat
      Azoisobuttersäuredinitril
      Acetylcyclohexansulfonylperoxid
      tert-Butylperbenzoat
      tert-Butylpe roctoat
      Bis-(3,5,5-trimethyl)-hexanoylperoxid
      tert-Butylperpivalat, höchstens 0,15 %, zum Anreiben dieses Stoffes höchstens 0,05 % Dibutylphthalat
      Hydroperoxypinan, höchstens 0,2 %
      Eisen-III-chlorid, höchstens 0,06 %
      p-Menthanhydroperoxid, höchstens 0,1 %
      tert-Butylperacetat, höchstens 0,2 %
      Mischung von
      2-Hydroxy-2-sulfinatoessigsäure, Dinatriumsalz 50 - 60 %
      2-Hydroxy-2-sulfonatoessigsäure, Dinatriumsalz 10 - 20 % und
      Natriumsulfit 30 - 40 %,

      höchstens 0,5 %.
      Die Bedarfsgegenstände dürfen keine positive Reaktion auf Peroxide geben 3.

    2. Polymerisationsregler:
      Normale und tertiäre Mercaptane der Kettenlänge C10-C14 4
      Buten-(1)-ol-(3)
      Hydroxylaminsalze
      Natriumdialkyldithiocarbamat
      Natriumbisulfit
      Ammoniumbisulfit
      Natriumdithionit
      Isoascorbinsäure
      Harnstoff 5
      Propionaldehyd 5
      Die Dispersionsfilme dürfen von Resten bzw. Umsetzungsprodukten eines Polymerisations reglers höchstens 0,7 % enthalten. Jedoch dürfen Buten-(1)-ol-(3) und Hydroxylaminsalze in den Dispersionsfilmen nicht nachweisbar sein.
      Alkalisalze der Oxymethansulfinsäure, höchstens 0,5 %, bezogen auf den Dispersionsfilm Diisopropylxanthogendisulfid, höchstens 0,5 %, jedoch nur für Polyvinylidenchlorid- Dispersionen
      Borsäure, höchstens 0,07 % 6
      2,2"-Dibenzamidodiphenyldisulfid, höchstens 3,0 % in der Dispersion
      1-Methyl-4-(1 -methylethyliden)-cyclohexen. Bei der Untersuchung von Bedarfsgegenständen gemäß dieser Empfehlung ist für diese Substanz folgender Migrationsrichtwert einzuhalten:
      0,05 mg/kg Lebensmittel oder Lebensmittelsimulanz.
    3. Schutzkolloide und Verdickungsmittel für die Weiterverarbeitung:
      Polyvinylalkohol (Viskosität der 4%igen wässrigen Lösung bei 20 °C, sofern der Polyvinylalkohol als Schutzkolloid verwendet wird, mindestens 2 cP, sofern er als Verdickungsmittel verwendet wird, mindestens 4 cP)
      Polymerisate der unter Nr. 1, Buchst. h genannten Monomeren sowie deren Mischpolymerisate mit den unter Nr. 1, Buchst. a - g genannten Monomeren und deren Alkali- und Ammoniumsalzen
      Polyacrylsäure, Isopropanolmodifiziert
    4. Emulgatoren:
      Natriumhydroxyoctadecansulfonat
      Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze von Hydroxyfettsäuren der Kettenlänge C12-C20 und deren Sulfierungs- bzw. Acetylierungsprodukte
      Alkylsulfate, auch als Triethanolaminsalze
      Alkyl(C10-C20)-sulfonate
      Alkyl(C10-C20)-arylsulfonate 7
      Dimethyldialkyl(C8-C18)-ammoniumchlorid, höchstens 0,005 %, bezogen auf den Dispersionsfilm
      Acyl-, Alkyl-, Oleyl- und Alkylaryloxethylate und ihre Sulfierungsprodukte 7
      Sulfobernsteinsäure-4-Ester mit Polyethylenglykolnonylphenylether (Di-Natriumsalz)
      Ligninsulfonsäure sowie deren Calcium-, Magnesium-, Natrium- und Ammoniumsalze, insgesamt, höchstens 0,04 mg/dm2
      Dodecyliertes Diphenyletherdisulfonsaures Natrium
      Copolymere aus Ethylenoxid und Propylenoxid mit einem Mindestgehalt von 10 % Ethylenoxid
      Lecithin, höchstens 1 %
      Dinatrium-4-[1-methyl-2-[(1-oxo-9-octadecenyl)amino]ethyl]-2-sulfosuccinat, höchstens 0,8 mg/dm2.
      Sulfobernsteinsäure-4-Ester mit Polyethylenglykolethern von einwertigen aliphatischen Alkoholen der Kettenlänge C10-C12(Di-Natriumsalz), der Übergang auf Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanzien darf 2 mg/kg nicht überschreiten.
      Sulfobernsteinsäurebiscyclohexylester (Natriumsalz), der Übergang auf Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanzien darf 5 mg/kg nicht überschreiten.
      Alkalisalze der Sulfobernsteinsäureester mit aliphatischen gesättigten einwertigen Alkoholen der Kettenlänge C4-C20, der Übergang auf Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanzien darf 5 mg/kg nicht überschreiten
      Aus den fertig beschichteten Bedarfsgegenständen dürfen an Emulgatoren unter Gebrauchsbedingungen nicht mehr als 5 mg/dm2 migrieren.
    5. Stabilisatoren (Neutralisierungsmittel und Komplexbildner):
      Alkalisalze der N-(2-Hydroxyethyl)ethylendiamintriessigsäure, insgesamt höchstens 0,4 % im Dispersionsfilm
      Homopolymerisat aus 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure und ihrer Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze, höchstens 2 % im Dispersionsfilm
    6. Stoffe zum Schutz der Dispersion gegen Fäulnis:
      Durch den Zusatz dieser Stoffe darf von den fertigen Dispersionsfilmen keine konservierende Wirkung auf Lebensmittel ausgehen.
      o-Phenylphenol und dessen Natrium- und Kaliumsalz, höchstens 0,3 %
      Formaldehyd
      Dichlorisocyanursäure
      3,5-Dimethyltetrahydro-1,3,5-thiadiazin-2-thion, höchstens 0,05 %.
      1-(3-Chlorallyl)3,5,7-triazo-1-azonia-adamantanchlorid 8; in den Dispersionsfilmen darf nicht mehr als 0,05 mg/dm2 von diesem Stoff anwesend sein
      2-Brom-2-nitropropandiol-(1,3), höchstens 0,032 mg/dm2 Dispersionsfilm
      p-Chlor-mkresol, höchstens 0,2 %
      Titandioxid/Silberchlorid mit einem Anteil von 80 % Titandioxid und 20 % Silberchlorid, höchstens 0,005 %
      Addukt aus 70 % Benzylalkohol und 30 % Formaldehyd, höchstens 0,4 mg/dm2
      3-Jod-2-propinylbutylcarbamat, höchstens 0,02 %
      1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, höchstens 0,058 %
      2,2-Dibrom-3-nitril-propionamid, höchstens 0,02 mg/dm2
      Dodecylguanidin Hydrochlorid, höchstens 0,03 %.
      1,2-Benzisothiazolin-3-on 9. Im Dispersionsfilm dürfen höchstens 80 µg/dm2 dieser Substanz enthalten sein. Als Stellmittel ("Anreibemittel") dürfen 1,2-Propandiol und Dipropylenglykol, insgesamt höchstens 0,6 mg/dm2, sowie Xanthan, höchstens 0,005 mg/dm2, verwendet werden.
      Mischung aus 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on, ca. 3 Teile, und 2-Methyl-4-isothiazolin3-on, ca. 1 Teil 9. Im Dispersionsfilm dürfen in der Summe höchstens 4 µg/dm2 an den genannten Isothiazolinonen enthalten sein.
      2-Methyl-4-isothiazolin-3-on 9. Im Dispersionsfilm dürfen höchstens 40 µg/dm2dieser Substanz enthalten sein.
      1,6-Dihydroxy-2,5-dioxahexan, höchstens 29 μg/dm2.
      Die Dispersionsfilme dürfen - abgesehen von den vorgenannten Einschränkungen - insgesamt höchstens 0,5 % von diesen Stoffen enthalten. Tetrahydro-1,3,4,6-tetrakis-(hydroxymethyl)-imidazo[4,5-d]imidazol-2,5(1 H,3H)dion als Formaldehyd-Spendersystem mit einem mittleren Verhältnis von Formaldehyd zu Acetylendiharnstoff von 3,1:1 bis 3,5:1, höchstens 0,5 mg/dm2 Dispersionsfilm, entsprechend einem Gesamtformaldehyd-Gehalt von 0,22 mg/dm2. 10
      Zinkpyrithion, höchstens 8 µg/dm2
      N-(3-Aminopropyl)-N-dodecylpropan-1,3-diamin. Im Dispersionsfilm dürfen höchstens 36 µg/dm2 dieser Substanz enthalten sein.
      2,2"-Dithiobis[N-methylbenzamid] 9, höchstens 30 µg/dm2.
    7. Gleitmittel:
      Paraffin DAB
      Polyethylen, sofern es der Empfehlung III 11entspricht
      Butylstearat
      Der Gehalt vorgenannter Gleitmittel in den Dispersionsfilmen darf insgesamt 1,0 % nicht überschreiten.
    8. Entschäumer:
      Tri-isobutylphosphat
      Organopolysiloxane mit Methyl- und/oder Phenylgruppen (Siliconöl), sofern ihre Viskosität bei 20°C mindestens 100 Centistokes beträgt
      Kondensationsprodukt aus linearem oder verzweigtem Organopolysiloxan mit Polyalkylenglykolmonoalkylethern gemäß Abschnitt I, Nr. 1 der jeweils geltenden Fassung der Empfehlung XV, höchstens 0,04 %
      Als Stabilisator für die vorgenannten Entschäumer darf Bisstearoylethylendiamin bis zu höchstens 0,015 mg/dm2 Dispersionsfilm verwendet werden.
      Die Dispersionsfilme dürfen von den genannten Entschäumern insgesamt nicht mehr als 0,1 % enthalten.
    9. Antioxidantien:
      Bis-[(3-cyclohexyl-5-methyl-2-hydroxy)phenyl]-methan
      Bis-[3-(1-methylcyclohexyl)-5-methyl-2-hydroxyphenyl]-methan
      2,2"-Methylen-bis-(4-methyl-6-tert-butylphenol)
      2,6-Di-tertbutyl-4-methylphenol
      2,2"-Methylen-bis-(4-ethyl-6-tert-butylphenol)
      Phenol und/oder Kresole, umgesetzt mit Styrol bzw. Methylstyrol und/oder Olefinen der Kettenlänge C3-C12
      Styrolisiertes Diphenylamin
      Tris(nonylphenyl)phosphit 8 und zwar Tris-(monononylphenyl)-phosphit 8, auch im Gemisch mit Tris-(dinonylphenyl)-phosphit 8, 12
      Triethylenglycolbis[3-(3-tertbutyl-4-hydroxy-5-methylphenyl)propionat], höchstens 0,25 %
      Von den genannten Antioxidantien dürfen in den Dispersionsfilmen insgesamt nicht mehr als 1,0 % enthalten sein.
    10. Antistatika:
      N,N-Bis(2-hydroxyethyl)alkyl-(C12-C18)amine 8, höchstens 2,0 mg pro dm2 Fläche fertig beschichteter Bedarfsgegenstände aus Vinylidenchlorid-Copolymerisat-Dispersionen.
      Mit diesem Antistatikum behandelte Bedarfsgegenstände dürfen nicht mit flüssigen Lebensmitteln in Berührung kommen.

Teil B
Kunststoff-Dispersionen zur Herstellung von nicht zum Verzehr bestimmten Käseüberzügen

Bei Einhaltung der nachstehenden Empfehlungen kann davon ausgegangen werden, dass der beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Käseüberzügen aus Polymer Dispersionen bestehenden Sorgfaltspflicht entsprochen wird:

Es wird hiermit empfohlen, bei der Herstellung nur folgende Stoffe zu verwenden:

  1. Monomere
    Ethylen
    Vinylester gesättigter Fettsäuren der Kettenlänge C2-C18
    Maleinsäure- und Fumarsäureester von einwertigen aliphatischen gesättigten Alkoholen der Kettenlänge C4-C8
    Acrylsäureester einwertiger aliphatischer gesättigter Alkohole der Kettenlänge C4-C8Mischung von α-Olefinen C14-C16
  2. Katalysatoren
    Wasserstoffperoxid
    Kalium-, Natrium- und Ammoniumpersulfat
    Peroxide von geradzahligen gesättigten einwertigen aliphatischen Carbonsäuren der Kettenlänge C8-C12
    tert-Butylhydroperoxid
    Ditertbutylperoxid
    Diisopropylpercarbonat
    tert-Butylperoctoat
    Eisen-III-chlorid, höchstens 0,06 %
    Die fertigen Käsedeckmassen dürfen keine positive Reaktion auf Peroxide geben 1.
  3. Emulgatoren
    Natriumlaurylsulfat
    Natriumlaurylethersulfat, ethoxyliert (3 Ethylenoxidgruppen)
    Polyethylenglykolether des Oleylalkohols (4 - 20 Ethylenoxidgruppen)
  4. Entschäumer
    Dimethylpolysiloxane (Mw > 6.800 D)
  5. pH-Regler und Polymerisationshilfsstoffe
    Alkalisalze der Oxymethansulfinsäure, höchstens 0,25 %
    Natrium- und Ammoniumbisulfit
    Natriumdithionit Isoascorbinsäure
    Harnstoff, höchstens 0,75 %
    Ameisensäure Essigsäure
    Citronensäure Weinsäure
    Salzsäure
    Ascorbinsäure Ammoniak
    Natriumhydroxid Kaliumhydroxid
    Natrium- und Kaliumcarbonat und -bicarbonat
  6. Schutzkolloide und Verdickungsmittel
    Lactose
    Siliciumdioxid
    Hydroxyethylcellulose
    Methylcellulose
    Hydroxyethylmethylcellulose
    Carboxymethylcellulose
    Polyvinylalkohol (Viskosität der 4%igen wässrigen Lösung bei 20 °C, sofern der Polyvinyl- akohol als Schutzkolloid verwendet wird, mindestens 2 cP, sofern er als Verdickungs- mittel verwendet wird, mindestens 4 cP)
    Polyvinylpyrrolidon
    Xanthan
  7. Farbstoffe, einzeln oder im Gemisch, die in der Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Zusatzstoffe zugelassen sind, sowie färbende Lebensmittel
  8. Konservierungsmittel, die in der Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Zusatzstoffe für Käse zugelassen sind.

____

1) Empfehlung XXI. "Bedarfsgegenstände auf Basis von Natur- und Synthesekautschuk"

2) Empfehlung XLI. "Lineare Polyurethane für die Papierbeschichtung"

3) Methode: 58. Mitteilung zur Untersuchung von Kunststoffen, Bundesgesundheitsblatt 40 (1997) 412

4) Diese Stoffe werden bei der Polymerisation vollständig in das Polymerisat eingebaut.

5) Für die Verwendung gelten die in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegten spezifischen Grenzwerte.

6) Zur Verringerung des Restmonomergehalts. Nur in Dispersionen auf Basis von N-Hydroxymethylacrylamid, die bei der Herstellung von Vliesen für Wischtücher eingesetzt werden, die auch mit Lebensmitteln in Berührung kommen können.

7) Teilweise als Additiv zugelassen gemäß Verordnung (EU) Nr. 10/2011.

8) Für den Übergang dieses Stoffes in Lebensmittel sowie in wässrige Prüflebensmittel gelten die Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011.

9) Die Begrenzungen beziehen sich auf die Verwendung in Dispersionen. Einträge aus anderen Verwendungen (z.B. als Schleimverhinderungs- und Konservierungsmittel bei der Papierherstellung oder in Druckfarben) müssen den in diesen Bereichen festgelegten Beschränkungen entsprechen. In den Extrakten der Fertigerzeugnisse dürfen jedoch insgesamt nicht mehr als die nachfolgend aufgeführten Mengen nachweisbar sein:
- Mischung aus 5-Chlor-2-methyl-4-isothiazolin-3-on, ca. 3 Teile, und 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on, ca. 1 Teil: 25 µg/dm2
- 1,2-Benzisothiazolin-3-on: 80 µg/dm2
- 2-Methyl-4-isothiazolin-3-on: 80 µg/dm2.
- 2,2'-Dithiobis[N-methylbenzamid] und seine Hydrolyseprodukte 2-Methyl-1,2-benzothiazol-3(2H)-on und 2-Mercapto-N-methylbenzamid insgesamt nicht mehr als 30 µg/dm², bestimmt in einem Dimethylsulfoxid-Extrakt.

10) Kurzbezeichnung: Tetramethylolacetylendiharnstoff (Tetramethylolglycoluril), im chemischen Gleichgewicht mit Trimethylolacetylendiharnstoff, Dimethylolacetylendiharnstoff, Monomethylolacetylendiharnstoff, Acetylendiharnstoff und Formaldehyd.

11) Empfehlung III. "Polyethylen"

12) Reinheitsanforderungen an Tris(nonylphenyl)phosphit siehe 76. Mitteilung: Bundesgesundheitsblatt 15 (1972) 139.

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