Für einen individuellen Ausdruck passen Sie bitte die
Einstellungen in der Druckvorschau Ihres Browsers an.
Regelwerk

BJagdG - Bundesjagdgesetz

Fassung vom 29. September 1976
(BGBl. I S. 2849; 05.11.1980 S. 41; 29.03.1983 S. 377; 26.11.1986 S. 2089; 28.06.1990 S. 1221; 28.06.1990 S. 1249; 31.8.1990 (II) S. 889; 21.11.1996 S. 1779; 26.01.1998 S. 164; 19.06.2001 S. 1149; 25.06.2001 S. 1215; 29.10.2001 S. 2785; 14.12.2001 S. 3714; 11.10.2002 S. 3970; 25.11.2003 S. 2304; 24.08.2004 S. 2198; 31.10.2006 S. 2407 06; 26.03.2008 S. 426 08; 08.12.2010 S. 1864 10; 09.12.2010 S. 1934 10a; 06.12.2011 S. 2557 11; 29.05.2013 S. 1386 13; 31.08.2015 S. 1474 15; 01.11.2016 S. 2451 16; 23.05.2017 S. 1226 17; 08.09.2017 S. 3370 17a; 14.11.2018 S. 1850 18)
Gl.-Nr.: 792-1



I. Abschnitt
Das Jagdrecht

§ 1 Inhalt des Jagdrechts

(1) Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.

(2) Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen; auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt. Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

(3) Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.

(4) Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.

(5) Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen sowie die Eier von Federwild sich anzueignen.

(6) Das Jagdrecht unterliegt den Beschränkungen dieses Gesetzes und der in seinem Rahmen ergangenen landesrechtlichen Vorschriften.

§ 2 Tierarten

(1) Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, sind:

  1. Haarwild:
    Wisent (Bison bonasus L.)
    Elchwild (Alces alces L.)
    Rotwild (Cervus elaphus L.)
    Damwild (Dama dama L.)
    Sikawild (Cervus nippon Temminck)
    Rehwild (Capreolus capreolus L.)
    Gamswild (Rupicapra rupicapra L.)
    Steinwild (Capra ibex L.)
    Muffelwild (Ovis ammon musimon Pallas)
    Schwarzwild (Sus scrofa L.)
    Feldhase (Lepus europaeus Pallas)
    Schneehase (Lepus timidus L.)
    Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus L.)
    Murmeltier (Marmota marmota L.)
    Wildkatze (Felis silvestris Schreber)
    Luchs (Lynx lynx L.)
    Fuchs (Vulpes vulpes L.)
    Steinmarder (Martes foina Erxleben)
    Baummarder (Martes martes L.)
    Iltis (Mustela putorius L.)
    Hermelin (Mustela erminea L.)
    Mauswiesel (Mustela nivalis L.)
    Dachs (Meles meles L.)
    Fischotter (Lutra lutra L.)
    Seehund (Phoca vitulina L.);
  2. Federwild:
    Rebhuhn (Perdix perdix L.)
    Fasan (Phasianus colchicus L.)
    Wachtel (Coturnix coturnix L.)
    Auerwild (Tetrao urogallus L.)
    Birkwild (Lyrurus tetrix L.)
    Rackelwild ( Lyrus tetrix x Tetrao urogallus)
    Haselwild (Tetrastes bonasia L.)
    Alpenschneehuhn (Lagopus mutus Montin)
    Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo L.)
    Wildtauben (Columbidae)
    Höckerschwan (Cygnus olor Gmel.)
    Wildgänse (Gattungen Anser Brisson und Branta Scopoli)
    Wildenten (Anatinae)
    Säger (Gattung Mergus L.)
    Waldschnepfe (Scolopax rusticola L.)
    Bläßhuhn (Fulica atra L.)
    Möwen (Laridae)
    Haubentaucher (Podiceps cristatus L.)
    Großtrappe (Otis tarda L.)
    Graureiher (Ardea cinerea L.)
    Greife (Accipitridae)
    Falken (Falconidae)
    Kolkrabe (Corvus corax L.).

(2) Die Länder können weitere Tierarten bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen.

(3) Zum Schalenwild gehören Wisente, Elch-, Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild.

(4) Zum Hochwild gehören Schalenwild außer Rehwild, ferner Auerwild, Steinadler und Seeadler. Alles übrige Wild gehört zum Niederwild.

§ 3 Inhaber des Jagdrechts, Ausübung des Jagdrechts

(1) Das Jagdrecht steht dem Eigentümer auf seinem Grund und Boden zu. Es ist untrennbar mit dem Eigentum am Grund und Boden verbunden. Als selbständiges dingliches Recht kann es nicht begründet werden.

(2) Auf Flächen, an denen kein Eigentum begründet ist, steht das Jagdrecht den Ländern zu.

(3) Das Jagdrecht darf nur in Jagdbezirken nach Maßgabe der §§ 4ff. ausgeübt werden.

II. Abschnitt
Jagdbezirke und Hegegemeinschaften

1. Allgemeines

§ 4 Jagdbezirke

Jagdbezirke, in denen die Jagd ausgeübt werden darf, sind entweder Eigenjagdbezirke (§ 7) oder gemeinschaftliche Jagdbezirke (§ 8).

§ 5 Gestaltung der Jagdbezirke

(1) Jagdbezirke können durch Abtrennung, Angliederung oder Austausch von Grundflächen abgerundet werden, wenn dies aus Erfordernissen der Jagdpflege und Jagdausübung notwendig ist.

umwelt-online - Demo-Version


(Stand: 24.11.2018)

Alle vollständigen Texte in der aktuellen Fassung im Jahresabonnement
Nutzungsgebühr: 90.- € netto (Grundlizenz)

(derzeit ca. 7200 Titel s.Übersicht - keine Unterteilung in Fachbereiche)

Preise & Bestellung

Die Zugangskennung wird kurzfristig übermittelt

? Fragen ?
Abonnentenzugang/Volltextversion